{"id":4685,"date":"2010-05-25T15:51:11","date_gmt":"2010-05-25T13:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4685"},"modified":"2010-06-01T11:44:02","modified_gmt":"2010-06-01T09:44:02","slug":"unser-kampf-fur-gottes-ehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4685","title":{"rendered":"Unser Kampf f\u00fcr Gottes Ehre"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unser Kampf f\u00fcr Gottes Ehre\u00a0(1. Samuel 17)<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">die Predigt behandelt die Frage des richtigen geistlichen Kampfes. Der Predigttext steht in 1. Sam. 17, die Geschichte von David und Goliath. Mit dieser \u00dcberschrift ist, denke ich,\u00a0das eigentliche Anliegen\u00a0Davids gut wiedergegeben, denn darum ging es ihm in erster Linie \u2013 um die Ehre Gottes, und um sie wieder herzustellen, soweit es ihm m\u00f6glich war.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Es gibt ein passives Christsein unter uns. Ein Christsein, dem es egal ist, ob der lebendige Gott in dieser Welt verh\u00f6hnt, gel\u00e4stert, hinten angestellt wird, dem es egal ist, ob die Gebote Gottes mit F\u00fc\u00dfen getreten werden oder nicht, ob sein Erl\u00f6sungswerk auf Golgatha verh\u00f6hnt wird oder nicht. Das nenne ich ein passives Christentum, wenn man sich\u00a0nicht f\u00fcr Gottes Ehre interessiert. Es gibt aber auch ein waches Christentum \u2013 zum Gl\u00fcck, das zum Einsatz und zum Zeugnis und zum Kampf bereit ist. Zum Kampf, wenn Gottes Ehre in den Schmutz getreten wird. Dieses Kapitel ist f\u00fcr die wachen Christen geschrieben. Wer vielleicht in der Gefahr steht, passiv zu sein und die b\u00f6se Welt b\u00f6se Welt sein zu lassen, der m\u00f6ge sich hier einen Ansto\u00df im positiven Sinn des Wortes geben lassen. F\u00fcr die wachen Christen ist 1.Sam. 17 ein vorz\u00fcgliches Beispiel, ja geradezu ein Vorbild f\u00fcr den Kampf um Gottes Ehre.<!--more--><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir bedenken, da\u00df wir in der Zeit des Neuen Bundes leben und da\u00df wir nicht alles, was im Alten Testament getan wurde, auch auf Gottes Gehei\u00df hin, eins zu eins \u00fcbersetzen k\u00f6nnen. Aber da\u00df Christen sich f\u00fcr Gottes Ehre in dieser Welt einzusetzen haben, dar\u00fcber sollte unter uns Konsens sein.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich mu\u00df nicht viele Beispiele ausf\u00fchren, will aber doch einige aufz\u00e4hlen, wie Gottes Ehre heute in unserer Welt in den Schmutz getreten wird. Da h\u00e4ngt z.B. ein gekreuzigter Klinsmann auf einer Karikatur\u00a0 in der \u201eTageszeitung&#8220;, gleich auf der Titelseite. Das wird noch \u00fcbertroffen dadurch, was sich neulich die so genannte Satirezeitschrift \u201eTitanic\u201c geleistet hat: Ein r\u00f6misch-katholischer Priester steht vor einem Kruzifixus mit eindeutig sexuellen Anspielungen. Eine ganze Reihe von Christen waren emp\u00f6rt, wie hier das Erl\u00f6sungswerk Christi von Golgatha in den sexuellen Schmutz gezogen wird und haben Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte nichts Besseres zu tun, als zu antworten, da\u00df hier der \u00f6ffentliche Friede nicht gef\u00e4hrdet sei und da\u00df ein Satiremagazin die Freiheit habe, auch solche grenzwertigen Zeichnungen und satirischen Verh\u00f6hnungen zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das will ich nur als kleine Intonation erz\u00e4hlen. Viel gravierender ist\u00a0das, was sich unser Parlament seit vielen Jahren oder Jahrzehnten leistet, n\u00e4mlich die ihm \u00fcbertragenen Aufgaben, die W\u00fcrde der Frau zu sch\u00fctzen, die W\u00fcrde der Ehe, der Familie, des ungeborenen Kindes, schm\u00e4hlichst vers\u00e4umt, ja geradezu im Gegenteil durch Gesetzgebungen unterl\u00e4uft. Hier wird gegen Gottes Ehre gehandelt, und zwar sehr gr\u00fcndlich, wenn die Grundfesten der Gebote Gottes ausgehebelt werden. Da w\u00fcnscht man sich als Christ nat\u00fcrlich einen Ma\u00dfstab f\u00fcr das eigene Verhalten. Was soll man tun?\u00a0David ist damals aufgestanden und hat gegen die Verh\u00f6hnung des Heeres des lebendigen Gottes protestiert, und er hat etwas unternommen in einer sehr mutigen Tat. Wie k\u00f6nnte denn solch eine Haltung und Handlung heute aussehen? Das bewegt doch alle wachen Christen, wenn sie wirklich wach sind.