{"id":7005,"date":"2011-09-08T15:18:43","date_gmt":"2011-09-08T13:18:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7005"},"modified":"2011-09-08T15:21:42","modified_gmt":"2011-09-08T13:21:42","slug":"geistliche-ratschlage-fur-gelingende-ehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7005","title":{"rendered":"Geistliche Ratschl\u00e4ge f\u00fcr gelingende Ehen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geistliche Ratschl\u00e4ge f\u00fcr gelingende Ehen<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.\u00a0 Eine herrliche Gewissheit in der Ehe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Es) fehlt vielen die wichtigste St\u00fctze der Geduld und der Liebe, die in der Ehe n\u00f6tig ist, die herrliche Gewissheit n\u00e4mlich, dass Gott, der Herr, mich mit diesem Gatten zusammengef\u00fcgt und gewollt hat, dass ich es so haben soll. Wenn ich nur fest davon \u00fcberzeugt bin, dass Er meine Ehe als von Ihm gestiftet ansieht, dann ist dies das st\u00e4rkste Mittel gegen alle Versuchungen des Teufels zum Missvergn\u00fcgen und zu anderen Abschweifungen von der Liebe, die man seinem Gatten schuldet. Wenn ich nur best\u00e4ndig sehen und festhalten kann, dass mein Gemahl mir von Gott gegeben ist, dass Gott der Herr uns also zusammengef\u00fcgt hat und nun auch will, dass wir uns zueinander halten sollen, dann gibt es keinen kr\u00e4ftigeren Trost in allen Versuchungen innerhalb der Ehe. Das hei\u00dft, in seiner Ehe auf Gott zu sehen. Und das wird schlie\u00dflich notwendig sein, denn so mannigfach und so schwer k\u00f6nnen die Versuchungen werden, wie unglaublich es denen auch erscheinen m\u00f6ge, die noch in der ersten, warmen Eheliebe stehen.<!--more--><\/p>\n<p>Sind sie lebendige Christen, so dass ihre Liebe in der ewigen Lebensquelle wurzelt, dann k\u00f6nnen alle Wunden, die diese Liebe erh\u00e4lt noch immer geheilt werden, denn der Allm\u00e4chtige ist bei Ihnen. Er herrscht \u00fcber alle b\u00f6sen M\u00e4chte. Wo die Eheleute zudem das unwiderstehliche Bed\u00fcrfnis des geistigen Lebens haben, sich t\u00e4glich ihrem Gott zu nahen, muss auch immer alles vor dem Angesicht des Herrn berichtigt und gutgemacht werden. Dieses wird dem Gewissen eine zwingende Notwendigkeit, da ein Missverh\u00e4ltnis mit meinem Gemahl mich auch immer vom Gebetsumgang mit meinem Gott ausschlie\u00dft. Wenn ich z. B. im Vaterunser beten will: \u201eVergib uns unsere Schuld\u201c, dann begegne ich ja auch den Worten \u201egleichwie auch wir vergeben\u201c &#8211; dann muss ich mich zuerst mit meinem Gemahl vers\u00f6hnen, denn sonst antwortet der Herr mir: \u201eGehe zuvor hin und vers\u00f6hne dich mit deinem Gatten; lass die Sonne nicht \u00fcber deinem Zorn untergehen\u201c. F\u00fcrwahr &#8211; eine ernste Mahnung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diese Weise muss gewiss alles gut werden, wenn die Eheleute lebendige Christen sind. Freilich geht es nicht ohne einen schweren Kampf, wenn die rechten Versuchungen kommen. Denn wir d\u00fcrfen nicht vergessen, welch eine schreckliche Verfolgung des Feindes diejenigen erleiden m\u00fcssen, die aus seinem Reiche ausgetreten sind und zum Himmel wandern. W\u00e4hrend die Ungl\u00e4ubigen \u201edie H\u00e4user sind, die der Starke mit Frieden bewahrt\u201c, so wendet er dagegen seine ganze Macht f\u00fcr die Anfechtung der