{"id":382,"date":"2009-07-09T21:56:05","date_gmt":"2009-07-09T19:56:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=382"},"modified":"2009-09-11T10:37:55","modified_gmt":"2009-09-11T08:37:55","slug":"erzbischof-janis-vanags-riga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=382","title":{"rendered":"Predigt: Das gro\u00dfe Abendmahl"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das gro\u00dfe Abendmahl<br \/>\nPredigt am 25. Mai 2008 im Dom zu Riga \u00fcber Luk. 14,16-24<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u201eEs war ein Mensch, der machte ein gro\u00dfes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und mu\u00df hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der zweite sprach: Ich habe f\u00fcnf\u00a0 Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zur\u00fcck und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Stra\u00dfen und Gassen der Stadt und f\u00fchre die Armen, Verkr\u00fcppelten, Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstra\u00dfen und an die Z\u00e4une und n\u00f6tige sie hereinzukommen, da\u00df mein Haus voll werde. Denn ich sage euch, da\u00df keiner der M\u00e4nner, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.\u201c Lukas 14, 16-24)<\/em><!--more--><br \/>\nDieses ist ein sehr wichtiges Gleichnis, welches davon spricht, was wir hier heute tun. Wir k\u00f6nnten sagen: \u201eWir feiern Gottesdienst.\u201c Doch in seiner weiteren Bedeutung ist es die Frage, was wir in diesem Leben, in dieser Welt tun. Jemand h\u00e4tte einmal zwei Maurern, die bei ihrer Arbeit dicht nebeneinander standen, die Frage gestellt, was sie t\u00e4ten. Der eine antwortete: \u201eIch mauere. Schau, ich lege einen Stein hin, dann M\u00f6rtel darauf, und dann wieder einen Stein, und so arbeite ich den ganzen Tag.\u201c Der andere sagte: \u201eIch erbaue eine Kathedrale.\u201c So unterschiedlich kann der Zugang zum Leben sein. Ich mauere Ziegelsteine, kaufe Ochsen, bestelle meinen Acker, nehme eine Frau oder einen Mann. Das sind Dinge, die im Leben auf uns zukommen, die getan werden m\u00fcssen. Auch eine Kathedrale entsteht nicht ohne das Mauern. Aber auf welches Ziel hin r\u00fchren wir uns, weshalb leben wir, weshalb gibt es uns? Arbeiten wir, damit wir so satt werden, da\u00df wir arbeiten k\u00f6nnen? Menschen leben, um zu \u00fcberleben. Wof\u00fcr? Viele werden antworten: \u201eWir werden schon sehen, worauf es schlie\u00dflich hinausl\u00e4uft.\u201c Kann man so auch eine Kathedrale mauern?\u00a0 Mauern wir, und dann werden wir sehen, was schlie\u00dflich daraus wird. Wenn man nicht einmal ein Geb\u00e4ude so errichtet, kann man dann so das Leben aufbauen?\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dieser Schriftstelle erkennen wir die Gesamtansicht einer Kathedrale, den Plan unseres Lebens. Ein Mann, der mit Jesus zu Tisch sa\u00df, fasste das in einem Satz zusammen: \u201eSelig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!\u201c Nach einem Gespr\u00e4ch mit Jesus d\u00e4mmerte es ihm pl\u00f6tzlich, da\u00df DAS das Ziel und die Erf\u00fcllung des Lebens ist. Ein Leben, das dieses nicht erreicht, ist vergeblich und zum eigenen Schaden gelebt worden. M\u00f6gen noch so viele \u00c4cker bestellt worden sein, m\u00f6ge man noch so viele Ochsen gekauft oder noch so viele Frauen und M\u00e4nner geliebt haben, alles ist vergeblich gewesen, wenn es nicht zum Essen des Brotes im Reich Gottes gef\u00fchrt hat. Andererseits aber \u2013 Ende gut, alles gut. Dieses Sprichwort m\u00f6chte sagen, da\u00df ein guter Ausgang\u00a0 auch dem Schweren und Schmerzlichen, was auf dem Wege erlitten werden mu\u00dfte,\u00a0 seinen Sinn gibt. Dem, der Gott liebt, werden alle Dinge zum Besten dienen. In seiner Verz\u00fcckung ruft der Mann aus: \u201eSelig ist, der das Brot i\u00dft im Reich Gottes!