{"id":602,"date":"2007-08-30T18:43:19","date_gmt":"2007-08-30T16:43:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=602"},"modified":"2009-09-04T14:54:02","modified_gmt":"2009-09-04T12:54:02","slug":"argumente-liste-gegen-stichtagsverlegung-alfa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=602","title":{"rendered":"Argumente gegen Stichtagsverlegung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Argumente gegen Stichtagsverlegung <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Ethische Argumente<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Humane embryonale Stammzellen werden durch T\u00f6tung menschlicher Embryonen gewonnen. Wer davon profitieren will, akzeptiert die T\u00f6tung menschlichen Lebens. Dies gilt in humanen Gesellschaften aber nur im Falle von Notwehr als zul\u00e4ssig.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Embryonale Stammzelllinien sind l\u00e4ngst nicht so stabil, wie zun\u00e4chst angenommen wurde. Um die Kulturen stabil zu halten, m\u00fcssen immer neue Embryonen get\u00f6tet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Wenn Forscher tats\u00e4chlich eine funktionierende Therapie mit embryonalen Stammzellen entwickeln w\u00fcrden, m\u00fc\u00dften f\u00fcr die Anwendung dieser Therapie st\u00e4ndig neue Embryonen get\u00f6tet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Medizinische Argumente<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>contra embryonale<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Embryonale Stammzellen verhalten sich au\u00dferhalb des Embryos wie Tumorzellen. (1) Wissenschaftliche Studien zeigen, da\u00df embryonaler Stammzellen ein extremes Tumorrisiko besitzen (2), da\u00df auch kurzfristig erreichte therapeutische Erfolge zunichte macht. (3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Da aus embryonalen Stammzellen entwickelte Transplantate f\u00fcr den Empf\u00e4nger k\u00f6rperfremd w\u00e4ren, m\u00fc\u00dfte der Immunabsto\u00dfung durch Gabe von immunsuppressiven Medikamenten begegnet werden, was wiederum Risiken und Nebenwirkungen beinhalten w\u00fcrde, darunter ein erh\u00f6htes Tumorrisiko.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>pro adulte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Adulte Stammzellen werden bereits seit vier Jahrzehnten in der Therapie von Blutkrankheiten wie Leuk\u00e4mie und Lymphomen sowie bei An\u00e4mien und Immundefekten verwendet. (4) \u00a0Dabei werden Patienten sowohl mit eigenen Stammzellen als auch mit den adulten Stammzellen passender Fremdspender behandelt. Im Jahr 2005 bekamen allein in Deutschland 2600 Patienten im Rahmen einer Stammzelltherapie eigene Stammzellen transplantiert (autologe Transplantation). 1800 Patienten erhielten Stammzellen von einem fremden Spender (allogene Transplantation). (5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Im Fr\u00fchjahr 2007 meldeten Forscher der Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf erstmals bei der Behandlung von Leberkrebs Erfolge mit adulten Stammzellen. Hintergrund: Schnell wuchernde Lebertumore k\u00f6nnen h\u00e4ufig nicht sofort herausoperiert werden, da die Leber bei diesem Eingriff zu stark dezimiert w\u00fcrde. Um die operationsf\u00e4hig zu machen, griffen die behandelnden \u00c4rzte zun\u00e4chst auf ein g\u00e4ngiges Verfahren zur\u00fcck und verminderten bei allen Patienten die Blutzufuhr zum erkrankten Gewebe. Sechs der 13 Patienten injizierten die D\u00fcsseldorfer Forscher dann zus\u00e4tzlich adulte Stammzellen in die Leber, die sie zuvor aus dem k\u00f6rpereigenen Knochenmark der Patienten gewonnen hatten. Das Ergebnis: Bei den mit adulten Stammzellen behandelten Probanten wuchs die Leber doppelt so rasch wie in der Vergleichsgruppe; sie konnten durchschnittlich 18 Tage fr\u00fcher operiert werden. (6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 In Innsbruck behandelt der Urologe Hannes Strasser auch Inkontinenz mit adulten Stammzellen. Von den mehr als 270 Patienten, die Strasser und seine Kollegen seit September 2002 therapierten, konnten 93 Prozent der Frauen und 73 Prozent der M\u00e4nner geheilt werden. (7) Bei dem Verfahren