{"id":7055,"date":"2011-09-20T09:00:15","date_gmt":"2011-09-20T07:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7055"},"modified":"2011-09-19T16:57:47","modified_gmt":"2011-09-19T14:57:47","slug":"farm-der-tiere-mit-biosiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7055","title":{"rendered":"Farm der Tiere &#8211; mit Biosiegel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Farm der Tiere \u2013 mit Biosiegel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Umweltrat der deutschen Regierung fordert eine \u00abGrosse Transformation\u00bb von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Staat und eine neue Weltordnung sollen das Klima retten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer auch immer sich anschickt, in einem globalen Massstab den Menschen Freiheitsrechte zu nehmen und politische Macht auf einer h\u00f6heren Ebene als der von Nationalstaaten zu konzentrieren, der braucht ein Thema mit emotionalem Potential. Nach Lage der Dinge sind das die Themen \u00abWeltfrieden \u00bb und \u00abFrieden mit der Natur\u00bb. Letzteres eignet sich besonders gut, um die Menschen anzusprechen. In der zersplitternden Welt ist der Gedanke, dass die Natur \u00abgut\u00bb sei, bald das Letztverbliebene, worauf man sich \u00fcber weltanschauliche Grenzen hinweg einigen kann.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gedanke, dass es wert ist, f\u00fcr \u00abdie Natur\u00bb Opfer zu bringen, ist der kleinste gemeinsame Nenner einer leidlich uneinigen Welt. Weitgehend ist in der Postmoderne der Glaube an den Sch\u00f6pfer verloren gegangen. Die Sorge um das Heil, um Frieden mit Gott (vgl. R\u00f6m. 5,1), wird meist verdr\u00e4ngt. Da eignet sich die Natur als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr eine ersatzreligi\u00f6se Transzendenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon die Bibel berichtet in einem prophetischen Wort davon, dass der Mensch, so er seine Bef\u00e4higung, Gott \u00abin dem Gemachten\u00bb wahrzunehmen, verweigert, in Torheit verf\u00e4llt und in diesem falschen Denken \u00abdahingegeben\u00bb ist. In der Folge wird er \u00abdem Gesch\u00f6pf Verehrung und Dienst\u00bb darbringen, \u00abstatt dem Sch\u00f6pfer\u00bb (vgl. R\u00f6m. 1, besonders 20 und 25). Das ist, was heute geschieht. L\u00e4ngst hat das eine die individuelle Freiheit tangierende politische Relevanz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Dokument, das einen umfassenden Herrschaftsanspruch begr\u00fcndet, ist das Manifest \u00abWelt im Wandel \u2013 Gesellschaftsvertrag f\u00fcr eine Grosse Transformation\u00bb, verfasst vom \u00abWissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung \u2013 Globale Umweltver\u00e4nderungen \u00bb. Unverbl\u00fcmt fordert diese unter der \u00c4gide von Hans Joachim Schellnhuber, dem einflussreichen Klimaberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der auch einen direkten Zugang zu EU-Kommissionspr\u00e4sident Barroso hat, einen starken internationalistischen \u00dcberstaat. Der traditionelle Nationalstaat soll \u00fcberwunden, die demokratische Teilhabe des Individuums begrenzt werden. Es gelte, \u00abrevolution\u00e4re globale Kooperationsmechanismen \u00bb entlang \u00abplanetarischer Leitplanken\u00bb zu entwickeln. Die Akteure dieses neuen Denkens, organisiert in \u00abdurchsetzungsstarken Klimapionierzellen \u00bb, sollen sich am \u00abInstitutionengeflecht \u00bb der EU orientieren. Die EU ist es auch, die dem Text zufolge zun\u00e4chst die \u00abglaubhafte F\u00fchrerschaft \u00bb \u00fcbernehmen soll. Zielpunkt ist eine machtvolle \u00abneue Weltordnungspolitik \u00bb, eine \u00abglobale Ordnungs- und Strukturpolitik\u00bb. Mit dem Begriff der global governance wird einer starken Weltregierung das Wort geredet: \u00abUltimative Stossf\u00fchrung zuk\u00fcnftiger Global Governance muss die Schaffung einer gerechten neuen Weltordnung sein.