{"id":4410,"date":"2010-04-04T05:00:24","date_gmt":"2010-04-04T03:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4410"},"modified":"2010-03-31T16:18:02","modified_gmt":"2010-03-31T14:18:02","slug":"ostergewisheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4410","title":{"rendered":"Ostergewi\u00dfheit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ostergewi\u00dfheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Vorlesung sprach Karl Barth einmal davon, da\u00df das Osterereignis eine schmale historische Breite habe. Wenn man die Kette der Osterzeugen \u00fcberschaut, besonders die im ersten Korinther 15 genannten, ist das wahrlich keine schmale Breite. Im Jahre 62, als Paulus den Korintherbrief schrieb, lebten nicht nur einige Frauen, die dem Auferstandenen begegnet waren, sondern wahrscheinlich waren noch viele hundert Zeugen am Leben von den erw\u00e4hnten 500 Br\u00fcdern, die dem Auferstandenen begegnet waren. Aber wie dem auch sei, das Osterereignis, als das Wichtigste der Weltgeschichte, wird nicht dadurch \u00fcberzeugender, da\u00df man die Kette menschlicher Zeugen m\u00f6glichst breit f\u00e4chert und mit wissenschaftlicher Gr\u00fcndlichkeit das F\u00fcr und Wider abw\u00e4gt. Das Osterereignis ist f\u00fcr jeden, der in Jesus von Nazareth den Christus Gottes entdeckt und durch ihn zum lebendigen Glauben findet, das Postulat der christlichen Existenz \u00fcberhaupt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes berichtet, da\u00df Jesus erst in dem Augenblick den Weg zum Kreuz ging, als er wu\u00dfte, da\u00df der Vater ihm alles in seine Hand gegeben hatte. Wer immer Gott Gott sein l\u00e4\u00dft, wie Luther sagt, der findet hier eine Logik, die es uns verst\u00e4ndlich macht, da\u00df Jesus in das Tal der Gottesfinsternis hinabstieg in der Gewi\u00dfheit, da\u00df die Erl\u00f6sung, die durch sein Kreuz erfunden wurde, im Osterereignis vom Vater beglaubigt werden mu\u00dfte. Wenn schon Abraham sein Glaube, im Falle von Isaaks Opferung, mit der Gewi\u00dfheit, da\u00df Gott seinen Sohn wieder auferwecken k\u00f6nne, zur Gerechtigkeit gerechnet wurde, wie viel mehr ist dann im Glaubensweg Jesu zum Kreuz die Antwort nach Ostern nicht nur gesucht, sondern der Kern seiner Sterbensgewi\u00dfheit \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir will oft scheinen, da\u00df unsere Kirche und glaubende Gemeinde weithin die Kraft des Osterjubels verloren hat. Wer dem Auferstandenen begegnet ist, der singt mit Paul Gerhardt: Die Welt ist mir ein Lachen &#8230;! Wer dem Auferstandenen begegnet ist, der lebt in einer anderen Bewegung, der deutet alles aus einer erf\u00fcllten Wirklichkeit. Die Sehnsuchtshoffnung einer blo\u00dfen Mitmenschlichkeit ohne Ostern ist Selbsterfassung im Unglauben. An der Bewegung der Kirche und an ihrer Gewi\u00dfheit deutet sich, ob gelebte Zeit \u00fcberholte Zeit ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach, da\u00df uns der Herr wieder Osterzeugen schenken wolle, wie einst in der V\u00e4ter Zeiten. Ach, da\u00df wir wieder Vollmacht f\u00e4nden zu dem Siegesruf: Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Lebst du in dieser Ostergewi\u00dfheit? Nun, es entscheidet sich daran, ob du mit Johannes bezeugen kannst: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt \u00fcberwunden hat. Anders gesprochen: Im paulinischen Zeugnis entscheidet es sich daran, ob du in einer Welt voll Angst und Ungewi\u00dfheit wie eine heilige Provokation es ausrufen kannst: &#8222;Tod, wo ist dein Stachel? H\u00f6lle, wo ist dein Sieg? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesus Christus'&#8220; &#8211; &#8222;Darum seid fest und unbeweglich und nehmet immer zu im Werk des Herrn, denn ihr wisset, da\u00df eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.&#8220;<\/p>\n<p><em>Heinrich Kemner, Erweckliche Stimme, April 1982, Nr. 4<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostergewi\u00dfheit In einer Vorlesung sprach Karl Barth einmal davon, da\u00df das Osterereignis eine schmale historische Breite habe. Wenn man die Kette der Osterzeugen \u00fcberschaut, besonders die im ersten Korinther 15 genannten, ist das wahrlich keine schmale Breite. 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