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich habe mich informiert\u00a0\u00fcber den\u00a0\u00f6ffentlichen Muezzinruf in Deutschland. Der ist jetzt gerade wieder in der Diskussion, seitdem wir in Niedersachsen eine muslimische Ministerin bekommen haben. Man sollte das wissen, da\u00df es schon einen erlaubten \u00f6ffentlichen Muezzinruf in Deutschland gibt, also nicht nur in den Moscheen, sondern auch mit Lautsprecher nach au\u00dfen \u00fcbertragen, allein in Schleswig-Holstein in drei St\u00e4dten. Das ging jeweils durch die Stadtparlamente und wurde dort jeweils mit mehrheit bef\u00fcrwortet. In Schleswig-Holstein wurde der Landesvater danach gefragt (Mitglied der CDU), und er antwortete, da\u00df sei doch schlie\u00dflich das gleiche, ob ein Muezzinruf ert\u00f6nt oder Glocken sonntags die\u00a0Christen zum Gottesdienst rufen. Da mu\u00df man sich wirklich fragen, ob er denn \u00fcberhaupt begriffen hat, was im Muezzinruf gesagt wird: Da\u00df es keine Gottheit au\u00dfer Allah gibt, da\u00df also hier die Ehre des Gottes, der sich in Jesus Christus offenbart, und zwar letztg\u00fcltig, schm\u00e4hlichst mit F\u00fc\u00dfen getreten wird. Da mu\u00df man sich fragen: Hat man das nicht zur Kenntnis genommen? Will man es nicht zur Kenntnis nehmen? Und man sich\u00a0als Christ, zumal diese Entwicklung eine \u00a0immer breitere Wirkung entfaltet: Wie sieht\u00a0da unser Kampf f\u00fcr Gottes Ehre aus?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich bin sehr dankbar f\u00fcr dieses Kapitel 1.Sam.17. Aber wir m\u00fcssen es nat\u00fcrlich richtig deuten, und das ist eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wir haben auch als Gemeindehilfsbund im letzten Jahr versucht, ein kleines St\u00fcck Einsatz zu bringen f\u00fcr Gottes Ehre, indem wir 20.000 Unterschriften gesammelt haben als Mahnung an die evangelische Kirche, keine Beratungsscheine mehr auszustellen, die f\u00fcr die Liquidierung ungeborener Kinder verwendet werden. Aber an allen diesen Fronten kommt man sich vor wie ein David, wie ein kleiner junger Mann gegen\u00fcber einem hochger\u00fcsteten Goliath. Die \u00f6ffentliche Meinung ist so ein Goliath. Der Bundestag mit seinen versammelten \u00fcber 600\u00a0Abgeordneten ist so ein Goliath. Der Islam ist so ein Goliath. Und wenn ich an das Europ\u00e4ische Parlament denke, das nicht in der Lage ist, den Namen Gottes \u00fcberhaupt noch in den Grundlagen der europ\u00e4ischen Gesetzgebung zu verankern, dann mu\u00df ich ebenfalls sagen: Das ist auch so ein Goliath. \u00dcberall stehen die Goliaths, und man fragt sich: Ist denn da \u00fcberhaupt noch ein Kampf, ist da \u00fcberhaupt noch ein Einsatz, ist da noch Zeit und Kraft und Geld sinnvoll angesichts dieser \u00dcbermacht und \u00dcberm\u00e4chte? Und wer sich einmal vor Augen stellt, in welcher Zeit wir heute leben, wie die Ehre des lebendigen Gottes so au\u00dfer Acht gelassen und da und dort verh\u00f6hnt und mit F\u00fc\u00dfen getreten wird, der m\u00f6chte\u00a0eine Antwort h\u00f6ren aus der Heiligen Schriftauf die Frage: Wie k\u00f6nnen wir heute f\u00fcr Gottes Ehre eintreten?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Und so m\u00f6chte ich die Beschreibung dieses\u00a0Kampfes zwischen David und Goliath, der ja sehr schnell verlief, dazu nutzen zu versuchen, geistlich zu deuten, was dieser Kampf f\u00fcr uns heute bedeutet und was wir f\u00fcr Konsequenzen heute daraus ziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich habe drei Punkte vorbereitet, \u00fcber die ich gerne in der Predigt nachdenken will. 1.) Ich stelle fest, da\u00df David bestimmte Voraussetzungen f\u00fcr seinen Kampf und f\u00fcr seinen Sieg mitgebracht hat. 2.) Ich\u00a0stelle fest, da\u00df er bestimmte Waffen abgelehnt hat, ganz besondere Waffen hatte,\u00a0\u00a0andere Waffen bevorzugt hat. 3.) Ich stelle schlie\u00dflich fest, da\u00df sein Sieg ihm eigentlich gar nichts eingebracht hat, weder ein Dankesch\u00f6n noch irgendeine Anerkennung, sondern ganz im Gegenteil Verfolgung. Und deswegen m\u00f6chte ich diesen dritten Teil nennen: \u201eDer einsame Sieg\u201c. Wir werden sehen, da\u00df dieses Kapitel