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Motor zur Verwirklichung dieser Utopie ist der Kampf gegen die prophezeite und \u00abmenschengemachte\u00bb katastrophale Erw\u00e4rmung des Klimas. Das eigentliche politische Ziel, eine Art \u00f6kosozialistische Weltregierung und der Ausstieg aus dem \u00abkohlenstoffbasierten Wirtschaftsmodell\u00bb, setzen die Autoren als Konsens voraus. Es geht nur noch um die Durchsetzung. In dem Text legen sie detailliert dar, wie die \u00f6kosozialistische Utopie durchgesetzt werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Text ist von einem starken Glauben an den Internationalismus und die Sinnhaftigkeit einer tiefen B\u00fcrokratie durchdrungen. Es gelte, einen \u00abUN-Rat f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u00bb zu schaffen, zudem eine \u00abinternationale Organisation f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u00bb, eine \u00abWeltkommission f\u00fcr klimavertr\u00e4gliche Stadtentwicklung\u00bb, eine \u00abOrganisation f\u00fcr nachhaltige Urbanisierung \u00bb, eine \u00abGlobale Kommission f\u00fcr nachhaltige Landnutzung\u00bb. Alle L\u00e4nder sollten \u00abDekarbonisierungspl\u00e4ne\u00bb vorlegen und umsetzen. Dieses strikte Programm zur Rettung des Weltklimas soll von der Elite einer \u00abgeleiteten politischen F\u00fchrerschaft\u00bb umgesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00ab\u00dcberwindung des fossilen industriellen Metabolismus und Klimavertr\u00e4glichkeit \u00bb sei die einzigartige \u00abMenschheitsherausforderung\u00bb und sei ebenso geboten wie einst \u00abdie Abschaffung der Sklaverei und die \u00c4chtung der Kinderarbeit\u00bb. Es gehe um alles oder nichts, die ganze Welt stehe am Scheideweg. Von der Bedeutung ihrer Sache sind die Autoren \u00fcberzeugt: Es habe in der Geschichte zuvor nur zwei Ereignisse gegeben, die mit der geplanten Grossen Transformation zu vergleichen seien: die Neolithische Revolution und die Industrielle Revolution.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00abGrosse Transformation\u00bb erinnert Kritiker wie den Schweizer Kolumnisten Alex Reichmuth an Chinas \u00abGrossen Sprung nach vorne\u00bb in der chinesischen Revolution. Das f\u00fchrte direkt in die Katastrophe. Etwa dreissig Millionen Menschen starben in den Folgejahren an Hunger. Nicht anders als der Elite der roten Revolution ist den F\u00fchrern der \u00f6kologischen \u00abGrossen Transformation\u00bb die Zukunft bekannt. Deshalb wissen sie auch um die anzustrebenden Ziele ihrer Politik und die Wahl der Mittel. Sie bed\u00fcrfen keiner sachlichen Diskussion mehr. Der B\u00fcrger, der in einer Demokratie ja eigentlich der Souver\u00e4n sein soll, hat nicht mehr dar\u00fcber zu befinden, ob er die revolution\u00e4re Grosse Transformation im Sinne dieser Bewegung \u00fcberhaupt will. Von ihm wird erwartet, dass er sich f\u00fcr deren Gelingen verantwortlich machen und sich (vom \u00abgestaltenden Staat\u00bb, das ist der starke Staat) \u00abin Bewegung setzen\u00bb l\u00e4sst, wie es in dem Text heisst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist mit jenen Teilen der Bev\u00f6lkerung, die Zweifel an der Richtigkeit der politischen Massnahmen hegen, die einen anderen Weg f\u00fcr sinnvoll halten? F\u00fcr diese \u00abBeharrungskr\u00e4fte\u00bb, \u00abVetospieler \u00bb und andere Uneinsichtige l\u00e4sst diese ideologisierte Sprache nicht einmal den Platz zwischen zwei Buchstaben. So genannte \u00abnicht nachhaltige Lebensstile\u00bb bed\u00fcrfen der \u00abgesellschaftlichen Problematisierung\u00bb \u2013 worunter