{"id":4264,"date":"2010-02-25T17:37:19","date_gmt":"2010-02-25T15:37:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4264"},"modified":"2010-02-25T20:33:17","modified_gmt":"2010-02-25T18:33:17","slug":"predigt-unsere-sehnsucht-nach-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4264","title":{"rendered":"Predigt: Unsere Sehnsucht nach Liebe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigt \u00fcber 1. Korinther 13,1-13:<br \/>\nUnsere Sehnsucht nach Liebe und ihre Erf\u00fcllung in Jesus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden k\u00f6nnte und w\u00fcsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und h\u00e4tte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen k\u00f6nnte, und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen g\u00e4be und lie\u00dfe meinen Leib verbrennen und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re mir&#8217;s nichts n\u00fctze. 4 Die Liebe ist langm\u00fctig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bl\u00e4ht sich nicht auf, 5 sie verh\u00e4lt sich nicht ungeh\u00f6rig, sie sucht nicht das Ihre, sie l\u00e4sst sich nicht erbittern, sie rechnet das B\u00f6se nicht zu, 6 sie freut sich nicht \u00fcber die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; <!--more-->7 sie ertr\u00e4gt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8 Die Liebe h\u00f6rt niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufh\u00f6ren wird und das Zungenreden aufh\u00f6ren wird und die Erkenntnis aufh\u00f6ren wird. 9 Denn unser Wissen ist St\u00fcckwerk und unser prophetisches Reden ist St\u00fcckwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das St\u00fcckwerk aufh\u00f6ren. 11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich st\u00fcckweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.\u00a013 nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen. (1Kor 13,1-13)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird nur wenige unter uns geben, die diesen Text nicht kennen. Wie viele Brautpaare haben sich diese Wort vor dem Traualtar zusprechen lassen, besonders den letzten Vers:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woran liegt es, dass diese Worte uns so stark ansprechen? Das liegt daran, dass in diesem Dreiklang: Glaube, Hoffnung, Liebe drei Sehns\u00fcchte des Menschen &#8211; aller Menschen -angesprochen werden. Zu glauben, dass hinter und \u00fcber meinem Leben eine gestaltende Kraft wirkt. Zu hoffen, dass mein Leben eine Erf\u00fcllung findet. Und vor allem zu lieben und geliebt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Menschen &#8211; auch wir hier heute Morgen in dieser Kirche &#8211; sind doch sehr verschieden: Mann oder Frau, Junge oder M\u00e4dchen, verschieden auch nach Alter, Herkunft, Ausbildung und nach den Interessen, die wir haben. Aber was uns alle verbindet, und zwar auch mit den Menschen drau\u00dfen, mit denen, die nicht viel oder gar nichts von Kirche halten, das ist vor allem diese tiefe Sehnsucht nach Liebe.<\/p>\n<p>Ohne Sprache w\u00e4ren wir Menschen kaum lebensf\u00e4hig. Aber auch ohne Liebe w\u00e4ren wir nicht lebensf\u00e4hig. Damit ist nicht in erster Linie die erotische Liebe gemeint, sondern die herzliche Offenheit und Zuwendung zum andern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff <em>agape<\/em>, den Paulus hier f\u00fcr \u201eLiebe\u201c gebraucht, wurde damals zur Zeit des Apostels, so gut wie gar nicht gebraucht. Wenn man von Liebe sprach, dann sprach man vom eros, von\u00a0 jenem von Gott geschaffenen sexuellen Urtrieb und Verlangen. <em>Agape <\/em>aber meint mehr, meint die ganz umfassende Zuwendung zum andern. Nun denken Sie nur einmal einen Augenblick daran, wie es w\u00e4re, wenn Sie keinen Menschen auf dieser