{"id":5265,"date":"2010-10-22T21:00:30","date_gmt":"2010-10-22T19:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5265"},"modified":"2010-10-20T21:01:23","modified_gmt":"2010-10-20T19:01:23","slug":"auf-dem-weg-zu-geistlich-stabilen-gemeinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5265","title":{"rendered":"Auf dem Weg zu geistlich stabilen Gemeinden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf dem Weg zu geistlich stabilen Gemeinden<br \/>\n<\/strong><strong>Drei Schritte nach 1. Tim. 2 und 3 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Rat bew\u00e4hrter Gemeindeleiter und Seelsorger zu h\u00f6ren, kann so verkehrt nicht sein. Immerhin existiert die Gemeinde Jesu nun schon fast 2000 Jahre und ist damit die \u00e4lteste Vereinigung auf unserem Erdkreis, und n\u00e4chst Gottes Hilfe waren und sind es die von Gott bevollm\u00e4chtigten Gemeindeleiter und die gelebte Diakonie, die das zarte und gef\u00e4hrdete Leben der Gemeinde \u00fcber die Jahrhunderte bewahrt haben. Es ist hilfreich, erfahrene Gemeindeleiter und Seelsorger zu kennen. Pers\u00f6nlich denke ich dankbar an Pastor Heinrich Kemner, der 30 Jahre seinen Gemeindedienst in Ahlden am S\u00fcdrand der L\u00fcneburger Heide getan hat, bevor er das Geistliche R\u00fcstzentrum Krelingen aufbaute, oder an Pfr. Gerhard H\u00e4gel, der ebenso lange in Geroldsgr\u00fcn in Oberfranken segensreich wirkte.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundlegend \u2013 im wahrsten Sinn des Wortes \u2013 war die Gemeindegr\u00fcndungsarbeit der Apostel, und wir sind immer wieder gut beraten, wenn wir auf ihren Rat h\u00f6ren. Dazu m\u00fcssen wir nicht teure Kongresse besuchen, ihr Rat steht uns kostenlos in der Bibel zur Verf\u00fcgung. Ein ganzes B\u00fcndel geistlicher Ratschl\u00e4ge enth\u00e4lt der erste Brief des Apostels Paulus an Timotheus. Manche nennen diesen Brief mit Recht einen urchristlichen Gemeindekatechismus. Und in der Tat: kaum ein Bereich des Gemeindelebens ist ausgeblendet. Die Spannungsfelder Mann \u2013 Frau, Jung \u2013 Alt, Arm \u2013 Reich werden genauso behandelt wie das Gebet, die Gemeindeleitung, die Gemeindediakonie und die Gemeindezucht. Man merkt schnell, da\u00df diese Einsichten und Erfahrungswerte hochaktuell sind. Ich m\u00f6chte an die drei apostolischen Ermahnungen zum Gemeindegebet, zu den M\u00e4nnern und Frauen und zur Gemeindeleitung und Gemeindediakonie erinnern. Sie alle haben einen hohen Stabilisierungswert f\u00fcr die Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.) Die Gemeinde hat einen weiten Gebetshorizont <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt auf, da\u00df Paulus an erster Stelle das Gebet behandelt und da\u00df er seine Ermahnung in eine sehr ernste, geradezu feierliche Form kleidet (1. Tim. 2,1-7). Das Gebet ist offensichtlich die wichtigste und elementarste geistliche Stabilisierungsma\u00dfnahme f\u00fcr eine Gemeinde. Der Gott der Christen ist eben kein Allah, der nur Unterw\u00fcrfigkeit will, sondern ein h\u00f6rbereiter, ja ein h\u00f6rwilliger Gott. Christen greifen mit ihren Gebeten in den Lauf der Weltgeschichte ein und schreiben ihn neu. Gott schiebt u.U. schon l\u00e4ngst beschlossene Strafma\u00dfnahmen auf, wenn er ernstlich gebeten wird, wie der Bericht \u00fcber Abrahams Eintreten f\u00fcr Sodom und Gomorrha zeigt. Gott \u00f6ffnet T\u00fcren f\u00fcr das missionarische Wirken, wenn die Gemeinde ihn bittet (Kol. 4,3). Dabei ist es gar kein Widerspruch, sowohl an die Notwendigkeit alles Geschehens als auch an die Beeinflu\u00dfbarkeit Gottes zu glauben. Man mu\u00df nur voraussetzen, da\u00df Gott die Gebete seiner Leute in wunderbarer Weise in seine g\u00f6ttlichen Pl\u00e4ne einbaut. Welch eine unerh\u00f6rte