{"id":7115,"date":"2011-09-29T14:36:38","date_gmt":"2011-09-29T12:36:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7115"},"modified":"2011-10-02T10:20:50","modified_gmt":"2011-10-02T08:20:50","slug":"gottes-wort-die-grundlage-fur-glauben-und-handeln-der-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7115","title":{"rendered":"Gottes Wort &#8211; Die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eGottes Wort \u2013 die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>I\u00a0 Die Bibel ist Grundlage der Kirche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich freue mich, dass ich zu diesem sch\u00f6nen Thema reden darf: \u201eGottes Wort \u2013 die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche.\u201c Es ist aber auch ein anspruchsvolles Thema, und deshalb will ich Sie auch in einige schwierigere Gedankeng\u00e4nge mit hinein f\u00fchren, versuche diese aber immer wieder mit Beispielen, mit Erlebtem zu verbinden. Ich hoffe, dass auf diese Weise zum einen jeder von Ihnen etwas mitnehmen kann, das weiterbringt, das kl\u00e4rt, das besser verstehen l\u00e4sst, das im guten Sinne erbaut; dass zum anderen aber dieser Vortrag auch als Gespr\u00e4chsimpuls in unsere bayerische evangelisch-lutherische Kirche hinein geh\u00f6rt und ernst genommen werden kann.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie [\u2026] Kirche [\u2026] lebt [\u2026] aus dem Worte Gottes, das in Jesus Christus Mensch geworden ist und in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testamentes bezeugt wird.\u201c Dieses Zitat stammt nicht aus einem christlich-fundamentalistischen Pamphlet, sondern aus dem Grundartikel unserer Kirchenverfassung. Ich habe nur das \u201eEvangelisch-Lutherisch\u201c und \u201ein Bayern\u201c weggelassen. Inhaltlich \u00e4hnlich, nur mit anderen Worten, steht es in allen anderen Verfassungen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland, seien sie nun lutherisch oder reformiert oder uniert. Auch wenn diese Verfassungen vor 60 oder mehr Jahren geschrieben und angenommen wurden, sind sie aufgrund des Verstreichens von einigen Jahrzehnten nicht veraltet oder \u00fcberholt, sondern heute in Geltung. Viele andere Abschnitte im kirchlichen Recht sind ver\u00e4ndert worden, ja, sie mussten an ver\u00e4nderte Verh\u00e4ltnisse angepasst werden. Auch grundlegendere Abschnitte im Kirchenrecht mit einiger theologischer Bedeutung wie z.B. die Ordnung des kirchlichen Lebens (bzw. ihr Anwendungsgesetz) hat man ver\u00e4ndert und an die Zeitumst\u00e4nde angepasst; es sei jetzt dahingestellt, ob man das in dieser Art und Weise tun musste. Aber mir ist kein ernst zu nehmender Vorschlag oder Vorhaben bekannt, das diese Aussage am Anfang der kirchlichen Verfassungen, dass die Bibel Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche ist, ver\u00e4ndern oder an die Zeit anpassen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass diese grundlegende Aussage in Geltung steht, wird u.a. daran deutlich, dass sie bis heute bei den Ordinationen von Pfarrern und Pfarrerinnen und \u00e4hnlichen Einsegnungshandlungen bis hin zur Einf\u00fchrung von Kirchenvorst\u00e4nden aufgenommen wird, wenn sie gefragt werden, ob sie ihr Amt \u201egem\u00e4\u00df dem Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben (usw.)\u201c ist, f\u00fchren wollen.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist es nicht seltsam, dass damit nicht alles gekl\u00e4rt und mein Vortrag beendet ist? Warum kommen wir dann innerhalb der Kirche in wichtigen theologischen und ethischen Fragen nicht zu gleichen Meinungen? Warum m\u00fcssen wir, wenn die Grundlage unserer Kirche so klar formuliert ist, hier zu einem Glaubens- und Besinnungstag zusammen kommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke nicht, dass wir in der Kirche bei allen Themen ganz identische Standpunkte und \u00dcberzeugungen haben m\u00fcssen! Aber wenn es wenigstens Meinungen w\u00e4ren, die nahe beieinander l\u00e4gen und miteinander vertr\u00e4glich w\u00e4ren. Aber selbst das ist nicht der Fall! Sondern es gibt Themen \u2013 und nicht nur zwei oder drei wichtige theologische Themen \u2013 bei denen die Anschauungen so gegens\u00e4tzlich zu sein scheinen, dass hier auch die M\u00f6glichkeiten der besten Mediatoren, Kriseninterventionsteams, Vermittlungsaussch\u00fcsse und Gespr\u00e4chsrunden an ihre Grenzen kommen. Wir sind ja letztlich wegen eines solchen strittigen Themas hier versammelt; und solche tiefen Unterschiede im Verst\u00e4ndnis der Heiligen Schrift machen uns sehr zu schaffen. Es belastet uns, aber auch nicht wenige, die bei diesem oder bei anderen Themen die entgegengesetzte Meinung vertreten. Ja, ich beobachte, dass es auch Kirchenleitende \u2013 ob in der Synode oder im Landeskirchenrat \u2013 belastet und eine beklemmende Ratlosigkeit hervorruft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Spannungen in unserer Kirche, die aus total verschiedenen, gegens\u00e4tzlichen Auslegungen der Bibel entstehen, machen uns zu schaffen. Wir sehen hier keine gesunde Pluralit\u00e4t mehr, keine sch\u00f6ne \u201ebunte Vielfalt\u201c des Glaubens, wie sie oft an der evangelischen Kirche gepriesen wird! Dar\u00fcber w\u00fcrden wir uns freuen. Nein, wir erkennen Abweichungen von der \u201eGestalt des Glaubens\u201c (R\u00f6m 6,17), die uns \u201eein f\u00fcr allemal \u00fcberliefert ist\u201c (Judas 3) \u2013 von der Gestalt, die (1.) anzunehmen notwendig ist f\u00fcr das Heil der Menschen und die (2.) festgehalten werden muss um der Einheit der Kirche willen.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 1: Um nicht zu oft das Thema der Beurteilung homosexueller Lebensweise zu bem\u00fchen, etwas anderes: Ich habe es erlebt, dass ein Kollege, also ein Pfarrer, in einer theologischen Diskussion w\u00e4hrend einer Pfarrkonferenz \u00fcber meine Ansicht staunte, sich klar von ihr distanzierte und dann erregt mit erhobener Stimme in die Runde fragte: \u201eJa, gibt\u2019s das denn, dass noch jemand an die leibliche Auferstehung Jesu glaubt?\u201c Es geht mir nicht darum, dass ich hier in unsch\u00f6ner Weise blo\u00df gestellt wurde. Die Emp\u00f6rung und Aufgeregtheit in solchen Diskussionen, die es auf beiden Seiten gibt, sind vielmehr ein Hinweis auf den tiefer liegenden Konflikt, auf den Dissens in der Glaubenslehre und in der Auffassung der Bibel.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch zur\u00fcck zur wichtigen Frage: Warum kommen wir innerhalb der Kirche in wichtigen theologischen und ethischen Fragen nicht zu gleichen, wenigstens kompatiblen Meinungen, wenn doch als unsere gemeinsame, von allen anerkannte Grundlage gilt, dass die Bibel Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche sei? Um die Antwort auf diese Frage muss es in diesem Vortrag gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">II\u00a0 Alles Auslegungssache!?