{"id":6242,"date":"2011-03-26T09:00:37","date_gmt":"2011-03-26T07:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6242"},"modified":"2011-03-25T14:44:22","modified_gmt":"2011-03-25T12:44:22","slug":"leid-warum-lasst-gott-das-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6242","title":{"rendered":"Leid &#8211; Warum l\u00e4sst Gott das zu?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leid \u2013 Warum l\u00e4sst Gott das zu?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Das Leid und die Gerechtigkeit Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Die Katastrophe in Japan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitag, den 11. M\u00e4rz, wurde Japan von einem schweren Erdbeben ersch\u00fcttert und gro\u00dfe Gebiete wurden durch einen nachfolgenden Tsunami zerst\u00f6rt. Unfassbares Leid ist an diesem Tag \u00fcber ungez\u00e4hlte Menschen gekommen. Wie ist dieses Leiden vereinbar mit der Existenz eines liebenden und barmherzigen Gottes? Warum hat Gott dieses Leid nicht verhindert? Warum hat Gott dieses Leid zugelassen?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2 Die Theodizeefrage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage nach dem Leid in der Welt und der sich daraus anschlie\u00dfenden Frage nach der Gerechtigkeit Gottes hatte Gottfried Wilhelm Leibniz die \u201eTheodizeefrage\u201c genannt. Seine Antwort war, dass es zwar Leid in der Welt gibt, dass diese Welt aber die \u201ebeste aller m\u00f6glichen Welten\u201c sei und man Gott demnach keinen Vorwurf machen k\u00f6nne. F\u00fcr eine weitere Gruppe ist das Leid in der Welt Beleg daf\u00fcr, dass es keinen Gott geben kann, denn sonst h\u00e4tte Gott dieses Leiden verhindert. Insbesondere nach dem Holocaust, schlussfolgerte man eine \u201eGott-ist-tot-Theologie\u201c, denn Gott, wenn es ihn denn g\u00e4be, h\u00e4tte den Holocaust verhindern m\u00fcssen. Wiederum andere sagen, dass sie mit einem scheinbar grausamen und geradezu sadistischen Gott nichts zu tun haben wollen. Die Frage wurde bereits in der Antike in folgende Worte gefasst:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Entweder will Gott die \u00dcbel beseitigen und kann es nicht:<br \/>\nDann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,<br \/>\nOder er kann es und will es nicht:<br \/>\nDann ist Gott missg\u00fcnstig, was ihm fremd ist,<br \/>\nOder er will es nicht und kann es nicht:<br \/>\nDann ist er schwach und missg\u00fcnstig zugleich, also nicht Gott,<br \/>\nOder er will es und kann es, was allein f\u00fcr Gott ziemt:<br \/>\nWoher kommen dann die \u00dcbel und warum nimmt er sie nicht hinweg?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3 Das pers\u00f6nliche Leid<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage nach dem Leid ist f\u00fcr uns alle keine theoretische Frage, weil sie uns eben auch pers\u00f6nlich betrifft. Auch die Bibel liefert uns keine philosophische Abhandlung \u00fcber die Theodiezeefrage, sondern sie nimmt uns mit hinein in das pers\u00f6nliche Leiden von Menschen, die dieses Leid mit Gott durchlitten haben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn man doch meinen Kummer w\u00e4gen und mein Leiden zugleich auf die Waage legen wollte! Denn nun ist es schwerer als Sand am Meer; darum sind meine Worte noch unbedacht. Denn die Pfeile des Allm\u00e4chtigen stecken in mir; mein Geist mu\u00df ihr Gift trinken, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.\u201c (Hiob 6,2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir alle haben uns in unterschiedlichen Lebensphasen mit eigenem Leid auseinanderzusetzen, die einen mehr, die anderen weniger. Wenn es um die Frage des Leides geht, dann gibt es keinen neutralen Zuschauerplatz, dann sind wir alle betroffen. Wir wollen einerseits die gro\u00dfe Frage nach der \u201eGerechtigkeit Gottes\u201c im Blick haben, andererseits aber auch die eigene und pers\u00f6nliche Situation. Beide Fragestellungen wollen wir nun im Licht der biblischen Botschaft betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Der Ursprung des Leidens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Leid als Folge des