{"id":3881,"date":"2009-12-17T14:54:11","date_gmt":"2009-12-17T12:54:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3881"},"modified":"2009-12-17T15:12:46","modified_gmt":"2009-12-17T13:12:46","slug":"der-aufziehende-kulturkampf-2-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3881","title":{"rendered":"Der aufziehende Kulturkampf 2.0"},"content":{"rendered":"<p><strong>Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher<br \/>\n<\/strong><strong>Der aufziehende Kulturkampf 2.0<br \/>\nWarum die Manhattan Erkl\u00e4rung recht hat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der sogenannte Kulturkampf war eine Auseinandersetzung zwischen der r\u00f6misch-katholischen Kirche unter Papst Pius IX. und dem K\u00f6nigreich Preu\u00dfen beziehungsweise dem kaiserlichen Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck zwischen 1871 und 1887. Mit Hilfe des Gesetzes sollte der \u00f6ffentliche Einfluss der Kirche zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Gemeint war die katholische Kirche, die Gesetzgebung traf jedoch alle Kirchen, ja trifft teilweise alle Religionen in Deutschland bis heute, insofern damalige Bestimmungen heute noch greifen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Anfang stand 1871 der ber\u00fchmte \u201eKanzelparagraph\u201c, der Pfarrer f\u00fcr politische oder vermeintlich politische Aussagen haftbar machte. Es folgte 1875 die Zivilehe \u2013 eine Eheschlie\u00dfung vor religi\u00f6sen W\u00fcrdentr\u00e4gern war fortan streng verboten (au\u00dfer als Nachfeier). 1875 folgte das \u201eBrotkorbgesetz\u201c, durch das man den Kirchen systematisch indirekte finanzielle Unterst\u00fctzungen entzog. Schlie\u00dflich wurden alle kirchlichen Schulen einer rigorosen staatlichen Schulaufsicht unterstellt. Auch in vielen anderen Fragen sollten die Kirchen gezwungen werden, nach den Spielregeln des Staates zu spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele der Bestimmungen galten lange oder gelten heute noch. Der Kanzelparagraph wurde erst 1953 aufgehoben. Erst seit 2009 muss einer kirchlichen Ehe keine standesamtliche mehr vorangehen. Dass die religi\u00f6se Trauung rechtlich im Gegensatz zu fast allen anderen westlichen L\u00e4ndern in Deutschland nicht existiert, hat sich bis heute aber nicht ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisch\u00f6fe wanderten ins Gef\u00e4ngnis, der Staat beobachtete erstaunt, wie eine schlafende Masse von unpolitischen Christen pl\u00f6tzlich aus Solidarit\u00e4t den Aufstand probte. Nachdem viel unn\u00f6tiges Porzellan zerschlagen war, gab der Staat schlie\u00dflich auf. Er hielt sowieso nur bis 1918.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den christlichen Kirchen wurde im Kulturkampf zwar schwer geschadet. Zugleich aber erlebten sie \u00fcber weite Strecken auch eine Neubelebung \u2013 und am Ende gab der Staat klein bei. Man traf dabei wesentlich st\u00e4rker die Kirchen, die man gar nicht meinte, vor allem die evangelischen, w\u00e4hrend das eigentliche Ziel, die internationale Verflechtung der Kirchen zu brechen, v\u00f6llig scheiterte. Das Klima wurde auf Jahrzehnte vergiftet. Loyale Staatsb\u00fcrger wurden gezwungen, sich zwischen ihrem Glauben und dem Staat zu entscheiden, ohne dass irgendjemand davon wirklich einen Nutzen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnliche Kulturk\u00e4mpfe hat es immer wieder gegeben. Der Nationalsozialismus hatte nichts gegen Kirchen, wenn sie sich stromlinienf\u00f6rmig der Partei anpassten und Soldaten zu guten Soldaten machten. Die DDR wollte sozialistische und kontrollierbare Kirchen. Praktisch alle westlichen L\u00e4nder haben von Zeit zu Zeit \u00e4hnliche Phasen durchgemacht. In den USA findet der Kulturkampf schleichend seit fast 30 Jahren statt, was schlie\u00dflich zur Manhattan-Erkl\u00e4rung gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich gibt es Unterschiede zwischen damals und heute. Die politische Macht der katholischen Kirche war damals wesentlich gr\u00f6\u00dfer. Zudem leben wir heute im Westen in bew\u00e4hrten Demokratien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um so erstaunlicher ist es, wie viele