f\u00fcr uns von hoher Aktualit\u00e4t ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Sehen wir uns einmal die Voraussetzungen an, die der David mitbrachte, um einen solchen im Grunde v\u00f6llig undenkbaren und unm\u00f6glichen Sieg erringen zu k\u00f6nnen. Man mu\u00df sich das einmal konkret vorstellen, nicht nur in seinen Erinnerungen an den Kindergottesdienst. Es gibt\u00a0 ja da einpr\u00e4same Lieder: Das mit der Schleuder und wie der gro\u00dfe Riese umf\u00e4llt. Das haben wir vielleicht in Erinnerung, aber vielleicht auch so verinnerlicht, da\u00df wir an die Herausforderung und an die hoch gef\u00e4hrliche Brutalit\u00e4t dieser Situation gar nicht mehr denken.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Was bringt David\u00a0f\u00fcr Voraussetzungen mit?<\/em><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1. <\/strong>Er war mit dem Heiligen Geist gesalbt worden. Wir erinnern uns an die nicht\u00a0humorlose Erz\u00e4hlung ein Kapitel vorher (1.Sam.16), wie David zum K\u00f6nig Israels gesalbt wird. Er hatte ja noch sieben andere Br\u00fcder,\u00a0der Vater Isai war nat\u00fcrlich geehrt, als Samuel kam, einen von ihnen zum K\u00f6nig zu salben. Isai l\u00e4\u00dft alle sieben S\u00f6hne der Reihe nach hervortreten. Sie haben sich wahrscheinlich noch schnell in ihre Sonntagskluft geworfen, und dann erschienen sie, einer stattlicher als der andere. Und dann mu\u00dften sie zur Kenntnis nehmen, da\u00df Gott\u00a0keinen von ihnen gemeint hat. Dann mu\u00df Samuel fragen: \u201eSind das denn wirklich der Knaben alle?\u201c Da erinnert sich der Vater: \u201eIch habe ja tats\u00e4chlich noch einen achten.\u201c Das war\u00a0David. Das h\u00f6rt sich alles fast m\u00e4rchenhaft an, hat aber doch eine\u00a0schlimme Wirklichkeit. Wir w\u00fcrden heute von Liebesentzug sprechen. Wir k\u00f6nnten uns niemals vorstellen, da\u00df ein Junge, der so vergessen wird vom eigenen Vater, \u00fcberhaupt innerlich die Kraft aufbringt, solche Auftr\u00e4ge, wie Gott sie ihm da \u00fcbertragen hat, auszuf\u00fcllen. Ein Psychologe w\u00fcrde sagen: \u201eAbsolut undenkbar!\u201c Aber David war es, und er hat den Heiligen Geist durch die Salbung \u00fcbertragen bekommen.\u00a0 Wenn man sich nun ansieht, wie David in diesem Heerlager auftritt, dann fragt man sich: Wo nimmt dieser Mann, dieser junge Mensch den Mut her? Ein ganzes Heer, und auch Saul wahrscheinlich darunter in einem K\u00f6nigszelt, bibbert vor Furcht.\u00a0Goliath erscheint auf der anderen Seite des Tales 40 Tage lang, stolziert da hin und her und verh\u00f6hnt Israel. Er hei\u00dft zwar allgemein Riese, aber im Urtext ist damit\u00a0eigentlich der \u201eMittelsmann\u201c gemeint, d.h. der Stellvertreter des Heeres. Er war der Vertreter, k\u00f6nnte man sagen. Die Philister lie\u00dfen sich durch ihn vertreten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nun steht David da, h\u00f6rt sich das an und sagt: \u201eDieser unbeschnittene Philister! Wie kommt der dazu, das Heer des lebendigen Gottes zu verh\u00f6hnen?\u201c Das mu\u00df man sich einmal vorstellen: Tausende von Soldaten stehen um ihn herum &#8211; und er als Newcomer tritt zu ihnen und stellt diese Frage. Das mu\u00df vom Heiligen Geist gewirkt worden sein, sonst kann einer nicht diesen Mut aufbringen. Das ist also die erste Voraussetzung, wenn man \u00fcberhaupt f\u00fcr Gottes Ehre etwas in dieser Welt tun will, da\u00df man den Heiligen Geist braucht. Sonst\u00a0bekommt man den Mut nicht, gegen den Strom zu schwimmen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2. <\/strong>Eng damit zusammen h\u00e4ngt die Tatsache, da\u00df es David gar nicht in erster Linie darauf ankommt, die m\u00f6gliche Unterdr\u00fcckung durch die Philister zu beenden, nicht die drohenden Zwangssteuern oder Hungerkatastrophen abzuwenden \u2013 das tauchte nat\u00fcrlich alles am Horizont mit auf. Vielmehr sieht er in erster Linie Gottes Ehre gef\u00e4hrdet. Er sieht Gottes Ehre verh\u00f6hnt. Das ist das zweite, wenn man sich wirklich hier einsetzen will, da\u00df Gottes Ehre in dieser Welt nicht ganz Schiffbruch erleidet, da\u00df man \u00fcberhaupt ein Sensorium f\u00fcr Gottes Ehre hat. Wir haben ja im vergangenen Jahr diese Unterschriftenaktion