{"id":5931,"date":"2011-02-03T16:49:47","date_gmt":"2011-02-03T14:49:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5931"},"modified":"2011-02-03T16:50:02","modified_gmt":"2011-02-03T14:50:02","slug":"notwendige-erneuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5931","title":{"rendered":"Notwendige Erneuerung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigt: Notwendige Erneuerung (R\u00f6mer 12,2)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern \u00e4ndert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr pr\u00fcfen k\u00f6nnt, was Gottes Wille ist, n\u00e4mlich das Gute und Wohlgef\u00e4llige und\u00a0 Vollkommene.&#8220; (R\u00f6mer 12,2)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Aufforderungen enth\u00e4lt dieser Satz des Apostels Paulus, drei Ermahnungen. Vielleicht denkt jetzt jemand: Immer wird man in der Kirche ermahnt! Doch das griechische Wort f\u00fcr \u201eErmahnung\u201c bedeutet auch \u201eErmutigung\u201c: Paulus will also ermutigen, wenn er schreibt: \u201eStellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern \u00e4ndert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr pr\u00fcfen k\u00f6nnt, was Gottes Wille ist, n\u00e4mlich das Gute und das Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene.\u201c Und dieses schreibt Paulus nicht einem einzelnen Gemeindeglied, sondern der Gemeinde in Rom. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie solche Aussagen, die nun fast 2.000 Jahre alt sind, auch f\u00fcr eine Gemeinde heute aktuell sind.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Stellt euch nicht dieser Welt gleich!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie viele Gemeinden geben sich bewusst \u201eweltlich\u201c. Sie wollen den Menschen m\u00f6glichst nahe sein, ihnen die \u201eSchwellenangst\u201c vor der Kirche nehmen, damit sie leichter in die Kirche hineinkommen. Das kann allerdings so weit gehen, dass eine Gemeinde am Sonntagmorgen statt zum Gottesdienst zum gem\u00fctlichen Kl\u00f6nschnack bei Kaffee und Tee und Br\u00f6tchen einl\u00e4dt. Eine andere Gemeinde erregte Aufsehen, als sie im Gottesdienst einen Fahrradk\u00fcnstler auftreten lie\u00df, der vor dem Altar seine Fahrradkunstst\u00fccke zeigte. Ich denke auch an einen Pastor, der seiner Gemeinde erkl\u00e4rt, dass man die Sache mit den Wundern und der Auferstehung Jesu in der Bibel nicht so eng sehen m\u00fcsse, er glaube daran nat\u00fcrlich auch nicht. Das ist alles gut gemeint. Die lieben Mitmenschen sollen geistlich nicht \u00fcberfordert werden. Aber was da gesagt und getan wird, ist genau das, was Paulus Anpassung an die Welt nennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist eigentlich \u201eWelt\u201c im Sinne der Bibel? Es ist nicht die Welt mit ihren Bergen und T\u00e4lern, Wiesen und W\u00e4ldern, Fl\u00fcssen und Meeren, mit ihren St\u00e4dten und D\u00f6rfern. Diese Welt sollen wir hegen und pflegen &#8211; und diese Welt, die gute<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sch\u00f6pfung Gottes, die lieben wir auch von Herzen. Nein, Welt im Sinne der Bibel meint das Gebiet des Lebens, \u00fcber das Jesus noch nicht Herr geworden ist, das fern von Christus ist oder sich seinem Einfluss entzogen hat. \u201eStellt euch nicht dieser Welt gleich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das W\u00f6rtchen \u201e\u00c4on\u201c, das hier im griechischen Urtext steht, kann mit \u201eWelt\u201c, aber auch mit \u201eZeit\u201c \u00fcbersetzt werden. So \u00fcbersetzt lautet der Satz: \u201eFallt nicht in das Schema der Zeit.