{"id":664,"date":"2008-01-09T16:56:05","date_gmt":"2008-01-09T14:56:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=664"},"modified":"2009-09-02T16:40:41","modified_gmt":"2009-09-02T14:40:41","slug":"weltweites-moratorium-zur-abtreibung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=664","title":{"rendered":"Weltweites Moratorium zur Abtreibung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Weltweites Moratorium zur Abtreibung<\/strong>\u00a0<br \/>\n<strong>Neuer Weg im Einsatz f\u00fcr die Achtung des ungeborenen Lebens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ROM, 8. Januar 2008 (ZENIT.org).- Der italienische Journalist und Direktor der Zeitung \u201eIl Foglio\u201c hat letzte Woche den Stein ins Rollen gebracht: Nachdem die Vollversammlung der Vereinten Nationen vor allem auch durch den Einsatz Italiens f\u00fcr ein internationales Moratorium zur Todesstrafe gestimmt hatte, griff Ferrara nach der Feder und forderte ein auf den Schutz des entstehendes Lebens ausgerichtetes Moratorium zur Abtreibung. Das Interessante und die gesamte Zivilgesellschaft Provozierende dabei ist: Ferrara stammt nicht aus dem \u201ekatholischen Lager\u201c. Er geh\u00f6rt keiner Lebensschutzbewegung an, und es liegt ihm fern, mit grausamen Bildern von abgetriebenen Kindern auf die Gef\u00fchle der Gutmenschen Einflu\u00df zu nehmen, die sich gerade wieder einmal wohl ges\u00e4ttigt vom reich gedeckten Weihnachtstisch erhoben haben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferrara, der eine lange Geschichte der politischen Militanz in der Kommunistischen Partei Italiens vorweisen kann und sich durch die Zerst\u00f6rung der politischen Ordnung im Italien Anfang der 90er-Jahre, verbunden auch mit dem Eintritt des Medienmoguls Silvio Berlusconi in die Politik, von seiner roten Vergangenheit verabschiedet hatte, wird von seinen alten Parteigenossen und den Linkskatholiken gerne als \u201efrommer\u201c Atheist bezeichnet, um nicht zu sagen verh\u00f6hnt\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Intelligenz, Logik, Koh\u00e4renz und eine innere Abneigung gegen pseudodemokratische Heuchlerei im Stile des intellektuellen Nach-Achtundsechzigerproletariats geh\u00f6ren zu den interessantesten Charakteristiken Giuliano Ferraras, der nicht davor zur\u00fcckschreckt, an vier Abenden der Woche zur \u201eprime time\u201c um 20.30 Uhr auch im Fernsehen schwierige Themen anzugehen und dabei auf fast eine Million an Publikum kommt\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei seiner Idee eines weltweiten Moratoriums zur Abtreibungen geht Ferrara von der Feststellung aus, da\u00df die Massenabtreibung in den letzten Jahrzehnten Ausma\u00dfe eines V\u00f6lkermordes angenommen hat \u2013 ein \u201eperverses Ph\u00e4nomen\u201c aufgrund seines sexistischen und eugenischen Hintergrunds, wie Ferrara erkl\u00e4rte. \u201eAllein in Asien fehlen 200 Millionen M\u00e4dchen, denen das Leben verwehrt wurde, da sie als unn\u00fctz angesehen werden. Gleichzeitig stehen wir vor einer fortschreitenden Eliminierung von Millionen von Menschen, die sich durch eine potentielle Behinderung charakterisieren, die zudem nur nach Wahrscheinlichkeitsrechnungen festgestellt wird.