{"id":3854,"date":"2009-12-07T11:25:58","date_gmt":"2009-12-07T09:25:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3854"},"modified":"2009-12-07T11:32:10","modified_gmt":"2009-12-07T09:32:10","slug":"die-manhattan-erklarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3854","title":{"rendered":"Die &#8222;Manhattan-Erkl\u00e4rung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die \u201cManhattan-Erkl\u00e4rung\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Sorge um aktuelle Entwicklungen in Politik und Gesellschaft haben amerikanische Theologen verschiedenster christlicher Konfessionen die \u201eManhattan-Erkl\u00e4rung\u201c verfasst. Die Autoren rufen auf, fundamentale christliche Wahrheiten zu verteidigen und\u00a0sich f\u00fcr den Schutz des Lebens, die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau und die Religions- und Gewissensfreiheit einzusetzen. Lesen Sie im Folgenden die offizielle \u00dcbersetzung der &#8222;Manhattan-Erkl\u00e4rung&#8220; des &#8222;Instituts f\u00fcr Ethik\u00a0&amp; Werte&#8220; in Gie\u00dfen: <!--more--><\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4ambel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutige Christen sind Erben einer zweitausendj\u00e4hrigen Tradition. Zum Inhalt dieser Tradition geh\u00f6ren die Verk\u00fcndigung von Gottes Wort, das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, Widerstand gegen Tyrannei sowie der karitative Einsatz zugunsten der Armen, Unterdr\u00fcckten und Leidenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im vollem Bewusstsein, dass christliche Gemeinschaften und Institutionen \u00fcber die Jahrhunderte oft versagt haben und unvollkommen geblieben sind, machen wir uns das Erbe der Christen zu eigen, die sich f\u00fcr unschuldiges Leben einsetzten, indem sie ausgesetzte S\u00e4uglinge von den st\u00e4dtischen M\u00fcllhalden des R\u00f6mischen Reiches retteten und dessen Duldung des Kindermords \u00f6ffentlich anprangerten. Wir gedenken mit Ehrfurcht der Gl\u00e4ubigen, die w\u00e4hrend der Pest in den St\u00e4dten blieben, um sich um Kranke und Sterbende zu k\u00fcmmern, oder lieber mutig in den Arenen starben als ihren Herrn zu verleugnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mittelalter waren es die christlichen Kl\u00f6ster, die nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch die abendl\u00e4ndische Literatur und Kunst bewahrten. Christen waren es, die das \u00dcbel der Sklaverei bek\u00e4mpften. P\u00e4pstliche Erlasse im 16. und 17. Jahrhundert verurteilten den Sklavenhandel und exkommunizierten die H\u00e4ndler. Evangelikale Christen wie William Wilberforce bewirkten das Verbot des Sklavenhandels in Gro\u00dfbritannien und gr\u00fcndeten karitative Vereine zur Unterst\u00fctzung der Armen, der H\u00e4ftlinge und der Opfer der Kinderarbeit, die oft an Maschinen gekettet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es waren Christen, die in Europa das K\u00f6nigtum von Gottes Gnaden angefochten haben und sich erfolgreich Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung erk\u00e4mpften, um moderne Demokratie \u00fcberhaupt zu erm\u00f6glichen. In den Vereinigten Staaten waren Christen unter den ersten Frauenrechtlerinnen. Die gro\u00dfe B\u00fcrgerrechtsbewegung der 1950 und 1960er Jahre wurde von Christen angef\u00fchrt, die sich auf die Heilige Schrift beriefen und den Adel aller Menschen als Gottes Gesch\u00f6pfe ungeachtet Rasse, Religion oder Rang bekr\u00e4ftigten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gleiche Sorge um die W\u00fcrde des Menschen hat im vergangenen Jahrzehnt Christen dazu gef\u00fchrt, gegen entmenschlichende sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel anzugehen, sich um Aids-Opfer in Afrika zu k\u00fcmmern sowie sich vielf\u00e4ltig f\u00fcr Menschenrechte einzusetzen, ob f\u00fcr sauberes Trinkwasser in den Entwicklungsl\u00e4ndern oder f\u00fcr Heime f\u00fcr Abertausende von Kindern, die Krieg, Seuchen oder Geschlechterdiskriminierung zu Waisen gemacht hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie unsere Vorg\u00e4nger im Glauben sind Christen heute dazu berufen, das Evangelium der kostbaren Gnade zu verk\u00fcndigen, die wahre Menschenw\u00fcrde zu sch\u00fctzen und f\u00fcr das Gemeinwohl einzustehen. Bleibt die Gemeinde ihrer Berufung in die Nachfolge Jesus Christi und den Dienst ihrer Mitmenschen treu, vermag sie einen weitreichenden Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir, orthodoxe, r\u00f6misch-katholische