{"id":6606,"date":"2011-06-03T20:08:31","date_gmt":"2011-06-03T18:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6606"},"modified":"2011-06-03T20:08:31","modified_gmt":"2011-06-03T18:08:31","slug":"offener-brief-zu-fragen-der-homosexualitat-an-landesbischof-synodalprasidentin-und-oberkirchenrat-der-evangelischen-landeskirche-in-wurttemberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6606","title":{"rendered":"Offener Brief zu Fragen der Homosexualit\u00e4t an Landesbischof, Synodalpr\u00e4sidentin und Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in W\u00fcrttemberg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Offener Brief der Gnadauer Verb\u00e4nde und Werke\u00a0zu Fragen der Homosexualit\u00e4t an Landesbischof, Synodalpr\u00e4sidentin und Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in W\u00fcrttemberg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrter Herr Landesbischof Dr. July,<br \/>\nsehr geehrte Frau Pr\u00e4sidentin Dr. Hausding,<br \/>\nsehr geehrte Damen und Herren im Kollegium des Oberkirchenrates,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">heute wenden wir uns an Sie im Namen der Gnadauer Verb\u00e4nde und Werke in W\u00fcrttemberg im Blick auf die aktuelle Debatte um das Thema Homosexualit\u00e4t. Wir vertreten dabei unter anderem gut 1.000 Gemeinschaften innerhalb unserer Evangelischen Landeskirche in W\u00fcrttemberg und wissen uns mit vielen Kirchengemeinden verbunden, die sich in diesen Wochen mit Sorge an uns wenden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diskussionen um das Pfarrerdienstgesetz der EKD, die ja auch ein breites Medienecho fanden, haben auch Fragen nach Regelungen in unserer Landeskirche ausgel\u00f6st. Wir sind zun\u00e4chst sehr dankbar f\u00fcr die in W\u00fcrttemberg nach wie vor bestehende Regelung, dass grunds\u00e4tzlich keine gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus m\u00f6glich sind. Gleichwohl sehen wir in den\u00a0bestehenden Einzelfallregelungen eine gewisse Konterkarierung, da sie den bestehenden Grundsatz praktisch in Frage stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inhaltlich schlie\u00dfen wir uns weitgehend den Stellungnahmen der acht Altbisch\u00f6fe sowie des Gespr\u00e4chskreises Lebendige Gemeinde an. Auf ausf\u00fchrliche biblisch-theologische sowie seelsorgerlich-praktische Ausf\u00fchrungen zu der komplexen Thematik rund um die Fragen zur Homosexualit\u00e4t und dem christlichen Glauben verzichten wir an dieser Stelle. Von der Heiligen Schrift her sehen wir uns in der Einsicht gebunden, dass praktizierte Homosexualit\u00e4t nicht dem Willen Gottes entspricht. Zugleich entspricht es dem Geist Jesu Christi, auch Menschen mit homosexueller Neigung und Orientierung in Liebe zu begegnen und mit ihnen vers\u00f6hnt zu leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gebot der N\u00e4chstenliebe relativiert jedoch nicht den Willen Gottes und seine Weisung hinsichtlich des menschlichen Zusammenlebens, sondern verschafft diesem vielmehr Geltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir nehmen eine tiefe Sorge in vielen Gemeinden und Gemeinschaften wahr. Verantwortliche Schwestern und Br\u00fcder, wie auch wir selbst, sehen die Einheit der Kirche in Frage gestellt. Wir erleben diese Situation als sehr ernst. Eine solche Besorgnis um die Kirche hat es an der Gemeindebasis unseres Erachtens in dieser Tiefe in den letzten Jahren, ja wohl Jahrzehnten nicht gegeben. Wir bitten Sie daher inst\u00e4ndig, diese Besorgnis in vielen Gemeinden und Gemeinschaften wahr- und im Blick auf Ihre Entscheidungen sehr ernst zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Sorge um die Kirche gr\u00fcndet darin, dass mit der Frage nach dem praktischen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften nicht nur wesentliche ethische Fragen aufgeworfen sind. Vielmehr sind hermeneutische und anthropologische Grundfragen ber\u00fchrt. Es geht letztlich um die Frage, welche Relevanz die Heilige Schrift in der \u201eKirche des Wortes\u201c hat. Wir halten es f\u00fcr unverzichtbar, dass die Bibel in der Klarheit ihrer Aussagen, die trotz divergierender hermeneutischer Zug\u00e4nge evident sind, Orientierung und Richtschnur f\u00fcr kirchliches Handeln bleibt. Insofern hat die Frage nach der Legitimierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus auch eine grunds\u00e4tzliche