{"id":3719,"date":"2009-10-19T10:02:44","date_gmt":"2009-10-19T08:02:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3719"},"modified":"2009-10-19T10:05:31","modified_gmt":"2009-10-19T08:05:31","slug":"stroherne-epistel-oder-schwarzbrot-fur-die-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3719","title":{"rendered":"Stroherne Epistel oder Schwarzbrot f\u00fcr die Seele?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Jakobusbrief &#8211; Stroherne Epistel oder Schwarzbrot f\u00fcr die Seele?<\/strong><\/p>\n<p><strong>0 Der Jakobusbrief<\/strong><\/p>\n<p><strong>0.1 Die stroherne Epistel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Vorrede zum Neuen Testament bezeichnete Martin Luther den Jakobusbrief als \u201crecht stroherne Epistel\u201d. Er hielt den Brief f\u00fcr nicht apostolisch, weil er gegen Paulus und die Rechtfertigung aus dem Glauben allein streite und des Leidens, der Auferstehung und des Geistes Christi nicht gedenke. In der Vorrede zum Jakobusbrief von 1522 schrieb Luther: \u201cDas ist der rechte Pr\u00fcfstein, alle B\u00fccher zu tadeln, wenn man sieht, ob sie Christum treiben oder nicht. Sintemal alle Schrift Christum zeigt (R\u00f6 3), und Paulus nichts denn Christum wissen will (1Kor 2). Was Christum nicht lehrt, das ist nicht apostolisch, wenn gleich Petrus oder Paulus lehrt; wiederum was Christum predigt, das ist apostolisch, wenn\u2019s gleich Judas, Hannas, Pilatus, Herodes t\u00e4te.\u201d<!--more-->\u00a0Er kommt zu dem Ergebnis: \u201cDarum will ich ihn nicht haben in meiner Bibel in der Zahl der rechten Hauptb\u00fccher, will aber damit niemand wehren, dass er ihn setze und hebe, wie es ihn gel\u00fcste; denn es sind viele gute Spr\u00fcche sonst drinnen.\u201d Wir wollen der Frage nachgehen, ob der Jakobusbrief eine \u201crecht stroherne Epistel\u201d oder Schwarzbrot f\u00fcr die Seele ist. Um diese Frage zu beantworten, werden wir einige Streifz\u00fcge durch die verschiedenen Themenschwerpunkte des Jakobusbriefes zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.2 Der Verfasser des Briefes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kann nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden, wer der Verfasser des Briefes war, doch deutet Vieles daraufhin, dass der Halbbruder Jesu der Verfasser gewesen ist: Jesus hatte vier Br\u00fcder: Jakobus, Josef, Simon und Judas. Sie werden uns in Matth\u00e4us 13,54.55 genannt. Im Brief an die Galater schreibt der Apostel Paulus: \u201eVon den andern Aposteln aber sah ich keinen au\u00dfer Jakobus, des Herrn Bruder\u201c. (Gal 1,19). Jakobus geh\u00f6rte zwar nicht zum Kreis der 12 Apostel, kam aber nach der Kreuzigung und Auferstehung seines Bruders zum Glauben (1Kor 15,7) und wurde danach zum Kreis der Apostel gerechnet. Er wurde zusammen mit den Aposteln Petrus und Johannes als tragende S\u00e4ule der Jerusalemer Urgemeinde angesehen (Gal 2,9). In einer wichtigen Unterredung hatten die Apostel untereinander beschlossen, dass Paulus und Barnabas vor allem unter den Nichtjuden, Petrus, Johannes und Jakobus vor allem unter den Juden evangelisieren sollten (Gal 2,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.3 Die Zw\u00f6lf St\u00e4mme<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Brief richtet sich an die \u201cZw\u00f6lf St\u00e4mme in der Zerstreuung\u201d, was eine judenchristliche Leserschaft nahelegt. Das wird best\u00e4tig durch den Gebrauch des Begriffes Synagoge in 2,2, durch die Verwendung alttestamentlicher Glaubensvorbilder (Abraham, Rahab, Hiob, Elia). Eine merkw\u00fcrdige Adressierung, waren doch 10 St\u00e4mme schon seit dem Jahre 722 v. Chr. durch die assyrische Deportation im V\u00f6lkermeer aufgegangen. Von den Propheten des Alten Testament bis hin zur Offenbarung wird die Sammlung und Wiederherstellung des ganzen Volkes Israels mitsamt der zw\u00f6lf St\u00e4mme am Ende der Zeiten