S\u00fcndenfalls<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1.1 Von der heilen zur verg\u00e4nglichen Welt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen bedenken, dass die urspr\u00fcngliche Sch\u00f6pfung eine Sch\u00f6pfung ohne Leid, ohne Schmerz, ohne Tod gewesen ist. Gott hatte die Sch\u00f6pfung in seiner unendlichen Liebe, Weisheit und Allmacht, als eine \u201eheile Welt\u201c geschaffen, die er als \u201egut\u201c und als \u201esehr gut\u201c bezeichnet hat. Adam und Eva verstie\u00dfen gegen das Gebot Gottes und a\u00dfen die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des B\u00f6sen. In der Folge des S\u00fcndenfalls kamen Tod, Zerfall, Schrecken, Angst und Not in die Sch\u00f6pfung. Da der Mensch die Krone der Sch\u00f6pfung ist, wurde mit seinem Fall auch die gesamte Sch\u00f6pfung den schrecklichen Folgen des S\u00fcndenfalls ausgesetzt: \u201eDie Sch\u00f6pfung ist ja unterworfen der Verg\u00e4nglichkeit &#8211; ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung\u201c (R\u00f6 8,20). Alles Leiden in dieser Welt hat in der Verf\u00fchrung des Menschen durch Satan und dem S\u00fcndenfall ihre erste Ursache. Die Theodizeefrage wird nur dann richtig beantwortet, wenn wir den biblischen Bericht vom S\u00fcndenfall mit einbeziehen. Es ist wie das Hemd, das ich nur dann richtig zukn\u00f6pfe, wenn ich den untersten Knopf in das unterste Loch einf\u00fchre. Wenn ich falsch anfange, werde ich auch falsch enden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1.2 Eine leidvolle Erkenntnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte verboten, vom Baum der \u201eErkenntnis des Guten und des B\u00f6sen\u201c zu essen (1Mose 2,17). Die Schlange verf\u00fchrte Eva, indem sie sagte: \u201eGott wei\u00df: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und b\u00f6se ist\u201c (1Mose 3,5). Ausdr\u00fccklich wird erw\u00e4hnt, dass gerade dieses Wissen Eva lockte. Sie a\u00df davon, weil der Baum eine ganz bestimmte Erkenntnis verlieh, die nur Gott besa\u00df. Es war nicht irgendein Wissen und nicht irgendeine Erkenntnis, sondern die Erkenntnis des \u201eGuten und des B\u00f6sen\u201c. Gottes Sch\u00f6pfung war eine gute Sch\u00f6pfung, so dass Adam und Eva sehr wohl wussten, was gut ist. Das \u201eB\u00f6se\u201c kannten sie nicht. Dieses Wissen hatte Gott seinen Gesch\u00f6pfen aus guten Gr\u00fcnden vorenthalten und ebenfalls mit gutem Grund ein strafbewehrtes Verbot ausgesprochen. Der Mensch wollte das B\u00f6se kennenlernen und widersetzte sich damit dem klaren Gebot Gottes. In der Folge lernte der Mensch das B\u00f6se kennen, indem er es selbst tat und selbst durchleiden musste. Evas Wunsch wurde erf\u00fcllt, denn wir wissen heute was das B\u00f6se ist. Wir kennen die Bosheit unseres Herzens, wir kennen die abgr\u00fcndige Bosheit der Menschheit, wir kennen Verrat, Betrug, Neid, Ha\u00df, Grausamkeit, wir haben in die Abgr\u00fcnde menschlicher Bosheit geblickt, haben die Bilder aus den Konzentrationslagern und von den Schlachtfeldern dieser Erde vor Augen. Die Erkenntnis des B\u00f6sen haben wir erlangt und damit Leid, Schrecken, Not und Elend \u00fcber uns gebracht. Wir verursachen das B\u00f6se und werden selbst Opfer der B\u00f6sartigkeit Anderer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1.3 Gott trifft keine Schuld<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es muss an dieser Stelle klar gesagt werden: Gott trifft in dieser Sache keine Schuld. Wenn Eltern ihr Kind ausdr\u00fccklich warnen, die ungesicherten Gleise in der Nachbarschaft zu betreten und das Kind um die t\u00f6dlichen Folgen wei\u00df, die das Betreten der Gleise nach sich ziehen kann, dann wird keiner den Eltern einen Vorwurf machen k\u00f6nnen, wenn das Ungl\u00fcck eintritt. Wir haben uns das Leiden in dieser Welt selbst zuzuschreiben. In unserer \u00dcberheblichkeit suchten wir eine Erkenntnis, die Gott uns aus guten Gr\u00fcnden vorenthalten wollte. Wir wollten diese Erkenntnis wider besseres Wissen und m\u00fcssen sie nun auf schwerem Wege in einer von Gott abgefallenen Welt leidvoll erfahren. Die Schuld am Elend dieser Welt trifft zuerst Satan, den L\u00fcgner und M\u00f6rder von Anfang an (Joh 8,44) und in zweiter Linie den Menschen, der sich von Satan verf\u00fchren lie\u00df. Gott trifft sie nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Leid als Folge menschlicher Bosheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?