{"id":3781,"date":"2009-11-09T10:06:01","date_gmt":"2009-11-09T08:06:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3781"},"modified":"2009-11-09T10:06:01","modified_gmt":"2009-11-09T08:06:01","slug":"abkehr-von-biblischer-orientierung-spaltet-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3781","title":{"rendered":"Abkehr von biblischer Orientierung spaltet Kirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abkehr von biblischer Orientierung spaltet Kirche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Westf\u00e4lische Pfarrer haben den Pr\u00e4ses der Westf\u00e4lischen Landeskirche, Alfred Bu\u00df, aufgefordert, zur biblischen Lehre zur\u00fcckzukehren und nicht l\u00e4nger die Gleichstellung homosexueller Lebensweisen mit der Ehe zu propagieren. Ihre Distanzierung vom Landespr\u00e4ses haben die Pfarrer in einem Offenen Brief dokumentiert.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bu\u00df: Gleichgeschlechtliche Liebe &#8211; der Weg vom Nein zum Ja<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgel\u00f6st wurden die Sorgen evangelischer Pfarrer durch Erkl\u00e4rungen von Bu\u00df auf einer Veranstaltung des Zentrums \u201eHomosexuelle und Kirche&#8220;. Nach Auffassung von Bu\u00df ist Homosexualit\u00e4t aus christlicher Sicht zu akzeptieren. Er hatte die Akzeptanz homosexueller Lebensweisen mit der Akzeptanz von Linksh\u00e4ndern verglichen. Fr\u00fcher sei versucht worden, Linksh\u00e4ndigkeit zu ver\u00e4ndern, heute werde sie akzeptiert. Bu\u00df weiter dazu: &#8222;Wir haben eine Wegstrecke zur\u00fcckzulegen, und die Stationen sind: vom \u201aNein&#8216; \u00fcber das \u201aNein, aber&#8216; zum \u201aJa, aber&#8216; bis zum \u201aJa&#8216;.&#8220; Wer die biblische Botschaft anders deute, sei &#8222;auf diesem Weg respektvoll und behutsam mitzunehmen.&#8220; Am besten gelinge das, wenn Menschen in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft selbstverst\u00e4ndlich in den Gemeinden leben und ihre Alltagserfahrungen mit anderen teilen w\u00fcrden, hatte Bu\u00df gemeint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausf\u00fchrungen von Pr\u00e4ses Bu\u00df fanden auch beim Amt f\u00fcr Jugendarbeit der Evangelischen Jugend von Westfalen hohe Aufmerksamkeit. Das Amt berichtet dar\u00fcber in seinem Internetportal unter der \u00dcberschrift &#8222;Gleichgeschlechtliche Liebe &#8211; der Weg vom Nein zum Ja&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pfarrer: Heilige Schrift mu\u00df Ma\u00dfstab bleiben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwa 30 Pfarrer der Westf\u00e4lischen Landeskirche aus den Kirchenkreisen L\u00fcdenscheid, M\u00fcnster, Soest und Witten haben darauf in einem Offenen Brief reagiert und ihre Best\u00fcrzung \u00fcber die Au\u00dferungen des Landespr\u00e4ses ausgedr\u00fcckt. In ihrem Brief, der in der Novemberausgabe des Gemeindebriefs der Kirchengemeinde Wehrdohl abgedruckt ist, weisen die Pfarrer den Pr\u00e4ses auf den Widerspruch zwischen gelebter Homosexualit\u00e4t und der Sch\u00f6pfungsordnung Gottes hin. Sie halten Bu\u00df die Verbreitung einer Lehre vor, die sich von der Heiligen Schrift als Ma\u00dfstabe abkehre. Gerade jungen Menschen, die f\u00fcr ihre sexuelle Identit\u00e4tsfindung Ma\u00dfst\u00e4be zur Orientierung brauchen w\u00fcrden, d\u00fcrften die biblischen Ma\u00dfst\u00e4be nicht vorenthalten werden. Durch den Vergleich mit Linksh\u00e4ndigkeit verzerre und banalisiere er aber Homosexualit\u00e4t. Einer Gleichstellung homosexueller Lebensweisen mit der Ehe k\u00f6nnten sie keinesfalls zustimmen. Dieser Weg sei eine Abkehr von der biblischen Orientierung, den sie nicht mitgehen w\u00fcrden. Wenn der Pr\u00e4ses diesen Weg weitergehe, w\u00fcrde er tiefe Spaltung in die Kirche hineintragen, so die Pfarrer \u00fcber ihre