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe schon angedeutet, dass es um verschiedene Auslegungen der Bibel geht. Und an dieser Stelle m\u00fcssen wir alle etwas Wichtiges verstehen, das uns auch helfen kann, andere Meinungen nicht vorschnell abzutun. Es h\u00e4ngt in der Tat auch mit der Art unserer Grundlage zusammen, dass die Ergebnisse ihrer Auslegung nicht die gew\u00fcnschte Eindeutigkeit haben k\u00f6nnen wie in anderen Bereichen, z.B. wie teilweise in den vergleichsweise exakt arbeitenden Naturwissenschaften. Wenn es um das Lesen und Verstehen eines Buches geht, k\u00f6nnen verschiedene Leser durchaus zu verschiedenen Auffassungen kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 2: Wir k\u00f6nnen das mit anderen Gebieten ansatzweise vergleichen: So l\u00e4sst ein Gedicht von Rainer Maria Rilke durchaus unterschiedliche Auslegungen zu, genauso wie eine Sinfonie von W.A.Mozart, ein Klavierst\u00fcck von Robert Schumann oder ein Gem\u00e4lde von Emil Nolde unterschiedlich interpretiert werden k\u00f6nnen.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn4\">[4]<\/a> Wohlgemerkt: unterschiedlich, aber nicht beliebig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem verstehen wir von daher vielleicht besser, dass auch Bibelleser zu unterschiedlichen Auslegungen kommen. Das sollte uns nicht allzu sehr \u00fcberraschen, und das haben wir sicher alle schon erlebt, wenn wir denn in einer Gemeindebibelstunde, in einem Hauskreis oder bei anderer Gelegenheit ernsthaft \u00fcber die Bibel ins Gespr\u00e4ch gekommen sind. Wir haben also mit einem Streit im positiven Sinne, mit einem Ringen um die rechte Auslegung immer auch zu rechnen. Aber nicht nur das; so erkl\u00e4rt sich auch, dass andere zu entgegengesetzten Auffassungen gelangen \u2013 zu solchen, die wir gar als \u201efalsch\u201c, ja, als \u201eunbiblisch\u201c, also als mit der Glaubenslehre (regula fidei) unvereinbar ansehen w\u00fcrden \u2013 und gleichzeitig behaupten, sie halten dabei an der Bibel als Grundlage f\u00fcr ihren Glauben und ihr Handeln fest.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn5\">[5]<\/a> Man sollte es ihnen nicht von vorneherein absprechen, dass sie ihre Standpunkte subjektiv als legitime Auslegung der Bibel verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb sehe ich \u2013 solange jemand den Anspruch hat, die Autorit\u00e4t der Heiligen Schrift anzuerkennen und in \u00dcbereinstimmung mit ihr zu reden \u2013 keinen anderen Weg, als diesen Anspruch zun\u00e4chst einmal zu respektieren und im konkreten Auslegungsstreit mit ihm nachzuweisen, dass sein Verst\u00e4ndnis oder seine Auslegung nicht sachgem\u00e4\u00df und angemessen ist.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kann das gehen? Wenn wir anhand des Vergleichs mit der Interpretation eines Musikst\u00fccks verstehen lernen, dass eine gewisse \u00a0Auslegungsbreite zugestanden werden darf und soll, so sehen wir daran aber zugleich ein anderes, n\u00e4mlich dass es immer auch eine Grenze legitimer, ernsthafter, sachgem\u00e4\u00dfer Interpretation gibt. Wenn Schumann forte vorschreibt, dann hat der Interpret nicht die Freiheit, pianissimo zu spielen \u2013 jedenfalls nicht dann, wenn er als seri\u00f6ser Interpret angesehen werden will, der den Anspruch der Texttreue erhebt. Es gibt auch in der Musik tats\u00e4chlich den Begriff der \u201eTexttreue\u201c. Damit wird sehr wohl eine gewisse Interpretationsfreiheit zugestanden, aber zugleich ausgesagt, dass sich der Interpret im Rahmen der vom Autor des Notentextes, also des Komponisten, vorgeschriebenen Vortragsweisen bewegen solle. Eben: unterschiedliche, aber nicht beliebige Interpretationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir lernen noch etwas Wichtiges an diesem Beispiel: Es ist erlaubt danach zu fragen, was denn der Autor \u201eurspr\u00fcnglich\u201c geschrieben hat. Es muss sogar ein erkl\u00e4rtes Ziel guter Auslegung sein dies herauszufinden. Ich sage \u201eurspr\u00fcnglich\u201c; weil ja eine l\u00e4ngere Zeit vergangen sein kann, seitdem der Komponist sein Musikst\u00fcck geschrieben hat. Daher gibt es auch in der Musikwissenschaft die Forschung nach dem \u201eOriginal\u201c. Und es kann auch sein, dass es die Notenbl\u00e4tter, die der Komponist m\u00fchsam handschriftlich beschrieben hat, gar nicht mehr gibt. Das kommt umso \u00f6fter vor, je weiter man zeitlich zur\u00fcck geht. Dann muss man die vorhandenen \u00fcberlieferten Drucke oder Ausgaben vergleichen, und so gibt es auch in der Musik so genannte \u201ekritische Urtexteditionen\u201c. Genauso ist es in der Theologie: Die Forschung, die sich bem\u00fcht, die hebr\u00e4ischen und griechischen Urtexte der biblischen B\u00fccher festzustellen, ist legitim und sehr wichtig. Aber der berechtigte \u201eAuslegungsspielraum\u201c wird dann \u00fcberschritten, wenn ich den Text gegen seinen Wortsinn auslege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun muss ich doch kurz auf das aktuelle Streitthema kommen. Diejenigen Bibelausleger, die das Gesamtzeugnis der Bibel zum Thema Homosexualit\u00e4t so verstehen, dass sie nur bestimmte missbr\u00e4uchliche oder promiskuitive gleichgeschlechtliche Praktiken ablehne und als S\u00fcnde bezeichne, legen aus meiner Sicht die heilige Schrift gegen ihren Wortsinn aus. Sie \u00fcberdehnen den Auslegungsspielraum. Sie stellen die These auf, dass die Bibel \u201eethisch gestaltete\u201c, dem Liebesgebot verantwortete gleichgeschlechtliche Partnerschaften gar nicht thematisiere, und daraus, dass die Bibel dies angeblich gar nicht im Blick habe, folgern sie, dass solche \u201ein Verl\u00e4sslichkeit und gegenseitiger Verantwortung\u201c gelebte homosexuelle Partnerschaften auch gar nicht als s\u00fcndig beurteilt werden k\u00f6nnen. Wenn das so w\u00e4re, dann ist \u00fcbrigens eine logische Folgerung und eine berechtigte Erwartung, dass solche Partnerschaften auch kirchlich gesegnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber diese Auslegung ist beliebig. Es ist eine Abweichung vom eindeutigen Notentext. Es ist gleichsam so, als wenn man bei einem sch\u00f6nen, langsamen Satz einer Mozart-Sinfonie, bei dem die Streicher ruhig dahin spielen, eine Oberstimme erfinden w\u00fcrde, die von einer Trompete laut hinzu geblasen wird. \u201eKlingt doch gut!