{"id":5486,"date":"2011-04-07T10:03:23","date_gmt":"2011-04-07T08:03:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5486"},"modified":"2011-05-11T17:05:05","modified_gmt":"2011-05-11T15:05:05","slug":"faszination-bibel-eine-neue-zeitschrift-als-schlussel-die-bibel-muden-zu-erwecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5486","title":{"rendered":"&#8222;Faszination Bibel&#8220; &#8211; Eine neue Zeitschrift als &#8222;Schl\u00fcssel&#8220;, die Bibel-M\u00fcden zu erwecken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8222;Faszination Bibel&#8220; &#8211; Eine neue Zeitschrift als &#8222;Schl\u00fcssel&#8220;, die Bibel-M\u00fcden zu erwecken<br \/>\nDie Auswirkungen der Zeitschrift \u201eAufatmen\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJaja, die Bibel ist wichtig, aber &#8230;\u201c &#8211; Die Aussage klingt genervt. Bibellesen ist \u201eeigentlich wichtig\u201c, aber \u201eumgeben von einem unangenehmen Geruch aus Pflicht und Routine\u201c. So wirbt ein Verlag f\u00fcr seine neue Zeitschrift \u201eFaszination Bibel\u201c und l\u00e4dt ein zur \u201eSelbsthilfegruppe der Bibel-Unlustigen\u201c.\u00a0Es handelt sich um den Bundes-Verlag in Witten, der 1996 mit der Zeitschrift \u201eAufatmen\u201c neoevangelikale Trends setzte und wie kein anderer einen gro\u00dfen Einfluss auf evangelikale Christen aus\u00fcbte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich Eggers, der Leiter von Bundes-Verlag und \u201eAufatmen\u201c, will lieber \u201eJesus-treu statt bibeltreu\u201c sein und z\u00e4hlt sich zu den Redakteuren seines Verlages, \u201edie manchmal M\u00fche haben, Begeisterung f\u00fcr die Bibel zu empfinden\u201c. Er beschreibt ehrlich die Auswirkungen von \u201eAufatmen\u201c: \u201eManch eine\/r sch\u00f6pfte mehr Mut und Hoffnung aus dem Lebenszeugnis anderer als aus der Bibel selbst. &#8230; Zugleich war es auffallend, dass trotz mancher Kritik an zu vielen Themenpredigten oder zu bibel-losen Artikeln wenig Alternativen sichtbar wurden: Wo waren die lebendigen Bibel-Artikel, inspirierenden Auslegungen, begeisterten Bibel-Lehrer? Wir hatten das Gef\u00fchl: Der Kaiser ist nackt! Wir haben ein Problem! Und: Es muss was getan werden! Denn nat\u00fcrlich sahen auch wir das so: Die Bibel ist zu wichtig, als dass wir Christen sie links liegen lassen d\u00fcrfen.\u201c Mit dieser zutreffenden Beschreibung von \u201eAufatmen\u201c mit \u201ebibel-losen Artikeln\u201c und fehlenden \u201einspirierenden Auslegungen\u201c, macht Eggers ungewollt Anti-Werbung f\u00fcr seine Zeitschrift. Besch\u00e4mend ist zudem die Erw\u00e4hnung, die Bibel \u201enicht links liegen lassen zu d\u00fcrfen\u201c. Bei all den oben erw\u00e4hnten fragw\u00fcrdigen Beigaben bedarf es aber wohl dieser Aussage. Gedacht sind Eggers\u2019 Zeilen nat\u00fcrlich als werbewirksamer Hinweis auf eine neue Zeitschrift aus dem gleichen Hause mit der gleichen Pr\u00e4gung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Zeitschrift mit \u201ealten\u201c Ansichten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie hei\u00dft: \u201eFazination Bibel\u201c mit dem Untertitel \u201eDas Buch der B\u00fccher lieben lernen\u201c und geht mit 300.000 (!) Exemplaren an den Start. Nun k\u00f6nnte man meinen, dass diese Ausrichtung zur\u00fcck zur Bibel begr\u00fc\u00dfenswert sei. Grunds\u00e4tzlich lassen christliche Zeitschriften, die sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit der Bibel selbst besch\u00e4ftigen, die richtige geistliche Haltung erahnen; die Frage