{"id":5048,"date":"2010-08-24T09:13:10","date_gmt":"2010-08-24T07:13:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5048"},"modified":"2010-08-25T10:07:53","modified_gmt":"2010-08-25T08:07:53","slug":"marschbefehl-in-unbekanntes-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5048","title":{"rendered":"Marschbefehl in unbekanntes Land"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt \u00fcber 1Mose 12,1-9:<br \/>\nMarschbefehl in unbekanntes Land<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2 Und ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. 4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war f\u00fcnfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. 5 So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu reisen. Und sie kamen in das Land, 6 und Abram durchzog das Land bis an die St\u00e4tte bei Sichem, bis zur Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande. 7 Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war. 8 Danach brach er von dort auf ins Gebirge \u00f6stlich der Stadt Bethel und schlug sein Zelt auf, so da\u00df er Bethel im Westen und Ai im Osten hatte, und baute dort dem HERRN einen Altar und rief den Namen des HERRN an. Danach zog Abram weiter ins S\u00fcdland.\u00a0(1Mose 12,1-9)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Anruf und Auftrag<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Heilsgeschichtlicher R\u00fcckblick und Ausblick<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1Mose 12,1-9 ist ein ganz entscheidender Einschnitt im ersten Buch Mose und so auch in der Menschheitsgeschichte. Hier blicken wir zur\u00fcck in Richtung Urgeschichte Gottes mit den Menschen, auf die Sch\u00f6pfung, den S\u00fcndenfall, die Sintflut und den Turmbau zu Babel. Der Blick zur\u00fcck zeigt einerseits die Geschichte einer von Gott abgefallenen Menschheit, andererseits die Geschichte der Gnade und Geduld Gottes mit eben dieser Menschheit. Im Turmbau zu Babel kommt der Hochmut der Menschheit zum Ausdruck, die wie Gott sein und sich selbst einen Namen machen wollte (1Mose 11,4). Aus dieser von Gott abgefallenen V\u00f6lkerwelt erw\u00e4hlte sich Gott nun einen Mann und eine Frau, um mit ihnen eine ganz eigene Geschichte zu beginnen, die zur Heilsgeschichte f\u00fcr die ganze Menschheit werden sollte<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott schweigt nicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd der Herr sprach zu Abram\u201c (12,1). Vor einigen Wochen fuhr ich mit der Bahn an einem Plakat vorbei, auf dem stand: \u201eGott schweigt!\u201c Es war die Werbung f\u00fcr ein Buch mit einer Horrorgeschichte. Tats\u00e4chlich ist das (ewige) Schweigen Gottes eine der schlimmsten Horrorvorstellungen \u00fcberhaupt. Das muss die H\u00f6lle sein! Doch der lebendige Gott schweigt eben gerade nicht. Er wendet sich Abraham zu und spricht zu ihm. Der Gott Abrahams ist ein Gott, der sich offenbaren und dem Menschen durch sein Wort begegnen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die Bibel kennt nicht nur den redenden und sich offenbarenden Gott. Sie spricht auch vom Schweigen Gottes. Das eindringliche Wort des Propheten Amos an Israel gerichtet, sollte auch uns in unserer Zeit zu denken geben: \u201eSiehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde&#8230;einen Hunger nach dem Wort des Herrn, es zu h\u00f6ren&#8230;und sie werden das Wort des Herrn suchen und doch nicht finden (Amos 8,11.12). Solange Gott noch spricht, sollten wir sein Wort suchen, h\u00f6ren und bewahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes sch\u00f6pferisches Wort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Reden Gottes ist ein besonderes Reden: \u201eDenn wenn er spricht, so geschieht es, wenn er gebietet, so steht es da\u201c (Psalm 33,9).<em> <\/em>Wir sehen die sch\u00f6pferische Kraft des Wortes Gottes bereits bei der Erschaffung der Erde: \u201eUnd Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.