man im Mindesten Stigmatisierung, wenn nicht Schlimmeres vermuten darf. Den Orwell\u2019schen Instanzen zur Kontrolle entsprechen unter anderem eine \u00abwissenschaftliche Expertengemeinschaft \u00bb, die dar\u00fcber wacht, dass jedermann \u00abden Nachhaltigkeitsprozess einh\u00e4lt\u00bb. Alle Gesetze sollen eine \u00abumfassende, obligatorische Klimavertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung durchlaufen\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schellnhuber, einflussreicher Lobbyist in Klimasachen und in eigener Sache, fordert \u00abdas parlamentarische Gesetzgebungsverfahren, um eine deliberative \u2039Zukunftskammer\u203a zu erweitern\u00bb. Diese soll ausdr\u00fccklich nicht demokratisch konstituiert oder kontrolliert werden. Klimaschutz m\u00fcsse \u00abals Staatsziel in die Verfassung\u00bb genommen, \u00abLegislative, Exekutive und Judikative zum Handeln verpflichtet\u00bb werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Rigidit\u00e4t dieses allumfassenden Anspruchs zur letztg\u00fcltigen Weltverbesserung, seiner angeblich wissenschaftlichen Begr\u00fcndbarkeit, seines Antiindividualismus und seiner ideologischen Sprache wird deutlich, dass es sich hier um das Dokument einer totalit\u00e4ren Gesinnung handelt. Der \u00abGesellschaftsvertrag f\u00fcr eine Grosse Transformation\u00bb ist das Dokument eines kollektivistischen Absolutismus, der von der \u00f6kologischen Frage ebenso abgekoppelt ist wie der Sozialismus von der sozialen Frage. Erst die erfolgreiche Propagierung der negativen Prophetie einer k\u00fcnftigen Klimakatastrophe, der Angst vor einem katastrophalen Klima, das so schlimm ist, dass es buchst\u00e4blich den Planeten bedroht, rechtfertigt die Forderung nach einem allumfassenden Umbau s\u00e4mtlicher gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Strukturen. Erst der behauptete Untergang der Welt rechtfertigt den politischen Dirigismus. Wo Gefahr in Verzug ist, kann man sich nicht lange mit demokratischen Sachdebatten aufhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Drohung mit \u00abplanetarischen Risiken \u00bb, wie es in dem Text heisst, und der in K\u00fcrze in diesem Welttheater stattfindenden katastrophalen Erw\u00e4rmung, macht solch weitgehende Einschnitte begr\u00fcndbar. Ein Schweizer Magazin schrieb, die \u00d6ko-Debatte reklamiere einen \u00ab\u00fcbergesetzlichen Notstand \u00bb und sei damit das \u00abEinfallstor f\u00fcr einen neuen Totalitarismus\u00bb. Auch der langj\u00e4hrige Politikbeobachter und Buchautor G\u00fcnter Ederer kritisiert das Ansinnen, eine UNSuperbeh\u00f6rde einzurichten. Er zitiert Schellnhuber mit den Worten, der Klimawandel sei \u00abeine solch weltweite Bedrohung, die nicht einzelnen Staaten, gew\u00e4hlten Regierungen oder gar dem Volk \u00fcberlassen werden kann\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hans Joachim Schellnhuber verlangte in einem Spiegel-Interview, man m\u00fcsse eine gewisse Anzahl von Parlamentssitzen f\u00fcr Abgeordnete reservieren, die \u00abnachhaltig\u00bb im Interesse k\u00fcnftiger Generationen abstimmten. So nah sa\u00df wahrscheinlich noch kein Antidemokrat und Gegner einer demokratischen Verfassung in einem deutschen Kanzleramt seit dem DDR-Spion G\u00fcnter Guillaume, der sich das Vertrauen von Bundeskanzler Willy Brandt erschlichen hatte. G\u00fcnter Ederer schreibt: \u00abSchellnhuber fordert da nicht mehr und nicht weniger als die R\u00fcckkehr zu einem undemokratischen St\u00e4ndestaat, in dem fr\u00fcher die Z\u00fcnfte und heute dann entsprechend selbsternannte Gutmenschencliquen die Macht aus\u00fcben\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bef\u00fcrworter des angestrebten \u00abneuen globalen Gesellschaftsvertrages\u00bb attackieren offen den demokratischen Gleichheitsgrundsatz: \u00abDie herk\u00f6mmliche Vertragslehre ging von der Fiktion v\u00f6lliger Gleichheit aller Gesellschaftsmitglieder aus.