{"id":3814,"date":"2009-11-23T13:25:09","date_gmt":"2009-11-23T11:25:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3814"},"modified":"2009-11-30T10:52:52","modified_gmt":"2009-11-30T08:52:52","slug":"erklarung-der-baltischen-bischofskonferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3814","title":{"rendered":"Erkl\u00e4rung der baltischen Bischofskonferenz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erkl\u00e4rung der baltischen Bischofskonferenz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bisch\u00f6fe der Evangelisch-lutherischen Kirche in Estland, der Evangelisch-lutherischen Kirche in Lettland und der Evangelisch-lutherischen Kirche in Litauen trafen am 3. und 4. November 2009 in Tallinn zusammen, um die Einheit zwischen den lutherischen Kirchen der baltischen L\u00e4nder zu st\u00e4rken und f\u00fcr die Gemeinschaft unter den Christen der Welt zu beten, im Bewu\u00dftsein, da\u00df in unserer Zeit das Band zwischen und innerhalb der christlichen Gemeinschaft in verschiedener Hinsicht auf die Probe gestellt ist. Die Bisch\u00f6fe er\u00f6rterten auch die Aufgaben und die Verantwortung f\u00fcr ihre Kirchen und suchten nach besserer Zusammenarbeit in der Zukunft. Christlicher Glaube in sich schlie\u00dft beides mit ein: Mit Christus zu leben und einander zu dienen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders in \u00f6konomisch schweren Zeiten, wenn so viele Menschen wirtschaftlich den festen Boden unter ihren F\u00fc\u00dfen und zugleich ihren inneren Frieden verloren haben, laden wir unsere Landsleute zu einer vermehrten Wertsch\u00e4tzung ihrer christlichen Verwurzelung ein und dazu, sich den geistlichen Reichtum zu eigen zu machen, der in der Heiligen Schrift offenbart ist, der jedermann angeboten wird, der sich zu Gott hinwendet und seine Zuversicht auf Christus setzt. Die aktuelle Krise in der Weltwirtschaft ist eine Frucht davon, da\u00df lange Zeit unterlassen wurde, den Prinzipien gem\u00e4\u00df zu handeln, die Gott in der Sch\u00f6pfung niedergelegt hat. Konsumismus und Individualismus in der modernen Gesellschaft haben ihren Tribut gefordert. Eine L\u00f6sung, einzig und allein durch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen zu suchen, w\u00fcrde eine Wiederholung fr\u00fcherer Fehlentscheidungen bedeuten. Zuvor mu\u00df eine geistliche Erneuerung kommen, ein erneuertes Bewu\u00dftsein von der Balance zwischen Rechten und Pflichten, Empathie, Solidarit\u00e4t und gegenseitiger St\u00fctze. Wir glauben, da\u00df man die \u00fcberzeugendste innere Motivation f\u00fcr eine solche Ver\u00e4nderung durch eine Begegnung mit dem lebendigen Christus bekommt. Diese Begegnung durch Wort und Tat zu erleichtern, ist die vornehmste Aufgabe f\u00fcr die christliche Kirche. Christus sagte: &#8222;Darum gehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.&#8220; (Mt 28,19-20)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die christliche Gemeinschaft, die ein Teil der Gesellschaft ist, ist von den Fragen, die &#8211; lokal und global \u2013 das physische und menschliche Milieu betreffen, nicht abgeschieden. Gesellschaftliche Gerechtigkeit und die Lebensqualit\u00e4t der Menschen oder der Schutz der Ostsee gegen staatliche Vernachl\u00e4ssigung und Ausbeutung durch Gro\u00dfunternehmen sind einige wichtige Beispiele auf diesem Gebiet. Als um Gottes Wort versammelte Gemeinschaften und Bewahrer christlicher Werte m\u00fcssen unsere Kirchen die geistlichen Grundursachen f\u00fcr die Probleme unserer Zeit hervorheben. Die Kirchen m\u00fcssen daran erinnern, da\u00df das wichtigste Mittel, das Gott ihnen anvertraut hat, Gottes Wort \u2013 Gesetz und Evangelium &#8211; ist und der Dienst der Barmherzigkeit gegen\u00fcber den Mitmenschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir laden auch\u00a0unsere politischen