{"id":6144,"date":"2011-03-11T09:33:40","date_gmt":"2011-03-11T07:33:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6144"},"modified":"2011-03-28T20:57:46","modified_gmt":"2011-03-28T18:57:46","slug":"wie-konnen-wir-dem-druck-der-anpassung-widerstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6144","title":{"rendered":"Wie k\u00f6nnen wir dem Druck der Anpassung widerstehen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie k\u00f6nnen wir dem Druck der Anpassung widerstehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Warum passen wir uns an?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Eine Frage der Liebe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Christen sind wir hineingenommen in die Liebesbeziehung zum himmlischen Vater durch Christus Jesus. Wir stehen unter dem gr\u00f6\u00dften und h\u00f6chsten Gebot, das dem Menschen \u00fcberhaupt gegeben ist: \u201eDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gem\u00fct. Dies ist das h\u00f6chste und gr\u00f6\u00dfte Gebot\u201c (Mt 22,37; 5Mose 6,5). Wir sollen und wir wollen auch ganz in dieser h\u00f6chsten Liebe leben. Wer liebt, der will dem gefallen, den er liebt. Die Liebe zu Gott findet im Tun und Bewahren der Gebote seinen sichtbaren Ausdruck: \u201eUnd das ist die Liebe, dass wir leben nach seinen Geboten\u201c (2Joh 6). Wenn wir uns jedoch an das Wesen und Leben der Welt anpassen, geraten wir in einen Liebeskonflikt. <!--more-->Lebe ich nach den Ma\u00dfst\u00e4ben der\u00a0Welt, dr\u00fccke ich damit aus, dass meine Liebe zum himmlischen Vater nicht mehr die anf\u00e4ngliche Tiefe hat und offenbare zugleich eine wachsende Liebe zur Welt. So kann Johannes denn auch warnend schreiben: \u201eHabt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters\u201c (1Joh 2,15). Was war mit Demas passiert? Paulus schrieb an Timotheus: \u201eDenn Demas hat mich verlassen und dieses \u201eWeltzeitalter\u201c liebgewonnen\u201c (2Tim 4,10). Unser Verhalten richtet sich nun nicht mehr am Willen des Vaters aus, wie es Johannes ja betont, sondern am Willen der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2 Eine Frage der Haltung zum Wort Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wer aber sein Wort h\u00e4lt, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, da\u00df wir in ihm sind&#8220; (1Joh 2,5). Die Liebe zu Gott, die Erkenntnis Gottes und die Kenntnis der Worte Gottes geh\u00f6ren zusammen. Die Kenntnis des Wortes und die Beugung unter die Autorit\u00e4t des Wortes Gottes ist entscheidend, damit ich Gott erkennen und lieben kann. Anpassungsprozesse nehmen ihren Anfang dann, wenn das Wort Gottes nicht mehr geliebt, nicht mehr erkannt, nicht mehr erforscht und studiert wird, nicht mehr als \u00fcbergeordnete Autorit\u00e4t anerkannt und akzeptiert wird. Unter K\u00f6nig Manasse von Juda kommt es zu gewaltigen Anpassungsentwicklungen an die G\u00f6tzenkulte der Heiden. In dieser Zeit musste es zu einer v\u00f6lligen Unkenntnis des Wortes Gottes gekommen sein, denn unter Josia, dem Enkel Manasses wird die Heilige Schrift im Tempel wiederentdeckt. Josia tut Bu\u00dfe und kehrt mit dem ganzen Volk wieder zur\u00fcck zu Gott. Unkenntnis der Schrift f\u00fchrt zur Anpassung an die Welt, Schriftkenntnis f\u00fchrt zur Umkehr aus der Anpassungsbewegung hin zu Gott. Deshalb ist es vordringlich, dass wir an der Schrift bleiben: \u201eDu aber bleibe bei dem, was du gelernt hat und was dir anvertraut ist, du wei\u00dft ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus\u201c (2Tim 3,14.15). Hier liegt ein entscheidender Grund f\u00fcr das angepasste Verhalten vieler Christen: Mangelnde Kenntnis, Liebe und Treue zum Wort. So geht z. B. die wachsende Akzeptanz homosexueller Lebensweise in kirchlichen Kreisen einher mit der abnehmenden Bereitschaft, sich unter die Autorit\u00e4t des Wortes Gottes zu beugen und der zunehmenden Skrupellosigkeit, dieses Wort zu verdrehen und zu entkr\u00e4ften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3 Ein Problem des Herzens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anpassung ist weiterhin ein Problem des Herzens. Auch das Herz des Christen ist in seiner Tiefe immer noch ein s\u00fcndiges Herz, muss zum Kreuz kommen und t\u00e4glich in der Bu\u00dfe leben. Wenn ich Rechtfertigung so verstehe, dass ich damit kein s\u00fcndhaftes Herz mehr habe, dann stehe ich in der Gefahr meine eigenen Gedanken, mein W\u00fcnschen und Wollen f\u00fcr gut zu halten. Paulus war sich sehr bewusst, dass er in der Tiefe seines Herzens noch ein S\u00fcnder war: \u201eDenn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das B\u00f6se, das ich nicht will. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die S\u00fcnde, die in mir wohnt\u201c (R\u00f6 7,19.20). Untersch\u00e4tzen wir unsere eigene S\u00fcnde und Verdorbenheit, halten wir die eigenen s\u00fcndigen und weltlichen Neigungen f\u00fcr richtig und gut. Es ist immer wieder erstaunlich, dass auch erweckte Christen nichts von der totalen Verdorbenheit des eigenen Herzens zu wissen scheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4 Die verf\u00fchrerische Macht Satans<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht ohne Grund bezeichnet Jesus den Widersacher als \u201eF\u00fcrsten dieser Welt\u201c. Als gewaltiger Machthaber und Herr \u00fcber D\u00e4monen und Finsternism\u00e4chte ist dieser Gegner nicht zu untersch\u00e4tzen (Eph 6,12). Seiner verf\u00fchrerischen Intelligenz kann kein Mensch widerstehen (Offb 13,14). Es gelingt ihm auf geschickte und intelligente Weise auch die frommsten Worte so zu verdrehen, dass wir in die S\u00fcnde einwilligen und uns bereitwillig seinem Denken unterwerfen. So geschieht es bereits im Paradies und so geschieht es bis heute: \u201eSatan verstellt sich als Engel des Lichts\u201c (2Kor 11,14). Es gelingt ihm auf schreckliche Weise \u201eB\u00f6ses als gut und Gutes als b\u00f6se\u201c hinzustellen (Jes 5,20). Dietrich Bonhoeffer hat einmal geschrieben: \u201eWer h\u00e4lt stand? \u2026Nach zehn Jahren \u2026 Die gro\u00dfe Maskerade des B\u00f6sen hat alle ethischen Begriffe durcheinander gewirbelt. Dass das B\u00f6se in der Gestalt des Lichts, der Wohltat, des geschichtlich Notwendigen, des sozial Gerechten erscheint, ist f\u00fcr den aus unserer tradierten ethischen Begriffswelt Kommenden schlechthin verwirrend, f\u00fcr den Christen, der aus der Bibel lebt, ist es gerade die Best\u00e4tigung der abgr\u00fcndigen Bosheit des B\u00f6sen\u201c (Widerstand und Ergebung, 1943). Satan gelingt es, alles durcheinanderzuwirbeln: Mission wird negativ bewertet. Homosexuelle Praxis wird dagegen positiv bewertet. Unser Denken passt sich an, weil wir uns blenden lassen und der verf\u00fchrerischen Macht Satans erliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5 Die Macht der Mehrheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bem\u00e4chtigt und in dem Grade triumphiert, dass die entgegengesetzte sich in die Ecke zur\u00fcckziehen und f\u00fcr den Augenblick im Stillen verbergen muss, so nennt man jenes \u00dcbergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen treibt.\u201c (Johann Wolfgang von Goethe)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrheit \u00fcbt einen gewaltigen Anpassungsdruck auf die Minderheit aus. Einmal, weil sie die Minderheit ausgrenzt und auch weil wir \u2013 im vorauseilenden Gehorsam \u2013 uns dem Druck der Mehrheit anpassen. Schon das alte Israel schielte auf die K\u00f6nigreiche, die es umgab: \u201eSo setze nun einen K\u00f6nig \u00fcber uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben\u201c (1Sam 8,5). \u201eWir wollen sein wie die Heiden, wie die V\u00f6lker in den anderen L\u00e4ndern, und Holz und Stein anbeten\u201c (Hesekiel 20,32). Jesaja schreibt: \u201eWir gingen alle in die Irre, wie die Schafe\u201c (Jes 53,6). Wir richten uns in unserem Denken gerne nach der Mehrheit, weil wir nicht auffallen wollen, weil wir nicht anst\u00f6\u00dfig sein wollen, weil wir dazugeh\u00f6ren wollen. Wir alle haben eine gro\u00dfe Sehnsucht in uns nach Einheit und Harmonie. Wir wollen keine St\u00f6renfriede sein. Wie schwer muss es gewesen sein, den Arm nicht zu heben, wenn alle den deutschen Gru\u00df entrichteten! Wie schwer muss es gewesen sein, sich nicht niederzuwerfen vor dem goldenen Standbild, als alle sich niederwarfen. Wie schwer wird es einmal werden, sich nicht nach der Mehrheit zu richten, wenn die Menschheit dem Antichristen verf\u00e4llt und sich dem Tier und seinem Zeichen verschreibt (Offb 13,7.14). Wer wird dann die Kraft haben, zu widerstehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.6 Die Furcht vor den M\u00e4chtigen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder haben sich Menschen