Kr\u00e4fte es heute gibt, die in den friedlichen westlichen Gesellschaften gegen\u00fcber den friedlichen Kirchen von heute eine Neuauflage \u201eKulturkampf 2.0\u201c anstreben und organisieren. Gro\u00dfbritannien ist darin ein Vorreiter. Dort zahlen bereits Bisch\u00f6fe der Kirche von England \u2013 ironischerweise dort immer noch zumindest offiziell die Staatsreligion \u2013 horrende Strafen f\u00fcr Predigten zum Thema Sexualit\u00e4t und m\u00fcssen zwangsweise Antidiskriminierungsseminare besuchen. Alle katholischen Adoptionsstellen wurden geschlossen, weil man gezwungen wurde, auch an gleichgeschlechtliche Paare Kinder zu vermitteln, und immer \u00f6fter werden Christen aus dem Staatsdienst entlassen, etwa weil sie ein Kreuz tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abtreibung, Bioethik, Sexualit\u00e4t, Ehe, Familie, Gender-Mainstream \u2013 die Liste der Themen wird immer l\u00e4nger, bei denen man die Kirchen zwingen will, so zu denken und zu handeln, wie die \u201ever\u00f6ffentlichte\u201c Meinung (denn die \u201e\u00f6ffentliche\u201c Meinung der Bev\u00f6lkerungsmehrheit hat man dabei nicht immer auf seiner Seite und interessiert sich nicht unbedingt daf\u00fcr).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen sollen nichts mehr f\u00fcr falsch halten d\u00fcrfen, was andere tun. Sie sollen ihre Ethik ad acta legen, nicht etwa zugunsten keiner Ethik oder einer freien Ethik nach Gutd\u00fcnken, sondern zugunsten der Ethik derer, die den Kulturkampf f\u00fchren. Die Kirchen sollen entweder in ihrer Mitte die Ethik anderer praktizieren, oder andernfalls v\u00f6llig aus dem \u00f6ffentlichen Leben verdr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlich wird das etwa bei der religi\u00f6sen Kindererziehung. Die Stadt Berlin macht vor, dass es nicht darum geht, den Religionsunterricht abzuschaffen, sondern alle Kinder zwangsweise in den staatlichen Weltanschauungsunterricht namens \u201eEthik\u201c zu schicken. Im schulischen Leben spielt das vom Grundgesetz und den internationalen Menschenrechtserkl\u00e4rungen garantierte Recht der Eltern, ihre Kinder im Sinne ihrer Religion erziehen zu d\u00fcrfen, l\u00e4ngst keine Rolle mehr. Und der Trend, dass auch Christen wie jedermann gef\u00e4lligst ihre Kinder in staatlichen oder staatlich finanzierten Krippen abzugeben haben und schnell jeder, der seine Kinder zu Hause betreut, der Asozialit\u00e4t verd\u00e4chtigt wird, ist ungebrochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher, Geschichte wiederholt sich nicht, aber dennoch kann man seine Lehren aus ihr ziehen. Die Parallelen sind verbl\u00fcffend: Das Mittel der Christenverfolgung und der Religionsbedr\u00fcckung war damals wie heute in der westlichen Welt das Recht und die Gesetzgebung. Mit immer neuen Stellschrauben des Gesetzes wollte und will der Staat Christen zu etwas zwingen, ohne zu offener Gewalt greifen zu m\u00fcssen. Gewalt war es allemal, aber weil es staatliche Gewalt war, schien sie legitimiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auseinandersetzung ist in Deutschland, in Europa, ja in der ganzen westlichen Welt so \u00fcberfl\u00fcssig wie ein Kropf. Es sind nicht die Kirchen in Deutschland oder Europa, die an sozialem Unfrieden schuld sind oder von denen Diskriminierung und Gewalt gegen andere ausgehen. Die Europ\u00e4ische Union hat gewaltige Aufgaben vor sich. Doch statt Arbeitslosigkeit und Rassismus zu bek\u00e4mpfen, grast sie die Gesetzgebung ab, wo Kirchen als Religionsgemeinschaft vermeintliche Sonderrechte haben. Religionsfreiheit, nein danke? Kirchliches Selbstbestimmungsrecht nach \u00a7 140 des deutschen Grundgesetzes, aber wieso denn? Jede Kirche soll gef\u00e4lligst wie jede Firma dem unmittelbaren Zugriff des Staates unterliegen. Gewissensn\u00f6te Gl\u00e4ubiger? Die werden schon einknicken, wenn der Druck nur stark genug ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EU, genauer bestimmte politische Kr\u00e4fte in der EU, wollen die christlichen Kirchen in die Knie zwingen. Nicht etwa den in einigen Teilen mit klarem politischen Machtanspruch auftretenden Islam, nicht die islamistische Minderheit, die unverhohlen Gewalt