{"id":6727,"date":"2011-07-02T09:30:45","date_gmt":"2011-07-02T07:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6727"},"modified":"2011-07-08T10:56:50","modified_gmt":"2011-07-08T08:56:50","slug":"die-neue-schopfung-und-das-neue-jerusalem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6727","title":{"rendered":"Predigt: Die neue Sch\u00f6pfung und das Neue Jerusalem"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt: Die neue Sch\u00f6pfung und das Neue Jerusalem<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; und der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.\u00a0<\/em><em>2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschm\u00fcckte Braut f\u00fcr ihren Mann.\u00a0<\/em><em>3 Und ich h\u00f6rte eine gro\u00dfe Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die H\u00fctte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.\u00a0<\/em><em>4 Und Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.\u00a0<\/em><em>5 Und der auf dem Throne sa\u00df, sprach: Siehe, ich mache alles neu.\u00a0(<\/em>Offb 21,1-5)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wenn wir uns mit der neuen Sch\u00f6pfung besch\u00e4ftigen, dann ist das nicht nur ein Zukunftsthema. Wir werden schnell merken, dass dieses Thema Weltgeschichte schreibt, zumindest in den letzten 200 bis 300 Jahren, denn die Sehnsucht nach einer neuen Welt ist in diesem Zeitraum dramatisch gewachsen. Betrachten wir einleitend kurz drei politische Konzepte, die Weltgeschichte geschrieben haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich beginne mit der Franz\u00f6sischen Revolution: Ein einziger Traum nach einer neuen Welt mit Br\u00fcderlichkeit, mit Gleichheit, mit Freiheit, die erste s\u00e4kularisierte Reich-Gottes-Utopie in Europa. Wir sind alle mehr oder minder gepr\u00e4gt von den Idealen dieser Revolution, m\u00fcssen aber feststellen, dass sie keineswegs eine neue Menschheit hervorgebracht hat, sondern im Gegenteil einigen tausend K\u00f6pfen ein grausames Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann der Kommunismus. Von ihm rede ich nicht nur theoretisch, sondern als ehemals Betroffener, der in der fr\u00fcheren DDR aufgewachsen ist. Eine bessere Welt sollte entstehen, eine klassenlose Gesellschaft. Doch wer dort hinter die Kulissen blickte, merkte schnell, dass ausgerechnet diejenigen, die angetreten waren f\u00fcr mehr Gleichheit in der Welt, dann doch gleicher waren als die anderen mit ihren ganzen Sonderverg\u00fcnstigungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte meinen, dass nach diesen Erfahrungen die Sehnsucht nach einer neuen Welt aufgeh\u00f6rt hat. Doch weit gefehlt! Wir erleben seit einigen Jahrzehnten wieder eine Kulturrevolution ersten Ranges. Die \u201e68er\u201c, der Neomarxismus, sind ebenfalls angetreten, um eine bessere Welt zu schaffen, eine Welt ohne Bevormundung, ohne Entfremdung, eine Welt, in der der Einzelne sich selbst verwirklichen kann, eine Welt, in der ich mein Leben selber bestimme und niemand mehr in meine Lebenskonzepte hineinredet. Der fr\u00fchere Kulturstaatsminister Julian Nida-R\u00fcmelin hat ein Buch geschrieben \u00fcber die Vernunft (\u201eStrukturelle Rationalit\u00e4t\u201c). Darin bekennt er sich zu einem Lebensstil, bei dem jeder sein Lebenskonzept aus sich selbst heraus entwerfen k\u00f6nne. Wie dieses Lebenskonzept aussieht, das der Mensch aus sich selbst heraus entwirft, ohne auf vorgegebene Autorit\u00e4ten zu achten, merken wir mittlerweile alle:\u00a0<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der pure Egoismus setzt sich auf den Thron.\n<ul>\n<li>Beziehungen l\u00f6sen sich auf.<\/li>\n<li>Ehen und Familien geraten in einen Stresstest ungeahnten Ausma\u00dfes.<\/li>\n<li>Die Menschen werden immer bindungsunf\u00e4higer.<\/li>\n<li>Ein selbstbezogener Umgang mit der menschlichen Sexualit\u00e4t setzt sich immer mehr durch.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier bleibt die Idee einer besseren \u201eneuen Welt\u201c auf der Strecke. Wir d\u00fcrfen gespannt sein, welche selbst erschaffenen neuen Welten uns noch bevorstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir uns mit der biblischen Hoffnung auf eine neue Sch\u00f6pfung besch\u00e4ftigen, befinden wir uns also mitten im Nerv unserer Zeit. Nun ist es ja nicht so, dass Christen nicht auf eine neue Welt warten w\u00fcrden. Eigentlich sind sie die ersten, die warten. Aber sie <em>warten <\/em>und nehmen nicht das Gewehr in die Hand, auch nicht das verbale. \u201eWir warten auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verhei\u00dfung, in denen Gerechtigkeit wohnt\u201c (2 Petr 3,13). Wir warten, wir \u201eharren\u201c, um dieses sch\u00f6ne Wort zu gebrauchen. \u201eDie auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft\u201c (Jes 40,31), so lautet mein Konfirmationsvers. Wir stellen die neue Welt nicht selber her, aber wir gr\u00fcnden uns wie Petrus auf die Verhei\u00dfungen. Was sind das f\u00fcr Verhei\u00dfungen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir lesen in Jesaja 65 ab V. 17:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>17 Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. <\/em><em>18 Freuet euch und seid fr\u00f6hlich immerdar \u00fcber das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, <\/em><em>19 und ich will fr\u00f6hlich sein \u00fcber Jerusalem und mich freuen \u00fcber mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr h\u00f6ren die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.