\u201c, sagen sie. Ja, es mag sein, dass die Harmonien zusammen passen, aber (1.) steht die Oberstimme einfach nicht da und (2.) passt sie auch nicht zum Stil dieses Musikst\u00fccks. Liebe Gemeinde, was heute von vielen evangelischen Theologen, Synoden und Kirchenleitungen in Deutschland, in Nordamerika, in Schweden, neuerdings in Italien und anderswo \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer gottgef\u00e4lligen Gestaltung homosexueller Lebensweise behauptet wird, steht so einfach nicht in der heiligen Schrift, und es passt auch insgesamt nicht zu ihrem Geist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">III\u00a0 Einheitliche Bibel?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun liegt es auf der Hand, dass es sich bei der Auslegung der Bibel viel komplizierter verh\u00e4lt als beim Vortragen eines Musikst\u00fccks oder bei einer Gedichtinterpretation: Die Bibel ist vielschichtiger und wesentlich anspruchsvoller als ein Notentext oder ein Gem\u00e4lde \u2013 entsprechend ist die biblische Hermeneutik, die Lehre vom Verstehen der Bibel, viel komplizierter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen ist die Bibel eine Bibliothek. Sie besteht aus vielen B\u00fcchern, die \u00fcber einen langen Zeitraum von vielen Verfassern geschrieben wurde. Das stellt unweigerlich die Frage nach ihrer Einheitlichkeit. Im Vergleich gesprochen: Es gibt Ausleger, die verstehen die Bibel so, dass Mose im Alten Testament forte anzeigt, wo Johannes im Neuen Testament piano vorschreibt \u2013 und das sozusagen an derselben Stelle im Notentext, so dass sie sich zu widersprechen scheinen. Und so lesen sie viele Gegens\u00e4tze und Widerspr\u00fcche innerhalb der Bibel, so dass es f\u00fcr sie fast unm\u00f6glich wird, zu einem kurzen, eindeutigen Ergebnis zu kommen: \u201eDie Bibel lehrt zu diesem und jenem Thema folgendes\u2026\u201c F\u00fcr manche Ausleger gibt es keine einheitliche, harmonische biblische Sichtweise, weil es \u2013 in vielen F\u00e4llen jedenfalls \u2013 nur viele verschiedene, teilweise gegens\u00e4tzliche Sichtweisen gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sto\u00dfen hier auf etwas, das ich ein Geheimnis des Glaubens nennen m\u00f6chte: Es ist das Wunder, das Geschenk Gottes, dass viele Christen \u2013 darunter auch ich \u2013 die vielen T\u00f6ne, Lautst\u00e4rken und Tempi in den 66 biblischen B\u00fcchern als eine wunderbare Sinfonie h\u00f6ren k\u00f6nnen, als etwas Ganzes, das sehr wohl zusammen geh\u00f6rt und zusammen passt und einen \u2013 gro\u00dfartigen \u2013 \u201eSinn\u201c ergibt. Ich nenne es deshalb ein Geheimnis des Glaubens, weil ich es eben nur als \u201eWunder\u201c oder \u201eGeschenk\u201c in dem Sinne bezeichnen kann, dass ich diesen Zusammenklang, diese Sym-phonie weder selbst machen oder erzeugen kann noch nachweisen oder anderen aufzeigen kann, wie das genau funktioniert mit dem Zusammenklang. In diesen Zusammenhang der Rede vom Glaubensgeheimnis geh\u00f6rt \u2013 wenn man das Bibelverst\u00e4ndnis grunds\u00e4tzlich darlegen will \u2013 die Rede von der Inspiration (siehe 2 Tim 3,16f; 2 Petr 1,20f).<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn7\">[7]<\/a> Aber auch die Rede von der Inspiration, also der Einhauchung der biblischen Schriften durch den Geist Gottes, erkl\u00e4rt lange nicht alles, sondern deutet nur an, dass der Realgrund f\u00fcr dieses Geheimnis darin besteht, dass hinter den menschlichen Autoren der biblischen Schriften das Wirken des Heiligen Geistes steht. Er ist letztlich der Urheber dieser Sym-phonie, nicht ich oder irgendein Ausleger.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kann man historisch zeigen, dass man in der Auslegungsgeschichte bis Luther, bis einschlie\u00dflich zu den Reformatoren selbstverst\u00e4ndlich davon ausging, dass die Heilige Schrift \u2013 obgleich sie eine vielschichtige Bibliothek ist \u2013 eine Einheit, eine Sinfonie darstellt. Diese Sicht ging mit dem seit der Renaissance bzw. des Humanismus aufkommenden Umgang mit der Bibel verloren, den man gemeinhin den \u201ehistorisch-kritischen\u201c Umgang nennt.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bedeutet das? Das Aufkommen dieses Verst\u00e4ndnisses und Umgangs mit der Bibel hat mehrere geistesgeschichtliche Hintergr\u00fcnde.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn10\">[10]<\/a> Dabei spielten Erkenntnisse und Entdeckungen in verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaften, die zu einer anderer Auslegung als der traditionellen zwangen, genauso eine Rolle wie die Kirchenspaltung des 16. Jahrhunderts: Wie konnte es geschehen, wenn die Bibel einheitlich ist, dass die Einheit der Kirche zerbrach? So l\u00f6ste man sich mehr und mehr von der kirchlichen Glaubenslehre, die ja nach der Kirchenspaltung der Reformationszeit keine einheitliche mehr war, und wollte sie nicht mehr als geeignete Voraussetzung der Bibelauslegung betrachten. An die Stelle der Glaubenslehre trat ein versachlichter, von allgemein anerkannten Methoden geleiteter Zugang zur Bibel; und an die Stelle des pers\u00f6nlichen Glaubens des Auslegers traten die menschliche Vernunft und die jeweils geltenden Vernunftma\u00dfst\u00e4be.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Marius Reiser eingehend gezeigt hat, trat dabei v\u00f6llig in den Hintergrund, dass der Auslegungsgegenstand, also die Bibel, aus dem Glauben und f\u00fcr den Glauben geschrieben wurde und dass ihr normaler Gebrauch immer in der Kirche geschah.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn12\">[12]<\/a> So kam es, dass sich \u2013 in einem langen, schweren und immer hart umk\u00e4mpften Prozess, der vor 400 Jahren begann \u2013 Bibel und Kirche, Bibel und Glaube voneinander l\u00f6sten. Und dies, liebe Schwestern und Br\u00fcder, ist der geistige N\u00e4hrboden, das geistige Klima, in dem wir Pfarrer nach wie vor ausgebildet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 3: Ich h\u00f6rte davon, dass ein Theologiestudent im Seminar, in dem man den eben ganz knapp skizierten historisch-kritischen Umgang mit der Bibel erlernt, ganz unvermittelt von \u201emeinem Herrn Jesus\u201c sprach. Diese drei Worte erregten bei den Mitstudenten eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Emp\u00f6rung, und ich nehme an, nicht deshalb, weil sie\u00a0die Fr\u00f6mmigkeitsrichtung nicht teilten, der sie m\u00f6glicherweise diese \u00c4u\u00dferung zuordneten, sondern weil diese Formulierung grunds\u00e4tzlich nicht in diesen Zusammenhang des Umgangs mit der Bibel passte. Es mag zwar sein, dass in dem Text, der methodisch exakt ausgelegt wurde, von Jesus die Rede war, aber es wurde offenbar als v\u00f6llig abwegig und unangemessen angesehen, diese Ebene pers\u00f6nlichen Glaubens ins Spiel zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie k\u00f6nnten vielleicht \u00e4hnliche Erlebnisse aus dem Kirchenvorstand, dem Dekanatsausschuss oder einer anderen Begegnung berichten. Und sie m\u00f6gen erahnen, was f\u00fcr eine enorme geistige und geistlichen Herausforderung das Theologiestudium darstellt. In diesem Sinne sagte der inzwischen \u00fcber 80-j\u00e4hrige M\u00fcnchner Theologieprofessor Wolfhart Pannenberg \u00fcber das Theologiestudium: Es \u201estellt die Studenten vor eine au\u00dferordentliche intellektuelle Herausforderung. Ein begr\u00fcndetes eigenes Urteil \u00fcber die Inhalte des christlichen Glaubens zu gewinnen, ist eine faszinierende Aufgabe, aber sie kann nur im Zusammenhang der Auseinandersetzung mit dem ganzen kulturellen Erbe Europas bew\u00e4ltigt werden.