vor der Macht der M\u00e4chtigen gef\u00fcrchtet und sich ihrem Denken und Handeln angepasst. Vom Hohepriester Uria hei\u00dft es lapidar: \u201eDer Priester Uria tat alles, was ihm der K\u00f6nig Ahas geboten hatte\u201c (2K\u00f6n 16,16). Er richtet sich nicht nach dem Gesetz, worauf er eigentlich verpflichtet ist, sondern er richtet sich nach dem Willen der M\u00e4chtigen. Immer wieder treten in Israel die falschen Propheten auf, die den M\u00e4chtigen und dem Volk nach dem Mund reden. Vierhundert Propheten sagen zu Ahab und Joschafat: \u201eZieh hinauf! Der Herr wird in die Hand des K\u00f6nigs geben\u201c (1K\u00f6n 22,7). Joschafat kennt diese v\u00f6llig korrupte, angepasste und willf\u00e4hrige Prophetenschar und fragt nach einem Propheten des Herrn. Nur Micha, der Sohn Jimlas, kommt in Frage, doch den m\u00f6chte Ahab nicht. Warum nicht? \u201eIch bin ihm gram, denn er weissagt mir nichts Gutes, sondern nur B\u00f6ses\u201c (1K\u00f6n 22,8). Hier redet einer den M\u00e4chtigen nicht nach dem Munde, sondern er widerspricht, weil er Gottes Wort verk\u00fcndigt. Leider gibt es diese willf\u00e4hrige Schar der \u201efalschen Propheten\u201c auch heute noch. Theologen und Pastoren verdrehen lieber das Wort und den heiligen Willen Gottes, weil sie die Macht der Medien, die Macht einflussreicher Lobbygruppen und die Macht der Politik mehr f\u00fcrchten als Gott. Bitten wir Gott, dass er unserem Land und unseren Kirchen M\u00e4nner und Frauen schenkt, die gebunden an Gottes Wort, mutig\u00a0die oft unbequeme Wahrheit in Liebe sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.7 Die Angst vor Diskriminierung und Verfolgung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wurden und werden die Kinder Gottes diskriminiert, gehasst und verfolgt. Es ist ohne Frage so, dass auf diese Weise ein enormer Anpassungsdruck ausge\u00fcbt wird, die Menschen in ihrem Gewissen schwer belastet werden, zur Heuchelei und zur Anpassung gezwungen werden. Unter den Verfolgungen des R\u00f6mischen Reiches kam es auch dazu, dass Christen sich unter dem Druck der Verfolger zeitweise vom christlichen Glauben abwandten. Sie galten den standhaft Gebliebenen als \u201elapsi\u201c (Gefallene) oder \u201etraditores\u201c (Auslieferer heiliger Schriften). Auch im Dritten Reich waren es nur sehr wenige, die es wagten, christlich motivierten Widerstand zu leisten, weil sie SA, SS, Gestapo und KZ f\u00fcrchteten. Der Antichrist wird die Heiligen am Ende dieses \u00c4ons erneut mit brutaler Unterdr\u00fcckung auf seine Seite bringen wollen: \u201eUnd es tat sein Maul auf zur L\u00e4sterung gegen Gott, zu l\u00e4stern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen. Und ihm wurde Macht gegeben, zu k\u00e4mpfen mit den Heiligen und sie zu \u00fcberwinden&#8230; Wenn jemand ins Gef\u00e4ngnis soll, dann wird er ins Gef\u00e4ngnis kommen; wenn jemand mit dem Schwert get\u00f6tet werden soll, dann wird er mit dem Schwert get\u00f6tet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen!&#8230;\u00a0Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen k\u00f6nne, da\u00df alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, get\u00f6tet w\u00fcrden.\u00a0Und es macht, da\u00df sie allesamt, die Kleinen und Gro\u00dfen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn,\u00a0und da\u00df niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, n\u00e4mlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. (Offb 13,5-7.10.15-17)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das antichristliche Reich versucht die Heiligen mit brutaler Gewalt und durch den Ausschluss von der Teilhabe am wirtschaftlichen Leben in die Knie zu zwingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Die Folgen der Anpassung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Gottes Name wird entheiligt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vater Unser beten wir: \u201eVater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name\u201c. Das Vater Unser ist eingebettet in die Bergpredigt. Die Heiligung des Namens Gottes und geschieht eben auch dadurch, dass wir heilig leben. Wenn wir uns jedoch der Welt anpassen, wird der Name, nach dem wir genannt sind, entheiligt. So sagt Gott durch den Propheten Hesekiel: \u201eDa tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel entheiligte unter den Heiden, wohin sie auch kamen. Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht Gott der HERR: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entheiligt habt unter den Heiden, wohin ihr auch gekommen seid\u201c (Hes 36,21.22). Israel heiligte sich und den Namen Gottes, wenn es den Sabbat hielt. Wenn es das Sabbatgebot brach, entheiligte sich das Volk und zugleich entheiligte es den Namen Gottes vor den Nationen. Im Hebr\u00e4erbrief hei\u00dft es: \u201eJagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird (Hebr 12,14). Wenn wir nicht mehr der Heiligung nachjagen, sondern uns dem Lebensstil der Welt anpassen, wird Gottes Name entheiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Die Gemeinde ger\u00e4t auf die schiefe Ebene<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich die Gemeinde an weltliche Lebensweisen anpasst, ger\u00e4t sie auf eine schiefe Ebene, auf der sie keinen Halt mehr hat. Die Geschichte Israels zeigt, dass eine anf\u00e4ngliche S\u00fcnde sp\u00e4ter zu immer mehr und gr\u00f6\u00dferen S\u00fcnden f\u00fchrte. W\u00e4hrend David noch einen klaren Weg ging, ging Salomo bereits gro\u00dfe Kompromisse ein. Diese f\u00fchrten zur Teilung des Reiches. Jerobeams S\u00fcnde war bereits eine massive Steigerung der S\u00fcnde, weil er goldene K\u00e4lber machte. Dies sei der Gott Israels, der Israel aus \u00c4gypten gef\u00fchrt habe (1K\u00f6 12,28). Doch nun steigert sich die Anpassung an die heidnische Umwelt bis dahin, dass Ahab den sidonischen G\u00f6tzen Baal als Hauptgott Israels einf\u00fchrt (1K\u00f6n 16,31.32). Im Neuen Testament l\u00e4sst der Ausspruch des Apostels Paulus nachdenklich werden: \u201eEuer R\u00fchmen ist nicht gut. Wi\u00dft ihr nicht, da\u00df ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchs\u00e4uert? Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja unges\u00e4uert seid\u201c (1Kor 5,6.7). Im Zusammenhang ging es darum, dass die Korinther\u00a0jemanden\u00a0in ihrer Mitte behielten, der eine schwere Unzuchts\u00fcnde begangen hatte. Passen wir uns der Welt an, lassen wir S\u00fcnde im eigenen Leben und im Leben der Gemeinde (folgenlos) zu, dann wird es mein Leben\u00a0oder auch eine ganze Gemeinde auf eine schiefe Bahn ziehen? Wir sehen, wie die gro\u00dfen Kirchen sich von der Schrift und von Christus als Mitte der Verk\u00fcndigung l\u00f6sten und nun am Ende einer gewaltigen Abw\u00e4rtsbewegung angelangt sind. Das muss jedem als Warnung dienen: Wie gehen wir mit S\u00fcnde um? Welche Rolle spielt die nachgehende Seelsorge? Wird S\u00fcnde noch beim Namen genannt? L\u00e4sst man sich noch korrigieren oder ist Korrektur unerw\u00fcnscht? Bin ich selbst, ist die Gemeinde und sind die Gemeindeglieder umkehrbereit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Die Gemeinde verliert ihre Salz \u2013 und Leuchtkraft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus sagt seinen J\u00fcngern, dass sie das Salz der Erde und das Licht der Welt sind (Mt 5,13ff). Das Salz macht einen Unterschied in einer faden Suppe und das Licht leuchtet in der Finsternis einer verlorenen Welt. Es ist insbesondere das Leben in der Nachfolge Christi nach den Ordnungen der Bergpredigt durch das wir Salzkraft und Leuchtkraft gewinnen: \u201eSo lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen\u201c (Mt 5,16). Der Satan wei\u00df genau, wie er der Gemeinde Jesu ihre Salz- und Leuchtkraft nehmen kann. Wenn es ihm gelingt, die Welt in die Kirche zu bringen, dann hat er sein Ziel erreicht. Von einer angepassten und verweltlichten Kirche geht aus der Sicht Satans keine Gefahr mehr aus. Wenn unser Leben nicht mehr zu unterscheiden ist vom Leben der Welt, dann leuchtet es nicht mehr. Wenn unsere Worte den Geboten der politischen Korrektheit folgen, dann werden sie nicht mehr wahrgenommen. Ein Christ schl\u00e4ft mit\u00a0seiner ungl\u00e4ubigen Freundin. Wie soll diese die Kraft Gottes kennenlernen, wie soll\u00a0sie einen heiligen Gott kennenlernen, wenn der, der sich zu diesem Gott bekennt, ihn nicht ernst nimmt? Wenn ich nicht mehr zu sagen wage, dass Jesus Christus der alleinige Weg zum Heil ist, der alle anderen angeblichen Wege zu Gott zu Irrwegen macht, dann habe ich mich zwar dem Zeitgeist gebeugt, aber das Zeugnis Christi verdunkelt. Die Wahrheit ist: \u201eUnd in keinem Namen ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden\u201c (Apg 4,12). Wenn die