{"id":4303,"date":"2010-03-02T17:44:16","date_gmt":"2010-03-02T15:44:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4303"},"modified":"2010-03-02T21:57:39","modified_gmt":"2010-03-02T19:57:39","slug":"interview-das-ziel-ist-der-neue-mensch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4303","title":{"rendered":"Interview: Das Ziel ist der &#8222;neue Mensch&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Ziel ist der \u2018neue Mensch\u2019<br \/>\n<\/strong><em><br \/>\nInterview der Wochenzeitung &#8222;Junge Freiheit&#8220; mit Barbara Rosenkranz, Landesministerin des Bundeslandes Nieder\u00f6sterreich. Die Fragen stellte Moritz Schwarz.<\/em><\/p>\n<p><em>Frau Rosenkranz, These eins: Gender Mainstreaming (GM) ist kompliziert und interessiert mich nicht. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Falsch, lassen Sie es mich zugespitzt formulieren: Man macht es kompliziert, damit es Sie nicht interessiert. Der B\u00fcrger soll es nicht verstehen, damit er sich der Sache nicht in den Weg stellt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>These zwei: Gender Mainstreaming ist \u201elinker Firlefanz\u201c und geht mich nichts an.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-4306\" title=\"Barbara Rosenkranz\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Barbara-Rosenkranz.jpg\" alt=\"Barbara Rosenkranz\" width=\"86\" height=\"127\" \/>Rosenkranz: <\/strong>Falsch, Gender Mainstreaming wurde 1999 von Ihrer Bundesregierung zum \u201eLeitprinzip und (zur) Querschnittsaufgabe\u201c f\u00fcr die deutsche Politik erkl\u00e4rt. Die Regierung Merkel hat 2005 diese Politik \u00fcbernommen und sogar in die Verantwortung einer CDU-Politikerin, Familienministerin von der Leyen, gestellt. Nicht besser in \u00d6sterreich: Dort ist GM im Jahr 2000 Regierungsmaxime geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wien und Berlin handelten entsprechend EU-Vorgaben: Bereits 1995 erhob der Ministerrat GM zum EU-Aktionsprogramm, 1999 macht es der Amsterdamer EU-Vertrag gar rechtlich verbindlich, und 2007 hat das Europ\u00e4ische Institut f\u00fcr Gleichstellungsfragen die Arbeit aufgenommen, unter anderem mit dem Ziel, GM in ganz Europa durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dritte These: Gender Mainstreaming ist harmlos, weil lediglich ein moderner Ausdruck f\u00fcr die Gleichberechtigung von Mann und Frau.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Wieder falsch. Das ist vielleicht das, was Sie denken sollen. Aber es ist nur das gef\u00e4llige Gewand, in das sich Gender Mainstreaming kleidet. Und weil heute niemand mehr gegen Gleichberechtigung ist, ist dies das ideale Mittel, um die Sache harmlos aussehen zu lassen. Tats\u00e4chlich aber hat GM mit Gleichberechtigung von Mann und Frau gar nichts zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sondern? <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Gleichberechtigung von Mann und Frau setzt voraus, da\u00df es Mann und Frau gibt. Bei GM dagegen geht es darum: Mann und Frau sollen abgeschafft werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Klingt verr\u00fcckt \u2013 so was kann man doch gar nicht ernst nehmen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Ein Budget von gut 52 Millionen Euro Steuergeldern bis 2013 allein f\u00fcr das genannte EU-Institut f\u00fcr Gleichstellungsfragen mu\u00df man ernst nehmen, denn damit wird politische Realit\u00e4t geschaffen. Dazu kommen zahllose Gender-Initiativen in allen EU-Mitgliedsstaaten, und zwar auf nationaler, Landes-, regionaler und kommunaler Ebene und in zahllosen \u00f6ffentlichen und gesellschaftlichen