Gl\u00e4ubigen an. Und in der Ehe hat er doppelt so viele Punkte anzugreifen wie bei einem einzelnen Menschen. Darum ist die Ehe der Christen so vielen Versuchungen ausgesetzt, dass sie bei allen Hilfsmitteln des Christentums zuweilen nahe daran sind, alles zerst\u00f6rt zu sehen und sich nur noch den Tod zu w\u00fcnschen. Wir wollen hierbei nur auf einige allgemeine Versuchungen aufmerksam machen. In der ersten gl\u00fccklichen Zeit der Eheliebe erh\u00e4lt man gew\u00f6hnlich ganz unbemerkt die Vorstellung, dass der Gatte ganz vortrefflich und ohne jeden Fehler sei, &#8211; und dass dies die Bedingung f\u00fcr das Gl\u00fcck in der Ehe sei. Nach einiger Zeit tritt aber bei dem einen Gatten irgendeine angeborene Unart an den Tag, die nie getilgt werden kann, und die dem anderen Teil, der vielleicht zugleich sehr unduldsam, ungeduldig und von reizbarer Laune ist, sehr zuwider und gegen sein Empfinden ist. Nun kommt Gottes Wort dazu und fordert, dass du den widrigen Fehler deines Gemahls nicht nur ertragen, sondern auch mit Liebe und Milde, mit herzlicher Lust und innigem Wohlwollen mit ihm umgehen sollst, &#8211; und das nicht nur einen Monat oder ein Jahr lang, sondern dein ganzes Leben hindurch. Wenn nun dieser aufreizende Fehler durch das best\u00e4ndige Sichwiederholen jene Stelle in der Geduld des anderen Teils gleichsam wundreibt &#8211; ach, welch ein schmerzlicher, innerer Streit, welch ein unendlicher Herzenskampf kann daraus entstehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das ist noch eine menschliche Versuchung. Viel schwerere Anfechtungen k\u00f6nnen eintreten, so z. B. wenn der Teufel zu gleicher Zeit dem einen der Ehegatten eine andere Person vorspiegelt, die viel liebensw\u00fcrdiger zu sein scheint, und zu der er dann eine solche Liebe im Herzen anz\u00fcndet, die geeignet ist, die Liebe zum eigenen Gatten auszul\u00f6schen. Neben der Art der alten Natur, dessen, was man hat, \u00fcberdr\u00fcssig zu werden und etwas anderes zu begehren, ist der Teufel nun besch\u00e4ftigt, lauter \u00d6l auf das fremde Feuer zu gie\u00dfen, w\u00e4hrend er best\u00e4ndig eiskaltes Wasser \u00fcber die Liebe zum Gatten sch\u00fcttet und hier alles schwarz malt. &#8211; Das ist wahrlich eine teuflische Anfechtung! &#8211; Einem anderen fl\u00f6\u00dft er zu der Liebe des Gemahls gro\u00dfen Argwohn ein, was teils durch eine gegebene Veranlassung, teils aber auch ohne eine solche geschieht. Denn dem Teufel ist letzteres ebenso leicht, zumal in den Versuchungszeiten die Augen so geblendet werden, dass man darauf schw\u00f6ren k\u00f6nnte, recht gesehen zu haben. &#8211; Bedenke, wenn dies nun vorf\u00e4llt bei Eheleuten von zarter, christlicher Gesinnung, bei denen auch das geringste \u00dcbel vom Wort und vom Geist bestraft wird, und wenn der Teufel seine feurigen Pfeile hinzulegt &#8211; welch eine h\u00f6llische Anfechtung, welch eine unbeschreibliche Herzensnot entsteht da. &#8211; Das wusste jener alte Lehrer, welcher sagte: \u201eDer Christ, der viel St\u00e4rke und Mut besitzt und nicht wei\u00df, was Herzensnot, Anfechtung und Schw\u00e4che bedeutet, der begebe sich nur in den Ehestand, so wird er es wohl lernen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn viele unerfahrene Menschen dies w\u00fcssten, w\u00fcrden sie sich wahrlich nicht so leichtsinnig und eigenwillig etwas Gewisses in dieser Beziehung w\u00fcnschen, sondern mit mehr Wahrheit und Ernst, als es gew\u00f6hnlich geschieht, zu dem Gott ihres Lebens rufen: \u201eVater, ich will nichts, sei Du mir nur gn\u00e4dig und gib mir nur, was Dir gef\u00e4llt!