\u201c Und Pannenberg f\u00e4hrt fort: \u201eAber nicht alle Studenten sind einer solchen Herausforderung intellektuell\u201c \u2013 ich w\u00fcrde erg\u00e4nzen: und geistlich \u2013 \u201egewachsen\u2026 So d\u00fcrfte das Studium eher zur Verunsicherung \u00fcber die Inhalte des Glaubens beitragen\u2026 Es ergibt sich daraus die begr\u00fcndete Vermutung, dass die in der Pfarrerschaft der evangelischen Kirchen verbreitete Verunsicherung im Hinblick auf den Glauben, den die Amtstr\u00e4ger \u00f6ffentlich zu verk\u00fcndigen haben, das gr\u00f6\u00dfte (!) Problem der Kirche darstellt.\u201c<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn13\">[13]<\/a> Sollten solche Worte nicht die Kirchenleitungen aufr\u00fctteln?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte an dieser Stelle fest: Die glaubende Gemeinde heute geht \u2013 in \u00dcbereinstimmung mit der Kirche von den Aposteln bis zu den Reformatoren \u2013 von der Einheitlichkeit der ganzen Bibel aus. Das hei\u00dft nicht, dass wir gegen eingewandte Widerspr\u00fcche und Misskl\u00e4nge immer die Sym-phonie, den Wohlklang der Heiligen Schrift beweisen k\u00f6nnten oder auch sollten. Dennoch halten wir als Glaubensgeheimnis an der Einheitlichkeit fest, die zugleich eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Kirche Jesu Christi sowohl ihre Einheit bewahren als auch mit Vollmacht das Evangelium bezeugen kann. Und noch etwas: Interessanterweise hat es der historisch-kritische Umgang mit der Bibel, der inzwischen doch schon viele Generationen lang dominiert, nicht geschafft, zu einer \u00fcbereinstimmender Auslegung der Bibel und zu einem Lehrkonsens in der Kirche zu f\u00fchren, geschweige denn dahin, die Kirche mit erneuern zu helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">IV\u00a0 Welche Autorit\u00e4t hat die Schrift?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel ist vielschichtiger und wesentlich anspruchsvoller als ein Musikst\u00fcck, habe ich gesagt. Nicht nur, weil sie eine gro\u00dfe Bibliothek ist. Sondern auch, weil ihr Inhalt wesentlich gewichtiger und umfassender ist. Denn es geht hier um das menschliche Leben in allen seinen Tiefendimensionen. Es geht, um es einmal mit Immanuel Kant zu sagen, um die drei gro\u00dfen Fragen der Menschheit: Was k\u00f6nnen wir glauben? Was sollen wir tun? Was d\u00fcrfen wir hoffen?<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb stellt sich im Blick auf die Heilige Schrift die Frage nach ihrer Legitimation bzw. ihrer Autorit\u00e4t viel brennender als bei irgendeinem anderen Gegenstand aus der Literatur, der bildenden Kunst oder der Musik. Mit welchem Recht sprechen die Autoren der biblischen Schriften diese gro\u00dfen Lebensthemen an. Woher haben sie ihre Weisheit? Warum sollten wir ihnen Glauben schenken? Hier geht es \u2013 \u00e4hnlich wie bei der Frage nach der Einheitlichkeit, aber noch direkter \u2013 um die Frage, ob die Sammlung der alt- und neutestamentlichen Schriften Gottes Wort ist oder nicht. Genau an diesem Punkt, bei der Frage nach der Autorit\u00e4t der Bibel, ist die Rede vom \u201eWort Gottes\u201c angebracht. Denn wenn Gott durch die Heilige Schrift redet \u2013 was ist dann die angemessene Haltung, die wir \u2013 als Menschen, als Gesch\u00f6pfe Gottes \u2013 gegen\u00fcber diesem Reden des Sch\u00f6pfers einnehmen sollten? Die Antwort versteht sich von selbst: Aufnehmen und h\u00f6ren, annehmen und sich unterordnen, \u00fcbernehmen und tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab von den Anf\u00e4ngen des historisch-kritischen Umgangs mit der Bibel bis heute viele, die Einspruch und Widerspruch ge\u00e4u\u00dfert haben und auf die Grenzen und Gefahren dieses Umgangs deutlich und \u2013 wie ich meine \u2013 \u00fcberzeugend hingewiesen haben. Ich habe von diesen tiefen, grunds\u00e4tzlichen Auseinandersetzungen um Recht und Grenze des historisch-kritischen Umgangs mit der Bibel in meinem Theologiestudium nichts geh\u00f6rt, sondern ich bin mit gro\u00dfer Selbstverst\u00e4ndlichkeit in diesen Umgang eingef\u00fchrt worden.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn15\">[15]<\/a> Die Hintergr\u00fcnde und die Entstehung des historisch-kritischen Zugangs zur Bibel, ohne deren Kenntnis man kaum seine Grenzen, Engf\u00fchrungen und Irrwege erkennen kann, musste ich mir selbst erarbeiten, bzw. ich hatte die Gelegenheit, dies in au\u00dferuniversit\u00e4ren Zusammenh\u00e4ngen zu lernen. Ich bin bis heute dankbar f\u00fcr das, was ich im Vorstudienjahr in Krelingen oder in studienbegleitenden Seminaren des Albrecht-Bengel-Hauses in T\u00fcbingen gelernt habe.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn16\">[16]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser seit Jahrzehnten und Jahrhunderten selbstverst\u00e4ndlich bei uns einge\u00fcbte Umgang mit der Bibel stellt die Bibel als Wort Gottes in Frage.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn17\">[17]<\/a> Stattdessen sieht er die Bibel als eine Sammlung ganz unterschiedlicher antiker Schriften an. Er liest die Bibel \u201ewie jede andere Literatur\u201c. Was die biblischen Verfasser sagen, betrachtet er als \u201eAusdruck der Fr\u00f6mmigkeit bestimmter Personen\u201c. Er \u201ebeschr\u00e4nkt die Geltung der biblischen Texte zun\u00e4chst auf ihre Entstehungszeit und auf ihren Entstehungsort\u201c. So verliert man nicht nur aus dem Blick, dass Gott \u201evormals gesprochen hat \u2026 durch die Propheten\u201c (Hebr 1,1) und nun durch das Zeugnis der Propheten und Apostel in den biblischen Schriften zu uns spricht. Nein, schlimmer noch: Dieses wird einem methodisch abgew\u00f6hnt und ausgetrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 4: Ich selbst habe zu Beginn meiner Zeit im Vikariat folgendes erlebt: Wir waren zum ersten Mal als Vikare im Predigerseminar versammelt. Die Leiter des Predigerseminars meinten es gut, als sie diesen zweiten Ausbildungsabschnitt mit dem H\u00f6ren und Besinnen auf kr\u00e4ftige Verhei\u00dfungsworte Gottes einleiten wollten. Sie leiteten uns zu einer geistlichen Lekt\u00fcre der ersten Verse von Josua 1 (V.1-9) an: \u201eSiehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR; dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.