{"id":4161,"date":"2010-02-08T17:38:11","date_gmt":"2010-02-08T15:38:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4161"},"modified":"2010-02-10T08:30:25","modified_gmt":"2010-02-10T06:30:25","slug":"der-griff-des-islam-nach-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=4161","title":{"rendered":"Der Griff des Islam nach Europa"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Griff des Islam nach Europa<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Bei der Besch\u00e4ftigung mit dem \u201eGriff des Islam nach Europa\u201c d\u00fcrfen wir nicht \u00fcbersehen: Der Islam hat ein Programm f\u00fcr Europa, und zwar nicht nur ein religi\u00f6ses, sondern auch ein gesellschaftspolitisches und wirtschaftliches Programm. Die Europ\u00e4er haben weitgehend noch nicht verstanden, dass der Islam eine umfassende, fast totalit\u00e4r zu nennende Lebensordnung ist. In diesem Sinne definierte der Islamrat f\u00fcr Europa 1980 in London in einer Erkl\u00e4rung den Islam folgenderma\u00dfen: \u201eDer Islam ist ein Glaube, eine Lebensweise und eine Bewegung zur Aufrichtung der islamischen Ordnung in der Welt.\u201c Universal Islamic Declaration, ver\u00f6ffentlicht am 28.4.1980 in der islamischen Zeitschrift New Horizon in London, deutsche \u00dcbersetzung abgedruckt im Materialdienst der Ev. Zentralstelle f\u00fcr Weltanschauungs-fragen der EKD Nr.7 Stuttgart, 1.7.1980, S. 181-184. Hier wird klar ausgedr\u00fcckt, dass der Griff des Islam nach Europa nicht nur religi\u00f6s, sondern auch politisch zu verstehen ist.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Wer ist Tr\u00e4ger des \u201eGriffs nach Europa\u201c? Der Islamrat f\u00fcr Europa spricht von einer \u201eBewegung\u201c, und das trifft die Sache recht gut. Der Islam ist keine Supraorganisation, vergleichbar etwa mit der r\u00f6misch-katholischen Kirche. Nur unter den ersten vier Kalifen war der Islam ein einheitlicher religi\u00f6s staatlicher Herrschaftsraum, f\u00fcr den man auch den Ausdruck \u201eHaus des Islam\u201c verwendete. Im Laufe der Geschichte hat sich der Islam aber in eine F\u00fclle unterschiedlich gepr\u00e4gter politischer Herrschaften, religi\u00f6ser Sekten, theologischer und juristischer Institutionen und bruderschaftlich organisierter Basis Bewegungen aufgesplittert. Die werbem\u00e4\u00dfigen Aktivit\u00e4ten gingen meistens vom nichtstaatlichen Islam aus. Das waren erstens die jeweiligen oppositionellen Gruppen, z.B. die schiitischen Absplitterungen; es waren zweitens die Bruderschaften, die zun\u00e4chst ein religi\u00f6ses Anliegen hatten, dann aber teilweise politisiert wurden. Inzwischen wurden auch moderne Organisationsformen \u00fcbernommen. Weltweit werden Vereine, Verb\u00e4nde, Konferenzen usw. gegr\u00fcndet. Es sind vor allem die nichtstaatlichen Organisationen, die Tr\u00e4ger der islamischen Expansion sind. Es gibt aber einige wichtige Ausnahmen: Der iranische Staatsislam, der auf dem sogen. Zw\u00f6lfer Schiismus basiert, und der staatliche Wahhabismus in Saudi Arabien setzen sich weltweit mit viel Geld f\u00fcr die Ausbreitung des Islam ein. Auf der politischen B\u00fchne geht zunehmender Einfluss von der Islamic Conference Organisation (OIC) aus, dem politischen Zusammenschluss der islamischen gepr\u00e4gten Staaten. Die OIC ist jedoch ein schwerf\u00e4lliges Gebilde, w\u00e4hrend die nichtstaatlichen Organisationen sehr mobil agieren. Im Sinne des am Anfang Gesagten haben aber auch die nichtstaatlichen Organisationen eine politische Agenda.