Welt h\u00e4tten, der herzlich und offen zu Ihnen w\u00e4re, zu dem Sie jederzeit kommen k\u00f6nnten, der Sie akzeptiert so wie sind, der Sie in den Arm nimmt, weil er sich mit Ihnen freut oder weil er Sie tr\u00f6sten oder besch\u00fctzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Undenkbar! Wie arm m\u00fcssen doch die Menschen dran sein, die das nicht oder nur selten haben. Und wie gl\u00fccklich k\u00f6nnen die sein, die diese Liebe und Geborgenheit immer wieder erleben d\u00fcrfen. Wir sehnen uns nach Liebe. \u201eAll you need is love\u201c \u2013 \u201ealles, was du brauchst, ist Liebe\u201c haben schon die Beatles gesungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der franz\u00f6sische Schriftsteller Albert Camus hat einmal gesagt: \u201eWenn ich eine Morallehre schreiben m\u00fcsste, w\u00fcrde das Buch 100 Seiten umfassen und davon w\u00e4ren 99 leer. Auf die letzte Seite w\u00fcrde ich schreiben: Ich kenne nur eine einzige Pflicht, das ist die Pflicht zu lieben.\u201c (Zit. nach C. H. Peisker: Texte zur Predigt. Bd. 4, S. 165)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber kann denn Liebe Pflicht sein? W\u00fcrde das nicht dem Wesen der Liebe widersprechen, die ja von Herzen und nicht aus einem Pflichtgef\u00fchl kommen sollte? Aber was Camus meint, ist dennoch klar. Und nun frage ich Sie: Wie kommt es nur, dass die Liebe als so wichtig angesehen wird, aber dass wir uns untereinander immer wieder diese Liebe schuldig bleiben oder sie nicht gerade reichlich geben? Nicht reichlich geben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; in der Familie,<br \/>\n&#8211; in der Ehe,<br \/>\n&#8211; unter den Mitarbeitern,<br \/>\n&#8211; im Verh\u00e4ltnis Lehrer und Sch\u00fcler,<br \/>\n&#8211; Sch\u00fcler und Lehrer,<br \/>\n&#8211; und auch in einer Kirchengemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt ja an eine Gemeinde, wo es offensichtlich an dieser herzlichen Offenheit fehlte. Da gab es in Korinth schw\u00e4rmerische Leute, die sich mit ihrem frommen Gehabe ganz gro\u00df vorkamen. Einige behaupteten, sie h\u00e4tten die Gabe der prophetischen Weissagung. Andere standen mitten im Gottesdienst ganz verz\u00fcckt auf und fingen an, in unverst\u00e4ndlichen Lauten Gott zu loben und zu preisen. Man nennt das mit einem griechischen Fremdwort Glossolalie, zu deutsch: Zungenrede. Wieder andere sagten: Das Wichtigste sei die selbstgew\u00e4hlte Armut, sie gaben sich ganz dem\u00fctig und waren doch hochm\u00fctig, weil sie meinten, sie w\u00e4ren besser als alle\u00a0anderen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun kam es zu Spannungen unter den Gemeindegliedern. Jede Gruppe war davon \u00fcberzeugt, dass sie den totalen Durchblick von Gott geschenkt bekommen h\u00e4tte und damit den allein richtigen Weg f\u00fcr die Gemeinde w\u00fcsste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus sagt dazu: Das Entscheidende fehlt euch! Ich sehe wohl, dass ihr sehr bem\u00fcht seid, aber es fehlt euch an der Liebe. Ohne Liebe aber ist all\u2018 euer Bem\u00fchen nichts vor Gott, viel L\u00e4rm und Betriebsamkeit um nichts: \u201eEin t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle.\u201c Da war also keine herzliche Offenheit f\u00fcreinander. Und nun kommt die Frage, die ja kommen muss:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben wir in St. Jakobi diese herzliche Offenheit, diese Liebe zueinander? Ich frage nur. Ich lege Ihnen diese Frage nur ganz still auf Ihr Gewissen. Mir sagte jemand, der schon l\u00e4ngere Zeit Mitglied der Gemeinde ist, beim Kirchkaffee: \u201eDen Ausschlag daf\u00fcr gab, dass ich hier gleich vom ersten Tag an so herzlich begr\u00fc\u00dft worden bin.