\u201c Aber viele, die sich in dieser Frage obiger Worte bedienen, heucheln und l\u00fcgen auf ihre Seele, wenn sie doch fortfahren, eigene W\u00fcnsche zu hegen, so dass Gott sie darum strafen muss. Die vielen ungl\u00fccklichen Ehen, das unerh\u00f6rte Leiden, das man vor allem in der Ehe findet, &#8211; und dies ist ein Leiden f\u00fcrs ganze Leben, woran doch kein Mensch beim Eintritt in die Ehe denkt, &#8211; alles das sollte dich doch bedenken lehren, dass wir hier auf den Herrn achten m\u00fcssen. Diese wichtige Lebensfrage muss in der Hand Gottes stehen: Wenn Gott dich f\u00fcr die Ehe bestimmt hat, kommst du in dieselbe, auch wenn du nie daran gedacht hast, &#8211; wenn Er dich nicht f\u00fcr die Ehe bestimmt hat, sondern einen anderen Ruf f\u00fcr dich hat, ist es am besten f\u00fcr dich, und wenn der Herr Dir einen Gatten gibt, ist es gut f\u00fcr dich; wie es dir jetzt auch scheinen mag. Soll aber nicht Er, sondern sollst du w\u00e4hlen, so muss es immer ungl\u00fccklich oder wenigstens zur Z\u00fcchtigung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist erforderlich, an die N\u00e4he und F\u00fcrsorge Gottes zu glauben. Glaubst du wirklich, dass es einen Gott gibt, der hier unten auf der Erde regiert und alles, was Er will, tun kann? Darauf beruht dein Friede und deine Lebensweisheit. Hebe deine Augen auf und schaue um dich her! Wer hat die Sterne geschaffen? Wer hat dich und alle Menschen erschaffen?! Wer hat diese B\u00e4ume und Tiere erschaffen? Wer pflegt alle V\u00f6gel und gibt ihnen ihr Futter? Glaubst du nicht, was Christus Matth\u00e4us 6, 26-34 davon sagt, so glaube auch nicht ein einziges Wort aus seinem Munde. So wahr Christus Gott und die ewige Wahrheit ist, so wahr ist es auch, dass Gott der Herr so genau und treu f\u00fcr ein jedes Wesen auf Erden sorgt, dass nicht einmal ein Vogel auf die Erde f\u00e4llt ohne Seinen Willen, dass Er auch \u201eunsere Haare auf dem Haupte gez\u00e4hlt\u201c und \u201ealle unsere Tage in sein Buch geschrieben hat, da derselben noch keiner da war.\u201c Hat Er aber f\u00fcr unsere kleinsten Angelegenheiten gesorgt, sollte Er dann nicht f\u00fcr etwas so Wichtiges, wie dein ganzer Weg durch das Leben ist, gesorgt haben? Ganz besonders lehrt die Schrift von diesem Punkt, nicht nur, dass Gott Eva f\u00fcr Adam schuf und sie zu ihm brachte sondern auch: Haus und G\u00fcter erbet man. von Eltern aber eine vern\u00fcnftige Frau kommt vom Herrn.\u201c Du sagst: \u201eGewiss glaube ich an die F\u00fcrsorge Gottes, aber so und so schlecht geht es mir.\u201c Das hei\u00dft nicht an die F\u00fcrsorge Gottes zu glauben. Glaubtest du recht daran, so w\u00fcrdest du keine Klagen f\u00fchren und nicht sorgen\u201c, sondern in voller Bedeutung sagen: \u201eMein g\u00fctiger und m\u00e4chtiger Vater sorgt f\u00fcr alles, was mich betrifft\u201c, und dann w\u00fcrdest du als ein unm\u00fcndiges Kind nur jeden Tag das &#8218;Werk deines Berufes besorgen und wissen, dass du notwendig das, was Gott f\u00fcr dich bestimmt hat, erhalten musst, so wahr Christus nicht l\u00fcgen kann, der gesagt hat: \u201eAuch eure Haare auf dem Haupte sind alle gez\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein \u00e4lterer Christ hat einmal gesagt: Wenn die Vernunft und der freie Wille in rein weltlichen Dingen helfen, wie z. B. ein Haus zu bauen, zu pflanzen, zu pfl\u00fcgen, so wei\u00df ich hingegen zwei wichtige Dinge auf Erden, bei denen sie nichts verschlagen, n\u00e4mlich bei der Neugeburt und bei einer gl\u00fccklichen Ehe.