ist nur, ob von einem Team mit umstrittenen Autoren so viel anderes als zuvor zu erwarten ist. Kann der Leser biblisch fundierte und seri\u00f6se Beitr\u00e4ge erwarten, wenn zum Beispiel Jesus-Freak-Gr\u00fcnder und Volxbibel-Herausgeber Martin Dreyer im Beirat als \u201eBibel\u00fcbersetzer\u201c, Jesus-Freak-Pastor \u201eStorch\u201c (Carsten Schmelzer) und der katholisch-charismatische Liedermacher Albert Frey als Mitautoren vorgestellt werden? Wird durch diese neue Zeitschrift so viel anders, wenn Redaktionsteam und Beirat nach wie vor aus einem \u00f6kumenisch-charismatisch-bibelkritischen Umfeld kommen? Die Vorank\u00fcndigung spricht gro\u00dfmundig von \u201eeinem hervorragend besetzten Fachbeirat und einem kreativen Redaktionsteam\u201c, das \u201eWissen, Erfahrung und praxiserprobte Zug\u00e4nge in einer einzigartigen Mischung\u201c bietet. Hier gibt man sich hohe Vorschusslorbeeren, die aus eigenem Munde nach 2Kor 10,18 nicht wirklich \u00fcberzeugend sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stil und Ausrichtung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kreativit\u00e4t zeigt sich zum Beispiel durch lustige und lockere Artikel wie \u201eGoogle Earth trifft Mose: Biblische Geschichte in Satellitenfotos\u201c, wo auf einem Bild Adam und Eva im Paradies nackt auf einer Wiese liegen sollen. Erstellt wurden die Fotos \u201eein bisschen wie Frankenstein\u201c vom Designer James Dive, der nach eigenen Angaben keine Beziehung zur Bibel hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kreativ sollen auch Fotos zu einzelnen Bibelstellen sein. So wird ein Autofahrer gezeigt, der sich in seinem Cabrio nur noch am Lenkrad festh\u00e4lt, w\u00e4hrend seine Beine in der Luft fliegen. Passende Bibelstelle: \u201e\u201aEr f\u00e4hrt wie ein Verr\u00fcckter!\u2019 2. K\u00f6nige 9,20.\u201c Und zu Phil 3,2 \u201eGebt Acht auf die Hunde!\u201c wird eine Art Bullterrier abgebildet. Eine humorvoll gemeinte, aber doch fragw\u00fcrdige Haltung, mit Bibeltexten zu scherzen, zumal der Apostel Paulus hier eine ernste Warnung vor den Judaisten meinte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vorwort der Erstausgabe schlie\u00dft mit den Worten: \u201eUnsere gro\u00dfe Hoffnung ist &#8230;\u201c Doch statt der Hoffnung auf ein vermehrtes Bibellesen hei\u00dft es: \u201eUnsere gro\u00dfe Hoffnung ist, dass Sie sich zu einem Abo entschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bibeltreuen Christen mit ihrer t\u00e4glichen Bibellese eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, erscheint vielen Lesern, die die Vorank\u00fcndigung zu \u201eFaszination Bibel\u201c meint, \u201eim grauen Dunst der Pflicht\u201c. Sie haben \u201e5 Bibeln in 4 \u00dcbersetzungen in 3 Formaten im Schrank und 0 Bock nur eine davon zu lesen.\u201c Es sind \u201eBibel-M\u00fcde\u201c, die \u201eviel Frust, M\u00fcdigkeit, Erwartungslosigkeit und gescheiterte Versuche\u201c kennzeichnet. \u201eSie haben wenig Erwartung, finden die Bibel oft langweilig. Sp\u00fcren nicht viel vom \u201alebendigen\u2019 Buch. So oft probiert, so wenig passiert. Aber es ist verbl\u00fcffend: Zugleich h\u00e4lt auch fast jeder Christ die Bibel f\u00fcr wichtig \u2013 eigentlich.