\u00a0 Weil der Gottlose \u00dcbermut treibt, m\u00fcssen die Elenden leiden; sie werden gefangen in den R\u00e4nken, die er ersann.\u201c (Ps 10,1.2). Eine der wesentlichen Quellen menschlichen Leidens ist die Bosheit des Menschen. Der Gottlose treibt seinen \u201e\u00dcbermut\u201c und qu\u00e4lt damit seine Mitmenschen. Kain brachte den Tod \u00fcber seinen Bruder Abel und so durchzieht es die gesamte Menschheitsgeschichte. Der Psalmist wei\u00df sehr wohl um die Bosheit des Gottlosen, doch er wei\u00df auch um die Fragen, die das \u201eNichteingreifen\u201c Gottes aufwirft: \u201eHerr, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?\u201c Auch wenn ich das Leid dem b\u00f6sen Menschen zuordnen kann, stellt sich die Frage nach der gef\u00fchlten \u201eUnt\u00e4tigkeit Gottes\u201c. Diese Frage trieb die Menschen auch nach Auschwitz um. Menschen trieben Menschen in Gaskammern und doch stellte und stellt sich die Frage nach Gottes Zulassung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Leid als Folge pers\u00f6nlicher Schuld<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. Meine S\u00fcnden haben mich ereilt; ich kann sie nicht \u00fcberblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt.\u201c (Ps 40) David stellt hier eigenes pers\u00f6nliches Leiden in Zusammenhang mit begangener Schuld. Ohne Frage gibt es hier direkte Verbindungslinien. David hatte die Ehe gebrochen und Uria ermorden lassen. In der Folge erlebt er selbst Leid als erzieherisches Strafgericht Gottes: \u201eSiehe, ich will Unheil \u00fcber dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause.\u201c (2Sam 12,11). Trotz seiner Umkehr wird dieses Gericht an David noch vollzogen (2Sam 13). Auch wir wissen um den urs\u00e4chlichen Zusammenhang von pers\u00f6nlicher Schuld und Leiden. Was f\u00fcr schreckliche und zerst\u00f6rerische Folgen kommt \u00fcber den Menschen, der sich den Drogen oder einer fremden Frau hingibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings muss hier deutlich gesagt werden, dass es hier keinen Schuld-Strafe-Automatismus gibt. Dieser ist ausdr\u00fccklich abzulehnen. Der Zusammenhang existiert zwar, aber nicht als Automatismus. Der Blindgeborene, den Jesus heilte, war genauso wenig Schuld an seinem Leiden wie seine Eltern (Joh 9,3). Jesus bestreitet hier einen Automatismus. Auch das Leben Hiobs zeigt dies, denn hier musste ein Unschuldiger Leiden, weil Satan darauf wettete, dass Hiob sich von Gott lossagen w\u00fcrde (Hiob 1,11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4 Leid als Folge g\u00f6ttlichen Handelns<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.1 Wer wirkt das Ungl\u00fcck in der Stadt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel macht allerdings auch deutlich, dass Ungl\u00fcck und Leid nicht nur in der Zulassung Gottes stehen, sondern Gott selbst der aktiv handelnde Gott ist, auch in Ungl\u00fcck und Leid.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.\u201c (Jes 45,6.7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIst etwa ein Ungl\u00fcck in der Stadt, das der Herr nicht tut?\u201c (Amos 3,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Herr macht alles zu seinem Zweck, auch den Gottlosen f\u00fcr den b\u00f6sen Tag.\u201c (Spr\u00fcche 16,4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir Gottes Wort an diesen Stellen ernst nehmen, dann geschehen Erdbeben oder Bombenangriffe auf St\u00e4dte nicht nur unter der Zulassung Gottes, sondern es gilt auch hier: \u201eEs ist kein Ungl\u00fcck in der Stadt, das der Herr nicht tut\u201c. Hier wird deutlich, dass die Bibel kein dualistisches Weltbild vertritt (z. B. Manich\u00e4ismus), dass davon ausgeht, dass das Reich des Lichts und der Finsternis als gleichstarke Kr\u00e4fte miteinander ringen. Aus biblischer Sicht ist Satan kein gleichstarker Gegengott, sondern ein von Gott erschaffenes, Gott untergeordnetes und von ihm kontrolliertes