\u201c Ja, wahrlich, bei diesen Werken werden die Vernunft und der freie Wille zuschanden. Denn hier wird der arme Mensch von gewaltigen St\u00fcrmen wie ein Span auf dem Meere hin und her geworfen. Hier werden das Auge und die Vernunft blind, &#8211; nicht nur so, wie man von der Liebe sagt, dass sie \u201eblind macht und ebensoleicht auf einen Friesrock wie auf einen Purpurmantel falle\u201c, sondern auch darin, dass, selbst wenn ich die klarste Besinnung bei der Wahl der Person habe, ich ja nicht sehe, was morgen mit ihr geschehen kann, &#8211; ein Engel kann zu einem Teufel, ein J\u00fcnger Jesu zu einem Judas, Gesundheit zu best\u00e4ndiger Krankheit, der klarste Verstand in Wahnsinn verwandelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist ein Punkt, der doch m\u00e4chtig genug sein sollte, viele unruhige und selbstwirkende Gem\u00fcter zu z\u00fcgeln und sie in stillem Gebet vor die F\u00fc\u00dfe des allm\u00e4chtigen Vaters zu werfen. Wenn du Ihm n\u00e4mlich nicht untergeben in allem auf die Finger sehen willst, vor allem, wenn es eine Gabe f\u00fcr das ganze .Leben betrifft, so gehe dann, tue, was dich gel\u00fcstet; aber wisse, dass Gott Dich auf tausend Weisen finden und dein berechnetes Paradies zu einer H\u00f6lle machen kann. Bist Du hingegen aufrichtig, so dass du nur auf den Willen deines himmlischen Vaters wartest, so wird er auf die z\u00e4rtlichste Weise f\u00fcr dich sorgen und dir nur zusenden, was zu deinem Besten ist. Aber dann kann es wohl geschehen, dass Er deinen Glauben und deine Ergebenheit so pr\u00fcfen wird, dass dein alter Mensch sich dar\u00fcber wundern wird, ob Er dich nicht ganz vergessen hat, wenn Er z. B. unausgesetzt alles den W\u00fcnschen deines nat\u00fcrlichen Herzens zuwidergehen l\u00e4sst. Aber einmal wird Er nach einer finsteren Nacht der Angst Seine Weisheit und die Gedanken Seiner Treue offenbaren und zu dir sprechen: \u201eDurch diesen Weg deiner Pr\u00fcfungen habe Ich dich vor einem viel schwereren Weg durch das Leben verschonen wollen. Leidest du mit Meiner Gnade\u201c, dann tr\u00e4gst du reiche Frucht davon (Hebr\u00e4er 12, 11; 2. Korinther 4, 17); \u201eIch z\u00e4hle deine Tr\u00e4nen und fasse sie in Meinen Sack und gedenke des Guten, das Ich dir tun will.\u201c Ja wahrlich: zum Schluss wirst du sehen, dass das Bitterste, wor\u00fcber du hast jammern m\u00fcssen, eine besondere Gnade und Treue Gottes gegen dich gewesen ist, so dass du dieselbe in Zeit und Ewigkeit nicht genug preisen kannst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die wichtigsten Bedingungen f\u00fcr das Gl\u00fcck in der Ehe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war das erste und wichtigste f\u00fcr eine gl\u00fcckliche Ehe, dass man n\u00e4mlich nur auf seinen himmlischen Vater sieht und sich Seine gn\u00e4dige Leitung erbittet. Aber schon das setzt einen christlichen Sinn und ein aufrichtiges Achtgeben auf alle Worte Gottes voraus. Und das ist in Wahrheit das wesentlichste, um gl\u00fccklich alle Pr\u00fcfungen und Versuchungen, die der Ehe angeh\u00f6ren, durchzumachen. Wie gesagt, dieser Stand f\u00fchrt merkw\u00fcrdige Versuchungen mit sich; aber ein lebendiger Christ hat auch den Zugang zu unendlichen Kr\u00e4ften, n\u00e4mlich zu \u201eder Macht der St\u00e4rke Gottes.