gestartet, die auch in einem hoffentlich viel gr\u00f6\u00dferen Rahmen noch weiterlaufen wird; wir sind da noch in Verhandlungen. Das haben wir in erster Linie nicht deswegen getan, weil die Renten- und Sozialsysteme abbrechen, wenn wir keine Kinder haben \u2013 das ist nat\u00fcrlich zwangsl\u00e4ufig die Folgeerscheinung \u2013, sondern weil hier Gottes Ehre angetastet wird. Mit jeder Abtreibung wird Gottes Ehre in den Schmutz getreten, weil hier ein Mensch liquidiert wird, den Gott zu seinem Ebenbild berufen hat und den er erl\u00f6sen will und mit dem er die Herrlichkeit verbringen will. Das ist der tiefste Grund, weswegen Christen an dieser Stelle wach werden und etwas tun m\u00fcssen. Die zweite Voraussetzung: Es mu\u00df einem wirklich um Gottes Ehre gehen. Alle anderen Punkte sind gut und sch\u00f6n, aber das ist der zentrale.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.<\/strong> Dann f\u00e4llt mir bei David auf: Er hatte einen sehr friedfertigen, sanftm\u00fctigen Geist. Er war kein Hei\u00dfsporn. Er ist\u00a0\u00a0 in dem Lager nicht aus dem Grund, weil er mit Goliath k\u00e4mpfen will. Er sollte ja nur ein paar K\u00e4sebrote abliefern, eine kleine St\u00e4rkung im Men\u00fc seiner Br\u00fcder. Das war sein\u00a0Auftrag vom Vater. Und jetzt h\u00f6rt und sieht er den Goliath. Da sagt er diesen Satz: \u201eWer ist dieser unbeschnittene Philister?\u201c Das h\u00f6rt einer seiner Br\u00fcder \u2013\u00a0Eliab \u2013, kommt zu David und schnauzt ihn an: \u201eIch kenne deine Vermessenheit! Ich kenne dein b\u00f6ses Herz!\u201c\u00a0 Ich wei\u00df nicht, wie ich reagiert h\u00e4tte. David hat jedenfalls die Kraft, bei einem solchen Angriff ruhig und sanftm\u00fctig zu bleiben. Die geh\u00e4ssigsten Geh\u00e4ssigkeiten kommen bekanntlich aus der eigenen Verwandtschaft. Das hat David an dieser Stelle auch erfahren m\u00fcssen. Aber er bleibt ruhig und stellt nur eine sachliche Gegenfrage: \u201eWas habe ich denn eigentlich getan? Ich habe doch nur gefragt.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das ist die dritte Voraussetzung f\u00fcr einen geistlichen Kampf, da\u00df man friedfertig sein mu\u00df \u2013 friedfertig und sanftm\u00fctig. Wer k\u00e4mpfen will, mu\u00df friedfertig sein. Wer im Reich Gottes k\u00e4mpfen will, mu\u00df friedfertig sein. Das h\u00e4tten die Kreuzritter mehr beherzigen m\u00fcssen \u2013 friedfertig zu sein und nicht die Muslime in Jerusalem abzuschlachten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich habe jetzt den Beitrag gelesen, den Johann Hesse auf der Gemeindenetzwerk-Seite \u00fcber die Kreuzz\u00fcge ver\u00f6ffentlicht hat. Diesen vorz\u00fcglichen Artikel sollte jeder gelesen haben. Da greifen Christen mit einem vermeintlich guten Ziel\u00a0zu v\u00f6llig untauglichen Mitteln. Das war eben kein geistlicher Kampf. Das war ein fleischlicher Kampf. Und der h\u00e4ngt uns Christen heute noch an!\u00a0Denn das Wort \u201eKreuzzug\u201c ist\u00a0 als Wort in die Iwritsprache und auch ins Arabische eingegangen. Wenn man mit einem Araber \u00fcber &#8222;Kreuzzug&#8220; spricht, wei\u00df er sofort, was los ist. Also ein friedfertiger Geist ist n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>4.<\/strong> Dann f\u00e4llt mir noch eine vierte Voraussetzung auf. David hat diesen Kampf gar nicht gesucht. Er war ja aus einem ganz anderen Grund ins Heerlager gekommen. Als er dann diesen \u00f6ffentlichen Satz gesagt hat: \u201eWer ist dieser unbeschnittene Philister?\u201c, wurde das dem Saul mitgeteilt. Der hat ihn dann zu sich gerufen, und erst dann\u00a0entstand die Frage, ob er sich bereit findet zum Kampf. Er antwortet Saul: \u201eIch bin bereit dazu!\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wer im Auftrag Gottes k\u00e4mpfen soll, der wird gerufen. Saul hat David gerufen. Es gibt ja so viele Fronten. Ich habe vorhin ein paar Fronten aufgez\u00e4hlt, wo man k\u00e4mpfen k\u00f6nnte und m\u00fcsste und sollte: Die Europa-Front, die Islam-Front usw. Aber ich denke, geistlich wird der Kampf erst dort, wo wir gerufen sind, wo wir einen ganz pers\u00f6nlichen Auftrag Gottes bekommen. Und den hat nicht jeder und nicht jede immer. Da mu\u00df man eine innere Berufung und einen Auftrag haben.