{"id":496,"date":"2009-07-15T22:37:00","date_gmt":"2009-07-15T20:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=496"},"modified":"2009-09-01T12:37:03","modified_gmt":"2009-09-01T10:37:03","slug":"geschlechtergerechtigkeit-eine-protestantische-erleuchtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=496","title":{"rendered":"Geschlechtergerechtigkeit &#8211; eine protestantische Erleuchtung? Teil I"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geschlechtergerechtigkeit \u2013 eine protestantische Erleuchtung?<br \/>\nGeistiger Verfall durch Gender-Mainstreaming &#8211; Teil I<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSeit 30 Jahren leide ich unter dem Feminismus\u201c, bekannte der Autor und Journalist Hajo Schumacher in der ARD-Talkshow \u201eAnne Will\u201c vom 15.03.2009, in welcher es um Erkl\u00e4rungen f\u00fcr eines der schlimmsten Verbrechen der Nachkriegszeit in Deutschland, n\u00e4mlich den Amoklauf des Sch\u00fclers Tim Kretschmer mit 16 Toten ging. Um den schwer nachvollziehbaren Massenmord ein wenig zu erhellen, verwies dieser Medienvertreter darauf, dass es den Jungen an der notwendigen Anerkennung fehle, nachdem die M\u00e4dchen \u00fcberall besser seien. <!--more-->Auff\u00e4llig ist, dass der T\u00e4ter in seiner ehemaligen Realschule von Winnenden drei Lehrerinnen und neun Sch\u00fclerinnen get\u00f6tet hatte (\u201eDer Spiegel\u201c 12\/2009 S. 31, 32). Diese Deutung ist sehr gewagt und findet keinen Konsens in einer Gesellschaft, in welcher sich die Eliten f\u00fcr die Gerechtigkeit gegen\u00fcber Frauen einsetzen. Auf keinen Fall sollen Zusammenh\u00e4nge zwischen den Frauenbewegungen und den Amokl\u00e4ufen unterstellt werden. Allerdings stimmt diese eigenartige Konstellation nachdenklich: Erziehungswissenschaftler beanstanden, dass sich in der Schule eine antim\u00e4nnliche P\u00e4dagogik breit macht, die Jungen gehindert werden, ihre m\u00e4nnliche K\u00f6rperlichkeit auszuprobieren. Wenn das Engagement f\u00fcr benachteiligte m\u00e4nnliche Jugendliche gar als sexistisch eingeordnet wird, dann deutet das eine gro\u00dfe ungel\u00f6ste Problematik an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fraktion der FDP brandmarkte am 13.01.2009 in der bremischen B\u00fcrgerschaft, nach der ersten Pisa-Studie seien die Jungen weiterhin die Verlierer des Bildungssystems, und fordert ein Umdenken in der Geschlechterpolitik. Das zeigt: Die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit ist gar nicht so einfach zu beantworten. Auszugehen ist von Artikel 3 Abs. 2 des Grundgesetzes: \u201eM\u00e4nner und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat f\u00f6rdert die tats\u00e4chliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin\u201c. Unsere Verfassung geht davon aus, dass Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln sei. Das hat zur Konsequenz, dass nach den bisherigen Feststellungen eigentlich die m\u00e4nnlichen Mitb\u00fcrger zwecks Kompensation der Defizite eher bevorzugt werden m\u00fcssten. Die Bundesrepublik Deutschland, die Europ\u00e4ische Union und die protestantische Kirche haben sich jedoch anders entschieden, n\u00e4mlich f\u00fcr eine Privilegierung der Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs gibt keine guten V\u00e4ter, das ist die Regel; die Schuld daran soll man nicht den Menschen geben, sondern dem Band der Vaterschaft, das faul ist. &#8230; H\u00e4tte mein Vater weiter gelebt, er h\u00e4tte mich mit seiner ganzen L\u00e4nge \u00fcberragt und dabei erdr\u00fcckt. Gl\u00fccklicherweise starb er sehr fr\u00fch\u2026\u201c (Jean Paul Sartre). Dieser Schriftsteller hat als 68er Leitfigur einen Beitrag dazu geleistet, dass M\u00e4nner zunehmend diskriminiert werden. Gro\u00dfen Anteil hatte seine Partnerin Simone de Beauvoir mit ihrem ber\u00fchmt\/ber\u00fcchtigten Satz, man werde nicht zur Frau geboren, sondern zur Frau gemacht. Dabei hat sie, wenn auch nicht allein, die Weichen f\u00fcr eine Ideologie gestellt, n\u00e4mlich entgegen den wissenschaftlichen, insbesondere biologischen Erkenntnissen, f\u00fcr die Geschlechtsneutralit\u00e4t von M\u00e4nnern und Frauen: Gender Mainstreaming = GM.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grundgedanke ist durchaus nachvollziehbar: Es m\u00fcsse ein Weg gefunden werden, um die Vorherrschaft des Mannes zu beseitigen. Die biologischen Unterschiede einzuebnen, schien den Aktivisten als zu wenig Erfolg versprechend. Das Vorgehen sollte auch nicht zu plump sein, am besten w\u00fcrde sich eine Methode eignen, welche einerseits ein Schlagwort beinhaltet wie \u201esoziale Gerechtigkeit\u201c, die eine umfassende Zustimmung in der Bev\u00f6lkerung findet. Andererseits sollte die Begrifflichkeit m\u00f6glichst verschwommen sein, um den Eindruck des Geheimnisvollen zu erwecken und m\u00f6gliche Kritik gar nicht aufkommen zu lassen. Aus der englischen Sprache \u00fcbernahm man den Begriff \u201eGender\u201c, der \u00fcber die Vokabel \u201eSex\u201c (biologisches Geschlecht) hinaus die Voraussetzungen erf\u00fcllte. Darin konnte das letztlich feministische Gedankengut \u2013 in einer bereits z. T. feminisierten Gesellschaft \u2013 versteckt werden. Eine Basis war f\u00fcr die Abschaffung der Vorherrschaft des Mannes gefunden \u2013 mit dessen Abtauchen im \u201eHauptstrom\u201c der zeitgeistigen Geschlechterschau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der 68er Studentenrevolution konnte ein Klima geschaffen werden, das f\u00fcr Neuigkeiten offen war; wenn dadurch \u00dcberkommenes in Frage gestellt werden konnte, dann w\u00fcrde man ein leichtes Spiel haben. Die Nordelbische Kirchenzeitung schreibt dazu: \u201eJa, da gab es noch diesen tiefen messianischen Impuls, dass etwas ganz neu entstehen m\u00fcsste\u2026\u201c (5\/2008). Vielen Meinungsmachern war ohnehin ein Dorn im Auge, dass z. B. die christlich-abendl\u00e4ndische Kultur an der ehelichen Treue festhielt, homosexuelle Partnerschaften nicht f\u00f6rderte oder die von der Verfassung gebotene Gleichstellung von Frau und Mann nicht maximal in die Praxis umsetzt. Damit gab es eine moralische Rechtfertigung, auf Ideologien zur\u00fcckzugreifen, welche die unterschiedliche Behandlung zwischen M\u00e4nnern und Frauen in der Gesellschaft, ob in Politik, Wirtschaft oder Kirchen, drastisch einschr\u00e4nken w\u00fcrden. F\u00fcr manche Intellektuelle, die das Scheitern des Kommunismus in Osteuropa noch nicht \u00fcberwunden hatten, bot sich die Gelegenheit, eigene Grundauffassungen nunmehr in alternativer Weise in die Praxis umzusetzen. Die L\u00f6sung bot eine Kombination zwischen philosophischen \u2013 insbesondere marxistischen \u2013 und soziologischen Erkenntnissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Lehre des GM ziemlich anstrengend und unattraktiv ist, hat es auch keine \u00f6ffentliche Diskussion gegeben. Zwar sind Politiker und Kirchen sehr aktiv. So bestehen mehr als 100 Lehrst\u00fchle an deutschen Hochschulen, um sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Der Verfasser hatte in der Kieler Universit\u00e4tsbibliothek mehr als 300 B\u00fccher gefunden und war dar\u00fcber in der Tat h\u00f6chst \u00fcberrascht. Ihn ersch\u00fcttert aber sehr, dass die &#8211; undemokratisch handelnde \u2013 Europ\u00e4ische Union von den Mitgliedsstaaten fordert, Gender-Mainstreaming zur Leitlinie ihres politischen Handelns zu \u00fcbernehmen. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte bereits \u00fcber Geschlechtergerechtigkeit nachgedacht, etwa im Zusammenhang mit dem Studienprogramm des \u00d6kumenischen Rats ab 1974 oder im \u201eSheffield-Report\u201c aus dem Jahr 1995. Ein vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt war die 7. Synode vom 05. \u2013 10.11.1989 in Bad Krozingen. Dort kam es zu einem Beschluss, dem die Synodalen \u00fcberwiegend zugestimmt hatten, nachdem sie durch den gleichzeitigen historischen Fall der Mauer von kritischen Erw\u00e4gungen abgelenkt worden waren. Zwar hei\u00dft es in dem Text, dass M\u00e4nner und Frauen mit verschiedenen, sich erg\u00e4nzenden Gaben beschenkt seien, aber die patriarchalisch gepr\u00e4gte Kultur in erheblicher Weise ver\u00e4ndert werden m\u00fcsse. Dabei seien alternative Lebensformen \u2013 im Gegensatz zur traditionellen Familie \u2013 ernst zu nehmen, letztlich zu f\u00f6rdern. Im Zentrum standen die Forderungen, Frauen gegen\u00fcber Gerechtigkeit walten zu lassen, dabei die Perspektiven der feministischen Theologie in den Vordergrund zu r\u00fccken. Die frauengerechte Sprache sei unverzichtbar, weshalb es in dem Beschluss auch \u201eChristinnen und Christen\u201c hei\u00dfen musste. Als H\u00f6hepunkt ist die Formulierung anzusehen, \u201edass Frauen f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit beg\u00fcnstigt werden, bis das zugunsten der M\u00e4nner noch bestehende Ungleichgewicht beseitigt und eine neue, gerechte Balance im Verh\u00e4ltnis der Geschlechter zueinander gefunden ist\u201c. Forschen sollten vor allem \u201eWissenschaftlerinnen\u201c, sich dabei \u201ein den Zusammenhang der Befreiungstheologien und der zweiten Frauenbewegung\u201c stellen. Kirchliche Einrichtungen h\u00e4tten der feministischen Denkweise einen angemessenen Platz zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Postulate wurden im Bereich der EKD in vielf\u00e4ltiger Weise erf\u00fcllt, z. T. kam es auch zu \u00dcberzeichnungen, ja im Sinne einer Unterwerfung unter das GM-Programm. Denken und Handeln danach erf\u00fcllen kaum die Mindestvoraussetzungen unserer abendl\u00e4ndischen Kultur, was besonders der Heidelberger Professor Hermann Schneider in der Zeitschrift \u201ePro Conscientia\u201c (Infobrief 17 vom 09.11.2007) deutlich gemacht hat. Im Folgenden werden die damit verbundenen Probleme aufgezeigt, n\u00e4mlich Unwissenschaftlichkeit, Irrationalit\u00e4t, Widernat\u00fcrlichkeit, Verfassungswidrigkeit, Ehediskriminierung, Demokratiefeindlichkeit, Sprachverwirrung, Steuergelderverschwendung, Bibelwidrigkeit und Bildungsarmut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Unwissenschaftlichkeit der Gender Mainstreaming-Perspektive<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schriftsteller Hans-Christoph Buch, bekannt durch seine Essays \u201eStandort Bananenrepublik\u201c macht sich lustig \u00fcber die angeblich aufgekl\u00e4rte Gesellschaft: \u201eWer sich dem modischen Trend verweigert und auf einer traditionellen Geschlechterrolle beharrt, der oder die gilt als r\u00fcckst\u00e4ndig, reaktion\u00e4r und langweilig\u201c. Nach seiner Ansicht beherrscht heute weitgehend die Weltanschauung der \u201ePolitical Correctness\u201c die Wahrnehmung der Geschlechterunterscheidung und das daraus abgeleitete Rollenverst\u00e4ndnis. \u201eSo kommt das groteske Resultat zustande, dass sexuelle Perversionen als normal gelten, w\u00e4hrend die Verteidigung von Ehe und Familie im Sinne eines christlichen Menschenbilds als gef\u00e4hrlicher Extremismus erscheint\u201c. In der Tat gelten heute Gedanken wie Heiligkeit und S\u00fcnde als Provokation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnert wird man an den Anfang des 21sten Jahrhunderts verstorbenen franz\u00f6sischen Philosophen Jacques Derrida, den \u201eErfinder\u201c der Dekonstruktion. Nach seiner Ansicht beruht jeder neue Diskurs auf der Aussparung als st\u00f6rend empfundener Elemente. Das k\u00f6nnen wohl am besten Bauleute verstehen, die H\u00e4user konstruieren. Die Dekonstruktion, also die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung des Gestalteten, ist ein relativ neuer Begriff. Die Brockhaus-Enzyklop\u00e4die aus den 70er Jahren kennt ihn noch nicht einmal. Im Kontext mit der Gender-Perspektive soll all das, was gesellschaftlich erstellt worden ist, wieder in den alten Zustand zur\u00fcckversetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gender-Ideologie ist, wie so viele Zeitgeisterzeugnisse, letztlich das Produkt verschiedener Ismen. F\u00fchrend ist der Feminismus, der, so merkw\u00fcrdig es klingen mag, direkt oder indirekt Anleihen bei den Gro\u00dfideologien des 20sten Jahrhunderts, Realsozialismus und Nationalsozialismus gemacht hat. Zur Vervollkommnung haben in erheblicher Weise die Hauptdarsteller der 68er Kulturrevolution beigetragen. Der Soziologe Herbert Markuse forderte die \u201etotale Negation der christlich-j\u00fcdischen Moral\u201c (Der Spiegel, 30\/1967). Es kam \u2013 positiv gesprochen \u2013 zu einem Aufbruch, der \u201eMuff unter den Talaren\u201c wurde gewiss beseitigt. Leider \u00fcberwiegen die Negativa wie Rechtsbr\u00fcche, Sprach- und Bewusstseins\u00e4nderungen, vor allem \u2013 in diesem Kontext \u2013 Partizipation, Emanzipation und Betroffensein. Das f\u00fcr den Juristen Unglaubliche ist die faktische Beweislastumkehr, die die Protagonisten veranlasst haben: Vor 1968 war Ver\u00e4nderung begr\u00fcndungspflichtig \u2013 danach das Festhalten an Traditionen. Es war hohes Kulturgut, dass ethische Grunds\u00e4tze, die als jahrhundertelang bew\u00e4hrt angesehen wurden, bestandskr\u00e4ftig