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Ausschlag gab also nicht die Art und Weise, wie wir Gottesdienst feiern, nicht die Predigt, nicht das sch\u00f6ne Orgelspiel, nicht der Kirchenraum, sondern den Ausschlag gab die Liebe, die von Herzen kam und zu Herzen ging. So wichtig also ist die Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun wiederhole ich noch einmal meine Frage: Woran liegt es, dass wir sie mitunter nur so k\u00e4rglich geben, obwohl wir wissen, dass wir alle diese Liebe brauchen wie das t\u00e4gliche Brot und wie die Luft zum Atmen? Woran liegt das? Das liegt ganz einfach an unserer menschlichen Natur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Natur aus kann ich gar nicht anders, als dass ich den andern durch meine Brille sehe, aus meinem Blickwinkel, mit meinen Erwartungen und W\u00fcnschen. Ich denke mehr oder weniger von meinem Ich her. Diese Ichbezogenheit nennt man bekanntlich mit einem Fremdwort: Egoistisch. Denn \u201eich\u201c hei\u00dft auf lateinisch ego. Diese Ichbezogenheit des nat\u00fcrlichen Menschen kann dem andern kaum gerecht werden, auch wenn\u00a0ich es pers\u00f6nlich noch so gut mit dem andern meine.\u00a0Diese Ichbezogenheit, dieser Wille zur Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung, gef\u00e4hrdet jeden Tag aufs neue unsere Liebe. Daran zerbrechen viel mehr Verbindungen als wir ahnen. Das belastet manche Freundschaft schwer, manche Ehe, das Verh\u00e4ltnis zwischen Eltern und Kindern &#8211; und eben auch das Verh\u00e4ltnis untereinander in einer Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Menschen leiden darunter auch, ob sie es zugeben wollen oder nicht. Denn im Grunde m\u00f6chten sie ja harmonisch miteinander leben. Aber wir k\u00f6nnen es nicht von uns aus. Unsere Natur steht dagegen: Aber: \u201eDie Liebe ertr\u00e4gt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles &#8230;\u201c H\u00f6ren Sie: Alles!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da steht tats\u00e4chlich: Alles. Das ist zu steil f\u00fcr uns. Das schaffen wir nicht von uns aus. Das m\u00fcssen wir ganz ehrlich zugeben. Diese Liebe in dieser Vollkommenheit k\u00f6nnen wir nicht aus uns selbst hervorbringen. Das ist menschenunm\u00f6glich. Das wusste auch Paulus. Darum finden Sie in diesem ganzen Abschnitt nicht einen Imperativ. Also keine Aufforderung, kein Befehlswort, kein Ausrufezeichen, kein \u201eDu sollst\u201c kein \u201eDu musst\u201c! Nichts davon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karl Barth, dem in den sechziger Jahren verstorbenen reformierten Theologen aus Basel, ist zuzustimmen, wenn er zu diesem Kapitel sagt: \u201eDie Liebe von 1. Korinther 13 ist keine menschliche M\u00f6glichkeit, sondern die M\u00f6glichkeit Gottes mit uns Menschen.\u201c (Zit. nach Theo Sorg: Dein Wort, Herr, nicht vergehet. Stuttgart Nr. 65, S. 5)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum &#8211; und nur aus diesem einen Grunde &#8211; wurde Gott Mensch in Jesus Christus, um uns ein f\u00fcr allemal zu zeigen, dass wir unsere Liebe nur durchhalten k\u00f6nnen, wenn wir sie von ihm her erneuern lassen. Und das geschieht durch die Kraft der Vers\u00f6hnung, die Christus f\u00fcr uns am Kreuz von Golgatha bewirkt hat. Unsere Antwort auf die Vers\u00f6hnung ist die Vergebung, die wir uns gegenseitig schulden. Das ist die Botschaft des heutigen Tages!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Liebe hat einen Namen. Sie hei\u00dft Jesus Christus. Diese Liebe hat sich auf den Weg gemacht und ist durch den Staub dieser Welt gegangen. Von daher verstehen wir, dass dieses Kapitel gerade f\u00fcr den heutigen Sonntag als Predigttext ausgew\u00e4hlt worden ist. Denn mit dem heutigen Sonntag, der in der Kirche den lateinischen Namen Estomihi tr\u00e4gt, blicken wir im Kirchenjahr auf den Beginn der Leidenszeit Jesu. Wir blicken auf seinen Weg nach Jerusalem, der ihn ins Leiden und Sterben f\u00fchren wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSeht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was euch geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.