{"id":5128,"date":"2010-09-09T08:59:24","date_gmt":"2010-09-09T06:59:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5128"},"modified":"2010-09-09T09:02:43","modified_gmt":"2010-09-09T07:02:43","slug":"gesellschaft-ohne-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5128","title":{"rendered":"Gesellschaft ohne Gott"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5132\" title=\"gesellschaft_ohne_gott\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/gesellschaft_ohne_gott-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"228\" \/>Gesellschaft ohne Gott<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<em>Rezension: Andreas P\u00fcttmann, Gesellschaft ohne Gott-Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands, Gerth Medien, Asslar, 2010, 288 Seiten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas P\u00fcttmann stellt der deutschen Gesellschaft im ersten Teil seines Buches eine schonungslose Diagnose. In Deutschland sei es zu einem regelrechten Zusammenbruch der christlichen Leitkultur gekommen. Nur noch 10 % der Deutschen k\u00f6nnen von sich sagen, dass sie ein \u201egl\u00e4ubiges Mitglied\u201c ihrer Kirche sind und sich mit dieser eng verbunden f\u00fchlen. P\u00fcttmann zitiert Daniel Deckers (FAZ) mit der Aussage, dass \u201edie Zeit der Volkskirche nicht zu Ende geht, sondern zu Ende ist\u201c. Allein die Zahl der Protestanten ist seit 1950 von 43 auf 25 Millionen gesunken. P\u00fcttmann macht deutlich, dass das \u201eChristliche\u201c in der Gesellschaft und auch in der Politik im Allgemeinen noch positiv bewertet wird. Doch wenn es konkret wird, dann wird ein gro\u00dfes Skandalgeschrei angestimmt. Der Marburger Kongress von 2009 hat gezeigt, dass Christen, die von einer Ver\u00e4nderbarkeit der Homosexualit\u00e4t ausgehen und daf\u00fcr eintreten, mit zunehmendem \u201eGesinnungsterror\u201c rechnen m\u00fcssen. <!--more-->Der Blick auf den Umgang deutscher Politiker mit katholischen Bisch\u00f6fen (\u201eHassprediger\u201c), die verzerrenden\u00a0 und diffamierenden Darstellungen theologisch konservativer Protestanten in den Medien oder die Begleitumst\u00e4nde der Berufung Rocco Buttiglione zum Europaminister best\u00e4tigen die Aussage des amerikanisch-j\u00fcdischen Juristen Joseph Weiler, dass man im ehemals christlichen Abendland bereits Anzeichen von \u201eChristophobie\u201c erkennen kann. Noch kann von regelrechter Christenverfolgung nicht die Rede sein. Doch mit Blick auf Hitler und Stalin weist P\u00fcttmann auf die M\u00f6glichkeit hin, dass auch europ\u00e4ische Christen zuk\u00fcnftig \u201eDrangsalierung, Diskriminierung, Vertreibung und Ermordung\u201c erleiden k\u00f6nnten. Zu Recht geht P\u00fcttmann hier auf den inneren Zusammenhang zwischen Christen- und Christusfeindschaft hin. Die Erstere l\u00e4sst sich nur aus der Letzteren erkl\u00e4ren: \u201eWenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen\u201c (Joh 15,20). P\u00fcttmann schlie\u00dft die Diagnose mit einem Adenauerzitat, das zugleich die Prognose einleitet:\u00a0 \u201cDass das Verlassen des christlichen Fundamentes letzten Endes Europa mit dem Untergang bedroht\u2026Nur die Befolgung christlicher Grunds\u00e4tze vermag die Menschheit vor dem R\u00fcckfall in schlimmste Barbarei, ja vor der Selbstvernichtung zu retten\u201c (Adenauer, 1946).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Prognose, dem zweiten Teil des Buches, stellt P\u00fcttmann die These auf, dass ein Zusammenhang zwischen Religion und Moral, Glaubensvitalit\u00e4t und Gemeinwohl besteht. Er geht der Frage nach, ob es gut und soziologisch nachweisbar ist, wenn viele Menschen Christen sind und ob es schlecht ist, wenn sie es nicht sind. Anhand von Studien und Umfragen kann P\u00fcttmann diesen Zusammenhang belegen. Dabei ist weniger relevant, ob jemand Christ ist, sondern wie eng er seiner Kirche verbunden ist. Je mehr sich Christen mit ihrer Kirche verbunden wissen und auch tats\u00e4chlich am kirchlichen Leben teilnehmen, desto mehr durchdringen christliche Wertma\u00dfst\u00e4be das allt\u00e4gliche Handeln in Ehe und Familie, in Beruf und Freizeit. Christen leisten in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft enorme Beitr\u00e4ge zum Gemeinwohl. Sie setzen sich st\u00e4rker f\u00fcr das Grundrecht auf Leben ein, was Abtreibungszahlen und Euthanasieanf\u00e4lligkeit senkt. Volkswirtschaften profitieren, wenn ihre Akteure von christlichen Grund\u00fcberzeugungen gepr\u00e4gt sind, denn Ehrlichkeit und Vertrauen sind wichtige &#8222;Schmiermittel&#8220; funktionierender Wirtschaftssysteme. Der Glaube hat weiterhin positive Auswirkungen auf Lebenseinstellungen, Gesundheit, bewirkt niedrigere Scheidungsraten und reduziert die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Strafdelikte. Noch zehrt unsere Gesellschaft von den \u201es\u00e4kularen Derivaten des Christentum\u201c (Josef Isensee), doch die schmerzliche Erfahrung der roten und braunen Systeme haben gezeigt: \u201eWer Gott aus den Herzen der Menschen rei\u00dft, weckt die w\u00f6lfischen Instinkte\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im dritten Teil seines Buches macht P\u00fcttmann einen Therapievorschlag, der sich an den Worten des Stuttgarter Schuldbekenntnisses von 1945 orientiert. Wenn die Christen wieder \u201emutiger bekennen\u201c, \u201ctreuer beten\u201c, \u201efr\u00f6hlicher glauben\u201c und \u201ebrennender lieben\u201c, dann kann es zur Revitalisierung der Kirchen und zur Erneuerung der Gesellschaft kommen. P\u00fcttmann geht hier allerdings nicht auf die Schuldfrage der heutigen Generation ein, die ja gerade durch den Bezug zum Stuttgarter Schuldbekenntnis aufgeworfen wird. Kann es \u00fcberhaupt zu einer Revitalisierung der Gesellschaft kommen, solange z. B. der millionenfache Kindsmord der letzten Jahrzehnte nicht als S\u00fcnde erkannt und bekannt wird? Erneuerung setzt immer auch geistliche Umkehr (Bu\u00dfe) voraus. Abgesehen von dieser kleinen Erg\u00e4nzung w\u00fcnscht man dem Buch viele Leser und dem deutschen Volk viele Christen, die \u201emutiger bekennen\u201c, \u201etreuer beten\u201c, \u201efr\u00f6hlicher glauben\u201c und \u201ebrennender lieben\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, 09.09.2010<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesellschaft ohne Gott Rezension: Andreas P\u00fcttmann, Gesellschaft ohne Gott-Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands, Gerth Medien, Asslar, 2010, 288 Seiten. Andreas P\u00fcttmann stellt der deutschen Gesellschaft im ersten Teil seines Buches eine schonungslose Diagnose. In Deutschland sei es zu einem regelrechten Zusammenbruch der christlichen Leitkultur gekommen. 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