{"id":3930,"date":"2009-12-28T22:35:19","date_gmt":"2009-12-28T20:35:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3930"},"modified":"2009-12-28T22:38:18","modified_gmt":"2009-12-28T20:38:18","slug":"botschaft-zum-christfest-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3930","title":{"rendered":"Botschaft zum Christfest 2009"},"content":{"rendered":"<p>J\u0101nis Vanags<br \/>\nErzbischof der Evang.-luth. Kirche Lettlands, Riga<br \/>\nBotschaft zum Christfest 2009<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Weihnachtszeit ist eine ganz besondere Zeit, nicht nur wegen des Scheines der Kerzen oder der sch\u00f6nen Lieder, sondern auch dadurch, dass Menschen sich bem\u00fchen, miteinander h\u00f6flicher, freundlicher und liebevoller umzugehen. Am Christfest sind wir eher bereit, uns zu vertragen und nicht zu bek\u00e4mpfen, zu vergeben und nicht zu vergelten, nicht etwas zu sagen, was man sonst vielleicht hinausschreien w\u00fcrde, und Feingef\u00fchl zu entdecken, das wir bei uns sonst nicht kennen. Zorn, Rache, Finsternis scheinen in der Gegenwart des Christkindes die untauglichen Mittel f\u00fcr den Umgang miteinander zu sein. In seiner N\u00e4he wird die Welt zum besten Wohnort. Deshalb gef\u00e4llt uns das Christfest so sehr, welches wir mit Freude erwarten. Christus wurde nicht in die Welt geboren, weil die Menschen so gute und in der Seele reine Wesen sind, in deren Gemeinschaft zu gelangen sich der Sohn sehr sehnt. Der Grund f\u00fcr sein Kommen war Gottes tiefe Entt\u00e4uschung \u00fcber uns. Aus den Worten des Propheten Maleachi h\u00f6ren wir Gottes Beurteilung heraus: \u201eDarum seid auch ihr verflucht, denn ihr betr\u00fcgt mich allesamt.\u201c (Maleachi 3,9). Wie kann jemand Gott betr\u00fcgen? Jesus spricht: \u201eWas ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan.\u201c (Matth. 25,40)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Unrecht mit einem anderen Unrecht, einen Schlag mit einem anderen Schlag, einen Betrug mit einem anderen Betrug zu vergelten scheint nat\u00fcrlich und gerecht zu sein, und so k\u00f6nnte es ohne Ende weiter gehen. So k\u00f6nnte man eigentlich darauf gefasst sein, dass zu Weihnachten in Bethlehem ein nicht zu \u00fcbertreffender Betr\u00fcger und ein gro\u00dfer R\u00e4cher geboren werden m\u00fcsste, der jedem das heimzahlt, was er verdient hat. Vielleicht meinen wir, dass nur Gottes Vergeltung uns zufrieden stellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Gott verh\u00e4lt sich anders. \u201eGott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.\u201c (Joh. 3, 17) .Gottes Bestreben ist nicht, zu vergelten. Er sorgt sich um unsere Rettung und Heilung, und nur die Liebe, Vergebung und Hoffnung heilt. Der Mensch vermag es, sich wieder zu erheben, wenn er Hoffnung hat. Er wird dann den Weg zur\u00fcck von seinem Irrtum suchen, wenn er wei\u00df, dass ihm vergeben wird. Christus spricht: \u201eIch bin der Weg.\u201c In ihm hast du von neuem einen Weg. Wenn du dich verirrt hast, wenn du Gott und deinen N\u00e4chsten betrogen hast, dann ist das genau der Grund daf\u00fcr, weshalb Christus zu dir gekommen ist. Gerade deshalb ist er dein Weg, denn er ist nicht gekommen, um zu richten, sondern um zu suchen und zu erretten. Weihnachten ist deine Zeit, in der Gott nicht Vergeltung \u00fcbt, sondern Liebe und Vergebung. Das heilt uns und macht die Welt f\u00fcr uns alle zum allerbesten Wohnort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6ge das Christfest uns bereit machen, uns Gott zum Ebenbild zu erneuern. Das hei\u00dft nicht, dass wir bestrebt sein sollten, allm\u00e4chtig und allwissend zu sein. Das hei\u00dft nicht, dass wir mit Blitz und Donner richten sollten. Gott gleich zu sein bedeutet, anderen das zu bringen, was Christus uns gebracht hat. Das bedeutet f\u00fcr unsere Beziehungen zueinander und zur Welt, dass wir uns dabei der g\u00f6ttlichen Mittel f\u00fcr die Heilung bedienen \u2013 der Liebe, der Vergebung und der Hoffnung, oder, in einem Wort zusammengefasst, des Evangeliums. In uns selbst steckt es nicht. Christus hat es in die Welt gebracht. Wir k\u00f6nnen nur so viel weitergeben, wie viel wir von Christus empfangen haben. Deshalb lasst uns wie die Hirten und die Weisen den Weg zu ihm hin suchen, der in der Christnacht im Stall von Bethlehem geboren wurde und Gnade und Wahrheit in die Welt gebracht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Lettischen: Johannes Baumann. Aus: Sv\u0113tdienas R\u012bts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands. 4. Sonntag im Advent, Ausgabe Nr. 47\/48 vom\u00a0 19. Dezember\u00a0 2009<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u0101nis Vanags Erzbischof der Evang.-luth. Kirche Lettlands, Riga Botschaft zum Christfest 2009 Die Weihnachtszeit ist eine ganz besondere Zeit, nicht nur wegen des Scheines der Kerzen oder der sch\u00f6nen Lieder, sondern auch dadurch, dass Menschen sich bem\u00fchen, miteinander h\u00f6flicher, freundlicher und liebevoller umzugehen. 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