{"id":6054,"date":"2011-02-24T17:30:48","date_gmt":"2011-02-24T15:30:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6054"},"modified":"2011-02-27T22:32:49","modified_gmt":"2011-02-27T20:32:49","slug":"zum-85-geburtstag-von-christa-meves","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=6054","title":{"rendered":"Zum 85. Geburtstag von Christa Meves am 4.3.2011"},"content":{"rendered":"<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-6057\" title=\"Christa Meves\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Christa-Meves.bmp\" alt=\"\" width=\"143\" height=\"165\" \/>Zum 85. Geburtstag von Christa Meves<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMut zum Leben \u2013 Mut zum Erziehen\u201c war der Titel der Tagungswoche mit Christa Meves und Joachim Illies im Lehrerseminar Hitzkirch in der Schweiz, zu der mein Mann und ich im Sommer 1981 eingeladen wurden. Es war unsere erste Begegnung mit der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin und meistgelesenen christlichen Autorin aus Uelzen in der L\u00fcneburger Heide und dem Zoologen Prof. Dr. Joachim Illies aus der osthessischen Burgenstadt Schlitz, mit dem sie bis zu seinem Tod am 3. Juni 1982 eine 14 j\u00e4hrige Arbeitsgemeinschaft verband.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mut \u2013 Leben \u2013 Erziehen sind nicht nur zentrale Begriffe im wissenschaftlichen und publizistischen Werk von Christa Meves, sondern ebenso bestimmend in ihrem pers\u00f6nlichen Werdegang, wobei vor allem Mut und Zivilcourage ihren Lebensweg geformt haben. <!--more-->Sie mu\u00dfte ihn fr\u00fch lernen: den Mut zur Zivilcourage, um Jahrzehnte sp\u00e4ter gewappnet zu sein gegen \u201eMob und Meute\u201c, die sie ihrer Kassandrarufe wegen bek\u00e4mpfen werden. Zun\u00e4chst jedoch galt es zu Beginn des II. Weltkrieges als 16 j\u00e4hrige im Sch\u00fclerhelferdienst zu bestehen, wo sie gleichaltrige disziplinlose Jungs zu unterrichten hatte. Ebenso beim sogenannten Pflichtarbeitsdienst mit der Schwerarbeit auf den Feldern, sp\u00e4ter dann bei den Kriegseins\u00e4tzen, die per Gesetz verordnet, nicht zu umgehen waren, au\u00dferdem waren sie die Voraussetzung f\u00fcr die Zulassung zum Universit\u00e4tsstudium. Ihr kritischer Geist und ihr ausgepr\u00e4gter Gerechtigkeitssinn wehrten sich gegen die unw\u00fcrdige Ausbeutung der noch jugendlichen Kr\u00e4fte in sinnlosen Befehlen und Anordnungen. Sie war jetzt 19 Jahre alt und wie viele ihrer Generation empfand sie den Verlust der Jugendjahre durch diesen Krieg, mit dessen Schrecklichkeit sie wie Millionen Deutsche konfrontiert wurde: die Bombardierung ihrer Heimatstadt Neum\u00fcnster, die Zerst\u00f6rung des Elternhauses, der Tod so vieler ihr Nahestehenden. Nach dem Zusammenbruch begann das m\u00fchsame Zurechtfinden in einem vernichteten Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein hoffnungsvoller Neuanfang war die Wiederaufnahme des in Breslau begonnenen Studiums der Philosophie mit den F\u00e4chern Deutsch und Geographie an der Universit\u00e4t Kiel. In diese Zeit fiel die Begegnung mit dem Facharzt f\u00fcr Augenheilkunde, Harald Meves. Sie heirateten 1946. Bis zur Geburt des ersten Kindes setzte die sp\u00e4tere Kinderpsychagogin ihr Studium in den F\u00e4chern Psychologie und P\u00e4dagogik fort, das sie 1949 mit dem Staatsexamen abschlo\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansto\u00df zu ihrem sp\u00e4teren Einsatz f\u00fcr Kinder und Familie waren eigene Erlebnisse mit den unangemessenen Umgangsformen des Klinikpersonals in der Universit\u00e4tsklinik in Bezug auf die Behandlung Neugeborener. Die \u00e4rztlich vorgeschriebene sofortige Trennung von ihrer Tochter Antje unmittelbar nach der Geburt, traf bei der W\u00f6chnerin auf wenig Verst\u00e4ndnis. Als sie begann, sich mit den Problemen der Neugeborenen intensiv zu besch\u00e4ftigen, erkannte sie