{"id":5695,"date":"2011-01-03T18:07:38","date_gmt":"2011-01-03T16:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5695"},"modified":"2011-01-04T19:11:56","modified_gmt":"2011-01-04T17:11:56","slug":"interview-zum-beschluss-uber-gleichgeschlechtliche-partnerschaften-in-pfarrhausern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5695","title":{"rendered":"Interview zum Beschluss \u00fcber gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Pfarrh\u00e4usern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Interview mit Professor Dr. Reinhard Slenczka, D.D.,<br \/>\n<\/strong><strong>Erlangen, zum Beschluss \u00fcber gleichgeschlechtliche\u00a0<br \/>\nPartnerschaften in Pfarrh\u00e4usern<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bekenntnis &amp; Sammlung<\/strong>: Herr Professor Slenczka, der Landesbischof hat an der Synode vorbei mit R\u00fcckendeckung des Landeskirchenrates, den Einzug homosexueller Paare in das Pfarrhaus erlaubt. Wo liegt dabei das Problem?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prof. Dr. Reinhard Slenczka<\/strong>: Seit Jahren werden von protestantischen Kirchenleitungen, so auch wiederholt in Bayern, gesellschaftspolitische Forderungen aus der \u00d6ffentlichkeit aufgenommen, die eindeutig im Widerspruch zu Schrift und Bekenntnis stehen, und ohne theologische Begr\u00fcndung mit Mehrheitsbeschl\u00fcssen durchgesetzt. In den Gemeinden, aber auch weltweit zwischen christlichen Kirchen hat dies nicht nur zu starken Spannungen, sondern auch zur Aufhebung von Kirchengemeinschaft gef\u00fchrt. Was jedoch nun geschieht, ist theologisch und rechtlich ein Akt unglaublicher Willk\u00fcr.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit seiner Erkl\u00e4rung vom 15. November 2010 hat Dr. Friedrich, der Inhaber des Bischofsamts der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die im Fr\u00fchjahr der Landessynode in Weiden vorgelegten zwei gleichlautenden Antr\u00e4ge von M\u00fcnchener Prodekanatssynoden, die damals wegen der zu erwartenden Spannungen nicht behandelt wurden, in pers\u00f6nlichem Vollmachtsanspruch (man beachte das st\u00e4ndige \u201eIch\u201c) aufgegriffen und mit Unterst\u00fctzung des Landeskirchenrates positiv entschieden und ver\u00f6ffentlicht. Wenn die nach Neu-Ulm einberufene Synode erwartungsgem\u00e4\u00df diesem Beschluss zustimmt, wird sie zu einem blo\u00dfen Akklamationsgremium kirchenleitender Diktatur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rechtm\u00e4\u00dfig m\u00fcsste sie den Beschluss nach Inhalt und Form zur\u00fcckweisen und der Kirchenleitung das Mi\u00dftrauen aussprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bekenntnis &amp; Sammlung<\/strong>: Welche Beweggr\u00fcnde mag eine Kirchenleitung haben, wenn sie ein derartiges, wie Sie sagen, offensichtlich schrift- und bekenntniswidriges Projekt vorantreibt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prof. Dr. Reinhard Slenczka<\/strong>: Nach der Kirchenverfassung (Art. 60, 1) hat der Bischof als erstes folgende Aufgabe: \u201eEr achtet darauf, dass das Wort Gottes schrift- und bekenntnisgem\u00e4\u00df verk\u00fcndigt wird und die Sakramente recht verwaltet werden\u201c. Das ist heilsentscheidend; denn damit steht und f\u00e4llt die Kirche. Wenn aber nun der Amtsinhaber wiederholt und \u00f6ffentlich im Widerspruch zum eindeutigen Zeugnis der Schrift Alten und Neuen Testaments erkl\u00e4rt: \u201eHomosexualit\u00e4t ist