{"id":548,"date":"2005-02-16T19:30:09","date_gmt":"2005-02-16T17:30:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=548"},"modified":"2009-09-11T12:56:11","modified_gmt":"2009-09-11T10:56:11","slug":"israel-und-die-islamische-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=548","title":{"rendered":"Israel und die islamische Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Israel und die islamische Welt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wenn ich das Lied singe: \u201eGro\u00dfer Gott wir loben dich, Herr wir preisen deine St\u00e4rke\u201c, denke ich im 9. Vers an das Volk Israel und singe diesen Vers als ein Gebet f\u00fcr Israel: \u201eSieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe. F\u00fchre es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.\u201c (1)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Mutter hat mir eine tiefe Liebe f\u00fcr Israel ins Herz gelegt und ebenfalls eine gro\u00dfe Trauer und Scham \u00fcber den Weg der V\u00f6lkerwelt mit Israel vermittelt. Das Thema \u201eIsrael und die V\u00f6lkerwelt\u201c (2) hat mich seit meiner Jugend besch\u00e4ftigt und nie mehr losgelassen. Wie k\u00f6nnte es auch anders sein, wenn wir uns bewusst werden, wo die Wurzeln unseres Glaubens an Jesus, dem Messias, liegen, und dass die Entr\u00e4tselung unserer Welt in den H\u00e4nden dessen liegt, der von sich sagen kann: \u201eIch bin, der ich bin; und werde sein, der ich sein werde.\u201c (3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir in den letzten Wochen die schrecklichen Bilder \u00fcber den Holocaust am Fernsehen sahen, die anl\u00e4sslich der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor nunmehr 60 Jahren ausgestrahlt wurden, so konnte man immer wieder nur unter Tr\u00e4nen fragen: \u201eWie war so viel Wahnsinn und Hass, so viel Leid, ja Menschen und Gott verachtende Schuld m\u00f6glich? Warum haben so viele geschwiegen und so viele mitgemacht? Warum haben wir Israel in seinem Leiden damals so allein gelassen und auch als Kirchen weitgehend versagt? Was haben wir aus der Geschichte gelernt, angesichts der erneuten Bedrohung Israels heute? Auschwitz verdeutlicht, dass es auf die Frage nach dem B\u00f6sen und warum Gott das B\u00f6se zul\u00e4sst keine Antwort gibt, ja, dass diese Frage nach Gott (Theodizee\u2013Frage) eng zusammen h\u00e4ngt mit der Frage nach dem Menschen (Anthropodizee). Der sich von Gott lossagende Mensch, der sogenannte autonome Mensch, schafft nicht den Himmel auf Erden, sondern wird als \u00dcbermensch zum Unmenschen und schafft f\u00fcr sich und andere immer wieder neu die H\u00f6lle auf Erden. Die Frage nach dem neuen Menschen kann nur durch den Menschensohn eine wirkliche letzte Antwort finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die bleibende Erw\u00e4hlung Israels<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bleibende g\u00f6ttliche Berufung und Sendung Israels, ja die Geschichte Israels von der Berufung Abrahams (4) bis in die Agonie unserer Tage, ist gezeichnet von der Treue Gottes, von Gnade und Gericht, von Glaube und Verzweiflung, von Hoffnung und Bangen, von Sehnsucht nach Frieden und Heil, vom bedroht sein und Gottes rettendem Eingreifen, von Messias-Erwartung im kommenden Friedensreich. Die Geschichte des j\u00fcdischen Volkes geht uns alle etwas an, denn das Heil kommt nicht nur von den Juden (5), sondern das Drama der Welterl\u00f6sung findet seine heilgeschichtliche Erf\u00fcllung auch nicht ohne Israel. (6) Schon in der Erw\u00e4hlung Abrahams hat Gott die ganze Welt im Blick gehabt (7). Dieser Segen Abrahams f\u00fcr alle V\u00f6lker soll in Jesus seine Erf\u00fcllung finden. (8). Die Erw\u00e4hlung Israels wird also im Neuen Testament nicht zur\u00fcckgenommen sondern geradezu vertieft, weil sie in Jesus Christus ihre Vollendung findet und der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs durch ihn sein gro\u00dfes Ja und Amen spricht (9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Israel und die islamische Welt \u2013 ein konfliktgeladenes Thema<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mir gestellte Thema: \u201eIsrael und die Islamische Welt\u201c ist ein zutiefst konfliktgeladenes Thema, das an einem Abend nicht ersch\u00f6pfend behandelt werden kann, denn es ist die Geschichte einer Trag\u00f6die, die schon in Mekka des 7. Jahrhunderts ihren Anfang nahm und erst enden wird, wenn der Erl\u00f6ser Israels dem Hass dieser Welt ein Ende setzt und durch sein Kommen erf\u00fcllt sein wird was in Jeremia 30, 10 verhei\u00dfen ist: \u201eDarum f\u00fcrchte dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der Herr, und entsetze dich nicht, Israel. Denn siehe ich will dich erretten aus fernen Landen und deine Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, dass Jakob zur\u00fcckkehren soll und in Frieden und Sicherheit leben, und niemand soll ihn schrecken.