{"id":4707,"date":"2010-06-01T12:20:37","date_gmt":"2010-06-01T10:20:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4707"},"modified":"2010-06-03T17:49:20","modified_gmt":"2010-06-03T15:49:20","slug":"erzbischof-janis-vanags-botschaft-zum-pfingstfest-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4707","title":{"rendered":"Erzbischof Janis Vanags, Botschaft zum Pfingstfest 2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>Botschaft des Erzbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands zum Pfingstfest 2010<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor seinem Tod am Kreuz hinterlie\u00df unser Herr Jesus Christus ein Testament. Seine Seele befahl er Gott an. Seinen K\u00f6rper hinterlie\u00df er Joseph von Arimath\u00e4a zur Bestattung in dessen Grabe. Seine Mutter vertraute er dem Apostel Johannes an. Die Soldaten kamen in den Besitz seiner Gew\u00e4nder. Aber was vermachte Christus seinen J\u00fcngern, die alles verlassen hatten, um ihm nachzufolgen? \u201eDen Tr\u00f6ster, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht. \u00a0Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.\u201c (Joh. 14,17) Einer der J\u00fcnger fragt ihn \u00fcberrascht: \u201eHerr, was bedeutet es, da\u00df du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?\u201c Aus seiner Frage spricht ehrfurchtvolles Erstaunen \u2013 die Propheten haben ihn erwartet, K\u00f6nige wollten ihn sehen, aber du, Herr willst dich nur uns offenbaren, und nicht ihnen, der Welt? Ist das Auserw\u00e4hlt-Sein Deiner J\u00fcnger wirklich so gro\u00df? Tats\u00e4chlich ist von den hohen Kirchenfesten der Tag der Ausgie\u00dfung des Heiligen Geistes vor allem das Fest der J\u00fcnger.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Christen sind der Tempel Gottes und der Geist Gottes wohnt in uns. (1. Kor. 3,16)\u00a0 Die Welt empf\u00e4ngt nicht einfach den Heiligen Geist, sondern sie kann ihn \u00fcberhaupt nicht empfangen, da sie zum Vater in Opposition steht. \u201eDenn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoff\u00e4rtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt\u201c. (1. Joh. 2,16) Die Welt versinkt im B\u00f6sen , und das B\u00f6se kommt von dem, der ein L\u00fcgner und der Vater der L\u00fcge ist. Wie kann dann die Welt \u00fcberhaupt den\u00a0 Geist der Wahrheit bei sich empfangen? Im Alten Testament lesen wir, da\u00df das Salb\u00f6l als Symbol des Geistes nach dem Willen Gottes das Blut des Schuldopfers reinigen sollte. (3. Mose 14,17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit wird in der Zeichensprache vorweg erkl\u00e4rt, da\u00df diejenigen den Heiligen Geist empfangen sollen, die durch das Blut des Einen Hohenpriesters \u00a0geheiligt sind. (Hebr\u00e4er 10,14-15) Der fleischliche Mensch begreift und versteht es nicht, was vom Geist kommt. Diejenigen, die nicht von oben her wiedergeboren sind, k\u00f6nnen das Reich Gottes nicht sehen., aber denen, die an Ihn glauben, die durch Wasser und Geist wiedergeboren sind, sagt Christus:\u201eIhr kennt den Geist, der st\u00e4ndig bei euch ist und in euch lebt.\u201c Am Pfingstfest r\u00fcstete Christus Seine J\u00fcnger mit der Kraft aus der H\u00f6he aus, damit sie die Botschaft von der Vers\u00f6hnung in die Welt br\u00e4chten. Doch dadurch erschuf er Seine Kirche zu etwas v\u00f6llig anderem als die Welt, dass Er ihr den Geist gab, den die Welt nicht zu empfangen vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher k\u00f6nnen wir begreifen, wie besonders wertvoll dieses Geschenk ist. Doch was fangen wir mit ihm an? Die Antwort entnehmen wir dem Testament Christi: \u201eIch will euch nicht als Waisen zur\u00fccklassen; ich komme zu euch. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren\u2026 und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.\u201c (Joh. 14,18+21+23) Jesus redet nicht von einem weit entfernten Gott, der nur schwer ansprechbar und h\u00f6rbar ist. Er redet von Gott, der bei uns wohnt, der mitten unter uns wirkt wie bei der Erschaffung der Welt und mit uns ruht wie am Sabbat. Das ist Gott, der Sein Leben mit uns teilt. F\u00fcr unser Leben bedeutet das etwas ganz Besonderes: \u201eDen Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach diesem von Gott gesegneten Frieden sehnt sich jeder in dieser von Unruhe zerrissenen Welt. Die Gegenwart des pers\u00f6nlichen Gottes w\u00fcnscht sich jeder Christ. Doch es gibt ein Hindernis, das uns noch im Wege steht, und das der Lebenserfahrung eines Christen entspricht. \u00a0Jesu Verhei\u00dfung ist auch mit einer Bedingung verbunden: \u201eWer meine Gebote hat und h\u00e4lt sie, der ist\u2019s, der mich liebt, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.\u201c (Joh. 14,21) Es gibt einen gro\u00dfen Unterschied zwischen den sentimentalen Gef\u00fchlen, die wir gegen\u00fcber Jesus haben, und der rauen Wirklichkeit. Der Apostel Johannes sagt: \u201eMeine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.