\u201c (1Mose 1,3). Wenn Gott spricht, dann geschieht Neues. Und so auch hier: Gott spricht zu Abraham, weil er Neues hervorbringen will. In diesen wenigen Worten legt Gott den Grund f\u00fcr die Errettung der Menschheit und f\u00fcr eine Jahrtausende andauernde Heilsgeschichte. Eine Geschichte, die in Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt Christi ihren ersten H\u00f6hepunkt finden wird, um dann in der Neusch\u00f6pfung von Himmel und Erde ihre Vollendung zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes pers\u00f6nliches Wort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd der Herr sprach zu Abram\u201c (1Mose 12,1). Wir lesen in 1Mose 10 von der V\u00f6lkertafel, die die Entstehung der V\u00f6lker aus den S\u00f6hnen Noahs (Sem, Ham und Jafet) nach der Sintflut beschreibt. Aus dem Geschlecht Sems wurde nun in der zehnten Generation ein Mann und seine Frau erw\u00e4hlt und von Gott unmittelbar angesprochen: \u201eUnd der Herr sprach zu Abram\u201c. Aus der Welt der V\u00f6lker wendet sich Gott, der Allm\u00e4chtige nun diesem einen Mann zu. Gott ist nicht nur der souver\u00e4ne und hoch erhabene Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde, sondern er ist zugleich auch der pers\u00f6nliche, liebende und g\u00fctige Vater, der sich dem Einzelnen ganz pers\u00f6nlich zuwendet: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, denn ich habe dich erl\u00f6st; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein\u201c (Jes 43,1). Gott rief Abraham, Isaak und Jakob beim Namen und er ruft auch Dich und mich. Es ist f\u00fcr viele Menschen heute eine schwierige Frage, wie Gott zugleich die Welt und Milliarden von Menschen erhalten und regieren kann und er doch zugleich den Einzelnen nicht \u00fcbersieht, ihn h\u00f6rt, ihm pers\u00f6nlich begegnet und zu ihm spricht. Die Begegnung zwischen Gott und Abraham zeigt: Gott kann es und er tut es auch. Und das gilt auch heute noch, denn Gott ist \u201egestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit\u201c (Hebr 13,8).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes gebietendes Wort <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGeh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.\u201c (1Mose 12,1).<strong> <\/strong>Bereits der Vater Abrahams, Terach, hatte sich mit Abraham und Sara und Lot auf den Weg nach Kanaan gemacht und war von Ur bis nach Haran in Nordmesopotamien gelangt. Gott rief Abraham aus seiner vertrauten Umgebung, aus den vertrauten gesellschaftlichen, kulturellen und religi\u00f6sen Strukturen heraus, um ihn in ein neues Land zu f\u00fchren. Abraham erhielt mit dem Wort Gottes einen klaren Auftrag und zugleich ein unmissverst\u00e4ndliches Gebot: \u201eGeh aus deinem Vaterland\u201c. Gott ist der souver\u00e4ne Gott, der das Recht hat, zu gebieten und zu beauftragen. Und es war wahrlich kein leichter Auftrag, den Gott Abraham erteilte. Er sollte die gesch\u00e4tzten verwandtschaftlichen Beziehungen hinter sich lassen, die lebenswichtigen wirtschaftlichen Kontakte abbrechen und sich von der Religion der V\u00e4ter, ihrer G\u00f6tter und Kultst\u00e4tten trennen. Gottes Wort und Gebot f\u00fchren immer wieder auch zur Trennung und zur Absonderung. Das ist bis heute so. Ein Wissenschaftler wird von der Fachwelt ausgegrenzt und gemieden. Nicht weil er etwa unwissenschaftlich arbeitet, sondern weil er auf der Grundlage des Wortes Gottes glaubt, dass das Universum durch den allm\u00e4chtigen Gott erschaffen wurde. Moslems, die in der Begegnung mit Jesus Christus den Gott Israels als den wahren Gott erkennen und Christen werden, werden von ihrer Familie versto\u00dfen und m\u00fcssen nicht selten ihre gesamte gesellschaftliche Stellung aufgeben oder sogar um ihr Leben f\u00fcrchten.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Ruf in unbekanntes Land<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Abraham sollte nicht nur die mesopotamische Heimat und Verwandtschaft verlassen. Er sollte auch hingehen in ein \u201eLand, das ich dir zeigen will.