wird den Patienten unter lokaler Bet\u00e4ubung zun\u00e4chst Muskelgewebe aus dem Oberarm entnommen. Im Labor werden die darin enthaltenen Stammzellen isoliert und sechs bis sieben Wochen lang vermehrt. Ist die Zellzahl ausreichend, werden die Patienten in die Klinik gebeten. Unter Ultraschallansicht applizieren die \u00c4rzte ihnen die aufbereiteten Stammzellen mit Hilfe eines speziell entwickelten Injektionsger\u00e4tes in den Schlie\u00dfmuskel und das Bindegewebe der Harnr\u00f6hre. (8) Laut Strasser konnte die gesamte Therapie bei allen Patienten ohne Zwischenf\u00e4lle durchgef\u00fchrt werden. Auch im Nachhinein h\u00e4tten sich bislang keine Komplikationen ergeben. (9) Die gute Vertr\u00e4glichkeit der Therapie f\u00fchrt der Urologe darauf zur\u00fcck, da\u00df der Einriff minimal-invasiv sei und nur k\u00f6rpereigene Zellen zum Einsatz k\u00e4men. Daher bestehe auch keine Altersbegrenzung. \u201cWir behandeln Patienten zwischen 35 und 85 Jahren\u201c, sagt Strasser. (10) Da\u00df auch andere das innovative Verfahren als Erfolg betrachten, zeigt die Tatsache, da\u00df in \u00d6sterreich die Krankenkassen bereits die Kosten f\u00fcr diese Therapie (derzeit rund 12 000 Euro) \u00fcbernehmen, und mit dem \u201cM\u00fcnchner Klinikum rechts der Isar\u201c sowie Zentren in der Schweiz nun auch andere Krankenh\u00e4user das Verfahren eingef\u00fchrt haben. (11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Im Oktober 2006 \u00fcberraschten Forscher aus Mannheim mit Erfolgen bei der Behandlung von Herzinfarkten mit adulten Stammzellen, die sie zuvor aus dem Knochenmark der Patienten gewonnen hatten. In Kooperation mit 16 weiteren Herzzentren hatten die Forscher der I. Medizinischen Universit\u00e4tsklinik Mannheim in einer Studie untersucht, ob sich die Funktion des Herzens nach einem Herzinfarkt mit Hilfe einer Stammzelltherapie verbessern lasse. Die Studienergebnisse publizierten die Forscher anschlie\u00dfend im renommierten \u201cNew England Journal of Medicine\u201c. (12) \u201cDie Ergebnisse sind ermutigend\u201c, erl\u00e4utert Tim S\u00fcselbeck, Mitautor der Studie und Oberarzt an der Mannheimer Uniklinik. (13) Sein Fazit: \u201cDie in dieser Form weltweit erste Studie zeigt, da\u00df die Herzfunktion nach einem Infarkt durch eine Infusion von Stammzellen, die aus dem Knochenmark gewonnen wurden, verbessert werden konnte.\u201c (14) Damit biete die Stammzelltherapie \u00c4rzten ganz neue Perspektiven. Denn die heute zur Verf\u00fcgung stehenden Medikamente erm\u00f6glichten eigentlich nur eine Art Schadensbegrenzung. Bei der Therapie mit adulten Stammzellen bestehe dagegen die begr\u00fcndete Hoffnung auf eine mehr oder weniger ausgepr\u00e4gte echte Regeneration der Herzfunktion. Hintergrund: F\u00fcr diese Studie wurden bei 200 Patienten aus dem k\u00f6rpereigenen Knochenmark Stammzellen gewonnen. Nach drei bis sechs Tagen konnten ihnen die im Labor aufbereiteten Zellen \u00fcber einen Herzkatheter appliziert werden. Innerhalb von vier Monaten wurde die Herzleistung durchschnittlich um 5,5 Prozent gesteigert. In der Kontrollgruppe, die auf herk\u00f6mmliche Weise behandelt worden war, betrug die Steigerung lediglich drei Prozent. Am meisten profitierten laut der Studie Patienten von dem neuen Verfahren, die einen besonders schweren Infarkt erlitten hatten. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Die Therapie d\u00fcrfe nicht zu fr\u00fch durchgef\u00fchrt werden. So zeigten die Stammzelltherapien dann keinen signifikanten Effekt, wenn die adulten Stammzellen den Patienten innerhalb von vier Tagen nach einem Herzinfarkt zugef\u00fchrt wurden. Auf welche Weise die Stammzelltherapie in die Umbauprozesse des Herzens eingreift, sei noch weitgehend ungekl\u00e4rt. Die gemachten Untersuchungen w\u00fcrden jedoch darauf hindeuten, da\u00df sie die Durchblutung des Herzens verbessern, indem sie neue Blutgef\u00e4\u00dfe bilden. Bei einem Herzinfarkt wird Herzmuskelgewebe infolge verminderter Blut- und damit Sauerstoffversorgung gesch\u00e4digt. Die Ursache daf\u00fcr ist ein Verschlu\u00df der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe. Insgesamt erleiden in Deutschland