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ich habe mich\u00a0neulich besch\u00e4ftigt mit\u00a0dem M\u00fcnsteraner Kardinal von Galen. Das war dieser mutige katholische Bischof , der seinen Mund aufgemacht hat gegen die Liqidierung behinderter Menschen in Nazi-Deutschland. Er hat die Ehre Gottes gesucht in schlimmster, dunkelster Zeit. 1941\/42 hat er seine ber\u00fchmten Predigten gehalten. Er war eigentlich sehr national gestimmt und deswegen nicht unbedingt gestimmt, die F\u00fchrung Deutschlands \u00f6ffentlich anzugreifen. Aber hier sah er Gottes Ehre aufs Schlimmste in den Schmutz getreten, da\u00df so genanntes lebensunwertes Leben umgebracht wurde. Und dann folgten seine mutigen Predigten! Ich zitiere einmal aus einer solchen Predigt: \u201eWir sind Ambo\u00df und nicht Hammer!\u201c Das finde ich sehr gut ausgedr\u00fcckt. \u201eWir sind Ambo\u00df und nicht Hammer. Wenn der Ambo\u00df aber hinreichend z\u00e4h, fest und hart ist, h\u00e4lt er meistens l\u00e4nger als der Hammer.\u201c Das ist ein gutes Wort. Wenn wir Christen fest sind in unserer pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugung und nicht unsern Mantel nach dem Wind h\u00e4ngen, dann wird sich der h\u00e4rteste Hammer an uns als untauglich erweisen. Ich finde, das ist ein gro\u00dfartiges Wort dieses Bischofs! Er ist leider kurz nach dem Krieg gestorben. Er hatte \u00fcbrigens den pers\u00f6nlichen Spruch: \u201eNec laudibus, nec timore!\u201c\u00a0Ein wegweisendes Lebensmotto!\u00a0Zu deutsch: \u201eWeder Lob noch Angst soll mich bewegen!\u201c Ich handle nicht deswegen, weil ich gelobt werde oder gelobt werden m\u00f6chte, und ich handle auch nicht deswegen, weil ich Angst habe vor Menschen. Ich handle, weil ich im Auftrag Gottes lebe und stehe. Solche Kirchenf\u00fchrer brauchten wir heute.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>5.<\/strong> Und dann sehe ich noch eine f\u00fcnfte Voraussetzung.\u00a0David war bereit, auch ganz allein in den Kampf zu ziehen. Wenn er gewartet h\u00e4tte, bis seine Br\u00fcder ihn ermutigt h\u00e4tten oder ein allgemeiner Konsens entstanden w\u00e4re, dann h\u00e4tte er lange warten k\u00f6nnen. Und selbst\u00a0Saul, der nun tief im Schlamassel steckte, sah sich nicht in der Lage, ihn zu ermutigen, sondern wollte ihn zun\u00e4chst sogar abhalten von diesem Kampf: \u201eDas wird doch nichts! Gib doch auf! Unm\u00f6glich! Wie willst du denn gegen diesen Riesen anstehen?\u201c 2\u00bd Meter war er gro\u00df, ungef\u00e4hr so gro\u00df wie der gr\u00f6\u00dfte Mensch heute auf Erden! Da war niemand, der ihn h\u00e4tte ermutigen k\u00f6nnen. Aber er geht diesen Weg. Er sagt: \u201eIch bin bereit dazu.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Einer der gro\u00dfen Fehler, den die Kirche im letzten Jahrhundert gemacht hat, war die Demokratisierung ihrer Entscheidungsprozesse. Immer mu\u00df erst ein Abstimmungsverhalten abgewartet werden in den kirchlichen Gremien und Synoden, bis\u00a0etwas in der Kirche geschieht. Wenn das damals so gewesen w\u00e4re, dann w\u00e4re kein Kampf zustande gekommen, h\u00f6chstens in umgedrehter Richtung. Man mu\u00df auch einmal\u00a0in der Lage sein und den Mut haben, einsame Entschl\u00fcsse zu fassen. Ob denn nun Br\u00fcder und Schwestern einen ermutigen oder nicht, ist letztlich dann egal. Wenn man vor Gott steht, dann mu\u00df man einfach handeln.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Als Pastor Kemner damals die Krelinger Glaubenshalle gebaut hat, sah sich\u00a0keiner in der Lage, ihn zu ermutigen. Ich habe die Debatten damals miterlebt in der Ahldener Bruderschaft. Das war ein Wenn und Aber und ein Hin und Her! Das war ein m\u00fchsamer Diskussionsprozess, bis Heinrich Kemner einfach gesagt hat: \u201eIch mach es!\u201c Wenn man im Reich Gottes irgendetwas bewegen will, dann mu\u00df man auch den Mut haben zur Einsamkeit. All das k\u00f6nnen wir hier lernen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1.\u00a0<\/strong>Jetzt bin ich bei den Waffen. Was hat David f\u00fcr Waffen? Oder frage ich erst einmal: Welche Waffen hat er nicht? Er bekam ja von Saul die beste R\u00fcstung, die es damals gab in Israel, die K\u00f6nigsr\u00fcstung, Sauls eigene R\u00fcstung. Die sieht er sich an, legt sie an, geht ein paar Schritte damit und sagt dann: \u201eDas bin ich nicht gewohnt. Lieber Saul, h\u00e4ng sie wieder zur\u00fcck in deine Kammer!