keine S\u00fcnde\u201c, dann muss er wohl eine neue Offenbarung und eine \u00fcber Schrift und Bekenntnis stehende Vollmacht haben, mit der er das geschriebene Wort Gottes aufhebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass bei solchem Missbrauch geistlicher Autorit\u00e4t die Warnung des Wortes Gottes vor zeitlichen und ewigen Strafen v\u00f6llig \u00fcbergangen und verschwiegen wird: \u201edie solches tun, werden das Reich Gottes nicht ererben\u201c (1 Kor 6, 9.10; Gal 5, 21), mag solche nicht k\u00fcmmern, die das Gericht der \u00f6ffentlichen Meinung mehr f\u00fcrchten, als dass sie die Rettung aus dem Gericht Gottes im Namen Jesu Christi durch Umkehr und Vergebung glauben und verk\u00fcndigen (Mat 10, 32f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf jeden Fall liegt hier eine Amtspflichtverletzung vor, die kirchenrechtlich zu seiner Abberufung f\u00fchren muss. Doch auch ohne einen entsprechenden und nach Lage der Dinge unwahrscheinlichen Beschluss zeigt sich darin, dass ein kirchlicher Amtstr\u00e4ger die geistliche Vollmacht seines Amtes verloren hat, indem er beharrlich in Lehre und Leben gegen sein Ordinationsgel\u00fcbde handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bekenntnis &amp; Sammlung<\/strong>: Welche Folgen hat dieser Beschluss f\u00fcr die einzelnen Gemeinden sowie f\u00fcr die Gemeinschaft christlicher Kirchen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prof. Dr. Reinhard Slenczka<\/strong>: Es ist un\u00fcbersehbar und unbestreitbar, dass durch eine ganze Reihe kirchenleitender Beschl\u00fcsse, die imWiderspruch zu Schrift und Bekenntnis stehen, die Gemeinschaft sowohl innerhalb der Kirche wie auch die Gemeinschaft mit anderen Kirchen vielfach und tiefgehend zerbrochen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz praktisch sollte man aber auch die Sorge vieler Eltern beachten, die erleben, wie ihre Kinder homosexueller Verf\u00fchrung oder gar Bedr\u00e4ngung in der Kirche ausgesetzt werden. Nicht nur hier werden Gewissen verbogen,wo nicht das unverf\u00e4lschte Wort Gottes gelehrt und verk\u00fcndigt wird (Mat 5, 17-20; Jes 40, 6-8; 1 Petr 1, 24-25), sondern menschliche Lehren und Leitbilder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist nun auf einen elementaren Fehler in der Argumentation hinzuweisen, der st\u00e4ndig und so auch in der Erkl\u00e4rung von Dr. Friedrich begegnet: \u201eMagnus consensus\u201c, die \u201eeinm\u00fctige Entscheidung\u201c, ist nach unserem Augsburgischen Bekenntnis (Art. 1) eindeutig nicht eine Mehrheitsentscheidung nach herrschender \u00f6ffentlicher Meinung, sondern die \u00dcbereinstimmung und Gemeinschaft in und mit der christlichen (im Lateinischen \u201ekatholischen\u201c!) Kirche, \u201eerbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist\u201c (Eph 2, 20), zu allen Zeiten und an allen Orten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Kirche geht es jedoch niemals um die Mehrheit herrschender Meinungen oder Meinungszw\u00e4nge, sondern um die Einheit in der Wahrheit, die Jesus Christus ist (Joh 14, 6; 2 Kor 3, 11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bekenntnis &amp; Sammlung<\/strong>: Was sollen wir tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prof. Dr. Reinhard Slenczka: <\/strong>So schreibt der Apostel Paulus: \u201eDenn es m\u00fcssen ja Spaltungen unter euch sein, damit die Rechtschaffenen unter euch offenbar werden\u201c (1 Kor 11, 