{"id":6192,"date":"2011-03-14T15:08:21","date_gmt":"2011-03-14T13:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6192"},"modified":"2011-03-21T12:06:28","modified_gmt":"2011-03-21T10:06:28","slug":"die-wunderbaren-folgen-der-vergebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6192","title":{"rendered":"Die heilsamen Folgen der Vergebung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Die Not unvergebener Schuld heute<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Im politischen und gesellschaftlichen Bereich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An wenigen Stellen zeigt sich die Entchristlichung unseres Volkes und Landes so deutlich wie an der Unf\u00e4higkeit, mit Schuld umzugehen. Dies l\u00e4\u00dft sich schnell an der Sprache und an der Gesetzgebung nachweisen. Wenn man den \u00f6ffentlichen Sprachgebrauch beobachtet, scheint es den Begriff der S\u00fcnde nur noch in den vergleichsweise harmlosen Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Umwelt zu geben. Bei Umwelt- und Verkehrss\u00fcndern redet man noch von Schuld und S\u00fcnde, doch im eigentlich zwischenmenschlichen Bereich werden diese Begriffe mehr und mehr gemieden. Der von Gott entfremdete Mensch l\u00e4\u00dft offensichtlich die S\u00fcnde nur noch in abgeschw\u00e4chter Form an sich heran. <!--more-->An wichtigen Gesetzgebungsverfahren der letzten Jahrzehnte l\u00e4\u00dft sich \u00c4hnliches beobachten. 1973 wurde die Verbreitung pornographischer Schriften an Personen \u00fcber 18 Jahre erlaubt. Die altersm\u00e4\u00dfige Begrenzung zeigt deutlich, da\u00df sich der Gesetzgeber noch einen Rest von Unrechtsbewu\u00dftsein bewahrt hatte. Gleichwohl ist von der schuldhaften \u00f6ffentlichen Diskriminierung der Frau durch die Pornographie seit der Verabschiedung dieses Gesetzes keine Rede mehr. 1977 wurde ein neues Familienrecht verabschiedet, das bei Ehescheidungsverfahren auf das Schuldprinzip zugunsten des sog. Zerr\u00fcttungsprinzips verzichtet. Der Schuldfaktor wird dabei zwar noch gesehen, aber durch Verschweigen umgangen. 1995 wurde ein Abtreibungsrecht Gesetz, das die T\u00f6tung der Leibesfrucht zwar unrechtm\u00e4\u00dfig nennt, aber dennoch nicht unter Strafandrohung stellt, wenn die schwangere Frau ein Gespr\u00e4ch in einer staatlich genehmigten Beratungsstelle gef\u00fchrt hat. Hier handelt es sich um nichts anderes als um die vollst\u00e4ndige Perversion des Rechtsempfindens. Auf der einen Seite wird eine Tat Unrecht genannt, auf der anderen Seite ihre Bestrafung ausdr\u00fccklich ausgesetzt. Dem Unrecht wird im Namen des Rechts der Unrechtscharakter genommen. Manche Grundsatzurteile des Bundesverfassungsgerichts und anderer ma\u00dfgeblicher Gerichte w\u00e4ren in diesem Zusammenhang noch zu nennen, so z. B. die Erlaubnis, Sitzblockaden zur Durchsetzung politi-scher Ziele einzusetzen und Soldaten als M\u00f6rder zu denunzieren oder die Entscheidung, Prostitution nicht mehr als sittenwidrig einzustufen. Bei allen angef\u00fchrten Beispielen wird Schuld im Namen der Autonomie des Individuums weginterpretiert. Angesichts dieser Entwicklung kann man wohl mit Fug und Recht von einem Zeitalter verbaler und juristischer Entschuldung sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist an der Zeit, und wir Christen sollten dabei vorangehen, die Auswirkungen dieser gesamtgesellschaftlichen Schuldverdr\u00e4ngung n\u00fcchtern zu analysieren. Hat sich der weitgehende Verzicht auf das Schuldprinzip in irgendeiner Hinsicht gelohnt? Die Anzahl der Scheidungen ist nicht zur\u00fcckgegangen, die Anzahl der Abtreibungen ebensowenig. Der mit seiner und fremder Schuld allein gelassene Mensch folgt in seinem Verhalten der Gesetzgebung. Er versucht, den Schuldfaktor zu verdr\u00e4ngen. Doch dies kostet Kraft