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Sicherheit Israels ist heute mehr denn je durch die islamische Welt gef\u00e4hrdet, die Israel als einen nach-kolonialen St\u00f6rfaktor der islamischen Welt sieht und im letzten Grunde dem Staate Israels seine bleibende Existenzberechtigung abspricht. So erkl\u00e4rte im November 2004 der Versitzende des Schlichtungsrats der Iranischen Regierung, Hashimi Rafsanjani: \u201eDie Gr\u00fcndung des Staates Israel war ein satanischer Plan und die teuflischen Ziele dieses Staates m\u00fcssen weiterhin genau studiert werden. [\u2026] Die Katastrophe in Pal\u00e4stina wird kein Ende nehmen, solange der Kolonialismus herrscht [\u2026]&#8220; Rafsanjani bezeichnete Israel als einen &#8222;k\u00fcnstlichen Staat&#8220;, der geschaffen worden sei, um die islamische Welt zu schw\u00e4chen. Die Gr\u00fcndung des Staates Israel sei &#8222;unnat\u00fcrlich&#8220; und widerspreche &#8222;den historischen Notwendigkeiten&#8220;. Rafsanjani betonte: &#8222;Der Koran lehrt uns, dass wir siegen werden, wenn wir auf dem Schlachtfeld Widerstand im Dienste der Gerechtigkeit leisten [\u2026]&#8220; (10) [Irna, 12.11.2004]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die sich nach dem schrecklichen Terroranschlag des 9. Septembers 2001 auf die zwei T\u00fcrme des World Trade Centers in New York zuspitzende Frage nach dem \u201eWeltfrieden\u201c, wird letztendlich an und in Israel entschieden. Die U.S.A. wurden durch Osama bin Laden und seine Al Qaida Jihad K\u00e4mpfer nicht zuletzt auch wegen ihrer Verbundenheit und Unterst\u00fctzung Israels angegriffen. Im Sommer 2001 war auf einer Al Qaida nahen Webseite ein Aufruf Osama bin Ladins an alle Muhahiddin in der Welt (Gottesk\u00e4mpfer) zu lesen, dass es an der Zeit sei, Israel und die USA zu durchdringen und sie da zu treffen, wo es f\u00fcr sie besonders schmerzreich sei. (11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geschichtliche Wurzeln des Konflikts<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die geschichtlichen Wurzeln dieses Konflikts liegen bereits in den Anf\u00e4ngen des Islams und den Aussagen des Korans gegen\u00fcber den Juden. Mohammed erhoffte sich in der fr\u00fchen Phase seines Wirkens die Zustimmung und Best\u00e4tigung der in Mekka und Madina lebenden Juden. Er hat sich auf ihre Propheten berufen und verstand sich als Prophet in der Linie der alttestamentlichen Propheten, der sein Volk zum Glauben an den einen Gott f\u00fchren wollte und vor dem kommenden Gericht Gottes warnte. Als die Predigten Mohammeds zu sehr die wirtschaftlichen Interessen der Oberschicht Mekkas infrage stellen, kommt es zur Ablehnung und offenem Konflikt und zum Boykott gegen Mohammed und seine kleine Anh\u00e4ngerschaft. Mohammed floh mit seinen wenigen Gefolgsleuten im Jahre 622 n. Chr. nach Jatrib, dem heutigen Medina. Die Bev\u00f6lkerung von Medina war mehr aufgeschlossen f\u00fcr seine Botschaft, da sie durch die j\u00fcdischen St\u00e4mme in Median bereits die biblischen Geschichten von denen Mohammed sprach, kannten. Er zog mit den 75 Gl\u00e4ubigen in das Wohngebiet der Kazradj, sehr bald schlossen sich andere dem neuen Glauben an, erkannten sie doch in Mohammed eine F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit. Es gab in Medina der \u00dcberlieferung nach viele Juden und j\u00fcdische St\u00e4mme, oder Sippenverb\u00e4nde \u2013 nach Johan Bouman mehr als 10.000 Personen \u2013 (12), drei der St\u00e4mme namentlich genannt: die Banu Qurayza, die Banu an-Nadir und die Banu Qaynuqa und eine ganze Reihe von Juden in kleineren Sippen. Sie waren einflussreich, betrieben Landbau und hatten durch ihre Handelsbeziehungen zu allen arabischen St\u00e4mmen in der Region, auch im Schmuck und Waffenhandel, viel Einfluss. In seinen Predigten in Mekka berief sich Mohammed als Legitimation seiner Sendung auf die Geschichten von Noah, Abraham und Moses. Im Anfang war auch die Gebetsrichtung nach Jerusalem ausgerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Juden waren Mohammed in den Anf\u00e4ngen seiner Zeit in Mekka n\u00fctzlich, aber sie erf\u00fcllten nicht seine Erwartungen, dass sie ihn auch als ihren religi\u00f6ser F\u00fchrer und Prophet anerkennen. Dadurch waren sie machtstrategisch nicht ganz verl\u00e4sslich, ja wehrten sich mit Mohammed in die K\u00e4mpfe mit den arabischen Nachbarn und gegen die Mekkaner zu ziehen. Zuvor hatte Mohammed eine Vertrag, bzw. Edikt der Verb\u00fcndeten erlassen, die sogenannte Charta von Madina, in dem die j\u00fcdischen St\u00e4mme mit eingebunden und verpflichtet waren, die Kriegslast mit zu tragen. Da steht u. a. im Artikel 23: \u201eWenn \u00fcber eine Angelegenheit unter euch Uneinigkeit entsteht, dann soll sie vor Gott und Mohammed gebracht werden.\u201c Im Artikel 24 ist den Juden auferlegt: \u201eDie Juden teilen die Kosten des Krieges in demselben Ma\u00dfe wie die Gl\u00e4ubigen, solange sie im Krieg sind.