Wesen. Gott bleibt auch in einer von ihm abgefallenen, von Leid und Elend zerfurchten Sch\u00f6pfung der souver\u00e4ne und allm\u00e4chtige Herr, der alles wirkt und so gebraucht, dass Gottes Ziele erreicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.2 Der strafende Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Frage steht das vom Satan und vom Menschen verschuldete, aber von Gott gewirkte Ungl\u00fcck in direktem Zusammenhang mit dem Strafhandeln Gottes. Einmal sind die chaotischen Zust\u00e4nde und leidvollen Ereignisse in dieser Welt Aspekt eines allgemeinen Strafhandeln Gottes, das als Folge des S\u00fcndenfalls die ganze Sch\u00f6pfungswelt immer wieder ersch\u00fcttert. Zum Anderen gibt es auch ein ganz spezielles Strafhandeln Gottes, das als Folge pers\u00f6nlicher oder nationaler S\u00fcnde \u00fcber Menschen und V\u00f6lker kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer HERR wird unter dich senden Unfrieden, Unruhe und Ungl\u00fcck in allem, was du unternimmst, bis du vertilgt bist und bald untergegangen bist um deines b\u00f6sen Treibens willen, weil du mich verlassen hast. Der HERR wird dir die Pest anh\u00e4ngen, bis er dich vertilgt hat in dem Lande, in das du kommst, es einzunehmen. Der HERR wird dich schlagen mit Auszehrung, Entz\u00fcndung und hitzigem Fieber, Getreidebrand und D\u00fcrre; die werden dich verfolgen, bis du umkommst.\u201c (5Mose 28,20)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Geschichte Israels wird dieser Zusammenhang sichtbar, z. B. wenn unfassbares Leid durch assyrische, babylonische oder r\u00f6mische Truppen verursacht wurde. Auch die Menschheit als Ganze wird am Ende dieses \u00c4ons schreckliche Gerichte als Folge des Abfalls von Gott durchleiden m\u00fcssen (Offb 15,5ff). Man h\u00fcte sich allerdings auch hier, wie bereits unter 2.3 behandelt, im Falle von Krieg oder Erdbeben einen grunds\u00e4tzlich g\u00fcltigen Schuld-Strafe-Automatismus anzunehmen. Der entsetzliche Untergang des Dritten Reiches mag mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem solchen Schuld-Strafe-Zusammenhang stehen. Das Erdbeben in Japan, ist dagegen eher im Zusammenhang mit der vom S\u00fcndenfall herkommenden gest\u00f6rten Sch\u00f6pfungsordnung und dem Zustand der Verg\u00e4nglichkeit dieser Sch\u00f6pfung zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4.3 Der verborgene Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Schrecknissen dieses Zeitalters und dem ungez\u00e4hlten Leid und Ungl\u00fcck dieser Welt, begegnet uns das Wirken des verborgenen Gottes. Martin Luther unterschied zwischen dem verborgenen Gott (Deus absconditus) und dem offenbaren Gott (Deus revelatus). Gott offenbart sich in seinem Wort und in seinem Sohn, aber oft genug ist er in seinem Handeln auch ein verborgener und unergr\u00fcndlicher Gott: \u201eF\u00fcrwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland (Jes 45,15)\u201c. Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und seine Wege sind nicht unsere Wege (Jes 55,8). Wenn Gott das Ungl\u00fcck in der Stadt wirkt, die Erde erzittern l\u00e4sst, Pest und Auszehrung schickt, dann handelt er als der verborgene und uns unverst\u00e4ndliche Gott. Wir wissen meist nicht, warum es geschieht. Warum verliert eine Frau ihren Mann und bleibt mit drei kleinen Kindern zur\u00fcck? Warum geschieht ein solch entsetzliches Erdbeben? Warum wird der zu Tode geschlagen, der doch helfen wollte? Wir kommen hier an unsere Grenzen und k\u00f6nnen Gott nicht verstehen und m\u00fcssen bekennen, dass seine Gedanken einfach h\u00f6her sind als unsere. Wir sind wie der Ton in der Hand des T\u00f6pfers: \u201eWeh dem, der mit seinem Sch\u00f6pfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem T\u00f6pfer: Was machst du? und sein Werk: Du hast keine H\u00e4nde!\u201c (Jes 45,9)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.5 Der angefochtene Mensch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mensch, auch wenn er geistlich gefestigt ist, wird unter dem Leid immer zu leiden haben und die Frage nach der Gerechtigkeit und Liebe Gottes wird sich ihm stellen auch wenn er ganz fest im Glauben verwurzelt ist. Immer wieder durchzieht die Psalmen die Frage des \u201eWie lange noch?