{"id":4609,"date":"2010-05-07T10:16:54","date_gmt":"2010-05-07T08:16:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4609"},"modified":"2010-05-07T10:20:04","modified_gmt":"2010-05-07T08:20:04","slug":"sexualerziehung-haufig-schamverletzend-und-enthemmend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4609","title":{"rendered":"Sexualerziehung h\u00e4ufig schamverletzend und enthemmend"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sexualerziehung h\u00e4ufig schamverletzend und enthemmend<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Regine Schwarzhoff, Vorsitzende des Elternverein NRW e.V., im Gespr\u00e4ch mit FreieWelt.net \u00fcber die Brisanz verpflichtender Sexualerziehung von Kindern in den Grundschulen von Nordrhein-Westfalen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FreieWelt.net:<\/strong> <em>Vor drei Wochen wurden in Salzkotten, in der N\u00e4he von Paderborn, zwei Familienm\u00fctter in Haft genommen, weil sie ihre Kinder von einem Theaterst\u00fcck ferngehalten haben, das die Grundschule im Rahmen der Sexualerziehung anberaumt hatte. Das klingt wie ein St\u00fcck aus dem Tollhaus. Ist Aufkl\u00e4rung \u00fcber Sexualit\u00e4t nicht in erster Linie Elternsache?<!--more--><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regine Schwarzhoff:<\/strong> Nach Artikel 6 Grundgesetz haben wir Eltern als allererste das Recht und die Pflicht, unsere Kinder zu erziehen. Wenn staatliche Institutionen solche Zwangsma\u00dfnahmen benutzen, um in die Kindererziehung einer Familie einzugreifen, die diese Verantwortung sehr bewu\u00dft wahrnimmt, stellt dieser Staat sich ein Armutszeugnis aus. Die betroffenen Familien, die zu einer christlichen Baptistengemeinde geh\u00f6ren, werden systematisch unter Druck gesetzt, erst die V\u00e4ter, dann die M\u00fctter in Erzwingungshaft genommen und wie zu Gef\u00e4ngnisstrafen verurteilte T\u00e4ter behandelt. Und das, weil sie ihre Rechte und Pflichten als Eltern aus ihrem Glauben und Gewissen besonders ernst nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FreieWelt.net:<\/strong> <em>Was genau wird den Kindern in der Sexualkunde der Grundschule denn beigebracht?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regine Schwarzhoff:<\/strong> An unserem Nottelefon haben wir immer wieder entsetzte Eltern, die beim Elternverein Rat suchen und haarstr\u00e4ubende Geschichten erz\u00e4hlen. Im Alter von 8 bis 9 Jahren lernen Kinder in der Grundschule unter anderem, Kondome \u00fcber Holzpenisse oder Bananen zu ziehen, und m\u00fcssen Schilderungen sexueller Praktiken von ihren Lehrkr\u00e4ften anh\u00f6ren. Oft wird ihnen von sexuellen Kontakten Erwachsener so detailliert berichtet und vorgeschw\u00e4rmt, da\u00df besonders Jungen neugierig gemacht werden und versuchen, diese Dinge an sich selbst oder gar an Mitsch\u00fclerinnen auszuprobieren. Die stimulierenden und sexualisierenden Brosch\u00fcren der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung BZgA \u2013 immerhin einer Bundesbeh\u00f6rde \u2013 dienen dazu als Grundlage, aber gleichzeitig als Legitimation, obwohl die BZgA sie &#8222;nur&#8220; zur Verf\u00fcgung stellt. Die Brosch\u00fcre der BZgA f\u00fcr die 8- bis 12-J\u00e4hrigen &#8222;Kleines K\u00f6rper-ABC&#8220; enth\u00e4lt unter anderem detailgetreue realistische Zeichnungen von Erwachsenengenitalien beider Geschlechter. \u00dcber Kinder, die sich beim Betrachten solcher Bilder sch\u00e4men, wird gelacht; manchmal stellen Lehrkr\u00e4fte sie sogar