{"id":5251,"date":"2010-10-14T10:09:05","date_gmt":"2010-10-14T08:09:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5251"},"modified":"2010-10-14T10:09:05","modified_gmt":"2010-10-14T08:09:05","slug":"christenverfolgung-im-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5251","title":{"rendered":"Christenverfolgung im Nahen Osten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterdr\u00fcckung und Verfolgung christlicher Araber in islamischen Staaten nimmt immer erschreckender Ausma\u00dfe an, nicht allein im Irak. Dort jedoch erscheint der Terror radikaler Moslems besonders be\u00e4ngstigend: im Zweistromland, aus dem Abraham einst ins Gelobte Land weiterzog, ist die Verfolgung der christlichen Minderheit an der Tagesordnung: Christen werden bedroht oder entf\u00fchrt, Kirchen abgefackelt, Kl\u00f6ster zerst\u00f6rt und Geistliche ermordet. Fast eine Million Christen sind bereits aus diesem Land des Schreckens geflohen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bedr\u00e4ngte Situation vor allem der katholischen Gemeinden im Nahen Osten war Anla\u00df f\u00fcr den Vatikan, nun zu einer Sondersynode nach Rom einzuladen, die sich mit der Verfolgung der Christen im Nahen Osten befa\u00dft. Etwa 180 f\u00fchrende Kirchenm\u00e4nner, Patriarchen und Bisch\u00f6fe kamen zu diesem Krisentreffen, das am 10. Oktober in Rom begann und zwei Wochen dauern wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Nahen und Mittleren Osten leben heute ca 500 Millionen Moslems und etwa 20 Millionen Christen \u2013 eine relativ kleine Minderheit also, die durch den islamischen Fanatismus immer mehr an den Rand gedr\u00e4ngt oder zur Flucht gen\u00f6tigt wird. Als Papst Benedikt XVI. zur r\u00f6mischen Sondersynode einlud, erkl\u00e4rte er realistisch: \u201eDie Geschichte hat uns zu einer kleinen Herde gemacht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Auftakt der Nahost-Synode warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer frei gehaltenen Ansprache vor \u201efalschen G\u00f6tzen\u201c und vor Terrorismus, der den Namen Gottes f\u00fcr Gewaltanwendungen mi\u00dfbrauche. Der Pontifex beklagte sodann den Versuch neuzeitlicher Ideologien, Gott zu \u201eentm\u00e4chtigen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den falschen G\u00f6tzen, die entlarvt werden m\u00fc\u00dften, z\u00e4hlte der Papst neben terroristischen Ideologien vor allem Drogen und einen Lebensstil, der sich gegen Ehe und Familie richtet. Wie in den ersten christlichen Jahrhunderten seien verfolgte Gl\u00e4ubigen dazu bereit, \u201cmit dem Blut der M\u00e4rtyrer und dem Leiden der Kirche\u201d die Anbetung falscher G\u00f6tter zu bek\u00e4mpfen, erkl\u00e4rte der Papst vor den fast 200 Patriarchen und Bisch\u00f6fen aus dem Nahen Osten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das vatikanische Synodenpapier, das die Krisensitzung in Rom vorbereitet, schildert ausf\u00fchrlich die Unterdr\u00fcckung christlicher Gemeinden durch den \u201epolitischen Islam\u201c und durch zunehmende \u201eextreme Str\u00f6mungen\u201c in diesen Staaten \u2013 sei es im einstmals christlichen Libanon (hier herrscht vor allem der Terror der israelfeindlichen Hisballah), im Iran, Irak oder Iran, von Saudi-Arabien ganz zu schweigen: dort gibt es kein einziges christliches Gotteshaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der \u00f6ffentlichen Debatte um den Konflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stinensern werden die christlichen Araber oft vergessen. In den letzten Jahrzehnten wuchs der Druck auf diese \u201ePal\u00e4stinenser\u201c, freilich nicht durch die Israelis, sondern durch das Vordringen des Islam und seiner militanten Organisationen wie Hamas, Hisballah oder Dschihad.