\u201c Was sonst der blo\u00dfen Natur zu \u00fcberwinden unm\u00f6glich ist, dazu hat ein Christ zuerst Gott selbst, danach alle Kr\u00e4fte und Mittel der Gnade, an die er sich wenden kann. Beachte hier: Die Ehe zwischen zwei lebendigen Christen hat das ganze Gnadenreich Gottes zu Hilfe: Das Wort, das Gebet,. das Sakrament, die Labungen des Heiligen Geistes, die Kraft des Allm\u00e4chtigen. In der Ehe wird man zu sp\u00fcren bekommen, dass \u201edie Gottseligkeit zu allen Dingen n\u00fctzlich ist, beides, f\u00fcr dieses und f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Leben.\u201c Und hiermit haben wir nun die Hauptbedingung f\u00fcr eine anhaltende Gl\u00fcckseligkeit in der Ehe genannt, n\u00e4mlich eine wahre, lebendige Gottseligkeit, ein g\u00f6ttliches Leben im Herzen, das nicht ohne Christus und die t\u00e4gliche Nahrung bei dem Gnadenstuhle leben kann. Dann wird alles gut, dann wird das ganze Leben geheiligt, dann muss alles nach dem Worte Gottes berichtigt werden, und das B\u00f6se und Betr\u00fcbende selbst muss zu unserem Besten dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dieser wahren Gottesfurcht muss vornehmlichst geh\u00f6ren, dass Gott, Gottes Wille und Wohlgefallen als die h\u00f6chste, liebste und entscheidende Richtschnur vor der Seele steht. Aber welch ein wesentliches Mittel gegen alle Versuchungen innerhalb der Seele von Seiten des Teufels und des Fleisches ist es doch, dass ich auf Gott den Herrn sehe, mein Gemahl im Lichte des Wortes Gottes und Seines Willens betrachte und sage: \u201eDiese Frau hat Gott mir gegeben; aus allen Menschen auf Erden hat Er diese f\u00fcr mich aus- gesondert; und was Er mir gegeben hat, ist gerade dadurch das Allerkostbarste. Von der Kraft dieses Mittels gegen die Versuchung hat Luther in folgender Weise geredet: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Ursache des Ehebruchs ist, dass man nicht Gottes Wort ansieht an seinem Gemahl, als das Gott ihm gibt, sondern dieweil die Augen aufsperrt, wo man eine andere sieht; so hanget denn bald, das Herz den Augen nach, dass auch die Lust und Begierde dazuschl\u00e4gt, die ich allein zu meiner Frau haben sollte. So ist Fleisch und Blut ohne das vorwitzig, dass es des bald \u00fcberdr\u00fcssig wird und nicht mag, was es hat, gafft immer nach einer anderen und bl\u00e4st der Teufel zu, dass man an seinem Gemahl nichts sieht, denn was gebrechlich ist, und aus den Augen setzt, was gut und l\u00f6blich ist. Daher kommt es denn, dass eine jegliche sch\u00f6ner und besser ist in meinen Augen als die meine, ja mancher, der eine recht sch\u00f6ne fromme Frau hat, l\u00e4sst sich so blenden, dass er ihr gram wird und sich an einen scheu\u00dflichen, sch\u00e4ndlichen Balg h\u00e4nget.