{"id":609,"date":"2008-05-25T14:33:01","date_gmt":"2008-05-25T12:33:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=609"},"modified":"2009-09-06T12:51:17","modified_gmt":"2009-09-06T10:51:17","slug":"dein-kreuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=609","title":{"rendered":"Predigt: Dein Kreuz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dein Kreuz<br \/>\nPredigt \u00fcber Jes 50,10<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Frau ist ein bedauernswertes Gesch\u00f6pf. Immer, wenn ihr \u00fcber alles geliebter Gatte losgelassen wird und hinter solch einem Rednerpult steht, l\u00e4uft sie Gefahr, da\u00df Unheil \u00fcber sie hereinbricht. Heute z. B. mu\u00df ich mal was \u00fcber ihre Intimsph\u00e4re erz\u00e4hlen. Anfang 1992 war sie schwanger; und &#8211; wie das halt so geht &#8211; am Dienstag, 17. 03. 92 fingen die Wehen langsam an. Sie also ab ins Krankenhaus. Dort aber ging es nicht mehr weiter. <!--more-->Nach vier Tagen, am Samstag, wollte man das Kind dann mit Gewalt holen. Sie also rein in den Krei\u00dfsaal und ran an den Tropf &#8211; aber ohne Erfolg. Nach paar Stunden wieder raus aus dem Krei\u00dfsaal und am Sonntag dann der n\u00e4chste Versuch &#8211; wieder rein in den Krei\u00dfsaal und ran an den Tropf. 14.00 Uhr zur Besuchszeit komme ich hin: Meine Frau liegt im Krei\u00dfsaal, ist fix und alle. Das Kind war immer noch nicht da.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen 15.00 Uhr, am Ende der Besuchszeit, wollte ich mich unauff\u00e4llig wieder davonschleichen. Aber nix war &#8211; sie hat mich am Kragen gepackt: du bleibst jetzt hier. Also bin ich geblieben und habe gepre\u00dft; auch ohne Erfolg. In weiser Voraus- sicht hatte ich ein Radio mitgenommen. Das durften wir aufstellen und fromme Lieder abspielen. Selbst das hat nichts gen\u00fctzt. Also haben wir aus dem Krei\u00dfsaal heraus paar Bekannte angerufen und die haben dann auch angefangen zu pressen. Man mu\u00df sich das plastisch vorstellen: Meine Frau hat gepre\u00dft, ich habe gepre\u00dft wie verr\u00fcckt, die Bekannten haben gepre\u00dft, der Arzt hat gepre\u00dft, die Schwestern haben gepre\u00dft und \u00fcber all dem der himmlische Sound frommer Lieder. Unter diesen dramatischen Umst\u00e4nden wurde dann gegen 17.02 Uhr unsere j\u00fcngste Tochter geboren. Seitdem sind wir froh und dankbar, da\u00df sie da ist. Ich gebe auch gerne zu, da\u00df ich meistens &#8211; nicht immer, aber meistens &#8211; sehr stolz bin auf diese Person, die ich damals ins Dasein gepre\u00dft habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Mit anderen Worten: Kinder werden von ihren M\u00fcttern mit viel M\u00fche und Schmerzen geboren. Die eine Frau mu\u00df sich mehr plagen, die andere etwas weniger; doch ganz ohne M\u00fche und Schmerzen geht es nicht. Aber dadurch wird etwas ganz Wunderbares und unendlich Wertvolles ins Leben gebracht: ein Mensch, der nie wieder vergehen soll; der berufen ist, f\u00fcr immer, in Ewigkeit, ein Kind Gottes zu sein und bei Gott zu leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist es im Reich Gottes h\u00e4ufig: die wirklich wichtigen und kostbaren Dinge m\u00fcssen mit M\u00fche reifen und werden unter Schmerzen geboren. Jesus z. B. vergleicht das Ende der Welt mit einer Geburt. Dann wird die ganze Erde Wehen bekommen wie eine Frau; (Mt. 24,3ff) und unter gro\u00dfen Schmerzen wird die neue Welt Gottes geboren. Es wird ausdr\u00fccklich nicht so sein, da\u00df die Menschen, auch wir Christen, ruhig und gem\u00fctlich vor uns hin leben; dann kommt Jesus vom Himmel und schwupps, wird alles in ein Paradies verwandelt. Im Gegenteil, Jesus warnt vor &#8222;Kriegen und Kriegsgeschrei&#8220;, Hungersn\u00f6te, Erdbeben; &#8222;Die Menschen werden verschmachten vor Furcht; denn auch die Kr\u00e4fte des Himmels werden ins Wanken kommen.