{"id":6740,"date":"2011-07-05T12:29:52","date_gmt":"2011-07-05T10:29:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6740"},"modified":"2011-07-08T10:58:04","modified_gmt":"2011-07-08T08:58:04","slug":"zeit-und-ewigkeit-eine-untersuchung-aus-physikalischer-und-biblischer-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6740","title":{"rendered":"Zeit und Ewigkeit &#8211; Eine Untersuchung aus physikalischer und biblischer Sicht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zeit und Ewigkeit &#8211; <\/strong><strong>Eine Untersuchung aus physikalischer und biblischer Sicht <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Physikalisch gesehen ist das Ph\u00e4nomen Zeit heute gut verstanden. Denkt man \u00fcber die Zeit des Menschen nach, so tun sich viele Fragen auf. Mit Hilfe eines neuartigen Zugangs wird versucht, diese Herausforderung zu l\u00f6sen. Unerwarteterweise gibt es eine strenge Analogie zwischen <em>Information<\/em> und <em>Zeit<\/em>, die sich biblisch begr\u00fcnden l\u00e4sst.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber das Ph\u00e4nomen Zeit haben Menschen aus den unterschiedlichsten Jahrhunderten nachgedacht. Zwei Zitate seien hier stellvertretend genannt. <em>Augustinus<\/em> (354-430) sagte hierzu: \u201eWas ist Zeit? Wenn mich jemand fragt, wei\u00df ich es. Will ich es einem Fragenden erkl\u00e4ren, so wei\u00df ich es nicht.\u201c 1\u00a0\u00bd Jahrtausende sp\u00e4ter konnte der englische Philosoph und Mathematiker <em>Alfred North Whitehead<\/em> (1861-1947) der Verwirrung des <em>Augustinus<\/em> nur seine eigene Frustration hinzuf\u00fcgen: \u201eEs ist unm\u00f6glich, \u00fcber die Zeit nachzudenken, &#8230; ohne von der Empfindung der Begrenztheit menschlicher Intelligenz \u00fcberw\u00e4ltigt zu werden.\u201c Warum ist etwas so Grundlegendes wie Zeit so wenig verstehbar und so schwer zu erkl\u00e4ren? Obwohl diese Aussagen nicht gerade sehr ermutigend klingen, wollen wir uns dennoch mit dieser Thematik besch\u00e4ftigen. Wir nehmen die Herausforderung an, weil wir versuchen werden durch einen neuartigen Zugang zum Ziel zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die Zeit\u00a0&#8211;<\/strong><strong> eine physikalische Gr\u00f6\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Physikalisch geh\u00f6rt die Zeit zu einem Basissystem von sieben hinsichtlich ihrer Dimension unabh\u00e4ngigen Grundgr\u00f6\u00dfen: L\u00e4nge (m), Masse (kg), Stromst\u00e4rke (A), Temperatur (K), Stoffmenge (mol), Lichtst\u00e4rke (cd) und <em>Zeit<\/em> (s). F\u00fcr diese Basiseinheiten gibt es eine eindeutige physikalische Definition. Alle uns bekannten (oder evtl. noch zu kre\u00eferenden) Einheiten, die im Zusammenhang mit der Materie stehen, sind von diesen Basiseinheiten abgeleitet. Immer, wenn die sich ergebende Einheit zu unhandlich oder zu unanschaulich wird, gibt man ihr einen neuen Namen, der meistens von einem international bekannten Physiker stammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel: Wegen der Beziehung Kraft = Masse \u00b4 Beschleunigung (<em>F = m\u00b7b<\/em>) folgt f\u00fcr die Einheit der Kraft 1\u00a0kg\u00b7m\/s2. Die neue Einheit der Kraft ist nach dem englischen Physiker <em>Isaak Newton<\/em> (1643-1727) benannt, der als der Begr\u00fcnder der klassischen theoretischen Physik anzusehen ist: 1 N (= 1 Newton) = 1 kgm\/s2.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die physikalische Einheit der Zeit ist die <em>Sekunde<\/em>. Fr\u00fcher wurde sie als der 86\u00a0400ste Teil eines <em>mittleren Sonnentages<\/em> festgelegt. Diese Definition reicht f\u00fcr die heutigen Anforderungen l\u00e4ngst nicht mehr aus. Seit 1967 gibt es eine neue Definition f\u00fcr die Sekunde. Auf der <em>\u201e13.\u00a0Generalkonferenz f\u00fcr Ma\u00df und Gewicht\u201c<\/em> von 1967 wurde international beschlossen, was hinfort eine Sekunde sein soll. Eine Sekunde ist danach als das<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 9\u00a0Milliarden 192\u00a0Millionen 631\u00a0Tausend 770fache der Periodendauer<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">einer charakteristischen Schwingung im Caesium-Atom (genauer: das Nuklid <sup>133<\/sup>Cs) definiert und wird mit Hilfe von Caesium-Atomuhren realisiert. In der <em>Physikalisch-Technischen Bundesanstalt<\/em> in Braunschweig stehen zwei der <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6745\" title=\"Bild 1_Caesium-Atomuhr CS2\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild-1_Caesium-Atomuhr-CS21-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>genauesten Atomuhren auf der Basis des Caesium-Atoms. Diese Uhren CS1 und CS2 geh\u00f6ren bez\u00fcglich ihrer Pr\u00e4zision zur Weltspitze. CS2 (siehe <em>Bild<\/em>) ist seit 1985 in Betrieb und hat eine so hohe Ganggenauigkeit, dass sie rein rechnerisch in 2\u00a0Millionen Jahren\u00a0\u00be\u00a0wenn es sie dann noch auf der Erde g\u00e4be und die Erde noch existierte \u00be nur 1 Sekunde Abweichung von der idealen Uhr h\u00e4tte. Das entspricht einer relativen Unsicherheit von nur 1,5\u00d710-14. Die Ermittlung der Ganggenauigkeit geschieht durch rechnerische Absch\u00e4tzung des Einflusses aller beteiligten Parameter der Uhr CS2. Die Zeit ist jene physikalische Gr\u00f6\u00dfe, die mit der h\u00f6chsten Messgenauigkeit ermittelt werden kann. Braucht man nun diese hohe Pr\u00e4zision?