Institutionen, wie Verwaltung, Armee, Polizei, Verb\u00e4nden, Parteien, Gewerkschaften, aber auch Unternehmen und vor allem in Universit\u00e4ten, Schulen und Kinderg\u00e4rten, wo man inzwischen versucht, vor allem die Intelligenz und die Kinder m\u00f6glichst von Anfang an zu \u201egendern\u201c. Ganz Europa ist mittlerweile von einem dichten Gender-Mainstreaming-Netzwerk \u00fcberzogen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wie soll man sich aber die Abschaffung von Mann und Frau konkret vorstellen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Die Ideologen der Gender-Theorie behaupten, da\u00df man Frau oder Mann nicht von Natur aus ist, sondern man dazu erst gemacht wird. \u201eMan kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es\u201c, so lautet das radikale Credo von Simone de Beauvoir. Geschlechtsidentit\u00e4t ist somit keine biologische Tatsache, sondern Ergebnis von \u201egesellschaftlichem Zwang\u201c, sprich Erziehung: M\u00e4nner und Frauen verhielten sich nur deshalb unterschiedlich, weil sie von der Gesellschaft so erzogen w\u00fcrden. Ziel m\u00fcsse daher sein, Rollenbilder erst aufzuweichen, dann abzuschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Magazin \u201eCicero\u201c nennt GM nichts weniger als \u201edie Neuerfindung der Menschheit\u201c und \u201eeine Art totalit\u00e4ren Kommunismus in Sachen Geschlechterbeziehung\u201c.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz: <\/strong>Die <em>FAZ<\/em> spricht von \u201epolitischer Geschlechtsumwandlung\u201c und sieht hinter der \u201ewissenschaftlichen Disziplin\u201c in Wahrheit eine \u201epolitische Bewegung\u201c. Und sogar der Spiegel attestiert, GM wolle nicht etwa nur die Lage der Menschen \u00e4ndern, \u201esondern den Menschen selbst\u201c. Es geht den Gender-Ideologen tats\u00e4chlich um nichts weniger als um die Schaffung des \u201eneuen Menschen\u201c \u2013 das zentrale Wesensmerkmal des Totalitarismus. Und dieser neue Mensch soll, wie der Untertitel meines Buches lautet, ein \u201egeschlechtsloser Mensch\u201c sein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<em>\u201eMenschInnen\u201c so der verwirrende, eigentliche Titel Ihres Buchs. Was ist eine \u201eMenschIn\u201c?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Das k\u00f6nnte der Begriff f\u00fcr jenes Wesen sein, in das uns die Vordenker des GM in naher oder ferner Zukunft einmal verwandeln wollen: ein Wesen ohne feststehende Geschlechtsidentit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wie soll man sich das vorstellen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Gute Frage. Die Gender-Ideologen beschreiben es als \u201ebeliebig, welche Geschlechtsidentit\u00e4t sich auf welchen K\u00f6rper bezieht, weibliche k\u00f6nnte einem m\u00e4nnlichen K\u00f6rper zugewiesen werden und umgekehrt\u201c. Und so m\u00fcsse es \u201enicht bei zwei Geschlechts\u00adidentit\u00e4ten bleiben\u201c, es k\u00f6nnte also in Zukunft \u201edrei, f\u00fcnf oder auch f\u00fcnfzig geben\u201c. Das soll hei\u00dfen, da\u00df die Norm der Zweigeschlechtlichkeit eine \u201eZwangsmatrix\u201c sei, die aufgel\u00f6st werden mu\u00df, um einer Vielfalt von gleichberechtigten Geschlechtsidentit\u00e4ten zu weichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist also gemeint, sondern die Gleichstellung aller sexuellen Lebensformen. Um dies zu erreichen, m\u00fcsse zur \u201eGeschlechterverwirrung angestiftet werden\u201c, die mit den Mitteln der Parodie und der Travestie zu erreichen sei. Judith Butler, die amerikanische Vordenkerin der Gender-Theorie, l\u00e4\u00dft an der umfassenden Radikalit\u00e4t des Projekts keinen Zweifel. Unter dem Stichwort \u201eQueer\u201c versucht man ja heute schon, Homo-, Bi-, Inter-, Trans-, oder Pansexualit\u00e4t gegen Mann und Frau in Stellung zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Inzwischen hat jeder schon die \u201eprovokativen\u201c Piktogramme gesehen, in denen das M\u00e4nnchen, das etwa zum Notausgang rennt, durch ein weibliches M\u00e4nnchen ersetzt ist. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz: <\/strong>Diese Abbildungen identifizieren wir heute mit GM, dabei stellen sie dessen eigentlichen, abstrakten, ideologischen Kern gar nicht dar \u2013 ja, sie stehen in gewisser Weise sogar im Widerspruch zur \u201ereinen Lehre\u201c: Gender-Puristen w\u00fcrden kritisieren, da\u00df damit Rollenbilder, die ja verwirrt werden sollen, konstruiert und gefestigt werden. Andererseits aber zeitigt auch diese scheinbar harmlose Vorstufe der eigentlichen Gender-Theorie eine erw\u00fcnschte Wirkung: Indem man etwa eine Frau als Bauarbeiterin an der Schaufel zeigt, sollen traditionelle Rollenmuster von Mann und Frau aufgel\u00f6st werden. Das ist, was die schon erw\u00e4hnte US-Philosophin Judith Butler meint, wenn sie verlangt, da\u00df zun\u00e4chst gezielt \u201ezur Geschlechter-Verwirrung angestiftet werden mu\u00df\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Handelt es sich also um eine Verschw\u00f6rung?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Nein. Meine eingangs gemachten zugespitzten Formulierungen d\u00fcrfen auch nicht in diesem Sinne verstanden werden. Denn der Vorwurf, einer Verschw\u00f6rungstheorie anzuh\u00e4ngen, wird nicht selten als Waffe gegen die Kritiker der Gender-Theorie eingesetzt. Gender Mainstreaming wird zwar in der Tat \u2013 wo irgend m\u00f6glich \u2013 unter Umgehung \u00f6ffentlicher Debatten und demokratischer Diskurse \u201elautlos\u201c durchgedr\u00fcckt, aber das erleben wir auch auf anderen Politikfeldern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber auff\u00e4llt, ist, wie unbedingt und leidenschaftlich die meisten Gender-Ideologen an ihre Thesen glauben. Eine \u00dcberpr\u00fcfung der eigenen Argumente riskiert man erst gar nicht, bislang ist sowohl eine rationale, wissenschaftliche wie eine demokratische Diskussion ausgeblieben. Kritiker und Gegner werden vielmehr diffamiert und m\u00f6glichst mundtot gemacht. Selbstgerechtigkeit und Unduldsamkeit sind aber N\u00e4hrboden f\u00fcr totalit\u00e4re Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was bedeutet es, wenn Sie sagen, die Gender-Ideologie zeige totalit\u00e4re Z\u00fcge?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Der Mainzer Soziologe Michael Bock ist dieser Frage 2004 in einem pointierten Essay nachgegangen und zu dem Schlu\u00df gekommen, da\u00df es sich bei Gender Mainstreaming um eine \u201etotalit\u00e4re Steigerung von Frauenpolitik\u201c handelt, da ihm eine \u201eumfassende politische Zielvorstellung\u201c eigen sei. Diesen \u201eunbedingten Willen\u201c, die Gesellschaft \u201edurch ein einheitliches Gestaltungsprinzip \u2018auf Kurs\u2019 zu bringen\u201c und \u201ediesem die gesamte soziale Wirklichkeit unterzuordnen bzw. diese zu durchdringen\u201c, vergleicht er mit der Vorgehensweise totalit\u00e4rer Regime und wertet es als im v\u00f6lligen Gegensatz zur liberalen Staatsauffassung stehend. L\u00e4ngst sei GM aus dem \u201edemokratischen Pluralismus herausgenommen\u201c und statt dessen \u201edie Gesellschaft unter die Diktatur des Gender-Aspekts gezwungen worden\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und konkret?