\u201c (V.9) Aber der tr\u00f6stenden, ermutigenden Anwendung dieser S\u00e4tze auf uns Vikare kam der im Studium erlernte andere Umgang mit der Bibel in die Quere, und er machte sich bald durch einige Mitvikare laut, es sei doch eine Zumutung, solche S\u00e4tze aus einem Zusammenhang imperialistischen Machtgebarens auf uns zu beziehen. Gemeint war die gewaltsame, milit\u00e4rische Einnahme des Landes Kanaan durch die Israeliten, die Thema des Buches Josua ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel selbst f\u00fchrt das Anwenden von Verhei\u00dfungsworten (aus einem anderen historischen Zusammenhang) auf den gegenw\u00e4rtigen Leser selbst vor.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn18\">[18]<\/a> Aber das ist im historisch-kritischen Denken auch kein Argument mehr, denn auch das Schriftverst\u00e4ndnis der Apostel, ja wohl auch das von Jesus selbst, ist aus den damaligen Zeitumst\u00e4nden heraus zu verstehen und deshalb in seiner Bedeutung zu relativieren und keineswegs als verbindlich f\u00fcr alle Zeiten zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, Sie k\u00f6nnen erkennen, in welcher tiefen Krise des Schriftverst\u00e4ndnisses und des Umgangs mit der Bibel wir uns seit langem befinden. Wir m\u00fcssen aber auch erkennen, dass es nicht nur um eine geistige Auseinandersetzung geht, also darum, wer die besseren Argumente f\u00fcr seinen Standpunkt vorbringen kann. Letztlich geht es um eine geistliche Auseinandersetzung. Auch das ist ein Geheimnis des Glaubens und ein Geschenk des Heiligen Geistes, die Bibel als Wort Gottes zu erkennen.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn das so ist \u2013 dass die Aussage, die Bibel sei Gottes Wort, ein Glaubensbekenntnis ist, und der Streit um das rechte Bibelverst\u00e4ndnis auch eine geistliche Sache ist und daher auch nicht mit den M\u00f6glichkeiten des Verstandes zu l\u00f6sen \u2013 dann m\u00fcssen wir auch mit geistlichen Mitteln arbeiten: das hei\u00dft vor allem mit dem Gebet um Umkehr und Erneuerung in der Theologie. Wollen wir das miteinander tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00a0 Als Kirche leben wir vom best\u00e4ndigen geistlichen Umgang mit der Bibel<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wir k\u00f6nnen noch etwas anderes tun: Wir k\u00f6nnen und sollten selbst den geistlichen Umgang mit der Heiligen Schrift praktizieren und best\u00e4ndig \u00fcben. Es ist wichtig, dass wir treu sind im H\u00f6ren auf Gottes Wort. Viele von uns k\u00e4mpfen an dieser Stelle um Disziplin und Regelm\u00e4\u00dfigkeit. Diesen Kampf kann niemand von uns vermeiden oder umgehen. Viele von uns erleben es, dass ihnen die Bibel von Zeit zu Zeit anstrengend oder langweilig wird. Das kann auch mit vom jeweiligen Charakter abh\u00e4ngen, und auch deshalb ist es gut, wenn wir Gemeinschaft mit anderen Glaubenden haben im Gebet und Bibellesen. Da k\u00f6nnen wir uns gegenseitig ermutigen und st\u00e4rken, so dass auch der Kampf um die pers\u00f6nliche Andacht leichter gefochten werden kann. Da k\u00f6nnen wir uns aber auch gegenseitig helfen und raten, wie wir die pers\u00f6nliche Andacht halten k\u00f6nnen. Manche von uns haben da ihre bestimmte, eigene Art und Weise gefunden und brauchen keine Variation. Anderen von uns tut es gut, von Zeit zu Zeit in ihrer Andacht etwas zu ver\u00e4ndern. Ein neues Andachtsbuch, eine andere Bibellesehilfe kann den Zugang und die Freude an der Bibel durchaus beleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 5: Ich selbst habe z.B. im jetzigen Sommerurlaub f\u00fcr mich hilfreiche neue Impulse gewonnen durch das Buch \u201eGemeinsames Leben\u201c von Dietrich Bonhoeffer.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn20\">[20]<\/a> Es hat mich anger\u00fchrt, was er dort von der Stille und dem Alleinsein schreibt. Davon, dass wir \u201ewarten auf Gottes Wort an uns\u201c: \u201eWir setzen uns dem einzelnen Satz und Wort so lange aus, bis wir pers\u00f6nlich von ihm getroffen sind.\u201c (S.70) Und ich habe mich darin wiedergefunden, wenn er sagt: \u201eOft sind wir so belastet und \u00fcberh\u00e4uft mit andern Gedanken und Bildern, Sorgen, dass es lange dauert, ehe Gottes Wort das alles beiseite ger\u00e4umt hat und zu uns durchdringt.\u201c (S.70) Und weiter: \u201eEs ist nicht n\u00f6tig, dass wir in der Meditation neue Gedanken finden. Das lenkt uns oft nur ab und befriedigt unsere Eitelkeit. Es gen\u00fcgt vollkommen, wenn das Wort, wie wir es lesen und verstehen, in uns eindringt und bei uns Wohnung macht.\u201c (S.71)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese schlichten Ratschl\u00e4ge haben mir geholfen. Aber entscheidend ist, dass wir im Glaubensgehorsam zum dreieinigen Gott leben. Dass wir Acht geben, dass nichts den \u201eFrieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus\u201c (R\u00f6m 5,1) tr\u00fcbt und nichts uns den \u201eZugang zum Thron der Gnade\u201c (Hebr 4,14) verbaut oder abschneidet. Die heilige Schrift ist das uns von Gott geschenkte Mittel dazu. Durch sie wird uns dieser Zugang er\u00f6ffnet; durch sie wird uns der Friede mit Gott bewahrt; durch sie werden wir zum Glaubensgehorsam gest\u00e4rkt. Nat\u00fcrlich tut dies alles Gott durch seinen Heiligen Geist; aber er gebraucht dazu sein Wort, die heilige Schrift, als Mittel. Martin Luther betonte daher, dass die heilige Schrift \u201eseine\u201c, des Heiligen Geistes, Schrift sei: \u201eHier hat er n\u00e4mlich sein Versteck errichtet\u2026 Im Psalm 1 wird einer als gl\u00fcckseliger Mann gepriesen, weil er Tag und Nacht nicht \u00fcber andere B\u00fccher sinnt, sondern \u00fcber das Gesetz des Herrn\u2026 Es steht n\u00e4mlich geschrieben, dass das Antlitz des Mose erstrahlt war infolge der Gespr\u00e4chsgemeinschaft mit dem Herrn, jedenfalls nicht infolge des gemeinsamen Gespr\u00e4chs mit Menschen\u2026\u201c<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn21\">[21]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist es f\u00fcr das geistliche Leben des einzelnen Glaubenden wie f\u00fcr die Vollmacht der Kirche insgesamt entscheidend, das Vertrauen und die Liebe zur heiligen Schrift zu erhalten und zu pflegen. Dazu ist das Gebet unentbehrlich. So wie wir um Gottes Vergebung und Gnade, um seine Leitung und seinen Heiligen Geist nur bitten k\u00f6nnen, da sie nicht in unserer Verf\u00fcgungsgewalt sind, so k\u00f6nnen wir nur bitten um die Liebe zu Gott und die Liebe zu seinem Wort. \u201eHerr, \u00f6ffne mir die Herzenst\u00fcr, zieh mein Herz durch dein Wort zu dir, lass mich dein Wort bewahren rein, lass mich dein Kind und Erbe sein.