und evangelikale Christen, sind seit dem 28. September 2009 in New York zusammen gekommen, um folgende Erkl\u00e4rung zu verabschieden. Wir unterschreiben sie nicht als Vertreter unserer Kirchen oder Einrichtungen, sondern als Einzelpersonen, die aber zu unseren jeweiligen Gemeinschaften und aus deren Mitte heraus reden. Wir handeln gemeinsam im Gehorsam gegen\u00fcber dem einen wahren dreieinigen Gott der Heiligkeit und Liebe, ein Gott, der einen ausschlie\u00dflichen Anspruch auf unser Leben erhebt und uns dadurch beruft, mit den Gl\u00e4ubigen aller Zeiten und aller Nationen das Wohl derer zu suchen, die sein Ebenbild tragen. Diese Erkl\u00e4rung verabschieden wir im Lichte der Wahrheit der Heiligen Schrift, des Wesens der Menschen sowie der menschlichen Vernunft, die wir als Gabe eines g\u00fctigen Gottes betrachten. Wir rufen alle Menschen guten Willens auf, ob Gl\u00e4ubige oder Nichtgl\u00e4ubige, die hier angesprochenen Themen sorgf\u00e4ltig zu bedenken und kritisch zu pr\u00fcfen. Wie der Apostel Paulus empfehlen wir uns dem Gewissen aller Menschen vor Gott an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ganze Bandbreite der christlichen Ethik, einschlie\u00dflich des besonderen Anliegens der Armen und Bed\u00fcrftigen, beansprucht zwar unsere Aufmerksamkeit, doch bereiten uns in unserem Land heute folgende Themen besondere Sorge: die Existenz des werdenden Lebens, der Behinderten und \u00e4lterer Menschen wird bedroht; es besteht Gefahr, dass die Ehe, bereits durch Freiz\u00fcgigkeit, Untreue und Scheidung gebeutelt, im Sinne von neumodischen Ideologien neu definiert wird; Religion- und Gewissensfreiheit werden gef\u00e4hrdet durch diejenige, die Gl\u00e4ubige zu Kompromissen gegen ihre tiefsten \u00dcberzeugungen zwingen m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schutz menschlichen Lebens, die W\u00fcrde der Ehe als Vereinigung von Mann und Frau und die Religion- und Gewissensfreiheit stellen Grunds\u00e4tze der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls dar. Deshalb bewegt uns unser christlicher Glauben, unsere Stimme zu deren Verteidigung zu erheben. Mit dieser Erkl\u00e4rung bekr\u00e4ftigen wir:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Geschaffen im Ebenbild Gottes sind alle Menschen gleich und besitzen eine wesensm\u00e4\u00dfige W\u00fcrde und ein angeborenes Recht auf Leben;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Die Ehe als verbindlicher Zusammenschluss von Mann und Frau ist eine Sch\u00f6pfungsordnung Gottes und wurde in der Geschichte von Gl\u00e4ubigen wie Nichtgl\u00e4ubigen als die fundamentalste gesellschaftliche Einrichtung verstanden;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Die Religionsfreiheit ist im Wesen Gottes, im Vorbild Christi sowie in der wesensm\u00e4\u00dfigen Freiheit und W\u00fcrde der Menschen, die in Gottes Ebenbild geschaffen worden sind, begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.<br \/>\n<\/em>1. Mose 1,27<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Gen\u00fcge haben sollen.<\/em><br \/>\nJohannes 10,10<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die \u00f6ffentliche Meinung zu mehr Schutz f\u00fcr das ungeborene Leben tendiert, stellen wir mit Besorgnis fest, dass in Regierungskreisen eine Ideologie zugunsten der Abtreibung vorherrscht. F\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeiten sowie Mitarbeiter der gegenw\u00e4rtigen Regierung m\u00f6chten Abtreibung ohne Frist auf Kosten des Steuerzahlers legalisieren. Eine Mehrheit der Abgeordneten in beiden Kammern des Parlaments unterst\u00fctzen die Abtreibung. Das Oberste Gericht, dessen ber\u00fcchtigtes Urteil von 1973 im Falle Roe v. Wade den Ungeborenen des Lebensschutzes beraubte, sieht Abtreibung nach Wahl weiterhin als verfassungsverbrieftes Grundrecht an, auch wenn es einige begrenzten Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr verfassungskonform erkl\u00e4rt hat. Der Pr\u00e4sident sagt, er m\u00f6chte den \u201eBedarf\u201c an Abtreibungen reduzieren \u2013 ein erstrebenswertes Ziel. Er hat jedoch auch versprochen, den Zugang zur Abtreibung zu erleichtern und zu verbreiten, indem er gesetzliche Bestimmungen aufhebt, die eine \u00dcbernahme der Kosten durch die Regierung verbieten und die eine Wartezeit f\u00fcr abtreibungswillige Frauen sowie die Einwilligung der Eltern bei Abtreibungen an Minderj\u00e4hrigen vorschreiben. Die Abschaffung solcher