\u201c Im Artikel 25 wird ihnen zugestanden: \u201eDass die Juden ihre Religion beibehalten und die Gl\u00e4ubigen (Muslime) die ihrige.\u201c Artikel 37 ist zu lesen: \u201eDie Juden sind verpflichtet, ihre Abgaben zu zahlen und die Muslime die ihrigen. Sie helfen sich gegenseitig gegen diejenigen, die Krieg gegen die Leute dieses Dokuments f\u00fchren. Zwischen ihnen gibt es eine gute Freundschaft, Wohlwollen und Treue ohne Betrug.\u201c Noch einmal wiederholt der Artikel 42, dass im Falle einer Uneinigkeit die Angelegenheit vor Gott und Mohammed zur Entscheidung gebracht werden soll. Wenn man die Charta liest wird hier nicht zwischen gleichberechtigten Partnern verhandelt, sondern die Entscheidungsmacht bei Allah und Mohammed liegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Sieg der Muslime bei Badr gegen ein \u00fcberm\u00e4chtiges Heer von Mekka im Jahre 624 lies Mohammed die M\u00e4nner vom Banu Qaynuka auf dem Marktplatz versammeln und forderte sie auf, den Islam anzunehmen oder er w\u00fcrde sie vernichten. Die Juden vom Stamm Qaynuka gehen nicht auf dieses \u201eAngebot\u201c ein bemerken scheinbar noch, dass sie besser ger\u00fcstet sind als die geschlagenen Mekkaner. Nach vierzehnt\u00e4giger Belagerung gaben sie auf. Die M\u00e4nner wurden gebunden und der ganze Stamm nach Syrien verbannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Zeit sp\u00e4ter stellte Mohammed die Banu an-Nadir vor ein Ultimatum, innerhalb vierzehn Tagen die Stadt zu verlassen, da sie in der Schlacht am Berg Uhd nicht teilgenommen hatten. Da sie auf keine Hilfe befreundeter St\u00e4mme wirklich rechnen konnten, verlie\u00dfen sie nach zweit\u00e4giger Verhandlung mit einer Karawane von 600 Kamelen die Stadt. Einige zogen nach Syrien, andere in die Oase Khyber in Arabien. Einige zogen nach Syrien, andere in die Oase Khyber in Arabien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als bei der Grabenschlacht im Jahre 627 Mohammed sich durch den Stamm der Qurayza verraten f\u00fchlte. Auch hier ergab sich der Stamm nach einer 25t\u00e4gigen Belagerung ergaben sie sich, da ihre Lage hoffnungslos wurde. Sie hofften auf gleiche Bedingungen wie die Nadir, doch dies ging nicht in Erf\u00fcllung. Mohammed bestimmte Saad aus dem Stamm der Aus das Urteil zu f\u00e4llen, da er wusste, dass dieser noch eine alte Rechnung mit den Qurayza zu begleichen hatte. Dieser Urteilte, dass die M\u00e4nner get\u00f6tet, der Besitz verteilt und die Frauen und Kinder als Gefangene genommen werden. Mohammed sah dies als \u201eGottesurteil\u201c. Die M\u00e4nner wurden auf den Marktplatz gef\u00fchrt, wo noch Verteidigungsgr\u00e4ben von der Schlacht waren. Zwischen 600\u2013900 M\u00e4nner wurden enthauptet und die Hinrichtung dauerte den ganzen Tag. In Sure 33, 25 \u2013 27 und auch Sure 8, 58 wir auf diese Vorgehensweise eingegangen (12) \u201eUnd wenn du (Mohammad) von Leuten (die Juden) Verrat bef\u00fcrchtest, dann wirf es ihnen auf gleiche Weise zur\u00fcck. Gott liebt diejenigen nicht, die Verrat begehen.\u201c (13) Nach dem Bruch mit dem Juden verlagerte sich auch f\u00fcr Mohammed. Nicht mehr Jerusalem galt als Zentrum f\u00fcr den Monotheismus, sondern in Mekka. Dort steht auch das erste Heiligtum, der urspr\u00fcnglichen monotheistischen Religion, denn die Kaaba wurde durch Abraham und seinen Sohn Ishmael errichtet. (14) Der Islam entwickelt sich als die \u00dcberbietung und Korrektur aller vorherigen Offenbarungen, Abraham, Moses, ja auch Jesus werden zum Vorl\u00e4ufer Mohammeds, die ihn als Siegel der Propheten best\u00e4tigen. (15) W\u00e4hrend in der Anfangszeit im Koran sehr positive Aussagen \u00fcber Juden und Christen zu finden sind, sind zu Ende seines Lebens Aussagen im Koran wie diese: \u201eIhr Gl\u00e4ubigen, nehmt euch nicht Leute zu Vertrauten (intimer Freundschaft), die au\u00dferhalb eurer Gemeinschaft stehen. Sie werden nicht m\u00fcde, Verwirrung unter euch anzurichten und m\u00f6chten gern, dass ihr zu Fall kommt.\u201c (16). Gegen Ende der Zeit in Medina ist nicht nur der Bruch mit den Juden vollzogen, sondern auch mit den Christen. Wir lesen: \u201eIhr Gl\u00e4ubigen! Nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden. Sie sind untereinander Freunde. Wenn einer von euch sich ihnen anschlie\u00dft, geh\u00f6rt er zu ihnen. Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.