vor der Klasse blo\u00df als verklemmt und pr\u00fcde. Deshalb sch\u00e4men sie sich so sehr, da\u00df sie sich nicht einmal der eigenen Mutter anvertrauen k\u00f6nnen. Wenn wir Eltern von diesen Dingen erfahren, dann nur aus Zufall, weil die Kinder eine Frage stellen oder irgend ein Wort gebrauchen, das wir nicht in ihrem Wortschatz vermutet h\u00e4tten. Eine Mutter berichtete k\u00fcrzlich von einer Lehrerin, die den Kindern frank und frei eine Abtreibung gestand und dies als geeignetes Mittel der \u201eEmpf\u00e4ngnisverh\u00fctung\u201c darstellte. In einem anderen Fall wurde Grundschulkindern der Geburtsvorgang anschaulich dargestellt, indem eine mit der Lehrerin befreundete Hebamme eine Puppe durch den Ausschnitt eines Pullovers quetschte, w\u00e4hrend die Lehrkraft dazu passend st\u00f6hnte und hechelte. Man mu\u00df nicht mal gl\u00e4ubiger Christ sein, um solche Darstellungen abzulehnen. Wenn Eltern ihre Kinder bewu\u00dft christlich erziehen, werden ihre Erziehungs- und Glaubensgrunds\u00e4tze durch solchen &#8222;Unterricht&#8220; gravierend untergraben. Das ist unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das verbriefte Recht der Eltern, die Inhalte und Materialien f\u00fcr den Sexualerziehungsunterricht der Schule \u201erechtzeitig\u201c \u2013 d.h. vor Beginn mit dem Unterricht \u2013 einzusehen und Einwendungen zu erheben, wird meistens ignoriert oder sogar gezielt umgangen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hintergr\u00fcnde k\u00f6nnen ebenfalls Scham der Lehrkr\u00e4fte sein, aber auch mangelnde Vorbereitung des Themas oder einfach Zeitnot. Beim Elternabend erf\u00e4hrt man, die \u201eB\u00fccher\u201c l\u00e4gen noch nicht vor, oder die Eltern kennen ihr Recht gar nicht und stellen leider keine Fragen. Oft berichten Eltern, da\u00df sie \u201eaus Versehen\u201c die Brosch\u00fcren der BZgA gesehen haben; die Lehrkraft h\u00e4tte den Kindern verboten, sie mit nach Hause zu nehmen, denn sie w\u00fcrden ja jeden Tag gebraucht. Es sind sogar F\u00e4lle bekannt, wo Eltern die Befreiung des Kindes von den SE-Unterrichtsstunden erwirkt hatten, die Lehrkr\u00e4fte aber willk\u00fcrlich die Stunden so erteilten, da\u00df die Eltern das Kind nie rechtzeitig abholen und wiederbringen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FreieWelt.net:<\/strong> <em>Worin sehen Sie Gefahren f\u00fcr die Kinder?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regine Schwarzhoff:<\/strong> Schulische Sexualerziehung wurde in den 70er Jahren eingef\u00fchrt und wird seit den 90erJahren vorwiegend mit der Zielsetzung begr\u00fcndet, Mi\u00dfbrauch, Fr\u00fchschwangerschaften und AIDS-Infektionen zu verringern. Das Gegenteil wurde erreicht. Laut Publikationen der &#8222;\u00c4rztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsf\u00f6rderung der Frau&#8220; \u00c4GGF stiegen von 1996 bis 2004 allein die Schwangerschaftsabbr\u00fcche bei unter 18-J\u00e4hrigen um 66%, bei unter 15-J\u00e4hrigen war es sogar ein Anstieg um 113%! Schon 13-J\u00e4hrige erwarten Babys von fast Gleichaltrigen, 15-J\u00e4hrige mi\u00dfbrauchen Kleinkinder &#8211; fast t\u00e4glich lesen wir solche Meldungen in der Zeitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Eltern k\u00f6nnen auf konkrete Fragen der Kinder antworten und ihnen bei passender Gelegenheit so viel erz\u00e4hlen, wie sie wirklich wissen wollen und m\u00fcssen. Dabei merken wir schnell, wenn ihre Aufmerksamkeit f\u00fcr dieses Thema ersch\u00f6pft ist und sie sich