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDarum w\u00e4re es die rechte Kunst und st\u00e4rkste Wehre dawider, wenn ein jeglicher lernte sein Gemahl recht ansehen nach Gottes Wort, welches ist der teuerste Schatz und sch\u00f6nste Schmuck, so man an einem Mann oder einer Frau finden kann, und sich darinnen spiegele, so w\u00fcrde er seinen Gemahl wohl lieb und wert halten als ein g\u00f6ttliches Geschenk und Kleinod, und so denken, wenn er eine andere s\u00e4he, ob sie gleich sch\u00f6ner w\u00e4re als seine: Ist sie sch\u00f6n, ist sie doch nicht allzu sch\u00f6n, und wenn sie die allersch\u00f6nste auf\u00a0Erden w\u00e4re, so habe ich doch daheim einen viel sch\u00f6neren Schmuck an meinem Gemahl, so mir Gott gegeben und mit Seinem Worte gezieret hat vor allen anderen, ob sie auch gleich von Leibe nicht sch\u00f6n oder sonst gebrechlich w\u00e4re. Denn wenn ich alle Frauen in der Welt ansehe, so finde ich keine von der ich r\u00fchmen k\u00f6nnte, wie ich von meiner mit fr\u00f6hlichem Gewissen sagen kann: Diese hat mir Gott selbst geschenkt und in die Arme gegeben, und ich wei\u00df, dass Ihm samt allen Engeln herzlich wohlgef\u00e4llt, wenn ich mit Liebe und Treue zu ihr halte. Warum wollte ich denn solch k\u00f6stlich g\u00f6ttlich Geschenk verachten und mich an eine andere h\u00e4ngen, da ich solchen Schatz und Schmuck nicht finde? \u201eO, welch eine feine Kunst w\u00e4re das, seine Gattin so in dem Glanz des Willens und Wohlgefallens der g\u00f6ttlichen Majest\u00e4t zu schauen, sie als ein Geschenk und eine Gabe des himmlischen Vaters zu betrachten! Einem gottesf\u00fcrchtigen Herzen kann kein kr\u00e4ftigeres Mittel gegeben werden, die rechte Liebe und Achtung vor seinem Gemahl anzuz\u00fcnden und zu erhalten. Und von dieser Liebe, dieser gegenseitigen Achtung und diesem gegenseitigen Vertrauen h\u00e4ngt die Gl\u00fcckseligkeit der Ehe ab. Wird nur die Liebe warm erhalten, dann ist alles lieblich und leicht, dann ist gegenseitiger Beistand und Trost, h\u00e4usliches Wohlergehen, Treue und Segen vorhanden; denn die Liebe deckt alle \u00dcbertretungen und allen Mangel zu. Verschwindet aber die Liebe, dann herrscht sofort alles \u00dcble in der Ehe, Qual, Unfriede, Zank, Unheimlichkeit, H\u00f6lle und Fluch. Darum m\u00fcssen wir eine besondere F\u00fcrsorge f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Liebe hegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach, wenn alle diejenigen, die sich in den Ehestand begeben wollen, dies bed\u00e4chten, dass das Gl\u00fcck der Ehe von der Liebe abh\u00e4ngt, so w\u00fcrden sie in der Beziehung nicht so gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig handeln und auf so viele \u00e4u\u00dferliche Dinge wie Reichtum, Stand, Sch\u00f6nheit mit mehreren verg\u00e4nglichen Umst\u00e4nden, sondern stattdessen auf die rechte Liebe und ihre dauerhafteren Gr\u00fcnde sehen. Von dem geistlichen Grund derselben haben wir oben geredet; wir wollen jetzt einige Worte von der wahren Eheliebe reden. Diese muss notwendig in dem inneren Wesen des Menschen ihren Grund haben! Die rechte Liebe in der Ehe besteht in etwas, was wir ein inneres F\u00fcreinandergeschaffensein nennen wollen, das ist ein gewisses Etwas, was unwillk\u00fcrlich den einen Menschen zu dem anderen zieht und , oft beim ersten Zusammentreffen, ein merkw\u00fcrdiges Vertrauen einfl\u00f6\u00dft, das bald zu einer gegenseitigen Vertraulichkeit \u00fcbergeht, zu der deutlich ein durch die Hand des Sch\u00f6pfers niedergelegter Grund in beider Herzen liegt. Es entsteht so eine Bestimmte Liebe\u00a0zu der Person selbst, mit deren ganzen Wesen, wenigstens ihrem Inneren, ihrem Verstand, ihrem Herzen und ihrer Denkweise man so zusammenschmilzt, dass man sich von keinem anderen Menschen so eingenommen f\u00fchlt. Auch davon hat Luther geredet; er sagt: \u201eDie wahre eheliche Liebe ist ein brennendes Feuer und sucht nichts anderes als die Person selbst, sprechend: Ich will nicht das Deine, sondern dich haben; ich frage weder nach Gold oder Silber, sondern ich will dich selbst, dich ganz und gar, oder auch gar nichts.