j\u00e4hrlich fast 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Die Zahl der t\u00f6dlichen Herzinfarkte liegt bei etwa 85.000 pro Jahr. (15)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Seit 1989 werden auch Stammzellen des Nabelschnurblutes zur Behandlung seltener Immunerkrankungen eingesetzt. Dies geschieht allerdings in manchen L\u00e4ndern nur dann, wenn f\u00fcr die Patienten keine passenden Blut- oder Knochenmarkstammzellspender zur Verf\u00fcgung stehen. Als Voraussetzung f\u00fcr eine passende Spende gilt, da\u00df bestimmte gewebespezifische Faktoren bei Spender und Empf\u00e4nger \u00fcbereinstimmen m\u00fcssen, da das Transplantat andernfalls vom Immunsystem des Empf\u00e4ngers als fremd erkannt und abgesto\u00dfen wird. Findet sich unter diesen Vorraussetzungen kein passender Spender f\u00fcr einen Patienten, dann verwenden auch in Deutschland \u00c4rzte Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut des Patienten gewonnen werden. (16) In Deutschland wird Nabelschnurblut mittlerweile in f\u00fcnf \u00f6ffentlichen Banken an den Standorten M\u00fcnchen, D\u00fcsseldorf, Mannheim, Freiburg und Dresden aufbewahrt. Da f\u00fcr eine Transplantation eine minimale Zelldosis von 1,5 x 107 pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht erforderlich ist, werden bislang vor allem Kinder mit diesen Stammzellen behandelt. Beim Deutschen Register f\u00fcr Stammzelltransplantationen wurden von 1998 bis 2005 nur 43 Transplantationen mit Stammzellen aus Nabelschnurblut gemeldet. (17) Weltweit sind laut der medizinischen Fachzeitschrift \u201cThe Lancet\u201c seit 1989 jedoch bereits \u00fcber 7.000 Transplantationen von Stammzellen durchgef\u00fchrt worden, die aus Nabelschnurblut isoliert wurden. (18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Laut dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Bioethik der christdemokratisch-konservativen EVP-ED-Fraktion im Europ\u00e4ischen Parlament, Peter Liese (CDU), sind mit adulten Stammzellen bislang insgesamt 65 Erkrankungen bei Menschen \u201cmit mehr oder weniger gro\u00dfem Erfolg\u201c behandelt worden. (19)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Der Einsatz adulter Stammzellen wird derzeit au\u00dfer bei der Behandlung von Herzinfarkten auch bei Therapien f\u00fcr Brustkrebs, rheumatoider Arthritis, multipler Sklerose, Morbus Crohn sowie Hornhautdefekten in klinischen Studien erprobt. (20)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Auch die zu Beginn der Debatte um die Forschung mit embryonalen Stammzellen vorgebrachte Behauptung, adulte Stammzellen lie\u00dfen sich nur in solche Gewebezellen umwandeln, in denen sie im K\u00f6rper beheimatet seien, ist mittlerweile in Tierversuchen vielfach widerlegt worden. Im Februar 2005 gelang es Forschern der Rheinisch-Westf\u00e4lischen Technischen Universit\u00e4t Aachen (RWTH), neurale Stammzellen so umzuprogrammieren, da\u00df sich aus ihnen Blutzellen entwickelten. (21) Nur einen Monat sp\u00e4ter wurden diese Ergebnisse von Forschern aus den USA untermauert. Den Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Stanford gelang es, adulte Stammzellen aus dem Hirngewebe von M\u00e4usen mittels eines komplexen Chemiecocktails so zu ver\u00e4ndern, da\u00df sie nach der Injektion in die Leber von M\u00e4usen dort mit steigender Glukose-Konzentration Insulin produzierten. Allerdings reichte die dabei produzierte Menge nicht aus, um Patienten, die an Typ-1-Diabetes leiden, bereits Hoffnungen auf Heilung machen zu k\u00f6nnen. (22)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Als weiteres gravierendes Problem stellen Bef\u00fcrworter der embryonalen Stammzellforschung die Vermehrung von adulten Stammzellen dar. W\u00e4hrend embryonale Stammzellen sich praktisch unbegrenzt vermehren k\u00f6nnten, treffe dies f\u00fcr adulte Stammzellen nicht zu. Ein weiterer Irrtum: Im Juli 2005 wiesen Forscher des Children&#8217;s Hospital in Pittsburgh nach, da\u00df adulte Stammzellen dieselbe F\u00e4higkeit zur Multiplikation wie embryonale Stammzellen haben. (23) \u201cIn der Forschung ging man davon aus, da\u00df postnatale Stammzellen schneller altern und