\u201c (17) In der Zeit Mohammeds in Mekka und den Aussagen des Korans in jener Zeit waren die Juden noch Kronzeugen der Wahrheit. Die medinensischen Suren in der Zeit von Median lassen erkennen, dass die Juden zu Feinden Allahs und seines Gesandten stigmatisiert werden. Dieser Sachverhalt und die doppelte Sichtweise \u00fcber Juden, und \u00fcbrigens auch gegen\u00fcber Christen, schl\u00e4gt sich auch im islamischen Recht nieder. So werden die Besitzer der Schrift nicht gezwungen, Muslime zu werden, stehen aber unter einem Vertrag, nicht gezwungen, Muslime zu werden, stehen aber unter einem Vertrag, d. h. sie sind \u201eSchutzbefohlene des Islams\u201c, so genannte Dhimmi, mit Pflichten und Rechten, solange sie im Rahmen dieses Vertrags als quasi B\u00fcrger zweiten Ranges leben und die islamische Autorit\u00e4t voll anerkennen. Nach einer Hadith Mohammeds herrscht der Islam und wird nicht beherrscht. Innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft (Millat) haben die Christen und Juden sogar eine eigene Regelung ihrer Angelegenheiten und die Verantwortlichen verb\u00fcrgen in Person das Einhalten der Vertragsregelung. Jeder erwachsene m\u00e4nnliche, freie und gesunde Dhimmi (Schutzbefohlene) muss eine Kopfsteuer zahlen und wird herangezogen, die Kriegslasten mitzutragen, ohne in den Kriegsdienst direkt eingespannt zu werden. Auch darf ein Dhimmi niemals Waffen tragen, da er sie ja gegen die Muslime gebrauchen k\u00f6nnte. Da sie aber keine Muslime sind, k\u00f6nnen sie auch nicht an der Gestalt des islamischen Staates politische Macht aus\u00fcben. Der Islam ist in seiner damaligen Ausbreitung nat\u00fcrlich weder in ein politisches noch religi\u00f6ses Vakuum vorgesto\u00dfen und hat zum Teil in der Anfangsphase seiner Ausbreitung pragmatische L\u00f6sungen gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rechts- und Unrechtssituation der Schutzbefohlenen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Rechtssituation f\u00fcr die Schutzbefohlenen hat sich im Laufe der Expansion des Islam auf beiden Seiten gefestigt und eingespielt, denn es ging ja den besiegten Minderheiten auch ums \u00dcberleben. Die Juden und Christen wurden nach dem letzten Willen Mohammeds, dass in Arabien keine andere Religion als der Islam sein darf, unter den Khalifen Umar (634-644) (18) ausgewiesen und in den eroberten Gebieten als Schutzbefohlene behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Zeit ging es den Juden aber auch im christlichen Byzanz nicht gut. So kam es in den Wirren des Machtkampfes zwischen Kaiser Phokas (602 -10) und seinem Heerf\u00fchrer Heraclius (610 \u2013 41) in der Verwaltung, durch Anstiftung des Patriarchen von Jerusalem im Jahre 628 zu einer angeordneten Zwangsbekehrung der Juden. Im ganzen Reich gab es Folter und Mord und die Feindseeligkeiten gegen\u00fcber den byzantinischen Machthabern nahmen zu. Diese Zust\u00e4nde gegen\u00fcber allen Abweichlern des orthodoxen Glaubens haben wohl auch mitgewirkt, dass die Heere Mohammeds in \u00c4gypten zun\u00e4chst als Befreier gesehen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 9. Jahrhundert definierte der Rechtsgelehrte Marwerdi (gleichzeitig mit einem Entwurf seiner klassischen Theorie des Kalifats) in seinem Buch &#8222;Regierungsstatuten&#8220; die Pflichten und Freiheiten der Christen und Juden. (19) Seine Kodifizierung dieser Beziehungen ist inzwischen ein klassischer Bestandteil der islamischen Rechtslehre geworden. Marwerdi unterscheidet sechs &#8222;notwendige&#8220; und sechs &#8222;w\u00fcnschenswerte&#8220; Verpflichtungen. Die sechs notwendigen Verpflichtungen (Farz) setzen sich aus folgenden Verboten im Blick auf den Verhaltenskodex der Christen und Juden zusammen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Den Koran weder im Scherz gebrauchen noch den Text verf\u00e4lschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Keine l\u00fcgenhaften oder ver\u00e4chtlichen Bemerkungen \u00fcber den Propheten zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Nicht mit Respektlosigkeit oder Spott vom islamischen Kult sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Keine islamische Frau anr\u00fchren, weder in der Ausschweifung, noch unter dem Namen der Ehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. Nicht versuchen, einen Muslim von seinem Glauben abzubringen und nichts unternehmen, was gegen Gut und Leben der Muslime gerichtet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. Die Feinde der Muslimen nicht unterst\u00fctzen und keine Spione beherbergen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcberschreitung dieser Verbote hat zur Folge: Bruch des Vertrags und Aufhebung des islamischen Schutzes einschlie\u00dflich der M\u00f6glichkeit, den Delinquenten hinzurichten. Die sechs w\u00fcnschenswerten, verbindlichen Verpflichtungen sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Das Tragen markierter Kleidung mit G\u00fcrtel (ein gelbes Zeichen f\u00fcr die Juden, ein blaues f\u00fcr die Christen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Die H\u00e4user nicht h\u00f6her bauen als die der Muslime.