\u201c (Lukas 18, 31) Das ist der Spruch f\u00fcr diese Woche, wie Sie ihn auch in den Herrnhuter Losungen finden, falls Sie dieses B\u00fcchlein zur t\u00e4glichen Andacht benutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem Weg ans Kreuz und dann am Kreuz selbst wird Gottes Liebe sichtbar. Es ist die Liebe, von der Paulus hier spricht. Es ist die Liebe, die nicht an sich selber denkt, die nicht das Ihre sucht, die Liebe, die geduldig und freundlich ist, die ganz und gar aus der Wahrheit Gottes ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun haben wir den Schl\u00fcssel gefunden, um diesen sch\u00f6nen und zugleich so ernsten Text zu verstehen und als Hilfe f\u00fcr uns anzunehmen: Setzen Sie einfach \u00fcberall dort, wo Paulus von der Liebe spricht, Jesus ein. Genau das meint Paulus: Setze statt Liebe: Jesus!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und h\u00e4tte Jesus nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich alle meine Habe den Armen g\u00e4be und lie\u00dfe meinen Leib verbrennen, und h\u00e4tte Jesus nicht, so w\u00e4re mir\u2018s nichts n\u00fctze.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn ich \u00fcber alle Beredsamkeit und \u00dcberzeugungskraft verf\u00fcgte, wenn ich predigen k\u00f6nnte wie Billy Graham, wenn ich Gottes Wege und Geheimnisse ganz und gar verstehen k\u00f6nnte, wenn mir das Glauben gar keine Schwierigkeiten bereiten w\u00fcrde, wenn ich zu allem Schweren, was das Leben so mit sich bringt, ein Ja f\u00e4nde ohne zu murren, wenn ich bereit w\u00e4re die gr\u00f6\u00dften Opfer zu bringen, selbst mein eigenes Leben und h\u00e4tte die Liebe nicht, h\u00e4tte also Jesus nicht, so w\u00e4re ich nichts, so w\u00fcrde ich zu den aller\u00e4rmsten Menschen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne diese Liebe w\u00e4re unser Gottesdienst so, wie es Amos 700 Jahre vor Christus gesagt hat: ohne Wert, dem HERRN ein Gr\u00e4uel. Ohne Liebe w\u00e4re unsere Predigt \u00fcberfl\u00fcssiges Gerede. Ohne Liebe w\u00e4re unsere Diakonie blinder Aktionismus. Im Leben der Christen ist nie etwas Gro\u00dfes geworden, ohne dass die Liebe Christi der Motor war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke an die viele Missionare, die in das m\u00f6rderische Fieberklima des Dschungels oder in unwegsame Gebirgsd\u00f6rfer vorgedrungen sind, um den Menschen das Evangelium zu bringen. Ich denke an die vielen Glaubenswerke der Christenheit &#8211; an die H\u00e4user, die von der Nonne Mutter Teresa und ihren Schwestern im indischen Kalkutta errichtet worden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke an Bethel bei Bielefeld, an Krelingen in der L\u00fcneburger Heide oder auch an unsere Ev. Bekenntnisschule hier in Bremen oder an das Mutter-und-Kind-Haus in Findorff. Ich denke an die vielen Werke der Diakonie. Ich denke an die Christen, die f\u00fcr ihre Gemeinde Zeit und Kraft opfern, um einen Sonderdienst zu \u00fcbernehmen oder an Christen, die f\u00fcr andere ganz einfach da sein wollen, um ihnen beizustehen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Drogenabh\u00e4ngigen, Gefangenen, Einsamen und wer immer Liebe und Zuwendung braucht, weil er sie von anderer Seite nicht oder nicht mehr bekommt. Es ist die Liebe Christi, die hinter dem allen steht. Jesus ist langm\u00fctig und freundlich, Jesus eifert nicht, Jesus treibt nicht Mutwillen. Jesus ertr\u00e4gt alles, Jesus glaubt alles, Jesus hofft alles, Jesus duldet alles.