{"id":606,"date":"2007-09-26T12:57:50","date_gmt":"2007-09-26T10:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=606"},"modified":"2009-09-04T14:26:40","modified_gmt":"2009-09-04T12:26:40","slug":"wieder-thema-im-europarat-gefahren-des-kreationismus26-09-07","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=606","title":{"rendered":"Wieder Thema im Europarat: &#8222;Gefahren des Kreationismus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Wieder Thema im Europarat: &#8222;Gefahren des Kreationismus&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">S t r a \u00df b u r g (PRO) &#8211; Der Europarat befasst sich in der kommenden Woche erneut mit dem umstrittenen Dokument &#8222;Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung&#8220;. Am Donnerstag beraten die Mitglieder der europ\u00e4ische Internationale Organisation \u00fcber den Entwurf, der bereits im Juni zur Abstimmung kommen sollte. Aufgrund eines Antrags konservativer Abgeordneter war das Papier kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden. Entworfen hat das Dokument der franz\u00f6sische EU-Politiker Guy Lengagne. Laut dem Tagesordnungsprotokoll der Sitzung des Europarates, die in der kommenden Woche vom 1. bis 5. Oktober stattfindet, soll das Papier am Donnerstag zur Abstimmung kommen. Es geht darum, so hei\u00dft es in dem Papier, die &#8222;Wissenschaft gegen den Kreationismus zu verteidigen&#8220; und &#8222;die Lehre der Evolution als eine fundamentale wissenschaftliche Lehre in der Schule zu unterst\u00fctzen&#8220;. Der Kreationismus sei nach den USA nun auch in Europa auf dem Vormarsch, Gl\u00e4ubige wollten die Sch\u00f6pfungslehre in den Schulen verankern. Daher gelte es zu reagieren, &#8222;bevor es zu sp\u00e4t ist&#8220;, hei\u00dft es in dem Dokument w\u00f6rtlich. Und weiter: &#8222;Wenn wir nicht wachsam sind, sind Werte, die den Kern des Europarates bilden, in Gefahr, von kreationistischen Fundamentalisten bedroht zu werden.&#8220;\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><!--more--><strong>Lengagne: &#8222;R\u00fcckfall ins Mittelalter&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nachdem das Dokument bereits im Juni zur Abstimmung kommen sollte, hatte sich der belgische EU-Politiker Luc Van den Brande dagegen ausgesprochen, das Dokument auf der Tagesordnung zu belassen. Seinem Antrag war damals wenige Stunden vor der Sitzung stattgegeben worden. Van den Brande ist Fraktionsvorsitzender der Gruppe der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP\/ED) in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Die EVP\/ED ist die Fraktion der Europ\u00e4ischen Volkspartei (Christdemokraten) und europ\u00e4ischer Demokraten im Europ\u00e4ischen Parlament und ein Zusammenschluss christlich-konservativer Parteien in der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auf den Beschluss, das Dokument \u00fcber &#8222;Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung&#8220; von der Tagesordnung zu nehmen, hatte der franz\u00f6sische EU-Politiker Lengagne mit Entr\u00fcstung reagiert. Ers sah darin eine &#8222;Machenschaft&#8220; von denjenigen, &#8222;die mit allen Mitteln die Evolutionstheorie bek\u00e4mpfen und die Ideen des Kreationismus unterst\u00fctzen&#8220;. Aus seiner Sicht ver\u00fcbten Anh\u00e4nger des Kreationismus einen &#8222;Angriff auf die Menschenw\u00fcrde&#8220;, es handele sich um einen &#8222;R\u00fcckfall ins Mittelalter&#8220;.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Beispiel aus Deutschland: Gie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In dem Dokument werden in 105 Punkten Hintergr\u00fcnde und Entwicklungen des Kreationismus aus Sicht des EU-Parlamentariers zusammengetragen. Zudem werden angebliche Einfl\u00fcsse des Kreationismus in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern dargestellt. \u00dcber Deutschland hei\u00dft es in dem Bericht (Punkt 73): &#8222;In einer Universit\u00e4tsstadt im Land Hessen, Deutschland, sind kreationistische Lehren offenbar bereits in mehreren Schulen verbreitet. Biologielehrer eines staatlich anerkannten Gymnasiums lehren ihre Sch\u00fcler, dass ein Sch\u00f6pfer der Ursprung von verschiedenen &#8218;Haupttypen&#8216; der Tiere ist. Davon alarmiert wandten sich einige Eltern der Sch\u00fcler an das Erziehungsministerium des Landes Hessen, das jedoch keinen direkten Versto\u00df gegen die Unterrichtsvorgaben sah und sich in diesen F\u00e4llen f\u00fcr nicht zust\u00e4ndig erkl\u00e4rte. Einige Eltern nahmen daraufhin ihre Kinder von dieser Schule.