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zwickm\u00fchle \u201ezwischen allen St\u00fchlen\u201c hat mitunter zur Folge, da\u00df sich christliche \u201ePal\u00e4stinenser\u201c weniger aus \u00dcberzeugung, sondern wohl oft eher aus blanker Angst ablehnend zu Israel \u00e4u\u00dfern und pro-arabische Lippenbekenntnisse abgeben, weil sie andernfalls Vergeltungsschl\u00e4ge extremer Moslems f\u00fcrchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Einf\u00fchrung der \u201cPal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde\u201c verringerte sich der christliche Bev\u00f6lkerungs\u00adanteil in diesen Gebieten immer weiter. Nur 3% der dort lebenden Araber sind Christen (meist orthodox oder katholisch). Manche von ihnen sind mit Juden verheiratet. In Nazareth gibt es besonders viele arabische Christen (20.000), wobei sie ein Drittel der Bev\u00f6lkerung ausmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schrittweise Durchsetzung der pal\u00e4stinensischen Selbstverwaltung (als Folge des Oslo-Abkommens) f\u00fchrte zu einer verst\u00e4rkten Unterdr\u00fcckung der christlichen Minderheit, weshalb viele auswandern. Bis Anfang der 80er Jahre war z.B. Bethlehem mehrheitlich von Christen bewohnt; heute leben dort \u00fcber 80% Moslems.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Situation der arabischen Christen hat sich auch strafrechtlich verschlechtert. Die \u201ePal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde\u201c (PA) f\u00fchrte mit Zustimmung von PLO-Chef Arafat ein Gesetz ein, das den Landverkauf an Israelis als \u201cHochverrat\u201d einstuft und mit der Todesstrafe ahndet. Im Mai 1997 bedrohte der damalige pal\u00e4stinensische Justizminister Freih Abu Medayin alle Araber mit der Todesstrafe, wenn sie Grundst\u00fccke an Israelis verkaufen. Zahlreiche Araber wurden seitdem hingerichtet \u2013 \u00fcberdurchschnittlich viele von ihnen waren Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Protesten der US-Regierung erkl\u00e4rte Arafat seinerzeit, bei den T\u00e4tern handle es sich um \u201cunbekannte Personen\u201d. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde aus der \u201cSelbstjustiz\u201d ein Gesetz, das sowohl den K\u00e4ufer wie den Verk\u00e4ufer mit der Todesstrafe belegt, wenn \u201carabisches Stammland\u201d an Juden ver\u00e4u\u00dfert wird. Die PA berief sich zu ihrer Rechtfertigung auf ein altes jordanisches Gesetz, das man lediglich neu aufgegriffen habe. Es dient jedenfalls der Einsch\u00fcchterung nicht allein der Christen, sondern letztlich aller arabischer \u201cUntertanen\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem unter christlichen Pal\u00e4stinensern greift also nicht selten die blanke Angst um sich, denn selbst Neutralit\u00e4t gilt im Herrschaftsbereich von Hamas und Co. als Zusammenarbeit mit Israel und damit als strafbare \u201eKollaboration\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang Januar 2001 exekutierte die PA zwei ihrer eigenen Leute (Allan Bani Odeh und Majdi Machawi), weil sie angeblich mit Israelis zusammengearbeitet h\u00e4tten. Die Hinrichtung der Verurteilten wurde von hunderten Zuschauern verfolgt, die w\u00e4hrend der Exekution frenetisch riefen: \u201cAllah u-Akbar!\u201c (Allah ist gr\u00f6\u00dfer.) \u2013 Zwei weitere unbotm\u00e4\u00dfige Pal\u00e4stinenser wurden zum Tode verurteilt: Ali al-Hatib und Husa Din Musa aus Bethlehem. \u2013 Hana Alame und Waji Awadallah m\u00fcssen lebensl\u00e4ngliche Gef\u00e4ngnisstrafen verb\u00fc\u00dfen. Diese Urteile wurden vom damaligen PLO-Chef Arafat pers\u00f6nlich unterzeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Exekutiv-Kommandos sorgen f\u00fcr Angst und Schrecken unter Andersdenkenden. Der pal\u00e4stinensische Ex-Justizminister Medayin sch\u00e4tzt die Zahl der verha\u00dften \u201eKolloborateure\u201c auf ca. 20.000 Menschen. Er forderte sie auf, sich \u201efreiwillig\u201c zu stellen und sich einem \u201efairen Proze\u00df\u201c zu unterziehen \u2013 glatter Zynismus, denkt man an die willk\u00fcrlichen Strafgesetze und Exekutionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu kommt, da\u00df die PA systematisch Kinder dazu \u201eerzieht\u201c, den \u201eTod f\u00fcr Allah\u201c zu sterben. Im pal\u00e4stinensischen Fernsehen werden Eltern dazu aufgefordert, ihre Kinder als Shahids (M\u00e4rtyrer) zu opfern \u2013 per Selbstmordattentat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Felizitas K\u00fcble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags und des Christoferuswerks in M\u00fcnster<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unterdr\u00fcckung und Verfolgung christlicher Araber in islamischen Staaten nimmt immer erschreckender Ausma\u00dfe an, nicht allein im Irak. 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