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Der Griff nach Europa ist ein genuin islamisches Anliegen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist verkehrt zu meinen, dass nur der moderne Islamismus ein islamisches Europa wolle. Das Ziel eines islamischen Europa basiert vielmehr auf dem Koran, nach dem der Islam die wahre Religion f\u00fcr alle Menschen ist. Bereits der Koran l\u00e4dt auch Christen und Juden und nat\u00fcrlich alle sogen. Heiden ein, Muslime zu werden. Am \u00dcberlegenheitsanspruch des Islam gibt es in keiner islamischen Richtung einen Zweifel. Der moralisch dekadente Zustand Europas n\u00e4hrt diesen Anspruch. F\u00fcr viele Muslime ist Europa ins Heidentum zur\u00fcckgefallen, und deshalb wird der Islam als L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme Europas angesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang sind die koranischen Konzepte von Dau\u00b0wa und Djih\u00e2d zu nennen. Dau\u00b0wa ist die Einladung, den Islam anzunehmen, und als solche ist sie ein Teil des Djih\u00e2d, d.h. des Einsatzes f\u00fcr Allah. Der Djih\u00e2d ist umfassend und meint sowohl den Einsatz f\u00fcr den Islam als Allah Verehrung als auch f\u00fcr den Islam als \u00f6ffentlich politische Ordnung: Menschen, die den Islam nicht freiwillig annehmen, k\u00f6nnen und sollen durch wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Druck dazu bewegt werden. Ziel des Djih\u00e2d ist es, politische Verh\u00e4ltnisse zu schaffen, in denen nichts mehr dem Islam entgegensteht. Fr\u00fcher eroberte man mit dieser Begr\u00fcndung riesige Gebiete auch in Europa. Heute ist man sich dar\u00fcber im klaren, dass eine milit\u00e4rische Eroberung Europas keine Option ist, aber man sieht eine F\u00fclle anderer Mittel, dasselbe Ziel zu erreichen (s.u.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ziel ist also eindeutig, aber die Begr\u00fcndungen, die Erwartungen und die Methoden k\u00f6nnen bei den einzelnen muslimischen Gruppen sehr unterschiedlich sein. Ich will sie kurz skizzieren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. Im \u201afrommen Islam\u2019 geht man davon aus, dass Allah selbst Europa zum Islam bekehren werde, wenn und wann er es will, und dass es den Menschen nicht zustehe, das zu bewerkstelligen. Es ist dieser quietistische Islam, der die ganze Geschichte des Islam begleitet hat und der auch heute viele Muslime pr\u00e4gt. Er wird aus den mekkanischen Korantexten gespeist, aber auch aus vielen negativen Erfahrungen, da der Islam im Laufe seiner Geschichte bis heute von vielen Machthabern f\u00fcr ihre eigenen Belange missbraucht worden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Die entgegengesetzte Richtung ist der aktivistische Islam, der sich von den k\u00e4mpferischen medinensischen Texten des Koran zu Dauwa und Djih\u00e2d inspirieren l\u00e4sst. Er wurde oft durch Angriffe auf den Islam provoziert, z.B. durch die Kreuzz\u00fcge, durch die Vertreibung der Muslime aus Spanien, durch den Kolonialismus, durch die christliche Mission, durch den Kommunismus, durch die Verbreitung liberaler und dekadenter westlicher Kultur und nicht zuletzt durch die Existenz Israels im Herzen der arabischen Welt. Seit \u00fcber 100 Jahren ist dieser Islam auf dem Vormarsch und pr\u00e4gt heute das Erscheinungsbild des Islam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. Es ist n\u00f6tig zu sehen, dass der islamische Aktionismus bzw. der sogen. Islamismus der Gegenwart viele Gesichter hat. Zwei m\u00f6chte ich skizzieren. Erstens gibt es Islamisten, die grunds\u00e4tzlich der Meinung sind, dass alle Aktion von der islamischen