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?&#8220; (Ps 13,2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele vor ihrem Unheil, mein Leben vor den jungen L\u00f6wen!&#8220; (Ps 35,17)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;HERR, wie lange willst du dich so verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?&#8220; (Ps 89,47)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die biblischen Gl\u00e4ubigen wussten um die Existenz Gottes, sie wussten um die Gnade und Liebe Gottes und doch musste man sich gerade im Leiden zu dem verborgenen, gn\u00e4digen, liebenden Gott hindurchbeten. Am Kreuz betete Jesus mit den Worten des Psalm 22: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen\u201c. Mitten im Leiden ist Jesus weit weg vom Vater und doch ganz nah in ihm geborgen. Diese Erfahrung kann auch der vom Leid geplagte Mensch machen, wenn er sich betend an den Sohn des lebendigen Gottes wendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Das Leiden und der Trost Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Gott ist bei denen, die leiden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der H\u00f6he und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und dem\u00fctigen Geistes sind, auf da\u00df ich erquicke den Geist der Gedem\u00fctigten und das Herz der Zerschlagenen.\u201c (Jes 57,15) Gott ist einerseits der scheinbar ferne und verborgene Gott, der in heiligen H\u00f6hen wohnt, aber er ist eben auch der Gott, der in unsere Not und unser Elend hineinkommt. Er will uns tr\u00f6sten und erquicken. Dies wird auch in Jesaja 45,15 deutlich: \u201eF\u00fcrwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland\u201c. Der verborgene Gott ist zugleich der rettende Heiland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Der leidende Christus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Jesus Christus wird der verborgene Retter offenbar und nicht ohne Grund offenbart sich Gottes Liebe in der Tiefe des Leidens. Die S\u00fcnde des Menschen brachte Leid und Elend \u00fcber diese Menschheit. Christus kam, um den Menschen aus seinem selbstgemachten Leid und Elend zu erretten, musste aber daf\u00fcr den Preis schrecklicher Schmerzen und Leiden auf sich nehmen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEr war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, da\u00df man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn f\u00fcr nichts geachtet. F\u00fcrwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn f\u00fcr den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert w\u00e4re. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf da\u00df wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u201c (Jes 53,3-5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus Christus nimmt die Folgen des S\u00fcndenfalls auf seine Schultern. Er bezahlt die schwere Strafe f\u00fcr die S\u00fcnde des Menschen (R\u00f6 6,23). Er nimmt den Fluch und das Strafgericht Gottes auf sich (Gal 3,13). Unsere Schmerzen, unser Leid und unser Unheil treffen den unschuldigen Sohn Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Gott tr\u00f6stet in der Tiefe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gott, der selbst gelitten hat, ist der Gott, der auch helfen kann: \u201eDenn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden\u201c (Hebr 2,17). Jesus ist der wahre Helfer und Tr\u00f6ster. F\u00fcr ihn ist unser Leid kein Fremdwort und keine blo\u00dfe Theorie, denn er hat es selbst durchk\u00e4mpft und durchlitten. Wir d\u00fcrfen uns im pers\u00f6nlichen Leid und in gro\u00dfer Not an ihn wenden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eRufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.&#8220; (Psalm 50,15)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen\u00ab, spricht der HERR, \u00bbich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.&#8220; (Ps 12,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, 4 der uns tr\u00f6stet in aller unserer Tr\u00fcbsal, damit wir auch tr\u00f6sten k\u00f6nnen, die in allerlei Tr\u00fcbsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getr\u00f6stet werden von Gott.