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz: <\/strong>Konkret hat Bock f\u00fcr seine Analyse den totalit\u00e4ren Charakter von GM am eigenen Leib erfahren m\u00fcssen. Denn sein Artikel wurde nicht ver\u00f6ffentlicht, laut Bock hatte man ihm mit disziplinarischen und sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht. Der Uni-Pr\u00e4sident habe ihn gar gedr\u00e4ngt, den Text von seiner Netzseite zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich erhielt er, dank einer kollegialen Denunziation, eine f\u00f6rmliche R\u00fcge seines Dienstherren, des Wissenschaftsministers von Rheinland-Pfalz. Bock berichtet weiter von Schm\u00e4hanrufen, Distanzierungen und dem Bestreben, ihn der L\u00e4cherlichkeit preiszugeben. Schlie\u00dflich zog sich der Mann entmutigt und in seinen Vorw\u00fcrfen gegen GM best\u00e4tigt ganz vom Thema zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Noch einmal das Magazin \u201eCicero\u201c: \u201eGender Mainstreaming gleicht einem lautlos heranrollenden Tsunami.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Ja, denn eine von der Gender-Theorie unabh\u00e4ngige Geschlechterforschung existiert inzwischen fast nicht mehr. Alles l\u00e4uft \u00fcber die Gender-Geldt\u00f6pfe, wer sich nicht einklinkt, bleibt drau\u00dfen. Die FAZ schreibt: \u201eWer glaubt, als Mann oder Frau geboren zu sein, gilt in manchen universit\u00e4ren Kreisen als unterbelichtet.\u201c Der Spiegel warnte 2006 davor, GM zu untersch\u00e4tzen: \u201eAn jeder der zahlreichen deutschen Hochschulen, die Gender-Studien anbieten, geh\u00f6rt (GM-Vordenkerin) Judith Butler zum Kanon\u201c, und es sei inzwischen tats\u00e4chlich \u201egelungen, aus dieser akademischen Nischendisziplin ein b\u00fcrokratisches Gro\u00dfprojekt zu machen\u201c. F\u00fcr die Bundesregierung gilt GM wie gesagt als \u201eQuerschnittsaufgabe\u201c, das bedeutet, GM ist nicht Sache eines Ressorts \u2013 sondern alle Ressorts sind angehalten, GM in ihrem Bereich umzusetzen! <strong>&gt;&gt;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Guido Westerwelle gei\u00dfelt den Sozialismus und Angela Merkel spricht gern vom christlichen Menschenbild.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz: <\/strong>Und dennoch protegieren beide eine Politik, die strategisch auf eine quasi-totalit\u00e4re Umst\u00fcrzung unserer gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und auf die Vernichtung von Mann und Frau abzielt \u2013 sprich von Adam und Eva, denn f\u00fcr das christliche Menschenbild ist die Existenz von Mann und Frau fundamental. Abgesehen davon gen\u00fcgt GM auch den Anspr\u00fcchen einer rational-wissenschaftlichen Weltbetrachtung nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Also bel\u00fcgen uns Westerwelle und Merkel?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz: <\/strong>Ich wei\u00df es nicht. Da\u00df eine Ideologie, die von ganz links kommt, ins Zentrum der b\u00fcrgerlichen Politik vordringen konnte, ist eine Folge von \u201e1968\u201c. Damals haben die B\u00fcrgerlichen kapituliert, und es ist bis heute nicht gelungen, den Alternativentwurf, den gerade auch Ihre Zeitung repr\u00e4sentiert, pr\u00e4gend in die Politik einzubringen. Daran mu\u00df mit aller Kraft gearbeitet werden! Ich vermute, da\u00df man in CDU, FDP, \u00d6VP \u2013 und bis vor kurzem auch in der FP\u00d6 \u2013 gar nicht richtig versteht, was Gender Mainstreaming eigentlich ist. Man darf nicht vergessen, da\u00df Gender Mainstreaming Politikern wie B\u00fcrgern meist als vielleicht spinnerte, aber harmlose gesellschaftliche \u201eErrungenschaft\u201c gegen\u00fcbertritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zum Beispiel in Gestalt des gro\u00dfe Binnen-I oder des Ersetzens geschlechtsspezifischer durch geschlechtsneutrale Substantive.