\u201c Diese Diagnose ist leider allzu oft zutreffend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein \u201eSchl\u00fcssel\u201c f\u00fcr die \u201eBibel-M\u00fcden\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was macht man nun mit diesen \u201eBibel-M\u00fcden\u201c? Sie brauchen einen \u201eSchl\u00fcssel\u201c. Welchen Schl\u00fcssel? Die Antwort: Eine \u201eZeitschrift, die neuen Appetit auf die Bibel macht und Hunger weckt nach mehr\u201c. Bibelleser wissen, dass der \u201eSchl\u00fcssel\u201c zur regelm\u00e4\u00dfigen und erf\u00fcllten Bibellese im pers\u00f6nlichen Gebet, ja in der direkten Vertrauensbeziehung zu Gott selbst liegt. Damit eine Zeitschrift hier hilfreich ist, bedarf es fundierter Hinweise auf die Gr\u00f6\u00dfe, Heiligkeit, Vertrauensw\u00fcrdigkeit, G\u00fcltigkeit und Allgen\u00fcgsamkeit der Bibel und eine besondere Betonung ihrer Autorit\u00e4t und Kraft. Gottes Worte \u201esind Geist und sind Leben\u201c (Joh 6,63). Doch k\u00f6nnen Autoren von \u201eFaszination Bibel\u201c wie Martin Dreyer etwas von der Heiligkeit und zahlreiche bibelkritische Theologen von der Inspiration der Bibel entscheidend vermitteln?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jedem seine Meinung, jedem seine Bibel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">FeG-Pastor Dr. Christoph Schrodt geht in seinem Artikel dem \u201eschillernden Begriff\u201c der Inspiration nach. Eher distanziert formuliert er: \u201eVertreter der Lehre von der Verbalinspiration meinen &#8230;\u201c und urteilt: \u201eAber sie f\u00fchrt, wenn sie streng verstanden wird, zur gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Verunsicherung: Eine in diesem Sinne \u201ainspirierte Bibel\u2019 gibt es nirgends auf der Welt!\u201c Schlie\u00dflich f\u00fchrt er aus: \u201eEr (Gott) beschlagnahmt diese konkreten Worte der Bibel und macht es zu seinem eigenen Wort.\u201c. Ist hier nicht die Gefahr des Subjektivismus gegeben? \u201eEs ist Gottes Wort nicht im Sinne eines abgesicherten, unfehlbaren Wortbestandes oder Buchstabensystems. &#8230; Dass die Bibel inspiriert ist, l\u00e4sst sich nicht beweisen. Gottes Wort l\u00e4sst sich nicht absichern durch eine Theorie. Inspiration wird erfahren, wo das Wort trifft.\u201c Damit hat das Wort Gottes keine Kraft in sich, sondern erst, wenn es erfahren wird. Auch seine Formulierung vom \u201ezerbrechlichen Gef\u00e4\u00df der biblischen Buchstaben\u201c erwecken kein Vertrauen in das Wort Gottes, das Bibellesern als \u201eHammer, der Felsen zerschmettert\u201c (Jer 23,29) und als \u201eSchwert des Geistes\u201c (Eph 6,17) bekannt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu kurz und eher verwirrend ist sein Urteil zum Textus Receptus als einer \u201eanderen\u201c Bibel: \u201eMartin Luther zum Beispiel lebte in einer Zeit, in der nur wenige hochwertige griechische und hebr\u00e4ische Handschriften bekannt waren. Die wichtigsten wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert gefunden. Das bedeutet: Luthers Reformation geschah auf der Grundlage einer (wenigstens in Teilen) \u201aanderen\u2019 Bibel als der von Gott verbal inspirierten Schrift!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Haltung scheint auch beim Vergleich von sechs Bibel\u00fcbersetzungen durch. Neben f\u00fcnf modernen bis flapsigen \u00dcbertragungen wird nur Luther 84 als klassische \u00dcbersetzung aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Elberfelder 2003 und 2006 sowie Schlachter 2000 sind unter konservativ Evangelikalen zwar am meisten verbreitet, bleiben aber alle drei unerw\u00e4hnt. Stattdessen wird die \u201eVolxbibel\u201c gleich auf drei Seiten empfohlen f\u00fcr \u201e\u201afromme\u2019 Jugendliche, die etwas von der Aktualit\u00e4t der Bibel sp\u00fcren m\u00f6chten\u201c. Der Bibelvergleich ist \u00fcberschrieben mit \u201eWelche Bibel passt zu mir?