Relevanz. Eine Instrumentalisierung der betroffenen Pfarrerinnen und Pfarrer zur Entscheidung in dieser Frage halten wir in beiderlei Richtung f\u00fcr unangemessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen ferner mit Besorgnis die teilweise diskreditierende \u00f6ffentliche Wahrnehmung von Werken und Diensten, die sich in besonderer Weise um die Begleitung von homophil empfindenden Menschen m\u00fchen, insbesondere das \u201eWei\u00dfe Kreuz\u201c, die Einrichtung \u201eW\u00fcstenstrom\u201c und die Offensive Junger Christen (OJC). Auch diese Werke sind in besonderer Weise auf die Solidarit\u00e4t ihrer Kirche angewiesen. Zugleich braucht es in unserer Kirche qualifizierte seelsorgerliche Angebote f\u00fcr Menschen, die unter ihrer homosexuellen Neigung leiden und eine Begleitung w\u00fcnschen, die auch f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung offen ist. Das sollte auch in den Publikationen landeskirchlicher Angebote zu Fragen der Homosexualit\u00e4t einen entsprechenden Niederschlag finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund unserer weltweiten Verbundenheit etwa mit den Kirchen in Afrika und Asien bitten wir darum, den \u00f6kumenischen Horizont der Debatte im Blick zu behalten. Wenige protestantische Kirchen des Westens drohen einen sowohl historischen wie auch gegenw\u00e4rtigen Konsens zu verlassen, der die breite Mehrheit reformatorischer, orthodoxer, anglikanischer und r\u00f6mischkatholischer Christen global verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verbinden mit unserem Schreiben die Hoffnung auf eine verantwortliche Entscheidung in Bindung an Schrift und Bekenntnis und zugunsten der Einheit der Kirche. Wir nehmen die Diskussionen in der Synode aufmerksam wahr und versuchen eine an der Schrift orientierte Entscheidung auf dieser wie auch auf anderen Ebenen unsererseits zu bef\u00f6rdern. Wir gehen davon aus, dass die Entscheidungen Auswirkungen auf unsere Gemeinschaften vor Ort haben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Jesus Christus verbunden gr\u00fc\u00dfen wir Sie herzlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den besten Segensw\u00fcnschen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihre<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dietmar Kamlah, Vorsitzender des S\u00fcddeutschen Gemeinschaftsverbandes und amtierender Vorsitzender von Gnadau W\u00fcrttemberg<br \/>\nPfarrer Dr. Volker G\u00e4ckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell<br \/>\nPfarrer Steffen Kern, Vorsitzender der Apis, des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes W\u00fcrttemberg<br \/>\nSr. Renate Kraus, Oberin des Diakonissenmutterhauses Aidlingen<br \/>\nPfarrer Detlef Krause, Direktor der Liebenzeller Mission<br \/>\nThomas Richter, Vorsitzender des W\u00fcrttembergischen Br\u00fcderbundes<br \/>\nPfarrer Dr. Hartmut Schmid, Vorsitzender des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes<br \/>\nPfarrer Dr. Rolf Sons, Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses<br \/>\nMartin Landmesser, Leiter der Ev. Karmelmission<br \/>\nPfarrer Gottfried Holland, Leiter der Gnadauer Brasilienmission<br \/>\nSchwester Johanna H\u00e4gele, Oberin der Schwesternschaft der Liebenzeller Mission<br \/>\nArmin Hassler, SWD-EC, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jugendarbeit<br \/>\nPfarrer Rainer Geiss, Inspektor des Chrischona Gemeinschaftswerkes Deutschland<\/p>\n<p>Dieses Schreiben geht zur Kenntnis an: Pr\u00e4ses Dr. Michael Diener<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offener Brief der Gnadauer Verb\u00e4nde und Werke\u00a0zu Fragen der Homosexualit\u00e4t an Landesbischof, Synodalpr\u00e4sidentin und Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in W\u00fcrttemberg Sehr geehrter Herr Landesbischof Dr. July, sehr geehrte Frau Pr\u00e4sidentin Dr. Hausding, sehr geehrte Damen und Herren im Kollegium des Oberkirchenrates, heute wenden wir uns an Sie im Namen der Gnadauer Verb\u00e4nde und Werke in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6606"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6606"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6606\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6613,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6606\/revisions\/6613"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}