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das soll anhand der <em>Navigation<\/em> auf der Erdoberfl\u00e4che verdeutlicht werden. Heute gelingt es, aufgrund der genauen Zeitmessung, die Position von Schiffen auf den Ozeanen oder von Forschern in den W\u00fcsten metergenau anzugeben. Dies geschieht mit dem \u201eGlobal Positioning System\u201c (GPS). 24 k\u00fcnstliche Erdsatelliten umkreisen die Erde. Je vier bewegen sich gemeinsam auf einer der sechs Umlaufbahnen und funken ihre Signale zur Erde. An Bord eines jeden Satelliten befinden sich vier Atomuhren. Aus der sehr genau, auf wenige Nanosekunden, messbaren Laufzeitdifferenz der Signale mehrerer Satelliten wird der geographische Ort dann rechnerisch ermittelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>kleinste Zeitspanne<\/em>, die die Physiker je messen konnten, ist die Lebensdauer bestimmter seltener Elementarteilchen. Von Atomkernen des Isotops Helium 5He\u00a0&#8211;\u00a0sie sind f\u00fcnfmal so schwer wie der Kern des Wasserstoffatoms\u00a0&#8211;\u00a0zerf\u00e4llt die H\u00e4lfte aller Atome in der unvorstellbar kurzen Zeit von 2\u00d710-21\u00a0s. Fragen wir nach der <em>l\u00e4ngsten Zeitspanne<\/em>, so ist es diejenige Zeit, die seit der Erschaffung dieser Welt vergangen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Physik haben die verschiedenen reproduzierbaren Vorg\u00e4nge eine unterschiedliche Dauer. Man spricht von der <em>Schwingungsdauer<\/em> <em>T<\/em> oder von der <em>Zeitkonstante<\/em> <em>T<\/em>. Einige Beispiele seien hier genannt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Periodendauer <em>T<\/em> eines 440-Hz-Tones (= Kammerton a):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 T<\/em> = 1\/f = 0,00227 s \u00bb 2\u00a0\u00bc\u00a0Tausendstel Sekunden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wellenl\u00e4ngen des sichtbaren Lichtes liegen zwischen 380 und 780 nm (1 nm = 10-9\u00a0m = 1 Milliardstel Meter). Bei gr\u00fcnem Licht von 540 nm betr\u00e4gt die Periodendauer:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 T<\/em> = 1\/<em>f<\/em> = l\/n = 540 nm\/299 792 458 m\/s = 1,8\u00b710-15\u00a0s<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 T<\/em> \u00bb 2 Billiardstel Sekunden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwingungsdauer eines Pendels mit<em> L<\/em> = 20 m Fadenl\u00e4nge:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 T<\/em> = 2\u00d7p\u00d7WURZEL(<em> L<\/em>\/<em>g<\/em>) = 8,973 s \u00bb 9 Sekunden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erg\u00e4nzend w\u00e4ren noch zwei wesentliche Aspekte der physikalischen Zeit zu nennen, n\u00e4mlich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.<\/strong> <em>die Relativit\u00e4t der Zeit in Abh\u00e4ngigkeit von der Geschwindigkeit<\/em>. Dies ist in Betracht zu ziehen, wenn Gr\u00f6\u00dfenordnungen im Spiel sind, die gegen\u00fcber der Lichtgeschwindigkeit nicht mehr zu vernachl\u00e4ssigen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.<\/strong> <em>die Richtung des Zeitpfeils<\/em>. Da nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik in einem abgeschlossenen System die Entropie niemals abnehmen kann, ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz f\u00fcr die Richtung des Zeitpfeils.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Platzgr\u00fcnden wird hier auf die Er\u00f6rterung dieser beiden Aspekte verzichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Zeit aus physikalischer Sicht ist, wissen wir recht gut. Die Messgenauigkeit der Zeit wird st\u00e4ndig verbessert. Auch die physikalischen Eigenschaften der Zeit d\u00fcrften weitgehend bekannt sein. Der Physik-Nobelpreistr\u00e4ger <em>Richard P. Feynman<\/em> sagte, dass die Zeit der Entdeckungen auf diesem Gebiet vorbei ist [1]: \u201eUnsere Epoche ist das Zeitalter der Entdeckung der fundamentalen Naturgesetze\u00a0&#8211; eine aufregende, eine wunderbare Zeit, die aber nicht wiederkehren wird.