\u201c und suggeriert, dass sich Gottes Wort einfach jedem Stil und Jargon anpassen l\u00e4sst, bis hin zu einer manchmal obsz\u00f6nen und auch entstellenden Gossensprache \u00e0 la Volxbibel. Durch viele moderne Bibel\u00fcbertragungen verkommt die Bibel streckenweise zum Unterhaltungsbuch, leicht zu lesen, leicht zu verdauen. Aber das Wort Gottes hat Qualit\u00e4t und Niveau, erhebt Anspr\u00fcche, fordert heraus und stellt den Menschen in Frage. Hier ist Arbeit an sich selbst bis hin zur Selbstverleugnung gefragt und nicht blo\u00dfe Unterhaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geistlicher oder seelischer Zugang zur Bibel?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was man bei dieser Zeitschrift am meisten vermisst, ist eigentlich unabdingbar: Klare und direkte Aufforderungen, Bibeltexte zu studieren, also echte Hausaufgaben, direkt zum Wort Gottes zu gehen. Doch Hausaufgaben h\u00e4tten wom\u00f6glich wieder einen verpflichtenden Charakter, der ja bereits mit \u201eeinem unangenehmen Geruch aus Pflicht\u201c und einem \u201egrauen Dunst der Pflicht\u201c beschrieben wurde. Von daher will man lieber \u201elustvolle Forscher und Entdecker\u201c machen. \u201eGute Christen\u201c, hei\u00dft es, \u201escheinen flei\u00dfig drin zu lesen, aber man selbst hat das nie so recht und dauerhaft geschafft\u201c. Doch hier ergibt sich die Frage, ob die geistliche Dimension einfach machbar ist? Paulus betont, dass Gottes Wort geistlich erkannt und verstanden werden muss (1Kor 2,14). Es bedarf einer geistlichen Sehnsucht aufgrund der pers\u00f6nlichen Beziehung zu Gott. Es besteht die Gefahr, dass man nur seelisch angesprochen wird. Paulus bem\u00e4ngelte, dass er zu den Korinthern nicht reden konnte \u201eals zu geistlichen, sondern als zu fleischlichen [Menschen], als zu Unm\u00fcndigen in Christus\u201c (1Kor 3,1).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehrliche Selbstblo\u00dfstellungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberraschend ist die offene Selbstdarstellung des Verlagsleiters in der Erstausgabe: \u201eJenseits vom Beruf lese ich wenig in der Bibel und erwarte nicht viel von ihr, sondern m\u00f6chte meinen Glauben leben.\u201c? Worauf gr\u00fcndet sich dieser Glauben, wenn nicht auf das Wort (R\u00f6m 10,17)? Ein \u00e4hnliches \u201eBekenntnis\u201c \u00e4u\u00dfert auch Chefredakteur Martin Gundlach: \u201eAls Teenager bin ich dann vom regelm\u00e4\u00dfigen Bibellesen abgekommen. Und hab bis heute nicht so richtig dorthin zur\u00fcckgefunden \u2013 au\u00dfer in Ausnahmesituationen. Wenn ich zum Beispiel eine richtig brennende Frage hab, dann lese ich die Bibel und suche da nach Antworten. Aber nicht in der t\u00e4glichen Routine.\u201c Gundlach liest auch lieber Sekund\u00e4rliteratur als direkt die Bibel: \u201eMich trifft es viel st\u00e4rker, wenn mir ein anderer den Bibeltext \u00fcberzeugend nahe bringt.\u201c Christel Eggers fragt in dem abgedruckten Redaktionsgespr\u00e4ch: \u201eAber ist der Geist Gottes nicht frei, f\u00fcr andere eher durch ein Buch zu sprechen und bei mir durch die Bibel?\u201c Darauf Gundlach: \u201eOrtbergs Bilder und Geschichten ber\u00fchren mich oft mehr, als Geschichten aus dem Alten Testament.\u201c Ulrich Eggers meint: \u201eAber es ist ja auch eine legitime Frage, ob \u00fcberhaupt jeder die Bibel lieben muss. &#8230; Muss jeder Bibel wichtig finden und gut kennen?\u201c Darauf Redakteur Thomas H\u00e4rry: \u201eNein, nicht die Bibel, sondern Jesus Christus und Gott.