viel fr\u00fcher sterben als embryonale Stammzellen. Doch unsere Forschungsergebnisse beweisen, da\u00df dies nicht der Fall ist\u201c, erkl\u00e4rte Studienleiter Johnny Huard, Direktor der Abteilung \u201cGrowth and Development\u201c des Kinderkrankenhauses. \u201cDie ganze Welt verfolgt gespannt die Entwicklungen auf dem Gebiet der Stammzellforschung, in der Hoffnung, da\u00df damit von Diabetes bis Parkinson alles heilbar wird\u201c, so der Experte. Da es jedoch auch eine Vielzahl ethischer Bedenken im Umgang mit embryonalen Stammzellen gebe, komme es immer wieder zu aufflammenden Diskussionen. \u201cDiese Bedenken k\u00f6nnen durch die Verwendung von adulten Stammzellen ausger\u00e4umt werden\u201c, so Huard. (24) Ihre Ergebnisse ver\u00f6ffentlichten die Forscher in der angesehenen Fachzeitschrift \u201cMolecular Biology of the Cell\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Die adulte Stammzellforschung erlebt einen wahren Boom. Dies d\u00fcrfte auch damit zusammenh\u00e4ngen, da\u00df sie in den zur\u00fcckliegenden Jahren in immer neuen Organen nachgewiesen werden konnten. W\u00e4hrend die Stammzellen im Blut und im Knochenmark schon l\u00e4nger bekannt waren, sind andere Quellen erst in den letzten Jahren entdeckt worden. \u201cInsgesamt kennen wir zur Zeit etwa 20 K\u00f6rperorgane, aus denen Stammzellen, die der Regeneration und dem Zellersatz bei Gewebedefekten dienen, teilweise mit gro\u00dfer Reinheit isoliert werden k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4uterte der Zellbiologe Volker Herzog auf einem unter der \u00dcberschrift \u201cHeilmittel Embryo?\u201c veranstalteten Symposiums des \u201cInstituts f\u00fcr medizinische Anthropologie und Bioethik\u201c (IMABE) in Innsbruck. (25) Laut Herzog besitzen adulte Stammzellen gegen\u00fcber den embryonalen Stammzellen \u201cunerreichbare Vorz\u00fcge\u201c: \u201cErstens\u201c entfalle, so der Wissenschaftler, \u201cbei der Forschung mit adulten Stammzellen die T\u00f6tung von menschlichen Embryonen\u201c. Zweitens gingen \u201cnach bisheriger Kenntnis und jahrzehntelanger Erfahrung mit adulten menschlichen Stammzellen keine Teratome und Terakarzinome hervor\u201c. Schlie\u00dflich seien Absto\u00dfungsreaktionen bei der Transplantation von k\u00f6rpereigenen Stammzellen \u201cvon vorneherein ausgeschlossen\u201c. (26) Dagegen befinde sich \u201cdie Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen\u201c im \u201cExperimentalstadium\u201c. Therapeutische Erfolge seien \u201ch\u00f6chst ungewiss\u201c. Entsprechend seien die \u201cpropagierten Aussichten auf wirtschaftlichen Gewinn aus der Embryonennutzung auf absehbare Zeit hin offensichtlich unbegr\u00fcndet\u201c. (27) Der Zellbiologe fordert daher, die \u201cfinanziellen und wissenschaftlichen Ressourcen auf die Erforschung adulter menschlicher Stammzellen st\u00e4rker als bisher\u201c zu konzentrieren: \u201cDiese Forschungsrichtung ist ethisch unbedenklich. Wissenschaftspolitiker sollten den Mut haben, langfristig in diese Forschungsrichtung zu investieren.\u201c (28)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u201cwichtigste Argument gegen die Nutzung menschlicher Embryonen\u201c sei jedoch, so Herzog, \u201cdie damit verbundene T\u00f6tung ungeborenen Lebens. Hier sto\u00dfen die f\u00fcr unsere Kultur fundamental wichtige Freiheit in der Wissenschaft und die Befriedigung der Neugier des Wissenschaftlers an ethische Grenzen. Wissenschaftler sollten deshalb auf die Forschung mit menschlichen Embryonen verzichten. Unsere Gesellschaft sollte dar\u00fcber hinaus den Mut haben, vermeintlichen wirtschaftlichen Gewinnerwartungen aus der Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen zu widerstehen\u201c. (29)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Strauer: Die Stammzelltherapie ist sicherlich sehr geeignet, Wundnekrosen, Muskelatrophie und gangr\u00e4n\u00f6se Ulcera zu bessern, vielleicht gar zur Abheilung zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Strauer publiziert soeben die erste Meta-Analyse zur Stammzelltherapie am Herzen \u2013nach Herzinfarkt: \u201cDie Daten beinhalten die erste Metanalyse der von uns inaugurierten