waren; kam irgendjemand auf die Idee, etwas abzu\u00e4ndern, dann musste er den Nachweis f\u00fchren, dass das Novum besser und effizienter sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Philosoph Robert Spaemann hat aufgrund seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse das Bibelwort best\u00e4tigt: \u201e\u2026. und geschieht nichts Neues unter der Sonne\u201c (Prediger Salomo Kap. 1 Vers 9). Die Erfahrung zeigt, dass im ethischen Bereich neue Ideen nur ausnahmsweise Positives und Konstruktives bieten. Das gilt erst recht f\u00fcr Vereinseitigungen und \u00dcberzeichnungen, wodurch gerade die Ismen gepr\u00e4gt sind. Der historische Feminismus des 19ten Jahrhunderts setzte die Betonung auf Gleichheit und Gleichberechtigung. Das l\u00e4sst sich noch gut nachvollziehen. Marxistische und sozialistische Ans\u00e4tze sind zweifellos vorhanden, gerade weil die Differenzen zwischen M\u00e4nnern und Frauen in ein Verh\u00e4ltnis zu Klassenstrukturen gesetzt wurden. Marx war selbst relativ zur\u00fcckhaltend, soweit es Fragen des Geschlechts betrifft. Engels interessierte sich allerdings f\u00fcr die Analyse der Unterdr\u00fcckung von Frauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gedanke, dass der Unterschied zwischen Frau und Mann konstruiert sei, wirkt schon recht k\u00fchn. Damit ist das Gegensatzpaar aufgel\u00f6st, der K\u00f6rper selbst steht zur Disposition. \u201eDer post-moderne Verlust der Grenzen zwischen innen und au\u00dfen, belebt und unbelebt, m\u00e4nnlich und weiblich, Geist und K\u00f6rper kulminiert im Verlust der Grenze zwischen K\u00f6rperrepr\u00e4sentation und K\u00f6rperwirklichkeit. Die Lust am Fragmentarischen, Heterogenen zerst\u00f6rte zwar die Zwangsjacke der Moderne, aber \u00f6ffnete zugleich das Tor zu einer nihilistischen Desintegration. Menschliche K\u00f6rper fungieren als blo\u00dfe Kunstobjekte\u201c (Philip J. Sampson, \u201eDie Repr\u00e4sentationen des K\u00f6rpers\u201c in \u201eKunstforum International\u201c Bd. 132, Ruppichteroth 1996 S. 101). Damit wird die bisherige Polarit\u00e4t zwischen Mann und Frau in Frage gestellt, die biologische Komponente \u201eSex\u201c wird auf die kulturelle Rolle \u201eGender\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt. Im Witz wird dies illustriert: \u201eEin Kind wird geboren; endlich erreicht die Oma den Vater am Telefon mit der Frage: ,Ist es denn ein Bub oder ein M\u00e4dchen?&#8216; Darauf er stolz: ,Das lassen wir es sp\u00e4ter selber mal entscheiden&#8217;\u201c (so die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz, \u201eErziehung zur Frau, Erziehung zum Mann. Anregungen aus der Philosophie\u201c, Festvortrag zum Bundeskongress der KED vom 09.03.2008). Diese Zuspitzung der Geschlechterfrage widerspricht unserem gesamten Erfahrungswissen. Die Ergebnisse der Forschung belegen nachdr\u00fccklich, dass Mann und Frau in ihrem Denken, F\u00fchlen und Handeln durch ihr Geschlecht wesentlich mitbestimmt sind. Gerade die Humanethnologie und Kommunikationsforschung k\u00f6nnen dies in aller Deutlichkeit beweisen. Unterst\u00fctzt werden diese Erkenntnisse durch die neuesten Daten der Neurobiologie und Entwicklungspsychologie (so der Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. Christian Spaemann, Salzkorn, 2\/2008 S. 64 ff).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Spannung vom Wir zum Ich ist in den gro\u00dfen Ideologien zugunsten eines allm\u00e4chtigen Wir, einer Partei, einer Klasse oder einer Rasse aufgel\u00f6st worden. Die Absolutsetzung des Wir im Sozialismus und seiner Spielart, dem Nationalsozialismus, brachte jene gesichtslose, h\u00f6rige Masse zum Vorschein, in welcher das Individuum und sein freies Gewissen Tods\u00fcnde waren. Die Gesellschaft selbst schuf und befriedete nun den Menschen\u201c (Gerl-Falkowitz, a.o.St.). Damit erschuf die Gesellschaft selbst den Menschen. Erinnert wird man an den Ausspruch des Philosophen Ernst Bloch: \u201eWir erstrebten die Befreiung der Frau und erhielten die neutrale Arbeitsbiene\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aggressivste feministische Strategin Judith Butler meint pointiert, das soziale Geschlecht und der K\u00f6rper seien diskursiv hervorgebracht, also sozial konstruiert. Im Rahmen historisch gewachsener Sprache seien Bezeichnungen herausgebildet worden, welche aufgrund st\u00e4ndiger Wiederholungen den Charakter des Unhinterfragbaren und Nat\u00fcrlichen gewinnen w\u00fcrden. Es sei folglich nur eine Art Gew\u00f6hnung, dass wir unseren K\u00f6rper und seine Anatomie aus einer zweigeschlechtlichen Perspektive als m\u00e4nnlich oder weiblich zu bezeichnen (\u201eVariationen zum Thema Sex und Geschlecht\u201c, Beauvoir, Wittich und Foucault, in Nunner-Winkler \u201eWeibliche Moral\u201c, M\u00fcnchen 1991 S. 64). Eine wirkliche Begr\u00fcndung liefert die Feministin nicht. Frau Butler geh\u00f6rt zur F\u00fchrungsspitze von IGLHR (International Gay and Lesbian Human Rights Commission), einer internationalen Homosexuellenorgansisation. Sie war aktiv in der Vorbereitung f\u00fcr die vierte Weltfrauenkonferenz in Peking beteiligt, also einer entscheidenden Quelle von GM. Deren Ziel war die \u201eDekonstruktion\u201c, d. h. die Aufl\u00f6sung von Mann- und Frausein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese neuen Ideen w\u00e4ren nicht denkbar ohne die Entwicklung der Sozialwissenschaften, die unter dem Begriff der \u201eSozialisation\u201c den grunds\u00e4tzlichen Aspekt der Vergesellschaftlichung der Individuen thematisieren und damit ein neues Weltbild begr\u00fcnden (Holger Brandes, \u201eDer m\u00e4nnliche Habitus\u201c Bd. 2, Obladen 2002 S. 55). Das Problem ist bei diesen Begr\u00fcndungsversuchen, dass es an einer echten Argumentation mangelt. In der Vielzahl von B\u00fcchern \u00fcber die Gender-Sichtweise sind es regelm\u00e4\u00dfig mehr oder weniger Empfindungen, die zu den neu erscheinenden Schlussfolgerungen hinleiten. Dabei sind es nicht nur Klischees, wenn die Alten zwischen M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit differenzieren und dabei M\u00e4nnern Eigenschaften zuweisen wie Abgrenzungsf\u00e4higkeit, Rationalit\u00e4t oder technische Begabung, w\u00e4hrend Frauen als bindungsf\u00e4higer, f\u00fcrsorglicher und f\u00e4higer charakterisiert werden, mit kleinen Kindern umzugehen. Ein Blick in die Tierwelt best\u00e4tigt: Jungen von Rhesus-Affen spielen lieber mit Autos als mit Pl\u00fcschpuppen, was aus einer Studie US-amerikanischer Forscher hervorgeht, n\u00e4mlich mit