\u201c Gundlach erw\u00e4hnt noch: \u201eAber es war nicht die Bibel, die mich gerettet hat, sondern es war Jesus selber, der zu meinem Herzen sprach. Ich wei\u00df nicht, ob der Zugang \u201adurch die Bibel zu Gott\u2019 nicht manchmal \u00fcberh\u00f6ht wird.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ehrlich, aber es stimmt nachdenklich, milde formuliert, wenn diese Leiter so ihre Haltung zum Wort Gottes offenbaren. Das sind wohl kaum nachahmenswerte Vorbilder. Aber genau diese wollen jetzt die \u201eBibelm\u00fcden erwecken\u201c, \u201eneuen Appetit auf die Bibel machen\u201c und \u201eHunger wecken nach mehr\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom Erleben, das Gottes Wort l\u00fcgt und trotzigen Geschehen, Gott sein Versagen zu verzeihen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Reihe \u201eFragezeichen\u201c wollen die Herausgeber ehrliche Erlebnissberichte zulassen: \u201eHaben Sie auch ein Bibelwort als schwere Last erlebt? K\u00e4mpfen Sie mit einer Aussage der Bibel?\u201c Bei diesen Negativerlebnissberichten wird leider Mi\u00dftrauen ges\u00e4t. Den Anfang macht Christel Eggers mit Mt 21,22: \u201eWie ein Schlag ins Gesicht! Am Boden liegen \u2013 und auch noch getreten werden, so empfinde ich die Situation, in der mir dieser Bibelvers unter die Augen kommt.\u201c Nach einem pl\u00f6tzlichen Kindstod erlebt sie ihre \u201eBibel-Eiszeit\u201c: \u201eIch r\u00fchre lange Zeit keine Bibel mehr an. F\u00fcr mich stimmt da etwas nicht. F\u00fcr mich stimmt sie nicht. Sie l\u00fcgt. Gottes Wort l\u00fcgt mich an, schl\u00e4gt mir ins Gesicht.\u201c Doch sie \u00fcberwindet die Krise, blo\u00df wie? \u201eNicht durch Gebet, nicht durch Bibellesen. Es war eine Autorenlesung in einem Gemeindehaus. &#8230; Angefangen hat es damit, wieder den Mut zu fassen zu der Frage: \u201aIst Gott ein guter Gott? F\u00fcr mich?\u2019, \u00fcber eine neue Entscheidung, wieder eine Beziehung zu ihm zu wollen \u2013 \u00fcber das trotzige Geschehen, ihm sein Versagen zu verzeihen &#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Probleme und Fragen mit der erw\u00e4hnten Bibelstelle ist Christel Eggers nicht losgeworden. Wenn durch solch eher negative Zeugnisse das Vertrauen in die Bibel nicht best\u00e4rkt, sondern eher Zweifel ges\u00e4t werden, besteht da nicht die Gefahr fragw\u00fcrdiger Fr\u00fcchte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Korrekturen, aber kein Kurswechsel im zweiten Heft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im ersten Heft wird in einem Bibelquiz unterstellt, dass die Bibel Irrt\u00fcmer enthalte. Auf die Frage nach einem unreinen Tier hei\u00dft es in der Antwort im Bezug auf 3Mo 11,6: \u201eDer Hase ein Wiederk\u00e4uer? Hier irrt die Bibel doch tats\u00e4chlich &#8230;\u201c Dabei ist seit 1882 diese von den Rindern zu unterscheidende Art des Wiederk\u00e4uens bei Hasen biologisch nachgewiesen. Im zweiten Heft wird dieser Fehler \u201ebedauert\u201c: \u201eIm Irrtum war hier allerdings nicht die Bibel, sondern die Redaktion.