\u201c Zeit aber ist mehr als Physik! Jenseits dieses Horizontes gibt es aber noch manches zu entdecken. Im Folgenden wollen wir uns ein st\u00fcckweit auf diese Entdeckungsreise begeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Die Zeit\u00a0&#8211;<\/strong><strong> eine anthropologische Gr\u00f6\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem Zitat des Begr\u00fcnders der Wellenmechanik und des Nobelpreistr\u00e4gers f\u00fcr Physik <em>Erwin Schr\u00f6dinger<\/em> (1887-1961) wollen wir uns hinf\u00fchren lassen zu einem Aspekt der Zeit, der \u00fcber die Physik hinausgeht. Zeit geht uns Menschen als Person an. <em>Schr\u00f6dinger<\/em> sagte: \u201eDenn die Zeit ist wahrlich unser gestrengester Herr, indem sie &#8230; das Dasein eines jeden von uns in enge Grenzen zw\u00e4ngt\u00a0&#8211; 70 bis 80 Jahre, wie im Psalm 90 zu lesen ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo finden wir die beste Wirklichkeitsdeutung der Zeit f\u00fcr unser Leben? Neben verschiedenen anderen unzutreffenden Auffassungen lehrten die griechischen Philosophen, dass die Zeit und ihre Ereignisse sich wie ein gro\u00dfes Rad drehen und wiederkehrenden Charakter haben. Ein Physikbuch hat einen anderen Ansatz. Philosophie und Psychologie k\u00f6nnen zwar manchen n\u00fctzlichen Gedanken beitragen, aber sie greifen zu kurz, um uns eine letzte und verbindliche Antwort zu geben. Niemand kann uns das wirkliche Wesen der Zeit hinreichend beschreiben. Wollen wir Tiefgr\u00fcndigeres und bleibend G\u00fcltiges erfahren, so m\u00fcssen wir den befragen, der die Zeit gemacht hat. Viele Autoren sind sich darin einig, dass es Zeit nicht schon immer gab. Zeit gibt es erst seit der Sch\u00f6pfung der Welt. Mit dem Raum und der Materie wurde auch die Zeit erschaffen. Konsequenterweise m\u00fcssen wir uns an den Sch\u00f6pfer wenden, wenn wir mehr erfahren wollen als mit physikalischen Messger\u00e4ten ermittelbar ist. In seinem Buch, der Bibel, hat er uns ausgiebig dar\u00fcber informiert. Aus der Bibel entnehmen wir, dass es keinen ewigen Kreislauf der Dinge gibt, sondern die uns zur Verf\u00fcgung stehende Zeit ist <em>einmalig<\/em>, sie hat einen Anfang und auch ein Ende. In einem der \u00e4ltesten B\u00fccher der Bibel\u00a0&#8211; im Buch Hiob\u00a0&#8211; steht, dass die Zeit ein von Gott zugeteiltes und festgesetztes Ma\u00df ist: \u201eDer Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit &#8230; Er geht auf wie eine Blume und f\u00e4llt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht &#8230; Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monden steht bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht \u00fcberschreiten\u201c (Hiob 14,1+5). Diesen Gedanken greift Jesus im Neuen Testament auf: \u201eWer ist unter euch, der seines Lebens L\u00e4nge eine Spanne zusetzen kann?\u201c (Matth\u00e4us 6,27). Diese rhetorische Frage aus der Bergpredigt hat eine kurze Antwort: Niemand! Es ist gut, wenn wir diesen Wesenszug der Zeit bedenken. Zeit ist jedem von uns fest zugeteilt. Das Wort Jesu ist pr\u00e4zise formuliert, denn wir k\u00f6nnen nicht verl\u00e4ngern, wohl aber verk\u00fcrzen. Durch schlechte Lebensweise, insbesondere durch Nikotin, Alkohol, Drogen, falsche Ern\u00e4hrungsweise, k\u00f6nnen wir\u00a0&#8211; wie uns die Mediziner best\u00e4tigen\u00a0&#8211; von dem Kontingent der uns zugedachten Lebenszeit zwar <em>absetzen<\/em>, aber niemand kann etwas <em>zusetzen<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Die f\u00fcnf Dimensionen der Information <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der <em>Shannonschen<\/em> Informationstheorie wird der Informationsgehalt einer Zeichenfolge durch die L\u00e4nge der Buchstabenkette (d.\u00a0h. ausschlie\u00dflich statistischer Aspekt) bestimmt, nicht aber durch den \u00fcbermittelten <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-6750\" title=\"Bild 2_Das 5-Ebenenkonzept der Information\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bild-2_Das-5-Ebenenkonzept-der-Information3-1024x738.jpg\" alt=\"\" width=\"522\" height=\"380\" \/>Bedeutungsinhalt. Erst durch Einf\u00fchrung der weiteren Aspekte Syntax (Code, Grammatik), Semantik (Bedeutung), Pragmatik (Handlung), Apobetik (Ergebnis, Ziel) wird dem Informationsbegriff in seiner ganzen F\u00fclle Rechnung getragen [2]. Bei Untersuchungen \u00fcber den Begriff Zeit fiel mir etwas Unerwartetes auf: Obwohl Information und Zeit grundverschiedene Ph\u00e4nomene sind, existiert zwischen beiden eine bemerkenswerte Analogie: Das 5-Ebenen-Konzept der Information (siehe <em>Bild<\/em>) ist \u00fcberraschenderweise auch auf die Zeit anwendbar. Diesen Tatbestand konnte ich der Bibel entnehmen. Hier liegt ein gutes Beispiel daf\u00fcr vor, dass wir durch das Studium der Bibel wichtige Strukturen und Zusammenh\u00e4nge erkennen k\u00f6nnen, auf die wir sonst wohl kaum gesto\u00dfen w\u00e4ren. Mit der Bibel kommt auch auf wissenschaftlich \u201eunverst\u00e4ndliche\u201c