\u00a0<\/em><em>20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erf\u00fcllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. <\/em><em>21 Sie werden H\u00e4user bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Fr\u00fcchte essen. <\/em><em>22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer H\u00e4nde Werk werden meine Auserw\u00e4hlten genie\u00dfen. 2<\/em><em>3 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder f\u00fcr einen fr\u00fchen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. <\/em><em>24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich h\u00f6ren. <\/em><em>25 Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der L\u00f6we wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange mu\u00df Erde fressen. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR. <\/em>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine ganz au\u00dfergew\u00f6hnliche Verhei\u00dfung! Hier wird nicht nur allgemein ein neuer Himmel und eine neue Erde verhei\u00dfen, sondern wir sehen ganz konkrete Konturen. Jerusalem soll der Mittelpunkt sein. Jerusalem, die \u201eStadt des Friedens\u201c wird endlich ihrem Namen Ehre machen. Kein Leid, kein Tod, Fruchtbarkeit des Landes, Gottes sofortige Hilfe (\u201e<em>Ehe<\/em> sie rufen, will ich antworten\u201c), was sind das f\u00fcr Aussichten! Gott wird dann gleichsam in die Gedankenwelt und in die Herzen der Menschen sehen, ihre Sehns\u00fcchte erfassen und, bevor sie die \u00fcberhaupt \u00e4u\u00dfern, erf\u00fcllen. Keine S\u00fcnde (\u201eAuf meinem heiligen Berg wird niemand mehr sein, der B\u00f6ses tut\u201c). Eine vers\u00f6hnte Tierwelt (\u201eDer L\u00f6we wird Stroh fressen wie das Rind\u201c). Interessant zu h\u00f6ren, dass dem L\u00f6wen pl\u00f6tzlich Stroh schmeckt. Es wird also einige \u201eUmbauma\u00dfnahmen\u201c auch in der Tierwelt geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das eine Utopie, mit der wir uns vertr\u00f6sten auf einen Sanktnimmerleinstag? Es gibt nicht wenige, die so denken. Aber wir wollen Gottes Wort so nehmen, wie es gemeint ist. Es ist eine Gottesverhei\u00dfung, und sie wird eintreffen. Was wir in der Offenbarung Jesu Christi, im letzten Buch der Bibel, in den letzten beiden Kapiteln lesen, ist die Einl\u00f6sung dieses Versprechens. Und Gott kommt nicht zu sp\u00e4t. Es wird alles so geschehen. In Offb 21 bis 22, 5 ist es nachzulesen. Es ist ein besonderes Abenteuer, in das wir uns nur mit einem gewissen Zittern hineinwagen k\u00f6nnen, die Konturen des neuen Jerusalem nachzuzeichnen, diese neue Welt \u00fcberhaupt in unser Denken, in unseren Glaubenshorizont hineinzuholen. Dann werden wir merken, dass diese Glaubenserweiterung uns Energie und Vorfreude schenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Schau des Neuen Jerusalem<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine einmalige Schau, die Johannes hier zuteil geworden ist. Johannes war am \u201eTag des HERRN\u201c (das sagt er gleich am Anfang, Offb 1,10) hineingezogen, \u201ehineinentr\u00fcckt\u201c in die letzte Zeit. Manche sagen, dass sei der Sonntag. Ich glaube das nicht. Dazu braucht es keinen heiligen Geist, dazu braucht es nicht eine gro\u00dfe Bewegung, um Johannes an einem Sonntag Visionen zu geben. Nein, er war \u201eam Tag des HERRN\u201c. Er war hineingenommen in die letzte Zeit. Eigentlich k\u00f6nnte man Johannes mit zu denen z\u00e4hlen, die schon eine Entr\u00fcckung erlebt haben. Der \u201eTag des HERRN\u201c ist ein festgelegter Begriff im Alten Bund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er schaut eine Stadt, die aus dem Himmel herniederkommt. Wer die \u00dcberwinderver-hei\u00dfungen aus den Sieben Sendschreiben kennt \u2013 jedes Sendschreiben hat eine Verhei\u00dfung f\u00fcr die, die \u00fcberwinden, \u2013 der erkennt schnell, dass sich diese Verhei\u00dfungen im Neuen Jerusalem wortw\u00f6rtlich erf\u00fcllen. Die Offenbarung ist in einer ganz besonderen Struktur komponiert. Sie hat eine tief angelegte Symmetrie. Sie hat keine Chronologie, sie hat eine Symmetrie. Kapitel 1 entspricht Kap. 22, 6ff. Kapitel 2 und 3 (die Sendschreiben) entsprechen der Vision vom Neuen Jerusalem. Das, was den \u00dcberwindern zugesprochen wird, wird Realit\u00e4t. Wir sollten dieses Wunder aller Wunder recht bedenken, dass Gott seine Wohnung bei den Menschen gr\u00fcndet, sein Zelt aufschl\u00e4gt und seiner ewigen g\u00f6ttlichen Sehnsucht nach Gemeinschaft mit uns Menschen Ausdruck verleiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich versuche mich immer wieder in diese Absicht Gottes hineinholen zu lassen, das uns die Offenbarung schenkt. Was ist das f\u00fcr ein Gott, der Sehnsucht hat, mit den Menschen Gemeinschaft zu haben! Was ist das f\u00fcr ein Gott, der darauf verzichtet, den Himmel zu \u00f6ffnen und sich \u2013 sozusagen per Zwang \u2013 von der Menschheit