einsetzt, denen man vielmehr erstaunlich sanftm\u00fctig entgegentritt und deren Kritiker man mit millionenschweren Aktionen gegen Islamophobie das Leben schwer macht. Nein, den christlichen Kirchen, die in den L\u00e4ndern der EU ganz wesentlich den Staat mittragen, die Demokratie st\u00fctzen, die Zivilgesellschaften bereichern. Den Kirchen, die den Gedanken eines friedlichen Europas und seine Begr\u00fcnder mit hervorgebracht haben \u2013 man denke nur an europ\u00e4ischen Urvater Robert Schumann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es spielt \u00fcberhaupt keine Rolle, um welche Themen es im Einzelnen geht. Manch ein Christ, manch eine Kirche, wird sich bei manchem Thema lieber wegducken wollen. Manches Thema wird ihnen l\u00e4stig sein, bei manchen Themen verstehen sie nicht, warum es anderen Christen so wichtig ist. Aber sie alle werden der Grundsatzfrage auf Dauer nicht aus dem Weg gehen k\u00f6nnen. Die eine oder andere Kirche, der eine oder andere Theologe m\u00f6gen l\u00e4nger in der \u00d6ffentlichkeit als nicht so eng gelten \u2013 am Ende wird es alle treffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schreibe das ganz unaufgeregt und undramatisch. Die christlichen Kirchen haben die Feindschaft und den Untergang Roms \u00fcberlebt, wie den Nationalsozialismus, den Stalinismus und den Maoismus und viele weniger brutale Herausforderungen. Die meisten Christen dieser Welt w\u00fcnschten sich, sie h\u00e4tten die Freiheiten, die Christen im Westen haben. Die Welt ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig, und damit kommen auch f\u00fcr die Kirchen immer neue unvermutete Herausforderungen. Und der Ausbreitung der Botschaft vom Frieden mit Gott durch Jesus Christus weltweit hat aufs ganze gesehen der Druck von au\u00dfen nicht geschadet \u2013 im Gegenteil, die Kirchen wachsen derzeit unter Druck weltweit am st\u00e4rksten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u00e4ndert aber nichts daran, dass die neue Kraftprobe real ist. Gesellschaftliche Kr\u00e4fte im Westen missbrauchen den Staat, um die Kirchen in die Knie zu zwingen und ethisch stromlinienf\u00f6rmig an ihre Weltanschauung anzupassen. Der Staat wird zur Beute der Weltanschauung der einen, die dann ihre vermeintlichen Gegner unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wird dem Staat viele Triumphe bescheren, zumal die Kirchen v\u00f6llig friedlich reagieren. Der Gesellschaft aber wird es schwer schaden, gute B\u00fcrger in unn\u00f6tige Zwangslagen bringen, die Demokratie aus dem Takt bringen, da Menschen mundtot gemacht werden sollen. Am Ende wird es aber den christlichen Glauben nur gest\u00e4rkt haben, die Zustimmung zu \u201edenen da oben\u201c aber abnehmen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auch die Familie, die dabei allzu oft im selben Zusammenhang f\u00fcr tot erkl\u00e4rt und als unmodern hingestellt wird, wird beweisen, dass sie nicht zuf\u00e4llig als Institution seit Jahrtausenden existiert \u2013 und nicht zuf\u00e4llig damit viel l\u00e4nger, als die Staaten, in denen wir leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat erzwingt zunehmend den Widerstand von Christen gegen einen Staat, den sie eigentlich bef\u00fcrworten, ja oft lieben. Doch wenn sie denn v\u00f6llig unn\u00f6tig vor die Wahl gestellt werden, werden sie zunehmend und immer geschlossener mit Petrus und Johannes sagen: \u201eMan muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen.\u201c Man muss und will als Christ Menschen oft gehorchen. Der Staat ist f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben gottgewollt. Aber man muss Gott mehr gehorchen, wenn der Staat einen vor die Wahl stellt. Petrus und Johannes sollten durch Gef\u00e4ngnishaft daran gehindert werden, \u00f6ffentlich \u00fcber Jesus zu sprechen. Die Machthaber, die das beschlossen, sind schon lange vergessen. Die Botschaft von Jesus wird dagegen so oft verk\u00fcndigt, wie noch nie zuvor, oft unter dem erfreulichen Schutz der Religionsfreiheit, noch \u00f6fter trotz staatlichem Verbots oder gesellschaftlicher Bedrohung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ganze kann b\u00f6se enden. Damit meine ich nicht, dass