\u201c Man k\u00f6nnte auch \u00fcbersetzen: \u201eFallt nicht dem Zeitgeist zum Opfer.\u201c Das ist leichter gesagt als getan. Denn irgendwie h\u00e4ngen wir alle mehr oder weniger am Tropf des Zeitgeistes. Wir h\u00e4ngen mehr oder weniger von dem ab, was in unserer Zeit gerade Mode ist, was man so sagt und was man so denkt und was man so tut. Da ist es wieder: dieses nicht greifbare und doch allgegenw\u00e4rtige \u201eman\u201c. Es ist der umgangssprachliche Ausdruck f\u00fcr das, was wir den Zeitgeist nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gro\u00dfe Dichter Johann Wolfgang v. Goethe hat das, was wir Zeitgeist nennen, so beschrieben: \u201eWenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bem\u00e4chtigt und in dem Grade triumphiert, dass die entgegengesetzte sich in die Ecke zur\u00fcckziehen und f\u00fcr den Augenblick im Stillen verbergen muss, so nennt man jenes \u00dcbergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen treibt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrzahl der Menschen wollen auf der Seite der Mehrzahl stehen. Warum? Weil sie ein starkes Harmoniebed\u00fcrfnis haben. Blo\u00df nicht auffallen, blo\u00df nicht anecken, blo\u00df nicht verspottet werden! Sondern dort sein, wo alle sind. Das schafft ein Gef\u00fchl der Sicherheit, der Geborgenheit. Aber machen wir uns nichts vor: Die Mehrzahl ist nun mal unchristlich. Da sind viele unheimlich nette Leute darunter, aber die meisten sind eben unchristlich. Und diese unchristliche Mehrheit wird gelenkt von Meinungsmachern, die ebenfalls in der Mehrzahl unchristlich sind. Diese mehrheitlich unchristlichen Leute sagen uns \u00fcber Presse, Funk und Fernsehen, was wir zu tun und was wir zu lassen haben. Die sagen uns, was gut und was schlecht ist und \u2013 um diesen modernen Ausdruck zu gebrauchen -, was der sog. <em>political correctness, <\/em>der politischen Korrektheit, entspricht. Der Zeitgeist, die \u00f6ffentliche Meinung, wirkt nat\u00fcrlich auch in die Gemeinden hinein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann hat in einem Buch sehr anschaulich beschrieben, was denen passiert, die eine auff\u00e4llige Minderheiten-Meinung vertreten. \u201eWer anders denkt (als die Mehrheit, J. M.) ist nicht dumm, sondern schlecht.\u201c Wer es wagt, \u00f6ffentlich zu sagen: Abtreibung in der Art und Weise, wie sie in unserem Land weithin betrieben wird, ist in vielen F\u00e4llen ein zum Himmel schreiender Skandal &#8211; oder Einreisende aus Aids verseuchten L\u00e4ndern sollten sich einem Aidstest unterziehen \u2013 oder die wachsende Verwahrlosung von Jugendlichen und die Zunahme von kriminellen Straftaten unter Kindern und Jugendlichen in unserem Lande ist fast immer auch ein Ausdruck einer r\u00fccksichtslosen Selbstverwirklichung von M\u00fcttern und V\u00e4tern, die ihre Kinder sich selbst \u00fcberlassen &#8211; wer das alles so ungeschminkt sagt, der wird rasch von gewissen Meinungsmachern als unmenschlich bezeichnet: So k\u00f6nne man &#8211; da haben Sie wieder dieses \u201eman&#8220; -, so d\u00fcrfe man doch nicht reden. Doch ich sage es so. Und die Gemeinde muss der Ort sein und bleiben, wo die Wahrheit Gottes \u00fcber diese Welt und \u00fcber diese Zeit den Menschen klar und entschieden gesagt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eStellt euch nicht dieser Welt gleich!