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Keine Glocken l\u00e4uten noch die Heiligen Schriften und\u00dcberlieferungen \u00fcber den Messias laut lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. In der \u00d6ffentlichkeit keinen Wein trinken, keine Kreuze tragen und keine Schweine sehen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. Die Toten still begraben, ohne Klagen und Schreien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. Keine Pferde besteigen, weder edle noch gemeine, und nur auf Mauleseln oder Eseln reiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcberschreitung dieser Gebote wird mit der Auflegung einer Bu\u00dfe bestraft. Die Delinquenten werden durch die Polizei wieder in ihre richtige, niedrige Stellung zur\u00fcckgef\u00fchrt und oft dann \u00f6ffentlich ausgepeitscht (Ansatzweise schon in Sure 9,29 angek\u00fcndigt). Nicht alle wollten die Steuerlast und gesellschaftliche Erniedrigung auf Dauer erdulden, so dass im Lauf der Geschichte nicht Wenige lieber den Islam annahmen, als mit dem Stigma eines Dhimmi leben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es in der Geschichte und Bl\u00fctezeit des Islams dann auch liberale Zeiten und viele Freir\u00e4ume f\u00fcr die Juden und Christen gab, soll hier nicht verschwiegen werden. Auch soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass die verschiedenen Kreuzz\u00fcge im fr\u00fchen Mittelalter und die Kolonialzeit im 18. und 19. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg tiefe Verwundungen und Dem\u00fctigungen in der islamischen Welt ausgel\u00f6st haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Tode Mohammeds im Jahre 632 kam es zu einer dramatischen Ausbreitung des Islam. In den folgenden dreizehn hundert Jahren wurde der Islam aber nie mit einem j\u00fcdischen Staat konfrontiert. Der Siegeszug des Islam war enorm pr\u00e4gend f\u00fcr den Umgang mit Nichtmuslimen: 635, Eroberung von Damaskus; 639 Eroberung \u00c4gyptens, mit einer Koptischen Mehrheit; 640 Eroberung des Persischen Reiches, in dem Juden und Christen eine Minderheit bildeten; 670 Eroberung Nordafrikas, einer r\u00f6mischen Provinz mit einer bedeutenden Kirche \u2013 der Kirche Augustins; 711 Eroberung des christlichen Spaniens; 732 Schlacht bei Tours and Poitiers und zun\u00e4chst Einhalt der Bewegung; Eroberung Palermos; 1393 wird Bulgarien, 1430 Saloniki mit seiner gro\u00dfen j\u00fcdischen Gemeinde dem Islam einverleibt und 1453 f\u00e4llt Konstantinopel, 1570 Zypern um nur wenige Stationen des Siegeslaufs des Islams aufzuzeigen. Nat\u00fcrlich gab es zwischen durch Niederlagen einzustecken, wie w\u00e4hrend der Kreuzz\u00fcge, aber schlie\u00dflich hat Saladin im Jahre 1187 Jerusalem wieder zur\u00fcckerobert. Im Laufe des 19. Jahrhundert eroberte das osmanische Reich zwar Gro\u00dfsyrien und Pal\u00e4stina, doch blieb es wenigstens in islamischer Hand. Dies \u00e4nderte sich nach dem 1. Weltkrieg, als das osmanische Reich zerfiel und die Kolonialm\u00e4chte Frankreich und England diese islamischen Gebiete als Mandatsm\u00e4chte aufteilten, allerdings als Verb\u00fcndete mit den Arabern gegen die T\u00fcrken. In diese Zeit f\u00e4llt auch eine verst\u00e4rkte j\u00fcdische Immigration mit sich anbahnenden Konflikten, die bis heute nicht verarbeitet und gel\u00f6st sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gr\u00fcndung des Staates Israel und seine Konflikte mit den Nachbarn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zur Gr\u00fcndung des Staates Israel gab es in den meisten arabischen und islamischen L\u00e4ndern Zentren j\u00fcdischen Lebens, die besonders in der Kolonialzeit sich entwickeln konnten, da die Rechte der Minderheiten durch die Kolonialverwaltungen verbessert wurden. Dies \u00e4nderte sich fast schlagartig durch die Gr\u00fcndung des Staates Israel, so dass es zu einer Welle von Vertreibung und Flucht der j\u00fcdischen Bewohner in arabischen L\u00e4ndern kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangten n\u00e4mlich die arabischen V\u00f6lker ihre Unabh\u00e4ngigkeit. Dadurch war der Weg frei f\u00fcr eine politische und religi\u00f6se Wiedergeburt. Es gab inzwischen eine Elite, die einen modernen Staat unter Einbezug des Islams anstrebten. Die Ulemas und religi\u00f6sen F\u00fchrer strebten aber nicht nur eine politische, sondern eine religi\u00f6se Wiedergeburt des Islam an, einschlie\u00dflich einer R\u00fcckbesinnung auf die islamischen Gesetze der Sharia. Diese Kr\u00e4fte sahen in der R\u00fcckbesinnung auf die Fr\u00fchzeit des Islam die Wiedergewinnung einer islamischen Vorherrschaft. Dieser Prozess h\u00e4tte ungest\u00f6rt verlaufen k\u00f6nnen, h\u00e4tte nach dem Zweiten Weltkrieg die Staatgr\u00fcndung Israels im Jahre 1948 diese Entwicklung der Re-Islamisierung gest\u00f6rt. Es gab ja innerhalb des Machbereichs des Islam immer j\u00fcdische Gemeinden, aber nun pl\u00f6tzlich mit einem j\u00fcdischen Staat konfrontiert zu sein, war f\u00fcr die Muslime zuviel, steht doch in al Quds, (Jerusalem) auf dem Tempelberg die Al Aqsa Moschee und der Felsendom, vom dem vermeintlich Mohammed seine legend\u00e4re Himmelsreise antrat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 29. November 1947 fasste die Vollversammlung einen unwiderruflichen Beschluss, der