Ph\u00e4nomene ganz neues Licht. Im Folgenden soll das 5-Ebenen-Konzept der Zeit [3] ausf\u00fchrlich dargelegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Die f\u00fcnf Dimensionen der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.1 Erstens: Statistik der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Physiker ist die Zeit als Messgr\u00f6\u00dfe ein reines Mengenma\u00df ohne jegliche Qualit\u00e4t. Alle Uhren erfassen nur ihren statistischen Aspekt. Auf dieser statistischen Ebene geht es bei uns Menschen um das Ma\u00df an verf\u00fcgbarer Zeit, um die Zeitspanne unseres Lebens, um die Anzahl unserer Jahre. In Analogie zur Information entspricht dies der L\u00e4nge einer Zeichenkette, d. h. der Buchstabenfolge. Von der <em>\u00e4ltesten Messmethode der statistischen Zeit<\/em> berichtet die Bibel in 1.\u00a0Mose\u00a01,14: \u201eEs werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre.\u201c Die Messung geschieht hier mit Hilfe der Gestirne. Die Bibel weist wiederholt auf die K\u00fcrze unserer Lebensspanne hin und benutzt zu ihrer Veranschaulichung fl\u00fcchtige Ereignisse (Wind, Schatten, Dampf) aus der Natur:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hiob 7,6-7: \u201eMeine Tage sind leichter dahingeflogen denn eine Weberspule und sind vergangen, dass kein Aufhalten gewesen ist. Gedenke, dass mein Leben ein<strong> <\/strong>Wind<strong> <\/strong>ist\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Psalm 144,4: \u201eIst doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit f\u00e4hrt dahin wie ein Schatten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jakobus 4,14: \u201eDenn was ist euer Leben? Ein Dampf seid ihr, der eine kleine Zeit w\u00e4hrt, danach aber verschwindet er\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.2 Zweitens:\u00a0Syntax der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie es eine Syntax (grammatische und stilistische Regeln) bei den nat\u00fcrlichen und k\u00fcnstlichen Sprachen gibt, finden wir sie auch bei der Zeit, wobei hier die Regeln f\u00fcr den Umgang damit gemeint sind: Welche Strategien verwenden wir zur optimalen Zeitplanung? Welche Konzepte und Regeln zur Termingestaltung gestatten uns einen effektiven Einsatz der Zeit? Wie vermeiden wir Hektik und Stre\u00df? Wie gestalten wir unser Lebensprogramm?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Begriffe Kurzweil contra Langweil sind ebenfalls Aspekte der Zeit-Syntax! Die Bibel nennt die Ma\u00dfst\u00e4be, die uns zu einer guten Zeitsyntax verhelfen. Die erste Regel dieser Art finden wir in den Zehn Geboten: \u201eSechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage &#8230; da sollst du kein Werk tun\u201c (2.\u00a0Mose\u00a020,9-10). W\u00e4hrend der Zeit der franz\u00f6sischen Revolution f\u00fchrte man den Revolutionskalender ein (1793), bei dem jeder Monat in drei Dekaden von je 10 Tagen eingeteilt wurde. Durch den neuen Kalender sollte das Ged\u00e4chtnis des Volkes von allem Christlichen befreit und statt dessen die Landwirtschaft als politische Grundlage verinnerlicht werden. Entsprechend fielen die Monatsnamen aus: dem <em>Vend\u00e9miaire<\/em> (Weinlesemonat) folgten <em>Brumaire<\/em> (Nebelmonat), <em>Frimaire<\/em> (Monat des Reifes), <em>Niv\u00f4se<\/em> (Schneemonat), <em>Pluvi\u00f4se<\/em> (Regenmonat) und <em>Germinal<\/em> (Monat des Keimes). Der willk\u00fcrlich eingef\u00fchrte 10-Tage-Rhythmus bew\u00e4hrte sich nicht, weil wir sch\u00f6pfungsm\u00e4\u00dfig auf den 7-Tage-Rhythmus angelegt sind\u00a0&#8211; so wie er auf der ganzen Welt praktiziert wird. <em>Napoleon<\/em> setzte den Revolutionskalender am 1. Januar 1806 wieder au\u00dfer Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Bergpredigt nennt Jesus eine weitere sehr wichtige Regel f\u00fcr den Umgang mit der Zeit. Obwohl das Wort \u201eZeit\u201c gar nicht in diesem Vers vorkommt, finden wir hier dennoch eine grundlegende Regel f\u00fcr den Umgang mit der Zeit: \u201eTrachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen\u201c (Matth\u00e4us 6,33).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.3 Drittens: Semantik der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Zeitsemantik ist der gedankliche Inhalt gemeint.