Sorge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Offener Brief<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Brief der westf\u00e4lischen Pfarrer im Wortlaut:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sehr geehrter Herr Pr\u00e4ses Bu\u00df,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">durch die Berichterstattung \u00fcber das Forum \u201eHomosexualit\u00e4t als Pr\u00fcfstein f\u00fcr die Kirche\u201c und die in diesem Zusammenhang berichteten \u00c4u\u00dferungen Ihrerseits sind wir sehr beunruhigt und best\u00fcrzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Wir teilen mit Ihnen die Ablehnung von Diskriminierung und Anfeindung gegen\u00fcber homosexuell empfindenden Menschen. Ihnen gilt wie allen Menschen die Liebe und Zuwendung Gottes und damit auch die Liebe und Zuwendung der Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Im Blick auf die gelebte Homosexualit\u00e4t sind wir allerdings deutlich anderer Meinung als Sie. Gelebte Homosexualit\u00e4t entspricht nicht der Sch\u00f6pfungsordnung Gottes, wie sie in der Bibel beschrieben wird. Die Ehe von Mann und Frau ist die vom Sch\u00f6pfer gewollte und im Aufeinander-Bezogen sein von Mann und Frau angelegte Form des Zusammenlebens, in der gelebte Sexualit\u00e4t und Weitergabe neuen Lebens ihren Platz haben (vgl. Gen 1,27+28; 2,24); praktizierte Homosexualit\u00e4t wird nicht nur im AT (z. B. Lev 18,22), sondern auch im NT eindeutig abgelehnt (R\u00f6m 1, 26+27). Da wir mit der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen die Heilige Schrift als alleinige und vollkommene Richtschnur des Glaubens, der Lehre und des Lebens ansehen, k\u00f6nnen wir einer Gleichstellung homosexueller Lebensformen mit der Ehe in keiner Weise zustimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Die biblischen Ma\u00dfst\u00e4be d\u00fcrfen den Menschen, die f\u00fcr ihre sexuelle Identit\u00e4tsfindung Ma\u00dfst\u00e4be zur Orientierung brauchen, insbesondere jungen Menschen, nicht vorenthalten werden. Wo aber Homosexualit\u00e4t wie Linksh\u00e4nder sein (in unseren Augen ein verzerrender und banalisierender Vergleich) als naturgegeben propagiert und Therapien diskreditiert werden, verweigert man Menschen, die unter ihrem homosexuellen Empfinden leiden, die Hilfe zur Ver\u00e4nderung. Wir wissen um pers\u00f6nliche Berichte von Menschen, die durch seelsorgliche und psychologische Hilfe zu einer neuen Orientierung gefunden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, Herr Pr\u00e4ses, den Weg, den Sie in dieser Frage f\u00fcr unsere Kirche einfordern, k\u00f6nnen und wollen wir nicht mitgehen; er ist aus unserer Sicht ein Weg der Abkehr von der biblischen Orientierung. Wir bitten Sie eindringlich, diesen Weg nicht weiter zu beschreiten. Wir sind in Sorge, dass andernfalls tiefe Spaltungen in unsere Kirche hineingetragen w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit geschwisterlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P.S.: Sie pl\u00e4dieren f\u00fcr einen \u201ebehutsamen Diskussionsprozess\u201c. Wir fragen uns, ob ein wirklicher Diskussionsprozess von Ihnen \u00fcberhaupt erw\u00fcnscht ist, da Weg und Ziel f\u00fcr Sie schon feststehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verein Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche will neue Ethik der Sexualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen die Forderung der Pfarrer, zur biblischen Orientierung zur\u00fcckzukehren, protestiert Reinhold Weicker von der &#8222;\u00d6kumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e. V. (HuK)&#8220;. Es handle sich um eine lautstarke Minderheitenmeinung aus konservativen Regionen, so Weicker laut Westdeutscher Allgemeiner Zeitung. F\u00fcr Weicker sind die Verlautbarungen des Pr\u00e4ses \u00fcber die gleichgeschlechtliche