\u201c W\u00fcrde uns diese Information ausreichen, um alles zu verlassen? W\u00fcrden wir uns nicht vorher absichern und informieren wollen? Vor jeder kleinen Urlaubsreise, will man doch wissen, wohin es geht und was einem begegnet. Man informiert sich umfassend, indem man sich beraten l\u00e4sst, Berichte liest und den Reisef\u00fchrer studiert. Abraham sollte in ein Land ziehen, das er nicht kannte und dessen Einwohner, ihre Kultur, Sprache und Religion ihm fremd waren. W\u00fcrden ihn diese Menschen wohlgesonnen aufnehmen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Gebot und Verhei\u00dfung ist immer auch mit diesem Schritt ins Ungewisse verbunden. Auch wir sind in ein unbekanntes Land gerufen. \u201eWer glaubt, der sieht nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare\u201c<em> <\/em>(2Kor 4,18).<em> <\/em>Wir haben Jesus Christus nie gesehen und doch glauben wir fest und gewiss, dass er au\u00dferhalb der Stadtmauern Jerusalems an ein Kreuz genagelt wurde, um f\u00fcr unsere S\u00fcnden zu bezahlen. Wir haben ihn nicht gesehen und doch glauben wir, dass er von den Toten auferstanden ist. Das ewige Leben und das Himmelsreich Gottes bleiben experimentell unbeweisbar und doch gehen wir vertrauensvoll und zielstrebig genau dorthin. Berichte von Christen, die angeblich in Nahtoderfahrungen schon im Himmel gewesen sein sollen, brauchen wir nicht, um glauben zu k\u00f6nnen. Der Glaube verl\u00e4sst sich allein auf Wort und Zusage Gottes. Luther hat einmal sehr treffend gesagt: \u201eDamit aber der Glaube Raum habe, muss alles was geglaubt wird, verborgen sein.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes feste Zusagen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein siebenfaches Versprechen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verse 1Mose 12,2-3 sind einfach wunderbar. Auf den einen Auftrag Gottes folgt nun eine siebenfache Zusage. So g\u00fctig und gro\u00dfz\u00fcgig ist Gott. Ein Gebot, sieben Zusagen. Hier wird uns vielleicht klar, warum Jesus sagen kann: Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht (Mt 11,30). So ist Gott. Er schenkt uns voll ein (Psalm 23,5) Bei Gott ist die F\u00fclle (Joh 1,17; Kol 1,19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.\u201c (1Mose 12,2-3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine gro\u00dfe Nation (erstes Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen.\u201c<strong> <\/strong>Blicken wir hier zuerst auf das \u201eich will\u201c. Gott will etwas tun. Gott kann es auch und er wird es auch tun. Abraham war zu diesem Zeitpunkt nicht gerade der J\u00fcngste mit immerhin 75 Jahren (1Mose 12,4). Und seine Frau Sara? Sie war unfruchtbar. Nachwuchs war also ausgeschlossen (1Mose 11,30). Paulus wird sp\u00e4ter schreiben: \u201eUnd Abraham wurde nicht schwach im Glauben, als er auf seinen eigenen Leib sah, der schon erstorben war, weil er fast hundertj\u00e4hrig war, und auf den erstorbenen Leib der Sara. Denn er zweifelte nicht an der Verhei\u00dfung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste: Was Gott verhei\u00dft, das kann er auch tun\u201c (R\u00f6 4,19-21). So ist Gott: Da wo nichts mehr zu hoffen ist, wo alle menschlichen M\u00f6glichkeiten zu Ende sind, da will er gro\u00dfe Dinge tun. Das soll auch uns in unserer ganz pers\u00f6nlichen Lebenssituation Mut machen, an Gottes Wort und Zusagen festzuhalten. \u201eWas Gott zusagt, das kann er auch tun.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Gott hat es getan: Im Jahr 2010 wissen wir, dass Millionen von heute lebenden Menschen von diesem einen Ehepaar abstammen. St\u00e4mme, V\u00f6lker und K\u00f6nige sind aus diesen beiden hervorgegangen. Mit seiner viertausendj\u00e4hrigen Geschichte ist Israel eine der \u00e4ltesten Kulturen dieser Erde. Allein Israel kann eine solche ununterbrochene kulturelle Kontinuit\u00e4t und Identit\u00e4t aufweisen. Aus dem Mann Abraham, seiner Frau und seinen Nachkommen wurde ein Millionenvolk, das nach 2000j\u00e4hriger Unterbrechung wieder im verhei\u00dfenen Land lebt. Wirtschaftlich gesehen ist Israel eine der am weitesten entwickelten Volkswirtschaften der Welt. Die Juden sind ein intelligentes Volk, das gro\u00dfe Denker, Wissenschaftler, Literaten und Unternehmer hervorgebracht hat. Israel stellt u. a. die meisten Nobelpreistr\u00e4ger. Die Existenz des Volkes Israel geht allen (heutigen) Leugnungen zum Trotz eben auf diese eine Verhei\u00dfung Gottes zur\u00fcck: \u201eIch will dich zu einem gro\u00dfen Volk machen.\u201c Abraham glaubte: \u201eWas Gott verhei\u00dft, das kann er auch tun.