anbeten zu lassen! Wenn Gott jetzt drei Minuten den Himmel \u00f6ffnete, w\u00fcrden ihm 6,8 Milliarden Menschen sofort huldigen. Gott verzichtet jedoch darauf, seine Allmacht in irgendeiner Weise auszuspielen, weil seine Liebe alle anderen Z\u00fcge seines Wesens einschlie\u00dft und umschlie\u00dft. Er sucht uns, denn wir sind seine Lieblingsgedanken, und er hungert danach, den Menschen seine Liebe direkt und ungeteilt zu vermitteln. Gott will keine anderen Wege als nur seine Liebe, um sich mitzuteilen. Er kann ja nicht sein Wesen ver\u00e4ndern. Er hat \u201enur\u201c seine Liebe. Und dann kommt endlich der Tag, an dem er seine tiefste Sehnsucht zu seiner allergr\u00f6\u00dften Freude verwirklichen wird. Luther hat das sch\u00f6ne Wort gesagt: \u201eEin Backofen voller Liebe ist unser Gott.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geistern so viele Gottesbilder unter uns und in unserer Seele herum, die von der alles dominierenden Allmacht Gottes und von seinem gestrengen Richtertum gepr\u00e4gt sind. Wir sollten all diese Bilder immer wieder pr\u00fcfen am Wort Gottes. Gott ist ein Gott, der all das, was er ist und hat, teilen will. Das hat Christus uns vorgelebt. Gott hat das, was er ist und hat, nur f\u00fcr andere, f\u00fcr uns. Liebe bleibt niemals, keine Sekunde, bei sich selbst stehen. Gott denkt keine Sekunde \u00fcber sich selbst nach \u2013 davon bin ich \u00fcberzeugt. Die Urkraft, die ihn bewegt und beseelt, ist die Liebe. Und die Liebe zieht ihn weg von sich selbst zu Christus, auf seine Sch\u00f6pfung, auf die Menschheit, hin zu seinen Pl\u00e4nen der vollkommenen und totalen Erneuerung. Das muss man immer im Herzen hin- und herbewegen, dass Gott nichts f\u00fcr sich selbst ist, alles mit uns teilt, damit seine Liebe Konturen bekommt und unser Glaube Sch\u00f6nheit und Tiefgang und Freude.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gottes Wohnung bei den Menschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun betrachten wir die Stadt, die sich da vom Himmel herabsenkt. Abraham wusste schon, dass es eine Stadt ist. \u201eEr wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Sch\u00f6pfer Gott ist\u201c (Hebr 11,10). Mose hatte ebenfalls Einblicke in diese Stadt, denn er hat nach den Konturen dieser Stadt, nach der himmlischen Wohnung Gottes, die Stiftsh\u00fctte konzipieren und bauen lassen. Auch Paulus kennt die Stadt Gottes als reale Stadt (Gal 4,26).\u00a0 \u201eDas Jerusalem, das droben ist\u201c, so nennt er sie. Dass alle diese Glaubensm\u00e4nner von einer realen Stadt ausgehen, steht v\u00f6llig au\u00dfer Frage. Ich wundere mich im Nachhinein \u00fcber mich selber, dass ich so viele Jahre das neue Jerusalem nur f\u00fcr ein sch\u00f6nes Symbol der Gegenwart Gottes gehalten und die Tats\u00e4chlichkeit, die Realit\u00e4t, vernachl\u00e4ssigt habe. Aber die Bibel ist real, und das Neue Jerusalem ist eine tats\u00e4chliche Stadt. Wenn Gott diese wunderbare Sch\u00f6pfung, den Makrokosmos, den Mikrokosmos, erschafft durch die blo\u00dfe Kraft Seines Wortes, dann werden wir Ihm doch auch diese Stadt, ihre Konzeption, ihren Bau zutrauen d\u00fcrfen. Ich bin sehr dankbar, dass der Heilige Geist mir diesen Impuls gegeben hat, dass ich endlich diese Stadt als eine Realit\u00e4t verstehen darf, von Gott selbst erschaffen. Doch nicht nur als eine ewige himmlische Existenz, sondern erschaffen f\u00fcr die neue Erde. Hier kann man Theologie lernen, also Nachdenken \u00fcber Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt habe ich mit den sch\u00f6nsten mir zur Verf\u00fcgung stehenden Worten diese Stadt ausgemalt und komme fast in Gefahr zu vergessen, dass die Wohnung, \u00fcber die ich jetzt hier rede, schon l\u00e4ngst in mir Realit\u00e4t ist. Das wollen wir bei all diesen Betrachtungen \u00fcberhaupt nicht vergessen, dass der Dreieinige Gott seine Wohnung in jedem gl\u00e4ubigen Christen schon l\u00e4ngst gegr\u00fcndet hat (Joh 14,23). Da steht es schwarz auf wei\u00df. Er wohnt in uns. Die gr\u00f6\u00dften Dinge sind f\u00fcr uns oft so belanglos, dass wir schnell vergessen, dar\u00fcber nachzudenken und daf\u00fcr zu danken. Der gewaltige Dreieinige Gott nimmt Wohnung durch den Heiligen Geist in mir armem, elenden, schwachen, s\u00fcndhaften Menschen. Was dann \u2013 wenn Christus wiederkommt und sein Gerichtshandeln abgeschlossen sein wird \u2013 schaubar wird, ist jetzt im Glauben uns, der Gemeinde, schon l\u00e4ngst zugeeignet. Diese Ansprache sollte nicht so verstanden werden, als ob die gr\u00f6\u00dften Dinge irgendwann nach Christi Wiederkunft geschehen. Nein, das Neue Jerusalem ist schon l\u00e4ngst in uns. Der heilige allm\u00e4chtige Gott hat in uns Wohnung genommen, wenn wir im Glauben mit Jesus Christus verbunden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u201eGott-mit-ihnen\u201c wird ihr Gott sein, sagt die Stimme. Die Stimme kommt von Christus, vom Thron, denn vorher ist vom gro\u00dfen wei\u00dfen Thron die Rede. Der \u201eGott-mit-ihnen\u201c ist der Immanuel. Das ist ein Namen, der Christus meint. Christus wird dann ihr Gott sein. Auf der neuen Erde, im Neuen Jerusalem, wird der Thron des Lammes stehen. Christus wird dort residieren. Dort