Aufwertung des Menschen, da\u00df er gew\u00fcrdigt wird, Gottes Pl\u00e4ne mitzugestalten! Ja, er ist nur wenig niedriger als Gott selbst, so wie es in Ps. 8 hei\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem f\u00e4llt in diesem Abschnitt auf, da\u00df Paulus den Gebetshorizont ins Globale weitet. F\u00fcr <em>alle<\/em> Menschen sollen wir beten. Warum? Weil Gott will, da\u00df <em>allen<\/em> geholfen wird. Hier haben wir dieses wunderbare Ineinandergreifen unserer Gebete und der g\u00f6ttlichen Pl\u00e4ne. Man k\u00f6nnte zugespitzt formulieren, da\u00df die Christen mitverantwortlich gemacht werden f\u00fcr das Heil der Menschheit. Was Petrus in 1. Petr. 2,9 betont, da\u00df wir geistliche Priester und K\u00f6nige sind, das wird hier konkret. Weite deinen Gebetshorizont! Hauskreise, Gebetskreise, Gemeinden werden hier aus der Kirchturmperspektive herausgef\u00fchrt. Da gibt es Menschen in deinem nahen und weiten Umfeld, denen Gott helfen will, wenn du ihn darum bittest. Der weite Horizont hat etwas Erl\u00f6sendes. Wie viele Gebete in unseren Gottesdiensten und Hauskreisen kreisen nur um die eigenen Gemeindebelange und bed\u00fcrften dringend einer Weitung. Das Volk Israel, die islamische Welt, die vielen Atheisten und Neuheiden in Europa, sie alle will Gott zur Erkenntnis der Wahrheit f\u00fchren, uns erwartet dringlich auf unsere Gebete. Ich kannte einen Unternehmer, der t\u00e4glich namentlich f\u00fcr 400 Menschen gebetet hat. Als Ludwig Harms beerdigt wurde, fand man Schwielen an seinen Knien. Jemand dachte, da\u00df der Erweckungsmann krank gewesen sei. Doch die Leichenfrau korrigierte ihn: Unser Pastor lag jeden Morgen auf den Knien und hat gebetet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus fordert in diesem Zusammenhang besonders zum Gebet f\u00fcr die staatlichen Instanzen und Organisationen auf. Welche Rolle spielen die dort t\u00e4tigen Menschen in unseren privaten und \u00f6ffentlichen Gebeten? Als ich Christ geworden war, kam ich in Kontakt mit einer Gruppe junger Christen aus Leipzig. Ihre Gebetsgemeinschaften beeindruckten mich, aber am meisten die Tatsache, da\u00df sie auch f\u00fcr die DDR-Regierung und Erich Honecker beteten. Sp\u00e4ter erfuhr ich, da\u00df eine junge Frau, die da mitbetete, trotz bestem Abiturdurchschnitt nicht zum Medizinstudium zugelassen worden war, weil sie in der Jungen Gemeinde war und nicht in der FDJ. Und gerade sie hatte f\u00fcr Honecker gebetet. Die Ewigkeit wird zeigen, welche Rolle diese ganzen Gebete damals f\u00fcr das Zustandekommen der politischen Wende in der fr\u00fcheren DDR gespielt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df die Gemeinde Jesu unbehelligt von staatlichem Druck oder staatlicher Verfolgung leben kann, ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Das macht Paulus in 1. Tim. 2,2 unmi\u00dfverst\u00e4ndlich klar. Die Religionsfreiheit in Europa ist keine Dauergabe. Sie mu\u00df t\u00e4glich neu erbeten werden. Und wer sich klar macht, da\u00df diese Freiheit nur in etwa einem Drittel der in der UNO vertretenen Staaten gew\u00e4hrleistet ist, hat genug zu beten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.) M\u00e4nner und Frauen erkennen ihre spezifischen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus beh\u00e4lt die gesamte Gemeinde im Blick, aber die n\u00e4chsten Ermahnungen (1. Tim. 2,8-15) formuliert er geschlechtsspezifisch. Der Apostel ist kein Vorl\u00e4ufer der gender-Theologie, wonach die Unterschiede zwischen Mann und Frau kultur- und gesellschaftsbedingt sind. Geschlechtsspezifische Ermahnungen gibt es auch sonst im Neuen Testament, z. B. in Eph. 5 und 1. Petr. 3. Paulus nennt jeweils zwei geschlechtsspezifische Faktoren, die das Gemeindeleben