\u201c Wer zur Quelle des Lebens will, muss gelegentlich auch gegen den Strom schwimmen. Das mag auch mal unbequem sein, aber es ist hundertmal besser, weil wir wissen, dass nur auf der Treue gegen\u00fcber dem Wort Gottes Segen ruht und nicht auf der Anbiederung gegen\u00fcber dem Zeitgeist. Wie gesagt, das ist alles leichter gesagt als getan. Aber dieser Wandel von einem dem Zeitgeist h\u00f6rigen, zu einem Gott gehorchenden Leben ist m\u00f6glich. Und damit kommen wir zum zweiten Punkt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00c4ndert euch!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt: \u201e\u00c4ndert euch durch Erneuerung eures Sinnes!\u201c In der vergangenen Woche erhielt ich aus Ihrer Mitte einen sehr freundlichen Brief, dem ein Zeitungsartikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2010 beigelegt war. Dieser Artikel tr\u00e4gt die \u00dcberschrift: \u201eWarum der Aufruf, sein Leben zu \u00e4ndern, so ziemlich ohne Belang ist\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beitrag beginnt mit den Worten: \u201eWann kann man sagen, ein Mensch habe sich ver\u00e4ndert? Erweist sich nicht jede Z\u00e4sur (jeder Einschnitt, J. M.) als k\u00fcnstlich? Bleibt nicht\u2026 im Grunde alles gleich? Was soll das also hei\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du musst dein Leben \u00e4ndern (Peter Sloterdijk)? So h\u00e4tte Paulus nie und nimmer gesprochen. Denn er hatte ja an sich erlebt, dass sich ein Mensch von Grund auf \u00e4ndern kann. Aus dem Christenhasser Saulus wurde ein begnadeter Apostel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber selbst in der Kirche gab es Zeiten, wo so argumentiert wurde, als w\u00e4re eine Ver\u00e4nderung des Menschen \u201eso ziemlich ohne Belang\u201c. Ich erinnere mich, wie mich eine Diskussion w\u00e4hrend meiner Hamburger Studentenzeit in der Evangelischen Studentengemeinde Ende der sechziger besonders erregte. Das Leitungsgremium, der Evangelischen Studentengemeinden in der Bundesrepublik, hatte 1968 Leits\u00e4tze f\u00fcr die Arbeit der Kirche an den Universit\u00e4ten und Hochschulen herausgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer dieser Leits\u00e4tze lautete: \u201eChristlicher Glaube erwartet die Ver\u00e4nderung der Welt nicht von der Ver\u00e4nderung von Menschen, sondern von der Ver\u00e4nderung der Strukturen dieser Welt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit war gemeint:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst einmal alle Reichen enteignen, dann gibt es keinen Hunger mehr.<br \/>\nErst einmal alle Waffen vernichten, dann gibt es keine Kriege mehr.<br \/>\nErst einmal alle Autorit\u00e4ten abschaffen, dann gibt es keine Unterdr\u00fcckung mehr.<\/p>\n<p>Das ist allerdings genau das Gegenteil von dem, was Paulus hier sagt. Wir werden die Strukturen dieser Welt nicht wesentlich ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, aber wir selbst k\u00f6nnen ver\u00e4ndert werden \u2013 auf Christus hin und durch ihn. Und ver\u00e4nderte Menschen k\u00f6nnen dann auch &#8211; und sei es nur hier und da &#8211; die Strukturen dieser Welt unterlaufen und damit die Verh\u00e4ltnisse zum Guten hin ver\u00e4ndern. Wir k\u00f6nnen &#8211; im Bilde gesprochen &#8211; die W\u00fcsten nicht abschaffen, aber in den W\u00fcsten dieser Welt Oasen anlegen. Und eine Gemeinde soll nach Gottes Willen eine solche Oase sein! Wir k\u00f6nnen &#8211; wiederum im Bilde gesprochen &#8211; nicht die Finsternis der Nacht abschaffen, aber wir k\u00f6nnen in der Dunkelheit ein Licht anz\u00fcnden &#8211; und schon sieht unsere Umgebung anders aus. Eine Gemeinde &#8211; und jeder einzelne in ihr &#8211; kann und soll ein solches Licht f\u00fcr seine Umgebung sein! Das ist doch etwas Wunderbares, wenn eine Gemeinde diese M\u00f6glichkeit sieht und