\u201c (1. Joh. 3,18). Der Glaube ist die Wurzel, deren sch\u00f6ne Bl\u00fcte und gute Frucht der Gehorsam ist, welcher nicht \u00fcber die Notwendigkeit stolpert, Opfer bringen zu m\u00fcssen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">und auf dem Wege nicht stehen bleibt, selbst wenn dieser schwer und finster ist. Durch den Gehorsam gegen\u00fcber Christus ziehen die N\u00e4he Gottes, Friede und Freude in unser Leben ein, den die Welt uns weder zu geben noch zu nehmen vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch kann Gehorsam auch dazu f\u00fchren, da\u00df er Unsicherheit und Unruhe ausl\u00f6st. Bin ich wirklich gehorsam? Wie kann ich die Gebote Christi halten, wenn mir schon die Zehn Gebote zu schwer erscheinen? Auch daran hat Jesus in seinem Testament gedacht: \u201eWer mich liebt, der <span style=\"text-decoration: underline;\">wird<\/span> mein Wort <span style=\"text-decoration: underline;\">halten.\u201c<\/span> Das ist keine Aufforderung oder Me\u00dflatte, sondern eine Verhei\u00dfung. Nicht unsere Willenskraft oder Charakterfestigkeit, sondern unsere Christusliebe ist es, die auch den Gehorsam selbstverst\u00e4ndlich mit sich bringt. Die Liebe ist als erste Frucht des Geistes nicht unsere Errungenschaft, sondern Werk des Heiligen Geistes. in uns. \u201eDie Frucht aber des Geistes ist Liebe, Friede, Geduld, Freundlichkeit und Treue.\u201c (Gal. 3,22) Gewi\u00df f\u00fchlen wir, dass wir nirgendwo, weder in der Liebe noch im Gehorsam, vollkommen sind. Auch der Apostel Paulus muss zugeben: \u201eNicht da\u00df ich\u2019s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage dem aber nach, ob ich es wohl ergreifen k\u00f6nnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin\u201c (Phil. 3,12) Selbst der Apostelf\u00fcrst Petrus konnte die Frage Jesu \u201eHast du mich lieb?\u201c nicht damit stolz beantworten, dass er darauf hinwies, da\u00df er in der Stunde der Gefahr standgehalten h\u00e4tte, sondern nur sagen: \u201eHerr, Du wei\u00dft alles, <span style=\"text-decoration: underline;\">Du<\/span> wei\u00dft, dass ich Dich lieb habe.\u201c (Joh. 21,17) Bei dem Gehorsam ist die Voraussetzung der Wunsch, oder wie Paulus es sagt: \u201eNun aber vollbringt auch das Tun damit, wie ihr geneigt seid zu wollen, ihr auch geneigt seid zu vollbringen nach dem Ma\u00df dessen, was ihr habt.\u201c(2. Kor. 8,11) \u201eNicht da\u00df wir t\u00fcchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als etwas von uns selber; sondern, dass wir t\u00fcchtig sind, ist von Gott, der uns t\u00fcchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe t\u00f6tet, aber der Geist macht lebendig.\u201c (2. Kor.3,5-6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oft sch\u00e4tzen wir es nicht richtig ein, wie gro\u00df das Geschenk ist, da\u00df uns Gott zu Pfingsten gemacht hat und r\u00e4umen dem in unserem Leben recht wenig Platz ein, obgleich wir ihm gegen\u00fcber eine tiefe, ehrf\u00fcrchtige und dankbare Bewunderung empfinden sollten. Hier schl\u00e4gt eigentlich das Herz unseres Lebens. Paulus vergleicht den Alltag eines Christen mit einem Wettkampf. Bei dem geht es nicht um einen Wettbewerb mit anderen um die sch\u00f6nen Dinge dieser Welt. Es ist auch kein Wettlauf, bei dem man mehrere Kontrollpunkte erreichen muss, was notiert wird, und ich dann Gott etwas vorzeigen kann, was eine \u00e4hnliche Bedeutung hat wie eine Eintrittskarte in den Himmel. Es ist ein geduldiger Wettkampf mit mir selbst, bei dem ich lernen muss, mich dem Wirken des Heiligen Geistes nicht zu widersetzen. Christus hat uns die Werkzeuge daf\u00fcr in die Hand gegeben. Da ist zuerst die Abkehr von der S\u00fcnde in mir. Dann hat Er Sein Wort und die Sakramente geschenkt und die M\u00f6glichkeit mit Ihm zu reden wie mit unserem Vater im Himmel, und das allein oder in der Versammlung der Gemeinde, sowohl ernst in der Stille, als auch lautstark im fr\u00f6hlichen Lob. Er hat alles vorbereitet und uns zugedacht. Nehmen wir es dankbar an und machen davon mit Freude Gebrauch. Dann schenkt uns der Geist t\u00e4glich die Abkehr von den S\u00fcnden, den Glauben an das Evangelium, die Liebe zu Christus, die Lebensfreude, den Frieden mit Gott, den Menschen und mit mir selbst, und alles, was meine Seele braucht, um gl\u00fccklich zu sein. Dann wird mein Leben zum Segen f\u00fcr andere und auch f\u00fcr Gott annehmbar, weil es sich die Christusliebe und das Halten Seines Wortes zum Ziel gesetzt hat. Das ist der Sinn des Lebens und der Sieg \u00fcber die Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Pfingstgeschenk Gottes erleuchte uns stets in den Realit\u00e4ten unseres Lebens und Wirkens im Alltag! Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herzlich gr\u00fc\u00dft Euch Euer Erzbischof J\u0101nis Vanags<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(\u00dcbersetzung: Johannes Baumann)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Botschaft des Erzbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands zum Pfingstfest 2010 Vor seinem Tod am Kreuz hinterlie\u00df unser Herr Jesus Christus ein Testament. Seine Seele befahl er Gott an. Seinen K\u00f6rper hinterlie\u00df er Joseph von Arimath\u00e4a zur Bestattung in dessen Grabe. Seine Mutter vertraute er dem Apostel Johannes an. 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