wird Er seine ewige Wohnung haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die M\u00e4rtyrer des endgeschichtlichen Israel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wird es immer konkreter: Christus wird die Tr\u00e4nen abwischen. Wir sollten auch hier jedes Wort gewichten. Zun\u00e4chst fragen wir die Offenbarung selber, was damit gemeint sein k\u00f6nnte. Dann wird man sofort an Offb 13 denken, an die Heiligen, die der furchtbaren Verf\u00fchrung und Verfolgung durch den falschen Christus ausgesetzt sind. Sie werden im Martyrium viele Tr\u00e4nen vergie\u00dfen, und diese Tr\u00e4nen werden jetzt abgetrocknet. Diese M\u00e4rtyrer, die sterben um ihrer Hoffnung auf den himmlischen Messias willen, erleben ja ein ganz besonderes Schicksal und gehen einen ganz besonderen Weg. Sie werden versammelt vor dem Altar Gottes (Offb 6,9-11). Dort rufen sie \u00fcbrigens nach Rache. Schon deswegen k\u00f6nnen sie keine Christen sein \u2013 Christen rufen nicht nach Rache. Aber es ist nur eine Teil-Zahl. Die Vollzahl kommt noch. In Offb 7 wird berichtet, dass sie alle versammelt sind und ihre neuen Kleider bekommen. Sie warten auf diesen grandiosen Augenblick, wo sie mit Christus auf die Welt zur\u00fcckkommen. Dann bekommen sie einen neuen Leib (Offb 20,4). Ich muss dabei immer wieder an Hesekiel 37 denken. Da schaut der Prophet ein Feld voller Totengebeine und soll sie ansprechen und zum Leben erwecken. Er tut es. Gott beglaubigt sein Wort. Vor Hesekiels innerem Auge werden die Totengebeine lebendig. Es werden lebendige Menschen durch eine unerh\u00f6rte g\u00f6ttliche Auferweckungstat. Ich wei\u00df nicht, wie Hesekiel das erlebt und empfunden hat. Aber ich kann mir gut denken, dass er genau diesen Augenblick geschaut hat, von dem wir gerade reden. Die M\u00e4rtyrer werden lebendig. Sie bekommen einen unzerst\u00f6rbaren Leib und werden zu Priestern und K\u00f6nigen im Neuen Jerusalem eingesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Tod wird in dieser Stadt mehr sein, denn dort wachsen die Lebensb\u00e4ume. Zu ihnen haben wir seit Adam und Eva keinen Zutritt mehr. Aber sie sind doch f\u00fcr uns gemacht. Ihre Fr\u00fcchte kann man dann pfl\u00fccken und essen. So empf\u00e4ngt man g\u00f6ttliches Leben. Diese B\u00e4ume wachsen an den beiden Seiten eines wunderbaren Stromes. Ihre Bl\u00e4tter heilen viele Gebrechen. Ist das eine alte Mythologie oder Realit\u00e4t? Kein Tod wird in dieser Stadt mehr sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stimme spricht weiter: Die erste Sch\u00f6pfung, die vom S\u00fcndenfall verunstaltet war, ist beendet. Die erste Sch\u00f6pfung, so sch\u00f6n sie ist, ist doch gepr\u00e4gt von der Verg\u00e4nglichkeit. Paulus empfindet die Verg\u00e4nglichkeit dieser ersten Sch\u00f6pfung in R\u00f6m 8 wie kaum ein anderer. Er h\u00f6rt das Seufzen der Kreatur, die sich sehnt nach dem Offenbarwerden der Kinder Gottes. Wie oft gehen wir an der Kreatur vor\u00fcber und denken, Gott sei nur f\u00fcr die Menschheit zust\u00e4ndig. Nein \u2013 Gott ist genauso zust\u00e4ndig f\u00fcr die Tierwelt. Er ist und bleibt zust\u00e4ndig f\u00fcr alle seine Sch\u00f6pfungswerke. Wer den Schluss des Jonabuches kennt, der wei\u00df, dass in Ninive auch Tiere existierten, f\u00fcr die Gott ebenfalls ein Herz hat. Die ganze Kreatur soll erneuert werden. Die alte Sch\u00f6pfung wird nicht nur restauriert, sie wird total erneuert und erh\u00e4lt eine neue Qualit\u00e4t. Kein Fluch der Verg\u00e4nglichkeit wird mehr auf ihr liegen. Und was die Tierwelt betrifft, dazu sagt Jesaja viele Einzelheiten. Die Tiere werden vers\u00f6hnt miteinander leben. Neulich habe ich gelesen, dass der schlimmste Feind einer bestimmten Elefantenart eine bestimme Maus ist. Das ist erstaunlich. Eine kleine Maus der schlimmste Feind eines Elefanten. Wie kommt das? Sie kriecht ihm in den R\u00fcssel und bei\u00dft sich dort fest. Dann hat der Elefant, so gro\u00df und stark er ist, keine Chance mehr sich Fl\u00fcssigkeit zuzuf\u00fchren. Solche Tiertrag\u00f6dien wird es dann nicht mehr geben. Die Tierwelt wird keine Angst mehr voreinander haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christus macht alles neu. Durch seine H\u00e4nde wurde die erste Sch\u00f6pfung erschaffen (Hebr 1,2). Schon das ist ein ganz erstaunlicher Vorgang. Wir haben oft einen viel zu statischen Begriff von Dreieinigkeit: Hier ist Gott, der f\u00fcr die Sch\u00f6pfung zust\u00e4ndig ist; da ist der Sohn, der f\u00fcr die Erl\u00f6sung zust\u00e4ndig ist; da ist der Heilige Geist, der f\u00fcr die Vollendung zust\u00e4ndig ist. Das ist nicht zu Ende gedacht. Gott ist ein Gott der Liebe, und Liebe ist kommunikativ. Der Vater sagt dem Sohn: \u201eDas traue ich dir zu. Mach du das! Ich trete zur\u00fcck.\u201c Das ist Liebe. Und der Sohn sagt: \u201eVater, das mach ich! Denn ich m\u00f6chte meine Liebe dir zeigen.