\u201c (Johann Olearius EG 197,1; in der Losung des gestrigen Tages)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso sollten wir vor jedem Lesen der Bibel \u2013 egal in welchem Zusammenhang, egal in welchem Raum und mit welchen Menschen \u2013 um das Licht des Heiligen Geistes bitten. Denn Christus muss uns das Verst\u00e4ndnis der Schriften \u00f6ffnen (Lukas 24,32.45). Es ist das Buch des Heiligen Geistes; und es ist Wunder und Geschenk Gottes, wenn wir es als solches annehmen und Gottes herrliche Musik darin klingen h\u00f6ren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 6: Die Bitte um das rechte Verst\u00e4ndnis des Wortes ist f\u00fcr uns vor der Predigt oder vor dem Gottesdienst selbstverst\u00e4ndlich. Das geh\u00f6rt zur Liturgie. Ich denke, auch bei der Predigtvorbereitung. Aber ich habe das eigenartigerweise nie im universit\u00e4ren Zusammenhang erlebt. Offenbar scheut man sich dort oder ist der Meinung, das habe hier keinen Ort. Auch habe ich kaum erlebt, dass ein Theologieprofessor uns Studenten gegen\u00fcber in einer nicht fr\u00f6mmelnden, aber doch pers\u00f6nlichen Art und Weise von seiner Liebe oder sagen wir: von seiner Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das Wort Gottes gesprochen hat. Der Psalmist sagt: \u201eIch will r\u00fchmen des Herrn Wort.\u201c (Ps 56,11; Herrnhuter Losungswort vom 22.9.) Und auch Martin Luther, der Doktor der Theologie war, sprach freim\u00fctig von seiner Liebe zur Schrift: \u201eDer Galaterbrief ist mein Epistelchen, dem ich mich vertraut habe; er ist meine K\u00e4the von Bora.\u201c<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir solchen vertrauten und vertrauensvollen Umgang mit der Bibel pflegen (und dabei die Einheitlichkeit und Autorit\u00e4t der Bibel m\u00f6glicherweise neu als Geheimnis des Glaubens entdecken), dann beginnt das eigentliche erst, n\u00e4mlich dass die Bibel zur Grundlage von Glauben und Handeln der Kirche wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entwicklung der westeurop\u00e4ischen Gesellschaft n\u00f6tigt uns, als Kirche immer \u00f6fter anderslautende Positionen zu beziehen. Wir k\u00f6nnen diese Entwicklung nur dann annehmen, wenn wir wirklich aus dem Wort Gottes leben. Manche beklagen diese Entwicklung mit ihren Werteverschiebungen und ihrer Verabschiedung der Wahrheitsfrage. Aber das Beklagen und Entsetzen entspricht nicht der Zuversicht, die der Glaube schenkt, und es bessert die Lage nicht. Andere versuchen, Kirche und Gesellschaft zusammen zu halten und den Einfluss der Kirchen auf die Entwicklungen hoch zu halten. Das stellt m.E. eine \u00dcberforderung dar, bei der man allzu leicht der Gefahr der Anpassung erliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen es akzeptieren, dass sich die Gesellschaft mehr und mehr vom christlichen Glauben entfernt. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass wir das guthei\u00dfen. Umso mehr m\u00fcssen wir mit unseren Kindern offen dar\u00fcber reden und sie in einer auf der Bibel gegr\u00fcndeten Weltanschauung und Lebensf\u00fchrung st\u00e4rken, ohne sie aus der Welt zur\u00fcckzuhalten im guten Willen, sie zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel 7: (a) Es hat keinen Sinn, sich aufzuregen dar\u00fcber, dass Dutzende Abgeordnete den Papst nicht h\u00f6ren wollen und dass die Mehrheit unseres Volkes sich nicht \u00fcber seinen Deutschlandbesuch freuen kann. Die Ausgabe des \u201eStern\u201c macht dies zu seinem Titelthema in dieser Woche, bezeichnet den Papstbesuch als Besuch \u201eaus einer anderen Welt\u201c und versucht die \u201eGeschichte einer Entfremdung\u201c zu beschreiben.<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn23\">[23]<\/a> Das ist gar nicht polemisch formuliert, und Bibelkennern wird dazu in den Sinn kommen, dass \u201eFremdheit\u201c in der Welt schon die Selbstwahrnehmung der ersten Christen war (z.B. 1 Petr 1,1; 4,4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(b) Es bringt nichts, den Kopf dar\u00fcber zu sch\u00fctteln, dass Millionen von Getauften in unserem Land Umfragen zufolge nicht einmal an Gott glauben. \u2013 Oder dass viele stattdessen eher von der Anwesenheit von Geistern und Engel \u00fcberzeugt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(c) Was hilft es, wenn wir schimpfen und warnen, dass sich ein eigener Fernsehsender \u201eASTRO-TV\u201c seit 2004 \u201ehaupts\u00e4chlich mit Astrologie, Horoskopen, Hellsehen und Kartenlegen\u201c besch\u00e4ftigt?<a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(d) Und was \u00e4ndert es, wenn wir beklagen, dass Kirche und Glauben in den Medien mehr und mehr verunglimpft werden? Schlimmer als b\u00f6se Verleumdungen und Verzerrungen finde ich, dass bei Journalisten oftmals gar kein Verm\u00f6gen mehr da ist, sich in den christlichen Glauben einzuf\u00fchlen. Sie k\u00f6nnen teilweise christliche Positionen \u2013 seien es ethische oder Glaubensthemen \u2013 nicht korrekt darstellen. Sie merken das alle, wie teilweise in der Regionalpresse das Gesp\u00fcr f\u00fcr den Sinn oder auch nur die richtigen Vokabeln mangelt. Und darin sind die Journalisten nicht einfach nur Meinungsmacher, sondern ein Spiegelbild der Gesellschaft: Sie zeigen, wie weit sich viele Zeitgenossen in Deutschland, m\u00f6gen sie auch getauft sein, innerlich vom christlichen Glauben entfernt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das waren nur wenige Beispiele. Ich sagte, wir m\u00fcssen es akzeptieren, dass sich die Gesellschaft so entwickelt. Und wir k\u00f6nnen es akzeptieren, wenn wir aus dem Wort Gottes leben. Denn unsere Bestimmung als Kirche ist es, Salz der Erde zu sein und Licht der Welt. Also \u201elebt als Kinder des Lichts!\u201c (Eph 5,8)<\/p>\n<p><em>Pfarrer Till Roth, Impulsreferat des Glaubens- und Besinnungstages in Castell am 24.09.2011<\/em><\/p>\n<p><em>Pfarrer Till Roth<\/em><br \/>\n<em> 1. Vorsitzender des Arbeitskreis bekennender Christen in Bayern (<a href=\"http:\/\/www.abc-bayern.de\/\">ABC<\/a>)<\/em><br \/>\n<em> Rosenstr. 2<\/em><br \/>\n<em> 96257 Redwitz a.d.Rodach<\/em><\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1\"><span style=\"color: #0000ff;\">[1]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Agende f\u00fcr Evangelisch-Lutherische Kirchen und Gemeinden, Band IV, hg. von der Kirchenleitung der VELKD, Hannover 1987,S.93. Vgl. dort die Ordinationsfragen auf S.23 bzw. S.30, die Verpflichtungsfrage f\u00fcr Synodale auf S.98 bzw. f\u00fcr Mitglieder der Generalsynode auf S.100.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref2\"><span style=\"color: #0000ff;\">[2]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Auch Wolfhart Pannenberg sprach sehr deutlich davon, dass \u201evon einem kirchlichen Lehrkonsens auf der Basis des Schriftzeugnisses, wie er der Reformation vorgeschwebt hat, \u2026 trotz der formellen Geltung der reformatorischen Bekenntnisse in den evangelischen Kirchen heute keine Rede sein (kann).