Liebe ein Weg zum Evangelium. Die HuK ist ein eingetragener Verein, der in Kirchengemeinden, kirchlichen Verb\u00e4nden und Gremien eine Ethik der Sexualit\u00e4t durchsetzen will, in der &#8222;lesbische und schwule Beziehungen gleichwertig gelebt werden k\u00f6nnen&#8220;. Der Verein unterh\u00e4lt Regionalgruppen, die bundesweit t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vorstand des Vereins HuK hatte sich im Mai 2009 auch vom Internationalen Kongre\u00df f\u00fcr Psychotherapie und Seelsorge distanziert. In einer Pressemitteilung erkl\u00e4rte er: &#8222;Die Veranstalter des APS-Kongresses haben die Chance vertan, klar Position zu beziehen und ein Zeichen f\u00fcr die volle Akzeptanz von Lesben und Schwulen zu setzen. Sie m\u00fcssen damit leben, dass ihr Verst\u00e4ndnis von Wissenschaftlichkeit hinterfragt wird \u2013 zumal sie selbst ihren Kongress in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden abhalten. Ebenso ablehnend steht die HuK der Arbeit des Deutschen Instituts f\u00fcr Jugend und Gesellschaft (DIJG) gegen\u00fcber. Das DIJG sei kein Fachinstitut, sondern eine selbstst\u00e4ndige Einrichtung, die sich einen klingenden Namen gegeben habe. In den letzten Jahren sei das DIJG ein Zentrum der Argumentation gegen die rechtliche oder auch kirchliche Gleichberechtigung von Homosexuellen geworden, hei\u00dft es in einer Stellungnahme des Pressesprechers Weicker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die HuK ein Trojanisches Pferd<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der idea-Dokumentation 2\/2003 wurde in einem Essay &#8222;Der gewollte Kulturbruch&#8220; von Rolf-Alexander Thieke die HuK als Trojanisches Pferd beschrieben. Aus dieser kritischen Analyse kann entnommen werden: Der eingetragene Verein \u201eHomosexuelle und Kirche&#8220; (HuK) wird 1978 gegr\u00fcndet. Beim N\u00fcrnberger Kirchentag 1979 tritt er erstmals vor gro\u00dfem Publikum auf. Von Anfang an bezeichnet sich der Verein als \u201e\u00f6kumenische Arbeitsgruppe&#8220;, um bei allen Konfessionen t\u00e4tig werden zu k\u00f6nnen, insbesondere in den Studentengemeinden und bei den Kirchenleitungen. Die AG HuK wird zur Speerspitze der Schwulenbewegung im Bereich der Kirchen. Heute ist die AG HuK gemeinsam mit dem weiblichen Pendant, der AG LuK\/\u201eLesben und Kirche&#8220;, im LSVD organisiert. Als Lobby-Gruppen und \u201eTrojanische Pferde&#8220; wirken sie im Dienst der Schwulenbewegung in die Kirchen hinein. Sie nehmen f\u00fcr sich in Anspruch, in Fragen von Homosexualit\u00e4t \/ des \u201eSchwulseins&#8220; bzw. von lesbischer Lebensweise besonders \u201ezust\u00e4ndige&#8220; und \u201efachkompetente&#8220; Ansprechpartner f\u00fcr die Kirchen zu sein. Ein Blick in die Internet-Anschriften zeigt ein breites Partnerschaftsnetzwerk und eine rege publizistische T\u00e4tigkeit. &#8230; F\u00fcr den Binnenbereich der Kirche stellt sie sich als Beratungs- und Gespr\u00e4chs- bzw. Selbsthilfe-Gruppe dar, in ihrem eigenen politischen Selbstverst\u00e4ndnis aber und gegen\u00fcber der gesellschaftlichen und kirchlichen \u00d6ffentlichkeit ist sie ganz auf die Vertretung der v\u00f6llig unbiblischen ideologischen Optionen der Schwulen- und Lesbenbewegung ausgerichtet. Sie vertritt im Menschen- und Gesellschaftsbild Sachpositionen einer pseudo-biblischen Sekte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kurt J. Heinz, Medrum, 07.11.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abkehr von biblischer Orientierung spaltet Kirche Westf\u00e4lische Pfarrer haben den Pr\u00e4ses der Westf\u00e4lischen Landeskirche, Alfred Bu\u00df, aufgefordert, zur biblischen Lehre zur\u00fcckzukehren und nicht l\u00e4nger die Gleichstellung homosexueller Lebensweisen mit der Ehe zu propagieren. 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