\u201c Wir finden ein ganz enges Geflecht von hei\u00dfer Liebe in der Dreieinigkeit Gottes. Gott hat die Welt durch Christus erschaffen. Deswegen wird Christus auch die neue Welt genau so souver\u00e4n erschaffen. Das ist f\u00fcr ihn kein Problem. Das hat sogar der Atheist Voltaire gesagt, als er einmal \u00fcber die Auferstehung gefragt wurde: \u201eFalls es stimmt, dass Gott den Menschen einmal erschaffen hat, dann wird er ihn wohl auch ein zweites Mal erschaffen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Christus auf dem Thron<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stimme, die das alles sagt, ist die Stimme Christi. Er wird dann auf dem Thron des Lammes sein (Offb 22,3). Und die vielen auferstandenen M\u00e4rtyrer werden ihm dienen von Ewigkeit zu Ewigkeit, hei\u00dft es. Denn sie haben einen unzerst\u00f6rbaren Leib empfangen. Das ist nat\u00fcrlich eine Wirklichkeit, die wir mit unserer Erfahrung nicht umschlie\u00dfen und umgreifen k\u00f6nnen. Aber ich will einfach nur nachzeichnen, was die heilige Schrift hier von dieser Stadt alles sagt.<\/p>\n<p>Nun wird es immer konkreter. Die Stadt tr\u00e4gt die Herrlichkeit Gottes, die <em>doxa<\/em> auf griechisch, <em>kabod<\/em> auf hebr\u00e4isch. Schon im Alten Testament war die Herrlichkeit Gottes ein Zeichen f\u00fcr die unmittelbare Gegenwart Gottes. Wenn Mose und Aaron in der Stiftsh\u00fctte beteten, kam die Herrlichkeit Gottes auf sie nieder. Und diese Stadt wird dann voll und ganz erf\u00fcllt sein von Gottes Herrlichkeit. Die Stadt steht auf Grundsteinen, und diese Grundsteine sind die zw\u00f6lf Apostel. Das gibt uns viel zu denken. Die Apostel waren die ersten, die zu den V\u00f6lkern geschickt wurden. Erinnern wir uns an den Missionsbefehl in Matth 28. Diesen Befehl haben die J\u00fcnger damals nur mit Ach und Weh eingel\u00f6st, zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht. Deswegen musste Paulus kommen, um \u00fcberhaupt den gro\u00dfen Ansto\u00df zur Heidenmission zu geben unter Schmerzen und viel Leid. Aber trotzdem waren die J\u00fcnger die ersten, die den Auftrag bekamen, in die Welt zu gehen und den Menschen Christus zu bezeugen. Deswegen haben sie ihren Platz im Neuen Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das neue Volk Israel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Neue Jerusalem ist nicht f\u00fcr sich selber da, so dass die, die darin wohnen, jeden Tag ihre Sch\u00f6nheit genie\u00dfen w\u00fcrden und dabei ein gl\u00fcckseliges Leben h\u00e4tten. Nein, Gott ist Liebe, und Liebe sucht andere. Deswegen ist diese Stadt f\u00fcr die V\u00f6lker da. Und die V\u00f6lker werden kommen! Die zw\u00f6lf Apostel werden gleichsam die Regierungsmannschaft bilden. Die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels stehen auf den zw\u00f6lf Toren. Damit ist nichts anderes gesagt, als dass Israel als Ganzes endlich an seiner Lebensbestimmung angekommen ist. Diese Bestimmung tr\u00e4gt Israel mit sich seit dem Sinai-Ereignis (2 Mose 19,5 und 6). \u201eIhr sollt mir sein ein heiliges Volk von Priestern und K\u00f6nigen, wenn ihr gehorsam seid\u201c. Darauf wartet Gott. Aber dann wird Israel gehorsam sein. Die Tore stehen weit offen. Dort k\u00f6nnen die V\u00f6lker und K\u00f6nige hindurchgehen. \u00dcber die riesige Gr\u00f6\u00dfe des Neuen Jerusalem kann man nur staunen. 2.200 bis 2.400 Kilometer im Kubik \u2013 das ist unendlich viel Platz. Gott hat eine unendliche Liebe, in die unendlich viel hinein passt. Dort sollen die V\u00f6lker ein- und ausgehen. Wenn man die Mauer ins menschliche Ma\u00df \u00fcbertr\u00e4gt, ist sie 70 Meter breit. Man k\u00f6nnte hier denken, dass es noch irgendwelche Feinde abzuhalten gilt. Aber das w\u00e4re eine falsche Vorstellung. Die Tore stehen ja offen. Die Mauer ist durchsichtig. Das hei\u00dft, sie l\u00e4sst das Licht, die Herrlichkeit Gottes, den Glanz hindurch. Keine Sonne ist dort mehr n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was soll man zu den Baustoffen sagen? Was ist mit dem Gold, mit den riesigen Perlen, mit den Edelsteinen gemeint? Das sind himmlische Baustoffe. Diese Stadt kommt aus dem Himmel. Das Gold, das wir auf der Erde haben, ist nur ein Abbild des himmlischen Goldes. Die Perlen, die wir auf der Erde haben, sind nur ein Abbild himmlischer Perlen. Alles, was wir auf der Erde an sch\u00f6nen Dingen haben, ist verg\u00e4nglich. Aber es ist immer auch ein Spiegelbild dessen, was in Gottes Augen sch\u00f6n ist. Gott ist ein sch\u00f6ner Gott, und deswegen wird auch das Neue Jerusalem wundersch\u00f6n sein. Ihr Gold ist ein Gold, das es auf der heutigen Erde gar nicht gibt. Denn dieses Gold ist durchsichtig. Es l\u00e4sst den Glanz durch, hinein in die Welt, hin zu den V\u00f6lkern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte diese Stadt nicht vergeistigen. Es gibt schon viel zu viele Auslegungen, die hier vergeistigen und die \u00fcberall irgendeinen geistlichen Sinn hineinlesen. Warum lassen wir nicht einfach die Realit\u00e4t stehen? Gott hat Freude an der Sch\u00f6nheit dieser realen Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wird es noch konkreter, wenn man die letzten Verse der Schau vom Neuen Jerusalem studiert. Jetzt bekommen wir auch etwas \u00fcber den Zweck des neuen Jerusalem mitgeteilt. Zun\u00e4chst befremdet eine Aussage: Es gibt dort keinen Tempel. Das ist auff\u00e4llig. Denn wo wird dann Christus sein? Wir bekommen sofort die Aufkl\u00e4rung: Die ganze Stadt ist ein Tempel, die ganze Stadt ist Wohnst\u00e4tte