wahrnimmt: Wir d\u00fcrfen ein Licht f\u00fcr andere sein, d\u00fcrfen ihnen in ihren Lebensfragen Orientierung geben. Wir d\u00fcrfen eine Oase sein, eine Auffangstation inmitten schwieriger Verh\u00e4ltnisse. Und es erf\u00fcllt mich mit Freude und Dankbarkeit, dass es diesen Geist auch in dieser Gemeinde gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen sind Menschen, die sich sagen: Lieber kleine Schritte tun, als unt\u00e4tig auf die ganz gro\u00dfen L\u00f6sungen zu warten. Christen sind vor allem Menschen, die nicht immer alles von andern erwarten, sondern bei sich selbst anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eErneuerung des Sinnes\u201c &#8211; das k\u00f6nnen wir nicht von uns aus. Darum steht hier w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt: \u201eLasst euch umgestalten durch Erneuerung des Sinnes.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen nur Gott darum bitten, dass sein Geist uns verwandeln m\u00f6chte. Und dann kann es geschehen. Dann wachsen in uns die Fr\u00fcchte des Geistes, wie Paulus an anderer Stelle, etwa im Galaterbrief sagt: \u201eDie Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut, Keuschheit&#8230; Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.\u201c (Galater 5, 22 &#8211; 25) Leben wir so? Paulus sagt darum:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Pr\u00fcfet, was Gottes Wille ist!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir pr\u00fcfen ja vieles, ehe wir uns darauf einlassen. Ich traf neulich einen, der seit 9 Jahren verlobt ist. Finden Sie nicht auch &#8211; eine ziemliche lange Zeit f\u00fcr eine Verlobung? Und er pr\u00fcft immer noch, ob seine Verlobte zu ihm passt. Auch unsere Beh\u00f6rden sind ja sehr kritisch und pr\u00fcfen sorgf\u00e4ltig, wenn es um Fragen der Lebensqualit\u00e4t geht. Das ist ja auch wirklich wichtig. Da werden die Lebensmittel gepr\u00fcft, ob sie den amtlichen Vorschriften entsprechen. Da wird das Wasser gepr\u00fcft, ob es sauber genug ist. Da wird die Luft gepr\u00fcft, ob sie nicht zu stark mit Kohlen- und Schwefeldioxid zum Beispiel belastet ist. Da wird der Boden gepr\u00fcft, ob er nicht wom\u00f6glich verseucht ist. Da werden Geb\u00e4ude auf Asbest untersucht. Da soll demn\u00e4chst gepr\u00fcft werden, ob die in dem stillgelegten, aber einsturzgef\u00e4hrdeten Bergwerk Asse eingelagerten 120.000 F\u00e4sser mit radioaktivem M\u00fcll in ein anderes Bergwerk gebracht werden k\u00f6nnen. Da wird gepr\u00fcft, gepr\u00fcft und nochmals gepr\u00fcft! Wir wollen ja, wenn irgend m\u00f6glich, gesund leben. Ich auch! Aber dazu geh\u00f6rt mehr als ein frisches Ei von gesunden Freilandhennen zum Fr\u00fchst\u00fcck, Milch von gl\u00fccklichen K\u00fchen, Brot und Fleisch und Gem\u00fcse ohne chemische Behandlung und im \u00fcbrigen jedes Jahr eine \u00e4rztliche Vorsorgeuntersuchung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nochmals: das alles ist gut und notwendig. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wer pr\u00fcft denn all die anderen Dinge, die der Mensch konsumiert, die Geist und Seele vergiften k\u00f6nnen &#8211; und von daher verheerende Folgen haben, bis in den k\u00f6rperlichen Bereich hinein? Wir m\u00fcssen schon tiefer loten. Und darum die Frage: Pr\u00fcfen wir auch, was Gottes Wille ist, wenn es um unsere Lebensprobleme geht? Pr\u00fcfen wir, was Gottes Wille ist, wenn wir jeden neuen Tag, den Gott uns gibt, \u00fcberdenken? Was ist Gottes Wille? Man braucht dazu nicht unbedingt dauernd die Bibel aufzuschlagen. Es gen\u00fcgt schon, wenn ich mich frage, kann