Gemeinschaft und ihrer Leitung, d.h. m\u00f6glichst vom islamischen Staat, ausgehen m\u00fcsse. Dieser Islamismus ist gekennzeichnet durch langfristige Ziele und einen langen Atem: Seine bevorzugten Mittel sind friedliche Werbung f\u00fcr den Islam, Durchdringung der Gesellschaft, wirtschaftliche Ma\u00dfnahmen und politische Lobbybildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die andere Variante des Islamismus nimmt ein Eigenrecht zum Handeln f\u00fcr sich in Anspruch, d.h. ein K\u00e4mpfen f\u00fcr den Islam unabh\u00e4ngig vom islamischen Staat. Man wirft den muslimischen Staaten und ihren F\u00fchrern, aber auch den moderaten Gruppen und Verb\u00e4nden Feigheit, Anbiederung an den Westen aus Eigennutz und damit Korruption vor. Diese radikalen Islamisten k\u00e4mpfen also einen Zweifrontenkampf, einerseits gegen den aus ihrer Sicht korrupten Islam und andererseits gegen die Feinde des Islam. Vorbild ist ihnen \u2013 und das nicht zu Unrecht Muhammad, der in Medina nach innen gegen die sogen. \u201eHeuchler\u201c und nach au\u00dfen gegen die Gottlosen in Mekka k\u00e4mpfte. Die Methoden dieser radikalen Islamisten sind Revolution und Terror, und sie begr\u00fcnden das damit, dass ihnen als kleiner Minderheit keine andere Wahl bleibt. Sie wollen also die Herrschaft in einem Land durch gewaltsamen Umsturz erreichen, oder, wo das nicht m\u00f6glich ist, ein Land durch Terror einsch\u00fcchtern und ersch\u00fcttern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">d. In Europa agieren bis jetzt vor allem die friedlichen Aktivisten, aber die radikalen Islamisten sind pr\u00e4sent und jederzeit zum Zuschlagen bereit, wie die Terrorakte in Spanien gezeigt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die Ziele und Methoden von Dauwa und Djih\u00e2d in Europa<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. Die islamische Dauwa stellt den Islam als die \u00fcberlegene religi\u00f6se und gesellschaftliche Ordnung dar: Der Islam schaffe Frieden im Leben des Einzelnen und der Gesellschaft und l\u00f6se die Probleme Europas. Das Christentum dagegen habe in Europa offenkundig versagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Meinung wird in vielen Brosch\u00fcren und B\u00fcchern auf den Markt gebracht. Man n\u00fctzt Dialoge, Fernsehinterviews und Talkshows f\u00fcr die Dauwa. Islamische Radio und Fernsehsender verbreiten diesen Islam, und man k\u00e4mpft um Sendezeit in den \u00f6ffentlich rechtlichen Rundfunk und Fernsehanstalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Die Dauwa k\u00e4mpft gleichzeitig gegen das \u00fcberwiegend negative Image des Islam in Presse, Fernsehen und Literatur. Man erhebt den Vorwurf der Unkenntnis und der b\u00f6sartigen F\u00e4lschung und bekr\u00e4ftigt den Anspruch, dass nur Muslime das Recht h\u00e4tten, den Islam darzustellen. Die kritische Darstellung des Islam wird als \u201eIslamphobie\u201c etikettiert, und man fordert Gesetze gegen die \u201eDiskriminierung\u201c. Damit wird im Grunde eine Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit gefordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. Die Dauwa Gruppen arbeiten strategisch vgl. Dazu das Strategiepapier von Khurram Murad, Islamic Movement in the West: Reflection on some Issues, The Islamic Foundation, Leicester 1981 und zielstrebig, indem sie Journalisten, P\u00e4dagogen und Juristen ausbilden, wobei ihnen gro\u00dfe Geldsummen aus Saudi Arabien und anderen L\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung stehen. Man versucht, Medienunternehmen aufzukaufen und die \u00f6ffentliche Meinung im Sinn des Islam zu beeinflussen. Nat\u00fcrlich ist es ein Ziel, die Eliten der Zukunft mitzupr\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">d. Ein genuin islamisches Aktionsfeld ist der Kampf um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr das praktische Ausleben des Islam, also das, was unter \u201eislamischer Lebensweise\u201c verstanden wird. Die europ\u00e4ischen Staaten sollen die islamische Kleiderordnung auch im \u00f6ffentlichen Bereich erlauben, islamische Speisegesetze ber\u00fccksichtigen, muslimische Feiertage als staatliche Feiertage zulassen sowie das rituelle Gebet w\u00e4hrend der Arbeitszeit, die Teilnahme am Freitagsgebet w\u00e4hrend der Arbeitszeit, den Muezzin Ruf per Lautsprecher, den Bau von Moscheen im Stadtzentrum, das Zinsverbot im Bankwesen usw. genehmigen. Die Liste ist lang, aber auf vielen dieser Gebiete gibt es eine Kollision mit der europ\u00e4isch christlichen Tradition, die den weltlichen Bereich und den geistlichen Bereich zwar nicht trennt, aber doch als unterschiedliche Sph\u00e4ren betrachtet. \u201eGebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist\u201c (Mt. 22,21) \u2013 dieses Gebot Jesu lehnt der genuine Islam ab. Der Islam will vielmehr die Einheit von religi\u00f6ser und weltlicher Ordnung. Dies kann konkret nur entweder die Islamisierung eines Staates oder die Schaffung einer islamischen Parallelgesellschaft innerhalb eines s\u00e4kularen Staates mit dem Ziel der langsamen Ausweitung des islamischen \u201eHerrschaftsbereiches\u201c bedeuten. M.E. muss der s\u00e4kulare Staat beidem widerstehen, um den Grundsatz der Gleichheit aller B\u00fcrger zu wahren. Denn sonst gibt es bald zweierlei Recht in einem Staat, und dies w\u00e4re eine Benachteiligung der Nichtmuslime. Dazu ein Beispiel: W\u00fcrde das islamische Recht in einer muslimischen Subgesell-schaft gelten, w\u00e4re es f\u00fcr Muslime verboten, den Islam zu verlassen. Das aber w\u00fcrde eindeutig dem Grundsatz der Religionsfreiheit widersprechen. Dieser Grundsatz gilt nicht nur f\u00fcr Deutschland, sondern f\u00fcr ganz Europa, in dessen Verfassung es hei\u00dft: \u201eJeder Mensch hat das Recht auf Gedanken , Gewissens und Religionsfreiheit. Dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln\u2026\u201c II 10(1). (d. Red.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist klar, dass das Ringen des Islam um Islamisierung der europ\u00e4ischen Gesellschaften ein harter Kampf sein wird. Wir sind mitten in ihm drin, und er wird vermutlich Europa das ganze 21. Jahrhundert hindurch in Atem halten. Muslime \u00fcberziehen unsere Gerichte mit einer F\u00fclle von Gerichtsverfahren und haben bereits manche juristische Schlacht gewonnen. Dabei argumentieren sie mit der Religionsfreiheit und nutzen die liberale Ordnung f\u00fcr ihre eigene Belange aus. Im Grunde wird die liberale Ordnung benutzt, um diese langfristig abzuschaffen. Es ist schon eine Ironie, dass Muslime gerade das instrumentalisieren, was sie weitgehend ablehnen. Manche Kenner sehen den Kampf schon als f\u00fcr das freiheitliche und christlich gepr\u00e4gte Europa verloren an. Es wird darauf ankommen, ob sich Europas nichtmuslimische Eliten der Geschichte Europas und seiner Werte besinnen und den geistigen, geistlichen und juristischen Abwehrkampf aufnehmen. Die Nichtmuslime d\u00fcrfen sich nicht l\u00e4nger von den muslimischen Lippenbekenntnissen zu den europ\u00e4ischen Verfassungen t\u00e4uschen lassen. Die in Europa lebenden muslimischen Intellektuellen haben l\u00e4ngst begriffen, dass jede