wichtigen und wirksamen Gesetze zum Schutz des ungeborenen Lebens wird die Zahl der vorgenommenen Abtreibungen erwartungsgem\u00e4\u00df in die H\u00f6he schnellen lassen. Somit werden zahlreiche Kinderleben noch vor der Geburt einfach vernichtet. Grund unserer Verpflichtung f\u00fcr den Lebensschutz ist keine Parteipolitik, denn wir gestehen, dass in den 36 Jahren nach dem Fall Roe v. Wade Abgeordnete wie Beamte beider Volksparteien Mitschuld an der gesetzlichen Sanktionierung der \u201eTodeskultur\u201c (Papst Johannes Paul II) tragen. Wir rufen alle Abgeordnete und Beamte unseres Landes auf, jedes Mitglied unserer Gesellschaft zu sch\u00fctzen und ihnen zu dienen, auch die am Rande stehen, ohne Stimme oder Schutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche \u201eTodeskultur\u201c wertet das Leben durch die Vorstellung ab, man k\u00f6nne auf Menschenleben verzichten, die unvollkommen, unreif oder st\u00f6rend sind. Wie manche in weiser Voraussicht prophezeit haben, breitet sich diese Entwertung menschlichen Lebens durch die Abtreibung auch auf andere Felder aus, zum Beispiel die Embryonenforschung und das\u00a0\u201etherapeutische Klonen\u201c. Im Namen der Wissenschaft und zum Zwecke der Heilung sollen nach dem Willen des Pr\u00e4sidenten und des Kongresses Steuergelder verwendet werden, damit menschliche Embryonen massenweise gez\u00fcchtet und dann get\u00f6tet werden, um an Stammzellen zu gelangen, die den Kunden genetisch zugeschnittenen sind. Gleichzeitig wird der Lebensabend \u00e4lterer und behinderter Menschen durch zunehmend lautstarke Forderungen nach legalisierter Beihilfe zum Selbstmord und zur Euthanasie bedroht. Die Eugenik mit ihrer Vorstellung von \u201elebensunwertem Leben\u201c, die man samt weiteren Ungeheuerlichkeiten des Nationalsozialismus f\u00fcr l\u00e4ngst begraben hielt, feiert fr\u00f6hliche Urst\u00e4nde. Urspr\u00fcnglich von abendl\u00e4ndischen Intellektuellen in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in die Welt gesetzt, kommt sie heute eingepackt in den Schlagw\u00f6rtern \u201eFreiheit\u201c, \u201eAutonomie\u201c und \u201eSelbstbestimmung\u201c daher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geschlossen und unerm\u00fcdlich werden wir gegen die Vorstellung k\u00e4mpfen, es sei rechtens, den Ungeborenen das Leben durch Abtreibung zu nehmen. Wir werden uns einsetzen, wie wir es immer getan haben, um schwangeren Frauen in Not sowie Opfern der Abtreibung zu helfen, sie zu tr\u00f6sten und f\u00fcr sie zu sorgen. Gleichzeitig weisen wir entschlossen die Ansicht zur\u00fcck, das gewollte T\u00f6ten ihres ungeborenen Kindes k\u00f6nne im besten Interesse einer Frau sein. Die gerechte, humane und wahrhaft christliche L\u00f6sung f\u00fcr das Problem ungewollter Schwangerschaften ist, so behaupten wir, liebende F\u00fcrsorge f\u00fcr Mutter und Kind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wahrhaft prophetisches christliches Zeugnis wird unerm\u00fcdlich die M\u00e4chtigen dieser Welt aufrufen, die vornehmste Regierungsverantwortung wahrzunehmen: die Schwachen und Verletzlichen vor gewaltsamen Angriff zu sch\u00fctzen, und zwar ohne Parteinahme, Beg\u00fcnstigung oder Diskriminierung. Die Heilige Schrift macht es zur Pflicht, die Schutzlosen zu besch\u00fctzen, den Sprachlosen ein Sprachrohr zu sein. Deshalb stehen wir ein und sprechen f\u00fcr die Ungeborenen, die Behinderten und die Pflegebed\u00fcrftigen. Was im Lichte der Bibel und der Vernunft klar ist, m\u00fcssen wir klar machen. Wir m\u00fcssen bereit sein, das Leben unserer Geschwister in jeder Lage und in jeder Entwicklungsstufe zu verteidigen, egal, was es uns und unseren Einrichtungen kostet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Sorge gilt nicht nur unserem eigenen Land. Rund um den Globus sind wir Zeugen von V\u00f6lkermord und \u201eethnischer S\u00e4uberung\u201c. Wir merken, wie man unschuldigen Kriegsopfern Hilfe verweigert, wie Kinder vernachl\u00e4ssigt und missbraucht, Tagel\u00f6hner ausgebeutet, junge M\u00e4dchen und Frauen als Sexsklaven gehandelt und \u00e4ltere Menschen alleingelassen werden. Wir stellen Rassenunterdr\u00fcckung und -diskriminierung sowie Verfolgung von Gl\u00e4ubigen aller Religionen fest. Es werden keine Schritte unternommen, um vermeidbare Krankheiten wie AIDS einzud\u00e4mmen. Diese \u00dcbel stammen unserer Ansicht nach vom Verlust der Vorstellung der Menschenw\u00fcrde und der Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens, der das Gesch\u00e4ft mit der Abtreibung, die Forderung nach legalisierter Beihilfe zum Selbstmord und zur Euthanasie sowie zum menschlichen Klonen f\u00fcr Zwecke der biomedizinischen Forschung vorantreibt. Wir vertreten, wie es angemessen ist, eine wahrhaft konsequente Ethik der Liebe und des Lebens f\u00fcr alle Menschen in allen Lagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Ehe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sprach der Mensch: <em>Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie M\u00e4nnin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch<\/em>. 