gef\u00e4hrden bzw. belasten, und gibt entsprechende Ermahnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00e4nner stehen in der doppelten Gefahr, durch Zorn und Wortstreit das Gemeindeleben zu belasten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<em>Zum Zorn<\/em>: Es liegt in der Natur des Mannes, der die Wirklichkeit im wesentlichen gedanklich wahrnimmt, da\u00df er sich schnell erz\u00fcrnt \u00fcber andere, die anders denken als er, und einen Hang zur ewigen Diskussion hat. Jak. 1,20 gilt deswegen besonders f\u00fcr den Mann: \u201eDes Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist\u201c. Wie viele Gemeindespaltungen sind letztlich nicht an unterschiedlichen theologischen Auffassungen, sondern an Streitlust und mangelnder Vergebungsbereitschaft zustande gekommen! Zorn ist ein schlechter Ratgeber. Da gilt es Sanftmut bei Jesus zu lernen. Wenn man die 5. Vaterunserbitte genau \u00fcbersetzt, dann lautet sie \u201eVergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben haben!\u201c Der Zornige gef\u00e4hrdet sich also letztlich selber, weil er sich aus Gottes Vergebung ausklammert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zum Wortstreit<\/em>: Genauso gef\u00e4hrlich sind die Wortstreitigkeiten, die oft nur kaschierte Machtspiele sind. Wenn solche streitwilligen und machtorientierten M\u00e4nner in einer Gemeinde das Sagen haben, dann geht der Heilige Geist zum Fenster raus. Sp\u00e4ter warnt Paulus noch ein zweites Mal vor der \u201eSeuche der Fragen und Wortgefechte\u201c, die von Leuten in die Gemeinde hineingetragen wird, die nicht bei den \u201eheilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die dem Glauben gem\u00e4\u00df ist\u201c, bleiben (1. Tim. 6,3 und 4). Wer in Zorn und Streit lebt, gef\u00e4hrdet das Gemeindeleben. Wer bei Jesus Sanftmut lernt und in Gottes Vergebung lebt, macht seine Gemeinde stabil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frauen stehen ebenfalls in einer doppelten Gefahr, n\u00e4mlich durch ihr \u00c4u\u00dferes und durch das gemeindliche Lehramt Einflu\u00df und Macht \u00fcber die M\u00e4nner auszu\u00fcben. Diese Bestrebungen werden von Paulus zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zum \u00c4u\u00dferen<\/em>: Der Apostel ist Realist genug, um die Manipulationskraft eines aufreizenden \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbildes der Frau richtig einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Seine Ermahnungen in 1. Tim. 2,9 sind in unserer pornographischen und sexualisierten Gesellschaft hochaktuell. Aber Paulus warnt nicht nur, er kennt auch die besonderen personalen Begabungen der Frau. Die guten Werke, die er hier der christlichen Frau empfiehlt, sind zweifellos diakonische Liebeswerke. Wenn die Frauen diese ihre besondere St\u00e4rke noch mehr entdeckten und in unseren Gemeinden zur Entfaltung br\u00e4chten, w\u00fcrden die Gemeinden auch f\u00fcr Au\u00dfenstehende noch attraktiver werden. Wieviel Freude kann durch praktische N\u00e4chstenhilfe bei \u00fcberlasteten jungen Frauen, bei Familien mit Sozialproblemen, bei Kranken und Alleinstehenden ausgel\u00f6st werden! Gelebte N\u00e4chstenliebe ist ein unerh\u00f6rt gemeindestabilisierender Faktor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zur \u00f6ffentlichen Gemeindelehre<\/em>: Genauso wie durch ihr \u00e4u\u00dferes Erscheinungsbild und ihr Auftreten kann die Frau auch durch das gemeindliche Lehramt Macht \u00fcber die M\u00e4nner aus\u00fcben. Es gibt in der Bibel genug Negativbeispiele herrschs\u00fcchtiger Frauen, die einen verh\u00e4ngnisvollen Einflu\u00df auf ihre M\u00e4nner aus\u00fcbten. Eva n\u00f6tigte Adam, Gottes Gebot zu brechen. Sara \u00fcberredete Abraham, Gottes Verhei\u00dfung