&#8220; (2Kor 1,3.4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so k\u00f6nnen wir singen mit dem Liederdichter Joachim Neander: \u201eLobe den Herren, der k\u00fcnstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wieviel Not hat nicht der gn\u00e4dige Gott \u00fcber dir Fl\u00fcgel gebreitet.\u201c Gott begegnet uns in der Tiefe und er will, dass wir ihn aus der Tiefe anrufen und er will uns in der Tiefe tr\u00f6sten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4 Wenn Leid den Glauben vertieft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Christen hat das Leid noch eine tiefere Dimension. Im Leiden erf\u00e4hrt der Mensch in besonderer Weise die N\u00e4he Gottes und eine Vertiefung seines Glaubens. Der Christ wei\u00df, dass ihm alle Dinge, also auch das Leiden zum Besten dienen m\u00fcssen (R\u00f6mer 8,28). Er wei\u00df, dass ihm durch den Trost Gottes auch zugleich der Glaube an Gott vertieft wird (Ps 50,15). Am Beispiel Hiob wird deutlich, wie das Leiden am Ende zu einer wunderbaren Vertiefung der Gottesbeziehung f\u00fchrte (Hiob 42,4). Die Anfechtungen der leidenden Christen, sind ein Mitleiden mit Christus (R\u00f6 8,17), die den Glauben als echt erweisen (1Petr. 1,6ff) und den Christen f\u00fcr die Vollendung vorbereiten (Jak 1,2-4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der verborgene Gott, den wir nicht verstehen, wenn wir das Leid dieser Welt betrachten, wird uns zum offenbaren Gott, wenn wir ihm in der Tiefe des Leidens begegnen. So konnte Blaise Pascal schreiben: \u201eEine Stunde der Schmerzen lehrt uns mehr als alle Philosophen zusammen\u201c. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnen wir dann unsere Ausgangsfrage anders formulieren. Der Christ kann dann fragen: Herr, wozu l\u00e4sst du das Leiden zu? Welche Ziele verfolgst du damit? Was willst du mir in deiner (z\u00fcchtigenden) Liebe zeigen (Hebr 12,6)? Herr, wie kann ich in dieser Tiefe Dir begegnen, mehr von Dir erkennen, Deinen Trost erfahren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.5 Gottes Antwort auf die Theodizeefrage des Menschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Theodizeefrage stellt der Mensch die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts einer ungerechten und leidenden Welt. Gottes Wort zeigt uns, dass Gott auch angesichts des Leides in dieser Welt ein gerechter Gott ist, der durch alles Ungl\u00fcck dieser Welt hindurch unseren Frieden und unser Heil will:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Herr schafft Gerechtigkeit und Recht all denen, die Unrecht leiden.\u201c (Ps 103,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDenn ich wei\u00df wohl, was ich f\u00fcr Gedanken \u00fcber euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.\u201c (Jer 29,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mensch erkennt am Kreuz, dass Leid und Tod die Folge der S\u00fcnde des Menschen sind. Er erkennt, dass nicht Gott, sondern der Mensch schuldig ist. Der Mensch muss bekennen: Gott ist gerecht, wenn er die Erde mit Zorn, Ungl\u00fcck und Leid straft und die Menschheit als Folge ihres Ungehorsams durch Leid und Elend hindurchmuss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich aber erkennt der Mensch am Kreuz, dass der gerechte Richter zugleich der liebende Vater ist: \u201eDarin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Vers\u00f6hnung f\u00fcr unsere S\u00fcnden\u201c (1Joh 4,10). Gott hat sich nicht von dieser Welt abgewandt, sondern er hat sich dieser Welt zugewandt. Durch die Qualen des Sohnes Gottes hindurch finden wir den gerechten, den liebenden, den rettenden Gott, der nicht unser Leid, sondern unsere Rettung und unser Heil will. Eine tragf\u00e4hige Antwort auf die Frage der Theodiezee findet der Mensch erst am Kreuz von Golgatha und in der Begegnung mit dem auferstandenen Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 \u201eUnd Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Die neue Sch\u00f6pfung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom leidenden Christus am Kreuz muss nun unser Blick auf den auferstandenen Christus gehen: \u201eNun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht\u201c (1Kor 15,20-22). Jesus ist damit der Erstling einer neuen Sch\u00f6pfung, in der es kein Leid, keinen Schmerz und keinen Tod mehr geben wird. Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen, in der es kein Leiden mehr gibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschm\u00fcckte Braut f\u00fcr ihren Mann. Und ich h\u00f6rte eine gro\u00dfe Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die H\u00fctte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron sa\u00df, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewi\u00df!\u201c (Offenbarung 21,1-5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2 Der gerechte Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende dieses \u00c4ons und all seiner Schrecken werden die Erl\u00f6sten, Gott f\u00fcr seine Gerechtigkeit preisen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ich sah ein andres Zeichen am Himmel, das war gro\u00df und wunderbar: sieben Engel, die hatten die letzten sieben Plagen; denn mit ihnen ist vollendet der Zorn Gottes. Und ich sah, und es war wie ein gl\u00e4sernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten \u00fcber das Tier und sein Bild und \u00fcber die Zahl seines Namens, die standen an dem gl\u00e4sernen Meer und hatten Gottes Harfen\u00a0 und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Gro\u00df und wunderbar sind deine Werke, Herr, allm\u00e4chtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du K\u00f6nig der V\u00f6lker.\u00a0 Wer sollte dich, Herr, nicht f\u00fcrchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle V\u00f6lker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.\u201c (Offenbarung 15,1ff)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst dann werden wir Gottes Wege ganz verstehen auch die schweren und leidvollen Wege, die das Leben der Menschheit und des einzelnen Menschen bis heute kennzeichnen. Wir werden nicht mehr die \u201eTheodizeefrage\u201c stellen, sondern Gott f\u00fcr seine Gerechtigkeit, die er auch durch seine leidvollen und schmerzhaften Gerichte wiederhergestellt hat, preisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5 Leid \u2013 Warum l\u00e4sst Gott das zu?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir danach fragen, wer f\u00fcr das Leiden dieser Welt verantwortlich ist, dann zieht die Bibel den Blick auf den Menschen, der sich von Satan verf\u00fchren lie\u00df und Gottes Wort missachtete. Nicht Gott kann also f\u00fcr die Leiden dieser Welt verantwortlich gemacht werden, sondern zum Einen Satan und zum Anderen der Mensch. Dennoch m\u00fcssen wir auch erkennen, dass Gott auch in einer gefallenen Sch\u00f6pfung der souver\u00e4ne Gott ist und bleibt. Somit ist auch Ungl\u00fcck und Leiden nicht nur von ihm \u201ezugelassen\u201c, sondern regelrecht von ihm gewirkt. Der Mensch f\u00e4llt an diesem Punkt in schwere Anfechtung, weil er nicht begreift, warum Gott solches tut. Gott handelt als der \u201everborgene Gott\u201c, wenn er durch das Leiden dieser Welt hindurch, Gericht h\u00e4lt und Strafe vollzieht, aber vor allem auch rettet, vers\u00f6hnt und Heil schafft. Das Geheimnis der Theodizeefrage wird am Kreuz von Golgatha gel\u00fcftet. In den entsetzlichen Leiden des Gottessohnes begegnet uns die Liebe des himmlischen Vaters, der nicht unser Leid und Elend will, sondern uns eine herrliche Zukunft in seiner neuen Sch\u00f6pfung geben will. Wer an Jesus Christus glaubt, erh\u00e4lt freien Zugang zu dieser herrlichen neuen Sch\u00f6pfung, in der es weder Leid, noch Tr\u00e4nen, noch Tod mehr geben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prediger Johann Hesse, Walsrode, 24.03.2011<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leid \u2013 Warum l\u00e4sst Gott das zu? 1 Das Leid und die Gerechtigkeit Gottes 1.1 Die Katastrophe in Japan Am Freitag, den 11. M\u00e4rz, wurde Japan von einem schweren Erdbeben ersch\u00fcttert und gro\u00dfe Gebiete wurden durch einen nachfolgenden Tsunami zerst\u00f6rt. Unfassbares Leid ist an diesem Tag \u00fcber ungez\u00e4hlte Menschen gekommen. 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