1. Mose 2,23-24<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dies Geheimnis ist gro\u00df; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde. Darum auch ihr: ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann<\/em>. Epheserbrief 5,32-33<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau sowie die k\u00f6rperliche Vereinigung in der Ehe als Ehemann und Ehefrau wird in der Heiligen Schrift als Kr\u00f6nung von Gottes Sch\u00f6pfung dargestellt. Als Eheleuten wird M\u00e4nnern und Frauen die gro\u00dfe Ehre zuteil, Partner Gottes zu werden, indem sie Leben weitergeben und Kinder aufziehen. Somit ist die Ehe die erste und grundlegende soziale Einrichtung. Die traditionelle christliche Bezeichnung vom \u201eheiligen Stand der Ehe\u201c weist darauf hin, dass es sich um eine g\u00f6ttliche Einrichtung handelt, die Christus durch seine Teilnahme an der Hochzeit zu Kana gut hie\u00df. In der Heiligen Schrift ist die Ehe Gegenstand von Gottes Segen und Hochachtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die hervorragende Bedeutung der Ehe als Ureinrichtung, die Gesundheit, Bildung und Wohl aller Mitglieder einer Gesellschaft gew\u00e4hrt, wird durch unermessliche menschliche Erfahrung untermauert. Wo die Ehe in Ehren gehalten wird, wo die \u201eEhekultur\u201c gedeiht, ziehen alle einen Nutzen daraus: die Eheleute selbst, die Kinder, die Gemeinschaften und Gesellschaften, in denen sie leben. Wo die Ehekultur beeintr\u00e4chtigt wird, treten gesellschaftliche Krankheitserscheinungen hervor. Leider stellt man fest, dass die Ehekultur in unserem Land in den vergangenen Jahrzehnten ernsthaft beeintr\u00e4chtigt worden ist. Der aussagekr\u00e4ftigste und zugleich besorgniserregendste Nachweis ist die Geburtenrate unehelicher Kinder. Vor weniger als f\u00fcnfzig Jahren betrug sie 5%, heute hat sie bereits die 40%-Marke \u00fcberschritten. Unsere Gesellschaft \u2013 nicht zuletzt die finanziell Schw\u00e4chsten und Anf\u00e4lligsten, bei denen die Geburtenrate unehelicher Kinder den nationalen Durchschnitt weit \u00fcbersteigt \u2013 zahlt einen enorm hohen Preis in Form von Jugendkriminalit\u00e4t, Drogensucht, Verbrechen, \u00fcberf\u00fcllten Strafanstalten, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Weitere Kennzeichen dieser Beeintr\u00e4chtigung der Ehekultur sind das verbreitete Zusammenleben ohne Trauschein und die ersch\u00fctternd hohe Scheidungsrate.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Christen bekennen wir mit Trauer das skandal\u00f6se Versagen unserer Einrichtungen, die Ehe aufrechtzuerhalten und der Welt ein Modell der wahren Bedeutung der Ehe vorzuleben. Wir tun Bu\u00dfe \u00fcber das Ma\u00df, in dem wir die Ehescheidung zu leicht genommen und zu Praktiken unserer Gesellschaft geschwiegen haben, die die W\u00fcrde der Ehe untergraben. Wir rufen alle Christen auf, es uns gleich zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Familie st\u00e4rken hei\u00dft, damit aufzuh\u00f6ren, sexuelle Freiz\u00fcgigkeit und eheliche Untreue zu verherrlichen, und unserem Volk den Sinn f\u00fcr die tiefe Anziehungskraft der treuen ehelichen Liebe, f\u00fcr ihr Geheimnis und ihre Heiligkeit wieder zu geben. Unbesonnene Politikma\u00dfnahmen, welche die Ehe schw\u00e4chen, einschlie\u00dflich der in Misskredit geratenen Scheidung ohne Schuld, bed\u00fcrfen der Reform. Einsatz ist erforderlich in den Bereichen des Gesetzes, der Kultur und der Religion, um jungen Menschen ein fundiertes Verst\u00e4ndnis der Ehe sowie ihrer Voraussetzungen nahezubringen, damit sie erkennen, warum sich die Verpflichtungen und Opfer lohnen, die von treuen Ehepartnern abverlangt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Wunsch, die Ehe neu zu bestimmen, um gleichgeschlechtliche und Gruppenpartnerschaften anzuerkennen, sehen wir eher ein Symptom als die Ursache der Beeintr\u00e4chtigung