\u00bb Wie auf Orwells \u00abFarm der Tiere\u00bb sollen manche gleicher sein als andere. Die Autoren dieses Textes unterscheiden zwischen der Bewusstseins- Elite der \u00abKlimapionierzellen\u00bb und der \u00abB\u00fcrgerschaft\u00bb. Diese gilt es, propagandistisch entsprechend zu bearbeiten. \u00abF\u00fcr das Gelingen einer Transformation zur klimavertr\u00e4glichen Gesellschaft ist die Verbreitung entsprechender Einstellungen und Pr\u00e4ferenzen unabdingbare Voraussetzung\u00bb, heisst es in dem Text. \u00dcber lange Textstrecken wird ausgef\u00fchrt, was alles zu geschehen hat, um die \u00abBeharrungskr\u00e4fte \u00bb zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Detailliert werden die potentiellen Gegner aufgelistet. Da sind etwa die sozial benachteiligten Gruppen, die mit den Preiserh\u00f6hungen als Folge der Klimapolitik ihre Probleme haben werden. Eine weitere Gruppe sind die wissenschaftlichen Gutachter, die eine \u00abanthropogene Erw\u00e4rmung des Klimas \u00bb in Frage stellen. Es ist den Autoren klar, dass die Tatsache, dass die postulierte Erderw\u00e4rmung nicht erfahrbar und eine reine Zukunftsvorhersage ist, ein Problem darstellt. Die Skeptiker ihres Prophetentums vergleichen sie mit \u00abEvolutionsskeptikern\u00bb, die ebenfalls vorhandenes Wissen relativierten (\u00abWir wissen noch zu wenig\u00bb). Wie jene argumentierten die Klimaskeptiker angeblich mit \u00abFehlschlussargumenten\u00bb und \u00abDoppeldeutigkeit\u00bb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zentrales Mittel der Meinungsmache ist es, zu postulieren, dass \u00fcber die Vorhersage einer k\u00fcnftigen Erderw\u00e4rmung unter Wissenschaftlern Einigkeit herrsche. Davon kann keine Rede sein. Die regelm\u00e4ssig wiederkehrenden Warmphasen auf der Erde waren jeweils Segen, nicht Fluch f\u00fcr Flora und Fauna und vor allem f\u00fcr den Menschen. Eine grosse Zahl an Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen, darunter auch etliche Nobelpreistr\u00e4ger, glaubt nicht an die Zukunftsvorhersage, dass die Erde w\u00e4rmer werde. Auch ist die Diskreditierung von CO2 als Teufelszeug keineswegs Konsens in der Wissenschaft. Es ist einer von mehreren Stoffen, wie etwa Sauerstoff und Wasser, die in hochkomplexen Kreislaufprozessen zirkulieren \u2013 und das Leben erst erm\u00f6glichen. Ohne CO2 kein Leben. Das Erdklima wird offenkundig haupts\u00e4chlich von der Sonne bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CO2-Werte sind seit jeher grossen Schwankungen unterworfen, was der Natur nicht geschadet hat. Die Studie \u00abHistory of CO2 Gas Analysis of Air by Chemical Methods\u00bb, an der auch zwei Nobelpreistr\u00e4ger beteiligt waren, weist nach, dass allein in den vergangenen 200 Jahren mehrfach wesentlich h\u00f6here CO2-Konzentrationen als heute bestanden: 1852, 1857 und 1942. Die hohen CO2-Werte von 1852 k\u00f6nnen schwerlich dem Automobil oder der Industrialisierung angelastet werden. Auch halten etliche der vermeintlich \u00f6kologischen Forderungen einer n\u00fcchternen Pr\u00fcfung keineswegs Stand. Bei jeder Energieform m\u00fcssen der Vorteil f\u00fcr den Menschen und der materielle und \u00f6kologische Preis sorgsam abgewogen werden. Jede Energieform, auch Wasserkraft, Wind und Solar, hat einen \u00f6kologischen Preis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie stark die Vertreter der These von der Klimaerw\u00e4rmung bereits das kollektive Bewusstsein dominieren, zeigt sich an dem Begriff \u00abKlima\u00bb. Die best\u00e4ndige ideologisierte Berichterstattung als Folge der Unkenrufe von Klima-Alarmisten hat l\u00e4ngst dazu gef\u00fchrt, dass der Normalb\u00fcrger meint, er sehe beim Blick aus dem Fenster \u00abKlima\u00bb. Was man sehen kann, ist allenfalls Wetter, keinesfalls Klima.