anderen Dingen zuwenden. Es gibt immer wieder Anl\u00e4sse, einem Kind Kenntnisse \u00fcber Sexualit\u00e4t zu vermitteln, die es weder \u00fcberfordern noch in seiner Scham verletzen. Dabei kommt es ma\u00dfgebend darauf an, die Darstellung dem jeweiligen Reifegrad des Kindes anzupassen, den es durch seine (Nach-)Fragen eindeutig erkennen l\u00e4\u00dft. Es geht dabei also um einen einf\u00fchlsam zu begleitenden Wachstumsproze\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schulische Sexualerziehung in der heutigen Form wirkt sehr h\u00e4ufig schamverletzend und enthemmend. Sie ermutigt zum ungebremsten Experimentieren mit dem K\u00f6rper, f\u00fchrt demnach zu einer Fr\u00fchsexualisierung bei Verharmlosung der Folgen (siehe Abtreibung). Sexualit\u00e4t wird quasi als selbstverst\u00e4ndliche private Form des Leistungssports deklariert. Wenn schon 15-j\u00e4hrige M\u00e4dchen sich damit br\u00fcsten, &#8222;es&#8220; gleichzeitig mit 12 M\u00e4nnern zu machen und alle dabei &#8222;optimal zu befriedigen&#8220; \u2013 so der Journalist Walter W\u00fcllenweber bei der Sendung HartaberFair am 16.05.2007 \u2013 ist das ein extremer Beleg daf\u00fcr, da\u00df unser Jugendschutz seinen Namen nicht verdient. Kindern wird schon durch Medien und Werbung eine \u00fcberm\u00e4chtige Flut an sexuell stimulierenden Darstellungen und Bel\u00e4stigungen bis hin zu Pornographie zugemutet. Dem k\u00f6nnen sie sich entziehen, aber in der Schule wird die Aufmerksamkeit der Kinder gezwungenerma\u00dfen darauf gelenkt und das Interesse daf\u00fcr erst geweckt und dann noch gen\u00e4hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese &#8222;Aufkl\u00e4rung&#8220; stellt eine reine oberfl\u00e4chliche Triebbefriedigung als erstrebenswert dar, die mit Liebe und gegenseitiger Achtung und Respekt nichts mehr zu tun hat. Wenn unseren Kindern in der Schule dies als Sinn der Sexualit\u00e4t hingestellt wird, k\u00f6nnen wir Eltern kaum mehr etwas dagegensetzen. Eltern, die ihre Kinder als wundervolles Ergebnis ihrer innigen Liebe zueinander erfahren und ihren Kindern w\u00fcnschen, da\u00df sie sp\u00e4ter dasselbe Wunder erleben d\u00fcrfen, sind einer derartigen Fr\u00fchsexualisierung und Instrumentalisierung gegen\u00fcber machtlos, denn ihre Kinder verstehen sie nicht. Dadurch wird zus\u00e4tzlich das Vertrauen der Kinder zu den Eltern ge- bzw. zerst\u00f6rt und die elterliche Erziehungskompetenz schon im Grundschulalter untergraben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FreieWelt.net:<\/strong> <em>Sexueller Missbrauch ist z.Zt. in aller Munde. Brauchen Kinder nicht fr\u00fchzeitig eine klare Vorstellung von Sexualit\u00e4t, um sich gegen \u00dcbergriffe wehren zu k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regine Schwarzhoff:<\/strong> Das ist ein schwerwiegender Irrtum, der diese Misere mit ausgel\u00f6st hat. Die sexuelle &#8222;Befreiung&#8220; f\u00fchrt dazu, da\u00df die nat\u00fcrliche Scham der Kinder ausgehebelt wird \u2013 die Psychotherapeutin Christa Meves benutzt den Begriff &#8222;Entsch\u00e4mung&#8220;. Das bedeutet, da\u00df der angeborene Schutzmechanismus, der ein Kind vor einem entbl\u00f6\u00dften Geschlechtsteil oder ungewollten Ber\u00fchrungen weglaufen l\u00e4\u00dft, vernichtet wird. \u201eDas habe ich ja schon in der Schule gesehen, dann ist das ja wohl normal\u201c, wird das Kind denken, statt sich in Sicherheit zu bringen. Die detaillierten Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Sexualit\u00e4t