der Folgerung, dass eine Neigung f\u00fcr bestimmte T\u00e4tigkeiten angeboren ist. Es fragt sich, weshalb sich die EU, Bundesregierung und manche Landeskirchen den wissenschaftlichen Erkenntnissen verschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun m\u00f6chte man gern den Regierungsstellen zugute halten, dass sie es gut meinen. Das wird man auch teilweise anerkennen m\u00fcssen, da gerade den Frauen bis in die 90er Jahre hinein deutlich erkennbares Unrecht angetan worden ist. Die Ungleichheit ist auch heute noch nicht restlos beseitigt, wenn man etwa an Gehaltsunterschiede bei gleicher T\u00e4tigkeit von Mann und Frau denkt. Das rechtfertigt aber nicht den Verzicht auf Wissenschaftlichkeit. Der Jurist denkt an einen der wichtigsten Leits\u00e4tze im Strafrecht, n\u00e4mlich \u201ein dubio pro reo\u201c. Im Zweifel muss also vom traditionellen Geschlechterbegriff ausgegangen werden. Dieser wird \u201eangeklagt\u201c, jedoch nicht \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Vern\u00fcnftige biologische Geschlechterunterscheidung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Soziologen \u2013 welche stark bei der GM-Verbreitung mitgewirkt haben \u2013 tun sich mit ihrem Vorpreschen keinen Gefallen. Ernst zu nehmende Wissenschaftler kommen nicht umhin, die uralten Zweifel an den Erkenntnissen dieses Forschungszweigs zu manifestieren. Es ist in der Tat nicht viel, was die Sozialwissenschaften bieten. Das gilt besonders f\u00fcr ihre \u201eLeistungen\u201c in dem Bereich GM. Der ber\u00fchmte Soziologe und Philosoph J\u00fcrgen Habermas spottete auch \u00fcber die Disziplin und bezeichnete sie als Ideologie: \u201cWas diese Erkenntnisse der Welt gebracht haben, wissen wir nicht. Was sie den Soziologen n\u00fctzen, dagegen schon: wenig. Noch immer sind Gesellschaftskundler und Gesellschaftskundlerinnen der \u00d6ffentlichkeit verd\u00e4chtig: als revolution\u00e4re U-Boote, als Theoriebesoffene, als feministische Blaustr\u00fcmpfe\u201c. In Bezug auf GM haben die Sozialwissenschaftler die vern\u00fcnftigen biologischen Vorstellungen durch ihre sozial gef\u00e4rbten ersetzt. Dabei hatten sie urspr\u00fcnglich das Geschlecht als etwas behandelt, das der sozialen Praxis entzogen und nat\u00fcrlichen Gegebenheiten zugeordnet wurde. Die Zweigeschlechtlichkeit stand damals noch fest. Erst die feministische Theoriedebatte hat langsam das Bewusstsein entstehen lassen, dass das Geschlecht selbst gesellschaftlich produziert sei. Ausgangspunkt feministischer Forschung ist die Unterscheidung zweier Geschlechtsdimensionen: \u201eSex\u201c und \u201eGender\u201c. Dabei wird das Geschlecht nicht mehr als biologische Konstante, sondern als kulturelles Produkt einer historisch-spezifischen Gesellschaftsform betrachtet (Evelyn Tegeler, \u201eFrauenfragen sind M\u00e4nnerfragen\u201c, Obladen 2003 S. 43).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist dem Verfasser, dass die Kirche sich nicht von diesem Geist einlullen l\u00e4sst. Der Sozialwissenschaftler Georg Kamphausen spricht von der Babylonischen Gefangenschaft vieler gegenw\u00e4rtiger, theologisch reflektierter Glaubensweisen im Zuchthaus der Sozialwissenschaften. Gerade die emanzipatorische Rhetorik der Sozialwissenschaften muss als s\u00e4kulares Pendant zu einer fr\u00fcheren Glaubensgewissheit gesehen werden. Dahinter steht eine Anthropologie, die am Ende weder verifiziert noch falsifiziert werden kann, sondern geglaubt werden muss. Dazu geh\u00f6rt auch das Dogma des \u201eguten Menschen\u201c, das in modifizierter Form in die Praxis und Ethik der Kirche eingedrungen ist. Bei Ablehnung des biblischen S\u00fcndenverst\u00e4ndnisses und bei der Liberalisierung der Sexualit\u00e4t wird in der Kirche humanwissenschaftlichen Methoden zu viel Raum gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist eine Umkehr vonn\u00f6ten. Die Soziologie soll wieder den Platz bekommen, der ihr geb\u00fchrt. Sie hat den Begriff der \u201eRolle\u201c entwickelt. Schlimm wird es, wenn sich der Mensch in die verschiedenen Rollen fl\u00fcchtet, um akzeptiert zu werden. Die Endstation w\u00e4re der seelenlose Funktion\u00e4r oder der \u201eMann ohne Eigenschaften\u201c, wie es Robert Musil in seinem Roman karikiert &#8211; dem vielleicht bedeutendsten zeitkritischen literarischen Werk des vergangenen Jahrhunderts. Der \u201eHeld\u201c gibt sich als ein M\u00f6glichkeitsmensch, der nicht den gegebenen Tatsachen, sondern der m\u00f6glichen Wirklichkeit lebt. Der Theologieprofessor Kroeger kritisiert die kirchlichen Mitarbeiter, die der Soziologie als Ersatztheologie fr\u00f6nen, sie sollten sich mehr auf die wirkliche Gotteslehre zu konzentrieren. Dass letztlich auf den Marxismus zur\u00fcckzuf\u00fchrende Ideen wie die \u201eKritische Theorie\u201c (Frankfurter Schule) zum Verh\u00e4ltnis zwischen Frauen und M\u00e4nnern wirklich Konstruktives geliefert haben, ist zumindest h\u00f6chst umstritten. Dass der Feminismus zumindest teilweise darin seine Wurzeln findet, indiziert die Unwissenschaftlichkeit, n\u00e4mlich den ideologischen Charakter. Erinnert wird man an das Buch des aggressiven Religionskritikers Dawkins \u201eGotteswahn\u201c, der sich ganz bewusst in Bezug auf seine glaubenskritischen Feststellungen auf den Feminismus beruft und diesem bescheinigt, er habe sein Bewusstsein erweitert. Das l\u00e4sst Gedanken aufkommen an die Folgen der Einnahme von Drogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt keinen vern\u00fcnftigen Grund, alte Erkenntnisse f\u00fcr das Mann- bzw. Frausein \u00fcber den Haufen zu werfen. Frauen verwenden durchschnittlich\u00a0 20 000 W\u00f6rter am Tag, M\u00e4nner schaffen dagegen gerade einmal die H\u00e4lfte. Schon im Mutterleib bewegen m\u00e4nnliche Embryonen ihre Kiefer 30 % weniger als weibliche. Nun war es f\u00fcr die fr\u00fchzeitlichen M\u00e4nner w\u00e4hrend der Jagd unvorteilhaft, viele Worte zu machen, wenn sie sich an die Beute heranschlichen. Im M\u00e4nnergehirn wird die Wirkung des Bindungs- und Kommunikationshormons Oxytocin vom \u201eDraufg\u00e4ngerhormon\u201c Testosteron eingeschr\u00e4nkt. \u201eDer Mann stellt sich lieber dem B\u00e4ren in den Weg, um die Frau zu sch\u00fctzen, als mit ihr \u00fcber Beziehungsprobleme zu reden\u201c (\u201eMann + Christ\u201c, 1\/2006). Es ist schon merkw\u00fcrdig: W\u00e4hrend wir heute die Selbst\u00fcberhebung des Menschen \u00fcber die ihm vorgegebene Welt in \u00d6kologie und Politik kritisch hinterfragen, propagieren Gender-Philosophen in geradezu