\u201c Das weibliche Geschlecht ist, so Ferrara, auch nach diesen Statistiken Hauptopfer der Massenabtreibungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Optionen f\u00fcr die Abtreibung auch im Namen der Wissenschaft und des besseren Lebens sind f\u00fcr Ferrara \u201evorwissenschaftlich\u201c. Er vergleicht sie gern mit dem Konzept des \u201eTarpejischen Felsens\u201c, von dem im antiken Rom an der s\u00fcdlichen Spitze des Kapitolh\u00fcgels Todesurteile durch Felsensturz vollstreckt wurden. Die Sensibilit\u00e4t des Italieners gestattet es ihm, das zu tun, was im deutschsprachigen Raum gerne zu einem lauten und moralisierenden Aufschrei f\u00fchrt: n\u00e4mlich die Praxis und die zugrunde liegende Theorie der eugenischen und Leben verbessernden Abtreibung mit dem \u201etranshumanen Exprimentieren\u201c eines Doktor Joseph Mengele und dem \u201esozialdemokratischen Utopismus\u201c der \u201eNeuen Welt\u201c zu vergleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas christliche Mittelalter erfand in den Konventen die Kinderklappe\u201c, so Ferrara, \u201eum unerw\u00fcnschte Kinder aufnehmen zu k\u00f6nnen. Die modernen Zeiten verschreiben sich dem Gebrauch der chirurgischen Guillotine oder der Vergiftung im Bauch durch RU486.\u201c Der Journalist fragt: \u201eIst dies ein Fortschritt?\u201c Nein. Es handle sich um eine moderne Form der Versklavung des Menschen unter der Maske der Aus\u00fcbung eines Rechts, das auf blasphemische und sophistische Weise \u201everantwortliche Fortpflanzung\u201c genannt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Moratorium tritt Ferrara f\u00fcr eine klare Entscheidung ein: philosophisch und juridisch sowie auch ethisch das Nein zur Abtreibung zu sanktionieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu m\u00fcsse der Artikel 3 der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte erg\u00e4nzt werden. Bis jetzt lautet dieser: \u201eJeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.\u201c Der neue Text soll lauten: \u201eJeder hat das Recht auf Leben, von seiner Empf\u00e4ngnis bis zu seinem nat\u00fcrlichen Ende, auf Freiheit und Sicherheit der Person.\u201c Dieser neue Text w\u00e4re dann \u201eipso facto\u201c ein Moratorium jeglicher Form von Sklaverei f\u00f6rdernder Politik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rechfertigung f\u00fcr den Zusatz des \u201eRechtes auf Geborenwerden\u201c ist f\u00fcr Ferrara nicht konfessioneller Natur, sondern Ausdruck von Vern\u00fcnftigkeit, Ausdruck des \u201eGeistes der Menschlichkeit, der Freiheit, der Gleichheit, der Br\u00fcderlichkeit, das hei\u00dft der laizistischen Religiosit\u00e4t, die die Antriebsfeder der Gr\u00fcnderv\u00e4ter der modernen liberalen Demokratien war und welche gerade von den Frauen mit ihrem spezifischen Denken und mit ihren K\u00e4mpfen f\u00fcr die Freiheit legitimiert und gen\u00e4hrt wurde, um zun\u00e4chst die nichtverhandelbaren Prinzipien der verschiedenen Menschenrechts- und Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rungen zu verfassen und dann im praktischen Leben umzusetzen\u201c. Ein solcher Zusatz zur Menschrechtserkl\u00e4rung w\u00fcrde der \u201egr\u00fcndende Kern einer neuen Aufkl\u00e4rung und eines neuen Rationalismus erkennbar machen, der laizistische und j\u00fcdisch-christliche Wurzeln hat und gleichzeitig auf dem kategorischen Imperativ der kantischen Moral und den Imperativen der j\u00fcdisch-christlichen Anthropologie und Pastoral aller Zeiten gr\u00fcndet, die auf der Heiligung des allt\u00e4glichen Lebens und auf den Begriff der Person basiert\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Moratorium ist f\u00fcr Ferrara eine konkrete und praktikable Idee, die vern\u00fcnftig, laizistisch, logisch und zutiefst religi\u00f6s zugleich ist und ohne konfessionelle Bindungen. \u201eMake love, not abortion\u201c \u2013 dies ist f\u00fcr Ferrara der Slogan, mit dem er ins Jahr 2008 eintreten will. 40 Jahre nach 1968 soll dieser Slogan zum Wahlspruch einer neuen aufgekl\u00e4rten Menschheit werden\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweites Moratorium zur Abtreibung\u00a0 Neuer Weg im Einsatz f\u00fcr die Achtung des ungeborenen Lebens ROM, 8. 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