\u201c\u00a0 Jesus antwortet ihm: \u201eDort gibt es viel mehr als Brot. Dort gibt es ein gro\u00dfes Abendmahl, das Hochzeitsmahl des Sohnes des K\u00f6nigs.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gro\u00dfes, gro\u00dfes Abendmahl. Wie h\u00f6rt sich das an \u2013 fr\u00f6hlich oder bedrohlich? Wie kann denn die Botschaft von einem gro\u00dfen Fest \u00fcberhaupt bedrohlich klingen? Fragt doch eine Hausfrau, die ein solches Mahl herrichten mu\u00df. Wenn, sehr verehrte Damen der Gemeinde, jemandem von euch gesagt w\u00fcrde: \u201eDu sollst f\u00fcr den englischen Thronfolger ein Hochzeitsmahl herrichten,\u201c dann w\u00fcrdet ihr vermutlich antworten: \u201eSeid ihr noch bei Verstand? Das kann ich doch nicht. Das geht \u00fcber meine Kr\u00e4fte.\u201c\u00a0 Wenn wir aber nun f\u00fcr den K\u00f6nig des Himmels ein Hochzeitsmahl zubereiten sollten, dann w\u00fcrden wir f\u00fcrchterlich erschrecken. Wir erinnern uns dann an Franz von Assisi mit seiner v\u00f6lligen Selbstentsagung und Hingabe an Gott, vielleicht an Mutter Teresa mit ihren Werken der Barmherzigkeit, vielleicht an Dietrich Bonhoeffer, den gro\u00dfen Bekenner und Blutzeugen&#8230; Und sagen \u2013 das ist zu viel f\u00fcr mich, Mein Leben war kein Vorbild an Glauben und N\u00e4chstenliebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei diesen typischen \u00dcberlegungen zeigt sich die typische Verwirrung,\u00a0 die Menschen bei der Frage nach ihrer Gottesbeziehung bef\u00e4llt. Bei den Religionen, besonders bei den \u00e4lteren, einfacheren, erkennen wir den Wunsch, die Gottheit g\u00fctig zu stimmen. Der Mensch tr\u00e4gt etwas heran, um es zu schenken, was er sich selbst entrissen hat, um es den G\u00f6ttern zur\u00fcckzugeben und sie g\u00fctig zu stimmen. Viele V\u00f6lker haben in ihren Kulten sogar Menschenopfer dargebracht und dabei nicht einmal ihre eigenen Kinder verschont. Die Vorstellung, da\u00df ich mir selbst ein gro\u00dfes Hochzeitsmahl im Himmel zubereiten soll, kann auch Christen verwirren. Aus der Geschichte der Reformation erinnere ich mich auch an kleine Geschichten, bei denen jemand, der auf einem Schiff in Seenot geraten ist, einem Heiligen gelobt, ihm eine Wachskerze in der Gr\u00f6\u00dfe eines Menschen zu stiften, wenn er ihn vom Untergang erretten w\u00fcrde. Als ihn sein Freund darauf hinweist: \u201eDu wirst doch nie in deinem Leben das Geld haben, um dir eine solche Kerze zu kaufen,\u201c antwortet dieser, \u201eHalt doch deinen Mund und schrei hier nicht herum, er braucht es doch nicht zu wissen. Die Hauptsache ist doch, da\u00df er jetzt hilft.\u201c Das ist selbstverst\u00e4ndlich eine sehr vulg\u00e4re Ausdrucksweise. Vielleicht gehe ich fehl, aber etwas von der Vorstellung \u00fcber die M\u00f6glichkeit, Gott gut zuzureden und der Zubereitung des himmlischen Hochzeitsmahles, kommt, wenn auch auf eine etwas feinere Weise, in den Berichten \u00fcber die alten Asketen vor. Johannes Cassius gibt ein Gespr\u00e4ch zwischen zwei Freunden, Johannes und Paesius, wieder. Pater Paesius hat bereits drei\u00dfig Jahre oder l\u00e4nger in der W\u00fcste als Einsiedler gelebt. Als Johannes ihn eines Tages in seiner H\u00f6hle besucht, fragt er Paesius: \u201eWas hast du eigentlich durch dein Einsiedlerdasein erreicht?