{"id":6228,"date":"2011-03-22T16:23:50","date_gmt":"2011-03-22T14:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6228"},"modified":"2011-03-22T16:24:55","modified_gmt":"2011-03-22T14:24:55","slug":"angriff-auf-%e2%80%9everhutungskritische-apotheke-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6228","title":{"rendered":"Angriff auf \u201everh\u00fctungskritische&#8220; Apotheke in Berlin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Angriff auf &#8222;verh\u00fctungskritische&#8220; Apotheke in Berlin<br \/>\n<\/strong><br \/>\nIn der Nacht vom 7. auf den 8. M\u00e4rz, dem Weltfrauentag, haben Unbekannte in einer Apotheke in Berlin-Neuk\u00f6lln die Schaufensterscheiben eingeschlagen und Parolen an die Hauswand geschmiert. Gem\u00e4\u00df einer Art Bekennerschreiben auf der Internetseite Indymedia bezeichneten die mutma\u00dflichen T\u00e4terinnen diese Sachbesch\u00e4digung als &#8222;Beitrag zum Internationalen Frauenkampftag&#8220;, bei dem sie die Apotheke &#8222;umgestaltet&#8220; h\u00e4tten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Internet-Eintrag, der nicht mehr \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich ist, hei\u00dft es weiter, die Apotheke vertrete &#8222;ein versch\u00e4rftes Bild einer patriarchalen Gesellschaft&#8220; und appelliere an ein &#8222;Bewusstwerden von Frauen in der von ihnen gesellschaftlich erwarteten Rolle&#8220;. Diese &#8222;Bevormundung von Menschen aufgrund ihres ansozialisierten Geschlechts&#8220; sei zu verurteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon im letzten Jahr war das Gesch\u00e4ft Ziel eines solchen Angriffs gewesen. Im Gegensatz zu anderen Apotheken sind hier die \u201ePille danach&#8220; und die Spirale nicht erh\u00e4ltlich, weil der Inhaber es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, Mittel zu verkaufen, die Fr\u00fchabtreibungen verursachen. Bei allen anderen Verh\u00fctungsmitteln, die bei ihm gekauft werden k\u00f6nnen, legt er einen zus\u00e4tzlichen Beipackzettel bei, den er auch im Schaufenster deponiert hat. Da er eine umfassende Aufkl\u00e4rung \u00fcber alle Wirkungen der Verh\u00fctungsmittel f\u00fcr redlich und notwendig halte, gebe er seiner Kundschaft auch diejenigen Informationen, die im normalen Beipackzettel nicht enthalten sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00f6rtlich hei\u00dft es darin: &#8222;Liebe Dame, lieber Herr! Ich m\u00f6chte Sie \/ Euch informieren, dass es beim Einsatz von Kontrazeptiva &#8211; trotz der meist beabsichtigten Verhinderung des Eisprunges &#8211; in einigen F\u00e4llen zu einer Befruchtung mit anschlie\u00dfender Verhinderung der Einnistung in die Geb\u00e4rmutter kommt. Das unver\u00e4u\u00dferliche Lebensrecht jedes Menschen von der Empf\u00e4ngnis an ist ein Grundprinzip der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und ihrer Gesetzgebung. Wenn sich die Staatsmacht nicht in den Dienst der Rechte aller &#8211; und besonders der Schw\u00e4chsten, zu denen die Ungeborenen geh\u00f6ren &#8211; stellt, werden die Grundmauern des Rechtsstaates untergraben.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgt die Bitte, sich daf\u00fcr zu engagieren, dass nur solche Pr\u00e4parate entwickelt und zur Anwendung kommen d\u00fcrfen, die diesem Grundprinzip entsprechen. Weiterhin wird auf die Alternative zur Nat\u00fcrlichen Empf\u00e4ngnisregelung verwiesen, zu der er eine Beratung anbiete. Zudem wird der verantwortungsvolle Umgang mit Verh\u00fctungsmitteln in den Vordergrund gestellt, verbunden mit dem Appell, sich f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Offenheit und Bereitschaft im Hinblick auf Kinder einzusetzen, die eine Lebensbereicherung darstellten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser, von den Sachbesch\u00e4digern als &#8222;fundamental religi\u00f6s&#8220; bezeichnete Text und die Entscheidung, bestimmte Produkte nicht anzubieten, sorgen daf\u00fcr, dass der Apotheker von extremistisch-feministischer Seite mit Hass und Gewalt verfolgt wird. Im Internet findet sich auf den Seiten, auf denen Apotheken beurteilt werden, eine erste Aufforderung, dort nichts mehr zu kaufen. Nach Aussage des Apothekers zeigen seine Kunden sich sehr solidarisch. &#8222;Auch wenn sie anderer Meinung sind, sagen sie alle, dass wir uns nicht einsch\u00fcchtern lassen sollen.&#8220; Bisher habe auch keiner seiner Kunden negativ oder aggressiv reagiert, wenn er den zus\u00e4tzlichen Beipackzettel bekommen habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aggressive Reaktion der Feministinnen ist symptomatisch f\u00fcr das Verhalten in bestimmten Gruppierungen, die sich durchweg im radikal linken und feministischen Schwulen-Lesben- und Gender-Spektrum bewegen. Aufrufe zu Gewalt und Sachbesch\u00e4digung sind in den entsprechenden Foren mittlerweile \u00fcblich und richten sich gegen alles, was aus ihrer Sicht in irgendeiner Weise in Richtung &#8222;Rechtsextremismus, Faschismus, Kirche, Konservatismus, Homophobie&#8220; geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei sind sie relativ unbelastet in Bezug auf Fachwissen oder ernsthafte Besch\u00e4ftigung mit den Fakten &#8211; praktisch handelt es sich um eine Art schnell zu mobilisierenden Mob. Diffamierung, Boykottaufrufe und Schmierereien, Einschlagen von Schaufensterscheiben rufen Erinnerungen wach und zeigen, wie es bei denjenigen, die immer am lautesten nach Toleranz rufen, um ihre eigene Toleranz gegen\u00fcber Andersdenkenden bestellt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alexandra Maria Linder, Rom, 16. M\u00e4rz 2011 (<\/em><a href=\"http:\/\/www.ZENIT.org\"><em>www.zenit.org<\/em><\/a><em>)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angriff auf &#8222;verh\u00fctungskritische&#8220; Apotheke in Berlin In der Nacht vom 7. auf den 8. M\u00e4rz, dem Weltfrauentag, haben Unbekannte in einer Apotheke in Berlin-Neuk\u00f6lln die Schaufensterscheiben eingeschlagen und Parolen an die Hauswand geschmiert. 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