F\u00fchrer ein, die geistliche Dimension des menschlichen Lebens und die guten Fr\u00fcchte positiver Zusammenarbeit zwischen Staat, Kommunen, Schulen und Kirche deutlicher zu erkennen. Die Bekanntmachung und Durchf\u00fchrung christlicher Prinzipien st\u00e4rken sowohl die Familien wie die ganze Gesellschaft. Gewissens- und Meinungsfreiheit geh\u00f6ren zu den Werten der Gesellschaft, die religi\u00f6ses Leben nicht nur als etwas Privates definieren, sondern auch als ein allgemein soziales Recht, das gef\u00f6rdert werden mu\u00df. Religi\u00f6se Unterweisung und religi\u00f6se Studien machen einen unzertrennlichen Teil dieser Rechte aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Zeit\u00a0ist ein gemeinsames Zeugnis der Kirchen sehr wichtig. Deshalb bringen wie unsere tiefste Beunruhigung zum Ausdruck, da\u00df die modernen Tendenzen die Gemeinschaft unter Christen schw\u00e4chen und Zersplitterung zwischen den Kirchen verursachen. Die letzten Beschl\u00fcsse, gefa\u00dft von einigen Mitgliedkirchen des Lutherischen Weltbundes, religi\u00f6se Trauungen von Paaren gleichen Geschlechtes und ein entsprechendes Zusammenleben mit der Ehe gleichzustellen, oder homosexuelle Personen, die nicht im Z\u00f6libat leben, zu Priestern oder Bisch\u00f6fen zu weihen, beinhalten Tendenzen, die die Gemeinschaft unter Christen zerst\u00f6ren. Wir halten daran fest, da\u00df die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau ist und da\u00df homosexuelles Ausleben mit christlicher J\u00fcngerschaft nicht vereinbar ist, Wir meinen, da\u00df die Kirchen, die diesen modernen Tendenzen folgen, die apostolische Lehre von Sexualit\u00e4t und Ehe verlassen. Wir sehen, da\u00df die lutherische Gemeinschaft und \u00f6kumenisches Bestreben durch solche Beschl\u00fcsse bedroht werden und solche Ma\u00dfnahmen zu einer Situation f\u00fchren, in der lutherische Kirchen, Mitglieder im Lutherischen Weltbund, gegenseitig kirchliche \u00c4mter nicht mehr voll anerkennen, nicht mehr beieinander Dienst tun oder nicht mehr gemeinsam teilnehmen an der Verk\u00fcndigung des Wortes und der Sakramentsfeier. Wir ermahnen unsere lutherischen Schwestern und Br\u00fcder zur Einheit und Zusammenarbeit auf dem Grund der Heiligen Schrift und in \u00dcbereinstimmung mit dem lutherischen Bekenntnis. Die Erfordernisse des Tages fordern eine feste Haltung, gegr\u00fcndet auf zeitlose Wahrheiten und Werte. Das gemeinsame Verst\u00e4ndnis des Evangeliums der Kirchen ist ein Schatz, den zu verlieren nicht ratsam ist und der f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige und kommende Generationen behalten werden mu\u00df. Unser Auftag ist es, treu zu dem zu stehen, was wir empfangen haben: die Gnade Gottes. So sollen wir unserm Herrn und unseren Mitmenschen dienen, \u201dbis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes\u201d (Eph. 4,13).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erzbischof von Riga Janis Vanags,<br \/>\nDer Bischof von Daugavpils Einars Alpe,<br \/>\nDer Bischof von Liepaja Pavils Bruvers,<br \/>\nEvangelisch-lutherische Kirche in Lettland,<br \/>\nDer Bischof Mindaugas Sabutis,<br \/>\nEvangelisch-lutherische Kirche in Litauen,<br \/>\nDer Erzbischof Andres P\u00f6der, Erzbischof emeritus Kuno Pajula, Bischof Einar Soone,<br \/>\nEvangelisch-lutherische Kirche in Estland.<\/p>\n<p><em>\u201dKyrka och Folk\u201d, G\u00f6teborg, Nr. 47, 19. Nov. 2009, S. 9.<\/em><\/p>\n<p><em>(\u00dcbersetzung aus dem Schwedischen Pastor i. R. J\u00fcrgen Diestelmann)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4rung der baltischen Bischofskonferenz Die Bisch\u00f6fe der Evangelisch-lutherischen Kirche in Estland, der Evangelisch-lutherischen Kirche in Lettland und der Evangelisch-lutherischen Kirche in Litauen trafen am 3. und 4. 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