Verfassung sich mit entsprechenden Mehrheiten \u00e4ndern l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">e. Der Islam bem\u00fcht sich um wirtschaftliche Einflussnahme durch das immense muslimische Kapital aus den Erd\u00f6leinnahmen. Leider sind die Europ\u00e4er im Allgemeinen so materialistisch geworden, dass sie um kurzzeitiger Vorteile willen das islamische Kapital in Anspruch nehmen und den damit verbundenen islamischen Einfluss akzeptieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">f. Politischer Druck auf Europa wird heute vor allem im Rahmen der UNO durch die in der OIC zusammengeschlossenen islamischen L\u00e4nder ausge\u00fcbt. Dabei arbeitet die Uneinigkeit der europ\u00e4ischen L\u00e4nder und die Uneinigkeit des Westens den Muslimen in die H\u00e4nde. Sie haben es leicht, nach der Methode &#8222;divide et impera&#8220; Keile zwischen Europa und Amerika und zwischen die Europ\u00e4er zu treiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">g. Diese Taktik wird auch erfolgreich auf die Christen und die Kirchen angewandt. \u201eGute Christen\u201c sind aus islamischer Sicht solche, die den Islam unterst\u00fctzen, den christlichen Glauben relativieren, auf die Gottessohnschaft Jesu und die Erl\u00f6sung durch ihn verzichten, die Gemeinsamkeit der so genannten \u201eabrahamitischen Religionen\u201c f\u00f6rdern sowie den Islam als Heilsweg, Muhammad als Propheten und den Koran als Wort Gottes anerkennen. \u201eB\u00f6se Christen\u201c sind aus islamischer Sicht dagegen solche, die an Bibel und Bekenntnis festhalten, missionarisch denken und handeln und den Islam als Heilsweg ablehnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">h. Schlie\u00dflich nenne ich noch die demographische Katastrophe Europas als Folge seiner Abwendung von Gott. Der Geburten\u00fcberschuss bei muslimischen Bev\u00f6lkerungsgruppen und die stetige Zuwanderung von Muslimen lassen ihren Anteil an der europ\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung st\u00e4ndig wachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Wird der Islam seine Ziele erreichen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prognosen k\u00f6nnen von Christen nur unter dem Vorbehalt gemacht werden, dass die Zukunft von Gott bestimmt wird und er es ganz anders f\u00fcgen kann, als wir es ahnen oder bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. Menschlich gesprochen, werden wir es in Zukunft in Europa mit einem starken und selbstbewussten Islam zu tun haben. Wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass die Muslime ihre Organisationsstrukturen weiter ausbauen und vereinheitlichen. Der Islam d\u00fcrfte zu einer starken gesellschaftlichen und politischen Kraft in Europa werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Offen erscheint mir die Frage, ob der Islam sein genuines Anliegen, d.h. die Einheit von Glaube und Staat, langfristig mehrheitlich aufgeben und sich auf seine religi\u00f6se Seite reduzieren lassen wird. Viele europ\u00e4ische Politiker hoffen das und tr\u00e4umen von einem humanistischen Euro Islam, wobei ihnen offensichtlich das weitgehend zu Humanismus gewordene europ\u00e4ische Christentum als Vorbild dient. Mir scheinen das aber tr\u00fcgerische Hoffnungen zu sein. So wie das Christentum sein Proprium nicht aufgeben kann und darf und wir eine Neubesinnung auf das biblische Christentum von Gott erwarten, so sollten Europ\u00e4er auch nicht meinen, dass der Islam als eine politische Weltreligion so einfach sein Proprium aufgeben k\u00f6nnte und w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. Ist