die Errichtung eines j\u00fcdischen Staates Israel forderte und die Bewohner des Landes aufforderte, n\u00f6tige Ma\u00dfnahmen einzuleiten. In der \u201eUnabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung\u201c des Staates Israel vom 14. Mai 1948 ist daher zu lesen: \u201eDie Katastrophe, die in unserer Zeit \u00fcber das j\u00fcdische Volk hereinbrach und in Europa Millionen Juden vernichtete, bewies unwiderleglich aufs Neue, dass das Problem der j\u00fcdischen Heimatlosigkeit durch die Wiedererstellung des j\u00fcdischen Staates im Land Israel gel\u00f6st werden muss \u2013 in einem Staat, dessen Pforten jedem Juden offen stehen und der dem j\u00fcdischen Volk den Rang der gleichberechtigten Nation in der V\u00f6lkergemeinschaft sichert&#8230;\u201c Keine 24 Stunden nach der Proklamierung des Staates Israel fielen die Streitkr\u00e4fte Syriens, des Libanons, Jordaniens, \u00c4gyptens und des Iraks in das Land ein und verlangten von Israel seine von der internationalen Staatengemeinschaft Souver\u00e4nit\u00e4t mit Waffengewalt zu verteidigen. Nach 15 Monaten kam es zu einem von der UN ausgehandelten Waffenstillstand und am 11. Mai 1949 erhielt Israel als 59. Mitglied einen Sitz in den Vereinigten Nationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgten Jahre des enormen Aufbaus und wo einst W\u00fcste war entstanden bl\u00fchende Landschaften, und dies unter gleichzeitiger Sicherheitsgef\u00e4hrdung und Bedrohung durch die islamischen Nachbarstaaten. Im Oktober 1956 schlossen \u00c4gypten, Syrien und Jordanien ein milit\u00e4risches Dreierb\u00fcndnis, was den Sinai-Feldzug ausl\u00f6ste. In die Zeit der wirtschaftlichen Konsolidierung fiel der Sechs- Tage-Krieg, mit einem israelischen Pr\u00e4ventivschlag am 5. Juni 1967, gegen \u00c4gypten, mit Gegenangriffen gegen Jordanien und Syrien, nach dem es an allen Grenzen zuvor massive Truppenbewegungen gab und Israel seine Existenz bedroht sah. Die diplomatische Herausforderung nach dem sechs Tage Krieg war enorm, galt es doch, nach dem Krieg die milit\u00e4rischen Gewinne in einen dauerhaften Frieden auf der Basis der UN-Sicherheitsratsresolution Nr. 242 umzusetzen, die u. anderem \u201edie Anerkennung der Souver\u00e4nit\u00e4t, territorialen Integrit\u00e4t und politischen Unabh\u00e4ngigkeit aller Staaten in der Region und ihr Recht, innerhalb sicherer Grenzen in Frieden und in Freiheit von Drohung oder Gewalt zu leben\u201c fordert. Dagegen stand eine Resolution von einer arabischen Gipfelkonferenz in Khartoum im August 1967 die lautet: \u201eKeinen Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israel.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Nach drei relativ ruhigen Jahren begann am j\u00fcdischen Vers\u00f6hnungstag, am 6. Oktober 1973 der Jom-Kippur-Krieg durch einen koordinierten \u00dcberraschungsangriff von Syrien und \u00c4gypten. Nach diesem Krieg kam es zur \u00d6lkrise, bei dem \u00d6l das erste Mal als politische Waffe eingesetzt wurde, um den Westen unter Druck zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Durch diplomatische Bem\u00fchungen der USA kam es im September 1978 zu einem Rahmenabkommen f\u00fcr einen umfassenden Frieden im Nahen Osten. Die Vereinbarungen von Camp-David erm\u00f6glichten am 26. M\u00e4rz 1979 die Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit \u00c4gypten. Dies kostete allerdings am 6. Oktober 1981 Anwar al Sadaat durch einen Anschlag \u00e4gyptischer Islamisten das Leben. Im Jahre 1991 gab es die Madrider Gespr\u00e4che und im Juli1994 kam es zu einem Friedensvertrag mit Jordanien, nachdem es durch die Osloer Gespr\u00e4che bereits 1993 zur Unterzeichnung einer Grundsatzerkl\u00e4rung zwischen Israel und der PLO kam, was Yassir Arafat erm\u00f6glichte, nach Pal\u00e4stina zur\u00fcckzukommen. Gro\u00dfe Hoffnungen einer Friedensl\u00f6sung zeichneten sich ab. Yassir Arafat erhielt sogar 1994 in Oslo, zusammen Jitzhak Rabin Shimon Peres den Friedensnobelpreis. Die verlorenen Kriege, wie auch der Zusammenbruch der Sowjet-Union als verl\u00e4sslicher Waffenlieferant zwangen die arabischen Nachbarstaaten nach eher pragmatischen L\u00f6sungen. Gleichzeitig d\u00fcrfen wir uns aber keiner Illusion hingeben, denn die Freitagspredigten in den Nachbarl\u00e4ndern sprechen die islamische Grundhaltung Israel gegen\u00fcber an. Die Juden werden oft als Gottes Feinde bezeichnet, ja Feinde der Menschheit, die sogenannten Verschw\u00f6rungstheorien der Protokolle von Zion kursieren auf islamischen Webseiten im Internet, die judenfeindlichen Suren des Korans werden zitiert und Israel, wie auch Juden und ihre Unterst\u00fctzer verflucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Die verlorenen Kriege mit Israel l\u00f6sten nat\u00fcrlich auch eine tiefe Identit\u00e4tskrise in den Nachbarl\u00e4ndern Israels aus, wie auch eine St\u00e4rkung der islamistischen Gruppierungen, insbesondere auch der Muslimbruderschaft