und schl\u00e4gt nicht selten in Depression oder Aggression um. Eine englische Studie belegt, da\u00df Geschiedene f\u00fcnfmal so stark suizidgef\u00e4hrdet sind als Verheiratete. Das \u00f6ffentlich-politische Klima ist rauher und brutaler geworden. Kleinste Vergehen der politisch Verantwortlichen werden mit leidenschaftlicher Unbarmherzigkeit vom politischen Gegner und der Mehrheit der Medien verfolgt. Als 1988 der damalige Bundestagspr\u00e4sident Dr. Philipp Jenninger in einer Rede \u00fcber das deutsch-j\u00fcdische Verh\u00e4ltnis einige ungeschickt formulierte S\u00e4tze sagte, half ihm keine Richtigstellung und Entschuldigung mehr. Er wurde zum R\u00fccktritt gezwungen. Die Umst\u00e4nde dieses R\u00fccktritts waren symptomatisch f\u00fcr das politische Klima, das dort entsteht, wo man den Umgang mit Schuld und Vergebung verlernt hat. Es zeigt sich, da\u00df eine Gesellschaft, die Schuld verdr\u00e4ngt oder bagatellisiert und Vergebung nicht mehr praktiziert, in hohem Grad unbarmherzig wird. Sie fordert von ihren Repr\u00e4sentanten unausgesprochen Unfehlbarkeit und tendiert damit zur Unmenschlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2 Im zwischenmenschlichen und pers\u00f6nlichen Bereich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im privaten zwischenmenschlichen Bereich sieht es nicht viel anders aus. Die Entfremdung zwischen Mann und Frau, Kindern und Eltern, Lehrern und Sch\u00fclern sowie der \u00e4lteren und der j\u00fcngeren Generation w\u00e4chst, und oft genug nimmt sie schon gewaltt\u00e4tige Z\u00fcge an. Es fehlt an allen Ecken und Enden an einem Konfliktmanagement, das Schuld benennt, an Bereitschaft, Schuld zuzugeben und an Kraft, Vergebung zu gew\u00e4hren. Johann Millendorfer, ein \u00f6sterreichischer Zukunftsforscher, hat von der Verkrebsung unserer entchristlichten Gesellschaften gesprochen. In der Tat, wo der Schuldfaktor umgangen wird, weil man nichts mehr von Vergebung wei\u00df, dort bleibt nur noch eins \u00fcbrig. Weil man den Weg zur Heilung belasteter und zerbrochener Gemeinschaften nicht mehr kennt, geht man sich aus dem Weg und isoliert sich. Dies ist aber \u00fcber kurz oder lang der Tod jeder gesellschaftlichen bzw. gemeinschaftlichen Struktur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich wollen wir auch noch den einzelnen Menschen mit seiner unvergebenen Schuld in den Blick nehmen. David bekennt im Psalm 32 aus eigener Erfahrung, wie ihm die eigene Schuld zusetzte. \u201eDenn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein t\u00e4gliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, da\u00df mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer d\u00fcrre wird\u201c (Ps 32,3f.). \u00c4rzte best\u00e4tigen es sofort, wie nachteilig sich unverarbeitete Schuld und nicht bereinigte Fehler auf die Gesundheit auswirken. Weit \u00fcber die H\u00e4lfte der Magenbeschwerden haben psychische Ursachen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich bei Herzinfarkten. Sehr aufschlu\u00dfreich ist in diesem Zusammenhang das Buch \u201eVermeidbare Krankheiten\u201c des amerikanischen Arztes S. J. McMillen. Der Mensch ohne Gott, der mit seiner Schuld allein bleibt und mit erlittener fremder Schuld nicht umgehen kann, lebt ungesund und riskant. Er bindet seine Gedanken- und Gef\u00fchlswelt an seine unbereinigte Vergangenheit und ist nicht wirklich frei f\u00fcr die Gestaltung der Gegenwart. Er ist best\u00e4ndig auf der Flucht vor seiner eigenen Unruhe und mu\u00df sich in Acht nehmen vor den beiden Abgr\u00fcnden der Depression und Aggression. Den Gedanken an Gott und ein k\u00fcnftiges Gericht mu\u00df er verdr\u00e4ngen, weil er ihn nicht aush\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die Auswirkungen empfangener