{"id":586,"date":"2008-01-29T12:27:22","date_gmt":"2008-01-29T10:27:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=586"},"modified":"2009-09-02T16:12:10","modified_gmt":"2009-09-02T14:12:10","slug":"buchempfehlung-otto-betz-rainer-riesner-%e2%80%9everschworung-um-qumran-%e2%80%93-jesus-die-schriftrollen-und-der-vatikan%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=586","title":{"rendered":"Buchempfehlung: Otto Betz, Rainer Riesner, \u201eVerschw\u00f6rung um Qumran \u2013 Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan\u201c."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\"><strong>Buchempfehlung: Otto Betz, Rainer Riesner, \u201eVerschw\u00f6rung um Qumran \u2013 Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan\u201c.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\">Wer meint, er wisse schon alles \u00fcber Qumran und die weltber\u00fchmten Schriftrollen vom Toten Meer, wird umdenken m\u00fcssen. Ein neues Buch \u00fcber Qumran pr\u00e4sentiert weit reichende Deutungen und selbst Theologen nur selten bekannte Fakten, die auch f\u00fcr den christlichen Glauben von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit sind!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><strong><br \/>\nEs begann mit einem Steinwurf \u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird immer im Dunkeln bleiben, warum im Fr\u00fchling 1947 der Beduine Muhammed edh-Dhib auf dem Steilhang an der Westk\u00fcste des Toten Meeres herabkletterte. Suchte er wirklich seine Ziege, die ihm angeblich weggelaufen sei und die er durch Steinw\u00fcrfe aufschrecken wollte? Oder hielt er Ausschau nach einem passenden Versteck f\u00fcr seine Schmuggelware, die die Beduinen in jenen Tagen von Jordanien nach Pal\u00e4stina brachten? Der Grund seiner Steinw\u00fcrfe ist eigentlich unwesentlich \u2013 wichtig ist, da\u00df er damit einen Stein ins Rollen gebracht hat, der bis heute weltweit Forscher und die breite \u00d6ffentlichkeit in Atem h\u00e4lt. Fast jeder hat schon von den Schriftrollen vom Toten Meer geh\u00f6rt, doch nur die wenigsten wissen, um was f\u00fcr einen arch\u00e4ologischen Schatz es sich wirklich handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\">In den letzten Jahren haben eine Vielzahl von B\u00fcchern und Medienberichten erneut gro\u00dfe Verwirrung um die Bedeutung der Qumranfunde gestiftet. So wird durch christentumskritische Skandalbestseller wie \u201eSakrileg\u201c (Da Vinci Code) oder \u201eVerschlu\u00dfsache Jesus\u201c den unkundigen Lesern vorgegaukelt, da\u00df der Vatikan die Herausgabe der Schriftrollen vom Toten Meer zu verhindern suche, da die Qumrantexte angeblich unliebsames Material \u00fcber Jesus enthalten sollen. Auch wenn sich B\u00fccher mit solch rei\u00dferischen Thesen millionenfach verkaufen, bleiben solche unwahren Behauptungen lediglich eine millionenfach geglaubte L\u00fcge. Es ist daher mehr als begr\u00fc\u00dfenswert, da\u00df nun der Qumran- und Jesusforscher Professor Rainer Riesner (Universit\u00e4t Dortmund) seine Forschungsergebnisse in allgemeinverst\u00e4ndlicher Weise unter dem popul\u00e4ren Titel \u201eVerschw\u00f6rung um Qumran \u2013 Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan\u201c (Knaur 2007) ver\u00f6ffentlicht hat. Das durchgehend \u2013 mit z.T. neuesten Fotos aus der Qumranforschung \u2013 illustrierte Buch ist ein wahres Lesevergn\u00fcgen und eine schier unersch\u00f6pfliche Fundgrube f\u00fcr jeden, der Fakten in Sachen Qumran- und Jesusforschung sucht. Bereits 1993 hatte Riesner den weltweit beachteten Bestseller \u201eJesus, Qumran und der Vatikan\u201c ver\u00f6ffentlicht. Die Gesamtver\u00f6ffentlichung aller Texte aus den H\u00f6hlen und neue Ausgrabungen in Qumran haben der Schriftrollenforschung nicht nur neue Impulse gegeben, sondern auch eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen. In akribischer Detailgenauigkeit hat Prof. Riesner seinen Klassiker, den er zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Doktorvater und Qumranpionier Professor Otto Betz verfa\u00dft hatte, v\u00f6llig \u00fcberarbeitet und aktualisiert. Er pr\u00e4sentiert so eine F\u00fclle an z.T. bisher wenig bekannten Fakten, f\u00fcr die der Leser sonst einen ganzen Berg an Fachliteratur durcharbeiten m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\">\u00a0<strong>Qumran \u2013 ein Jahrtausendfund!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\">In den Jahren 1947-1956 wurden in elf H\u00f6hlen \u00fcber 900 Schriftrollen entdeckt, die \u00fcberwiegend aus der Zeit des 3.