fantastischen, intellektualistischen Purzelb\u00e4umen den Triumph der abstrakten Vernunft \u00fcber die Natur. M\u00fcssen wir erst noch kr\u00e4ftig auf die Nase fallen, um uns auf eine neue, dem\u00fctigere Haltung gegen\u00fcber der Natur \u2013 unserer Natur \u2013 zu besinnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun steht fest, dass \u2013 rein biologisch \u2013Frauen durchschnittlich sieben Jahre l\u00e4nger als M\u00e4nner leben. Das wird auch nicht von den Gender-Propagandisten geleugnet. Die Biologie spielt insoweit doch noch eine Rolle. Der naturwissenschaftliche Blick sollte allerdings wirklich bestimmend bleiben. Menschen nehmen einander unwillk\u00fcrlich zuerst als weiblich oder m\u00e4nnlich wahr. Bei der \u00fcblichen Art, Begr\u00fcndungen f\u00fcr die neue Lehre zu finden, wird deutlich die Hilflosigkeit, wirkliche Argumente zu finden. Es gen\u00fcgt einfach nicht, wenn das biologische Geschlecht nur noch durch Anatomie, Morphologie, Physiologie und Hormone benannt wird, um sich dann dem Problem der festgeschriebenen gesellschaftlichen Machtverh\u00e4ltnisse voll zu widmen. Die Beschr\u00e4nkung auf das \u201esoziale Geschlecht\u201c erinnert an einen Lieblingsausspruch des Literaturkritikers Marcel Reich Ranicki: \u201eDas ist nicht intelligent\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Widernat\u00fcrlichkeit der Gender-Ideologie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unnat\u00fcrlichkeit dr\u00e4ngt sich bereits beim ersten Blick auf: Schon \u00e4u\u00dferlich sind die Unterschiede zwischen Mann und Frau erkennbar. Aber auch bei n\u00e4herer Betrachtung wird deutlich, dass ein Verwischen der Unterschiede unzul\u00e4ssig ist. F\u00fcr Denker von Weltformat, wie f\u00fcr den Begr\u00fcnder der Psychoanalyse Sigmund Freud, war es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass die Geschlechteridentit\u00e4t fest in der Biologie verwurzelt ist. \u00dcberhaupt wird diese Differenzierung in den Weltkulturen vorgenommen, gerade M\u00e4nnlichkeit schlie\u00dft einen gewissen Abstand von der Weiblichkeit zwangsl\u00e4ufig ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufschlussreich sind die Erw\u00e4gungen zu der Tatsache, dass M\u00e4nner in Kriminalstatistiken bei Gewalttaten deutlich vor den Frauen liegen. Aus feministischer Sicht hat dies nichts mit der Natur des Menschen zu tun. Man geht eben nicht davon aus, dass M\u00e4nner generell aggressiver sind als Frauen. Gewiss k\u00f6nnen, wie die Erfahrungen aus den KZs lehren, Frauen jede Grausamkeit und kaltbl\u00fctige Aggression an den Tag legen, die sich die Menschheit bisher hat einfallen lassen. Erkl\u00e4rt wird dies mit sozialen Macht- und Statusunterschieden (Holger Brandes, a.o.St. Bd. 1 S. 62). Hier sp\u00fcrt man besonders, wie wenig fundiert die neuen Theorien sind. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass letztlich ein diffuser Freiheitsdrang zu den feministischen \u2013 im Gegensatz zu den femininen \u2013 Ideen f\u00fchrt. Wenn die Geschlechtszuordnung unabh\u00e4ngig von der Anatomie erfolgt, k\u00f6nnen M\u00e4nner und Frauen quasi ihr Geschlecht w\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade was die Homosexuellen betrifft, so wird der Gedanke der Nat\u00fcrlichkeit ber\u00fchrt. Es gibt kaum Kulturen, die gleichgeschlechtliche Beziehungen voll akzeptieren. Auch die christlich-abendl\u00e4ndische Kultur ist kritisch. Der gro\u00dfe christliche Denker, n\u00e4mlich der Apostel Paulus, qualifiziert im ersten Kapitel des R\u00f6merbriefs homosexuelle Handlungen als \u201eVerlassen des nat\u00fcrlichen Brauchs\u201c (R\u00f6mer 1, 26 u. 27). Die Aufl\u00f6sung der Kultur in diesem Bereich seit einigen Jahrzehnten hat zu Umw\u00e4lzungen bis in die Gesetzgebung hinein gef\u00fchrt. So sind auf homosexuelle und feministische Intervention diverse EU-Richtlinien entstanden, die Privilegierungen gleichgeschlechtlich Empfindender von den Mitgliedsstaaten fordern, etwa das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (Antidiskriminierungsgesetz). Es handelt sich hier um ein klassisches Beispiel f\u00fcr die Verweichlichung der gesamten Gesellschaft durch die Gender-Ideologie. Der Verfasser hat sich dar\u00fcber vertiefte Gedanken in seinem Buch \u201eHilfe, wir werden diskriminiert!\u201c (Schleswig 2006) gemacht und erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des Gender-Denkens ge\u00e4u\u00dfert (S. 75 ff). Nat\u00fcrlich besteht keinerlei Berechtigung, andere Menschen zu diskriminieren. Dass aber Homosexuelle gar mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz privilegiert werden m\u00fcssen, l\u00e4sst sich argumentativ nicht rechtfertigen. Im Kontext mit der Widernat\u00fcrlichkeit muss jetzt intensiver \u00fcber die Bestrebungen der homosexuellen Lobbyisten nachgedacht werden, das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Partnern zuzubilligen. Zum Wohle der Gesellschaft reichen aus: Verzicht auf Bestrafung und auf Diskriminierung. Zu irgendwelchen Privilegierungen, etwa durch Angleichungen an die Eherechte oder Glorifizierungen in der \u00d6ffentlichkeit, muss es, um Benachteiligungen im Sinne von Artikel 3 des Grundgesetzes zu vermeiden, wirklich nicht kommen. Die homosexuellen Protagonisten, die entscheidend zur Durchsetzung von GM beigetragen haben, k\u00f6nnen nat\u00fcrlich hoffen, dass ihre W\u00fcnsche von unkritischen Regierungsverantwortlichen voll erf\u00fcllt werden. Hier wird die Familienfeindlichkeit von GM besonders deutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bundesvorstand Gr\u00fcne Jugend hatte am 19.11.2007 auf ihrem 29sten Bundeskongress in W\u00fcrzburg zur Frage der k\u00fcnftigen Familie u. a. folgendes beschlossen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff &#8222;Familie&#8220; wird bei uns in erneuerter Definition verwendet: Wir verstehen darunter sowohl das klassische Vater-Mutter-Kind-Bild, als auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit oder ohne Kind, polygame Lebensgemeinschaften, Patchworkfamilien, Alleinerziehende, aber auch Wohngemeinschaften wie Studierenden-, Mehrgenerationen-, und Senioren-Gemeinschaften oder ganz einfach der engste Freundeskreis. \u2026 Dies wollen wir rechtlich mit einem Familienvertrag absichern und damit die Ehe ersetzen. \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es darf in unserer Gesellschaft nicht der Anschein entstehen, dass, um ein Kind erziehen zu k\u00f6nnen, es daf\u00fcr einer Mutter und eines Vaters &#8211; wie es konservative