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klima ist eine statistische Gr\u00f6sse und definiert sich aus Durchschnittswerten bestimmter Wetterparameter, die einen Mittelwert von Jahrzehnten darstellen. Sei es ein lauer Landregen, ein heisser Sommertag oder ein schweres Unwetter: All das sind Wetterph\u00e4nomene und haben mit Klima nichts zu tun. Hier von Klima zu reden, ist, als ob jemand beim Anblick von f\u00fcnf Rentnern, die auf einem Spielplatz zwei Kindern beim Spielen zusehen, meint, die \u00abAlterspyramide \u00bb vor sich zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 448 Seiten der \u00abTransformation\u00bb sind eine dicht gedr\u00e4ngte Schwadronage von pathetisch-\u00fcberzogenen Formulierungen, die den n\u00fcchtern denkenden Leser mit ihrer b\u00fcrokratisch-technokratischen Pseudorationalit\u00e4t abstossen. Der gesellschaftliche Machbarkeitswahn des Papiers ist uferlos. Seine ideologisierte B\u00fcrokratensprache ist rigoros und menschenfeindlich. Sie l\u00e4sst an George Orwell denken, der in seinem Buch \u00abFarm der Tiere\u00bb beklemmend und klar beschrieben hat, wie schnell und schleichend totalit\u00e4re Herrschaft entsteht. Die Klima-\u00d6kologisten reden einer Sakralisierung von Politik, Wissenschaft und Naturverst\u00e4ndnis das Wort. Vor dem Pers\u00f6nlichen des Menschen machen sie keinen Halt. Es zielt darauf und will tief in die individuelle Lebensf\u00fchrung eingreifen. So soll Teil der pers\u00f6nlichen Transformation sein, dass sich die Menschen \u00abklimavertr\u00e4glich\u00bb ern\u00e4hren. Ein Kritiker moniert, dass bei der \u00abGrossen Transformation\u00bb die \u00aballm\u00e4hliche Transformation der b\u00fcrgerlichen Demokratie in eine Erziehungsdiktatur\u00bb zu bef\u00fcrchten sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff der Transformation erinnert einerseits an den Maoismus und den Kadersprech des \u00abKommunistischen Bundes Westdeutschland\u00bb (KBW), der den \u00abunterdr\u00fcckten Massen im Kapitalismus\u00bb in den 70er Jahren Mao\u2019s \u00abRote Bibel\u00bb nahebringen wollte. Er passt aber auch zu der unterschwellig esoterischen Befindlichkeit wachsender Teile der Bev\u00f6lkerung. Transformation ist ein Begriff der Esoterik und des New Age-Denkens. Ein zentrales Buch der Esoterik aus den 80er Jahren trug den Titel \u00abThe Aquarian Conspiracy: Personal and Social Transformation in the 1980\u00bb. Marylin Ferguson, die Autorin, k\u00fcndigte eine kommende tiefgreifende gesellschaftliche Transformation an, die durch New Age- Anh\u00e4nger eingeleitet werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Esoteriker ist Transformation mehr als ein pers\u00f6nlicher Vorgang und f\u00fcr den \u00d6kologisten ist Transformation mehr als ein politisches Anliegen. Beiden geht es um ein ganzheitliches oder \u00abholistisches\u00bb Geschehen: Mit dem einzelnen Menschen soll das ganze System verwandelt werden (Esoterik), beziehungsweise: Mit dem ganzen System soll der einzelne Mensch verwandelt werden (Klima-\u00d6kologismus). In beiden F\u00e4llen ist es der Mensch, der sich und die Welt erl\u00f6st. Der Klima-\u00d6kologismus, New Age und Esoterik speisen sich aus denselben Quellen. Der \u00d6ko-Esoteriker und Bestseller- Autor Fritjof Capra, ein Physiker, ist mit seinem \u00abholistischen Ansatz\u00bb sowohl ein Vordenker der Esoterik- wie der \u00d6kologiebewegung. Etliche Formulierungen in dem Klimatext erinnern an esoterische \u00dcberspanntheiten. So etwa, wenn von \u00abplanetarischen Leitplanken\u00bb