Gemeinde Jesu diese Wahrheit versch\u00e4mt verschweigt, verliert sie Salz- und Leuchtkraft. Sie muss ausgesch\u00fcttet und zertreten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4 Die Gemeinde begibt sich in das Gericht Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wort Jesu von den J\u00fcngern als dem Salz der Erde beinhaltet ja eine un\u00fcberh\u00f6rbare Warnung: \u201eWenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr n\u00fctze, als dass man es wegsch\u00fcttet und l\u00e4sst es von den Leuten zertreten\u201c (Mt 5,13). Eine angepasste Gemeinde verliert seine Salzkraft, sie ist zu nichts mehr n\u00fctze, wird weggesch\u00fcttet werden, um von den Menschen zertreten zu werden. Am Ende der Bergpredigt sagt Jesus: \u201eEs werden nicht alle, die zu mir sagen: \u201eHerr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel\u201c (Mt 7,21). Hier sind durchaus Christen im Blick, die sich zu Christus bekennen, deren Leben aber nicht dem Willen des Vaters, sondern der Welt entspricht. In letzter Konsequenz wird ein vollkommen weltf\u00f6rmiger Christ also den Zugang zum Himmelreich verlieren (Mt 7,21). Diese sehr ernstzunehmende Warnung finden wir auch im ersten Johannesbrief, wo Johannes schreibt: \u201eHabt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoff\u00e4rtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit\u201c (1Joh 2,15-17). Auch in der Offenbarung warnt uns der Herr vor den Folgen eines weltangepassten Leben: \u201eIch kenne deine Werke, dass du kalt oder warm bist. Ach, dass du kalt oder warm w\u00e4rest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde\u201c (Offb 3,15.16; vgl. 2,5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Dem Anpassungsdruck widerstehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Die wahre Anpassung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anpassung ist n\u00f6tiger denn je. Wenn wir leben wollen, dann m\u00fcssen wir uns anpassen. Jedoch nicht an die Welt, sondern an Gott. Passen wir uns der Heiligkeit Gottes an! Das ist die wahre Anpassung: Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr fr\u00fcher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: \u00bbIhr sollt heilig sein, denn ich bin heilig (1Petr 1,14-16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Die Heiligkeit Christi<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus ist es, der in vollkommener Weise heilig in dieser Welt gelebt hat. Er war vom Vater in die Welt gesandt und lebte ganz in der Welt, aber er war dennoch in vollkommener Weise nicht von dieser Welt (Joh 17,14). Dies wird insbesondere in der Versuchung Jesu durch den Teufel in der W\u00fcste sichtbar. Hier begegnet er dem F\u00fcrsten dieser Welt und stellt sich seiner verwirrenden und gef\u00e4hrlichen Verf\u00fchrungsmacht. Satan f\u00e4hrt alles auf, auch die Umdeutung der Heiligen Schrift, um Christus dazu zu bewegen, diese Welt lieb zu gewinnen und sich an die Lust dieser Welt anzupassen. Christus widersteht Satans Verf\u00fchrung und weist ihn zur\u00fcck. Christus hatte die g\u00f6ttliche Kraft, ganz und gar in dieser Welt zu leben und doch in vollkommener Weise heilig zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Christusgebundene Heiligkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir uns fragen, wie wir in gleicher Weise ganz in der Welt, jedoch nicht von der Welt sein k\u00f6nnen, dann kann die Antwort nur bei Jesus Christus liegen: \u201eDurch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erl\u00f6sung (1Kor 1,30). Heiligkeit k\u00f6nnen wir uns nicht erarbeiten, k\u00f6nnen wir nicht machen, sondern sie wird uns als Gnadengabe in Christus zugeignet. Das m\u00fcssen wir zuallererst festhalten. Christus ist uns gemacht zur Heiligung. Nur durch ihn und in enger Verbindung mit ihm ist heiliges Leben m\u00f6glich. Eine eigene und gemachte Heiligkeit ist nicht m\u00f6glich, f\u00fchrt zu Krampf und Heuchelei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4 Kreuzgebundene Heiligkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der entscheidende Punkt ist der, dass in Jesus Christus beides zu finden ist. Das heilige Wesen, das wir brauchen, um heilig zu leben. Und\u00a0au\u00dferdem ist in ihm die Welt \u00fcberwunden. Christus ist das Lamm Gottes, das die S\u00fcnden der Welt tr\u00e4gt (Joh 1,29). Durch das blutige und heilige