19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da niemand das geschriebene Wort Gottes \u00e4ndern kann, k\u00f6nnen auch die Spannungen und Spaltungen, die durch dieses Wort Gottes ausgel\u00f6st werden, nicht aufgehoben werden. Denn bei diesem Wort Gottes geht es nicht nur um Zustimmung und \u00dcbereinstimmung; vielmehr deckt es Gehorsam und Ungehorsam auf; es richtet und rettet; es wirkt Verstehen, aber auch Verstockung (Vgl. 2 Kor 2,15 f.; 4,3 f.; R 9-11; Jes 6; 29,9 ff; 63, 17; Mk 4,10-12 (3-20) pp; Joh 12, 37-41; 2 Thess 2,9-12; Ps 81, 13; Joh 12, 37-42; Hebr 4, 12-13; Jak 4, 11f; 1 Kor 1, 18 ff; Apg 17, 30-31; 28, 23-28 u.a.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00df ist die Zahl derer, die sich von einer Kirche oder Gemeinde &#8211; meist stillschweigend &#8211; abwenden, in der sie nicht mehr die Stimme des guten Hirten (Joh 10; Mat 9, 36) h\u00f6ren. Manche hoffen, durch Kirchenaustritt oder Konfessionswechsel der Irrlehre, den falschen Gottesdiensten und gesellschaftspolitischen Zw\u00e4ngen entgehen zu k\u00f6nnen. Allerdings wird man dann immer auch erleben, dass Anfechtung und Verfolgung durch die M\u00e4chte dieser Welt in jeder Kirche wie auch bei jedem Christen aufbrechen. Aus der Kirche als der durch die Taufe begr\u00fcndeten Gemeinschaft des Leibes Christi kann man nur abfallen, jedoch nicht austreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohl aber kann und muss man feststellen und unterscheiden, wo \u201edie Kirche aufgeh\u00f6rt hat, Kirche zu sein\u201c und wo sie nur noch dem Namen nach existiert, wie der Herr der Gemeinde in Sardes sagt: \u201eDu hast den Namen, da\u00df du lebst, und bist tot\u201c (Offbg 3, 1).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser schlimmen Situation ist es notwendig und zugleich heilsam, dass sich Pfarrer, die in Lehre und Leben dem folgen, was sie bei ihrer Ordination gelobt haben, sich zusammenschlie\u00dfen und gegenseitig st\u00fctzen und tr\u00f6sten (mutuum colloquium fratrum). Es ist ebenso notwendig und hilfreich, dass Gemeindeglieder, die ihre geistliche Heimat in ihrer Ortsgemeinde verloren haben, sich um solche Pfarrer oder auch in Hauskreisen sammeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem aber gilt es, f\u00fcr unsere Kirche, ihre Diener und Gemeinden um den Geist der Wahrheit zu bitten, den unser Herr uns verhei\u00dfen hat (Joh 14, 23; 15, 26; 16, 13) und auf die Verhei\u00dfung des Herrn f\u00fcr seine Kirche zu vertrauen, auch \u201edie Pforten der H\u00f6lle sollen sie nicht \u00fcberw\u00e4ltigen\u201c (Mat 16, 18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Bekenntnis und Sammlung III\/2010. Informationsbrief der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis (KSBB) in Bayern. (<\/em><a href=\"http:\/\/www.ksbb-bayern.de\"><em>www.ksbb-bayern.de<\/em><\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>KSBB, Postfach 1131, 91502 Ansbach Tel.: 09871-444-956 Fax: 09871-444-954<br \/>\nksbb-bayern@gmx.net<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Professor Dr. Reinhard Slenczka, D.D., Erlangen, zum Beschluss \u00fcber gleichgeschlechtliche\u00a0 Partnerschaften in Pfarrh\u00e4usern Bekenntnis &amp; Sammlung: Herr Professor Slenczka, der Landesbischof hat an der Synode vorbei mit R\u00fcckendeckung des Landeskirchenrates, den Einzug homosexueller Paare in das Pfarrhaus erlaubt. Wo liegt dabei das Problem? 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