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Etwa \u201eVater und Mutter\u201c durch \u201eElternteile\u201c, \u201eStudenten und Studentinnen\u201c durch \u201eStudierende\u201c oder auch \u201eRednerpult\u201c durch \u201eRedepult\u201c etc. oder wenn in Kinderg\u00e4rten die Buben mit M\u00e4dchenspielzeug spielen sollen und umgekehrt, so wirkt das meist eher skurril als bedrohlich, und man kann den Marketing-Beratern, Betriebsr\u00e4ten, Lehrern oder Kinderg\u00e4rtnerinnen, die das durchsetzen, nicht unterstellen, sie planten heimlich die Ausl\u00f6schung von Mann und Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten von ihnen wissen selbst nicht, was hinter der eigentlichen GM-Idee steckt, und handeln eher aus einer naiven Vorstellung von gesellschaftlicher Gerechtigkeit heraus. Schlie\u00dflich wird ihnen das Ganze als \u201eGleichstellung\u201c, \u201eChancengleichheit\u201c und \u201eAntidiskriminierung\u201c verkauft. Sogar das Bundesfamilienministerium hat den Begriff GM fallengelassen und spricht inzwischen von \u201eGleichstellungsstrategie\u201c, wenn es GM meint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Zeitschrift \u201eZuerst!\u201c sagten Sie j\u00fcngst, dennoch werde GM scheitern.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rosenkranz:<\/strong> Davon bin ich \u00fcberzeugt, denn mit dieser Ideologie kann man nicht leben, sondern nur zugrunde gehen. Die entscheidende Frage ist aber: K\u00f6nnen wir uns rechtzeitig aus diesem Irrtum befreien? Denn die schlimmste Wirkung entfaltet GM gerade in dem Schl\u00fcsselbereich schlechthin, in der P\u00e4dagogik. Was die Ersch\u00fctterung bzw. Vernichtung des Selbstverst\u00e4ndnisses von Mann und Frau f\u00fcr Buben und M\u00e4dchen bedeutet, die sich an Vorbildern, an Rollenbildern entwickeln m\u00fcssen, kann gar nicht ernst genug genommen werden: Es geht um unsere Zukunft! Ja, GM wird scheitern, aber wenn wir einfach darauf warten, wird es uns mit in den Abgrund rei\u00dfen. Denn in der Konkurrenz der Kulturen wird eine Kultur, die gegen die Gesetze des Lebens handelt, nicht bestehen, sondern vitaleren Kulturen zum Opfer fallen. \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Junge Freiheit, 28.02.2010 (JF 9\/10)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<strong>Barbara Rosenkranz<\/strong> ist freiheitliche Landesministerin im Bundesland Nieder\u00f6sterreich und war zuvor Abgeordnete des Nationalrats, des \u00f6sterreichischen Parlaments, zust\u00e4ndig f\u00fcr die Themen Familie und Gesundheit. Sie studierte Geschichte und Philosophie und ver\u00f6ffentlichte 2008 ihre detaillierte Studie <\/em><a href=\"http:\/\/www.jf-buchdienst.de\/product_info.php\/info\/p18102_Barbara-Rosenkranz--br-MenschInnen--Gender-Mainstreaming---Auf-dem-Weg-zum-geschlechtslosen-Menschen.html\" target=\"_blank\"><em>\u201eMenschInnen. Gender Mainstreaming \u2013 auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen\u201c (Ares-Verlag)<\/em><\/a><em>. Geboren 1958 in Salzburg, ist die Mutter von zehn Kindern seit 2005 Vize-Bundesvorsitzende der FP\u00d6.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ziel ist der \u2018neue Mensch\u2019 Interview der Wochenzeitung &#8222;Junge Freiheit&#8220; mit Barbara Rosenkranz, Landesministerin des Bundeslandes Nieder\u00f6sterreich. Die Fragen stellte Moritz Schwarz. Frau Rosenkranz, These eins: Gender Mainstreaming (GM) ist kompliziert und interessiert mich nicht. 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