Stammzelltherapie weltweit. Es zeigt sich, da\u00df die Resultate signifikant sind und, das ist immer wieder zu beachten, erreicht werden k\u00f6nnen additiv oder zus\u00e4tzlich (on Top) zur Ballon-Dilatation bzw. Stent-Implantation beim Herzinfarkt. Ich glaube, dies ist ein statistisch relevantes, abgesichertes und sehr hoffnungsvolles Resultat f\u00fcr jetzt und die Zukunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sein Statement f\u00fcr die Kampagne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die adulte Stammzelltherapie mit autologen, mononukle\u00e4ren Knochenmarkszellen hat sich in der Klinik seit mehr als 6 Jahren zur Behandlung des akuten Herzinfarktes, der chronischen koronaren Herzerkrankung, der Herzinsuffizienz bei chronischen Herzmuskelentz\u00fcndungen und auch der peripheren Verschlu\u00dfkrankheit und dem diabetischem Fu\u00dfsyndrom bew\u00e4hrt. Am Herzen konnten die Herzkraft, die Herzleistung und die Durchblutung um 8 &#8211; 30 % gebessert werden, die Belastbarkeit wird deutlich gesteigert, die Lebensqualit\u00e4t nimmt erheblich zu. Bei peripheren Verschlu\u00dfkrankheiten (Raucherbein, Stoffwechselerkrankungen etc.) kommt es zu einer Zunahme der Gehstrecke um das Zwei- bis Dreifache. Stammzellen-assoziierte Nebenwirkungen sind bislang nicht aufgetreten. Die Therapie ist ethisch aus-nahmslos vertretbar und hilfreich. Therapieversager sind so gut wie nicht bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entsprechend den derzeitigen Therapierichtlinien der Volkskrankheiten &#8222;koronare Herz-krankheit&#8220; und &#8222;periphere Verschlu\u00dfkrankheit&#8220; bietet die adulte Stammzelltherapie ein segensreiches Verfahren zur Behandlung dieser schwerkranken und oft therapieresistenten Krankheiten. Dabei ist besonders hervorzuheben, da\u00df die Therapieresultate additiv zu allen anderen Therapiema\u00dfnahmen me\u00dfbar sind, d.h. &#8222;on top&#8220; auftreten. Die Stammzelltherapie bei Herzerkrankungen ist bereits soweit, da\u00df die Krankenkassen daf\u00fcr ein eigenes Sonderentgelt eingerichtet haben, da evident ist, da\u00df die Stammzelltherapie die Krankheitsintensit\u00e4t, die Krankheitsdauer und den Schweregrad der Erkrankungen wirksam zu verbessern vermag.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III. Forschungspolitische Argumente<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Stammzellforschung ist teuer. Die finanziellen Mittel, die f\u00fcr die Forschungsf\u00f6rderung zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen sind begrenzt. Dies erfordert die Setzung von klaren Schwerpunkten. Daher sollten die Mittel ausschlie\u00dflich f\u00fcr Forschungen verwandt werden, mit denen bereits erste Erfolge erzielt werden konnten. Die Forschung mit embryonalen Stammzellen hat solche Erfolge nicht vorzuweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Deutschland geh\u00f6rt auf dem Gebiet der adulten Stammzellforschung zu den international f\u00fchrenden Nationen. Diese Stellung gilt es zu sichern und auszubauen. Eine Verzettelung gef\u00e4hrdet die im internationalen Wettbewerb bereits erworbene Position.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1 so der mit embryonalen Stammzellen der Maus arbeitende Krebsforscher Prof. Lukas Kenner, vgl. Ethisch f\u00e4hrt am besten, Tagespost 26.05.2007, http:\/\/www.die-tagespost.de\/Archiv\/titel_anzeige.asp?ID=32191 (Zugriff 09.08.2007)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2 siehe etwa: Erdo, F., C. Buhrle, et al. (2003). &#8222;Host-dependent tumorigenesis of embryonic stem cell transplantation in experimental stroke.&#8220; J Cereb Blood Flow Metab 23(7): 780-5; Dihne, M., C. Bernreuther, et al. (2006). &#8222;Embryonic stem cell-derived neuronally committed precursor cells with reduced teratoma formation after transplantation into the lesioned adult mouse brain.&#8220; Stem Cells 24(6): 1458-66<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3 Fujikawa, T., S. H. Oh, et al. (2005). &#8222;Teratoma formation leads to failure of treatment for type I diabetes using embryonic stem cell-derived insulin-producing cells.