Christi. Alles ist ein riesiger Tempel. Und Christus selber ist die Sonne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die V\u00f6lkerwallfahrt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wird von der V\u00f6lkerwallfahrt gesprochen. \u201eDie V\u00f6lker werden zu deinem Licht ziehen\u201c \u2013 sie sehen das Licht \u2013 \u201eund die K\u00f6nige werden zu deinem Glanz kommen, der \u00fcber dir aufgeht\u201c (Jes 60,3). Die V\u00f6lker werden aus eigenem Antrieb kommen. Da ist kein Druck, da ist keine Leistung, da ist kein Muss: \u201eWenn du nicht einmal im Jahr die Pilgerreise machst, bist Du ungehorsam\u201c. Nein, \u00fcberhaupt nichts von dem. Da ist Antrieb aus reinem Herzen, Gott n\u00e4her kennen lernen zu wollen und das Beste, was man hat, Gott zu weihen und ihm darzubringen. Das Beste, was ich habe. Ja, der Mensch ist dann regelrecht begierig, Christus das Beste zu bringen und zu weihen, auf dass es gesegnet werde. Was wird das f\u00fcr eine Welt sein! Was wird das f\u00fcr eine Menschheit sein! Die V\u00f6lker sehnen sich dann nach Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. Ich m\u00f6chte an eine Stelle aus Sach 8,23 erinnern: \u201eZehn M\u00e4nner aus den Heidenv\u00f6lkern werden einen Juden beim Mantel ergreifen und ihn nicht wieder loslassen und zu ihm rufen: Bitte, zeige uns den lebendigen Gott!\u201c Sie haben Sehnsucht nach Gott, so wie Gott Sehnsucht nach ihnen hat. Dann wird sich erf\u00fcllen, was bei Jesaja gleich am Anfang steht: \u201eAus Zion wird Weisung ausgehen und das Wort Gottes von Jerusalem.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben uns einmal eine Thoraschrein-Decke aus Jerusalem mitgebracht. Das h\u00e4tten wir gar nicht gedurft; das wussten wir aber nicht. Sie h\u00e4ngt jetzt im Seminarraum der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes, wo die Gottesdienste gefeiert werden. Auf diese Decke f\u00e4llt immer wieder unser Blick. Dort steht, gestickt aus goldenen hebr\u00e4ischen Buchstaben: \u201eAus Zion wird Weisung ausgehen und das Wort Gottes von Jerusalem\u201c (Jes 2,3). Das ist der Zweck des Neuen Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sind wir nun bei dem Unbeschreiblichen angekommen, beim menschlichen Leben im Neuen Jerusalem und auf der neuen Erde. Es muss aber unbedingt noch gesagt werden. Es wird im Neuen Jerusalem ein komplettes ewiges g\u00f6ttliches Heil geben. Hier bekommt jeder das Lebenswasser umsonst, jeder, der k\u00f6rperlich durstig ist, jeder, der Lebenssinn sucht, jeder, der in seinem Ich, in seinem Selbstverst\u00e4ndnis wei\u00df, wie sehr er Gott braucht und wie viel er Gott verdankt. Das gilt f\u00fcr jeden, der neuen und tieferen Sinn sucht f\u00fcr sein Leben. All das wird er bekommen. Wer k\u00f6rperliches Heil sucht, wird es finden. Wir sehen, dass Gott auch in der neuen Welt derselbe geblieben ist. Auch dort ist die Gnade. Man muss sich nichts verdienen. Wer schwach und krank und gebrechlich ist, der hat dort Fr\u00fcchte und Bl\u00e4tter. Wer traurig ist \u00fcber die Defizite seines Herzens, empf\u00e4ngt Sinn und Freude die F\u00fclle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann dar\u00fcber l\u00e4cheln, aber f\u00fcr mich tritt uns hier Gott als Leibsorger entgegen. Was wir in unserer christlichen Tradition haben, ist eine Dominanz der Seele \u00fcber den Leib. Es gibt Seelsorge, aber wo gibt es Leibsorge? Heute hat mich jemand gefragt, ob man sich nach dem Tod verbrennen lassen kann. Solch eine Frage kann man nur stellen, wenn man den tieferen Sinn der Leiblichkeit vergessen hat. Gott erschafft den Leib, durch Christus, wie wir gesehen haben. Und er wird auch den Leib der neuen Menschheit unter den neuen Lebensbedingungen dann erschaffen. Da sollte uns eine Scheu ergreifen, den gestorbenen Leib mit Feuer zu zerst\u00f6ren. Auch an unsere Nahrung k\u00f6nnen wir in diesem Zusammenhang denken. F\u00f6rdert und hilft sie unserem Leib oder gef\u00e4hrdet sie ihn? Was machen wir oft mit diesem gro\u00dfartigen Sch\u00f6pfungswerk unseres Leibes! Gott ist leibhaft. Christus ist leibhaft auferstanden. Das ist biblisches Denken. Christen, die sich nur um innere Werte und um geistliche Dinge bem\u00fchen, leben in der griechischen Tradition, nicht in der biblischen. Die Bibel denkt leibhaft. Das wird jeder best\u00e4tigen, der sich einmal n\u00e4her mit einem Juden unterhalten hat. Gott tritt uns hier also als Leibsorger entgegen, und das ist fantastisch. Zu unserem leiblichen Tod: Wenn wir hier die Augen schlie\u00dfen, dann wird es nicht so sein, wie manche meinen, dass dann das Ich oder die Seele k\u00f6rperlos irgendwo deponiert werden. Das gibt es nicht in der Bibel. Es gibt keine Stelle, die uns eine Seele ohne Leib und einen Leib ohne Seele vor Augen f\u00fchrt. Die Seele hat immer einen Leib. Und wenn der nat\u00fcrliche Leib die Seele nicht mehr tr\u00e4gt, dann hat Gott einen anderen. Wenn wir hier unsere Augen schlie\u00dfen, dann treten wir in eine neue Leiblichkeit ein. Nat\u00fcrlich ist das eine \u00dcbergangs-Leiblichkeit, bis Christus kommt. Aber es ist eine Leiblichkeit, in der die Seele aktiv bleibt. Denken wir an den reichen Mann und den armen Lazarus. Wie aktiv war die Seele dieses reichen Mannes, voller Selbstvorw\u00fcrfe und voller Leid, auch voll von k\u00f6rperlichem Leid.