immer deutlicher, wie entscheidend sich positive oder negative Eindr\u00fccke in dieser fr\u00fchen Phase des Menschen f\u00fcr die Hirnentwicklung und f\u00fcr eine sp\u00e4tere Lebenseinstellung auswirken. Die sechziger Jahre standen unter dem Zeichen der Emanzipation der Frau, und Mutterschaft war der Hemmschuh f\u00fcr die lauthals propagierte totale Gleichberechtigung. Selbst \u00c4rzte lie\u00dfen sich in diesen Mainstream einspannen und sprachen sich gegen das Stillen aus. Das deutsche Nachrichtenmagazin \u201eStern\u201c schrieb zu diesem Thema: \u201eFrauen \u2013 wollt ihr noch l\u00e4nger K\u00fche sein?\u201c War es verwunderlich, da\u00df in den siebziger Jahren nur noch 15 % der M\u00fctter ihre Kinder stillten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christa Meves konnte zu diesen f\u00fcr die Entwicklung der Kinder gefahrvollen Tendenzen nicht schweigen. Sie sah sich vor allem auch in der Mitverantwortung ihren eigenen Kindern gegen\u00fcber \u2013 1951 wurde die zweite Tochter Ulrike geboren. Durch Zusatzstudien in analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapie verschaffte sie sich das n\u00f6tige Wissen. 1960 er\u00f6ffnete sie ihre eigene Praxis, jedoch nur halbtags, um sich f\u00fcr die Familie freizuhalten, wenigstens solange die beiden T\u00f6chter noch zur Schule gingen. 1968 begann sie ihre bis heute w\u00e4hrende Vortragst\u00e4tigkeit durch den ganzen deutschsprachigen Raum. 1969 erschien ihr erstes Buch. Die Fortsetzung dieser bis heute auf \u00fcber 100 Publikationen angewachsenen \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u2013 abgesehen von weit \u00fcber 2000 Artikeln und Aufs\u00e4tzen in Zeitungen und Zeitschriften \u2013 schilderte anl\u00e4\u00dflich eines Festes Joachim Illies, bekannt nicht nur durch seine Forschungsarbeiten im Bereich der Zoologie und \u00d6kologie, sondern auch durch seinen Humor und der F\u00e4higkeit aus dem Stehgreif Verse zu schmieden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Kindern half sie in dem Lande, \/ doch das war nicht genug;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christina war zu mehr imstande, \/ hielt Vortr\u00e4ge und schrieb ein Buch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wurden, weil sie flei\u00dfig, \/ und weil sie schreiben mu\u00df,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">aus einem Buche zehn, \/ aus zehn B\u00fcchern drei\u00dfig,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">doch damit ist noch lang\u2018 nicht Schlu\u00df\u2026!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen hat das Werk von Christa Meves eine Gesamtauflage von mehr als 6 Millionen Exemplaren allein in deutscher Sprache aufzuweisen. Einige ihrer Ver\u00f6ffentlichungen wurden in 13 Sprachen \u00fcbersetzt, darunter auch in Chinesisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das inhaltliche Spektrum und die Breitenwirkung des Lebenswerks von Christa Meves sprengen den Rahmen des menschlich Machbaren, vor allem wenn man bedenkt, da\u00df sie ganz ohne das f\u00fcr in prominenten Kreisen \u00fcbliche Management- und Presse-B\u00fcro auskommt. Das bedeutet jedoch nicht, da\u00df keine Hand sie leitet. Als im Christentum verwurzelt, wei\u00df sie sich gef\u00fchrt vom Herrn, dem sie in den \u00fcber 60 Jahren ihrer Wirkungszeit immer n\u00e4her gekommen ist. Er hat sie gesandt, um unerschrocken wie Jonas durch das Ninive unserer Zeit zu wandern und zu rufen: Europa wird untergehen an einem Boom der Kriminalit\u00e4t und Sexualdelikten, durch Massen arbeitsunf\u00e4higer Menschen, einer hochgradigen Steigerung der Suchtkranken sowie der Zunahme gewaltt\u00e4tiger Banden, an einem Boom neurotischer Depressionen, an Geschlechtskrankheiten, Ehescheidungen, millionenfachen Abtreibungen, es wird untergehen am Geburtenschwund. Das Aufheulen der zeitgeisth\u00f6rigen Medien lie\u00df