der Ehekultur. Er widerspiegelt den Verlust des Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr den Sinn der Ehe, wie er in unserer Zivil- und religi\u00f6sen Gesetzgebung sowie in der philosophischen Tradition, die zur Gestalt dieser Gesetzgebung beitrug, verankert ist. Diesem Wunsch ist aber unbedingt zu widerstehen, denn ihm stattgeben hie\u00dfe, die M\u00f6glichkeit preiszugeben, ein gesundes Eheverst\u00e4ndnis und mit ihm den Neuaufbau einer gesunden Ehekultur wiederherzustellen. Eine Umdeutung der Ehe legt den falschen und zerst\u00f6rerischen Glauben fest, bei der Ehe handle es sich ausschlie\u00dflich um Romantik und andere Formen der Befriedigung von Erwachsenen, statt wesensm\u00e4\u00dfig darum, Kinder zu erzeugen und Handlungen und Beziehungen einen einzigartigen Charakter und Wert zu verleihen, deren Bedeutung darin liegt, sich der Erschaffung, der F\u00f6rderung und dem Schutz des Lebens als angemessen zu erweisen. In der ehelichen Gemeinschaft sowie in der Erziehung der Kinder (die als Gottes Gabe Frucht der ehelichen Liebe ihrer Eltern sind) entdecken wir den tiefsten Grund und Nutzen des Ehebundes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir r\u00e4umen ein, dass manche Menschen eine Neigung zu homosexuellen und wechselnden Beziehungen und Praktiken haben, so wie es andere Menschen gibt, die zu anderen Formen unsittlichen Verhaltens neigen. Wir versp\u00fcren Mitgef\u00fchl f\u00fcr solche Menschen. Wir respektieren ihre gleiche, tiefe, angeborene Menschenw\u00fcrde. Unsere Hochachtung gilt M\u00e4nnern und Frauen, die oft ohne viel Unterst\u00fctzung darum k\u00e4mpfen, der Versuchung zu Neigungen zu widerstehen, die sie, nicht weniger als wir, f\u00fcr irregeleitet halten. Wir stehen ihnen bei, auch wenn sie stolpern. Wir sind, wie sie, s\u00fcndige Menschen, die hinter Gottes Absicht f\u00fcr unser Leben zur\u00fcckbleiben. Wir, nicht weniger als sie, bed\u00fcrfen st\u00e4ndig Gottes Geduld, Liebe und Vergebung. Wir rufen die gesamte christliche Gemeinschaft auf, sexueller Unzucht zu widerstehen, aber gleichzeitig, Abstand davon zu nehmen, diejenigen geringsch\u00e4tzig zu sch\u00e4tzen, die sie aus\u00fcben. Wir m\u00fcssen die S\u00fcnde entschlossen ablehnen, doch niemals die s\u00fcndigen Menschen. Denn jeder s\u00fcndige Mensch, egal was sein Vergehen, ist Gegenstand der Liebe Gottes, der nicht unseren Untergang, sondern vielmehr unsere Herzensumkehr sucht. Jesus ruft alle, die vom Pfad der Tugend abirren, zu einem \u201evortrefflicheren Weg\u201c zur\u00fcck. Wir, seine Nachfolger, strecken liebend die Hand zu allen aus, die diesen Ruf vernehmen und ihm Folge leisten m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir r\u00e4umen ferner ein, dass es aufrichtige Menschen gibt, die anderer Meinung sind als wir und eine andere Meinung \u00fcber die biblisch Lehre und die christliche Tradition bez\u00fcglich der Sexualethik und des Wesens der Ehe haben. Manche, die gleichgeschlechtliche und Gruppenpartnerschaften eingehen, halten ihre Beziehungen f\u00fcr wahrhaft ehelich. Sie verstehen aber weder, dass die Ehe in der geschlechtlichen Erg\u00e4nzung von Mann und Frau gr\u00fcndet, noch dass die Ehe als allumfassende Lebensgemeinschaft auf mehreren Ebenen die leibliche Vereinigung von Ehemann und Ehefrau als biologische Fortpflanzungseinheit mit einschlie\u00dft. Der Leib ist eben kein \u00e4u\u00dferes Anh\u00e4ngsel der menschlichen Person, sondern echter Bestandteil des pers\u00f6nlichen Wesens Mensch. Der Mensch l\u00e4sst sich nicht auf Bewusstsein, Gef\u00fchl, Geist oder Sinn reduzieren, der zuf\u00e4llig einem unpers\u00f6nlichen K\u00f6rper innewohnt, sondern ist eine dynamische Einheit aus K\u00f6rper, Seele und Geist. Eine Ehe entsteht, wenn ein Mann und eine Frau alles andere verlassen, sich zu lebensl\u00e4nglicher, gegenseitiger Treue verpflichten und somit auf allen Ebenen eine Lebensgemeinschaft stiften: biologisch, emotional, der Gesinnung nach, rational, geistlich. Eine solche Verpflichtung wird versiegelt, vollzogen und aktualisiert in liebendem Geschlechtsverkehr, in dem die Ehepartner ein Fleisch werden, nicht rein metaphorisch, sondern als Erf\u00fcllung der Bedingung der Fortpflanzung. Deshalb ist es nach christlicher Tradition und abendl\u00e4ndischem Recht nicht zul\u00e4ssig, eine vollzogene Ehe etwa aufgrund von Unfruchtbarkeit aufzul\u00f6sen oder zu annullieren, auch wenn die eheliche Beziehung wesensm\u00e4\u00dfig auf das gro\u00dfe