{"id":4888,"date":"2010-08-11T13:34:46","date_gmt":"2010-08-11T11:34:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4888"},"modified":"2010-08-11T13:34:59","modified_gmt":"2010-08-11T11:34:59","slug":"streit-um-kirchliche-homo-segnung-in-dillenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4888","title":{"rendered":"Streit um kirchliche Homo-Segnung in Dillenburg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Streit um kirchliche Homo-Segnung in Dillenburg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Dillenburg, einer mittelhessischen Stadt mit ca. 25.000 Einwohnern, gehen die Wogen hoch: Die Auseinandersetzungen in evangelischen Gemeinden kreisen um die Frage, ob homosexuellen \u201ePaaren\u201c eine kirchliche \u201eSegnung\u201c im Sinne einer Quasi-Trauung gespendet werden darf oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anla\u00df f\u00fcr die erbitterte Kontroverse, die auch in den Leserbriefspalten der Regionalpresse ausgetragen wird, ist die f\u00fcr den 3. September 2010 vorgesehene Homo-Segnung von Klaus-Achim Wendel (CDU), dem Stadtverordneten-Vorsteher und dessen Lebensgef\u00e4hrten in der evangelischen Stadtkirche durch Pfarrerin Ulrike Schmidt. Standesamtlich sind die beiden Herren bereits \u201everpartnert\u201c.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wunsch zur kirchlichen Segnung ging folglich von Dillenburgs Parlaments-Chef und damit vom h\u00f6chsten Repr\u00e4sentanten der Stadt aus. Der als konservativ bekannte CDU-Kreisvorsitzende Hans-J\u00fcrgen Irmer d\u00fcrfte dar\u00fcber kaum entz\u00fcckt sein, \u00e4u\u00dfert er sich doch in dem von ihm herausgebrachten \u201eWetzlar-Kurier\u201c seit Jahrzehnten kritisch \u00fcber Homosexualit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die evang. Nachrichtenagentur \u201eIdea\u201c am 8. August 2010 berichtet, kommt aktuelle Kritik vor allem aus \u201epietistischen Kreisen\u201c in Hessen, denn f\u00fcr Evangelikale ist eine solche Segenshandlung \u201eunvereinbar mit biblischen Aussagen\u201c. Nicht wenige glaubenskonservative Protestanten aus der Kirchengemeinde von Pastorin Schmidt lie\u00dfen sich offenbar \u201eumgemeinden\u201c, also in eine andere Gemeinde einschreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings haben sich die evang. Kirchenleitungen auch bei diesem Thema l\u00e4ngst dem Weltgeist angepa\u00dft und daher in etlichen Synoden das Segnen \u201egleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften\u201c abgesegnet, auch in Hessen-Nassau. Folglich kann sich Pfarrerin Schmidt bei ihrer geplanten Segnung in der Dillenburger Stadtkirche auf Beschl\u00fcsse kirchenleitender Gremien berufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem sprang ihr Pfr. Karl Gottwald, Chef des dortigen Kirchenvorstands, sogleich hilfreich zur Seite: Im j\u00fcngsten Gemeindebrief erkl\u00e4rte er, aufgrund \u201eneuester medizinischer Erkenntnisse\u201c k\u00f6nne man Homosexualit\u00e4t durchaus als \u201eSch\u00f6pfungsvariante\u201c ansehen, immerhin komme sie auch im Tierreich vor: \u201eIm Vogelpark Uckersdorf haben wir schwule Flamingos\u201c, lie\u00df er seine Gemeindemitglieder wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derlei Weisheiten wurden sogar von der weltlichen \u201eWetzlarer Neuen Zeitung\u201c als \u201epeinlich\u201c bezeichnet. Auch der ehem. evang. Dekan von Dillenburg, Dietrich Eizenh\u00f6fer, h\u00e4lt den Hinweis auf die Tierwelt f\u00fcr unangebracht: \u201eOder k\u00f6nnen rei\u00dfende Raubtiere begr\u00fcnden, da\u00df Menschen \u2013 als Sch\u00f6pfungsvariante \u2013 ein Recht h\u00e4tten, sich wie Raubtiere aufzuf\u00fchren?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sei, so der Theologe in seinem Leserbrief, \u201evon Gottes Wort und Willen her nicht zu begr\u00fcnden\u201c, da\u00df die hessen-nassauische Synode eine Segnung homosexueller \u201ePartnerschaften\u201c erlaubt habe: \u201eDie Kirche kann im Auftrag Gottes nur das segnen, was Gott wohlgef\u00e4llig ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in den Leserbriefspalten der \u201eNeuen Wetzlarer Zeitung\u201c wurde kontrovers diskutiert. In der online-Ausgabe vom 20.8.20 findet sich z.B. folgende Zuschrift: \u201eAus diesem Grunde bin ich nach einer \u201cUnterhaltung\u201d mit unserem Pfarrer aus dem Verein ausgetreten. Eine Kirche, die sich nach dem 68er-Zeitgeist ausrichtet, kann ich nur als Verein bezeichnen. Die Gutmenschen sollten mal ihre Bibel lesen, falls sie \u00fcberhaupt eine besitzen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch seitens pietistischer \u201eGemeinschaftsverb\u00e4nde\u201c kam Kritik auf. So erkl\u00e4rte Karlheinz Grebe, Vorsitzender des Evang. Gemeinschaftsverbandes Herborn, das gegenw\u00e4rtige \u201eLehr- und Leitungs-Chaos\u201c bedeute eine weitere Zerst\u00f6rung der Kirche. Die Heilige Schrift bezeuge, da\u00df Gott eine homosexuelle Praxis nicht dulde. Freilich werde nicht der S\u00fcnder als Person verurteilt, sondern sein s\u00fcndiges Verhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Felizitas K\u00fcble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags in M\u00fcnster (Quelle: European Info Press (<a href=\"http:\/\/www.eip-news.com\">www.eip-news.com<\/a>), 09.08.2010)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Streit um kirchliche Homo-Segnung in Dillenburg In Dillenburg, einer mittelhessischen Stadt mit ca. 25.000 Einwohnern, gehen die Wogen hoch: Die Auseinandersetzungen in evangelischen Gemeinden kreisen um die Frage, ob homosexuellen \u201ePaaren\u201c eine kirchliche \u201eSegnung\u201c im Sinne einer Quasi-Trauung gespendet werden darf oder nicht. 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