&#8220; Auch &#8222;F\u00e4lle&#8220; aus den Niederlanden, Gro\u00dfbritannien, Polen, Schweden und zahlreichen weiteren EU-Staaten werden aufgelistet.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Explizit betont wird, dass Kreationismus nicht mehr allein in den USA vorkomme, sondern l\u00e4ngst auch Europa erreicht habe. Daher w\u00e4re es verh\u00e4ngnisvoll f\u00fcr die EU, keine vorbeugenden Ma\u00dfnahmen gegen den Einfluss der Kreationisten zu treffen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>&#8222;Religi\u00f6se Fundamentalisten greifen an&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">&#8222;Die Evolutionstheorie wird von religi\u00f6sen Fundamentalisten angegriffen, die dazu aufrufen, den Kreationismus in europ\u00e4ischen Schulen parallel zu oder sogar als Ersatz der Evolutionslehre zu unterrichten. Aus wissenschaftlicher Sicht besteht absolut kein Zweifel daran, dass die Evolution eine zentrale Theorie f\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis des Universums und des Lebens auf der Erde ist&#8220;, hei\u00dft es in dem Dokument.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Kreationismus hingegen sei in allen seinen Formen, wie etwa &#8222;Intelligent Design&#8220;, &#8222;nicht auf Fakten gegr\u00fcndet&#8220; und werde nicht wissenschaftlich betrieben. Zum Ziel der Verabschiedung des Dokumentes hei\u00dft es: &#8222;Der Europarat ruft die Erziehungsministerien seiner Mitgliedstaaten auf, wissenschaftliches Wissen zu f\u00f6rdern und die Evolution zu lehren und jeglichen Versuchen entschieden entgegenzutreten, Kreationismus als wissenschaftliche Disziplin zu lehren.&#8220; Denn es sei das &#8222;Hauptziel&#8220; der Kreationisten, ihre Lehre in Schulen unterrichten zu lassen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Europarat, eine aus 47 Mitgliedstaaten bestehende europ\u00e4ische Internationale Organisation, will laut Sitzungsplan am Donnerstag \u00fcber das Dokument diskutieren und abstimmen, das die Lehre des Kreationismus, den Glauben an einen Sch\u00f6pfer, scharf verurteilen soll. Der Europarat wurde 1949 gegr\u00fcndet und hat seinen Sitz in Stra\u00dfburg. Die von der Parlamentarischen Versammlung verabschiedeten Texte geben dem Ministerkomitee, in dem alle Au\u00dfenminister der Mitgliedsstaaten vertreten sind, den nationalen Regierungen, Parlamenten und politischen Parteien sowie anderen Gesellschaftsbreichen &#8222;wichtige Orientierungshilfen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Europ\u00e4ische Evangelische Allianz schaltet sich ein<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Europ\u00e4ische Evangelische Allianz rief unterdessen Christen dazu auf, sich an die Abgeordneten ihrer Heimatl\u00e4nder zu wenden, die im Europarat vertreten sind. &#8222;Wir rufen die Abgeordneten dazu auf, das Dokument abzulehnen&#8220;, so die Allianz. &#8222;In einer Demokratie sollte es weder S\u00e4kularen noch Gl\u00e4ubigen m\u00f6glich sein, eine Lehrmeinung aufzuzwingen. Wenn eine Theorie keine Bedrohung f\u00fcr Gesetz und Recht darstellt, sollte es Wissenschaftlern und ihren Studenten erm\u00f6glicht werden, diese zu pr\u00fcfen, dar\u00fcber zu diskutieren und zu ihren eigenen Schl\u00fcssen zu kommen. Es w\u00e4re unfassbar, wenn der Europarat die freiheitliche Diskussion \u00fcber Ideen verhindern will&#8220;, so die Europ\u00e4ische Evangelische Allianz.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">(Hier lesen Sie das Dokument im Original:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/assembly.coe.int\/Main.asp?link=\/Documents\/WorkingDocs\/Doc07\/EDOC11375.htm\">http:\/\/assembly.coe.int\/Main.asplink=\/Documents\/WorkingDocs\/Doc07\/EDOC11375.htm<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder Thema im Europarat: &#8222;Gefahren des Kreationismus&#8220; S t r a \u00df b u r g (PRO) &#8211; Der Europarat befasst sich in der kommenden Woche erneut mit dem umstrittenen Dokument &#8222;Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung&#8220;. 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