Gut der Fortpflanzung hin angelegt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verstehen, dass viele Mitb\u00fcrger, darunter auch Christen, der Meinung sind, die geschichtliche Definition der Ehe als Vereinigung eines Mannes und einer Frau stehe in Widerspruch zum Grundsatz der Gleichheit aller Menschen oder zu den B\u00fcrgerrechten. Sie sind um eine Antwort auf die Frage verlegen, welcher Schaden entst\u00fcnde, wenn die Beziehung zweier M\u00e4nner oder Frauen, die gleichgeschlechtlich zusammenleben, vom Landesgesetz als Ehe erkl\u00e4rt w\u00fcrde. Ihre eigene Ehe litte doch nicht daran, oder? Geht man diesem Argument aber auf den Grund, erweist es sich als unhaltbar. Zum einen beweist es zu viel, denn damit k\u00f6nnte man wechselnde Partnerschaften, die Vielehe oder sogar noch inzestu\u00f6se Beziehungen zwischen erwachsenen Geschwistern legitimieren. Sollen solche Verh\u00e4ltnisse aufgrund der Gleichheit aller Menschen oder der B\u00fcrgerrechte als Ehen im Sinne des Gesetzes anerkannt werden? H\u00e4tte das keine Auswirkung auf andere Beziehungen? In Wahrheit ist die Ehe kein neutrales Abstraktum, das vom Gesetz beliebig umgedeutet werden darf, um den M\u00e4chtigen und Einflussreichen einen Gefallen zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine nichteheliche Beziehung zu einer Ehe erkl\u00e4ren zu lassen, ist kein einklagbares B\u00fcrgerrecht. Die Ehe ist ein objektiver Tatbestand, ein Bundesschluss zwischen Ehemann und -Frau, den das Gesetz anzuerkennen und zu sch\u00fctzen hat im Sinne der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls. Versagt das Gesetz in dieser seiner Aufgabe, so schadet es der Gesellschaft. Zun\u00e4chst ist die Religionsfreiheit derer gef\u00e4hrdet, f\u00fcr die es sich um eine Gewissensfrage handelt. Zweitens werden die Rechte von Eltern mit F\u00fc\u00dfen getreten, wenn die Sexualkunde in der Schule ihren Kindern beibringt, dass nach aufgekl\u00e4rtem Verst\u00e4ndnis Beziehungen als \u201eEhen\u201c angesehen werden, die ihre Eltern f\u00fcr unehelich und unsittlich halten. Drittens leidet das Gemeinwohl, wenn das Gesetz in seiner p\u00e4dagogischen Funktion das gesunde Verst\u00e4ndnis der Ehe untergr\u00e4bt, das f\u00fcr das Gedeihen der Ehekultur in der Gesellschaft unerl\u00e4sslich ist. Wollen wir die \u00fcberaus wichtige Reform der Gesetze und Sitten ansto\u00dfen, um eine solche Kultur wiederherzustellen, dann k\u00f6nnen wir es uns keineswegs leisten, die Bedeutung der Ehe so umzudeuten, dass unsere Gesetze ein falsches Verst\u00e4ndnis der Ehe verk\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Liebe (nicht Feindseligkeit) und umsichtiger Sorge um das Gemeinwohl (nicht Vorurteil) verpflichten wir uns zu unerm\u00fcdlichem Einsatz, um die gesetzliche Definition der Ehe als Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau zu bewahren und die Ehekultur wieder aufzubauen. Wie k\u00f6nnten wir als Christen anders handeln? Die Heilige Schrift lehrt uns, dass die Ehe einen wesentlichen Teil des Sch\u00f6pfungsbundes Gottes ausmacht. Die Vereinigung von Ehemann und Ehefrau spiegelt die Verbindung zwischen Christus und seiner Gemeinde wieder. Genauso, wie Christus aus Liebe bereit war, sich als Ganzopfer f\u00fcr die Gemeinde hinzugeben, so sind wir aus Liebe bereit, jegliches Opfer, das von uns abverlangt wird, f\u00fcr den unsch\u00e4tzbaren Wert der Ehe zu leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Religionsfreiheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verk\u00fcndigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen<\/em>. Jesaja 61,1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist<\/em>. Matth\u00e4us 22,21<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das lange, m\u00fchsame Ringen um Religionsfreiheit ist weder eine Erfindung der Neuzeit, noch eine moderne Entwicklung. Das Wesen der Religionsfreiheit fu\u00dft auf dem Charakter Gottes selbst, den man am Leben und Werk Jesu Christi am deutlichsten erkennt. In ihrem Entschluss, Jesus im Leben wie in den Tod treu nachzufolgen, beriefen sich die ersten Christen auf die Art seiner Fleischwerdung: \u201e[Sandte Gott den Christus] etwa, wie jemand von den Menschen meinen m\u00f6chte, mit Schreckensherrschaft und Furcht und Entsetzen? Ganz und gar nicht. Sondern in Milde und Sanftmut\u2026; denn Zwang geh\u00f6rt nicht zu Gottes Eigenschaften.