der Islam attraktiv f\u00fcr Europ\u00e4er? Bis jetzt werden viele Europ\u00e4er von dem gesetzlichen und k\u00e4mpferischen Islam abgesto\u00dfen. Dagegen wecken der religi\u00f6se Islam und seine Kultur, besonders aber der Sufismus, bei manchen Europ\u00e4ern eine nicht geringe Sympathie. Der Islam erscheint attraktiv f\u00fcr alle Menschen, die das Christentum mit seiner Lehre vom dreieinigen Gott, von der Verlorenheit des S\u00fcnders und von der Vers\u00f6hnung durch Christus ablehnen und gleichzeitig sogen. Spiritualit\u00e4t suchen, f\u00fcr Menschen also, die nur eine allgemeine Gottgl\u00e4ubigkeit und eine pers\u00f6nliche Religiosit\u00e4t wollen. Leider m\u00fcssen wir auch sehen, dass eine christliche Theologie, die den christlichen Glauben auf Humanismus und Spiritualit\u00e4t reduziert und dabei die alten Propria des christlichen Glaubens preisgibt, eine gro\u00dfe Affinit\u00e4t zum Islam hat. Wir d\u00fcrfen auch nicht \u00fcbersehen, dass der verunsicherte moderne Mensch in der Gesetzlichkeit des Islam einen inneren Halt finden kann. Der Islam hat also auch als Religion in Europa Chancen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">d. Es k\u00f6nnte aber auch sein, dass das alte Europa starke Gegenkr\u00e4fte gegen den Islam entwickelt und sich (a) auf seine christlichen Wurzeln und Werte besinnt. Es k\u00f6nnte (b) zu einem Kampf um eine freiheitliche Gesellschaft gegen den islamischen Totalitarismus kommen. Es k\u00f6nnte auch im Blick auf die Kinderfreundlichkeit eine Wende geben. All das ist momentan nicht in Sicht, aber es kann von Gott erbeten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">e. Die Zukunft von Europa wird sehr davon abh\u00e4ngen, ob es eine neue Reformation im biblischen Sinne in den europ\u00e4ischen Kirchen geben wird, d.h. eine biblische Erneuerung der Theologie, eine geistliche Erweckung der Gemeinden und eine Neubesinnung auf die Mission in Europa. Wenn dies geschieht, k\u00f6nnten viele Muslime Christen werden, denn es gibt unter Muslimen durchaus Offenheit f\u00fcr das Evangelium und Entt\u00e4uschung am Islam. Der Islam h\u00e4tte es dann wesentlich schwerer, seine Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Ist der Islam ein Bu\u00dfruf Gottes f\u00fcr Europa ?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Frage ist nicht neu, sondern immer wieder gestellt worden, besonders auch von den Reformatoren. Vgl. dazu Andreas Baumann, Der Islam \u2013 Gottes Ruf zur Umkehr? Eine vernachl\u00e4ssigte Deutung aus christlicher Sicht, Basel\/Gie\u00dfen 2003 Hinter dieser Frage steht die Erkenntnis, dass Gott auch der Herr \u00fcber den Islam ist und der Islam einen Platz im Geschichts- und im Gerichtshandeln Gottes hat. Er hat es zugelassen, dass die Iberische Halbinsel f\u00fcr fast 500 Jahre \u00fcberwiegend muslimisch war. Er hat es zugelassen, dass der Balkan ab dem 14. Jahrhundert islamisiert wurde, er hat es aber auch gef\u00fcgt, dass die T\u00fcrken 1529 und 1683 vor Wien zur\u00fcckgeschlagen wurden. Was will Gott mit dieser Geschichte den europ\u00e4ischen Christen sagen? Werden Europ\u00e4er den Bu\u00dfruf Gottes h\u00f6ren, der in dieser Geschichte liegt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist der neuerliche \u201eGriff des Islam nach Europa\u201c nicht ein neues Gericht Gottes und damit ein neuer Bu\u00dfruf an die Europ\u00e4er, aus ihrer Gottlosigkeit umzukehren? Ist das neue Vordringen des Islam aber nicht auch Gericht und Bu\u00dfruf f\u00fcr eine Kirche, die den Boden des Evangeliums in vielen