{"id":4360,"date":"2010-03-10T11:50:36","date_gmt":"2010-03-10T09:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4360"},"modified":"2010-03-19T11:54:20","modified_gmt":"2010-03-19T09:54:20","slug":"verzweifelter-kampf-um-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4360","title":{"rendered":"Verzweifelter Kampf um das Leben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verzweifelter Kampf um das Leben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Grundgesetz garantiert die Unantastbarkeit der menschlichen W\u00fcrde. Die parlamentarische Gesetzgebung und die gesellschaftliche Praxis gehen in unserem Land andere Wege&#8220;, hie\u00df es in der Einladung zum vom Gemeindehilfsbund in Bad Gandersheim organisierten deutschlandweiten Lebensschutzkongre\u00df. Da\u00df dies nicht nur blo\u00dfe Behauptungen sind, verdeutlichte am Wochenende auf dem Kongre\u00df vor allem der Osnabr\u00fccker Sozialwissenschaftler Manfred Spieker, der zum Thema &#8222;Der verleugnete Rechtsstaat &#8211; zur Kultur des Todes in Deutschland&#8220; sprach und vor den &#8222;Tarnkappen&#8220; der Politik warnte, durch die der Schutz des ungeborenen Lebens ausgeh\u00f6hlt werde.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu z\u00e4hlt Spieker das Schwangeren- und Familien\u00e4nderungsgesetz, da\u00df &#8222;keine wirkliche Hilfe f\u00fcr Familien&#8220; darstelle. Auch die Familienberatungsstelle Pro Familia bediene sich &#8222;einer Sprache, in der weder Kind noch Embryo vorkommen&#8220;. Spieker nennt als Beispiel verbaler Verharmlosung von Abtreibungen den Jugendroman &#8222;Intercity&#8220; von Nina Schindler. Dort werde eine Abtreibung mit dem Ziehen eines Zahns verglichen. Auch bei den Sozialleistungen gebe es sogenannte &#8222;Tarnkappen&#8220;. So gelte Abtreibung heute als staatliche Sachleistung der Krankenkassen, deren Kosten als &#8222;Sozialhilfe f\u00fcr Schwangere in besonderen Notsituationen&#8220; von den Sozialministerien der L\u00e4nder beglichen werden. Und auch bei den Statistiken werde nicht mit offenen Karten gespielt. So liege etwa die Zahl der kassen\u00e4rztlichen Abrechnungen f\u00fcr Abtreibungen um 50 Prozent h\u00f6her als die vom Statistischen Bundesamt ver\u00f6ffentlichten Zahlen. Zudem sei 1992 mit der letztlich gescheiterten Abschaffung der Meldungspflicht ein weiterer Versuch unternommen worden, die Zahlen zu sch\u00f6nen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es geht immer nur um das Selbstbestimmungsrecht&#8220;, brachte es der Mannheimer Theologe Rainer Mayer in seinem Referat &#8222;Die Unverf\u00fcgbarkeit des menschlichen Lebens&#8220; auf den Punkt. Die Autonomie der Frau werde vor die Rechte des ungeborenen Kindes gestellt. Dabei sei gerade das ungeborene Leben der schw\u00e4chere Teil, den der Staat sch\u00fctzen m\u00fcsse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df daran selbst in der Kirche kein sonderlich gro\u00dfes Interesse besteht, verdeutlichte der Bremer Pastor Jens Motschmann, der nicht mit Kritik an der gegenw\u00e4rtigen Kirchenf\u00fchrung sparte. &#8222;Auch aus der Kirche heraus wurde die Liberalisierung des Paragraphen 218 vorangetrieben&#8220;, merkte er an und warf Deutschlands f\u00fchrenden Geistlichen Profillosigkeit vor. Vor allem die Evangelische Kirche verf\u00fcge derzeit \u00fcber keine einheitliche Ethik. &#8222;Mit mir haben Sie keinen Unterst\u00fctzer&#8220;, soll etwa der Pr\u00e4sident des EKD-Kirchenamtes, Hermann Barth, den Lebenssch\u00fctzern in einem Gespr\u00e4ch entgegnet haben. Im Verlauf der Diskussion habe er sich &#8222;abgewendet&#8220; und sei einfach &#8222;gegangen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Politik handle verantwortungslos, war man sich auf dem Kongre\u00df einig. Es sei nicht mehr nachzuvollziehen, da\u00df der Staat jedes Jahr 40 Millionen Euro zur Finanzierung von Abtreibungen ausgebe, statt das Geld f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Kindern und Familien einzusetzen. Bis zu 130.000 Abtreibungen w\u00fcrden offiziellen Zahlen zufolge in Deutschland j\u00e4hrlich vorgenommen. Doch die Dunkelziffer d\u00fcrfte weitaus h\u00f6her ausfallen, sind sich Lebenssch\u00fctzer sicher. Zwischen 5 und 9,5 Millionen ungeborene Kinder seien seit den siebziger Jahren in Deutschland get\u00f6tet, worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ohne Abtreibungen hatten wir heute kein demographisches Problem&#8220;, sagte ein Teilnehmer. Und die nicht abgetriebenen Kinder h\u00e4tten heute wohl selbst Nachwuchs. Wenn das Statistische Bundesamt demn\u00e4chst die Geburtenzahlen f\u00fcr 2009 bekanntgeben wird, hat die Zahl der Neugeburten einer Sch\u00e4tzung des Amtes zufolge mit rund 660.000 einen neuen historischen Tiefstwert in der Bundesrepublik erreicht.<\/p>\n<p><em>Hinrich Rohbohm, Junge Freiheit, Nr. 10\/10 vom 05.03.2010<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verzweifelter Kampf um das Leben \u201eDas Grundgesetz garantiert die Unantastbarkeit der menschlichen W\u00fcrde. Die parlamentarische Gesetzgebung und die gesellschaftliche Praxis gehen in unserem Land andere Wege&#8220;, hie\u00df es in der Einladung zum vom Gemeindehilfsbund in Bad Gandersheim organisierten deutschlandweiten Lebensschutzkongre\u00df. 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