\u201c (Diognetbrief 7,3-4). Das Recht auf Religionsfreiheit gr\u00fcndet im Vorbild Jesu Christi selbst sowie in der W\u00fcrde eines jeden Menschen, geschaffen im Ebenbild Gottes, eine angeborene W\u00fcrde, die nach erkl\u00e4rter Ansicht der Gr\u00fcnder unserer Republik durch den rechten Gebrauch der Vernunft erkennbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen bekennen, Gott allein ist Herr \u00fcber das Gewissen. Freiheit von religi\u00f6sem Zwang ist Eckstein eines ungefesselten Gewissens. Keinen darf man gegen seinen Willen zwingen, sich einer Religion anzuschlie\u00dfen. Ebenso wenig darf man gl\u00e4ubigen Menschen verbieten, Gott nach dem Gehei\u00df ihres Gewissens zu huldigen oder ihren tief empfundenen religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen frei und \u00f6ffentlich Ausdruck zu verleihen. Dies gilt sowohl f\u00fcr den Einzelnen, wie auch f\u00fcr religi\u00f6se Gemeinschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ironischerweise stehen diejenigen, die f\u00fcr sich das Recht in Anspruch nehmen, Ungeborenen, Alten und Behinderten das Leben zu nehmen sowie unsittliche Praktiken auszu\u00fcben und die dieses Recht gesetzlich verbrieft sehen wollen, an vorderster Front derjenigen, welche die Freiheit anderer mit F\u00fc\u00dfen treten, die ihre religi\u00f6se und ethische Verpflichtung bez\u00fcglich der Unversehrtheit des Lebens und der W\u00fcrde der Ehe als Bund zwischen Mann und Frau zum Ausdruck bringen m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies wird zum Beispiel an Schritten ersichtlich, die unternommen werden, um Ausnahmeklauseln derart zu schw\u00e4chen oder gar abzuschaffen, so dass Einrichtungen, welche der Abtreibung ablehnend gegen\u00fcber stehen \u2013 einschlie\u00dflich kirchlicher Kliniken und Krankenh\u00e4user sowie deren Mitarbeiter, \u00c4rzte, Chirurge, Krankenschwester und -pfleger \u2013, gezwungen werden, abtreibungswillige Frauen zu \u00fcberweisen oder in gewissen F\u00e4llen selbst Abtreibungen vorzunehmen oder daran teilzunehmen. Ferner werden Gesetze gegen Diskriminierung angewandt, um religi\u00f6se Einrichtungen sowie religi\u00f6s orientierte Gesch\u00e4fte und Dienstleistungsunternehmen vor die Wahl zu stellen, sich an Aktivit\u00e4ten zu beteiligen, die sie f\u00fcr zutiefst unsittlich halten, oder Konkurs anzumelden. Nachdem im Bundesstaat Massachusetts die \u201egleichgeschlechtliche Ehe\u201c gerichtlich durchgesetzt worden war, beschlossen r\u00f6misch-katholische karitative Einrichtungen zum Beispiel widerwillig, mit der hundertj\u00e4hrigen Vermittlung von Waisen aufzuh\u00f6ren, weil man sie sonst rechtlich dazu gezwungen h\u00e4tte, im Gegensatz zur r\u00f6misch-katholischen Morallehre, Kinder auch gleichgeschlechtlichen Haushalten zuzuweisen. Nachdem im Bundesstaat New Jersey ehe\u00e4hnliche \u201eb\u00fcrgerliche Partnerschaften\u201c eingef\u00fchrt worden waren, wurde einer Einrichtung der Methodistenkirche die Gemeinn\u00fctzigkeit aberkannt, weil sie sich weigerte, ihr Haus f\u00fcr die Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften zur Verf\u00fcgung zu stellen. In Kanada und einigen L\u00e4ndern Europas ist es schon einmal vorgekommen, dass christliche Pfarrer angeklagt worden sind, weil sie in der Predigt auf die biblischen Aussagen gegen Homosexualit\u00e4t hingewiesen haben. Neue Gesetze gegen Hass lassen ahnen, dass \u00e4hnliches auch in den Vereinigten Staaten geschehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Parallel zur abnehmenden Achtung vor religi\u00f6sen Werten in den Medien, in Bildungseinrichtungen sowie in der Politik hat es in den vergangenen Jahrzehnten eine wachsende Zahl von Pr\u00e4zedenzf\u00e4llen gegeben, welche die ungehinderte Aus\u00fcbung der Religion einschr\u00e4nkten. Wir betrachten diese Entwicklung als unheilvoll, nicht nur weil sie die verfassungsgem\u00e4\u00dfe Freiheit des Einzelnen, ungeachtet seines Glaubens, bedroht, sondern ebenso das Gemeinwohl und die Kultur der Freiheit, die unserem republikanischen Regierungssystem zu Grunde liegt. Wird die Gewissensfreiheit eingeschr\u00e4nkt, d\u00fcrfen religi\u00f6se Einrichtungen zum Beispiel nicht mehr nur Mitarbeiter gleichen Glaubens oder gleicher ethischen Grundwerte einstellen, dann werden die mittleren Gesellschaftsstrukturen untergraben, die einen wesentlichen Puffer gegen die \u00dcbermacht des Staates bilden. Dies f\u00fchrt zum \u201eweichen Despotismus\u201c, vor dem Alexis de Tocqueville in seinem Werk \u201eDemokratie in Amerika\u201c so eindringlich wie prophetisch warnte. Die