Bereichen verlassen hat? Der Synkretismus, die Reduktion der biblischen Botschaft auf das Diesseitig Soziale und Pers\u00f6nlich Individuelle, der moralische Zerfall bei Einzelnen und in Familien \u2013 all das macht ja vor der Kirche nicht Halt! Wird die Christenheit, werden die einzelnen Christen umkehren? Nur so wird sich ein Gericht Gottes durch den Islam abwenden lassen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Was ist konkret zu tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. Jeder europ\u00e4ische Christ ist als Staatsb\u00fcrger, d.h. in seiner Verantwortung f\u00fcr die Gesellschaft, gefordert. Der Umgang mit dem Islam ist auch eine politisch rechtlich Aufgabe. Der Staat muss den Islam, sofern er totalit\u00e4re Forderungen erhebt, in seine Grenzen weisen und die Gleichheit und Freiheit aller B\u00fcrger verteidigen. Um der Gleichheit aller B\u00fcrger willen darf der Islam keine Sonderrechte genie\u00dfen. Um der Freiheit aller B\u00fcrger willen muss auch der Islam, wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen, Einschr\u00e4nkungen seiner Freiheit akzeptieren. Um damit richtig umgehen zu k\u00f6nnen, brauchen wir islamwissenschaftlich geschulte christliche Politiker, Juristen, Journalisten, P\u00e4dagogen und Theologen. Wir brauchen Organisationen, die durch Stipendien bekenntnistreue Christen auf dem Gebiet der Islamwissenschaften ausbilden helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Die geistliche Erneuerung der europ\u00e4ischen Kirche k\u00f6nnen wir nur erbitten. Aber wir k\u00f6nnen helfen, dass bekenntnistreue Theologen Islamwissenschaften studieren und sich der theologischen Auseinandersetzung mit dem Islam widmen. Die theologische Apologetik im Blick auf den Islam ist nachhaltig zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. Die europ\u00e4ische Christenheit muss in einer Zeit der Aufl\u00f6sung aller ethischen Werte um die Formulierung ethischer Standards ringen. Es ist n\u00f6tig, einen ethischen Konsens in einpr\u00e4gsame Formulierungen zu fassen, wie das Luther f\u00fcr seine Zeit im Kleinen Katechismus getan hat. Muslime, die sich f\u00fcr den christlichen Glauben \u00f6ffnen, m\u00fcssen wissen, dass christlicher Glaube nicht nur Vers\u00f6hnung mit Gott ist, sondern auch das Leben nach den Geboten Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">d. Die christliche Mission unter Muslimen muss zu einer Aufgabe aller Gemeinden in Europa werden. Sie kann nicht nur Anliegen einiger Weniger sein, sondern muss ins Bewusstsein der europ\u00e4ischen Christenheit als fundamentale Aufgabe treten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">e. Die christlichen Gemeinden m\u00fcssen offen werden f\u00fcr die Aufnahme bekehrter Muslime. Das erfordert Offenheit f\u00fcr Menschen aus anderen Kulturr\u00e4umen und ein \u00dcberdenken der gottesdienstlichen Formen und des gemeindlichen Lebens. Dies wird die eigentliche Jahrhundertaufgabe f\u00fcr die europ\u00e4ische Christenheit sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Eberhard Troeger, Vortrag auf dem 7.\u00a0Europ\u00e4ischen Bekenntniskongress vom 13. \u2013 15.10.04 in Freudenstadt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Griff des Islam nach Europa 1. Bei der Besch\u00e4ftigung mit dem \u201eGriff des Islam nach Europa\u201c d\u00fcrfen wir nicht \u00fcbersehen: Der Islam hat ein Programm f\u00fcr Europa, und zwar nicht nur ein religi\u00f6ses, sondern auch ein gesellschaftspolitisches und wirtschaftliches Programm. 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