nicht lange auf sich warten. \u201eDie Zeit\u201c, als das f\u00fchrende Blatt der Linksintellektuellen, bedachte sie mit \u00dcberschriften wie \u201eDer neue Drachent\u00f6ter Christa Meves\u201c. F\u00fcr eine evangelische Frauenzeitschrift war sie der \u201eFlurschaden in der L\u00fcneburger Heide\u201c. Hier und vor allem bei den Vortr\u00e4gen und den anschlie\u00dfenden Diskussionen, wenn sie den Ha\u00dftiraden des Linkskartells ausgeliefert war und die Stimmung ihr feindselig entgegenschlug, galt es Gelassenheit zu bewahren und in Tapferkeit, gest\u00fctzt durch das Gebet ihrer Getreuen, durchzuhalten. Mut bewahrt nicht vor Angst. Es war vor allem ihr zunehmend h\u00f6rbareres Bekenntnis zum Christentum, das ihre Gegner zu beleidigenden und diffamierenden Auslassungen gereizt hat. Ihre Konversion zur katholischen Kirche 1987 tat ein \u00dcbriges, um von den religi\u00f6s liberalen Gruppierungen sowohl auf protestantischer wie auf katholischer Seite, ins \u201efundamentalistische Mittelalter\u201c verbannt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es spricht jedoch f\u00fcr die Klarsichtigkeit einiger f\u00fchrender Leute der Gesellschaft, da\u00df trotz der Anfeindungen zahlreiche Ehrungen nicht ausblieben. Zu diesen geh\u00f6ren \u2013 um nur einige zu nennen \u2013 auch zwei Preise aus dem Ausland: der franz\u00f6sische \u201ePrix Amade\u201c (1976) und die englische \u201eMedal of Merit\u201c (1984). Ein Jahr sp\u00e4ter (1985) erhielt sie das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, 2005 das Gro\u00dfe Verdienstkreuz des Nieders\u00e4chsischen Verdienstordens, verliehen auf Initiative von Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl, und im selben Jahr wurde ihr der P\u00e4pstliche Gregorius-Orden in der Klasse \u201eKomtur mit Stern\u201c \u00fcberreicht. Diese \u00f6ffentlichen Anerkennungen waren und sind ein Ansporn, weiterhin, gelegen oder ungelegen, an der Zukunft zu bauen. Heute, im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhundert k\u00f6nnen wir nur mit Ersch\u00fctterung zur Kenntnis nehmen, wie sehr sich ihre Prognosen bewahrheitet haben. Vieles haben ihre B\u00fccher auffangen k\u00f6nnen durch die ungez\u00e4hlte Leserschar weltweit. Der immer gr\u00f6\u00dfer werdende Freundeskreis \u201eVerantwortung f\u00fcr die Familie\u201c und das \u201eEltern-Colleg-Christa Meves\u201c (ECCM) tragen vermehrt zur Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Gefahren, die der Familie drohen bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 4. M\u00e4rz feiert Christa Meves ihren 85. Geburtstag. Nach wie vor zieht sie ungebrochen weiter, h\u00e4lt Vortr\u00e4ge (im Jahre 2009 waren es 60), Seminare, Kurse, bestellt ihre Praxis. \u201eWer die Menschen liebt, f\u00fcr den ist die Begegnung mit ihnen ein wahrer Jungbrunnen\u201c, sagt sie an einer Stelle. Zum Anla\u00df ihres Ehrentages ver\u00f6ffentlicht der Gerhard-Hess-Verlag ein neues Buch mit dem Titel: \u201eEs ist noch nicht zu sp\u00e4t! Neue Wege in eine lebenswerte Welt\u201c. Es ist ein Buch der Hoffnung, \u201edamit es wieder heller werden soll in unserer Gesellschaft\u201c. Menschen wie Christa Meves sind das Licht, die im Geist des Evangeliums auf eine Erneuerung hinweisen \u2013 unter der F\u00fchrung dessen, der alle M\u00fchen, Dem\u00fctigungen, \u00c4ngste in seine segnenden H\u00e4nde nehmen m\u00f6ge.<\/p>\n<p><em>Inge M. Th\u00fcrkauf (Quelle: <a href=\"http:\/\/schreibfreiheit.eu\/?s=zum+85.+geburtstag\">www.schreibfreiheit.eu<\/a>)\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 85. Geburtstag von Christa Meves \u201eMut zum Leben \u2013 Mut zum Erziehen\u201c war der Titel der Tagungswoche mit Christa Meves und Joachim Illies im Lehrerseminar Hitzkirch in der Schweiz, zu der mein Mann und ich im Sommer 1981 eingeladen wurden. 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