\u201c Das mu\u00df ja\u00a0ein besonderes Erlebnis f\u00fcr\u00a0Saul gewesen sein! Wahrscheinlich hat er das als absolut arrogant oder \u00fcbergeschnappt angesehen, wie das einzige, das er\u00a0David zu dessen Sicherheit mitgeben konnte, nun von ihm abgelehnt wird! David bleibt bei seinem Hirtenstock und bei seiner Schleuder. Das waren die beiden einzigen Waffen, nein, Waffen\u00a0w\u00e4re zuviel gesagt. Das waren blo\u00dfe Gebrauchsgegenst\u00e4nde, die er kannte und mit denen er in den Kampf ziehen wollte. Man k\u00f6nnte sagen, das war eine v\u00f6llig unzureichende, geradezu wahnwitzige R\u00fcstung. Aber so dumm war das gar nicht. Gegen einen hochger\u00fcsteten 2\u00bd -Meter-Mann, der \u00fcberall mit Eisen und Panzer bekleidet und gesch\u00fctzt war,\u00a0hilft die beste R\u00fcstung nichts. Da hat man nur eine einzige Chance, n\u00e4mlich dort, wo das Visier aufgeht \u2013 dieser eine Zentimeter,\u00a0eine Millimeter genau gezielte Steinwaffe einzusetzen. So dumm war das nicht. Nat\u00fcrlich unter der Ma\u00dfgabe, da\u00df man zielen kann.\u00a0David konnte es, und Gott hat ganz bestimmt auch noch seinen Teil dazu beigelegt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wenn wir Gottes Ehre suchen in dieser Welt, den Mut und den heiligen Geist haben, dann gen\u00fcgen unsere eigenen M\u00f6glichkeiten. Dann brauchen wir keine gro\u00dfartigen R\u00fcstungen oder Beglaubigungen oder Unterst\u00fctzungen. Dann brauchen wir keine \u201econnections\u201c, wie das heute hei\u00dft. Dann sind wir der, der wir sind \u2013 ganz schlichte Mitb\u00fcrger. Dann haben wir trotzdem unsere M\u00f6glichkeiten, die wir gerade haben. Einer kann gut reden, ein anderer kann nicht so gut reden. Einer hat Geld, ein anderer hat nicht so viel Geld. Das sind alles v\u00f6llig nebens\u00e4chliche Punkte. Gott nutzt unsere bescheidenen M\u00f6glichkeiten, die jeder von uns hat. Das lerne ich hier an diesem Waffenarsenal. Jesus hatte gar nichts, nicht einmal eine Steinschleuder, auch keinen Hirtenstab. Er hatte nur das Wort Gottes, als der Versucher an ihn herantrat. Und Gideon hatte zwar 20.000 Mann, aber das war viel zu viel f\u00fcr den Kampf, in den er\u00a0ziehen sollte. Und dann mu\u00dfte erst mal nach Gottes Gehei\u00df die Mannschaft verringert werden. Zum Schluss blieben\u00a0ganze 300 \u00fcbrig! Von 20.000 auf 300 hat Gott dieses Heer dezimiert. Und was hat Gideon dann gehabt? Nicht eine einzige Waffe! Er hatte Posaunen f\u00fcr seine Leute, er hatte leere Kr\u00fcge und ein paar Fackeln. Mit diesem Arsenal k\u00e4mpft Gideon und \u00fcberf\u00e4llt das Lager. Und die Midianiter fl\u00fcchten in einem Gottesschreck!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Unser Kampf f\u00fcr Gottes Ehre kommt mit einem Minimum von Aufwand aus. Das lerne ich aus den Waffen Davids.\u00a0 Ich frage mich ganz pers\u00f6nlich, ob wir nicht oft viel zu viel Aufwand treiben. Ich war f\u00fcnf Jahre Gemeindepfarrer. Was habe ich dort f\u00fcr einen Aufwand getrieben: Jedes Jahr eine Evangelisation! Und die Vorbereitungen! Und die Schulungen! Und die Hauskreise!\u00a0Was habe ich nicht alles organisiert. Alle drei bis vier Monate gab es irgendeinen besonderen Gast in der Gemeinde, irgendein highlight.\u00a0Heute komme ich immer mehr dahinter, da\u00df ich zu viel gemacht habe! Gott hat es nicht n\u00f6tig, durch solche\u00a0 highlights zu wirken. Diesen Stil habe ich damals als Studienleiter in Krelingen weiter gepflegt. Heinrich Kemner sagte mir dann einmal in einer pers\u00f6nlichen Unterredung: \u201eDu, pa\u00df\u00a0auf: Du brauchst das <em>multum<\/em>, nicht das <em>multa<\/em>!\u201c Was hei\u00dft das? <em>Multum<\/em> ist der volle letzte Einsatz, viel Arbeit.\u00a0<em>Multa<\/em> ist das Vielerlei, also alles m\u00f6gliche, das, was man alles auch noch machen k\u00f6nnte. Da sagte Heinrich Kemner mir ein weises Wort. \u201eDu brauchst das <em>multum<\/em>. Renne nicht dem <em>multa <\/em>hinterher, was alles noch sein k\u00f6nnte und was du auch noch alles machen k\u00f6nntest. Mache das, was dir aufgetragen ist, und mach das v\u00f6llig, mit letzter Hingabe. Das reicht v\u00f6llig, und Gott macht daraus Seine Ziele!