Vergebung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wunderbaren Folgen der Vergebung der S\u00fcnden durch Gott sind ein entlastetes Gewissen, Friede und Freude sowie der Freispruch Gottes im Gericht. Alle drei Auswirkungen der Vergebung sind so wichtig, da\u00df wir sie noch einzeln betrachten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Ein entlastetes Gewissen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach reformatorischer Auffassung ist das Gewissen keine letzte, absolute Gr\u00f6\u00dfe. Luthers ber\u00fchmte Schlu\u00dfworte seiner Verteidigung auf dem Wormser Reichstag am 18. April 1521 lauteten: \u201eWenn ich nicht durch Schriftzeugnisse oder einsichtige Gr\u00fcnde \u00fcberwunden werde &#8211; denn ich glaube weder dem Papst noch den Konzilien allein, weil feststeht, da\u00df sie \u00f6fter geirrt und sich selbst widersprochen haben &#8211; , bin ich \u00fcberwunden durch die von mir angef\u00fchrten Schriften und mein Gewissen ist gefangen in Gottes Worten; widerrufen kann ich nichts und will ich nichts, denn gegen das Gewissen zu handeln ist nicht sicher und nicht lauter\u201c. Der Reformator band sein Gewissen also ausdr\u00fccklich an Gottes Wort. Das so gebundene Gewissen ist nun allerdings dem Christen eine wichtige Instanz. Paulus \u00fcbt sich, ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen (Ag 24,16; 2 Tim 1,3). Petrus fordert die Christen auf, ein gutes Gewissen zu haben (1 Petr. 3,16). Der Hebr\u00e4erbrief vermittelt die Zuversicht, da\u00df Christi Blut das Gewissen reinigen kann (Hebr. 9,14; 10,22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche stellen sich unter einem \u201eguten\u201c Gewissen ein ruhiges Gewissen vor, das seinen Besitzer in Ruhe l\u00e4\u00dft. In Wahrheit ist nur dasjenige Gewissen gut, das uns andauernd zum Guten ermahnt. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zu unserer Ver\u00e4nderung zum Ebenbild Gottes. In 1. Tim 1,5 gibt Paulus dieses Ziel als den letzten Zweck aller christlicher Verk\u00fcndigung und Seelsorge an. Wir Menschen sollen von Gottes Liebe gepr\u00e4gt und umgepr\u00e4gt werden, und drei Instanzen sollen dazu helfen: das reine Herz, das gute Gewissen und der ungeheuchelte Glaube. Wie wichtig ist es also, da\u00df wir unser Gewissen rein halten bzw. reinigen lassen, wenn es befleckt ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein an Gottes Wort gebundenes Gewissen l\u00e4\u00dft dem Christen keine Ruhe, wenn er in eine S\u00fcnde gefallen ist. Es dr\u00e4ngt ihn, Gottes Vergebung zu suchen. Nat\u00fcrlich kann man aus Tr\u00e4gheit oder Stolz die Stimme seines Gewissens \u00fcberh\u00f6ren. Das hat auch David versucht, doch vergeblich (vgl. Ps. 32,3f.). Denn solange wir am Wort Gottes bleiben, wird das Gewissen uns zu Gott zur\u00fcckrufen. Erst wenn wir uns von Gottes Wort abwenden, wird die Stimme des Gewissens leiser werden. Dann ist allerdings Gefahr im Verzug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer seine Schuld vor Gott ausspricht, wird Vergebung seiner S\u00fcnden erhalten. Das ist die unumst\u00f6\u00dfliche Verhei\u00dfung von 1. Joh. 1,9. Sein Gewissen wird entlastet. Und das Sch\u00f6nste: Christus \u201ereinigt ihn von aller Bosheit\u201c. Er r\u00e4umt das Herz auf. Er tauscht die Angst gegen Zuversicht aus, Neid und Mi\u00dfgunst gegen G\u00fcte, Ungeduld gegen Geduld, Traurigkeit gegen Freude, Unruhe gegen Frieden. Damit sind wir schon bei der zweiten Wirkung der Vergebung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Friede und Freude<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach R\u00f6m 14,17 sind Friede und Freude im Heiligen Geist die beiden Hauptkennzeichen eines Lebens unter Gottes Herrschaft. Wer mit unvergebener Schuld zu leben versucht, hat beides