\u201c Wir d\u00fcrfen heute staunend sehen und erkennen, dass Abrahams Glaube nicht entt\u00e4uscht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Abraham wurde gesegnet (zweites Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e&#8230;und will dich segnen.\u201c<strong> <\/strong>Im Segen spricht Gott uns seinen Schutz, seine Gnade und seinen Frieden zu (4Mose 6,24-26). Wir sehen die Wirksamkeit des Segens Gottes und damit die Erf\u00fcllung dieses Segens in mehrfacher Hinsicht: Abraham glaubte und dieser Glaube wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet (1Mose 15,6). Abraham erhielt die Segensgabe der rechtfertigenden Gnade durch den Glauben. Er erlebte die Erf\u00fcllung der Segenszusage Gottes in der Geburt seines Sohnes Isaaks. Er empfing gro\u00dfen irdischen Reichtum als Ausdruck materiellen Segens (1Mose 13,2). Er wurde in schwierigen Situationen bewahrt (1Mose 12,10ff). Er starb im Alter von 175 Jahren und lebenssatt und wurde von seinen S\u00f6hnen begraben (1Mose 25,1ff). Er erreichte als Stammvater des Glaubens das ewige Leben (Lk 16,19ff). Wahrlich ein gesegneter Mann!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein gro\u00dfer Name (drittes Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e..ich will dir einen gro\u00dfen Namen machen.\u201c<strong> <\/strong>Hier besteht ein ganz entscheidender Gegensatz zu den Menschen, die den Turm in Babel bauten: Sie wollten sich selbst einen gro\u00dfen Namen machen (1Mose 11,4). Doch hier war es Gott, der zu Abraham sagte: \u201eIch will dir einen gro\u00dfen Namen machen.\u201c Der babylonische Turm ist heute nicht mehr als ein Sandhaufen irgendwo zwischen Euphrat und Tigris. Dagegen ist der Name Abraham heute Milliarden von Menschen auf dem ganzen Globus ein Begriff. Abraham ist als \u201eVater der Menge\u201c (1Mose 17,5), als der \u201eProphet Gottes\u201c (1Mose 20,7), als \u201eF\u00fcrst Gottes\u201c (1Mose 23,6) und als \u201eFreund Gottes\u201c (2Chr 20,7) bekannt. Dieser Mann, der kein Weltreich erobert hat wie Alexander der Gro\u00dfe, der keine Erfindung gemacht hat wie Carl Benz oder einen Kontinent entdeckt hat wie Kolumbus, ist heute einer der ber\u00fchmtesten M\u00e4nner der Weltgeschichte. Gott h\u00e4lt Wort. \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Du sollst ein Segen sein (viertes Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026du sollst ein Segen sein.\u201c Abraham wurde gesegnet und er wurde zum Segen f\u00fcr Andere. Gott segnet uns und wenn er uns segnet, dann will er uns zugleich f\u00fcr Andere zum Segen setzen. Abraham wurde f\u00fcr Lot zum Segen, denn die F\u00fcrbitte Abrahams wurde zur Grundlage f\u00fcr Rettung Lots aus dem Strafgericht \u00fcber Sodom und Gomorra (1Mose 19,29). Durch die F\u00fcrbitte Abrahams f\u00fcr den kanaan\u00e4ischen K\u00f6nig Abimelech wurden dieser und seine Frau von Unfruchtbarkeit geheilt (1Mose 20,17). Abraham und Sara waren nicht nur f\u00fcr die Menschen damals und das Volk Israel sp\u00e4ter, sondern sie sind bis heute Vorbilder des Glaubens. Abrahams Vertrauen in das Wort Gottes und sein t\u00e4tiger Glaube trotz aller menschlichen Schwachheit sind f\u00fcr uns alle bis heute segensreiches Vorbild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.6\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich werde segnen, die dich segnen (f\u00fcnftes Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026ich werde segnen, die dich segnen.\u201c Ein wichtiges Schutz- und Trostwort angesichts der Herausforderung, in eine v\u00f6llig fremde, vielleicht feindliche Umgebung zu gehen. Als Abimelech sein Land f\u00fcr Abraham \u00f6ffnete und Abraham Sara zur\u00fcckerhielt, entfaltete sich dieser Segen Abrahams auch f\u00fcr Abimelech und seine Familie (1Mose 20,14ff). Wer Abraham und seinen Nachkommen Gutes tut, wird Gutes von Gott empfangen. Das wird hier wunderbar deutlich. Laban sagt in 1Mose 30,27 zu Jakob: \u201eLass mich Gnade finden vor deinen Augen, denn ich sp\u00fcre, dass mich der Herr segnet um deinetwillen.