\u201c Ob die Bibel nicht an anderen Stellen Irrt\u00fcmer enthalte, bleibt mit der Formulierung \u201ehier allerdings nicht\u201c weiterhin offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die zweite Ausgabe hat eine beachtlich hohe Auflage von 300.000. Redaktionsleiter, Dr. Ulrich Wendel, erkl\u00e4rt im Vorwort, er habe \u201eirgendwann mal angefangen, es f\u00fcr g\u00fcltig zu akzeptieren, dass Paulus sagt &#8230;\u201c Diese Formulierung ist exemplarisch f\u00fcr die gesamte Linie dieser Zeitschrift: Die Bibel ist interessant, die Bibel ist lesenswert, aber: Sie hat keine Autorit\u00e4t. Ich entscheide selbst, was mir passt, was mir angenehm erscheint oder eben, was ich f\u00fcr g\u00fcltig zu akzeptieren bereit bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erschreckend wirkt das Urteil des Schriftauslegers Adolf Pohl \u00fcber die, die auch heute noch das Schweigegebot in 1Kor 14,34 festhalten. So solle man nicht \u201eheutige Frauen verurteilen, dem Gottesdienst als stumme Mumien beizuwohnen. &#8230; Es w\u00e4re ein Versto\u00df gegen die Praxis Jesu und das Wirken des Heiligen Geistes. Im Grunde w\u00e4re es Werbung f\u00fcr den Islam.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Notwendigkeit biblischer Orientierungshilfe relativiert Jesus-Freak-Pastor \u201eStorch\u201c mit folgender Brillen-Theorie: \u201eHat man eine Brille mit roten Gl\u00e4sern auf der Nase, erscheint einem die Bibel rot, hat man eine gr\u00fcne auf, erscheint sie gr\u00fcn. Viele theologische Konflikte r\u00fchren daher, dass wir beim Bibellesen unsere theologischen Brillen aufhaben.\u201c Kann ein Bibelleser die Wahrheit und G\u00fcltigkeit biblischer Aussagen wirklich erkennen und vertreten, auch wenn er sie neu erkennt? Nein, nicht wirklich. Laut Stroch irrt er, denn: \u201eEr hat eine neue Brille kennen gelernt und vielleicht ein weiteres St\u00fcck g\u00f6ttlicher Wahrheit erkannt, aber auch seine jetzige Erkenntnis ist St\u00fcckwerk und erg\u00e4nzungsf\u00e4hig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich Eggers fragt im zweiten Heft im Redaktionsgespr\u00e4ch erneut: \u201eWo sind die begeisterten Bibelliebhaber, die platzen vor Bibellust und anderen Appetit machen?\u201c Schritte im Glaubensgehorsam lehnte er ja als \u201ePflicht und Routine\u201c und als \u201eunangenehm\u201c bereits ab. Stattdessen m\u00f6chte er Wege finden, \u201ewie wir gemeinsam die Bibel interessanter machen und erleben k\u00f6nnen.\u201c Hier sind erneut die Bed\u00fcrfnisse des Menschen im Blick, wenn die Bibel wie ein Konsumartikel erst interessant und erlebbar gemacht werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas empfehlen wir denn der Gemeinde und dem Einzelnen? Was muss passieren, damit mehr Appetit da ist und Hunger einzieht?\u201c Zu dieser weiteren Frage von Ulrich Eggers nachfolgend der Versuch einer Antwort:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was \u201eBibelm\u00fcde\u201c wirklich brauchen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt einer geistlich widerspr\u00fcchlichen und theologisch fragw\u00fcrdigen Zeitschrift bedarf es anderer Alternativen, ein Bibelleser zu werden. Dies sollten aber prim\u00e4r keine anderen Zeitschriften oder B\u00fccher sein, die zur Bibel hinzugezogen werden, sondern \u2013 wie k\u00f6nnte es anders sein \u2013 die Bibel selbst. Christsein ohne Bibel ist undenkbar. Der Christ hat keine Wahl, seinen Glauben mit oder ohne Bibel zu leben. Echte Christen, die bekennen, bibelm\u00fcde zu sein, sind schlicht und ergreifend lau geworden. Die Lauen werden in der Bibel vielfach ermahnt, wieder auf den Weg zur\u00fcckzukehren. Dabei ist Weisheit und Liebe, aber eben auch Klarheit und Bestimmtheit in der Sache von N\u00f6ten. So muss nun Lauheit auch als Schuld bekannt werden k\u00f6nnen. Aber eine peppig aufgemachte Zeitschrift, deren Wert nicht unerheblich in der Unterhaltung liegt, es sogar mit Bibelwitzen dem Bibelm\u00fcden so bequem wie m\u00f6glich zu