Kr\u00e4fte gerne h\u00e4tten &#8211; bedarf. Wir leben in einer modernen Gesellschaft und in dieser soll es auch m\u00f6glich sein, dass homosexuelle Paare, Alleinerziehende oder platonische Zweier- oder Dreier-konstellationen Kinder adoptieren d\u00fcrfen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die Gr\u00fcnen mit ihrem Protagonisten Volker Beck das Lebenspartnerschafts- und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz durchgesetzt haben, soll nun der Angriff auf Ehe und Familie fortgef\u00fchrt werden. Der besondere Schutz in Artikel 6 des Grundgesetzes soll ausgeh\u00f6hlt werden. \u00c4u\u00dferlich k\u00f6nnen sich die Gr\u00fcnen auf EU-Richtlinien gr\u00fcnden, die letztlich aber auch von ihnen stammen. Nun ist die EU-Kommission gar der Ansicht, dass Deutschland die Vorgaben bislang nur unzureichend umgesetzt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist es unbestritten, dass gleichgeschlechtlich empfindende Menschen \u00fcber viele Jahrhunderte diskriminiert worden sind. Dazu gab es keinerlei Recht, das gilt selbstverst\u00e4ndlich auch heute. Nicht nur das Gesetz muss zwischen Person und Sache differenzieren, das gilt f\u00fcr jeden B\u00fcrger, wenn er Homosexuellen begegnet und mit Problemen, die diese betreffen, konfrontiert wird. Das beinhaltet auch kritische Beurteilungen. Nach den neuesten demoskopischen Umfragen finden gar zwei Drittel der jungen Menschen gleichgeschlechtliche Praxis nicht gut. Ehrlich hat der Marburger Prof. Walter Grasnick in der \u201eFrankfurter Rundschau\u201c deren Irrationalit\u00e4t in seinem Artikel \u201eDas traurige St\u00fcck Zur\u00fcck &#8211; wider das Naturrecht\u201c ausgedr\u00fcckt. Vor der Homosexualisierungswelle waren zwei Drittel der Psychiater weltweit der Ansicht, dass homosexuelle Praxis nicht nat\u00fcrlich sei. Daran hat sich in den vergangenen 35 Jahren nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wohl des Kindes ist so gut wie nie Thema der homosexuellen Lobbyisten gewesen. Dabei f\u00e4llt auf, dass die Argumente der Andersdenkenden seitens der homosexuellen Lobbyisten regelm\u00e4\u00dfig unterdr\u00fcckt werden. Bereits die Faktenresistenz ist erschreckend. Definiert man mit dem Psychologieprofessor Rudolf Seiss Dummheit als \u201ebewussten Wissensverzicht\u201c, so ist es anstrengend, Gedanken an Eigenschaften wie \u201et\u00f6richt\u201c bei den Homosexuellen Aktivisten zu verdr\u00e4ngen. Erinnert wird man an die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 26.02.2008 \u00fcber die Strafbarkeit des Geschwisterinzests: \u201eDie lebenswichtige Funktion der Familie f\u00fcr die menschliche Gemeinschaft, wie sie der Verfassungsgarantie des Artikel 6 Abs. 1 GG zugrunde liegt, wird entscheidend gest\u00f6rt, wenn das vorausgesetzte Ordnungsgef\u00fcge durch inzestu\u00f6se Beziehungen ins Wanken ger\u00e4t.\u201c Das Kind braucht Vater und Mutter als Eltern. F\u00fcr ein m\u00f6glichst nat\u00fcrliches Kindesverh\u00e4ltnis ist es wichtig, dass es mit den Eltern sowohl eine Frau als auch einen Mann als engste Vertrauens- und Bezugspersonen hat. Nach der Gender-Ideologie allerdings sind die Adoptionsw\u00fcnsche Homosexueller keinesfalls inkonsequent. Elternstellung oder Kindeswohl spielen in der Diskussion allenfalls eine sehr vernachl\u00e4ssigte Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Verfassungswidrigkeit von Gender Mainstreaming<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auszugehen ist von Artikel 6 des Grundgesetzes. Im ersten Absatz hei\u00dft es: \u201eEhe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung\u201c. Es handelt sich bei der Ehe um eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, wobei gleichgeschlechtliche Verbindungen aus dem Ehebegriff ausgeschlossen sind (Neue Juristische Wochenschrift, 1993 S. 3058). \u00c4hnlich steht es um die Familie. Sie ist \u201edie umfassende Gemeinschaft zwischen Eltern und Kindern\u201c (Entscheidungssammlung des BVG, Bd. 29 S. 166, 176). Voraussetzung f\u00fcr die Elterneigenschaft ist die Verbindung zwischen Mann und Frau. Nach unserer Verfassung hat nun der Staat Ehe und Familie zu f\u00f6rdern. Das hei\u00dft im Klartext: Jede Beeintr\u00e4chtigung, Aufweichung und Relativierung ist verboten (Entscheidungssammlung BVG Bd. 76 S. 1, 72). Von gro\u00dfer Bedeutung ist das Diskriminierungsverbot, soweit es Ehe und Familie betrifft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnten sich die Deutschen mit ihren antifamili\u00e4ren Bestrebungen hinter der Europ\u00e4ischen Union verstecken, die ja die entsprechenden Richtlinien erlassen hat. Das entschuldigt die Verantwortlichen in Berlin und in den Landesministerien \u00fcberhaupt nicht. Einerseits haben sie immer ein Vetorecht; wenn sie die Frist \u00fcberschritten haben, m\u00fcssen sie zur Verantwortung gezogen werden. Im \u00dcbrigen kann \u00fcber das internationale Recht in Deutschland auch mit Versp\u00e4tung EU-Recht abgelehnt werden, und zwar wenn es dem \u201eOrdre Public\u201c widerspricht. Der Verfasser hat zu den Problemen in dem erw\u00e4hnten Buch \u00fcber das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ausf\u00fchrlich Stellung genommen (vgl. Kap. 2 \u00fcber die \u201eAnfechtbarkeit der EU-Richtlinien\u201c ab S. 85). Die EU-Kommissare werden es niemals wagen, Deutschland mit derartigen Sanktionen zu belegen, dass sich die Bundesrepublik Gedanken dar\u00fcber machen m\u00fcsste, ihre Mitgliedschaft aufzuk\u00fcndigen. Wenn der zentrale europ\u00e4ische Staat verschwindet, dann ist die Europ\u00e4ische Union gestorben. Das k\u00f6nnen sich weder die Verantwortlichen in Br\u00fcssel noch das EU-Parlament und der Europ\u00e4ische Gerichtshof leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es werden weitere Grundrechte durch GM verletzt, etwa das Recht auf k\u00f6rperliche und seelische Unversehrtheit nach Artikel 2 GG. Die Bundeszentrale f\u00fcr Gesundheitliche Aufkl\u00e4rung, f\u00fcr deren Ver\u00f6ffentlichungen das Familienministerium verantwortlich ist, fordert zu wechselseitiger Stimulierung der Geschlechtsorgane durch Eltern und Kinder auf. Man denke an die Aufkl\u00e4rungsbrosch\u00fcre \u201eK\u00f6rper, Liebe, Doktorspiele\u201c. N\u00e4heres hierzu und zur gesamten Genderproblematik hat der Verfasser in seinem Buch \u201eMehr Mut zum C in der Politik\u201c (S. 55 ff).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Artikel 3 GG ist unzweideutig. Es sind nicht nur alle Menschen vor dem Gesetz gleich. \u201eM\u00e4nner und Frauen sind gleichberechtigt.