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nochmals: Ich kann das nicht von mir aus, meine Natur steht dagegen: Langm\u00fctig zu sein, geduldig zu sein, alles zu ertragen, alles zu erdulden. Aber ich kann mich hineinnehmen lassen in seine\u00a0Liebe, in seine Vergebung, in seine Geduld. Und das geschieht durch den Kraftstrom, der von Gott ausgeht und der diejenigen erf\u00fcllt, die sich an ihn anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus sagt das im R\u00f6merbrief so: \u201eDie Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist.\u201c (R\u00f6mer 5, 5) Dadurch wird nicht die ganze Welt ver\u00e4ndert, aber dort, wo es geschieht, da leuchtet ein Licht auf in dieser dunklen Welt. Da entsteht &#8211; wie ich es vor kurzem in einer Predigt gesagt habe &#8211; mitten in der W\u00fcste eine Oase. Lasst uns solche Oasen anlegen! Lasst uns Lichter entz\u00fcnden! Lasst uns glaubw\u00fcrdig die Liebe Gottes in dieser Welt bezeugen, in dieser Stadt und wo immer wir herkommen und noch hinkommen werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus sagt am Ende dieses Abschnittes: Es wird vieles in unserem Leben r\u00e4tselhaft, bruchst\u00fcckhaft bleiben. Mitunter sp\u00fcren wir es deutlich, wie wir anderen und manchmal sogar uns selbst ein R\u00e4tsel sind. Alles, was wir denken, reden, planen und tun, bleibt irgendwie bruchst\u00fcckhaft. \u201eNobody is perfect\u201c, sagt ein englisches Wort: Niemand ist vollkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit etwas anderen Worten sagt das Paulus an dieser Stelle auch: Niemand ist vollkommen. \u201eDenn unser Wissen ist St\u00fcckwerk, und unser prophetisches Reden ist St\u00fcckwerk.\u201c Nicht nur unser Wissen, auch unser Glaube bleibt, solange wir leben, unvollkommen, bleibt St\u00fcckwerk. Alles das werden wir einmal hinter uns lassen, so wie wir als Erwachsene die Kindheit hinter uns gelassen haben. Das Einzige was \u00fcber alle Zeitumbr\u00fcche hin\u00fcber Bestand hat, ist die Liebe Gottes: \u201eDie Liebe h\u00f6rt niemals auf.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Eros, die erotische Liebe, wird vergehen, denn sie ist menschlich. Aber die Agape kann nicht vergehen, denn sie ist g\u00f6ttlich. Es ist f\u00fcr nicht wenige Menschen heute eine Existenzfrage, wie sie ihr Verm\u00f6gen anlegen, damit es krisenbest\u00e4ndig ist. Im Grunde ist das in einem viel tieferen Sinne die entscheidende Frage unseres Lebens \u00fcberhaupt. Wie werden wir die kommenden Krisen bestehen? Hier steht die Antwort: durch den Anschluss an die Liebe Christi. Sie ist das Einzige, was alle Krisen \u00fcberdauert. Ich w\u00fcsste nicht, was uns hindern sollte, diese Liebe dankbar anzunehmen: Jesus anzunehmen, so wie wir es gleich singen werden:<\/p>\n<p>\u201eLiebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Jens Motschmann, Predigt in St. Jakobi in Bremen am\u00a014.02.2010, dem Sonntag Estomihi<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt \u00fcber 1. Korinther 13,1-13: Unsere Sehnsucht nach Liebe und ihre Erf\u00fcllung in Jesus Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden k\u00f6nnte und w\u00fcsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und h\u00e4tte allen Glauben, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":234,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4264"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/234"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4264"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4264\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4267,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4264\/revisions\/4267"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}