{"id":4308,"date":"2010-03-03T17:32:54","date_gmt":"2010-03-03T15:32:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4308"},"modified":"2014-09-30T17:11:02","modified_gmt":"2014-09-30T15:11:02","slug":"ja-zum-minarettverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4308","title":{"rendered":"Die Bedeutung des Minaretts im Islam"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Bedeutung des Minaretts im Islam<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Minarett ist nicht Bestandteil angeborener oder erworbener Eigenschaften von Muslimen, sondern ein Mittel zur Signalisierung und Visibilisierung der fortschreitenden Etablierung des Islams bzw. der Muslime mit ihrer kulturell-religi\u00f6sen Identit\u00e4t in der hiesigen Gesellschaft. Ich argumentiere nicht nur als Islamwissenschafter, sondern als ein Sch\u00fcler der gro\u00dfen Orientgelehrten Adolf Grohmann und Ernst Bannert. Als Schweizer Korrespondent habe ich mehr als drei\u00dfig Jahre vor Ort erlebt, was der Islam und seine mit ihm untrennbar verbundene politische Ideologie in der Praxis bedeuten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Siegeszeichen<br \/>\n<\/strong>Erlebt und erlitten habe ich das auf den Bergen Afghanistans und des Libanon, im Stahl- und Giftgasgewitter der Golfkriege, in \u00e4gyptischer und t\u00fcrkischer Haft, im Zelt Gaddafis und bei den iranischen Ayatollahs. Was ich heute sagen darf und muss, ist daher keine graue Theorie, sondern mit Herzblut geschrieben. Bei Minaretten handelt es sich nur nebenbei um religi\u00f6se Symbole, es geht in erster Linie um Siegeszeichen islamischer Macht und Herrschaft. Daf\u00fcr lassen sich hunderte Beweise anf\u00fchren, ich will hier nur die neuste Aussage meines Kollegen von der Universit\u00e4t Ankara zitieren, Mustafa Isen, der schreibt: \u00abHohe Minarette &#8230;(sind) gang und g\u00e4be, um den anderen Religionsgemeinschaften die eigene Gr\u00f6\u00dfe zu zeigen.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der t\u00fcrkische Dichter Ziya G\u00f6kalp wird noch deutlicher: \u00abMoscheen sind unsere Kasernen, ihre Kuppeln die Helme, die Minarette unsere Bajonette!\u00bb. Derart islamische Triumphs\u00e4ulen haben bei aller Religionsfreiheit bei uns in der Schweiz genauso wenig verloren wie etwa Stalindenkm\u00e4ler, f\u00fcr die auch keine politische Meinungsfreiheit ins Treffen gef\u00fchrt werden darf. Was n\u00e4mlich den Einwand betrifft, das verfassungsrechtliche Verbot von Minaretten versto\u00dfe wider das Prinzip der Religionsfreiheit und die schweizerische gesetzliche Ordnung, kann ich mich dagegen auf einen juristischen Fachmann und unverd\u00e4chtigen Zeugen berufen: Dr. Erich Tanner aus Fribourg, der sonst aus taktischen \u00dcberlegungen zu den Bef\u00fcrwortern m\u00f6glichst gro\u00dfer Rechte f\u00fcr die bei uns lebenden Moslems z\u00e4hlt. Er f\u00fchrt ausdr\u00fccklich zum Minarettverbot an: \u00abEs tastet aber nicht den Kerngehalt der Religions- und Eigentumsfreiheit an und auch nicht den Kerngehalt des Anspruchs auf Religionsgleichheit. &#8230; Ein Minarett als Artefakt ist nicht Bestandteil angeborener oder erworbener Eigenschaften von Muslimen und Musliminnen, sondern ein Mittel zur Signalisierung und Visibilisierung der fortschreitenden Etablierung des Islams bzw. der Muslime und Musliminnen mit ihrer kulturellreligi\u00f6sen Identit\u00e4t in der hiesigen Gesellschaft.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie k\u00f6nnen das in der Schweizerischen Kirchenzeitung (SKZ) Nr. 38 vom 17. September dieses Jahres auf den Seiten 637-38 nachlesen und ich danke dem sonstigen Minarettbef\u00fcrworter Erich Tanner f\u00fcr seine Redlichkeit als Jurist. Abgesehen von diesen grunds\u00e4tzlichen \u00dcberlegungen m\u00f6chte ich noch auf taktische, praktische Bedenken gegen ein Minarettverbot eingehen. Die Gegner eines Minarettverbots malen vor allem die Gefahr an die Wand, \u00d6lscheichs und andere islamischen Kunden w\u00fcrden dann das Geld von unseren Banken abziehen. Die Anti-Minarettinitiative f\u00fcge damit dem Finanzplatz Schweiz unverantwortlichen Schaden zu. \u2013 Doch diesen Stimmen ist zu entgegnen: Wir haben es bei Saudi-Arabien, den Golfstaaten, und sogar beim Iran mit keinem ausgeflippten Gaddafi zu tun. Die Moslemstaaten wissen die Vorteile zu sch\u00e4tzen, die ihnen die Veranlagung ihrer Petrodollars in der