nicht. Er sucht nach Zufriedenheit, indem er sich seine W\u00fcnsche erf\u00fcllt. Und er sucht Freude an den Sch\u00e4tzen und Annehmlichkeiten dieser Welt. Doch wirklichen Frieden und wahre Freude findet er auf diese Weise nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Frieden, den Gottes Vergebung schenkt (R\u00f6m 5,1), ist genauso wie die Freude ein Werk des Heiligen Geistes (Gal. 5,22). Er ist die geistliche Wirklichkeit Gottes, in die uns der Glaube hineinnimmt (Phil 4,7). Sie umschlie\u00dft unsere Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Unsere Vergangenheit wissen wir bei Gott aufgehoben. Fr\u00fchere eigene Schuld ist durchkreuzt. Fr\u00fchere fremde Schuld an uns mu\u00df uns zum Besten dienen. F\u00fcr das Gute, das Gott uns in der Vergangenheit gegeben hat, sind wir ihm von Herzen dankbar. Die Gegenwart wissen wir in der Regie unseres Heilands und Hirten Jesus Christus. Er f\u00fchrt uns auf rechter Stra\u00dfe um seines Namens willen (Ps. 23,3). Er umgibt uns von allen Seiten und h\u00e4lt seine Hand \u00fcber uns (Ps. 139,5). Im Blick auf die Zukunft haben wir Hoffnung auf die uns verhei\u00dfene Herrlichkeit bei Gott (R\u00f6m 5,2; 8,18). Der Friede Gottes durchdringt und tr\u00e4gt also unsere ganze Existenz. Wenn er aber durch unvergebene Schuld getr\u00fcbt ist, dann ist unser ganzes Leben gef\u00e4hrdet. Wir tun also gut daran, gleich Gottes Vergebung zu suchen, wenn wir in irgendeine Schuld gefallen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der Friede Gottes unser Leben tr\u00e4gt und bestimmt, dann wirkt sich das auch auf unsere Umgebung aus. Wir k\u00f6nnen dann aus der Kraft dieses Friedens heraus Wegweiser zum Frieden Gottes sein und zwischenmenschliche Verh\u00e4ltnisse befrieden (Mt 5,9; 2. Kor 13,11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vom Heiligen Geist vermittelte Freude ist wie der Frieden Gottes eine objektive g\u00f6ttliche Wirklichkeit, die uns der gelebte Glaube erschlie\u00dft. Wer seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Gottes Hand wei\u00df, wer in Christus den Schatz aller Sch\u00e4tze gefunden hat, der wird von einer gro\u00dfen Freude erfa\u00dft und erf\u00fcllt. Da sie aus Gottes Welt kommt und ihren Grund hat in den ein f\u00fcr alle Mal geschehenen g\u00f6ttlichen Heilstatsachen, ist sie im tiefsten unabh\u00e4ngig von unserem momentanen Ergehen. Ja sie kann uns sogar mitten in pers\u00f6nlichem Ungl\u00fcck durchdringen. So kann Paulus aus dem Gef\u00e4ngnis heraus mit Freuden danken und beten (Phil 1,4; 2,2) und intensiv zur Freude auffordern (Phil 3,1; 4,4). Wenn wir bedenken, wie schnell die weltlichen Freuden vergehen k\u00f6nnen, auch wenn sie noch so sch\u00f6n sind, und wie k\u00f6stlich demgegen\u00fcber die auch in der Ewigkeit bleibende Freude durch den Heiligen Geist ist, dann sollten wir desto konsequenter in der Vergebung leben. \u201eWo Vergebung der S\u00fcnden ist, da ist auch Leben und Seligkeit\u201c, so sagt es Luther im Kleinen Katechismus. Der Frieden und die Freude Gottes sind der sch\u00f6nste Ausdruck daf\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer aus der Freude des Heiligen Geistes lebt, kann sie auch weitergeben. Paulus will f\u00fcr seine Gemeinden \u201eGehilfe der Freude\u201c sein (2. Kor 1,24). Und es macht selber wieder froh, Menschen in den vielen kleinen Freuden, die unsere Welt bietet, die gro\u00dfe Freude zu bringen, die Christus schenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Freispruch im Gericht Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht\u201c. So hei\u00dft es im Hebr\u00e4erbrief 9,27. \u201eGott hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat\u201c (Ag 17,31). So sagt es Paulus in Athen. Und Petrus bezeugt, da\u00df Gott ohne Ansehen