Opfer, das Jesus am Kreuz darbringt, \u00fcberwindet er das s\u00fcndige Wesen dieser Welt. Paulus schreibt: \u201eEs sei aber fern von mir, mich zu r\u00fchmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt\u201c (Gal 6,14). Hier ist das Geheimnis und hier ist der Schl\u00fcssel zu einem heiligen Leben in dieser Welt. Das verlockende Wesen dieser Welt, das mich in die Anpassung und S\u00fcnde verf\u00fchrt, hat am Kreuz seine Kraft verloren. Durch die Verbindung mit dem Kreuz, stehe ich nicht mehr in einem lebendigen Verh\u00e4ltnis zu den Versuchungen dieser Welt. Ich bin der Welt regelrecht gekreuzigt und die Welt gilt mir als gekreuzigt. So kann ich sexuelle Versuchungen dadurch entkr\u00e4ften, indem ich mich betend an den Gekreuzigten wende. Sein Heiliger Geist gibt mir die Kraft, dem Anpassungssog zu entkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.5 Wortgebundene Heiligkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist von zentraler Bedeutung, dass Jesus den weltlichen Versuchungen nicht in einer unsichtbaren g\u00f6ttlichen Energie widerstand, sondern gebunden an das Wort und gebunden an die richtige Deutung des Wortes Gottes. Auch der Feind legt das Wort aus, aber er will dadurch die Angleichung und Anpassung an die Welt herbeif\u00fchren. Jesus bindet sich an die absolute und g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t des Wortes Gottes. Nur und allein dieses Wort verleiht die F\u00e4higkeit, heilig in dieser Welt zu leben. Wir m\u00fcssen wortgebundene Christen sein, wenn wir in den kommenden Verf\u00fchrungen bestehen wollen. In sehr klarer Weise finden wir diesen Zusammenhang im hohepriesterlichen Gebet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch bitte dich nicht, da\u00df du sie aus der Welt nimmst, sondern da\u00df du sie bewahrst vor dem B\u00f6sen.\u00a0Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.\u00a0Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.\u00a0Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.\u00a0Ich heilige mich selbst f\u00fcr sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit.\u201c (Joh 17,15-19)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinde Jesu wird nicht aus der Welt genommen. Sie ist in der Welt und in die Welt gesandt. Die Gemeinde muss sich in jedem Fall gegen gesetzliche Abgrenzungstendenzen wehren und sie bek\u00e4mpfen. Sie darf sich nicht abgrenzen, darf sich aber auch nicht anpassen. Denn sie ist ja nicht von der Welt. Sie ist darauf angewiesen, dass Gott seine Gemeinde heiligt! Wenn Gott sie nicht heiligt, wird die Gemeinde durch die Verf\u00fchrungsmacht Satans im Anpassungssog der Welt untergehen. Deshalb bittet Jesus: &#8222;Heilige sie in der Wahrheit!&#8220; Und davon kann eben nicht getrennt werden: \u201eDein Wort ist die Wahrheit! Allein das Wort kann uns helfen heilig in der Welt zu leben, ohne uns v\u00f6llig von der Welt abzuschotten, und ohne uns v\u00f6llig an die Welt anzupassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Heilige Schrift fordert uns auf, in dieser Welt zu leben und in dieser Welt der Heiligung nachzujagen: \u201eJagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird&#8220; (Hebr 12,14). Dieses Nachjagen nach der Heiligung ist eine wortgebundene Heiligung. Paulus schreibt: \u201eUnd stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern \u00e4ndert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr pr\u00fcfen k\u00f6nnt, was Gottes Wille ist, n\u00e4mlich das Gute und Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene\u201c (R\u00f6 12,2). Von der Anpassung an die Welt kann uns nur ein st\u00e4ndiger Erneuerungsprozess unseres Denkens bewahren. Wenn wir unser Denken nicht mehr erneuern, folgt zwangsl\u00e4ufig die Anpassung an die Welt und letztlich der Abfall vom Glauben. Heiligung beinhaltet die Erneuerung des Denkens. Genau an dieser Stelle liegt dann auch die Antwort der Gemeinde Jesu auf die homosexuelle Herausforderung. Wer Christus vertraut, die Kraft seines vergossenen Blutes erf\u00e4hrt, sich in seinem\u00a0Denken und F\u00fchlen\u00a0an sein Wort bindet und mit der Kraft des Heiligen Geistes rechnet, wird sich von homosexueller Praxis l\u00f6sen\u00a0und sein ganzes Leben und somit auch seine Sexualit\u00e4t erneuern und an Gottes Willen ausrichten. Aufgabe der Kirchen ist es, homosexuell empfindenden\u00a0Menschen\u00a0diesen Erneuerungsprozess aufzuzeigen und sie seelsorgerlich zu begleiten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.6 Sind wir bereit zur Umkehr?