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Liebe meint auch der Herr, wenn Er deine Frau \u201edeiner Augen Lust\u201c nennt (Hesekiel 24, 16). Die wahre Eheliebe, als ein blo\u00dfes Werk der Natur, kann auch, wie Dr. Spener bemerkt, zwischen weltlichen Eheleuten stattfinden. Reden wir aber von lebendigen Christen, dann verstehen wir nichts anderes, als dass zu der genannten Zusammenschmelzung im Innern, in Gesinnung und Denkweise auch die Gleichheit geh\u00f6ren muss, dass der- selbe Geist in ihnen wohnt. \u201eDenn wie stimmt Christus mit Belial? Was hat der Tempel Gottes f\u00fcr Gleichheit mit den G\u00f6tzen?\u201c (2. Korinther 6, 15-16). Wir begreifen darum nicht, wie es zugeht, dass man mit ungleichem Geist im Herzen das innere Zusammenschmelzen erfahren kann, was eine so wesentliche Bedingung f\u00fcr eine wahre christliche Ehe ist. Aber es geschieht vieles, was wir nicht recht verstehen. Und wir sehen doch mit den Augen, dass Gott, wenn auch nicht alles recht zugeht, dennoch Seinen Kindern nicht Seine ganze Gnade entzieht, sondern dass Er nach gewaltigen St\u00fcrmen auch das B\u00f6se zu einem guten Ausgang f\u00fchren kann. Denen, die Gott lieben, m\u00fcssen alle Dinge zum Besten dienen! Auch in Babel war Gott bei Seinem Volk und tat ihnen Gutes, denn \u201eEr z\u00fcrnt nicht ewiglich\u201c. Auch als sie gegen Seinen Willen K\u00f6nige begehrten und erhielten, zog Er Seine Hand nicht von ihnen ab. Sieh auch Psalm 107, 10-20! Aber \u201ewachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Liebe muss gegenseitig sein. Das liegt in der Natur der Sache und ist das letzte und entscheidende Zeichen der Liebe, die von Gott eingegeben ist. Das hei\u00dft: Hast Du auch eine noch so starke Liebe zu einem Menschen in deinem Herzen, wird sie aber nicht erwidert, so hast du darin einen Beweis daf\u00fcr, dass deine Liebe von keiner h\u00f6heren Bedeutung gewesen ist, sondern nur eine Pr\u00fcfung deines Herzens war.<\/p>\n<p><em>Magister Carl Olaf Rosenius, &#8222;Geheimnisse im Gesetz und Evangelium I\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Carl Olof Rosenius (geb. am 3. Febr. 1816 in Nys\u00e4tra; gest. am 24. Febr. 1868 in Stockholm) war eine f\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeit der schwedischen Erweckungsbewegung des 19. Jahrhundert.<\/em>\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.glaubensstimme.de\">www.glaubensstimme.de<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geistliche Ratschl\u00e4ge f\u00fcr gelingende Ehen 1.\u00a0 Eine herrliche Gewissheit in der Ehe (Es) fehlt vielen die wichtigste St\u00fctze der Geduld und der Liebe, die in der Ehe n\u00f6tig ist, die herrliche Gewissheit n\u00e4mlich, dass Gott, der Herr, mich mit diesem Gatten zusammengef\u00fcgt und gewollt hat, dass ich es so haben soll. 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