der Person jeden nach seinem Werk richten wird (1. Petr. 1,17). Auch Jesus sprach deutlich vom kommenden Gerichtstag (Mt 7,1f.; 10,15; 12,36; Joh 5,22). Angesichts dieses biblischen Befunds ist ein Verschweigen des kommenden Gerichts Gottes in Theologie, Verk\u00fcndigung und Seelsorge eine grobe Untreue vor dem Wort Gottes und eine tiefe Lieblosigkeit vor den Menschen, die ein Anrecht auf die ganze biblische Botschaft haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gericht Gottes werden alle unvergebenen S\u00fcnden der Menschen verurteilt. Paulus fa\u00dft sie in zwei Kategorien zusammen, entsprechend der beiden Gesetzestafeln. Die S\u00fcnden gegen die erste Tafel sind S\u00fcnden der \u201eGottlosigkeit\u201c (griech. asebeia). Sie sind gegen Gott gerichtet. Die S\u00fcnden gegen die zweite Tafel sind S\u00fcnden der \u201eBoshaftigkeit\u201c (griech. adikia). Sie sind gegen den N\u00e4chsten gerichtet (R\u00f6m 1,18). Die Juden werden im Gericht nach dem Ma\u00dfstab der Sinaigesetzgebung beurteilt, die Heiden nach dem Ma\u00dfstab, den sie selbst aneinander anlegen (R\u00f6m 2,11-16). Wer dieses biblische Zeugnis ernstnimmt, kann nur mit den Worten der Johannesoffenbarung rufen: \u201eWer kann bestehen?\u201c (Offenb. 6,17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Hintergrund dieses kommenden dramatischen Geschehens am Gerichtstag Gottes wird die Botschaft von der Vergebung unserer S\u00fcnden erst richtig hell und wertvoll. Wer hier diese Vergebung erlangt, wird im Gericht freigesprochen. Das ist die gro\u00dfartige Verhei\u00dfung des Evangeliums. Jesus selbst hat sie verb\u00fcrgt: \u201eWer mein Wort h\u00f6rt und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen\u201c (Joh 5,24). Diese Tatsache besingt Jochen Klepper in seinem bekannten Adventslied: \u201eWer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht\u201c. Wir k\u00f6nnen nur andeutungsweise erahnen, wie schwer dieser Freispruch wiegt. Die Ewigkeit wird das zeigen. Soviel steht aber fest: Wenn meine ganze ewige Existenz davon abh\u00e4ngt, ob ich hier die Vergebung meiner S\u00fcnden empfange, dann ist die Umkehr zu Gott und die Bitte um Vergebung das wichtigste, was ich tun kann. Und dann ist die Tatsache, da\u00df der lebendige Gott mir ohne jede Gegenleistung seine Vergebung schenkt, die gr\u00f6\u00dfte Liebes- und Wohltat, die wir uns \u00fcberhaupt vorstellen k\u00f6nnen. Genau dies meint Johannes, wenn er schreibt: \u201eDarin vollendet sich bei uns die Liebe, da\u00df wir Zuversicht haben f\u00fcr den Tag des Gerichts\u201c (1. Joh. 4,17).<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius, Walsrode<\/em><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auszug aus der Brosch\u00fcre \u201eWas ist Vergebung?&#8220;\u00a0 von Pastor Dr. Joachim\u00a0Cochlovius. Die Brosch\u00fcre, die im Dez. 2010 in dritter Auflage erschienen ist,\u00a0hat 42 Seiten und kann gegen eine Spende von 2,00 \u20ac auf der <\/em><a href=\"http:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/medienangebote\/literatur\/broschueren.html\"><em>Internetseite<\/em><\/a><em>\u00a0oder \u00fcber die Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes bezogen werden:<\/em><\/p>\n<div><em>M\u00fchlenstr. 42<br \/>\n<em>29664 Walsrode<br \/>\nTel. 05161-911330<br \/>\nE-Mail: <\/em><a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\"><em>info@gemeindehilfsbund.de<\/em><\/a><\/em><\/div>\n<p><em>\u00a0<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 Die Not unvergebener Schuld heute 1.1 Im politischen und gesellschaftlichen Bereich An wenigen Stellen zeigt sich die Entchristlichung unseres Volkes und Landes so deutlich wie an der Unf\u00e4higkeit, mit Schuld umzugehen. 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