<strong> <\/strong>In unserem Leben hat die Zeit unbestreitbar unterschiedliche qualitative Eigenschaften. Wir ordnen der durchlebten Zeit je nach Erlebnisdichte und G\u00fcte der Ereignisse einen jeweils anderen Wert zu. F\u00fcr einen Fu\u00dfballbegeisterten haben neunzig Zuschauerminuten bei einem Endspiel der Fu\u00dfballweltmeisterschaft einen deutlich anderen Wert als wenn zwei unbekannte Dorfvereine gegeneinander agieren. Die Eintrittspreise bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen und Einschaltquoten beim Fernsehen markieren nicht nur objektive, sondern durchaus auch subjektive Erlebniswerte in der Zeit. Ebenso ist die H\u00f6he der gezahlten Eintrittsgelder f\u00fcr Galavorstellungen und Urauff\u00fchrungen ein Ma\u00dfstab daf\u00fcr, wie kostbar die jeweilige Zeit (subjektiv) eingesch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht die L\u00e4nge unserer individuellen Zeitachse (Lebensl\u00e4nge) macht unser Leben aus, sondern die erlebten Ereignisse (aktive Gestaltung und passive Erlebnisse) bestimmen die <em>Lebensqualit\u00e4t<\/em>. Mit der Semantik der Zeit ist die gedankliche F\u00fcllung angesprochen. Besch\u00e4ftigen wir uns mit wertvollen, belanglosen, unn\u00fctzen oder gar b\u00f6sen Gedanken? Der Psalmist bekennt von sich: \u201eMeine Zeit steht in deinen H\u00e4nden\u201c (Psalm 31,16). Mit Gott erh\u00e4lt seine Zeit eine neue Qualit\u00e4t, die \u00fcber das rein Irdische hinausgeht. Die Bibel will uns zu einer guten Semantik verhelfen, indem sie uns zahlreiche gute Ratschl\u00e4ge gibt: \u201eViel Gutes kommt dem Mann durch die Frucht des Mundes, und dem Menschen wird vergolten, nach dem seine H\u00e4nde verdient haben\u201c (Spr\u00fcche 12,14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.4 Viertens: Pragmatik der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Pragmatik der Zeit ist das Handeln in der Zeit angesprochen. Wie kann die Zeit bestm\u00f6glich genutzt werden? Drei Arten der Pragmatik <em>P<\/em> k\u00f6nnen wir dabei unterscheiden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>P<\/em> &gt; 0 Gutes tun (Zeit sinnvoll nutzen)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>P<\/em> = 0 Nichtstun, Null-Pragmatik (Zeit ungenutzt lassen oder mit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wertlosem vergeuden)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>P<\/em> &lt; 0 Schlechtes tun (Zeit des b\u00f6sen Handelns)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEin jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde\u201c\u00a0&#8211; so hei\u00dft es treffend beim Prediger Salomo (3,1). Es folgt dann eine lange Liste von T\u00e4tigkeiten, die unser Leben ausmachen. Auch Erholung und Entspannung haben einen festen Platz: \u201eUnd er sah die Ruhe, dass sie gut ist\u201c (1. Mose 49,15). Zur Pragmatik unseres Lebens geh\u00f6rt andererseits auch die t\u00e4gliche Arbeit, die zum Erwerb des Lebensunterhaltes und damit zur Versorgung der Familie erforderlich ist. Tun wir auch diese mit Gott, so wird Segen damit verbunden sein, wie uns viele Stellen der Bibel best\u00e4tigen, so z.\u00a0B. in Prediger Salomo 9,7: \u201eSo gehe hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Werk gef\u00e4llt Gott.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem allt\u00e4glichen Tun gibt es aber auch die geistliche Komponente unseres Handelns. Dieses notwendige Tun spricht Jesus in der Bergpredigt an: \u201eDarum, wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute\u201c (Matth\u00e4us 7,24). Auch die Negativ-Pragmatik ist angesprochen: \u201eWer aber <em>unn\u00f6tigen Sachen<\/em> nachgeht, der ist ein Narr\u201c (Spr\u00fcche 12,11). Nicht sinnvoll genutzte Zeit ist verlorene Zeit. Verlorene Zeit ist unwiederbringlich dahin, man kann sie auf keinem Fundb\u00fcro wieder abholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.5 F\u00fcnftens: Apobetik der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Apobetik (griech. <em>apobeinon<\/em> = Ergebnis, Ziel; 1981 vom Autor eingef\u00fchrt) der Zeit bedeutet Zielorientierung in der Zeit. Haben wir einen gezielten Einsatz unserer Zeit und mit unserem Leben? Haben wir auch das ewige Ziel im Blick?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen uns als Beispiel f\u00fcr ein zielorientiertes Leben einen Mann anschauen, der eine unglaubliche Karriere vor sich hatte, der diese Chance aber ausschlug, weil er eine andere Entscheidung f\u00fcr sein Leben traf. Es ist Mose. Im Alten Testament ist sehr ausf\u00fchrlich von ihm geschrieben. Im Neuen Testament finden wir eine Kurzbiographie von ihm. In Hebr\u00e4er 11,24-26 hei\u00dft es: \u201eDurch den Glauben wollte Mose, als er gro\u00df geworden war, nicht mehr als ein Sohn der Tochter des Pharao gelten &#8230; und hielt die Schmach Christi f\u00fcr gr\u00f6\u00dferen Reichtum als die Sch\u00e4tze \u00c4gyptens; denn <em>er sah<\/em> <em>auf die Belohnung\u201c<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Baby war Mose in einem geflochtenen K\u00f6rbchen ausgesetzt. Die Pharaotochter fand den kleinen Jungen im Schilf des Nils und entschloss sich, das Baby als eigenes aufzuziehen. Mose wuchs in einer privilegierten Umgebung auf: Am Hofe des Pharao mangelte es ihm an nichts. Er studierte an den besten Universit\u00e4ten des Landes, so dass