in Syrien und \u00c4gypten. Diese wurden wiederum in ihren Heimatl\u00e4ndern unterdr\u00fcckt und viele der islamistischen Muslimbr\u00fcder fanden in den 70 und 80iger Jahren Asyl in westlichen L\u00e4ndern und bauten ihre Zentralen in Genf und London und Paris auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich darf nur erinnern, dass Ayatollah Khomeini seine Revolution im Iran in Paris vorbereitet hat. Es g\u00e4rte in der arabischen Welt. Im Herbst 1970 kam es zu einem Aufstand der Pal\u00e4stinenser in Amman, der vom K\u00f6nig niedergeschlagen wurde. Die PLO musste das Land verlassen und sie zogen in den Libanon, was wesentlich zur Destabilisierung und zum B\u00fcrgerkrieg anfangs der 80iger Jahre im Libanon beitrug. Die PLO F\u00fchrung wurde 1982 aus dem Libanon ausgewiesen, zur\u00fcck bleiben die Fl\u00fcchtlingslager als Unruheherde. Es kam damals auch zum Eingreifen Syriens im Libanon und zur St\u00e4rkung der vorwiegend vom Iran unterst\u00fctzen Hisbullah in der Beeka Ebene und S\u00fcdlibanon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gef\u00e4hrdet Israel durch die islamische Welt ist, zeigte der Golfkrieg, als damals Saddam Hussain mit Raketen Israel angriff. Als sich Israel im Jahre 2000 durch internationalen Druck aus dem Libanon zur\u00fcckzog hat die Hisbullah dies als ihren Sieg gefeiert und den Radikalen in der PLO und Hamas signalisiert, dass Israel verwundbar ist und nachgibt, wenn man den Druck und Terror nur lang genug durchh\u00e4lt. Dies f\u00fchrte im Herbst 2000 zur Al Aqsa Intifada (arabisch Erhebung, Aufstand \u2013 1987 \u2013 1994) und praktisch zur Stornierung des Oslo Prozesses. Es ist jetzt nicht Zeit, die unz\u00e4hligen Selbstmordattentate aufzulisten, verantwortet durch Gruppen der PLO nahen Al Fatah und Hamas, noch m\u00f6chte ich auf die schillernde Rolle des verstorbenen PLO Chefs Yassir Arafat eingehen. Man kann nur hoffen, dass der jetzt ausgehandelte Waffenstillstand bei den Gespr\u00e4chen Scharm al Scheich das vertrauen Israels gegen\u00fcber Jordanien und \u00c4gypten st\u00e4rkt, die wieder ohne Vorbedingungen nach Tel Aviv schicken wollen und dass die gem\u00e4\u00dfigten Kr\u00e4fte in der PLO und unter den Pal\u00e4stinensern zum Zuge kommen, ja selbst die islamistischen Terrorgruppen realisieren, dass durch Selbstmordattentate nicht gewonnen wird, ja dies nur die Resolution Israels, sich selbst zu verteidigen und zu sch\u00fctzen vertiefen muss, wenn es \u00fcberleben will. Es ist auch an der internationalen Staatengemeinschaft, klarer vorzugehen, wo f\u00fchrende Geistliche das Feuer der Jihad immer wieder neu legen, indem sie Selbstmordattent\u00e4ter als M\u00e4rtyrer deklarieren. Wer Israel keine Zukunft gibt, gibt sich auch keine Zukunft. Hier aber erweist sich auch der weitere Verlauf der Weltgeschichte und wir tun gut, f\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung zu beten, denn die Gewalt endet am Kreuz, dem Ort der Vers\u00f6hnung. Daher gilt es auch Kr\u00e4fte des Friedens zu f\u00f6rdern. Manche Bem\u00fchungen sind nur wie eine Kerze, es gibt aber ein arabisches Sprichwort: \u201eEs ist besser eine Kerze anzuz\u00fcnden, als \u00fcber die Dunkelheit zu klagen\u201c. Die Arbeit von Musalaha ist ein Beispiel f\u00fcr Vers\u00f6hnungsarbeit. Es war f\u00fcr mich bewegend, in den vergangenen zwei Jahren auf Konferenzen Juden und Pal\u00e4stinensern zu begegnen, die zusammen die H\u00e4nde gefaltet haben und \u00fcber Wege des Friedens und der Vers\u00f6hnung als Betroffene der Region sprachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong>Weltgeschichtliche Wege und Unwege &#8211; hat der Friede eine Chance?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Pr\u00e4senz der Alliierten Streitkr\u00e4fte um die Sanktionen des Iraqs zu \u00fcberwachen, l\u00f6sten unter den islamistischen und konservativen Kr\u00e4ften in der islamischen Welt und eine R\u00fcckbesinnung auf die Jihad und Dawa, finanziert durch \u00d6lgelder und einer wachsenden Lobbiearbeit der OIC in den Gremien der UN. Die kommunistische Macht\u00fcbernahme in Afghanistan 1978, mit Einmarsch der Sovietunion im Dezember 1979 tat ein \u00fcbriges, die islamistische Internationale zu st\u00e4rken. Die USA und der Westen unterst\u00fctzten dabei noch den Widerstand der Mujahiddin, so dass noch dem Abzug der Russen und dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft in Afghanistan die Islamistischen Kr\u00e4fte sich formatierten, um nun zu versuchen, den Westen zu schw\u00e4chen, der nach ihrer Ansicht korrupte Regierungen in den islamischen L\u00e4ndern unterst\u00fctzt. Die Islamisten tr\u00e4umen von einer Vorherschafft des Islams im 21. Jahrhundert, und sind bereit daf\u00fcr zu K\u00e4mpfen. Israel steht dabei im Weg und kann nur \u00fcber eine Schw\u00e4chung des Westerns wirklich in die Knie gezwungen werden. Diese f\u00fchrte auch zum Aufbau vieler Traininglager der