&#8220; Und er betont: Ihr Christen &#8222;werdet geha\u00dft werden um meines Namens willen von allen V\u00f6lkern&#8220;. In der Offenbarung werden diese Wehen bzw. die Geburt der neuen Welt dann sehr plastisch und ausf\u00fchrlich beschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder: es gibt ja unterschiedliche Meinungen zu dem Mel Gibson Film &#8222;Die Passion Christi&#8220;. Ich jedenfalls finde ihn sehr gut! Man kann dort eine Ahnung bekommen, was Jesus durchgemacht hat, um uns zu retten. Gott hat nicht gesagt: Na gut, dann dr\u00fccke ich eben mal ein Auge zu und vergebe den Menschen ihre S\u00fcnden. Nein, Jesus hat Unvorstellbares durchlitten, um etwas unendlich Wertvolles zu erm\u00f6glichen; n\u00e4mlich uns Menschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren und zu Kindern Gottes zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder: die Juden sind und bleiben Gottes Volk. Dennoch waren sie fast 2000 Jahre in alle Welt zerstreut. Vor rund 100 Jahren begann Gott, seine Verhei\u00dfung zu erf\u00fcllen und sie wieder in ihre Heimat zu holen. Da war es nicht so, da\u00df sie anfingen gem\u00fctlich ihre Koffer zu packen, um eben mal umzuziehen. Sondern 6 Millionen Juden wurden ermordet; und aus diesen Wehen heraus wurde und wird noch immer der Staat Israel unter Schmerzen geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch unser christlicher Glaube wurde nicht (nur) verbreitet, durch einige freundliche Predigten. Sondern Christen haben daf\u00fcr gelitten und oft genug mit ihrem\u00a0 Leben bezahlt. Und aus dem Blut der M\u00e4rtyrer ist die Gemeinde Jesu erwachsen. Im 2. Korintherbrief 11,23ff beschreibt Paulus, was er alles so erlebt hat: u. a. habe er 5x 40 Gei\u00dfelhiebe erhalten. Wer die &#8222;Passion Christi&#8220; gesehen hat, Paulus hat etwas in der Art f\u00fcnfmal durchgemacht; dann noch dreimal &#8222;mit St\u00f6cken geschlagen&#8220;, einmal ist er gesteinigt worden, dreimal Schiffbruch erlitten usw. usw. Er hat l\u00e4ngere Zeit im Gef\u00e4ngnis gesessen und am Ende wurde ihm wohl der Kopf abgeschlagen. Die Verbreitung des Glaubens war und ist kein Spa\u00df; es ist eine st\u00e4ndig fortdauernde schwere Geburt. Es hei\u00dft, es seien noch nie so viele Christen um ihres Glaubens willen verfolgt und get\u00f6tet worden, wie im gerade vergangen 20. Jahrhundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es mu\u00df nun nicht immer gleich jemand sterben. Mose z. B. war bei der Tochter des Pharao aufgewachsen, hatte die damals beste nur denkbare Ausbildung bekommen &#8211; und dann mu\u00dfte er wohl 40 Jahre Schafe h\u00fcten; ein hochstudierter Mann und 40 Jahre 1-Euro-Job in der W\u00fcste! Oder Joseph, der hatte gro\u00dfe und begr\u00fcndetet Tr\u00e4ume &#8211; und dann landete er als Sklave in \u00c4gypten. Oder Abraham, dem hatte Gott versprochen, er solle Nachkommen haben so zahlreich wie die Sterne am Himmel &#8211; und dann wurde er 99 Jahre alt und hatte kein einziges Kind mit seiner Frau. Gott hat ihm etwas versprochen und Abraham wartete ein Jahr, zwei Jahre, f\u00fcnf Jahre, zehn Jahre . . . er hat gewartet und gewartet und gewartet &#8211; bis er 99 war!