\u201c Paesius entgegnet ihm: \u201eDa ich hier allein lebe, hat die Sonne mich noch nie essen gesehen.\u201c Worauf Johannes bemerkt: \u201eDa ich mit vielen anderen zusammen lebe, hat mich die Sonne noch nie zornig gesehen.\u201c Der Gedanke, da\u00df Entsagung und die Heldentaten der Selbsteinsch\u00e4tzung\u00a0 f\u00fcr jemand einen Platz bei dem himmlischen Hochzeitsmahl frei halten, k\u00f6nnen im Menschen qu\u00e4lende Zweifel und\u00a0 Verzagtheit wach rufen. Das k\u00f6nnen wir Martin Luthers Biographie entnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schauen wir doch bei dieser Schriftstelle auf Gottes Antwort. Ein Mensch machte ein gro\u00dfes Abendmahl. Er lud die G\u00e4ste ein, als das Mahl zubereitet war. \u201eKommt, denn es ist alles bereit!\u201c\u00a0 Das Essen ist zubereitet, alles steht fertig da. Das ist kein Imbiss aus der Reisetasche. Die Armen, Blinden, Kr\u00fcppel und Lahmen bringen nichts von ihrem eigenen Besitz mit. Der Hausherr \u2013 der K\u00f6nig \u2013 ist es, der das Mahl zubereitet. Er ist es auch, der alles bezahlt. Das ist Seine Sache. Er hat Noah durch die todbringenden Fluten geleitet, Er hat Israel aus der Sklaverei in das Gelobte Land gef\u00fchrt, Er hat es in der W\u00fcste gespeist und getr\u00e4nkt. Er hat Mose die Gebote gegeben und seine Leute mit den Worten der Propheten diese zu halten gelehrt. Schlie\u00dflich hat er Seinen Sohn gesandt, der alles zu tragen auf sich genommen hat, womit wir negativ, unw\u00fcrdig und eigentlich f\u00fcr das himmlische Mahl auch unerw\u00fcnscht geworden sind. Er trug unsere Schuld als sei es Seine Schuld, Er l\u00f6ste unsere S\u00fcnde aus, als sei es Seine S\u00fcnde. Er gab Sein Leben hin, um uns freizukaufen und mit Gott zu vers\u00f6hnen. Er zerbrach den Schl\u00fcssel des Todes, um uns die T\u00fcr zum Saal des Mahles zu \u00f6ffnen. Am Kreuz sterbend sagte der Herr Jesus: \u201eEs ist vollbracht!\u201c Erinnert uns dieser Aufruf nicht an die Einladung zum Mahl \u201eEs ist alles bereit\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier k\u00f6nnen wir noch einmal inne halten und dar\u00fcber nachdenken, wie gro\u00df diese Einladung ist. Gott erschuf die Welt in sechs Tagen. K\u00f6nnen wir es uns ausmalen, WIE das Mahl sein k\u00f6nnte, das Gott zuzubereiten sich Jahrtausende lang bem\u00fcht hat? Es ist alles bereit. Kommt jetzt! Was sollen wir da? Der Mensch ist schon eine eigenartige Kreatur. Theoretisch vermag er sogar, das zu erkennen und zu bezeugen. Einer von ihnen sagte sogar: \u201eSelig ist, der das Brot isst im Reich Gottes.\u201c Weshalb antwortet ihm Jesus mit diesem Gleichnis? Deshalb, weil er es vermag,\u00a0 zu bekennen: \u201eJa, selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes.\u201c\u00a0 Das ist das h\u00f6chste Ziel, das es wert ist, das Leben darauf auszurichten und es anzustreben. Doch als der Hausherr das Mahl zubereitet hat und zum Mahl bittet, kommt der Mensch mit seinen Ausreden.: \u201eWei\u00dft du, ich kann jetzt nicht, dieses ist nicht der richtige Augenblick, ich habe heute etwas Wichtigeres zu tun.