-1. Jahrhunderts v. Chr. stammen. Unter den Texten befanden sich Abschriften fast aller biblischer B\u00fccher des Alten Testaments (AT). Diese Texte sind \u00fcber 1000 Jahre \u00e4lter als die bis dahin bekannten kompletten hebr\u00e4ischen Handschriften des AT. Die Bibelabschriften belegen, wie hervorragend der hebr\u00e4ische Text des AT \u00fcberliefert ist. In Detailfragen helfen die Qumranrollen den originalen Urtext zu rekonstruieren. In viele moderne Bibel\u00fcbersetzungen sind die Ergebnisse der Textforschung an den biblischen Qumrantexten schon eingeflossen. Prof. Riesner zeigt auf, warum die Mehrheit der Qumranforscher die j\u00fcdische Religionsgruppe der Essener f\u00fcr die Besitzer der antiken Bibliothek h\u00e4lt. Intensiv widmet sich das Buch der viel diskutierten Frage \u201eWer lebte in Qumran?\u201c. Besonders durch das ZDF wurde in einer Terra-X-Sendung die These popularisiert, da\u00df Qumran nur eine landwirtschaftliche Siedlung gewesen sei und die Schriftrollen aus den Bibliotheken von Jerusalem stammen w\u00fcrden. Die Texte und die Siedlung h\u00e4tten demnach nichts mit den Essenern zu tun. Riesner zeigt dagegen mit arch\u00e4ologischen und historischen Argumenten auf, warum diese These trotz ZDF-Verfilmung nur eine Minderheitenmeinung in der wissenschaftlichen Debatte darstellt. So gibt es in Qumran z.B. keinerlei Spuren von Bew\u00e4sserungsanlagen, die man f\u00fcr eine intensive landwirtschaftliche Nutzung aber voraussetzen m\u00fc\u00dfte. Hingegen hat man viele rituelle B\u00e4der in Qumran ausgegraben, die eher auf eine Nutzung der Siedlung durch eine besonders fromme j\u00fcdische Gemeinschaft schlie\u00dfen lassen. F\u00fcr Prof. Riesner gilt daher als Fazit: \u201eUnd Qumran ist doch eine Essener-Siedlung!\u201c (S. 115).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\"><strong>Neues Licht auf das Neue Testament<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\">Neben Abschriften der biblischen B\u00fccher entdeckte man Hunderte von unbekannten Texten, die uns ein Fenster in die Antike \u00f6ffnen. Den religionsgeschichtlichen Aspekten widmet sich daher Prof. Riesner ganz besonders, nachdem er die Probleme bei der Ver\u00f6ffentlichung der oft nur briefmarkengro\u00dfen Schnipsel erkl\u00e4rt hat. Die Behauptung einer Vatikanverschw\u00f6rung verweist er \u00fcberzeugend in den Bereich der literarischen Schundm\u00e4rchen. Es hat nie eine \u201eVerschw\u00f6rung um Qumran\u201c gegeben! Die theologische Bedeutung der Qumrantexte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Neuen Testaments ist enorm. Ein Beispiel: Man hat meist angenommen, der Messias sei im Fr\u00fchjudentum nicht als \u201eSohn Gottes\u201c bezeichnet worden, w\u00e4hrend das im Neuen Testament oft geschieht. Das sei heidnisch-griechischer Einfluss. Hier fordert die Entdeckung des Qumrantextes 4Q246 zu einem Umdenken, denn der wichtigste Textabschnitt lautet: \u201eSohn Gottes wird er genannt werden, und Sohn des H\u00f6chsten wird man ihn hei\u00dfen.\u201c Diese Formulierung erinnert an die Worte des Engels an Maria: \u201eDer wird gro\u00df sein und Sohn des H\u00f6chsten genannt werden \u2026 und er wird Sohn Gottes gehei\u00dfen werden\u201c (Lukas 1,32-35). \u201eDas Qumran-Fragment 4Q246 zeigt, wie an einer wichtigen Stelle der lukanischen Geburtsgeschichte die Sprache nicht etwa heidnisch-griechisch, sondern pal\u00e4stinisch-j\u00fcdisch ist\u201c (S.\u00a0194). Fazit: Das Buch ist ein Gewinn f\u00fcr jeden, der das antike Judentum und die Umwelt des Jesus von Nazareth genauer verstehen m\u00f6chte und es ist absolut glaubensst\u00e4rkend, zeigt es doch, wie wissenschaftliche Arbeit und erwecklicher Glaube sich befruchten k\u00f6nnen. Jeder engagierte Christ sollte es gelesen haben und Gemeindeleiter samt den Theologen ebenso! Diesem mitrei\u00dfenden Buch w\u00fcnscht man eine gro\u00dfe Verbreitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\"><em>Otto Betz, Rainer Riesner, \u201eVerschw\u00f6rung um Qumran \u2013 Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan\u201c ISBN 978-3-426-77993-4 (319 Seiten mit \u00fcber 100 Fotos, Knaur 2007, 8,95 \u20ac).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; margin-bottom: 0cm;\"><em>A. Schick (Westerland\/Sylt), ist Verfasser von \u201eDas wahre Sakrileg\u201c (Knaur) und Leiter der gr\u00f6\u00dften Qumran- &amp; Bibelausstellung Europas (<span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.bibelausstellung.de\/\">www.bibelausstellung.de<\/a><\/span><\/span>), die Gemeinden ausleihen k\u00f6nnen. Infos unter e-mail: Schick.Sylt@freenet.de \u2013 Soeben ist bei Pattloch eine hochwertig illustrierte arch\u00e4ologische Studienbibel von A. Schick erschienen mit 120 kommentierten Farbbilder von den Originalschaupl\u00e4tzen der biblischen Orte (ISBN 978-3629011008).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchempfehlung: Otto Betz, Rainer Riesner, \u201eVerschw\u00f6rung um Qumran \u2013 Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan\u201c. Wer meint, er wisse schon alles \u00fcber Qumran und die weltber\u00fchmten Schriftrollen vom Toten Meer, wird umdenken m\u00fcssen. 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