&#8220; Am J Pathol 166(6): 1781-91<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4 vgl. \u201cStand der Forschung und Potenziale von embryonalen und adulten Stammzellen\u201c, Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages WD 8 &#8211; 203\/06 vom 17.01.2007. S. 5.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5 vgl. ebenda<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6 vgl. F\u00fcrst, G\u00fcnther et al.: Portal Vein Embolization and Autologous CD 133+ Bone Marrow Stem Cells f\u00fcr Liver Regeneration: Intitial Experience. Radiology (2007) Nr. 243 S. 171-179.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7 vgl. \u201cMit Zellen aus dem Arm l\u00e4sst sich Belastungsinkontinenz \u00fcberwinden\u201c. \u00c4rzte Zeitung v. 11.9.2006.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8 Strasser, Hannes: Adulte Stammzellen: Eine berechtigte Hoffnung? In: Imago Hominis, Bd. 12, Heft 2 S. 95 &#8211; 98.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9 ebenda S. 97f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10 vgl. wie Anm. 4.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11 vgl. wie Anm. 1 S. 6.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12 vgl. Sch\u00e4chinger, Volker et al.: Intracoronary Bone Marrow-Derived Progenitor Cells in Acute Myocardial Infarction. New England Journal of Medicine (2006) Vol. 355, Nr. 12. S. 1210 &#8211; 1221.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">13 vgl. Pressemitteilung des Universit\u00e4tsklinikums Mannheim v. 24.10.2006.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14 ebenda<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15 ebenda<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">16 vgl. wie Anm. 1 S.8.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17ebenda S. 8f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">18 vgl. \u201cUmbilical cord blood banking Richard Branson&#8217;s way\u201c (Editorial). The Lancet (2007) Vol. 369, Issue 9560. S. 437.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19 vgl. Pressemitteilung des Internationalen Kolpingwerks v. 15.2.2007.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">20 vgl. wie Anm. 1. S. 6ff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">21 vgl. Lochner, Matthias: Die Zukunft geh\u00f6rt adulten Stammzellen. In: Lebensforum (2005) Nr. 75. S. 16 &#8211; 20. Hier S. 18.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">22 ebenda. S.18f.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">23 Deasy, Bridget M. et al.: Long-Term Self-Renewal of Postnatal Muscle-derived Stem Cells. Molecular Biology of the Cell. (2005) Vol. 16, S. 3323\u20133333.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">24 Pressemitteilung des Children\u2019s Hospital of Pittsburgh v. 23.7.2005.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">25 vgl. Herzog, Volker: Forschung am Puls des Lebens. Der Wissenschaftler zwischen Neugier und ethischer Selbstbeschr\u00e4nkung. In: Imago Hominis. Bd. 12, Heft 2. S. 83-93. Hier S. 91.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">26 ebenda<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27 ebenda S. 92.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">28 ebenda<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">29 Ebenda<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Argumente gegen Stichtagsverlegung I. Ethische Argumente \u2022 Humane embryonale Stammzellen werden durch T\u00f6tung menschlicher Embryonen gewonnen. Wer davon profitieren will, akzeptiert die T\u00f6tung menschlichen Lebens. Dies gilt in humanen Gesellschaften aber nur im Falle von Notwehr als zul\u00e4ssig.<\/p>\n","protected":false},"author":54,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,24],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/602"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/54"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=602"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":681,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/602\/revisions\/681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=602"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}