Erwachsener erwecken bei den Kindern den Eindruck, da\u00df sie sich daf\u00fcr interessieren m\u00fcssen und da\u00df es sie angeht, schon im Alter von 8 oder 9 Jahren. Das bedeutet, ihnen wird ihre Unwissenheit, also ihre &#8222;Unschuld&#8220; genommen, die sie auch davor sch\u00fctzt, sich daran schuldig zu f\u00fchlen, wenn Erwachsene sich an ihnen vergreifen. Dadurch da\u00df ihnen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr solche Handlungen abverlangt wird \u2013 sie sollen ja diese Handlungen verstehen \u2013 , wird ihre Distanz derart verringert, da\u00df sie sich von Beginn an einbezogen und verwickelt f\u00fchlen; der Befreiungsimpuls wird dadurch erst recht ausgehebelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FreieWelt.net:<\/strong> <em>Was muss in NRW ge\u00e4ndert werden, damit Konflikte zwischen Eltern und Schule nicht wieder so eskalieren wie in Salzkotten und gerade die V\u00e4ter und M\u00fctter, die ihre Elternverantwortung besonders ernst nehmen, im Gef\u00e4ngnis landen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regine Schwarzhoff:<\/strong> Die in NRW geltenden Sexualerziehungsrichtlinien, die dem schamverletzenden Mi\u00dfbrauch durch schulische und au\u00dferschulische Lehrpersonen Raum bieten, m\u00fcssen dringend \u00fcberarbeitet werden. Das hat der Elternverein NRW e.V. von Beginn an gefordert und wiederholt von Politikern und Landesregierungen verlangt. Das Recht der Eltern auf Information mu\u00df gewahrt und Einwendungen gegen die Auswahl der Unterrichtsinhalte m\u00fcssen ernstgenommen werden, und Eltern m\u00fcssen in ihrer Erziehungsverantwortung gest\u00e4rkt und unterst\u00fctzt werden, statt sich daf\u00fcr rechtfertigen zu m\u00fcssen, da\u00df sie sie wahrnehmen. Es mu\u00df f\u00fcr alle Beteiligten selbstverst\u00e4ndlich sein, Kinder bei un\u00fcberbr\u00fcckbaren Differenzen in den Werthaltungen vom SE-Unterricht zu befreien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Grundgesetz sch\u00fctzt Eltern in der Aufgabe, f\u00fcr die Erziehung ihrer Kinder vorrangig die Verantwortung zu tragen, insbesondere was ethische Ma\u00dfst\u00e4be betrifft. Der Erziehungswissenschaftler Werner Lauff benennt in seinem neuen Buch \u201eDas Elterndiplom\u201c (G\u00fctersloher Verlagshaus 2010) drei Erziehungsziele elterlicher F\u00fcrsorge: k\u00f6rperliche Gesundheit, geistige Klarheit und seelische Ruhe. Damit legen wir in unseren Kindern die Grundlagen f\u00fcr Bildung und verantwortliches Handeln. Dabei darf uns niemand behindern, schon gar nicht eine staatliche Pflichtschule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Hedwig von Beverfoerde, <a href=\"http:\/\/www.freiewelt.net\">FreieWelt.net<\/a>, 29.04.2010<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Internetseite des <a href=\"http:\/\/www.elternverein-nrw.de\/\">Elternvereins NRW<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Initiative Eltern entscheiden! Stoppt Sexualkunde-Zwang f\u00fcr Grundsch\u00fcler in NRW auf <a href=\"http:\/\/www.abgeordneten-check.de\/kampagne\/46-stoppt-sexualkunde-zwang-fur-grundschuler-in-nrw.html\">AbgeordnetenCheck.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sexualerziehung h\u00e4ufig schamverletzend und enthemmend Regine Schwarzhoff, Vorsitzende des Elternverein NRW e.V., im Gespr\u00e4ch mit FreieWelt.net \u00fcber die Brisanz verpflichtender Sexualerziehung von Kindern in den Grundschulen von Nordrhein-Westfalen. 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