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wir? Wir lesen ab und zu paar Verse in der Bibel, besuchen paar fromme Veranstaltungen und &#8211; schwupps &#8211; werden alle unsere frommen W\u00fcnsche wahr: die Gemeinde w\u00e4chst und die Erweckung bricht aus? Im Predigttext steht: &#8222;Wer ist unter euch, der den Herrn f\u00fcrchtet, der der Stimme seines Knechts gehorcht, der im Finstern wandelt und dem kein Licht scheint?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man mu\u00df kein Prophet sein, um sagen zu k\u00f6nnen, da\u00df auch hier unter uns einige sitzen, &#8222;denen kein Licht scheint&#8220;. Die ernsthaft Christen sind, die von Herzen glauben, &#8222;die den Herrn f\u00fcrchten und der Stimme seines Knechtes gehorchen&#8220; &#8211; und dennoch &#8222;im Finstern wandeln.&#8220; Vielleicht nicht im Blick auf das ganze Leben &#8211; aber an einzelnen Punkten. Z. B. im Blick auf die Gesundheit: man rennt von einem Arzt zum anderen und nichts hilft &#8211; es scheint kein Licht. Oder im Blick auf den Beruf: man schreibt eine Bewerbung nach der anderen, aber alles f\u00fcr die Katz . . . Oder im Blick auf das Geld: man kann machen, was man will, es reicht vorn und hinten nicht. Oder in der Familie &#8211; Sorgen um die Eltern, die Kinder oder was auch immer. Man wartet und wartet und wartet &#8211; es scheint kein Licht. Man f\u00fchlt sich wie meine Frau im Krei\u00dfsaal &#8211; man leidet und leidet, aber das Kind kommt nicht. Und dies nicht nur paar Tage sondern Jahr um Jahr!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage lautet nun, was soll man denn machen, wenn man im Finstern wandelt und kein Licht scheint. Da habe ich zun\u00e4chst das Problem, da\u00df ich &#8211; in manchen Punkten &#8211; selber nicht so lebe, wie ich das eigentlich tun sollte. Die folgenden sch\u00f6nen und guten Ratschl\u00e4ge beschreiben das, was ich denke, was ich f\u00fcr richtig halte &#8211; und nicht unbedingt das, was ich tue.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch: <strong>Erstens<\/strong>:\u00a0wenn jemand irgendwo in ernsthaften Schwierigkeiten steckt, dann sollte er alles tun, um da rauszukommen. Ich spare mir hier solche Spr\u00fcche wie: wer gesundheitliche Probleme hat, weil er z. B. raucht oder zu dick ist, der sollte eben aufh\u00f6ren zu rauchen oder weniger essen. Wen so etwas betrifft, der wei\u00df, wie bl\u00f6dsinnig solche Spr\u00fcche sind. Aber ein Christ, dem kein Licht scheint, der sollte einen anderen Christen haben, mit dem er \u00fcber seine Dunkelheiten reden kann; der ihn auf dem Weg durch die Finsternis begleitet. Von Luther z. B. wird erz\u00e4hlt, er sei zweimal am Tag beichten, d. h. zur Seelsorge, gegangen. Wir haben nicht so ein aufregendes Leben wie Luther, dennoch kann es nichts schaden, wenn wir ab und zu mit jemanden sprechen und beten \u00fcber die Fragen, die uns im tiefsten Inneren umtreiben. Wir waschen unsere Autos, wir pflegen unseren K\u00f6rper &#8211; auch unsere Seele sollte ab und zu gewaschen werden; auch unsere Seele braucht Pflege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 1. Joh 1,8 steht: &#8222;Wenn wir sagen, wir haben keine S\u00fcnde, so betr\u00fcgen wir uns selbst. Wenn wir aber unsere S\u00fcnden bekennen, so ist er treu und gerecht, da\u00df er uns unsere S\u00fcnden vergibt und reinigt uns von allem Unguten&#8220;. Seelsorge l\u00f6st nicht alle Probleme, aber es ist eine gro\u00dfe Hilfe, wenn man auf seinem Weg durch die Finsternis a) einen Helfer hat und b) von unn\u00f6tigem, sinnlosen Gep\u00e4ck befreit ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweitens<\/strong>: Im Jakobusbrief 5,14 steht: &#8222;Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die \u00c4ltesten der Gemeinde, da\u00df sie \u00fcber ihm beten und ihn salben mit \u00d6l im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.