die Rede ist, die \u00abdurchg\u00e4ngig zu einem handlungsleitenden Motiv der UN\u00bb zu erheben seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn es heisst, es gelte, \u00abdie komplexen Interdependenzen der Weltgesellschaft im Rahmen der planetarischen Grenzen zu verstehen\u00bb, und die Etablierung einer \u00abgerechten Weltordnung \u00bb gefordert wird, dann spiegelt sich darin passgenau die heutige Selbsterl\u00f6sungsbefindlichkeit. Einerseits ist da die Hybris des Anspruchs, die ganze Welt zu retten. Andererseits das antivern\u00fcnftige Wortgeschwurbel esoterischer Seelenf\u00e4ngerei. Die radikalen Forderungen des Textes kommen als ideologisch verquaster Sprachwust daher. Manches mutet an wie schierer Dadaismus. Und doch ist es eine akribisch-systematische Anleitung, wie eine totalit\u00e4re Ideologie Zug um Zug Realit\u00e4t werden soll. W\u00e4ren das die Phantasien eines etwas \u00fcberdrehten Gymnasiasten: Man k\u00f6nnte dar\u00fcber hinwegsehen. Die Forderungen werden aber von einflussreichen Personen erhoben. Die \u00abGrosse Transformation\u00bb wurde im Auftrag der Bundesregierung erstellt. Wenn man sich die dargestellten Umsetzungsstrategien anschaut, wird deutlich, wie vieles l\u00e4ngst in der Praxis angewendet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg der \u00d6kologisten durch die Institutionen erinnert an jenen der Gender- Mainstream-Ideologen. Diesen ist es l\u00e4ngst gelungen, ihr Anliegen in s\u00e4mtliche gesellschaftliche Bereiche zu implementieren: vom Kindergarten \u00fcber die Politik und Verwaltung, Bildung und Medien, Schule, in Wissenschaft und Forschung: alles Gender. Die Gender-Politisierung von Verwaltung, Bildung, Staat und Wirtschaft kostet den Steuerzahler Milliarden. Kaum ein Rathaus ohne Gender-Beauftragte. Dasselbe trifft auf die \u00abDekarbonisierungspolitik \u00bb der \u00abKlimasch\u00fctzer\u00bb zu. Sie belastet die Staatshaushalte und die Wirtschaft schon jetzt mit kaum vorstellbaren Milliardenbetr\u00e4gen. Bis 2030 soll die Grosse Transformation \u00abj\u00e4hrlich bis 1000 Milliarden US-Dollar kosten\u00bb, schreiben die Klimapioniere. Im Zeitraum von 2030 bis 2050 liege der Betrag \u00abnoch deutlich dar\u00fcber\u00bb. Ideologie ist ein teures Vergn\u00fcgen. Ideologische Politik erh\u00f6ht die ohnehin heillos \u00fcberzogene Staatsquote und mindert die Vitalit\u00e4t der Volkswirtschaft. Hemmungsloses Geldausgeben f\u00fcr buchst\u00e4blich Nutzloses kann auch einmal \u00fcber Wohl und Wehe einer Volkswirtschaft entscheiden. Man k\u00f6nnte meinen, es gelte, die moderne Industrie- und Technologiegesellschaft abzuschaffen, indem deren Effizienz so lange untergraben wird, bis das System kollabiert. Dass die Menschen auf Ideologien hereinfallen, kostet Geld. Am teuersten kommt die Gesellschaft die Gottlosigkeit zu stehen. Man stelle sich einmal vor, die Menschen eines Landes orientierten sich ernsthaft an den Zehn Geboten und es gel\u00e4nge ihnen \u2013 halbwegs \u2013 diese zu befolgen. Die Kosten f\u00fcr Soziales, Sicherheit, Bildung, Pr\u00e4vention, Gesundheit, Strafvollzug w\u00fcrden nur noch einen Bruchteil betragen. Gottlosigkeit kostet den Staat ein Verm\u00f6gen. Teurer wird es f\u00fcr den Einzelnen, es kostet ihn: das Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Klima-Manifest konstatiert mit Befriedigung, dass das Anliegen mittlerweile \u00abin der Mitte des gesellschaftlichen Diskurses angekommen\u00bb sei: \u00abViele staatliche Stellen sind mit Klimaschutz und Dekarbonisierung beauftragt \u00bb, es gebe einen \u00abglobalen politischen Konsens\u00bb \u00fcber die zu erwartende rasch erfolgende Erderw\u00e4rmung. Mit Zufriedenheit stellen die Autoren \u00abnahezu weltweit einen Siegeszug