selber einzul\u00f6sen, Isebel manipulierte Ahab, Naboth umzubringen, Herodias setzte sich gegen\u00fcber ihrem Mann Herodes Antipas durch, Johannes den T\u00e4ufer ins Gef\u00e4ngnis zu werfen und umzubringen. Paulus gibt hier wie auch in 1. Kor. 14,33bff. die Anweisung, da\u00df Frauen nicht nach dem gemeindlichen Lehramt streben sollen. Er tut das nicht, um die Frau zu diskriminieren, sondern offensichtlich um der Gefahr einer Machtaus\u00fcbung der Frau \u00fcber den Mann vorzubeugen. Das wird derzeit in vielen evangelischen Kirchen anders gesehen, doch das letzte Wort ist in dieser Frage wohl noch nicht gesprochen. Zumindest wird der extreme theologische Feminismus, wie er sich z.B. in der sog. Bibel in gerechter Sprache niedergeschlagen hat, von evangelischen Kirchenleitern zunehmend kritisch gesehen. Auch hier bleibt Paulus nicht bei der Warnung stehen. Er betont in V. 15, da\u00df die Frau in der christlichen Gemeinde denselben Zugang zum Heil hat wie der Mann, und zwar gerade auch in ihrer spezifischen Berufung zum Muttersein. Gegen\u00fcber der damaligen Stellung der Frau in den j\u00fcdischen Gemeinden und angesichts ihrer heutigen Stellung etwa im Islam ist diese Feststellung eine wahrhaft \u201egute Botschaft\u201c, ein Evangelium f\u00fcr die Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bleibt als Fazit aus 1. Tim. 2,8-15, da\u00df M\u00e4nner und Frauen gut beraten sind, wenn sie ihre geschlechtsspezifischen Schw\u00e4chen kontrollieren und \u00fcberwinden. Sanftm\u00fctige und vergebungsf\u00e4hige M\u00e4nner tun der Gemeinde ebenso gut wie selbstbewu\u00dfte diakonisch und sozial t\u00e4tige Frauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.) Gemeindeleiter, Diakone und Diakoninnen sind sich ihrer Vorbildfunktion bewu\u00dft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Gemeinde ist so gut oder so schlecht wie diejenigen, die in ihr die Verantwortung tragen. Dem Volk Israel ging es \u00e4u\u00dferlich und auch geistlich gut, solange Josua lebte und die \u00c4ltesten, die nach ihm lebten und die Werke Gottes kannten (Jos. 24,31). Aber als die \u00c4ltesten Israels in einen ver\u00e4u\u00dferlichten Glauben abrutschten, der Stimme des Volkes mehr als Gottes Stimme gehorchten und in den \u00fcbelsten Aberglauben verfielen, geriet Israel unter Gottes Strafgerichte (nachzulesen in 1. Sam. 4, 1. Sam. 8 und Hes. 8). So ist es auch in der Gemeinde Jesu. Wenn die beiden wichtigsten Gemeindedienste, das Leitungsamt und das diakonische Amt, von verl\u00e4\u00dflichen und gottesf\u00fcrchtigen Leuten ausge\u00fcbt werden, dann bl\u00fcht eine Gemeinde auf. Wenn es aber Menschen sind, die mehr um Macht und Geld und um die Durchsetzung ihrer Meinungen besorgt sind als um Glauben und Liebe und um die Geltung des Wortes Gottes, dann steht es schlecht um die Gemeinde. Deswegen sind die Kriterien f\u00fcr die Auswahl und den Dienst der Gemeindeleiter und Diakone bzw. Diakoninnen, die Paulus hier aufstellt, unverzichtbar wichtig (1. Tim. 3,1-13).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant ist zun\u00e4chst die Beobachtung, da\u00df die beiden Gemeinde\u00e4mter, die Gemeindeleitung und die Diakonie, v\u00f6llig parallel behandelt werden. Gemeindeleiter und Diakone bzw. Diakoninnen haben eine gleichwichtige Verantwortung und Stellung. Die Leitung mu\u00df den Glauben der Gemeinde an Gottes Wort ausrichten, und die Diakonie mu\u00df die Liebe unter den Gemeindegliedern gew\u00e4hrleisten und die Bed\u00fcrftigen unterst\u00fctzen. Eine Dominanz der Leitung bzw. der Verk\u00fcndigung \u00fcber die Diakonie ist hier nicht zu erkennen. Glaube und Liebe sind zwei gleichwichtige Koordinaten. Wo ein Bereich dominiert oder \u2013 der andere Extremfall \u2013 ganz