&#8220; Wohlgemerkt: hier steht nicht, wenn die \u00c4ltesten beten, wird jeder Kranke auf jeden Fall sofort und schlagartig gesund. Aber hier steht: das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, wird ihn aufrichten. Solch ein Gebet wird auf jedem Fall eine Hilfe sein! Wie diese Hilfe konkret aussieht, ist eine ganz andere Frage, das entscheidet der Chef von Fall zu Fall selber. Aber solch ein Gebet wird eine Hilfe sein. Das hat Gott uns klar und deutlich, schwarz auf wei\u00df, zugesagt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist es denkbar: jemand ist krank und Gott ist bereit ihm zu helfen, ihn aufzurichten. Aber der Kranke ruft die \u00c4ltesten nicht; er l\u00e4\u00dft &#8211; aus welchem Grund auch immer &#8211; nicht f\u00fcr sich beten. Dann k\u00f6nnte es sein: die Hilfe steht bereit &#8211; aber sie wird nicht abgeholt; Gott will helfen &#8211; aber der Kranke l\u00e4\u00dft sich nicht helfen. Er macht sich selbst das Leben unn\u00f6tig schwer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jakobusbrief steht paar Verse vorher; 4,2: &#8222;Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.&#8220; Es k\u00f6nnte sein, da\u00df wir die eine oder andere Dunkelheit in unserem Leben unn\u00f6tigerweise mit uns herumschleppen. Gott kann uns helfen, Gott will uns helfen &#8211; aber wir holen die Hilfe nicht ab. &#8222;Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder Matth\u00e4us 18,19: &#8222;Wahrlich ich sage euch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.&#8220; Wenn &#8211; nur als Beispiel &#8211; Eltern sich Gedanken machen um ihr Kind; warum tun sie sich nicht zusammen mit anderen Eltern, denen es \u00e4hnlich geht. Und beten dann gemeinsam, regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr ihre &#8222;Sorgenkinder&#8220;? Vielleicht gilt auch hier: &#8222;Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet&#8220;?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel ist voll von Einladungen zum Gebet. In einem Gleichnis wird Gott sogar verglichen mit einem ungerechten Richter (Luk 18,1). Zu dem kommt eine Witwe mit irgendeiner Klage und fordert: Schaffe mir Recht! Doch den Richter interessiert das gar nicht; etwa nach dem Motto: die Alte kann mich mal. Aber die Witwe kommt immer wieder und fordert: Schaffe mir Recht. Sie l\u00e4\u00dft nicht locker; wieder und wieder und wieder geht sie dem Richter auf die Nerven. Bis der irgendwann die Nase voll hat und ihr zu ihrem Recht verhilft &#8211; blo\u00df um seine Ruhe zu haben. Es steht sogar da, der Richter hatte Angst vor der Witwe: Wer wei\u00df, was die noch alles anstellt &#8211; wom\u00f6glich kommt sie eines Tages und tut mir etwas an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus erz\u00e4hlt dieses Gleichnis &#8222;davon, da\u00df man allezeit beten und nicht nachlassen soll&#8220;. An anderer Stelle sagt er, wir sollen im Gebet &#8222;unversch\u00e4mt&#8220; sein; wir sollen &#8222;unversch\u00e4mt dr\u00e4ngen&#8220;; fr\u00fcher hie\u00df es bei Luther: &#8222;unversch\u00e4mt geilen&#8220;. In diesem Punkt k\u00f6nnen wir alle vermutlich noch sehr viel lernen. Dennoch oder gerade deshalb: auch wenn unsere Dunkelheit schon Jahre dauert, auch wenn alle Hoffnung gestorben ist: Wir haben einen Gott, der hilft! Wir haben einen Gott, der Wunder tut. Und dieser unser K\u00f6nig fordert uns auf, &#8222;allezeit zu beten und nicht nachzulassen&#8220;. Wer wei\u00df, vielleicht liegt auch f\u00fcr uns im Himmel ein gro\u00dfes Wunder bereit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drittens<\/strong>: Jesus hat gebetet. Wenn jemand gebetet hat, dann er. Dennoch kam der Punkt, wo er verzweifelt geschrieen hat: &#8222;Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen?&#8220; Es kann sein, da\u00df wir von Seelsorge zu Seelsorge rennen; da\u00df wir beten und beten und beten &#8211; und der Schlamassel wird immer gr\u00f6\u00dfer; die Finsternis wird immer finsterer; sie dauert und dauert &#8211; es kommt kein Ende in Sicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Jesaja hei\u00dft es dann weiter: &#8222;Wer ist unter euch, der den Herrn f\u00fcrchtet, der der Stimme seines Knechtes gehorcht, der im Finstern wandelt und scheint ihm kein Licht? Der hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.&#8220; Auch wenn alles verloren scheint; wenn keinerlei Hoffnung mehr besteht, Gottes Gebot lautet: &#8222;Hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse dich auf deinen Gott.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Emmausj\u00fcnger waren in solch einer Situation. Sie hatten gehofft, da\u00df Jesus der ist, der Israel erl\u00f6sen w\u00fcrde. Sie hatten so sehr gew\u00fcnscht, da\u00df Jesus nicht nur sie selbst sondern ganz Israel aus der Finsternis herausf\u00fchrt. Und dann war Jesus tot; auf \u00fcbelste, schlimmste Weise ermordet. Alles war futsch; die Dunkelheit war finsterer als je zuvor, auch der kleinste und letzte Funken Hoffnung war ausgel\u00f6scht. So f\u00fchlten sie sich\u00a0 &#8211; und unmittelbar neben ihnen steht das gr\u00f6\u00dfte Wunder der Weltgeschichte. Direkt neben ihnen strahlt das hellste und gewaltigste Licht, das jemals auf unserer Erde geleuchtet hat &#8211; sie erkennen es nur nicht. &#8222;Ihre Augen wurden gehalten&#8220;, steht da.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wir sind solche Emmausj\u00fcnger. Direkt neben uns bzw. sogar direkt in uns strahlt das hellste und gewaltigste Licht, das jemals in unsere Welt geleuchtet hat. &#8222;Ich bin bei euch alle Tage&#8220; Da bei\u00dft die Maus keinen Faden ab: Jesus ist bei uns! Ganz egal was unsere Finsternis ist, ganz egal wie finster sie ist und ganz egal wie lange sie bereits dauert &#8211; Jesus ist bei uns. Die Emmausj\u00fcnger damals hatten Gl\u00fcck. Jesus &#8222;nahm das Brot, dankte, brach&#8217;s und und gab&#8217;s ihnen. Da wurden ihre Augen ge\u00f6ffnet und sie erkannten ihn.&#8220; Von einem Augenblick auf den anderen wurde buchst\u00e4blich alles anders. Nur leider, in genau diesem Augenblick &#8222;verschwand er vor ihnen&#8220;. Auch f\u00fcr uns ist Jesus verschwunden; wir k\u00f6nnen ihn (normalerweise) nicht sehen. Unsere Augen &#8222;werden gehalten&#8220;.\u00a0 Aber wir sollen und d\u00fcrfen und k\u00f6nnen glauben: Er ist da &#8211; und zwar alle Tage, immer, zu jeder Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte mit den Spuren im Sand haben wir alle schon hundertmal geh\u00f6rt. &#8222;Dort wo nur eine Spur zu sehen ist, habe ich dich getragen&#8220;. So kann es sein, da\u00df manch einer von uns ab und zu in seinem Sessel sitzt, v\u00f6llig geknickt, am Ende, fix und alle. Wenn aber in dem Moment seine Augen aufgetan w\u00fcrden, dann k\u00f6nnte er sehen, da\u00df er (oder sie) gar nicht im Sessel sitzt, sondern da\u00df Jesus ihn (oder sie) in seinen Armen h\u00e4lt, ganz liebevoll ansieht und sagt: Ich wei\u00df, dies alles ist sehr, sehr schwer f\u00fcr dich; doch genau deshalb trage ich dich. Deine Kraft ist am Ende, dein Glaube ist so schwach wie ein geknickter Strohhalm, wie ein glimmender Docht. Doch das gen\u00fcgt v\u00f6llig &#8211; ich werde nicht zulassen, da\u00df der glimmenden Docht endg\u00fcltig verlischt und das zersto\u00dfene Rohr v\u00f6llig zerbricht. Ich halte dich fest &#8211; bis in alle Ewigkeit!