Aufl\u00f6sung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft ist das Vorspiel der Tyrannei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Christen nehmen die biblische Ermahnung ernst, die Obrigkeit zu achten und ihr zu gehorchen. Wir glauben an das Gesetz und an den Rechtsstaat. Wir erkennen die Pflicht an, sich nach dem Gesetz zu richten, ob es uns gef\u00e4llt oder nicht, es sei denn, die Gesetze sind ernsthaft ungerecht oder verlangen von den Untertanen eine ungerechte oder unsittliche Handlung. Gem\u00e4\u00df der Heiligen Schrift dient das Gesetz der Gerechtigkeit dem Gemeinwohl sowie der Wahrung der \u00f6ffentlichen Ordnung. Gesetzte jedoch, die ungerecht sind oder B\u00fcrger angeblich zwingen, Ungerechtes zu tun, sind dem Gemeinwohl nicht dienlich, sondern untergraben es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit den Anf\u00e4ngen der christlichen Kirche haben Christen sich geweigert, Kompromisse bez\u00fcglich der Verk\u00fcndigung des Evangeliums zu schlie\u00dfen. Die Apostelgeschichte berichtet im 4. Kapitel, wie man Petrus und Johannes das Predigen verbieten wollte. Ihre Antwort lautete: \u201eUrteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir k\u00f6nnen&#8217;s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben.\u201c Durch die Jahrhunderte h\u00e4lt das Christentum b\u00fcrgerlichen Ungehorsam nicht nur f\u00fcr legitim sondern auch f\u00fcr notwendig. Martin Luther Kings Brief aus dem Gef\u00e4ngnis von Birmingham, Alabama, l\u00e4sst sich als Verteidigung der Rechte und Pflichten des religi\u00f6sen Gewissens an Beredsamkeit kaum \u00fcberbieten. Mit einer ausdr\u00fccklich christlichen Perspektive und Zitaten von christlichen Schriftstellern wie Augustinus und Thomas von Aquin legte King dar, dass gerechte Gesetze die Menschen adeln, weil sie im Moralgesetz verwurzelt sind, dessen letzte Quelle Gott selbst ist. Ungerechte Gesetze dagegen erniedrigen die Menschen. Sie k\u00f6nnen sich auf keine andere Autorit\u00e4t als den blo\u00dfen Willen des Menschen berufen und sind von daher f\u00fcr das Gewissen nicht bindend. King war bereit, sich eher einsperren zu lassen, als sich einer ungerechten Gesetzgebung zu beugen, ein Vorbild, das andere inspiriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir achten Gerechtigkeit und Gemeinwohl hoch. Deshalb werden wir uns keiner Gesetzesvorschrift beugen, die unsere Einrichtungen zwingen m\u00f6chte, an lebensbedrohende Handlungen teilzunehmen, als da sind: Abtreibungen, Beihilfe zum Selbstmord, Euthanasie oder Forschung, die Embryonen vernichtet. Wir werden uns ebenso wenig einer Verf\u00fcgung beugen, die uns zwingen m\u00f6chte, unsittliche Sexualpartnerschaften zu segnen oder sie als Ehen oder ehe\u00e4hnlich anzuerkennen, noch werden wir aufh\u00f6ren, die Wahrheit \u00fcber Ethik und Unsittlichkeit, \u00fcber Ehe und Familie, wie wir sie sehen, zu verk\u00fcndigen. Wir werden ganz und ohne Widerwille dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Doch unter keinen Umst\u00e4nden werden wir dem Kaiser geben, was Gottes ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Entwurfs-Komitee: Robert George Professor, McCormick Professor of Jurisprudence, Princeton University\u00a0Timothy George Professor, Beeson Divinity School, Samford University Chuck Colson Founder, The Chuck Colson Center for Christian Worldview (Lansdowne, VA)<\/em><\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung kann unter <a href=\"http:\/\/www.medrum.de\">www.medrum.de<\/a>\u00a0oder <a href=\"http:\/\/www.manhattandeclaration.org\">www.manhattandeclaration.org<\/a> unterzeichnet und heruntergeladen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a9 Manhattan Declaration 2009 Genehmigte deutsche \u00dcbersetzung: Institut f\u00fcr Ethik\u00a0&amp; Werte, Rathenaustr. 5-7, 35394 Gie\u00dfen. Download unter <a href=\"http:\/\/www.ethikinstitut.de\">www.ethikinstitut.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201cManhattan-Erkl\u00e4rung\u201c Aus Sorge um aktuelle Entwicklungen in Politik und Gesellschaft haben amerikanische Theologen verschiedenster christlicher Konfessionen die \u201eManhattan-Erkl\u00e4rung\u201c verfasst. Die Autoren rufen auf, fundamentale christliche Wahrheiten zu verteidigen und\u00a0sich f\u00fcr den Schutz des Lebens, die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau und die Religions- und Gewissensfreiheit einzusetzen. 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