klimavertr\u00e4glicher Reformans\u00e4tze\u00bb fest. Es erweise sich als hilfreich, dass \u00abder gestaltende Staat\u00bb den \u00abPionieren des Wandels Freir\u00e4ume \u00f6ffnet und sie aktiv f\u00f6rdert\u00bb. Die Massnahmen werden ebenso wie sie selbst vom Steuerb\u00fcrger bezahlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Transformationsideologie wendet sich gegen den Menschen. Beim christlichen Glauben geht es um das Individuum. Gott sieht den Einzelnen, sieht in sein Herz, will ihm den f\u00fcr ihn guten Weg weisen und ihn zur\u00fcck in seine Gegenwart ziehen. Die Grosse Transformation in eine \u00f6kosozialistische Heilswelt wird dem Menschen nicht n\u00fctzen und der Umwelt schaden. Auch der Weg zu einem guten \u00f6kologischen Handeln ist in der Bibel vorgezeichnet. Bis jetzt endete noch jeder Versuch des Menschen, die Welt zu verbessern, in einem totalit\u00e4ren Fiasko. Die Welt wartet nicht auf das dirigistische Denken einer \u00abGrossen Transformation\u00bb, f\u00fcr welche \u00abKlima\u00bb und \u00abNatur\u00bb die Vehikel sind, um sich machtvoll zu inszenieren. Die Welt, Mensch und Natur warten auf Erl\u00f6sung. Paulus berichtet davon, dass \u00abdie ganze Sch\u00f6pfung seufzt\u00bb. Sie seufzt in ihrer Unerl\u00f6stheit. Noch wissen zu viele Menschen nicht, dass sie dieser Erl\u00f6sung, von der die Bibel spricht, bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Esoterik, und darin ist sie den (\u00f6ko-)politischen Heilslehren gleich, missbraucht die tiefe Erl\u00f6sungssehnsucht des Menschen. Die Menschen wissen insgeheim, dass sie der Erl\u00f6sung bed\u00fcrfen. Dieser gute menschliche Impuls wird missbraucht. Der Mensch, dem es damit ernst ist, die Welt zu verbessern, muss sich von Jesus ins Herz schauen lassen. Er wird keine grosse Lust mehr versp\u00fcren, anderen mit rigiden Gesellschaftsentw\u00fcrfen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Er wird gut damit besch\u00e4ftigt sein, sich von Gottes Geist erneuern zu lassen. Die Welt wird besser, wenn ein Mensch zu Gott umkehrt. Sie wird noch besser, wenn noch ein Mensch umkehrt. Das ist der Beginn einer Grossen Transformation, die mit Aufrichtigkeit, Demut und Gottes Hilfe m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Thomas Lachenmaier, Factum, 06\/2011, S. 11-15 (<a href=\"http:\/\/www.factum-magazin.ch\">www.factum-magazin.ch<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mit freundlicher Genehmigung des Schwengeler Verlages.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Schwengeler Verlag AG, CH-9442 Berneck, <a href=\"mailto:info@schwengeler.ch\">info@schwengeler.ch<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><br \/>\n\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><\/em><br \/>\n\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Farm der Tiere \u2013 mit Biosiegel Der Umweltrat der deutschen Regierung fordert eine \u00abGrosse Transformation\u00bb von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Staat und eine neue Weltordnung sollen das Klima retten. Wer auch immer sich anschickt, in einem globalen Massstab den Menschen Freiheitsrechte zu nehmen und politische Macht auf einer h\u00f6heren Ebene als der von Nationalstaaten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":250,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,27],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7055"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/250"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7055"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7055\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7069,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7055\/revisions\/7069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}