zu bef\u00fcrchten steht, dass Christen gewaltt\u00e4tig werden. Die Kirchen haben viel \u00dcbung im gewaltlosen Widerstand \u2013 gegen Kindesaussetzung zur Zeit der R\u00f6mer, gegen Sklaverei im 18. Jahrhundert, gegen Apartheid in S\u00fcdafrika, gegen die Aufl\u00f6sung der Familie und die Unterdr\u00fcckung religi\u00f6ser Kindererziehung in der Sowjetunion. Aber es wird ein Klima geschaffen, in dem zum einen gegen Christen zunehmend medial und justizial gehetzt wird und in dem starke Kr\u00e4fte von den wirklichen Problemen unserer Gesellschaften abgezogen werden. Der Staat Bismarcks \u00fcberlebte bis 1918. Die \u00dcberlebenschancen unserer Staaten und Demokratien ist mit den Kirchen sicher viel gr\u00f6\u00dfer als gegen die Kirchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Appell geht an die Politiker: Beteiligt euch nicht an dem aufkommenden Kulturkampf 2.0! Wendet euch den wirklichen Problemen zu!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Appell geht an die Richter: Bremst den ausufernden Kulturkampf 2.0 im Rahmen eurer rechtlichen M\u00f6glichkeiten durch Augenma\u00df und friedliche L\u00f6sungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Appell geht an die Medien: Beteiligt euch nicht an Hetze, die sozialen Unfrieden heraufbeschw\u00f6rt, sondern berichtet vers\u00f6hnlich, demokratisch und fair \u00fcber religi\u00f6se Fragen und \u00fcber Minderheiten aller Art. Und lasst die Betroffenen selbst zu Wort kommen, statt sie zu \u00e4chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Appell geht an die Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften: Setzt euch n\u00fcchtern mit den kommenden Entwicklungen auseinander und erhebt eure Stimme. Lasst euch nicht auseinander dividieren, weil ihr in der einen oder anderen ethischen Fragen unterschiedliche Akzente setzt, sondern seht das Gesamtbild. Wer heute schweigt, wird morgen selbst Zielscheibe sein. Mit den Worten von Ulrich Parzany sage ich: \u201eSteht auf, wenn ihr Christen seid!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Appell an alle ist: Einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft zuliebe bitten wir euch, den aufkommenden Kulturkampf 2.0 zu beenden und nicht st\u00e4ndig an rechtlichen Stellschrauben zu drehen, die den Spielraum der Kirchen einengen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das westliche Christentum hat sich sowieso in weiten Teilen der westlichen Kultur bis kurz vor die Selbstaufgabe angepasst. Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo dies nicht weiter m\u00f6glich ist, ohne den christlichen Glauben selbst aufzugeben. Wer es trotzdem erzwingen will, tut der Christenheit vielleicht sogar einen Dienst, weil sie sich ganz neu fragen muss, was ihr Glaube an Gott eigentlich im Alltag bedeutet und wie viel er ihnen eigentlich wert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie endet die Manhattanerkl\u00e4rung so treffend: \u201eWir werden ganz und ohne Widerwille dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Doch unter keinen Umst\u00e4nden werden wir dem Kaiser geben, was Gottes ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist keine Drohung \u2013 das steht uns Christen nicht an. Es ist einfach eine Feststellung. Und dass wir sie ernst meinen, haben wir in der Geschichte zur Gen\u00fcge bewiesen.<\/p>\n<p><em>Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher ist Direktor des Internationalen Instituts f\u00fcr Religionsfreiheit und Rektor des Martin-Bucer-Seminars.<\/em><\/p>\n<p><em>Institut f\u00fcr Ethik &amp; Werte Rathenaustr. 5-7 35394 Gie\u00dfen<\/em><\/p>\n<p><em>ver\u00f6ffentlicht auf <a href=\"http:\/\/www.ethikinstitut.de\">www.ethikinstitut.de<\/a> am 27.11.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher Der aufziehende Kulturkampf 2.0 Warum die Manhattan Erkl\u00e4rung recht hat Der sogenannte Kulturkampf war eine Auseinandersetzung zwischen der r\u00f6misch-katholischen Kirche unter Papst Pius IX. und dem K\u00f6nigreich Preu\u00dfen beziehungsweise dem kaiserlichen Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck zwischen 1871 und 1887. 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