es von ihm hei\u00dft: \u201eUnd Mose wurde in aller Weisheit der \u00c4gypter gelehrt und war m\u00e4chtig in Worten und Werken\u201c (Apostelgeschichte 7,22). Eine Superkarriere war geradezu programmiert. Er h\u00e4tte ein bekannter Gelehrter werden k\u00f6nnen oder Anf\u00fchrer des damals gr\u00f6\u00dften Heeres; ja er h\u00e4tte sogar Pharao von \u00c4gypten werden k\u00f6nnen. Es ist vorstellbar, dass er sich die gr\u00f6\u00dfte Pyramide in Gizeh h\u00e4tte bauen lassen k\u00f6nnen, die noch die Cheopspyramide im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten gestellt h\u00e4tte. So w\u00fcrden heute die Touristen die Pyramide des Mose als gro\u00dfe Attraktion bestaunen und hier ihre Dias schie\u00dfen. Werbeprospekte in aller Welt w\u00fcrden mit den Fotos dieser Pyramide zu einer \u00c4gyptenreise einladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts von alledem geschah! Gott berief diesen Mann (2. Mose 3) und gab ihm den Auftrag, das Volk Israel aus \u00c4gypten zu f\u00fchren. Das bedeutet W\u00fcste! Zuerst 40 Jahre Zubereitung in der W\u00fcste und dann bis zum Lebensende noch einmal 40 Jahre W\u00fcstenwanderung mit dem Volk Israel. Gibt es unterschiedlichere Alternativen f\u00fcr einen Lebensweg? Das Geheimnis seiner Wahlentscheidung l\u00fcftet sich, wenn wir den letzten Satz der Kurzbiographie betrachten: \u201edenn er sah hin auf die Belohnung\u201c. Mose sah weiter als das, was im Augenblick vor Augen war. Er konnte auf den Pharaothron verzichten und statt dessen den Rest seines Lebens in der W\u00fcste zubringen. Er orientierte sich am Ziel, er sah auf das Ewige. Wer das Ewige sieht, der h\u00e4ngt nicht mehr am Verg\u00e4nglichen. Paulus sagt: \u201eDenn ich halte daf\u00fcr, dass dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns offenbart werden soll\u201c (R\u00f6mer 8,18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Was ist Ewigkeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir das Flie\u00dfband der Zeit verlassen, beginnt f\u00fcr uns alle die Ewigkeit. Wir Menschen sind\u00a0&#8211; im Gegensatz zu den Tieren\u00a0&#8211; Ewigkeitsgesch\u00f6pfe. Unsere Existenz wird niemals ausgel\u00f6scht. Um sich eine Vorstellung von der L\u00e4nge der Ewigkeit zu machen, wird gelegentlich folgendes Bild verwendet: Man stelle sich das Himalajagebirge als einen riesigen Diamanten vor. Zu diesem Gebirgsmassiv fliegt alle tausend Jahre ein Vogel, und der wetzt seinen Schnabel an diesem Berg. Wenn der Vogel auf diese Weise das ganze Gebirge abgetragen hat, dann ist eine Sekunde der Ewigkeit vergangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie anschaulich dieses o. g. Bild \u2018<em>Ewigkeit = verl\u00e4ngerte Zeitachse\u2019 <\/em>auch sein mag, so grundlegend falsch ist es im biblischen Sinne. Die Ewigkeit ist keine beliebig verl\u00e4ngerte Zeitachse und damit auch kein ins Unendliche verl\u00e4ngertes Zeit-Flie\u00dfband. W\u00e4re das der Fall, w\u00e4re Gott in gleicher Weise wie wir in unserem Erdenleben an die verrinnende Zeit gebunden. Gott steht jedoch dar\u00fcber. Ewigkeit ist kein eindimensionales, lineares Ph\u00e4nomen. Sie entzieht sich aller unserer physikalischen Messtechnik und damit auch der Quantifizierung mit Hilfe g\u00e4ngiger Einheiten. Die Kategorien von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind aufgehoben zugunsten der Unverg\u00e4nglichkeit. Ewigkeit ist etwas qualitativ v\u00f6llig anderes als Zeit. Nach dem Zeugnis der Bibel hat das irdische Ende unserer Zeit, der Tod, zwei unterschiedliche Ausg\u00e4nge, das Leben in der Herrlichkeit bei Gott (Himmel) oder die Existenz in der Gottesferne (H\u00f6lle).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe zwei S\u00e4tze herausgefunden, die ich zun\u00e4chst nennen und dann anhand der Bibel begr\u00fcnden m\u00f6chte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(1)\u00a0\u00a0 <\/em><em>Auf der Erde gibt es keine vorstellbare Situation, die so sch\u00f6n ist wie im Himmel. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(2)\u00a0\u00a0 <\/em><em>Auf der Erde gibt es andererseits auch keine so furchtbare und schreckliche Situation wie es in der H\u00f6lle ist. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Die H\u00f6lle und die Erde \u2013 ein Vergleich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf unserer Erde geschehen furchtbare Dinge, die uns hinl\u00e4nglich bekannt sind. Es gibt\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Kriege mit all den damit verbundenen Schrecknissen<\/li>\n<li>Folterungen und Verst\u00fcmmelungen<\/li>\n<li>Pl\u00fcnderungen und Vergewaltigungen<\/li>\n<li>Mord und Totschlag<\/li>\n<li>Kindesentf\u00fchrungen und -misshandlungen<\/li>\n<li>schreckliche Krankheiten, die zum Tode f\u00fchren<\/li>\n<li>Mobbing an den Arbeitspl\u00e4tzen<\/li>\n<li>Todes\u00e4ngste bei Katastrophen (z.B. Schiffsunterg\u00e4nge, Flugzeugabst\u00fcrze, todbringende Lawinen, Grubenungl\u00fccke, Gro\u00dffeuer in Hotels und Hochh\u00e4usern).