\u201c Also: Weniger ist mehr \u2013 das ist eine gute Devise. Aber ich mu\u00df mir die\u00a0t\u00e4glich sagen. Das ist sehr schwer zu lernen. Weniger ist mehr \u2013 das ist eine ganz schwere Devise f\u00fcr Aktivmenschen. Aber im Grunde ist es Unglaube. Man denkt, durch viele Angebote w\u00fcrde man im Reich Gottes etwas bewegen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2.<\/strong>\u00a0Dann nehme ich als n\u00e4chste Waffe die Gewi?heit, die David hatte. Das ist ja auch eine Waffe \u2013 eine geistliche Waffe. Wenn ich wei\u00df, da\u00df Gott den Kampf jetzt will, dann kann ich so wie David sprechen: \u201eDu kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spie\u00df. Ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres von Israel, den du verh\u00f6hnt hast!\u201c Was spricht daraus f\u00fcr eine Gewi\u00dfheit! \u201eDu mit deiner ganzen R\u00fcstung, auf die du dich verl\u00e4\u00dft \u2013 und ich ohne R\u00fcstung. Aber ich habe die Gewissheit, da\u00df ich im Namen Gottes hier stehe!\u201c Das ist etwas ganz anderes! Diese Waffe zu haben, ist k\u00f6stlich. Und die brauchen wir heute in all dem \u00f6ffentlichen Einsatz oder auch innerhalb der Familie f\u00fcr Gottes Sache und Gottes Ehre.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Als Hudson Taylor nach China ausreisen wollte, hatte er noch ein Gespr\u00e4ch mit seinem Ortspfarrer. Dem sagt er: \u201eMir ist klar geworden: Ich mache das so wie Jesus mit\u00a0den 72 J\u00fcngern, die er ohne irgendetwas ausgesandt hat. Ich nehme ebenfalls\u00a0\u00fcberhaupt nichts mit.\u201c Da antwortet sein Pfarrer: \u201eJunger Mann, ich halte Ihnen Ihre Jugend zugute. Aber das sind doch Gedanken, die Sie \u00fcberwinden sollten. Sie m\u00fcssen doch realistisch werden. Das hat vielleicht damals zu Jesu Zeiten funktioniert, aber doch heute nicht!\u201c Und Hudson Taylor ist ohne alles ausgewandert, und Gott hat ihn beglaubigt &#8211; bis heute. Weil er eben die Gewi\u00dfheit hatte, f\u00fcr Gottes Ehre zu k\u00e4mpfen und Gottes Namen gro\u00df zu machen. Die Gewi\u00dfheit, f\u00fcr Gott jetzt am richtigen Platz zu stehen und den Mund aufzumachen und f\u00fcr Gottes Ehre einzutreten, das ist mit nichts zu bezahlen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3.<\/strong>\u00a0Eng damit zusammen h\u00e4ngt die Zuversicht &#8211; die Zuversicht, da\u00df Gott siegt: \u201eDer HERR, der mich von L\u00f6wen und B\u00e4ren errettet hat, der wird mich auch vor diesem Philister erretten!\u201c Liebe Br\u00fcder und Schwestern, wir brauchen Zuversicht. Die k\u00f6nnen wir uns nat\u00fcrlich nicht selber geben. Die mu\u00df uns der Heilige Geist schenken. Zuversicht meint: \u201eDieser Einsatz, in dem ich jetzt stehe, wird von Gott beglaubigt!\u201c Ich erinnere noch einmal an die Unterschriftenaktion. Nachdem ich gefragt wurde: \u201eNa, wie viel Unterschriften erwartest du denn?\u201c Da habe ich gesagt: \u201eMindestens 20.000!\u201c Da war ich der einzige, der daran geglaubt hat. Aber es hat sich bewahrheitet. Jetzt haben wir ein Nachgespr\u00e4ch gef\u00fchrt, und ich sagte: \u201eIch erwarte bei der n\u00e4chsten Aktion 200.000, wenn es uns gelingt, sie auf eine breitere Basis zu stellen. Wenn ein kleiner Verein mit 550 Mitgliedern in vier Monaten 20.000 Unterschriften kriegt, dann mu\u00df es doch m\u00f6glich sein, 200.000 Christen zu finden, die sich per Unterschrift gegen die Beratungs- bzw. T\u00f6tungsscheine aussprechen. Wenn die Evangelische Allianz, der Gnadauer Verband und andere gro\u00dfe Verb\u00e4nde mitziehen.\u201c Da habe ich nat\u00fcrlich erst einmal wieder ungl\u00e4ubiges L\u00e4cheln geerntet. Aber ich bleibe dabei.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das sind also die Waffen: unsere kleinen M\u00f6glichkeiten, die Gewi\u00dfheit, da\u00df Gott selber k\u00e4mpft und die Zuversicht, da\u00df Gott siegt. Mehr Waffen brauchen wir nicht.