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Jesus w\u00fcrde vielleicht weiter sagen: Die gro\u00dfen Fragen des Himmels, das Reich Gottes, das alles verstehst du jetzt nicht, das ist viel zu hoch f\u00fcr dich. Du hast keine Ahnung, wie furchtbar S\u00fcnde ist; welch gewaltige Bedeutung Erl\u00f6sung hat; was ewige Errettung oder ewige Verdammnis bedeutet. Deshalb begreifst du auch nicht, warum du jetzt in dieser Finsternis steckst. Du kannst nicht sehen, welcher Segen daraus geboren wird; ein Segen, der wertvoll ist vor dem Thron Gottes im Himmel; ein Segen, der eine Bedeutung haben wird in der Ewigkeit. Aber verla\u00df dich drauf, es kommt der Tag, da werden deine Augen aufgetan; und dann wirst du verstehen, warum du dies alles durchmachen mu\u00dftest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Psalm 97 Vers 11 hei\u00dft es: &#8222;Dem Gerechten mu\u00df das Licht immer wieder aufgehen und Freude dem frommen Herzen&#8220;. Wir selbst sind nicht gerecht, im Gegenteil. Aber Jesus ist f\u00fcr uns gestorben; und deswegen &#8211; um Jesu willen &#8211; sind wir Gerechte! Und deswegen mu\u00df das Licht wieder aufgehen &#8211; auch f\u00fcr uns. Es steht leider nicht da, wann das geschieht; ob heute Nachmittag oder n\u00e4chste Woche oder n\u00e4chstes Jahr oder in 10 Jahren oder erst in der Ewigkeit. Aber es steht da, schwarz auf wei\u00df, irgendwann wird es wieder hell. Auch die dunkelste Dunkelheit in unserem Leben, die finsterste, hoffnungsloseste Finsternis, mu\u00df irgendwann zum Licht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch bis dahin gilt f\u00fcr uns &#8211; wie f\u00fcr jeden anderen Christen auch: &#8222;Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich.&#8220;\u00a0 Auch das haben wir schwarz auf wei\u00df: &#8222;Wer Jesus nachfolgen will, der mu\u00df einen kleinen, winzigen Splitter von seinem Kreuz tragen!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was das bedeutet, hat Franz von Sales vor 400 Jahren etwas genauer erkl\u00e4rt. Er schreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dein Kreuz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Gottes ewige Weisheit hat von Ewigkeit her das Kreuz ersehen,<br \/>\ndas er dir als ein kostbares Geschenk aus seinem Herzen gibt.<br \/>\nEr hat dieses Kreuz, bevor er es dir schickte,<br \/>\nmit seinen allwissenden Augen betrachtet,<br \/>\nes durchdacht mit seinem g\u00f6ttlichen Verstand,<br \/>\nes gepr\u00fcft mit seiner weisen Gerechtigkeit,<br \/>\nmit seinen liebenden Armen es durchw\u00e4rmt<br \/>\nund es gewogen mit seinen beiden H\u00e4nden,<br \/>\nob es nicht einen Millimeter zu gro\u00df oder ein Milligramm zu schwer sei.<br \/>\nUnd er hat es gesegnet in seinem allheiligen Namen,<br \/>\nmit seiner Gnade es durchsalbt und mit seinem Troste es durchflutet<br \/>\n&#8211; und dann noch einmal auf dich und deinen Mut geblickt &#8211;<br \/>\nund so kommt es schlie\u00dflich aus dem Himmel als ein besonderer Gru\u00df Gottes an dich,<br \/>\nals ein Almosen der allerbarmenden Liebe deines Gottes zu dir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dein Kreuz Predigt \u00fcber Jes 50,10 Meine Frau ist ein bedauernswertes Gesch\u00f6pf. 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