\u201c Angst um die Kirche. Zwischen Wahrheit und Pluralismus, in: Ders., Beitr\u00e4ge zur Systematischen Theologie, Bd. 3, G\u00f6ttingen 2000, 34-42; Zitat auf S.39. <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref3\"><span style=\"color: #0000ff;\">[3]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Das hat vor allem Reinhard Slenczka immer wieder und mit gro\u00dfer Sch\u00e4rfe erkannt und beschrieben. Vgl. ders., Kirchliche Entscheidungen in theologischer Verantwortung, G\u00f6ttingen 1991.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref4\"><span style=\"color: #0000ff;\">[4]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Nat\u00fcrlich ist die Parallele der Auslegung von anderen Texten, von Literatur, als die der Auslegung biblischer Texte am n\u00e4chsten kommende anzusehen und dem Vergleich mit der Musik oder bildenden Kunst daher vorzuziehen. Mir ist das bewusst, auch wenn ich im Folgenden immer wieder auf den Vergleich mit der Musikinterpretation zur\u00fcckgreife. <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref5\"><span style=\"color: #0000ff;\">[5]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist die Aussage des damaligen Kirchenpr\u00e4sidenten Peter Steinacker, der auf theologisch begr\u00fcndete heftige Kritik am Beschluss der hessen-nassauischen Synode, die Segnung homosexueller Paare zuzulassen, schlicht antwortete: \u201eDas sehe ich anders.\u201c (ideaSpektrum Nr. 1\/2\/2003, S.19)<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref6\"><span style=\"color: #0000ff;\">[6]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Gleichzeitig ist der Vorwurf als unsachlich abzuweisen, wir w\u00fcrden damit das Auslegungsmonopol beanspruchen oder w\u00fcrden behaupten, dass wir das einzig wahre Verst\u00e4ndnis der Bibel besitzen. Dieser Vorwurf ist deshalb unsachlich, weil er sich dem konkreten Auslegungsstreit entzieht und den Kontrahenten auf einer anderen Ebene disqualifizieren will.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref7\"><span style=\"color: #0000ff;\">[7]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Diese beiden Belegstellen haben gerade als Selbstzeugnis biblischer Schriften \u2013 m.E. weithin untersch\u00e4tztes \u2013 Gewicht, wenn man denn in einem auch nach allgemeinen hermeneutischen Einsichten einleuchtenden Schritt nach dem jeweiligen Selbstverst\u00e4ndnis von Texten fragen will.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref8\"><span style=\"color: #0000ff;\">[8]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Deshalb hat die Lehre von der Heiligen Schrift sehr viel mit der Gotteslehre bzw. mit der Lehre vom Heiligen Geist und mit der Glaubenslehre zu tun. Dies muss deutlich gemacht werden, egal an welchem Ort in der Systematischen Theologie man das Thema behandelt.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref9\"><span style=\"color: #0000ff;\">[9]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Vgl. dazu Marius Reiser, Bibelkritik und Auslegung der Heiligen Schrift. Beitr\u00e4ge zur Geschichte der biblischen Exegese und Hermeneutik, WUNT I\/217, T\u00fcbingen 2007. <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref10\"><span style=\"color: #0000ff;\">[10]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Dazu ist nach wie vor eine gute Studie Klaus Scholder, Urspr\u00fcnge und Probleme der Bibelkritik im 17. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Entstehung der historisch-kritischen Theologie, M\u00fcnchen 1966.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref11\"><span style=\"color: #0000ff;\">[11]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> So hat z.B. Oswald Bayer nachgewiesen, dass die affectiones der Heiligen Schrift, wie sie in der Reformation und der lutherischen Tradition erkannt und gelehrt wurden, bei und seit I. Kant durch die Vernunft abgel\u00f6st und ersetzt wurden: \u201eBei Kant ist die Autorit\u00e4t der Schrift durch die Autorit\u00e4t der Vernunft beerbt. Das l\u00e4sst sich im einzelnen leicht nachweisen: Die affectiones scripturae, die Wirkweisen der Schrift: auctoritas, infallibilitas, perfectio, sufficientia, perspicuitas und efficacia, vor allem aber die Selbstauslegung, Kritikf\u00e4higkeit, Selbstrichterschaft und Normkraft \u2013 alle diese Wirkweisen und Eigenschaften der heiligen Schrift, die nur die Wirkweisen und Eigenschaften des dreieinigen Gottes selbst sein k\u00f6nnen, schreibt Kant der Vernunft zu\u2026\u201c in: Ders., Autorit\u00e4t und Kritik, T\u00fcbingen 1991, S.44.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref12\"><span style=\"color: #0000ff;\">[12]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> M.Reiser (s.o. Anm. 9), S.1 in Aufnahme und Zustimmung eines Aufsatzes von R.L.Wilken.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref13\"><span style=\"color: #0000ff;\">[13]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> W.Pannenberg, Angst um die Kirche. Zwischen Wahrheit und Pluralismus, in: Ders., Beitr\u00e4ge zur Systematischen Theologie, Bd. 3, G\u00f6ttingen 2000, 34-42; hier S.39. <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref14\"><span style=\"color: #0000ff;\">[14]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Hier liegt auch die Grenze der Anwendbarkeit allgemeiner hermeneutischer Regeln, denn hier geht es nicht mehr um die Interpretation von Gedichten, Dramen oder \u00e4hnlicher poetischer oder Prosa-Literatur auf \u00e4sthetischer Ebene. Vielmehr tritt in den biblischen Texten ein Anspruch an ihren Leser entgegen, der alles Bem\u00fchen um das rechte Verst\u00e4ndnis der Texte nur als zwar notwendige, aber letztlich doch sekund\u00e4re Vorarbeiten erkennen l\u00e4sst, nun aber das Selbstverst\u00e4ndnis des Lesers seinerseits zum Thema macht. Und dabei geht es nicht nur um politische oder moralische Optionen, sondern eben um die Grundfragen des Menschseins, die sonst vergleichbar nur in den gro\u00dfen Texten der Philosophiegeschichte behandelt werden. Diese sind die n\u00e4chste Parallele zu biblischen Texten, und auch bei ihnen geht es um viel mehr als um ein \u201esachgem\u00e4\u00dfes Verst\u00e4ndnis\u201c, es sei denn dieses Verst\u00e4ndnis schlie\u00dft die geforderte weltanschauliche Auseinandersetzung und gegebenenfalls das entsprechende \u201eGlauben und Handeln\u201c aus gewonnener \u00dcberzeugung ein. Vgl. dazu die ber\u00fchmten und gro\u00dfartigen Vorworte von Karl Barth sowohl zur 1. als auch zur 2. Auflage seines R\u00f6merbriefes (1918. 1922)!