\u201c Kann das wirklich m\u00f6glich sein? Ist das nicht nur eine belehrende Fabel, die Jesus zum Besten gibt? \u00a0Eigentlich m\u00fcsste doch jeder aufspringen und zu diesem Mahl hinlaufen, wenn er dazu eingeladen wird. Dennoch gibt es im Leben noch viel Schlimmeres als das, was wir in diesem Gleichnis lesen. Die Menschen sagen Gott wirklich auf sehr unterschiedliche Weise, da\u00df sie keine Zeit h\u00e4tten. Das ist eine der h\u00e4ufigsten Ausreden, die ich aus dem Munde von Menschen h\u00f6re, weshalb sie nicht zur Kirche gehen und sich f\u00fcr Gott nur rein theoretisch interessierten. Sie sagen: \u201eIch habe keine Zeit\u201c, und sind davon fest \u00fcberzeugt, da\u00df Gott es einsehen wird, da\u00df sie Recht haben, da\u00df sie wirklich keine Zeit haben. Wenn uns jemand, der f\u00fcr uns von gro\u00dfer Bedeutung ist,\u00a0 zu einem Festmahl einladen w\u00fcrde, und wir dann zuerst f\u00fcnf Mal \u00fcberlegen, ehe wir es uns erlauben, zu sagen: \u201eWei\u00dft du, ich habe gar keine Zeit, zu Dir zu kommen.\u201c Es ist doch ganz klar, da\u00df damit die Beziehungen zerbrochen wurden, nicht nur so zum Scherz, sondern vielleicht f\u00fcr immer. Auch im Gleichnis Jesu wird der Hausherr zornig. Ich hatte Jahrtausende Zeit, um alles vorzubereiten, und du hast keine Zeit, zu kommen und es zu empfangen? K\u00f6nnen wir\u00a0 es nicht auch begreifen, wie absurd sich unsere Ausreden mit der fehlenden Zeit anh\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n\u00e4chsten eingeladenen G\u00e4ste sagen dem Herrn: \u201eIch kann nicht kommen, weil ich eine Frau genommen habe.\u201c Aber es kann noch schlimmer kommen. Zur Frau am Brunnen sagt Jesus: \u201eF\u00fcnf M\u00e4nner hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist gar nicht dein Mann.\u201c Vor Gottes Augen bleibt nichts verborgen&#8230; Im Leben eines Menschen kann es Dinge geben, bei denen er es ganz deutlich empfindet, da\u00df er sich damit Gott nicht n\u00e4hern kann. Er wei\u00df, da\u00df Gott sie nicht segnen wird. Gott spricht seine Einladung aus, aber das, was ich mir in meinem Leben geleistet habe, kann ich zu Ihm nicht mitnehmen. Dabei kann uns die Entscheidung schwer fallen. Die Dinge, welche wir uns selbst geschaffen haben, werden f\u00fcr uns wertvoller als der Sch\u00f6pfer selbst. Die Gaben, die Er uns geschenkt hat, begehren wir, aber den Geber weisen wir ab. Das geschieht auf Schritt und Tritt. Doch es geschieht noch mehr als das. Wisst ihr, was eigentlich geschieht? Der Hausvater bittet uns zu sich herein: \u201eKomm, es ist alles f\u00fcr dich bereit\u201c, doch wir st\u00fcrzen uns auf Ihn und ermorden Ihn. Vielleicht sagt ihr jetzt: \u201eDas ist doch ma\u00dflos \u00fcbertrieben. Wer m\u00f6chte denn Gott ermorden?\u201c Ist Christus nicht Gott?\u00a0 Wurde Er nicht ermordet? Und wer hat Ihn ermordet? Die Juden, die R\u00f6mer?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther schreibt, da\u00df diese nur die Knechte unserer S\u00fcnden waren. Jesus wurde von den Dingen ermordet, mit denen wir es nicht wagen. vor Gott zu treten: Unsere S\u00fcnden. Unser verh\u00e4rtetes Herz, das f\u00fcr Gott keine Zeit hat, weil es sich f\u00fcr Ihn nicht interessiert. Wir f\u00fchlen uns oft vor Gott wie Bettler, Blinde, Lahme und Kr\u00fcppel, weit von Ihm entfernt, auf den Stra\u00dfen und Gassen der Stadt. Doch denken wir daran, da\u00df Gott seinen Diener