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedenken wir bei alledem: Alles Schlimme in dieser Welt ist endlich. Es dauert nur eine bestimmte Zeit, dann ist es vorbei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles Schlimme, auch das Schlimmste in dieser Welt ist jedoch nicht mit der H\u00f6lle vergleichbar. In zwei Aspekten ist die H\u00f6lle schlimmer: Sie ist endlos und bei weitem schlimmer als alles, was je auf dieser Erde geschehen ist. Jesus hat die H\u00f6lle realistisch beschrieben als\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>einen Ort der ewigen Pein (Matth\u00e4us 25,46)<\/li>\n<li>einen Ort der Verdammnis (Matth\u00e4us 7,13)<\/li>\n<li>einen Ort des ewigen nicht verl\u00f6schenden Feuers (Markus 9,43+46)<\/li>\n<li>einen Ort der Finsternis (Matth\u00e4us 25,30)<\/li>\n<li>einen Ort des Heulen und Z\u00e4hneklapperns (Matth\u00e4us 25,30)<\/li>\n<li>einen Ort, wo der nagende Wurm nicht stirbt (Markus 9,44)<\/li>\n<li>einen Ort in Flammen (Lukas 6,24).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Apostel beschreiben die H\u00f6lle als einen Ort der Finsternis, der Verdammnis und des Verderbens:\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u201esie sind Feinde des Kreuzes Christi, ihr Ende ist die Verdammnis\u201c (Philipper 3,18-19)<\/li>\n<li>\u201eDie werden Strafe leiden, das ewige Verderben, fern von dem Angesicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht\u201c (2. Thessalonicher 1,8-9)<\/li>\n<li>\u201e Ihr Teil ist die dunkelste Finsternis\u201c (2. Petrus 2,17)<\/li>\n<li>\u201e\u2026 welchen behalten ist das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit\u201c (Judas 13).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Jesus bzw. die Apostel die negativen Situationen der Erde beschreiben, dann gebrauchen sie Worte wie diese:\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u201eDie Welt vergeht mit ihrer Lust\u201c (1. Johannes 2,17)<\/li>\n<li>\u201eDie ganze Welt liegt im Argen\u201c (1. Johannes 5,19)<\/li>\n<li>\u201eO du ungl\u00e4ubiges und verkehrtes Geschlecht\u201c (Lukas 9,41)<\/li>\n<li>\u201eSo wird es auch diesem argen Geschlecht gehen\u201c (Matth\u00e4us 12,45)<\/li>\n<li>\u201e\u2026 unter diesem abtr\u00fcnnigen und s\u00fcndigen Geschlecht\u201c (Markus 8,38)<\/li>\n<li>\u201edass wir erl\u00f6st werden von den verkehrten und argen Menschen\u201c (2. Thessalonicher 3,2).\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies sind klare und scharfe Worte \u00fcber die Situation unserer Welt. Aber nie gebrauchte Jesus solche Worte \u00fcber diese Welt, wie er sie zur Charakterisierung der H\u00f6lle verwendete. Gemessen an allen Negativmerkmalen des Irdischen ist die H\u00f6lle in potenzierter Weise abgrundtief und schrecklich. Bei den Bewohnern der Erde unterscheidet Jesus zwischen Guten und B\u00f6sen, zwischen Gerechten und Ungerechten zwischen Kindern des Lichts und Kindern dieser Welt. In der H\u00f6lle gibt es keine Guten und keine Gerechten. Alle, die dort angekommen sind, sind Verdammte (Markus 16,16) und Verlorene (1. Korinther 1,18; 2. Korinther 4,3). Die H\u00f6lle ist ein Ort des nicht endenden Elends und Leides. Da die Not endlos ist, ist die H\u00f6lle ein Ort der absoluten Hoffnungslosigkeit. Nicht der geringste Schimmer an Hoffnung ist am Horizont erkennbar, weil Gott nicht mehr gegenw\u00e4rtig ist. Dies zu wissen, f\u00fchrt zu einer immer tieferen und nie endenden Depression.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie alles Gute in dieser Welt begrenzt und endlich ist, ist auch das B\u00f6se begrenzt. Alles, aber auch alles in dieser Welt hat ein Ende. Hier ist alles nur vorl\u00e4ufig, dr\u00fcben aber ist alles endg\u00fcltig. Die H\u00f6lle ist genau so ewig wie der Himmel. So hat es Jesus gelehrt. In Matth\u00e4us 25,41 sagt Jesus uns heute schon, was er den Verlorenen w\u00f6rtlich sagen wird: \u201eGehet weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!\u201c Unsere Predigt ger\u00e4t in eine Schieflage, wenn man Jesu Verhei\u00dfungen verk\u00fcndigt, seine Warnungen aber verschweigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2 Der Himmel und die Erde \u2013 ein Vergleich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Erde kennen wir mancherlei Anl\u00e4sse und Situationen, die wir als au\u00dfergew\u00f6hnlich sch\u00f6n, frohmachend und begl\u00fcckend empfinden. Nicht alle erleben wir dasselbe, und doch kann jeder von markanten und sch\u00f6nen Erlebnissen seines Lebens berichten:\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wir lernen den richtigen Ehepartner kennen und verlieben uns zutiefst.