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoff\u00e4rtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit (1Joh 2,15-17). Wir leben alle in diesem Spannungsfeld zwischen Heiligung und Weltleben. Wir alle sind Kinder unserer Zeit und dem verf\u00fchrerischen und verwirrenden Denken unserer Tage. Wir stehen zwischen Weltliebe und Gottesliebe. Haben wir die Welt lieb gewonnen? Dann m\u00fcssen wir das Wort Jesu\u00a0in seinem tiefen Ernst h\u00f6ren: &#8222;So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Bu\u00dfe und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich \u00fcber dich kommen und deinen Leuchter wegsto\u00dfen von seiner St\u00e4tte &#8211; wenn du nicht Bu\u00dfe tust&#8220; (Offb 2,4.5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 In der Welt aber nicht von der Welt \u2013 Lernen von biblischen Vorbildern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Josef im Haus des Potifars<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josef stand als Sklave im Haushalt des Potifars, dem K\u00e4mmerer und Obersten der Leibwache des Pharaos, mitten in der Welt. Der Herr war mit Josef und es gl\u00fcckte ihm alles (1Mose 39,2). Doch so geheiligt, war er doch in der Welt und damit auch den Versuchungen dieser Welt ausgesetzt. Die eindeutige Einladung zum Geschlechtsverkehr mit der Frau des Potifars, war eine solche Verf\u00fchrung. Hier steht Josef im heiligen Kampf zwischen Weltliebe und Gottesliebe! Sein Reaktion zeigt, dass es m\u00f6glich ist, mit der Hilfe Gottes in der Welt zu sein ohne von der Welt zu sein: \u201eWie sollte ich denn nun solch ein gro\u00dfes \u00dcbel tun und gegen Gott s\u00fcndigen?&#8220; (1Mose 39,9). In der Folge wird uns auch klar gemacht, dass das geheiligte Leben extreme Nachteile mit sich bringen kann. Wir d\u00fcrfen nicht dem Irrtum erliegen, Gott w\u00fcrde die geheiligte Entscheidung unmittelbar und sichtbar belohnen: \u201eDa nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gef\u00e4ngnis\u201c (1K\u00f6n 39,19). Und doch zeigt der weitere Verlauf der Geschichte, dass Gott diese geheiligte Entscheidung dem Josef gelohnt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2 Die hebr\u00e4ischen Hebammen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd der K\u00f6nig von \u00c4gypten sprach zu den hebr\u00e4ischen Hebammen, von denen die eine Schifra hie\u00df und die andere Pua: Wenn ihr den hebr\u00e4ischen Frauen helft und bei der Geburt seht, da\u00df es ein Sohn ist, so t\u00f6tet ihn; ist&#8217;s aber eine Tochter, so la\u00dft sie leben. Aber die Hebammen f\u00fcrchteten Gott und taten nicht, wie der K\u00f6nig von \u00c4gypten ihnen gesagt hatte, sondern lie\u00dfen die Kinder leben\u201c (2Mose 1,15-17). Der heutige Zeitgeist verteidigt das Recht der Frau auf eine Abtreibung mit dem Begriff \u201eGewissensentscheidung\u201c. Doch eine Gewissensentscheidung kann nicht gegen das Leben eines anderen, sondern nur zum Schutz eines Anderen gef\u00e4llt werden. Der Zeitgeist verdreht den Begriff, maskiert das B\u00f6se mit einem guten Begriff (Euphemismus) und wir lassen uns davon verwirren. Die hebr\u00e4ischen Hebammen handelten mitten in der b\u00f6sen Welt eines totalit\u00e4ren Staates, indem sie ihrem in Gott gebundenen Gewissen folgten, wobei sie sich selbst in Lebensgefahr brachten. Das ist eine echte und heilige Gewissensentscheidung. Ich w\u00fcnsche uns den Mut, den diese Hebammen hatten, im Widerspruch zum totalit\u00e4ren Zeitgeist ihrer Zeit zu handeln, Gott wird es segnen, denn weil \u201edie Hebammen Gott f\u00fcrchteten, segnete er sie\u201c (2Mose 1,21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.3 Der Gehorsam Nabots<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ahab forderte von Nabot den Tausch oder Verkauf des Weinbergs, der au\u00dferhalb des K\u00f6nigspalastes in Jesreel lag. Als K\u00f6nig hatte Ahab uneingeschr\u00e4nkte Autorit\u00e4t \u00fcber sein Volk und da das Gesetz Gottes weitesgehend missachtet wurde, war es schwierig sich darauf zu berufen. Nabot h\u00e4tte sich dem k\u00f6niglichen Druck und dem Geist seiner Zeit anpassen k\u00f6nnen. Es war damals nicht opportun, sich auf Jahwe zu berufen. Wenn einem das Leben lieb war, berief man sich lieber Baal. Au\u00dferdem war es gef\u00e4hrlich, sich mit Berufung auf Gottes Wort, sich dem Willen des K\u00f6nigs nicht zu beugen. Aber Nabot sprach zu Ahab: &#8222;Das lasse der HERR fern von mir sein, da\u00df ich dir meiner V\u00e4ter Erbe geben sollte!