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Zukunft der Gemeinde Jesu im Himmel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich, wenn der Herr wiederkommt, folgt dann f\u00fcr die Christen der gro\u00dfe Verwandlungsakt. Wir bekommen eine neue Leiblichkeit. Paulus wird nicht m\u00fcde, uns in 1 Kor. 15 die Vorz\u00fcge dieser neuen Leiblichkeit zu beschreiben. Geistlich wird der Leib sein, d. h. vom Geist geschaffen. Unverweslich wird er sein, sagt Petrus (1 Petr 1,4). D. h. der Leib ist dann ohne Krankheit und ohne Gebrechen. \u201eUnverwelklich\u201c und \u201eunbefleckt\u201c. In dem zuk\u00fcnftigen Leib lebt keine S\u00fcnde mehr. In diesem jetzigen Leib lebt die S\u00fcnde. Das ist unsere gro\u00dfe Not, dass wir immer wieder nach 1 Kor. 9 versuchen m\u00fcssen, unseren Leib unter die Zucht des Geistes zu stellen, ein m\u00fchsames Unterfangen. Wer das ohne Probleme schafft, den kann ich nur begl\u00fcckw\u00fcnschen. Ich schaffe es nicht. Immer wieder muss der alte Leib unter die Zucht des Geistes gebracht werden. Das gibt es dann alles nicht mehr. Der Leib macht dann genau das, was der Geist will. Er freut sich sogar darauf, das zu machen. Wunderbar!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollten in diesem Zusammenhang immer mehr in die Fu\u00dfspuren Gottes treten und uns mehr f\u00fcr unseren Leib und auch f\u00fcr den Leib unseres N\u00e4chsten interessieren. Etwa 65 Prozent aller Krankheiten entstehen durch falsche Ern\u00e4hrung. Das ist eine Beobachtung, die volkswirtschaftlich hochinteressant ist. Wie viele Milliarden werden einfach durch schlichtes Fehlverhalten in der Ern\u00e4hrung verpulvert. Wir m\u00fcssen keine Wirtschaftstheoretiker sein, um diesen Schaden ermessen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann noch etwas: Es wird keinen Fluch mehr geben in dieser Stadt. Gott ist sehr zaghaft mit Fl\u00fcchen, und man muss unterscheiden zwischen Fluch und Strafe. Wenn Gott straft, dann steht immer die p\u00e4dagogische Liebe Gottes im Hintergrund. Aber wenn Gott flucht, dann wird es viel ernster, dann wird die Zukunft verbaut. Nach dem S\u00fcndenfall wurden Adam und Eva nicht verflucht, sonst w\u00fcrden wir hier gar nicht sitzen. Aber sie werden bestraft durch Einschr\u00e4nkungen in ihrem ganz pers\u00f6nlichen geschlechtsspezifischen Lebensvollzug. Verflucht wird der Ackerboden und Satan. Wenig sp\u00e4ter wird noch jemand verflucht. Das ist Kain, und sein Schicksal wird damit sehr ernst: \u201eUnstet sollst du sein, keine Heimat wirst du haben. Deine Arbeit wird nicht den Ertrag herausgeben, den du investierst.\u201c Vergebliche Liebesm\u00fche, ein bitterer Fluch. Kain wird von einer unbegreiflichen inneren Unruhe erfasst, und das ist Menschenschicksal geworden bis heute. Wie sagte Augustin so sch\u00f6n: \u201eUnsere Seele ist unruhig, HERR, bis sie Frieden findet bei Dir.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle diese Fl\u00fcche werden weggenommen. Der Mensch wird dann nicht mehr bestimmt von dieser Dauerunruhe. Er hat dann ewige Heimat, Geborgenheit und Treue gefunden. Heimat, Geborgenheit, Treue: Das sind die Dinge, die wir alle brauchen. Brauchen wir mehr? Ich glaube nicht. Das sind die seelischen Grunderfahrungen, die gerade der junge Mensch braucht, wenn er stabil werden soll. Was w\u00e4chst heute f\u00fcr eine Jugend heran, die in den Familien, sofern es \u00fcberhaupt noch welche gibt, nur wenig Heimat, Treue und Geborgenheitserfahrungen mehr macht? Wie wichtig ist vor diesem Hintergrund die Ehe! Sie ist ein Abglanz des Himmels, wo uns ein St\u00fcck \u2013 nat\u00fcrlich nur ein St\u00fcck, dar\u00fcber bin ich mir im Klaren \u2013, ein Vorgeschmack von ewiger Treue, von Heimat, von Geborgenheit geschenkt werden soll. Das soll uns vorbereiten auf die gro\u00dfe Treue, auf die endg\u00fcltige Heimat und auf die vollkommene Geborgenheit, die wir als christliche Gemeinde erfahren werden, wenn wir einst die Herrlichkeit Gottes schauen werden. Und diese Menschen, die dort in dem Neuen Jerusalem leben werden sowie die V\u00f6lker, die dorthin pilgern, werden das voll und ganz erfahren und erleben: Keine Heimatlosigkeit mehr, keine Fl\u00fcche mehr. Das ist alles ganz wunderbar. Und Christus wird von Ewigkeit zu Ewigkeit regieren zusammen mit denen, die dann dazu berufen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Herrlichkeit des Herrn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt m\u00f6chte ich abschlie\u00dfend noch etwas sagen \u00fcber die Herrlichkeit und \u00fcber das Herrschen. Ich denke, wir m\u00fcssen immer wieder Begriffshygiene mit den wichtigen biblischen Vokabeln betreiben. Manche halten sich schon innerlich die Ohren zu, wenn sie vom HERRN etwas h\u00f6ren, vor allem die Feministen. Dann werden neue, sogenannte \u00dcbersetzungen geschrieben, in denen vom HERRN nicht mehr die Rede ist. Welch ein tiefes Missverst\u00e4ndnis vom HERR-sein! Der HERR ist das Sch\u00f6nste, was es gibt. Denn im HERRN spiegelt sich die HERRlichkeit Gottes. Das Herrschen des HERRN ist kein