\u201c Keinesfalls k\u00f6nnen sich die Gender-Propagandisten, um die faktische Vorzugsstellung der Frau zu untermauern, auf den erw\u00e4hnten Artikel 3 Abs. 2 Satz 2 gr\u00fcnden. GM widerspricht nicht nur dem Grundrecht, das Ehe und Familie besonders sch\u00fctzt, sondern bereits der Menschenw\u00fcrde in Artikel 1 GG. Der evangelische Reformator Martin Luther hat daf\u00fcr schon die erforderliche Denkarbeit geleistet. In diesen Schutzbereich f\u00e4llt auch die \u00fcberkommene Geschlechterunterscheidung zwischen Mann und Frau. Mit der Menschenw\u00fcrde ist der soziale Wert- und Achtungsanspruch gemeint, der dem Menschen wegen seines Menschseins zukommt (BVG, Entscheidungssammlung, Bd. 87 S. 209, 228).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gender-Ideologie ist \u00fcber die Verfassungswidrigkeit hinaus auch sonst rechtswidrig. Die strafrechtliche Komponente spielt eine erhebliche Rolle \u2013 gerade bei der M\u00e4nnerdiskriminierung (\u00a7\u00a7 185 ff. StGB). Das hat z. B. die Literaturnobelpreistr\u00e4gerin Doris Lessing erkannt. Sie ist schockiert \u00fcber die gedankenlose Diskriminierung von M\u00e4nnern: Die d\u00fcmmsten, ungebildetsten und scheu\u00dflichsten Frauen k\u00f6nnten die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten M\u00e4nner niedermachen, ohne dass irgendjemand etwas dagegen tue. Die Abwertung des M\u00e4nnlichen sei so sehr Teil unserer Kultur geworden, dass sie kaum noch wahrgenommen werde. Ihr Verdikt \u00fcber die \u201eEmanzenkultur\u201c lautete: Denkfaulheit und Heimt\u00fccke (Die Welt, 21.01.2008).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ersch\u00fctternd ist, dass der 12te Kinder- und Jugendbericht der Rot\/Gr\u00fcnen Koalition die V\u00e4terlichkeit wegen m\u00e4nnlicher Gewalt kurzerhand als sch\u00e4dlich f\u00fcr die Kinder ausgegeben hat. V\u00e4ter m\u00fcssten so werden wie M\u00fctter, V\u00e4terlichkeit soll sich in M\u00fctterlichkeit verwandeln. \u201eIm Gegensatz zur gleichheitsrechtlich orientierten Frauenbewegung hat der Gender-Feminismus die Demokratisierung und Humanisierung der Beziehung zwischen M\u00e4nnern und Frauen aufgegeben. Er hat sie durch ein Freund-Feind-Verh\u00e4ltnis ersetzt (Gerhard Amendt, Professor am Institut f\u00fcr Geschlechter- und Generationenforschung, Universit\u00e4t Bremen, in: Die Welt, a.o.St.). Kein Wunder, dass Jungen zunehmend als die \u201eDeppen der Nation\u201c angesehen werden. Wissenschaftliche Untersuchungen wie die Pisa-Studie untermauern, dass z. B. zwei Drittel aller Schulabbrecher in Deutschland m\u00e4nnlich sind, Jungen 65 % der Sonder- und 57 % der Hauptsch\u00fcler stellen. Es w\u00e4re interessant festzustellen, wieweit die gro\u00dfe Zahl von Frauen als Kinderg\u00e4rtnerinnen und Lehrerinnen bzw. das Fehlen von m\u00e4nnlichen Erziehern daran Anteil hat. Das spiegelt sich auch in den Medien wider: In Krimis, Kom\u00f6dien aber auch in der Werbung werden M\u00e4nner immer \u00f6fter als Trottel hingestellt. Das ist diskriminierend, kommt einer Volksverhetzung im Sinne des \u00a7 130 StGB gleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ma\u00dfnahmen des GM widersprechen wegen der Einseitigkeit gegen das Gleichberechtigungsprinzip zwischen M\u00e4nnern und Frauen, letztlich gar der im Lissabonner EU-Reformvertrag verankerten Grundrechtscharta, ja der Menschenrechtskonvention. Die universalen Rechte an Ehe und Familie haben sich \u2013 allen Unkenrufen zum Trotz \u2013 bew\u00e4hrt. \u201eBei der Familie f\u00e4ngt die Heilung an und muss sie anfangen, weil die Familie die Wiege der Menschheit ist, weil die Familie die erste Erzieherin der Menschheit ist, weil der Familienscho\u00df entweder das h\u00f6chste irdische Gl\u00fcck oder das h\u00f6chste irdische Ungl\u00fcck gebiert oder einschlie\u00dft\u201c. Diese Auffassung vertrat \u00fcberzeugend der katholische Sozialreformer Adolph Kolping. In der Familie konkretisiert sich die Solidarit\u00e4t der Generationen, die Mitglieder verstehen sich als Schicksalsgemeinschaft oder die Familie steht im Dienst einer richtig verstandenen Selbstverwirklichung. Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirchen hingegen wissen so viel \u00fcber Hilfen, weil sie bei der Ehe immer an den ewigen Bund zwischen Gott und seinem Volk denkt. Es geht nicht nur um Moral, etwa das sechste Gebot \u201eDu sollst nicht ehebrechen\u201c, sondern um geistige und praktische Unterst\u00fctzung. Nachdem die Scheidungen so dramatisch zunehmen, haben sich einige Gesch\u00e4ftsleute etwas einfallen lassen. Frisch Geschiedene sollen ihre neu gewonnene Freiheit auf rauschenden Partys feiern. Daf\u00fcr werden lustige Scheidungsgeschenke kreiert. Es gibt Cocktails in den USA mit dem Namen \u201eEhe in Scherben\u201c. In New Orleans verleiht ein Unternehmer Leichenwagen an frisch Geschiedene, die mit Freunden symboltr\u00e4chtig den \u201eTod ihrer Ehe\u201c feiern wollen. Christen in den Vereinigten Staaten haben dies kritisiert: \u201eJede Scheidung ist ein \u00c4rgernis f\u00fcr Gott. Deshalb sollen Trennungen Tr\u00e4nen hervorrufen, nicht Lacher und Witze\u201c. Scheidungen sind besonders schmerzvoll, wenn Kinder betroffen sind. Erb\u00e4rmlich sieht es in der Tat f\u00fcr die Scheidungskinder aus, die nach neusten Erkenntnissen ihr Schicksal bis zum Lebensende nicht verkraften und bez\u00fcglich einer kriminellen Laufbahn erheblich mehr gef\u00e4hrdet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bundesverfassungsgericht hat Recht, dass Ehe und Familie weiter sch\u00fctzenswert sind. Wenn der Staat die finanziellen Mittel, die er f\u00fcr die Gender-Programme zur Verf\u00fcgung stellt, in die F\u00f6rderung von Ehe und Familie steckte, dann w\u00fcrden sich nicht nur die W\u00fcnsche der allermeisten B\u00fcrger erf\u00fcllen, sondern auch unverzichtbare Investitionen f\u00fcr die Zukunft des Volkes erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Beeintr\u00e4chtigung der Keimzelle des Staates durch Gender-Ideologie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gro\u00dfes Problem heute ist die abnehmende Bindungsf\u00e4higkeit der Menschen. GM bietet nichts Konstruktives, um insoweit das Gemeinschaftsgef\u00fchl zu st\u00e4rken. Es ist bekannt, dass sich gerade junge Menschen \u2013 nach den Untersuchungen des Zukunftsforschers Matthias Horx 90 % &#8211; eine \u201estinknormale Familie\u201c w\u00fcnschen, und zwar mit lebenslanger Treue und vielen Kindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man