\u201c Und wenn sich heute die Meinungsf\u00fchrer in Politik und Medien immer mehr von Israel distanzieren und gegen Israel Position beziehen, dann ist es umso dringender, dass wir uns im Sinne dieser Verhei\u00dfung segnend und betend dem j\u00fcdischen Volk zuwenden. \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich will verfluchen, die dich verfluchen (sechstes Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026Ich will verfluchen, die dich verfluchen.\u201c<strong> <\/strong>Gott spricht Abraham mit dieser Zusage seinen Schutz zu. Wer kann etwas gegen den Segen Gottes unternehmen und wer will verfluchen, wenn er daf\u00fcr von Gott verflucht wird? Der Pharao mu\u00df die Wirksamkeit dieser Worte sehr schmerzhaft erleben, als er Sara zu sich in den Palast holen l\u00e4sst: \u201eAber der Herr plagte den Pharao und sein Haus mit gro\u00dfen Plagen um Sarais, Abrams Frau willen\u201c (1Mose 12,17).\u00a0 \u00c4gypten sollte es einige Jahrhunderte noch viel drastischer sp\u00fcren, was es hei\u00dft sich gegen die Nachkommen Abrahams zu stellen. Die \u00c4gypter verloren alle Erstgeborenen bis hinein in das Haus des Pharao. \u201eWer Israel antastet, der tastet den Augapfel Gottes an\u201c (Sach 2,12). Dieser Fluch kommt auf den, der sich fluchend am Volk Gottes vergreift. Ein geistlicher Zusammenhang, den auch das deutsche Volk erst bitter durchbuchstabieren musste. Der Iran unter Mahmud Ahmadinedschad sollte diese Lektion der Geschichte Gottes mit den V\u00f6lkern schnellstens lernen und die richtigen Schl\u00fcsse daraus ziehen. Der Versuch, Israel zu vernichten, wird nicht nur scheitern, sondern das schreckliche Gericht Gottes nach sich ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.8\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Segensvermittler f\u00fcr alle V\u00f6lker\u00a0(siebtes Versprechen)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.\u201c Im letzten der sieben Versprechen findet sich das Evangelium f\u00fcr alle V\u00f6lker der Erde. Gott will durch Abraham die verlorene und versprengte V\u00f6lkerwelt sammeln und retten. Wenn 1Mose 3,15 das Samenkorn des Evangeliums ist, dann haben wir hier den Keimling. Hier keimt es auf, hier ist das erste Gr\u00fcn des Evangeliums zu sehen. Ein Segen Gottes wird durch Abraham zu allen V\u00f6lkern der Erde kommen. Gott will das Heil f\u00fcr Israel, aber Gott will durch Israel das Heil f\u00fcr alle Nationen. Sp\u00e4ter wird Jesus der Frau am Jakobsbrunnen sagen: \u201eDas Heil kommt aus den Juden\u201c (Joh 4,22). Und der Prophet Jesaja schreibt: \u201eEs ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die St\u00e4mme Jakobus aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde\u201c<em> <\/em>(Jes 49,6). Der Apostel Paulus schreibt an die Galater: \u201eVerflucht ist jeder, der am Holz h\u00e4ngt, damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verhei\u00dfenen Geist empfingen durch den Glauben\u201c (Gal 3,13.14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Stammbaum Jesu im Matth\u00e4usevangelium f\u00fchrt uns von Abraham durch die Geschichte Israels hindurch hin zu Christus (Mt 1,1-17). Der verhei\u00dfene Messias ist da. Durch ihn wollte Gott das Versprechen an Abraham erf\u00fcllen und durch ihn sollte der Segen Gottes zu den V\u00f6lkern der Erde flie\u00dfen. Doch der Segen kann nicht flie\u00dfen, wo Menschen in S\u00fcnde verstrickt sind und unter dem Gericht Gottes stehen. Deshalb nahm Jesus Christus das Gericht Gottes auf sich. Er bezahlte mit seinem Tod am Kreuz stellvertretend f\u00fcr unsere Schuld (Kol 2,14; 1Petr 1,24). Wenn wir Jesus Christus unsere S\u00fcnden bekennen (1Joh 1,9), werden wir vom Zorn und dem Gericht Gottes befreit und der Segen Gottes an Abraham kann ungehindert in unser und durch unser Leben flie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Abraham als unser Vorbild im Glauben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Leben im vertrauensvollen Gehorsam<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie reagierte Abraham auf den Marschbefehl und die Zusagen Gottes? \u201eDa zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war f\u00fcnfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu reisen. Und sie kamen in das Land, \u00a0und Abram durchzog das Land bis an die St\u00e4tte bei Sichem, bis zur Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande.\u201c Der Glaube beinhaltet drei zentrale Aspekte: 1.) Glaube braucht zuerst und vor allem die feste Zusage Gottes. Das was Gott verhei\u00dft und verspricht, ist der Grund des Glaubens. 2.) Glaube ist da, wo ein Mensch wie Abraham die Zusage Gottes h\u00f6rt, sie f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdig h\u00e4lt, ihr Vertrauen schenkt und sich auf sie verl\u00e4sst. 3.) Aus dieser vertrauensvollen Bejahung der Zusage Gottes, entspringt dann das entsprechende Handeln, das sich am Gebot Gottes orientiert: \u201eDurch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte\u201c (Hebr 11,8).<em> <\/em>Der Glaube ist also die gehorsame Antwort auf die feste Zusage und den Auftrag Gottes. So wollen auch wir uns auf die Zusagen Gottes verlassen und auf diese Zusagen gegr\u00fcndet, den Worten, Ordnungen und Geboten Gottes, wie sie uns in der Heiligen Schrift gesagt sind, gehorsam schenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Leben in Zelten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDa erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war. Danach brach er von dort auf ins Gebirge \u00f6stlich der Stadt Bethel und schlug sein Zelt auf, so da\u00df er Bethel im Westen und Ai im Osten hatte.\u201c Im Hebr\u00e4erbrief lesen wir: <strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDurch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verhei\u00dfenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verhei\u00dfung\u201c (Hebr 11,9).<em> <\/em>Glauben wie Abraham bedeutet auch, dass ich bereit bin, mitten in dieser Welt \u201ein Zelten\u201c zu leben. Mitten in dieser irdisch-sichtbaren Welt richtet sich unser Handeln am g\u00f6ttlichen Gebot aus. Wem schon einmal zu viel Wechselgeld gegeben wurde und er sp\u00e4ter wieder zur\u00fcckkommt, um es zur\u00fcckzubezahlen, der wird an der freudigen und erstaunten Reaktion der Kassiererin ablesen k\u00f6nnen, wie fremdartig ein solches Verhalten sein kann, das sich aus g\u00f6ttlichen Prinzipien speist. Wie fremdartig muss in einer v\u00f6llig auf das Diesseits beschr\u00e4nkten Gesellschaft die Zuversicht derer wirken, die mitten im Sterben zu der Stadt gehen, die einen festen Grund hat und deren Baumeister und Sch\u00f6pfer Gott ist (Hebr 11,10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Leben in Gebet und Anbetung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e&#8230;und baute dort dem HERRN einen Altar und rief den Namen des HERRN an.\u201c Nachdem er im verhei\u00dfenen Land angekommen war und Gott ihm erneut erschienen war, baute Abraham zwischen den St\u00e4dten Bethel und Ai einen Altar, um Gott anzubeten. Hier an diesem Altar brachte Abraham seinen Dank f\u00fcr die Zusagen Gottes zum Ausdruck. Hier betete er den lebendigen Gott an, der ihm begegnet war, der zu ihm gesprochen und der ihn gesegnet hatte. So ist der Weg des Glaubens immer auch ein Weg des Gebets, der Anbetung, des Dankens und der F\u00fcrbitte. So wie Abraham wollen wir Menschen sein, die Gott danken und anbeten daf\u00fcr, dass er nicht schweigt, dass er uns seine guten Gebote gegeben hat, dass er uns die herrlichsten Verhei\u00dfungen zugesagt hat (Mt 7,7; 24,29ff; 28,20; Joh 5,24; 1Petr 5,7; Offb 21,1ff) und daf\u00fcr, dass er diese Verhei\u00dfungen auch erf\u00fcllen kann und erf\u00fcllen wird. \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prediger Johann Hesse, Predigt beim Regionaltreffen des Deutschen Christlichen Techniker Bundes (DCTB e. V.)\u00a0am 27. M\u00e4rz 2010 in Bruchk\u00f6bel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber 1Mose 12,1-9: Marschbefehl in unbekanntes Land Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2 Und ich will dich zum gro\u00dfen Volk machen und will dich segnen und dir einen gro\u00dfen Namen machen, und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5048"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5048"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5048\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5076,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5048\/revisions\/5076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}