{"id":5766,"date":"2011-01-16T12:28:23","date_gmt":"2011-01-16T10:28:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5766"},"modified":"2011-01-16T12:31:24","modified_gmt":"2011-01-16T10:31:24","slug":"die-chancen-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5766","title":{"rendered":"Die Chancen nutzen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Chancen nutzen<br \/>\n(Faltblatt des Initiativkreises Evangelisches Kirchenprofil)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Auftrag der Kirche muss das Profil des Pfarramts bestimmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den n\u00e4chsten Monaten werden die Synoden der Landeskirchen \u00fcber ein einheitliches Pfarrdienstrecht innerhalb der EKD abstimmen. Dieses Vorhaben ist sehr wichtig und verdient die volle Unterst\u00fctzung der Basis. Es ist aber an einem zentralen Punkt auch schwer belastet: Es gibt Tendenzen, Bewerbern, die eine homosexuelle Neigung praktizieren, den Zugang zum Pfarramt nun auch amtlich zu erm\u00f6glichen. Bisher wird das zum Teil abgelehnt oder stillschweigend geduldet oder sogar erlaubt. In den Synoden wird f\u00fcr die jeweilige Landeskirche entschieden. Darum sollten die Gemeindeglieder mit den Landessynodalen in ernsthafte Gespr\u00e4che eintreten. Es geht um die k\u00fcnftige Gestalt der Evangelischen Kirche. Wenn sich dabei zeigt, dass eine bereits ge\u00fcbte Praxis korrigiert werden muss, ist das nicht schlimm. Schlimmer w\u00e4re es, wenn diese einfach bequem weitergef\u00fchrt w\u00fcrde. Die Kirche hat oft genug Parteien und Wirtschaftsverb\u00e4nde zur Umkehr aufgefordert. Sie gewinnt an Ansehen, wenn sie das jetzt auch bei sich selbst tut. Daf\u00fcr k\u00f6nnen sich die Gemeindeglieder einsetzen und sie sollten das auch tun.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vertr\u00e4glichkeitskriterien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Stichwort sind Gesichtspunkte gemeint, an denen gepr\u00fcft werden muss, ob homosexuelle Praxis und Pfarramt miteinander vereinbar sind. Es sind im Wesentlichen vier Gesichtspunkte, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen. Sie k\u00f6nnen f\u00fcr einzelne Menschen unterschiedliches Gewicht haben. Aber sie m\u00fcssen gemeinsam beachtet und in die Gespr\u00e4che mit den Mitgliedern der Landessynoden einbezogen werden. Darin bew\u00e4hrt sich das Prinzip des Allgemeinen Priestertums unserer Evangelischen Kirche. So nehmen Gemeindeglieder Verantwortung f\u00fcr die Zukunft der Kirche wahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gesichtspunkte der Bibel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon 1996 hat die EKD gesagt, dass es keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualit\u00e4t in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen \u2013 im Gegenteil (Mit Spannungen leben, S. 21). Manche halten dagegen, die Bibel kenne nur homosexuelle Ausschweifungen, aber nicht die vielfach verantwortlich gelebte heutige Homosexualit\u00e4t. Das ist k\u00fchn behauptet und keineswegs bewiesen. Woher wollen Heutige wissen, was die biblischen Zeugen damals\u00a0 angeblich nicht wussten? Zudem gibt es\u00a0 weitere wichtige Gesichtspunkte, die von der Kirche ebenfalls sorgf\u00e4ltig zu beachten sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Zukunft der \u00d6kumene<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die R\u00f6misch-Katholische Kirche und die Orthodoxen Kirchen lehnen die Priesterweihe homosexueller M\u00e4nner entschieden ab. In der Anglikanischen Kirche hat diese Frage zu Spaltungen gef\u00fchrt. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Lutherische Kirche der Welt, n\u00e4mlich die in Tansania, will ihre Beziehungen zu allen Kirchen abbrechen, die solche Tendenzen verfolgen. Wer also weiterhin praktizierte Homosexualit\u00e4t im Pfarramt zul\u00e4sst, trennt sich von der Gemeinschaft der Weltchristenheit und verf\u00fchrt die Kirche auf einen Weg zur Sekte. Die Evangelische Kirche kann dann erst recht nicht mehr kritisieren, dass ihr die R\u00f6misch-Katholische Kirche die Anerkennung als Kirche weiterhin versagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Vertrauen in die Kirche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Missbrauchsskandale in Deutschland haben gezeigt: Die Menschen haben hohe Erwartungen an die Kirche, wenn sie ihr Kinder und Jugendliche im Unterricht, in der Jugendarbeit und bei Freizeiten anvertrauen. Pfarrerinnen und Pfarrer in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften repr\u00e4sentieren aber eine sexuelle Minderheitensituation. Sie f\u00fchrt Heranwachsende in unn\u00f6tige Verwirrungen in einer Lebensphase, in der die Sexualit\u00e4t noch sehr formbar ist. Diese ideologische Verf\u00fchrung ist mindestens so schlimm wie eine k\u00f6rperliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Bedeutung von Ehe und Familie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem eiligen Kompromiss hat die EKD-Synode gesagt: \u201ePfarrerinnen und Pfarrer sind auch in ihrer Lebensf\u00fchrung im \u00abfamili\u00e4ren Zusammenleben\u00bb und in ihrer Ehe an die Verpflichtungen aus der Ordination gebunden. Hierf\u00fcr sind Verbindlichkeit, Verl\u00e4sslichkeit und gegenseitige Verantwortung ma\u00dfgebend.\u201c Aufgepasst: \u00abfamili\u00e4res Zusammenleben\u00bb meint hier homosexuelle Gemeinschaft! Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden also in eins gesetzt und nicht mehr unterschieden. Was als ma\u00dfgebend gelten soll, bleibt weit hinter dem christlichen Verst\u00e4ndnis der Ehe zur\u00fcck. Gewiss k\u00f6nnen auch in nichtehelichen Partnerschaften qualit\u00e4tvolle Beziehungen gelebt werden. Der Vorrang der Ehe in der Kirche und auch im Grundgesetz hat aber einen anderen Grund: Es sind ihre besonderen sozialen und p\u00e4dagogischen Leistungen, ihre Begr\u00fcndung in dem Gottesgebot \u00abSeid fruchtbar und mehret euch\u00bb und in der damit verbundenen besonderen Segensverhei\u00dfung. In einer Zeit, in der das Zusammenleben von Mann und Frau nicht mehr ohne weiteres zu gelingen scheint, darf die Kirche in ihren eigenen Reihen keine Zweifel aufkommen lassen, dass sie an ihrer im Bekenntnis gesicherten Ordnung festh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine fast unn\u00f6tige Anmerkung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wer nicht zum Pfarramt zugelassen wird, ist in der Kirche willkommen und wird als Gottes Gesch\u00f6pf geachtet. Es gibt noch ganz andere wichtige Hinderungsgr\u00fcnde f\u00fcr die Ordination und die Berufung in das Pfarramt als die sexuelle Orientierung. In vielen Berufen wird zwischen der Neigung von Bewerbern und der Eignung f\u00fcr den Beruf unterschieden. Was bei Gemeindegliedern f\u00fcr deren Berufe gilt, muss auch beim Pfarrberuf gelten. Es widerspricht nicht den allgemeinen Grundrechten und ist vom Gesetzgeber anerkannt, dass f\u00fcr bestimmte Berufe bestimmte Zug\u00e4nge vorgeschrieben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wichtige Stimmen zum Thema<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen daf\u00fcr Sorge tragen, dass unsere pers\u00f6nliche Lebensf\u00fchrung nicht zu einem Gegenzeugnis gegen unser Amt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Karlsruhe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Gesamtheit des biblischen Zeugnisses z\u00e4hlt praktizierte Homosexualit\u00e4t ausnahmslos zu den Verhaltensweisen, in denen die Abwendung des Menschen von Gott besonders eklatant zum Ausdruck kommt. Das setzt dem Urteil einer an die Schrift gebundenen Kirche sehr enge Grenzen, zumal die biblischen Aussagen zu diesem Thema das negative Gegenst\u00fcck zu den positiven Anschauungen \u00fcber die sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00dfe Bestimmung des Menschen in seiner Sexualit\u00e4t bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Dr. Wolfhart Pannenberg, M\u00fcnchen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die