wird auch nicht behaupten k\u00f6nnen, dass Alice Schwarzer als Vorzeigefeministin mit ihrer Zeitschrift \u201eEmma\u201c zum famili\u00e4ren Gl\u00fccklichsein beigetragen hat. Bei allem Respekt vor den Leistungen in der Frauenbewegung \u2013 es wird h\u00f6chste Zeit, dass ihre Vormachtstellung Einschr\u00e4nkungen erf\u00e4hrt. Die Theologie hat in der Vergangenheit gewiss manches Konstruktive f\u00fcr Ehe und Familie geboten, geniert sich aber im empirischen Bereich: So verschweigt man gern, dass z. B. die Scheidungsquote heute jede zweite bzw. dritte Ehe betrifft, bei Christen, welche regelm\u00e4\u00dfig miteinander beten, die Relation aber 1 zu 1400 betr\u00e4gt. Das leuchtet allein schon deshalb ein, weil Voraussetzung daf\u00fcr zwangsl\u00e4ufig ist, dass sich die Eheleute \u00fcber ihre Probleme aussprechen und Wege suchen, um einander zu vergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verfasser hat sich Gedanken gemacht zugunsten von Paaren, die sich nicht allzu schnell dem Zeitgeist unterwerfen und nicht Anh\u00e4nger der Wergwerf-Ehe sind. Entstanden ist die Schrift, \u201eErw\u00e4genswerte Gedanken f\u00fcr Eheleute in der Krise\u201c, die auch ver\u00f6ffentlicht worden ist. Darin geht es um Ermutigung f\u00fcr willige Partner, die nicht gem\u00e4\u00df dem Zeitgeist bei Auftreten von Spannungen sich trennen wollen. Es bieten sich M\u00f6glichkeiten, gerade durch das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch, wieder aufeinander zuzugehen. Dabei k\u00f6nnen Vergebungsbereitschaft und das Ablassen von Besitzdenken zulasten des Partners Wunder wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch kritische Publikationsorgane sprechen sich f\u00fcr die Familie aus. So schreibt das Zeitgeist-Magazin \u201eTempo\u201c w\u00f6rtlich: &#8222;Man hat uns gesagt, die Familie sei schlecht. Man hat uns gesagt, die Familie zerst\u00f6re die Pers\u00f6nlichkeit. Man hat uns belogen. Die Familie ist immer noch die beste aller m\u00f6glichen Lebensformen&#8220;. Das deckt sich mit den Ergebnissen der Demoskopie, wonach die intakte, auf Dauer angelegte Familie &#8222;f\u00fcr die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung Lebensinhalt oder zumindest Leitbild&#8220; sei. Vor ein paar Jahren war f\u00fcr Bundeskanzler Schr\u00f6der Familienpolitik noch \u201eGed\u00f6ns\u201c, heute wirbt er auch f\u00fcr die Familie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn das Schwerpunktthema der Synode von Bad Krozingen lautete \u201eDie Gemeinschaft von Frauen und M\u00e4nnern in der Kirche\u201c, so ergibt sich bereits aus dem Inhaltsverzeichnis, dass Familie insoweit kaum keine Bedeutung habe. Er\u00f6rterungsw\u00fcrdig ist die Frage, wieweit die lange Zeit w\u00e4hrende Bevorzugung der Frau und Mutter familienfreundlich ist oder nicht. Was sollen die Kinder davon halten, wenn der Vater \u2013 oft der Ern\u00e4hrer \u2013 als zweitklassig angesehen wird? Nat\u00fcrlich sollen auch neue Lebensformen respektiert werden, sie m\u00fcssen aber keinesfalls \u2013 im Sinne von GM \u2013 eine derartige Aufwertung erfahren, dass sie der Ehe quasi gleichgestellt werden. Das steckt aber hinter den Intentionen der Gender-Ideologie! Die Einfl\u00fcsse der Synode aus dem Jahr 1989 waren und sind verf\u00fchrerisch und mit der jetzigen Auspr\u00e4gung des GM-Gedanken letztlich gesellschaftssch\u00e4dlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wird noch deutlicher durch die Handreichung der nordelbischen Bisch\u00f6fe \u201eDas alles ist m\u00f6glich!\u201c aus dem Jahr 2006. Grundlage ist der Beschluss der Synode aus dem Jahr 2004, dass die nordelbische Kirche in einem Prozess das Gender-Mainstreaming-Verfahren in der Landeskirche einf\u00fchren soll. Man gr\u00fcndet sich auf die \u201esoziale Gerechtigkeit aus den Texten der Bibel\u201c, erachtet es allerdings als essenziell, dass sie \u201ein einer patriarchal gepr\u00e4gten Ordnung entstanden sind, in der der Mann der Frau \u00fcbergeordnet war\u201c. Die Verantwortlichen gr\u00fcnden sich auch auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, um auf dieser Basis die Bibel zu interpretieren. Der Kernsatz lautet: \u201eGeschlechtergerechtigkeit bedeutet in letzter Konsequenz die \u00dcberwindung des bipolaren Geschlechterkonstrukts hin zu einem Bild, das alle M\u00f6glichkeiten, die sich zwischen den Idealen von M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit auftun, umfasst. Auch wenn uns dieses Konstrukt heute noch als analytische Kategorie hilft, Unterschiede wahrzunehmen und einzuordnen, muss es, auch im Interesse all der Menschen, die aus diesem Schema herausfallen (Intersexuelle, Transsexuelle, Queer-Menschen) zur Dekonstruktion, zur Erweiterung und damit zur Aufl\u00f6sung des bipolaren Geschlechtermodells kommen\u201c (S. 11). Gedanken zugunsten von Familien, erst recht Kindern, spielen auf den 58 Seiten nur eine untergeordnete Rolle, am ehesten im Zusammenhang mit der gegen GM sprechenden \u2013 positiven \u2013 Erfahrung mit der Geschlechtertrennung im Konfirmandenunterricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Ausf\u00fchrungen zeigen, dass das klassische Ehe- und Familienbild in einer ganz anderen Dimension f\u00f6rderungsw\u00fcrdig ist als GM. Die Verantwortlichen in Politik und Kirche sollten ernsthaft \u00fcber diese Zusammenh\u00e4nge nachdenken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschlechtergerechtigkeit \u2013 eine protestantische Erleuchtung? Geistiger Verfall durch Gender-Mainstreaming &#8211; Teil I \u201eSeit 30 Jahren leide ich unter dem Feminismus\u201c, bekannte der Autor und Journalist Hajo Schumacher in der ARD-Talkshow \u201eAnne Will\u201c vom 15.03.2009, in welcher es um Erkl\u00e4rungen f\u00fcr eines der schlimmsten Verbrechen der Nachkriegszeit in Deutschland, n\u00e4mlich den Amoklauf des Sch\u00fclers Tim Kretschmer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":200,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/496"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/200"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=496"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/496\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2578,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/496\/revisions\/2578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=496"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=496"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=496"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}