<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref15\"><span style=\"color: #0000ff;\">[15]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Ich habe allenfalls von den sog. \u201eneueren Zug\u00e4ngen\u201c zur Bibel erfahren, wie z.B. den literaturwissenschaftlichen, den feministischen oder den canonical approach. Diese sind aber immer als erg\u00e4nzend und auf dem historisch-kritischen Zugang aufbauend dargestellt worden.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref16\"><span style=\"color: #0000ff;\">[16]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass die Besch\u00e4ftigung mit Quellensammlungen und Darstellungen der geschichtlichen Entwicklung der Bibelauslegung zur selbstverst\u00e4ndlichen Lekt\u00fcre im Theologiestudium wird. Gute Quellen- bzw. Textsammlungen stellen z.B. H.Hempelmann, Grundfragen der Schriftauslegung, Wuppertal 1983, K.-H.Michel, Anf\u00e4nge der Bibelkritik. Quellentexte aus Orthodoxie und Aufkl\u00e4rung, Wuppertal 1985, oder J.Cochlovius\/P.Zimmerling, Evangelische Schriftauslegung, Wuppertal 1987, dar. Hilfreiche geschichtliche Abrisse finden sich bei W.G.K\u00fcmmel, H.J.Kraus, K.Scholder (s.o. Anm. 10), H.G.Reventlow, Bibelautorit\u00e4t und Geist der Moderne, G\u00f6ttingen 1980; Ders., Epochen der Bibelauslegung, 4 B\u00e4nde, M\u00fcnchen 1990-2001 oder M.Reiser (s.o. Anm. 9), bes. S.1-38.219-276.<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">Solche Studien k\u00f6nnen entscheidend helfen, das von W. Pannenberg (s.o. Anm. 12) Angemahnte zu leisten, n\u00e4mlich eine theologisch fundierte intellektuelle Durchdringung der europ\u00e4ischen Geistesgeschichte. Manchmal habe ich den Eindruck, dass bei einigen kirchenleitenden Personen und bei Dozenten des theologisches Lehrbetriebs die leise Erkenntnis erwacht oder zumindest die kritische Frage, dass in der theologischen Ausbildung etwas grunds\u00e4tzlich falsch laufen k\u00f6nnte im Blick auf den erlernten Umgang mit der Bibel. Aber noch \u00e4ndert sich nichts. Etwa weil die (vermeintliche) Freiheit der theologischen Forschung und Lehre als h\u00f6heres Gut angesehen wird?<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref17\"><span style=\"color: #0000ff;\">[17]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> So Wolfhart Schlichting in Thesen \u201ezur Frage rechter Schriftauslegung\u201c, in: H\u00f6rt, denn Gott redet! \u00dcber das gebrochene Verh\u00e4ltnis der Kirche zu Gottes Wort. Dokumentation der 3.Versammlung um Bekenntnis, Erneuerung und Einheit der Kirche vom 7.-9. Februar 1997 in N\u00fcrnberg, S.24-35 (Zitat auf S.26). Auch die folgenden Zitate sind diesen Thesen entnommen. Ebenso lesenswert sein Aufsatz im selben Band: \u201eRede, Herr, denn dein Knecht h\u00f6rt!\u201c (1. Sam 3,9.10) Ist es wirklich Gott, der redet, oder projiziert der Mensch religi\u00f6s seine W\u00fcnsche in den Himmel?, S.37-54.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref18\"><span style=\"color: #0000ff;\">[18]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr ist Hebr 13,5-6, wo zwei alttestamentliche Stellen aus sehr verschiedenen geschichtlichen Kontexten \u2013 die schon erw\u00e4hnte Zusage Gottes an Josua (Jos. 1,5) und die zuversichtliche Aussage eines Psalmbeters (Ps 118,6 \u2013 also auch eine ganz andere literarische Form!) \u2013 als Trost und Ermutigung an die Leser angewandt werden. Genau dies wird bei Paulus R\u00f6m 15,4 zur allgemeinen Hermeneutik erkl\u00e4rt.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref19\"><span style=\"color: #0000ff;\">[19]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> In diesen Zusammenhang geh\u00f6ren Martin Luthers Aussagen zur \u201einneren Klarheit\u201c: \u201eWenn du von der inneren Klarheit sprichst, nimmt kein Mensch auch nur ein Jota der Schrift wahr, wenn er nicht den Geist Gottes hat. Alle haben ein verfinstertes Herz, so dass sie, m\u00f6gen sie auch alles, was in der Schrift steht, sagen und vorzubringen wissen, trotzdem nichts davon wahrn\u00e4hmen oder wahrhaft erkennten.\u201c (M.Luther, Dass der freie Wille nichts sei (1525), Ausgew\u00e4hlte Werke, hg. v. H.H.Borcherdt und G.Merz, Erg\u00e4nzungsreihe Bd. 1, M\u00fcnchen \u00b31962, S.16.) Diese geistliche Dimension im Umgang mit der Heiligen Schrift ist genauso wie das Thema der Person des Auslegers in historisch-kritisch gepr\u00e4gten Arbeiten zu Schriftverst\u00e4ndnis und Bibelauslegung weithin vernachl\u00e4ssigt worden. <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref20\"><span style=\"color: #0000ff;\">[20]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> G\u00fctersloh, 27. Aufl. 2004. Nach dieser Ausgabe auch die Zitate.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref21\"><span style=\"color: #0000ff;\">[21]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> Martin Luther, Assertio omnium articulorum, Vorrede (1520), WA 7,95ff., \u00fcbersetzt von E.Werner, in: J.Cochlovius\/P.Zimmerling (s.o. Anm. ), S.25.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref22\"><span style=\"color: #0000ff;\">[22]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> WA TR 1, 69,18-20 (Nr. 146; 1531?). Zitiert nach: O.Bayer, Martin Luthers Theologie. Eine Vergegenw\u00e4rtigung, T\u00fcbingen, 2. Durchges. Aufl. 2004, S.83. Darin die ausgezeichnete Darstellung von Luthers Bibelverst\u00e4ndnis: \u201eWas macht die Bibel zur Heiligen Schrift?\u201c, S.62-83. Weiter vom selben Autor: Lust am Wort, in: Ders., Gott als Autor. Zu einer poietologischen Theologie, T\u00fcbingen 1999, S.221-229.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref23\"><span style=\"color: #0000ff;\">[23]<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\"> \u201eStern\u201c Nr. 39 vom 22.9.2011, S.8.36-65.<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref24\"><span style=\"color: #0000ff;\">[24]<\/span><\/a><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astro_TV\"><span style=\"color: #0000ff; font-size: x-small;\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astro_TV<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\">. <\/span><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGottes Wort \u2013 die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche\u201c I\u00a0 Die Bibel ist Grundlage der Kirche Ich freue mich, dass ich zu diesem sch\u00f6nen Thema reden darf: \u201eGottes Wort \u2013 die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche.\u201c Es ist aber auch ein anspruchsvolles Thema, und deshalb will ich Sie auch in einige [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":319,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7115"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/319"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7115"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7122,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7115\/revisions\/7122"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}