ausf\u00e4llt, wird eine Gemeinde zwangsl\u00e4ufig immer Schaden nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Gemeinde\u00e4mter haben Vorbildfunktion, ob es den betreffenden Personen bewu\u00dft ist oder nicht. Ein Gemeindeleiter soll \u201euntadelig\u201c sein, ein Diakon bzw. eine Diakonin \u201eehrbar\u201c. Wie wichtig w\u00e4re es, wenn Kirchenleitungen die Vorbildfunktion der sog. \u201eAmtstr\u00e4ger\u201c wieder ernster n\u00e4hmen \u2013 und nat\u00fcrlich selber mit gutem Beispiel vorangingen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Dienst eines <em>Gemeindeleiters<\/em> stellt Paulus folgende Anspr\u00fcche: 1.) Er darf nur einmal verheiratet sein. Ein Geschiedener, der erneut geheiratet hat, kommt also nach der Vorgabe des Apostels f\u00fcr ein gemeindeleitendes Amt nicht infrage. 2.) Er mu\u00df geistlich n\u00fcchtern und besonnen sein, d.h. er darf nicht anf\u00e4llig sein f\u00fcr schw\u00e4rmerische Str\u00f6mungen oder ideologische Verfremdungen des Glaubens. 3.) Er soll ein bescheidenes und gastfreundliches Auftreten und Wesen haben. 4.) Er mu\u00df zum Lehren geschickt sein. 5.) Er darf nicht in irgendeiner Hinsicht suchtabh\u00e4ngig, sondern mu\u00df k\u00f6rperbeherrscht sein. 6.) F\u00fcr seine Leitungsaufgabe braucht er ein sanftm\u00fctiges und ausgleichendes Wesen. 7.) Er darf nicht geldgierig sein, d.h. er mu\u00df seinen Dienst um Christi willen und nicht um des Geldverdienens willen tun. 8.) Er soll ein guter Familienvater sein, der seine Kinder zum Gehorsam und zum Anstand anh\u00e4lt, denn nur wenn er seine eigene Familie f\u00fchren kann, kann er auch eine Gemeinde leiten. 9.) Er braucht geistliche Erfahrung, und er soll deswegen kein Neugetaufter oder Frischbekehrter sein. 10.) Schlie\u00dflich mu\u00df er auch in der sonstigen \u00d6ffentlichkeit einen guten Ruf haben, darf also nicht mit den staatlichen Gesetzen in Konflikt gekommen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anforderungskatalog an die <em>Diakone und Diakoninnen<\/em> schl\u00e4gt sich neben den Merkmalen, die auch von den Gemeindeleitern erwartet werden, ihr spezifischer Dienst nieder. Der Diakon mu\u00df 1.) unbestechlich, also unparteiisch sein (er hatte ja in der neutestamentlichen Zeit die Aufgabe, die finanziellen und praktischen Zuwendungen zu koordinieren). 2.) Er mu\u00df k\u00f6rperbeherrscht sein. 3.) Er darf nicht geldgierig sein, sondern mu\u00df 4.) lauter und ehrlich sein. In V. 12 wird \u2013 wie bei den Gemeindeleitern \u2013 noch hinzugef\u00fcgt, da\u00df auch die Diakone nicht geschieden und wiederverheiratet sein sollen. Die Diakoninnen werden insbesondere zur Verschwiegenheit, zur geistlichen Besonnenheit und zur Zuverl\u00e4ssigkeit verpflichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich sind diese Anforderungskataloge als eine geistliche Richtschnur gedacht, die in Verantwortung und Sensibilit\u00e4t angewendet werden mu\u00df. Man kann eine Richtschnur zu gro\u00dfz\u00fcgig, aber auch zu kleinlich handhaben. Entscheidend bleiben letztlich immer die Hauptkriterien: M\u00f6chte hier jemand aus Dankbarkeit gegen Gott ihm vorbehaltlos dienen? Beugt er sich unter das Wort Gottes oder stellt er sich \u00fcber das Wort Gottes? Hat er Liebe zu den ihm anbefohlenen Menschen oder neigt er dazu, sie zu beherrschen? Wenn diese Voraussetzungen stimmen, dann darf die Gemeinde hoffen, da\u00df sie durch solche Gemeindeleiter, Diakone und Diakoninnen gefestigt wird im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg zu geistlich stabilen Gemeinden Drei Schritte nach 1. Tim. 2 und 3 Auf den Rat bew\u00e4hrter Gemeindeleiter und Seelsorger zu h\u00f6ren, kann so verkehrt nicht sein. 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