Schweiz bringen. Sie verhalten sich daher schon w\u00e4hrend des ganzen Laufens der Nein-zum-Minarett-Initiative ruhig, ebenso wie die in der Schweiz lebenden Moslems und ihre Organisationen. Die ganze Hysterie gegen das Minarettverbot ist bei uns hausgemacht, geht von unseren eigenen Linken, 68ern und Hyperliberalen aus, in der Politik wie in den Kirchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Islamische Repressalien<br \/>\n<\/strong>Ein Abziehen von Geldern k\u00f6nnte erst \u2013 und das in beschr\u00e4nktem Rahmen \u2013 erfolgen, wenn es daf\u00fcr eine Empfehlung der zust\u00e4ndigen Islamischen Konferenz-Organisation geben sollte. Diese war die einzige, die bei der Lancierung der Initiative ihre Besorgnis ausgesprochen hatte. Dazu war sie von ihrer Aufgabe her verpflichtet. Eine Empfehlung der schwerf\u00e4lligen islamischen Weltorganisation f\u00fcr Finanz- und Wirtschaftssanktionen gegen die Schweiz w\u00fcrde, wenn sie \u00fcberhaupt zustande kommt, lang auf sich warten lassen und nur teilweise befolgt werden \u2013 wie alle bisherigen Erfahrungen zeigen. Indem nat\u00fcrlich der Bundesrat in seiner Ablehnung der Minarett-Initiative islamische Repressalien selbst an die Wand malt, hat er die Moslemstaaten geradezu ermutigt, solche Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. F\u00fcr die ablehnende Haltung des Bundesrates zur Initiative gilt daher, was die Pariser Le Monde \u00fcber das Vorgehen einiger Bundesr\u00e4te im Konflikt mit Libyen schreibt: \u00abDiese Schweizer Regierungsmitglieder verhalten sich nicht nur unterw\u00fcrfig, sondern vor allem dumm!\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch um das schweizerische Exportvolumen brauchen wir nicht zu bangen. Da gilt dasselbe wie beim vorigen Fragenkomplex. Dazu kommt noch, dass viele Schweizer Exportg\u00fcter hoch qualifiziert sind, und schwer durch andere Importe substituiert werden k\u00f6nnen. Wieder andere haben Angst vor Terroranschl\u00e4gen islamischer Terroristen als Reaktion auf ein Minarettverbot. Damit ist aber nicht zu rechnen. Auf Schweizer Boden haben die Islam-Terroristen keine Infrastrukturen wie in England, Frankreich oder auch Deutschland und sogar \u00d6sterreich. Vorstellbar sind nat\u00fcrlich Demonstrationen vor Schweizer Botschaften in Mosleml\u00e4ndern. Aber das geh\u00f6rt heute ja schon zum diplomatischen Alltag. Kirchlich motivierte, aber politisch links stehende Gruppen bringen einen weiteren taktischen Einwand vor: Ein Minarettverbot in der Schweiz w\u00fcrde den in islamisch regierten L\u00e4ndern lebenden Christen noch mehr Repressalien bringen. Dazu muss aber gesagt werden: Mehr Sanktionen, als ihnen schon heute auferlegt sind, kann es f\u00fcr die Christen unter der Herrschaft des Islams gar nicht mehr geben. Im Gegenteil verspricht das Minarettverbot in der Schweiz bei den islamischen Regierenden ein Nachdenken dar\u00fcber auszul\u00f6sen, dass Europa nicht mehr gewillt ist, \u00abseinen\u00bb Moslems widerspruchslos alles, was sie fordern, zu gew\u00e4hren, w\u00e4hrend die vom Islam beherrschten Christen &#8211; unter ihnen zahlreiche Schweizer B\u00fcrger \u2013 diskriminiert oder gar rechtlos und vogelfrei sind. Das kann die Situation dieser christlichen Gruppen unter dem Islam nur verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und zum Abschluss eine letzte praktische Frage: Wie viele Minarette werden durch ein mehrheitliches Ja zur Initiative verhindert? Wenn wir von heute 130-150 Moscheen in der Schweiz ausgehen, verhindert ein Ja zum Minerettverbot gewiss in n\u00e4chster Zukunft \u00fcber hundert Minarette und stoppt \u00fcberhaupt den Trend zur weiteren Islamisierung der Schweiz. Darum pl\u00e4diere ich nach bestem Wissen und Gewissen f\u00fcr das Minarettverbot, nicht zuletzt aus Verantwortung f\u00fcr kommende Schweizer Generationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Heinz Gstrein<\/p>\n<p>Quelle: Schweizerzeit Nr. 28, 27.11.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bedeutung des Minaretts im Islam Ein Minarett ist nicht Bestandteil angeborener oder erworbener Eigenschaften von Muslimen, sondern ein Mittel zur Signalisierung und Visibilisierung der fortschreitenden Etablierung des Islams bzw. der Muslime mit ihrer kulturell-religi\u00f6sen Identit\u00e4t in der hiesigen Gesellschaft. 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