machen, wird kaum zur\u00fcck zu einer gesunden geistlichen Haltung bewegen. Hier liegt zum einen ein anderes Verst\u00e4ndnis vom Wort Gottes und zum anderen vom Glaubensleben vor. \u201eFaszination Bibel\u201c wirkt nicht wie ein Studien- und Lehrheft, das zum Bibellesen anleitet, sondern eher wie ein Unterhaltungsmagazin. Es enth\u00e4lt zwar auch informative Artikel, die zum Verstehen des Umfelds biblischer Ereignisse helfen k\u00f6nnen, der Grundtenor \u00fcberwiegt jedoch in der Unterhaltung. Die Bibel ist jedoch kein Konsumartikel, sondern ein Arbeitsbuch. Warum? Das Bild vom Glauben, das das Neue Testament vermittelt, hat auch zu tun mit Kosten, die zu \u00fcberschlagen sind, mit einem Kampf, der zu bestehen ist, mit einem Wettlauf, der zu bew\u00e4ltigen ist und einem Siegeskranz, der zu erringen ist. Wer im Glauben haupts\u00e4chlich eigene Vorteile und Unterhaltung sucht, die es zu konsumieren gilt und ein Buffet, an dem man sich nach eigenen Vorlieben bedienen darf, hat weniger ein biblisches, sondern eher ein dem Zeitgeist angepasstes Glaubensverst\u00e4ndnis. Bereits am Bibelverst\u00e4ndnis scheiden sich oft schon die Geister. Das Grundvertrauen des anderen in Gottes Wort ist Voraussetzung, diesen pers\u00f6nlich zum Bibellesen zu motivieren. Diese Ermutigung sollte in einer geistlich intakten Gemeinde selbstverst\u00e4ndlich sein (Kol 2,2; 1Thess 2,11). Ermutigung bedeutet, auf Probleme des anderen f\u00fcrsorglich einzugehen, ihn im Glauben zu best\u00e4rken, Vertrauen zu s\u00e4en und ein positives Zeugnis zu geben. \u00dcberdies sollten Glaubenszweifel nicht gepflegt, sondern als Anfechtung gesehen und \u00fcberwunden werden. Durch die Reihe \u201eFragezeichen\u201c scheint in \u201eFaszination Bibel\u201c eher, so ist zu bef\u00fcrchten, das Gegenteil zu geschehen. Paulus erw\u00e4hnt auch, dass wir uns \u201ebelehren und ermahnen\u201c sollen, zwei Vokabeln, die im toleranten Zeitalter bei den Neoevangelikalen genauso wie \u201eGehorsam\u201c und \u201eBu\u00dfe\u201c aber nicht mehr hoch im Kurs stehen und auch in \u201eFaszination Bibel\u201c vergeblich gesucht werden. Neoevangelikale Trends und charismatische Wellen m\u00f6gen eine Zeit lang \u201ein\u201c sein, sie kommen und gehen aber wieder, doch das Wort Gottes bleibt immer g\u00fcltig und \u00e4ndert sich nicht (Mt 24,35). Daran kompromisslos festzuhalten und das Gebot des Apostels Paulus zu beherzigen, ist der einfache und direkte Weg zu einem erf\u00fcllten Glaubensleben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eLa\u00dft das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit; lehrt und ermahnt einander &#8230;\u201c (Kol 3,16a).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Thorsten Brenscheidt,\u00a0Gr\u00e4fin-Imma-Str. 11, 44797 Bochum<br \/>\n<\/em><a href=\"mailto:info@brenscheidt.eu\"><em>info@brenscheidt.eu<\/em><\/a>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Abdruck, Ver\u00f6ffentlichung jeglicher Art, auch auszugsweise, nur mit ausdr\u00fccklicher Genehmigung des Autors.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Faszination Bibel&#8220; &#8211; Eine neue Zeitschrift als &#8222;Schl\u00fcssel&#8220;, die Bibel-M\u00fcden zu erwecken Die Auswirkungen der Zeitschrift \u201eAufatmen\u201c \u201eJaja, die Bibel ist wichtig, aber &#8230;\u201c &#8211; Die Aussage klingt genervt. Bibellesen ist \u201eeigentlich wichtig\u201c, aber \u201eumgeben von einem unangenehmen Geruch aus Pflicht und Routine\u201c. 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