Be-herrschen, sondern ist ein vollkommenes, von Liebe durch und durch gepr\u00e4gtes opferbereites Dasein und Helfen-wollen f\u00fcr andere. Das wollen wir uns einmal wieder sagen und uns nicht verblenden lassen in unserer Begrifflichkeit von den vielen Beherrschern, die diese Welt gesehen hat und sieht. Das Herr-Sein Christi ist etwas ganz anderes. Da opfert sich jemand f\u00fcr die, die er beherrscht. Das wissen wir seit Golgatha. Deswegen ist es eine wunderbare Vision, wenn die Offenbarung im letzten Kapitel von der ewigen Herrschaft des Lammes spricht. Das wird kein Unterdr\u00fcckungs- und schon gar kein Terrorregime sein, sondern eine Herrschaftsweise, f\u00fcr die man alle begl\u00fcckw\u00fcnschen kann, die sie erleben. Denn dieser HERR wei\u00df, was den Menschen fehlt. Dieser HERR gibt den Menschen all das, was sie brauchen. Wir als Gemeinde k\u00f6nnen das im Glauben bezeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben wir nicht im Vortrag von Professor Gitt etwas geh\u00f6rt \u00fcber die Syntax der Zeit? Haben wir nicht etwas davon geh\u00f6rt, die Zeit auszukaufen, sie richtig einzusetzen, nach Gottes Reich zu trachten und nach seiner Gerechtigkeit? Haben wir nicht die Zusage, dass uns dann alles andere zufallen wird? Das ist nichts anderes als das Paradies auf Erden. Trachte nach Gott. Trachte nach seinen Belangen und setze dich f\u00fcr Gottes Ehre ein, in deiner Familie und auch in deinem Umfeld. Leide mit an der kolossalen Verunehrung Gottes in unserer s\u00e4kularisierten Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist unsere Aufgabe, als Christen die Ehre Gottes und das Beste f\u00fcr unsere N\u00e4chsten zu suchen. Und damit bin ich beim Kreuz. Blicken wir auf das Kreuz. Es zeigt uns zwei Richtungen: Die eine weist nach oben, die andere zur Seite. Niemand hat es so gut gesagt wie Luther in seiner Reformationsschrift von der Freiheit des Christen. \u201eEin Christenmensch lebt nicht in sich. Er lebt in Gott und im N\u00e4chsten.\u201c Lebst du noch in dir? Dann bist du am falschen Ort. Wir geh\u00f6ren nicht uns. Wir geh\u00f6ren in Gott hinein, und wir geh\u00f6ren in den N\u00e4chsten hinein. Unsere Gedankenwelt, unsere Gef\u00fchlswelt, unsere Pl\u00e4ne sollen ausgerichtet sein, immer wieder neu Gott die Ehre zu geben, in seinem Wort zu forschen, ihn immer besser zu verstehen, seinen Willen immer besser umzusetzen und anderen weiterzusagen. Die Liebe soll uns in gleicher Weise beseelen. Sie gibt Phantasie und Kraft. Dann f\u00e4llt einem das Leid des N\u00e4chsten ein, nicht nur sein k\u00f6rperliches Gebrechen oder seine Armut. Dann sehen wir in die N\u00f6te seiner Seele. Dann fangen wir an, f\u00fcr ihn zu beten. Dann wird Gott offene T\u00fcren schenken. Gott ist der beste Missionar. Dann kommen Gelegenheiten, dem N\u00e4chsten etwas Gutes zu sein und zu geben f\u00fcr Leib, Seele und Geist f\u00fcr Zeit und Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit sind wir als Christen bei unserer Bestimmung angekommen. Das w\u00fcnsche ich uns allen, dass dieser Kongress dazu einen Beitrag liefert, dass wir nicht Sehnsucht entwickeln nach dem Neuen Jerusalem, so sch\u00f6n und phantastisch das auch sein wird, sondern das wir das Neue Jerusalem, das jetzt im Glauben schon in uns existiert, entdecken, aktivieren und uns von Herzen dar\u00fcber freuen und Gott t\u00e4glich danken, dass er in uns Wohnung nimmt und uns berufen hat zu einem Leben im Kreuzeszeichen. Dann wird auch die Vorfreude in uns wachsen auf das Kommen unseres Herrn und auf unsere Himmelsb\u00fcrgerschaft, die uns verhei\u00dfen ist in Phil 3,20f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Unser B\u00fcrgerrecht aber ist im Himmel, woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leib nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius,\u00a0Predigt<\/em><em> w\u00e4hrend der Kongresse \u201cJa, ich komme bald!\u201d \u2013 Das biblische Zeugnis von Wiederkunft, Gericht und Neusch\u00f6pfung\u00a0vom 01.04.-03.04.2011 in\u00a0Bad Gandersheim und vom 09.-10.04.2011 in Bad Teinach-Zavelstein\u00a0(Veranstalter: Gemeindehilfsbund \/ Gemeindenetzwerk). Eine idea-Dokumentation mit s\u00e4mtlichen Beitr\u00e4gen\u00a0der beiden Kongresse \u201cJa, ich komme bald!\u201d kann in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes zum Preis von 7.60 \u20ac bestellt werden: M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode, 05161-911330, <a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a>.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt: Die neue Sch\u00f6pfung und das Neue Jerusalem Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; und der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.\u00a02 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschm\u00fcckte Braut f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":67,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6727"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/67"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6727"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6758,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6727\/revisions\/6758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}