das, was ich jetzt sage oder tue vor Gottes Geboten bestehen? Und diese Gebote kenne ich doch, selbst dann, wenn ich nicht unbedingt bibelfest bin, wei\u00df ich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Gott an erster Stelle in meinem Leben stehen soll,<br \/>\ndass ich meine Eltern ehren soll,<br \/>\ndass ich nicht t\u00f6ten darf,<br \/>\ndass ich nicht eine andere Ehe zerst\u00f6ren darf,<br \/>\ndass ich nicht stehlen soll,<br \/>\ndass ich nicht l\u00fcgen soll &#8211; ja,<br \/>\ndass schon das Begehren dessen, was ein anderer hat, mich von Gott wegbringen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gebote sind der un\u00fcberbietbare Pr\u00fcfstein f\u00fcr mein Leben. Wenn ich sie beachte und danach lebe, habe ich es gut. Denn ich halte mir dadurch viele Probleme vom Halse. Ich lerne Nichtiges vom Wichtigen zu unterscheiden. Ich lasse das Nichtige los und halte das Wichtige fest. Und ich finde dar\u00fcber den Frieden, der nur aus der Treue gegen\u00fcber Gott wachsen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nun muss ich ehrlicherweise etwas zugeben, n\u00e4mlich dieses, dass ich mir manchmal etwas vormache, dass ich meinen wirklichen Zustand vor Gott nicht richtig sehe. Darum &#8211; auch darum! &#8211; ist die Gemeinde f\u00fcr mich und f\u00fcr jeden von uns so notwendig. Der Mensch, der damit rechnet, dass er in allen Fragen selber klarkommt, steht in der Gefahr sich zu verrechnen. Wir sind keine religi\u00f6sen Selbstversorger, wir brauchen die Gemeinde, wir brauchen andere Christen, sowohl zur Korrektur als auch zur Ermutigung auf unserem Weg. Paulus sagt: Wir sollen pr\u00fcfen, \u201ewas Gottes Wille ist, n\u00e4mlich das Gute und Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene.\u201c Das Gute ist Gottes Wille. Es geht nicht darum, ob ich mich gut f\u00fchle, sondern ob das, was ich denke oder tue, Gott entspricht und ob die Gemeinde der Ort ist, an dem Gott f\u00fcr das Gute, dass er uns gibt, gedankt wird. Das Wohlgef\u00e4llige ist Gottes Wille. Es geht nicht darum, ob ich Wohlgefallen oder Wohlwollen errege, sondern ob durch die Gemeinde und dadurch auch durch mich, Gottes Wollen zum Zuge kommt. Das Vollkommene ist Gottes Wille. Nicht irgendeiner von uns ist vollkommen. Aber die Gemeinde ist der Ort, wo wir uns diese Tatsache im Lichte der Wahrheit Gottes und unter dem Kreuz getrost eingestehen k\u00f6nnen,und dann auch herzlicher und weniger verklemmt miteinander umgehen k\u00f6nnen. Ich sage \u201ek\u00f6nnen\u201c &#8211; manche machen davon noch viel zu wenig Gebrauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schlie\u00dfe: Jeder von uns, aber auch wir alle als Gemeinde, brauchen die notwendige Erneuerung, die uns Paulus mit diesen Worten ans Herz legt: \u201eStellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern \u00e4ndert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr pr\u00fcfen k\u00f6nnt, was Gottes Wille ist, n\u00e4mlich das Gute und das Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Jens Motschmann, Bremen am 17.01.2010, zweiter Sonntag nach Epiphanias<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt: Notwendige Erneuerung (R\u00f6mer 12,2) &#8222;Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern \u00e4ndert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr pr\u00fcfen k\u00f6nnt, was Gottes Wille ist, n\u00e4mlich das Gute und Wohlgef\u00e4llige und\u00a0 Vollkommene.&#8220; (R\u00f6mer 12,2) Drei Aufforderungen enth\u00e4lt dieser Satz des Apostels Paulus, drei Ermahnungen. 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