&#8220; (1K\u00f6n 21,3). Er berief sich ausdr\u00fccklich auf Jahwe und auf Gottes Wort und sah sich in seinem Gewissen daran gebunden: \u201eDenn ein jeder unter den Israeliten soll festhalten an dem Erbe des Stammes seiner V\u00e4ter\u201c (4Mose 36,7). Nabot h\u00e4tte, wie heute oft \u00fcblich, dieses Gebot anders interpretieren k\u00f6nnen oder es f\u00fcr kulturell \u00fcberholt erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Er tat es nicht: Er berief sich darauf und bezahlte es mit dem Leben. Das ist unangepasstes und geheiligtes Leben, das die Liebe zu Gott \u00fcber die Weltliebe stellt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.4 Die Freunde Daniels<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6nig Nebukadnezar hatte ein Gebot erlassen, dass die gesamte Elite des babylonischen Weltreiches sich vor dem goldenen Standbild zur Anbetung niederwerfen sollte. Die Verweigerung das Standbild anzubeten, w\u00fcrde das Leben kosten: \u201eWer aber dann nicht niederf\u00e4llt und anbetet, der soll sofort in den gl\u00fchenden Ofen geworfen werden. Als sie nun h\u00f6rten den Schall der Posaunen, Trompeten, Harfen, Zithern, Fl\u00f6ten und aller andern Instrumente, fielen nieder alle V\u00f6lker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen und beteten an das goldene Bild, das der K\u00f6nig Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. Da kamen einige chald\u00e4ische M\u00e4nner und verklagten die Juden\u201c (Dan 3,6-8). Der Zeitgeist, der hier die gesamte geistige und politische F\u00fchrungselite zur Anbetung des riesigen G\u00f6tzenstandbildes verleitet, \u00fcbte zusammen mit der damit verbundenen Strafandrohung des K\u00f6nigs einen unfassbaren Druck aus. H\u00e4tte man sich hier nicht anpassen k\u00f6nnen? W\u00e4re es nicht m\u00f6glich gewesen, sich zwar \u00e4u\u00dferlich zu verneigen, innerlich aber im Herzen den Herrn anzubeten? Au\u00dferdem h\u00e4tte man doch die im voraus vergebende Gnade Gottes f\u00fcr sich in Anspruch nehmen k\u00f6nnen. Ist es nicht besser, sich jetzt zu verneigen, weil man sonst ja sterben m\u00fcsse und dann gebe es noch weniger treue Gottesm\u00e4nner in machtvollen Positionen, was wiederum schlecht w\u00e4re f\u00fcr das Volk Israel? Ausreden h\u00e4tte es genug gegeben. Die politische Korrektheit verlangte die Unterwerfung, doch die heilige Gebundenheit der Herzen dieser M\u00e4nner lie\u00df sie standhaft bleiben. Sie lebten als politische F\u00fchrer ganz und gar in der Welt des babylonischen Reiches (Dan 3,13), sie waren weltzugewandt, kleideten sich nach babylonischer Sitte, beherrschten weltl\u00e4ufige Manieren und kannten den Machtapparat von innen, doch eines taten diese politischen Schwergewichte nicht: Sie passten sich nicht an und beugten sich dem Zeitgeist nicht. Sie waren in der Welt aber nicht von der Welt. Sie waren im Herzen gebunden an das erste Gebot. Das lebten sie und waren bereit daf\u00fcr zu sterben! Diese M\u00e4nner liebten Gott mehr als das Leben dieser Welt. M\u00f6gen wir Ihnen in dieser Haltung und Einstellung\u00a0folgen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Alten redeten viel von Freiheit. Wir aber erfuhren auf schwerer Fahrt. Die echte Freiheit ist eine heilige Gefangenschaft des Herzens.&#8220; (Hrabanus Maurus)<\/p>\n<p><em>Prediger Johann Hesse, Walsrode,\u00a009.03.2011\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie k\u00f6nnen wir dem Druck der Anpassung widerstehen? 1 Warum passen wir uns an? 1.1 Eine Frage der Liebe Als Christen sind wir hineingenommen in die Liebesbeziehung zum himmlischen Vater durch Christus Jesus. Wir stehen unter dem gr\u00f6\u00dften und h\u00f6chsten Gebot, das dem Menschen \u00fcberhaupt gegeben ist: \u201eDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,13,12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6144"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6144"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6259,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6144\/revisions\/6259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}