Jihadk\u00e4mpfer, besonders in Afghanistan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Krieg der Alliierten gegen das Taliban Regime und dessen Sturz im November 2001, wie auch den Sturz Saddam Hussains wurden die gewaltbereiten Islamisten geschw\u00e4cht, gleichzeitig sind wir hineingezogen in eine internationale Auseinandersetzung, die in den Augen des konservativen Islams und der Islamisten das wieder beleben der Jihad gegen die Ungl\u00e4ubigen ist, der immer neue geistigen N\u00e4hrboden durch entsprechende Fatwas und die geistige Elite der Islamisten bekommt, besonders auch durch die Wahabiten in Saudi Arabien und andere islamistische Bewegungen. Durch den Versuch mancher islamischer L\u00e4nder, an biologische, chemische und Atomwaffen heranzukommen, verdeutlicht die Gef\u00e4hrdung der Region und des gesamten Weltfriedens und vergiftet die Beziehungen zwischen den V\u00f6lkern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Wir k\u00f6nnen von hier aus, und schon gar nicht heute Abend, die Probleme des nahen Ostens l\u00f6sen. Ich habe versucht Ihnen zu verdeutlichen, wie komplex alles ist und je mehr wir \u00fcber alles wissen, je komplexer wird der Durchblick. Der Friede, hat er eine Chance? Ja, weil Gott selbst die Geschichte schreibt, auch die seines Volkes Israel und weil die Verhei\u00dfung noch aussteht: Es wird aus Zion der Retter kommen. (13)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Wenn dieser Abend dazu beitr\u00e4gt, f\u00fcr Israel und den Frieden der Welt mehr zu beten und mitzuhelfen, dass Antisemitismus nicht hingenommen wird, aus welcher Ecke er auch kommen mag, ja wenn der Abend dazu beitr\u00e4gt, Israel in seiner schwierigen Lage zu verstehen, bin ich dankbar. Seit ich mich mit dem Thema besch\u00e4ftige, bete ich das Vater unser intensiver, gerade auch die Bitte: \u201eDein Reich komme!\u201c Das Leben ist tragischer als wir es wagen zu denken, dennoch d\u00fcrfen wir daran festhalten, dass die Erl\u00f6sung herrlicher sein wird, als wir es uns ausmalen, denn die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt. Die Geschichte der Welt ist ihm noch nie aus der Hand geglitten, wie tragisch sie auch verlaufen wird, denn Liebe und Hoffnung sind st\u00e4rker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<em>Albrecht Hauser, 15. Februar 2005<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<em>1 EG. 331, Gro\u00dfer Gott wir loben dich&#8230;..; Vers 9<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>2 Raymond Chasles, Israel und die V\u00f6lkerwelt, Patmos Verlag, Stuttgart (\u00fcbersetzt von: Israel et les Nations, Verlag Librairie Lammarre, Paris 1945) S. 178<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>3 Exodus 3,14<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>4 Genesis, 12, 1 -3<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>5 Johannes, 4,22<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>6 Jeremia 31, 31 \u2013 34; R\u00f6mer 9 \u2013 11; Matth\u00e4us 24 \u2013 25; Jesaja 60; Exodus 19,5 und Israels bleibende<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Berufung, in vielen Stellen in der Bibel best\u00e4tigt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>7 Genesis 22,18<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>8 Galater 3, 6 -14<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>9 2. Korinther 1,20<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>10 Special Dispatch, MEMRI, 12. November 2004 \u201eIranische Stimmen zum Al-Quds Tag 2004, in Irna, 12.11.2004<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>11 Azzam Web Seite (noch nachzusuchen im Archiv)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>12 Johan Bouman, Der Koran und die Juden, Die Geschichte einer Trag\u00f6die, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1990, S.56ff<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>13 Bouman, ibid. S. 84ff.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>14 Sure 2, 124 -129<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>15 In Sure 61 sagt dann auch Jesus das Kommen Mohammeds voraus.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>16 Sure 3, 118<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>17 Sure 5,51<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>18 Khalifen nach Mohammeds Tod: Abu Bakr (632-34); Umar (634-44); Uthman 644-56); Ali 656-61)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>19 Pierre Rondot, Der Islam und die Mohammedaner von heute, Schwabenverlag Stuttgart 1963, S196ff<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Israel und die islamische Welt Immer wenn ich das Lied singe: \u201eGro\u00dfer Gott wir loben dich, Herr wir preisen deine St\u00e4rke\u201c, denke ich im 9. Vers an das Volk Israel und singe diesen Vers als ein Gebet f\u00fcr Israel: \u201eSieh dein Volk in Gnaden an. 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