ausgesandt hatte, gerade diese zu suchen und zu Seinem Mahl einzuladen. Das ist f\u00fcr uns eine \u00fcberraschende und unverdiente Gelegenheit. Es gibt keinen mit der Vernunft zu erfassenden Grund daf\u00fcr, da\u00df wir uns eines Tages bei dem Hochzeitsmahl eines englischen Prinzen wieder finden. Was w\u00e4re das f\u00fcr eine \u00dcberraschung, wenn wir eines Tages eine entsprechende Einladung erhielten! Ebenso gibt es keinen mit dem Verstand zu erfassenden Anlass, zum Hochzeitsmahl des himmlischen K\u00f6nigs eingeladen zu werden. Doch die Einladung ist da! Und dazu ist das eine Einladung, nicht nur als Gast zur Hochzeit zu kommen, sondern Seine Braut, oder der Br\u00e4utigam zu sein. Wenn wir uns das ausmalen, wie sich der K\u00f6nig f\u00fchlen mag, wenn die G\u00e4ste, die er eingeladen hatte, und f\u00fcr die alles vorbereitet war, alle nacheinander absagen. Wie schwer mag wohl diese Beleidigung erst wiegen, wenn sogar die Bettler an den Z\u00e4unen, zu denen wir geh\u00f6ren, absagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oft kann man h\u00f6ren, da\u00df das Leben kompliziert sei. Ja, vielleicht ist es wirklich kompliziert. Trotzdem sieht der Heilige Ignatius von Loyola das alles ganz einfach \u2013 das Leben ist der Kampf zwischen Gott und dem Teufel. Es gibt nur zwei Lager und keine neutrale Zone dazwischen. In der Welt gibt es nur zwei Fahnen, die Fahne Gottes und die Fahne des Teufels. Gott ruft uns unter Seine Fahne, aber derjenige, der diesem Ruf nicht folgt, bleibt unter der Fahne des Teufels. Manches Mal ist es ganz gesund, wenn sich im Durcheinander der komplizierten Dinge etwas davon sehr einfach und klar zeigt. Wir m\u00f6chten doch alle dem Lager Gottes zugeh\u00f6ren, denn Er ist unser Freund, und Er ist auch der Sieger. Der Teufel ist der Verlierer und der Feind sogar aller seiner Kampfgenossen. Wir m\u00f6chten alle gerne auf der Seite der Freunde stehen. Dazu m\u00f6chten wir ganz bestimmt auf der Seite des Siegers stehen. Nur verwickeln und verirren wir uns in viele Situationen, M\u00f6glichkeiten, Angebote, Anforderungen, \u00c4ngste und Probleme des Lebens. Die verdecken unseren Augen die Wahrheit, da\u00df es auf dieser Welt nur zwei Fahnen gibt. Da\u00df derjenige selig zu preisen ist, der das Brot im Reich Gottes isst. Auch wir. Theoretisch haben wir das alles ungef\u00e4hr begriffen. Wir k\u00f6nnen bekennen, da\u00df unser Heil im Glauben an Jesus Christus liegt, diesem gro\u00dfen Geschenk Gottes, da\u00df wir im Glauben an Ihn die Vergebung der S\u00fcnden und das ewige Leben haben. Doch wenn die Zeit gekommen ist, unseren Glauben zu verwirklichen und nach ihm zu leben, pflegen wir zusammen zu zucken und fangen an, vor Gott unsere Ausreden auszubreiten: \u201eIch habe keine Zeit. Ich habe einen Kredit aufgenommen. Ich mu\u00df viel arbeiten. Ich habe eine Familie.\u201c Nicht immer kann man eine Ausrede als eine solche sofort erkennen. Einen Acker kann man auch in der besten Absicht kaufen. Jesus erz\u00e4hlt ein Gleichnis, in dem jemand ein St\u00fcck Land kauft, weil er darauf einen verborgenen Schatz gefunden hat. Der Kauf dieses St\u00fcck Landes bedeutet f\u00fcr ihn ein wichtiges Werk f\u00fcr das Reich Gottes. Doch kann man sich in das Wirken f\u00fcr das Reich Gottes so einspannen lassen, da\u00df f\u00fcr den Kontakt mit Ihm keine Zeit bleibt. Wenn der Herr uns ruft, dann antworten wir: Ich habe keine Zeit, Herr, ich mu\u00df deinen Acker bestellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein aktives Leben ohne ein inneres Leben ist gef\u00e4hrlich. Nur eine lebendige Beziehung mit Gott bewahrt unsere Seele vor der Gefahr, welche der Dienst nach au\u00dfen hin mit sich bringt. Wenn wir uns dabei erwischen, da\u00df wir uns vor Gott entschuldigen, dann geht es dabei meistens gar nicht\u00a0 um Kleinigkeiten. Meistens sind wir dabei schon so weit vom Weg abgekommen, da\u00df wir den R\u00fcckweg nicht mehr finden. Wir begreifen, da\u00df wir unser Leben wieder in Ordnung bringen sollten, wissen aber nicht, wie. Wir kommen aus den Geleisen des Alltages nicht mehr heraus. Unser Problem ist mit einem tief verwurzelten gro\u00dfen Baum zu vergleichen. Wir sind nicht so stark, da\u00df wir diesen Baum mit allen Wurzeln mit einem Ruck herausrei\u00dfen k\u00f6nnten. Doch k\u00f6nnen wir diesen Baum astweise beschneiden Wir k\u00f6nnen nicht in einem Augenblick vollkommen werden, aber wir k\u00f6nnen damit beginnen, die Heilige Schrift regelm\u00e4\u00dfig zu lesen und zu betrachten. Zehn Minuten t\u00e4glich sind besser als einmal in der Woche drei Stunden. Wir k\u00f6nnen regelm\u00e4\u00dfiger beten und \u00fcber Gott nachdenken. Wir k\u00f6nnen \u00f6fter zum Gottesdienst gehen. Wir k\u00f6nnen am Abend unser Gewissen befragen und Gott um Vergebung bitten, den Morgen mit einem Gebet beginnen, in dem wir Gott bitten, da\u00df wir diesen Tag im Gehorsam gegen\u00fcber dem Auftrag verbringen, den Er uns erteilt hat. Von einer Ecke, von einem kleinen\u00a0 Ast aus lasst uns versuchen, unsere verheerenden\u00a0 Neigungen durch rettende und aufbauende Gewohnheiten zu ersetzen. Immer wieder und so oft wir es verm\u00f6gen, la\u00dft uns Schritt f\u00fcr Schritt auf Gott zugehen, damit Er uns mit Seinen Sieben Meilen Stiefeln entgegeneilen kann wie der Vater, der seinen verlorenen Sohn schon von Weitem ersp\u00e4ht hat und ihm entgegenl\u00e4uft. Und wenn uns dann Gott ganz nahe ist, werden wir erkennen, da\u00df Er der wahre t\u00e4tige Meister, unser Sch\u00f6pfer, Erl\u00f6ser und Seligmacher ist, der unseren gro\u00dfen Baum mit einem Ruck ausrei\u00dft und\u00a0 alle unsere Wunden heilt. Und der Heilige Geist ist es, der die Fr\u00fcchte der Liebe, der Freude und des Friedens mitbringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommt, es ist alles bereit! Diese Einladung gilt weiterhin. Die Kirchenglocken, die ge\u00f6ffneten T\u00fcren des Gotteshauses sind der Ruf Gottes, sich unter Seiner Fahne zu sammeln und gleichzeitig den Schrecken der H\u00f6lle und des Todes zu entfliehen, Herr, gib uns weise Herzen und offene Ohren, da\u00df wir, was wir geh\u00f6rt haben, auch in uns aufnehmen und nicht mit Ausfl\u00fcchten kommen!\u00a0 AMEN<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ausz\u00fcge aus Sv\u0113tdienas R\u012bts, Zeitung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands, herausgegeben von ICHTYS GmbH,\u00a0 <\/em><em>2. Sonntag nach Trinitatis\u00a0,\u00a0 Ausgabe Nr. 19 (1751)\u00a0 vom 31. Mai 2008.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gro\u00dfe Abendmahl Predigt am 25. Mai 2008 im Dom zu Riga \u00fcber Luk. 14,16-24 \u00a0\u201eEs war ein Mensch, der machte ein gro\u00dfes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! 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