<\/li>\n<li>Eine Frau h\u00e4lt erstmals ihr neugeborenes Kind im Arm und ist \u00fcbergl\u00fccklich.<\/li>\n<li>Ein Leistungssportler gewinnt bei der Olympiade die Goldmedaille und darf drei Minuten auf dem Siegertreppchen stehen. Jahrelang hatte er f\u00fcr diesen Sieg trainiert und nun surren die Fernsehkameras und verk\u00fcnden diesen Erfolg.<\/li>\n<li>Ein Wissenschaftler erh\u00e4lt den Nobelpreis und ist hocherfreut \u00fcber diese Ehrung.<\/li>\n<li>Einem Fu\u00dfballfan gelingt es, eine Eintrittskarte f\u00fcr das Endspiel der Fu\u00dfballweltmeisterschaft zu erwerben, und er wird Augenzeuge des Sieges seiner favorisierten Mannschaft. Er bricht in Jubel aus.<\/li>\n<li>Ein Musikliebhaber erlebt die Urauff\u00fchrung einer Sinfonie seines Lieblingskomponisten und ist entz\u00fcckt.\u00a0\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt mancherlei Veranstaltungen (Theater, Musik, Sport) oder Begegnungen mit Menschen, die wir in unserem Leben als au\u00dfergew\u00f6hnlich sch\u00f6n in Erinnerung behalten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergleichen wir nun all die sch\u00f6nen Dinge des irdischen Lebens mit dem, was uns im Himmel zugesagt ist, dann erkennen wir m\u00fchelos, dass der Himmel alles nur erdenklich Gute auf dieser Erde bei weitem sprengt:\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u201eDaher kann er [Jesus] auch auf ewig selig machen\u201c (Hebr\u00e4er 7,25). Im Himmel, dem Ort ohne S\u00fcnde, wird das Gl\u00fcck vollkommen und unverg\u00e4nglich sein, denn keines der Negativmerkmale dieser Welt wird dort das Leben tr\u00fcben.\u00a0<\/li>\n<li>\u201eWas kein Auge gesehen hat und kein Ohr geh\u00f6rt hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben\u201c (1. Korinther 2,9). Alles, was wir hier an Reizvollem, Sehens- und H\u00f6renswertem auch nur aufz\u00e4hlen w\u00fcrden, verblasst im Angesicht des Himmels.\u00a0<\/li>\n<li>Jesus nennt uns einen wichtigen Grund seines Kommens: \u201eIch bin gekommen, dass sie das Leben und volle Gen\u00fcge haben sollen\u201c (Johannes 10,10). Was hier schon beginnen darf, erf\u00e4hrt im Himmel die Vollendung. Der Himmel ist Leben im \u00dcberfluss. Mangel ist dort ein Fremdwort, denn es gibt nichts mehr zu verbessern. Langeweile und M\u00fc\u00dfiggang sind dort unbekannt, weil der Himmel vollkommen ist und echtes erf\u00fclltes Leben bedeutet.\u00a0<\/li>\n<li>Der Himmel ist der Ort, wo wir ewig bei Jesus sind: \u201eVater, ich will, dass, wo ich bin auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast\u201c (Johannes 17,24).\u00a0\u00a0<\/li>\n<li>Im Himmel werden wir Jesus gleich sein: \u201eMeine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein\u201c (1. Johannes 3,2). Nur von Jesus hei\u00dft es: \u201eEr ist der Abglanz seiner [= Gottes] Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens\u201c (Hebr\u00e4er 1,3). Wenn wir im Himmel Jesus gleich sein werden, dann ist konsequenterweise daraus zu schlie\u00dfen: Wir werden so umgestaltet, dass auch wir der Abglanz der Herrlichkeit Gottes und das Ebenbild seines Wesens sein werden.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0[1] Feynman, R. P.: Vom Wesen physikalischer Gesetze, Piper-Verlag,\u00a0M\u00fcnchen, Z\u00fcrich 1993<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[2] Gitt, W.: Am Anfang war die Information, H\u00e4nssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart, 3. \u00fcberarbeitete und erweiterte Auflage, 2002, 360 S. (vergriffen)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[3] Gitt, W.: Zeit und Ewigkeit, Christliche Literatur-Verbreitung, Bielefeld,\u00a04. Auflage 2011, 155 S.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dir. und. <\/em><em>Prof. a.D. Dr.-Ing. <\/em><em>Werner Gitt,\u00a0Vortrag<\/em><em> w\u00e4hrend des Kongresses \u201cJa, ich komme bald!\u201d \u2013 Das biblische Zeugnis von Wiederkunft, Gericht und Neusch\u00f6pfung\u00a0vom 01.04.-03.04.2011 in\u00a0Bad Gandersheim\u00a0(Veranstalter: Gemeindehilfsbund \/ Gemeindenetzwerk). Eine idea-Dokumentation mit s\u00e4mtlichen Beitr\u00e4gen\u00a0der beiden Kongresse \u201cJa, ich komme bald!\u201d (zweiter Kongress: 09.04.-10.04.2011 in Bad Teinach-Zavelstein)\u00a0kann bei der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes zum Preis von 7,60 \u20ac bestellt werden: M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode, 05161-911330, <a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a>.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeit und Ewigkeit &#8211; Eine Untersuchung aus physikalischer und biblischer Sicht Physikalisch gesehen ist das Ph\u00e4nomen Zeit heute gut verstanden. 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