christlichen Kirchen sollten wieder mehr darauf achten, nicht Lob von Menschen, sondern von Gott zu bekommen. Nur dann d\u00fcrften wir uns das Privileg aneignen, uns als Bruder und Schwester Jesu zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Dr. Gerhard Rau, Heidelberg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reduktion von Normen und ethischen Kriterien auf das Geltenlassen nat\u00fcrlicher Dispositionen bedeutet eine Bankrotterkl\u00e4rung der Ethik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Dr. Trutz Rendtorff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche Kirchenleute meinen, sie k\u00f6nnten die Kirche durch Anpassung wichtig machen. Sie sp\u00fcren aber gar nicht, dass sie damit die Kirche zu einer Gr\u00f6\u00dfe machen, die\u00a0die Gesellschaft nicht mehr braucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Dr. Hubert Windisch, Freiburg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Literatur zur Vertiefung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wolfhart Pannenberg, Ma\u00dfst\u00e4be zur kirchlichen Urteilsbildung \u00fcber Homosexualit\u00e4t, 1994<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirche \u2013 Kultur \u2013 Homosexualit\u00e4t. Eine Entscheidungshilfe zum Thema Segnung von homosexuellen Partnerschaften, ideaDokumentation 2\/2003, EUR 6,50<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christian F\u00fchrer, Irregeleitete Kirche. Eine theologische \u00dcberpr\u00fcfung der Synodalbeschl\u00fcsse der EKD zur Segnung homosexueller Partnerschaften, ideaDokumentation 3\/2003, EUR 2,30<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pater Peter Mettler, Die Berufung zum Amt im Konfliktfeld von Eignung und Neigung. Eine Studie aus pastoraltheologischer und kirchenrechtlicher Perspektive, ob Homosexualit\u00e4t ein objektives Weihehindernis ist, Peter Lang Verlag Europ\u00e4ische Hochschul\u00adschriften, Frankfurt am Main usw. 2008, EUR 58,60<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klaus Baschang, Kirche, Homosexualit\u00e4t und Politik. Eine theologische Argumentationshilfe aus besonderem Anlass, ideaDokumentation 3\/2010, EUR 4,00<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Sp\u00e4th und Menno Aden (Hg.), Die missbrauchte Republik. Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Aufkl\u00e4rer, Verlag Inspiration Un Limited London\/Hamburg 2010, EUR 11,80<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wichtige Hinweise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Namen und Anschriften der Mitglieder der 22 Landessynoden kann jedes Pfarramt f\u00fcr seine Landeskirche zur Verf\u00fcgung stellen. Internet: <a href=\"http:\/\/www.ekd.de\/kirche\/kirchen.html\">www.ekd.de\/kirche\/kirchen.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Faltblatt kann kostenlos heruntergeladen nachgedruckt und verbreitet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.medrum.de\/files\/Flyer%20Die%20Chancen%20nutzen.pdf\">www.medrum.de\/files\/Flyer Die Chancen nutzen.pdf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verantwortlich: Initiativkreis Evang. Kirchenprofil<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.medrum.de\/content\/initiativkreis-evang-kirchenprofil\">www.medrum.de\/content\/initiativkreis-evang-kirchenprofil<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Email: <a href=\"mailto:info.kirchenprofil@medrum.de\">info.kirchenprofil@medrum.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11.1.2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Chancen nutzen (Faltblatt des Initiativkreises Evangelisches Kirchenprofil) Der Auftrag der Kirche muss das Profil des Pfarramts bestimmen In den n\u00e4chsten Monaten werden die Synoden der Landeskirchen \u00fcber ein einheitliches Pfarrdienstrecht innerhalb der EKD abstimmen. Dieses Vorhaben ist sehr wichtig und verdient die volle Unterst\u00fctzung der Basis. 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