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damit bin ich beim Sieg. Da f\u00e4llt also Goliath um. Dieser eine Zentimeter hat gelangt. Das Visier war offen und der Stein fuhr in die Stirn hinein. David geht hin und haut ihm den\u00a0Kopf ab. Er nimmt aber nicht sein eigenes Schwert \u2013 er hatte ja gar keines. Er nimmt das Schwert\u00a0Goliaths. Was ist das f\u00fcr ein Sieg! Man mu\u00df sich die Umst\u00e4nde etwas n\u00e4her ansehen. Da wird sich n\u00e4mlich zeigen, da\u00df genau so, wie nur wenige den Kampf Davids verstanden haben, jetzt auch nur wenige den Sieg verstehen \u2013 n\u00e4mlich als Gottes Sieg. Wie geht es weiter? Es sind ja nur kurze Andeutungen in der Heiligen Schrift. Das Heer Israels, das vorher noch vor Angst gebibbert hat und Goliath m\u00f6glichst den R\u00fccken zeigen wollte, wird pl\u00f6tzlich mutig und zieht den Philistern hinterher. David aber bekommt kein Dankesch\u00f6n \u2013 gar nichts. Die Soldaten ziehen\u00a0einfach los. Pl\u00f6tzlich kriegen sie Mut.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wer Dank und Anerkennung sucht f\u00fcr seinen geistlichen Einsatz, der hat den Sinn seines Einsatzes noch gar nicht verstanden.\u00a0 Wenn unser Einsatz f\u00fcr das Reich Gottes ohne Dankbarkeit und ohne Anerkennung bleibt und wir dar\u00fcber mi\u00dfmutig werden, dann haben wir den besten Beweis daf\u00fcr erbracht, da\u00df wir gar nicht f\u00fcr Gott gearbeitet haben, sondern f\u00fcr uns selber. Das ist eine bittere Pille, die man dann schlucken mu\u00df. Ich lerne hier an 1. Sam. 17, da\u00df man \u00fcberhaupt keinen Dank und keine Anerkennung erwarten darf, wenn man sich f\u00fcr Gottes Dinge einsetzt in dieser Welt. David schleppt den abgehauenen Kopf zu Saul und mu\u00df die n\u00e4chste Dem\u00fctigung hinnehmen. Obwohl er ja schon mit Saul in Kontakt stand, obwohl er schon in Sauls Haus gedient und geholfen hat, fragt Saul\u00a0David: \u201eWer bist du denn?\u201c Erst fragt er den Abner, dann fragt er\u00a0David selber: \u201eWessen Sohn bist du denn?\u201c Er behandelt ihn also unter \u201eferner liefen\u201c. Das sch\u00f6ne Versprechen, die Tochter\u00a0Sauls zur Frau zu bekommen, war Schnee von gestern. Nichts hat David bekommen. Erst sp\u00e4ter kam dann Michal (eine andere Tochter von Saul), weil sie sich verliebt hatte, auf David zu. Gott hat es dann schlie\u00dflich und endlich \u00fcber diesen Umweg doch noch gewirkt, da\u00df er eine der T\u00f6chter Sauls zur Frau bekam. Aber Saul wollte sich an nichts mehr erinnern. Was mu\u00df das f\u00fcr eine Entt\u00e4uschung f\u00fcr David gewesen sein! Er setzt sein Leben aufs Spiel \u2013 und die Welt dreht sich weiter, als ob \u00fcberhaupt nichts passiert w\u00e4re. Es k\u00fcndigt sich hier schon die Ablehnung Davids durch Saul an. Dann kommt ein paar Verse sp\u00e4ter die Szene, wie die Frauen Israels auf die Stra\u00dfe gehen und Lob- und Danklieder auf David singen. Saul erf\u00e4hrt das und fragt vor Neid innerlich ergrimmt: \u201eWas?! David kriegt mehr an Dank und Lob als ich, der K\u00f6nig?!\u201c In der Heiligen Schrift steht da, wie sich sein Herz verschlo\u00df und er vor Neid gelb wurde.\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Undankbarkeit, Ablehnung, Neid \u2013 das ist das, was wir ernten in dieser Welt, wenn wir uns f\u00fcr die Belange des Reiches Gottes und f\u00fcr die Ehre Gottes einsetzen. Aber, liebe Br\u00fcder und Schwestern, etwas kann uns niemand nehmen \u2013 und damit will ich schlie\u00dfen. Und das steht gleich im n\u00e4chsten Kapitel (18,12). Das sind f\u00fcnf kurze knappe Worte, aber die haben es in sich. Und die w\u00fcnsche ich uns allen, wenn wir wache Christen sind und uns wirklich f\u00fcr die Ehre Gottes in dieser Welt einsetzen. Da steht n\u00e4mlich: \u201eDer HERR war mit ihm.\u201c Das ist das Beste und das Sch\u00f6nste, das Gewaltigste, das einem Menschen in dieser kurzen Erdenzeit \u00fcberhaupt passieren kann, wenn der HERR mit ihm ist. Das m\u00f6ge Gott uns schenken.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Amen<\/p>\n<p><em>Predigt in Stellichte\u00a0bei Walsrode am 2.5.2010<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Kampf f\u00fcr Gottes Ehre\u00a0(1. Samuel 17) Liebe Br\u00fcder und Schwestern, die Predigt behandelt die Frage des richtigen geistlichen Kampfes. Der Predigttext steht in 1. Sam. 17, die Geschichte von David und Goliath. 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