unter dem verhei\u00dfenen Messias angek\u00fcndigt (Hes 47,13; Offb 7,1-8). Jakobus ist \u00fcberzeugt, dass diese Sammlung des Volkes in Jesus Christus begonnen wurde und vollendet wird. Die vor allem j\u00fcdisch-christlichen Leser des Briefes sind durch den Glauben an Jesus Christus Teil des endzeitlichen Israels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.4 Judenchristen in der Diaspora<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jakobus nennt auch den Aufenthaltsort seiner Leser. Sie sind nicht einer ganz bestimmten Ortsgemeinde zuzurechnen, wie z. B. im Brief des Paulus an die Gemeinden in Rom, Ephesus oder Philippi. Die Empf\u00e4nger des Jakobusbriefes leben in der Diaspora, also in der Zerstreuung. Die Apostelgeschichte berichtet, dass in Jerusalem nach Pfingsten tausende von Juden zum Glauben an Jesus Christus fanden. In der Apostelgeschichte finden wir dann einen bemerkenswerten Hinweis: \u201cDie aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen bis nach Ph\u00f6nizien und Zypern und Antiochia und verk\u00fcndigten das Wort niemandem als allein den Juden\u201d (Apg 11,19) Hier wird das Verb \u201cdiaspeiro\u201d gebraucht, dessen Substantiv \u201cDiaspora\u201d in Jak 1,1 verwendet wird. Im Anschluss an die Steinigung des Stephanus wurde die judenchristliche Gemeinde in Jerusalem massiv verfolgt und weit verstreut. Da Jakobus nun seine Gemeinde nicht mehr unmittelbar betreuen konnte, nutzte er die Form des Briefes, um die verfolgten und versprengten Gl\u00e4ubigen zu erreichen. Einmal geschrieben konnte er kopiert werden und sodann an verschiedene judenchristliche Versammlungen in der Diaspora verschickt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.5 Das zentrale Anliegen des Jakobusbriefes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Martin Luther hatte den Eindruck, dass Jakobus Paulus widerspr\u00e4che, weil er nicht die Rechtfertigung allein aus Glauben lehrte, sondern den Werken einen Anteil an der Rechtfertigung zukommen lie\u00df. Doch der Widerspruch l\u00f6st sich schnell auf, wenn man bedenkt, dass Jakobus und Paulus an unterschiedliche Leserkreise mit unterschiedlichen Problemstellungen schrieb. Paulus reagierte mit seinen Briefen auf die falsche Lehre, dass das erl\u00f6sende Heil nicht vollst\u00e4ndig in Christus gegr\u00fcndet sei und man sich das Heil durch das Halten des Gesetzes und des Tuns von guten Werken verdienen m\u00fcsse. Jakobus dagegen reagierte auf die falsche Lehre, dass das blo\u00dfe Anerkennen der g\u00f6ttlichen Erl\u00f6sungslehre ohne eine sichtbare Neuorientierung des Lebensstils ausreiche, um das Heil zu erlangen. Ber\u00fccksichtigt man diese unterschiedliche Frontstellung nicht, kommt man wie Luther zu dem Ergebnis, Jakobus widerspr\u00e4che Paulus. Johannes Calvin sah diesen Widerspruch nicht. Er gestand es dem Jakobusbrief zu, den Schwerpunkt anders zu setzen, ohne dabei anderen Schriften der Bibel zu widersprechen. Er schrieb: \u201cDenn den Anschein, als w\u00fcrde im zweiten Kapitel die Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade ersch\u00fcttert, werden wir seines Ortes leicht zerstreuen.\u201d Zur Auslegung von 2,24 schrieb Calvin: \u201cDer Mensch wird nicht durch den blo\u00dfen Glauben gerechtfertigt, d. h. durch eine nackte und leere Kenntnis Gottes. Gerechtfertigt wird er durch Werke, d. h. aus den Fr\u00fcchten wird seine Gerechtigkeit erkannt und als g\u00fcltig erweisen.\u201d Jakobus will Christen ermutigen, in schweren Zeiten geduldig am Glauben festzuhalten. Er k\u00e4mpft gegen den Irrglauben, es gen\u00fcge, bestimmte Wahrheiten als wahr anzuerkennen. Er tritt ein f\u00fcr einen lebendigen und tatkr\u00e4ftigen Glauben, der unser ganzes Denken, Reden und Handeln in allen Lebensbereichen bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Der leidgepr\u00fcfte Glaube<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Der angefochtene Glaube<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cMeine lieben Br\u00fcder, erachtet es f\u00fcr lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt.\u201d Jakobus steigt steil und herausfordernd ein. Wer an Jesus Christus glaubt, muss mit N\u00f6ten, mit Schwierigkeiten und Anfechtungen rechnen. Genau das hatten die Christen der Urgemeinde erlebt. Nachdem sie Jesus Christus als Herrn und Messias erkannt und angenommen hatten, wurden sie in Jerusalem massiv verfolgt und mussten aus der Stadt fl\u00fcchten. Durch den Glauben waren sie pl\u00f6tzlich schweren Angriffen und lebensbedrohlicher Verfolgung ausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2 Das Kreuz als Ausgangspunkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne dass Jakobus auch nur einmal in seinem Brief das Leiden und Sterben Christi ausdr\u00fccklich nennt, ist hier das Kreuz Christi der Ausgangspunkt der Christusnachfolge. Jesus Christus litt und starb am Kreuz von Golgatha f\u00fcr unsere S\u00fcnden. Wer Jesus nachfolgt, wird in der Nachfolge auch Anteil nehmen am Leiden Christi. Jesus hatte gesagt: \u201cWill mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir\u201d (Mt 16,24). Nachfolge Christi ist nicht ohne das Kreuz, nicht ohne Leiden und Lasten zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3 Mancherlei Anfechtungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keineswegs geht es Jakobus ausschlie\u00dflich um die Verfolgung von Christen. Er schreibt von \u201cmancherlei Anfechtungen\u201d und weitet damit das Spektrum der Lasten und N\u00f6te aus, in die wir fallen k\u00f6nnen. Der Arbeitsplatzverlust f\u00fchrt einen Familienvater in finanzielle N\u00f6te. Eine junge Christin erkrankt an einer unheilbaren Krankheit. Durch einen schweren Verkehrsunfall wird ein Mensch f\u00fcr den Rest seines Lebens an einen Rollstuhl gefesselt. Das sogenannte Wohlstandsevangelium, das Wohlstand und Gesundheit verhei\u00dft, ist eine falsche Lehre, die mit dem Neuen Testament nicht vereinbar ist. Wer als Christ lebt hat immer auch Anteil an den Leiden Christi und erleidet in der Nachfolge ganz unterschiedliche Anfechtungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4 Eine seltsame Freude<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier nun die eigentliche Herausforderung dieses ersten Verses: \u201cMeine lieben Br\u00fcder, erachtet es f\u00fcr lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt.\u201d Ist es nicht ein Ding der Unm\u00f6glichkeit, was Jakobus hier fordert? Widerspricht das nicht unserem menschlichen Empfinden und Erleben? Alle Formen von Schwierigkeiten, die wir erleben, l\u00f6sen im Normalfall bei uns keine gro\u00dfe Freude aus. Und doch sagt Jakobus: Freue dich, wenn du in Schwierigkeiten kommst. Von was f\u00fcr einer seltsamen und ungew\u00f6hnlichen Freude spricht Jakobus hier?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5 Intensivierung des Glaubens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026 und wi\u00dft, dass euer Glaube, wenn er bew\u00e4hrt ist, Geduld wirkt\u201c. Die Not der Anfechtung f\u00fchrt den Christen in eine geistliche Dynamik. Durch die Not intensiviert sich meine Beziehung zu Gott, mein Glaube bew\u00e4hrt sich als tragf\u00e4hig und echt. Der Glaube erweist sich gerade in der Not als echter Glaube. Petrus vergleicht diese Pr\u00fcfung des Glaubens im Feuer der Anfechtung mit dem L\u00e4utern des Goldes. So wie das Gold im Feuer von M\u00e4ngeln gereinigt wird und sich als echt erweist, wird auch der Glaube durch die Not der Anfechtung gereinigt und erweist sich als echt (vgl. 1Petr 1,6) Der Teufel warf Hiob vor, Hiob glaube Gott nur, weil Gott ihn mit materiellem Reichtum gesegnet hatte. Seine Wette war: Geht es ihm schlecht, wirft er den Glauben fort. Doch Hiob hielt fest an Gott auch in der Not, ja seine Beziehung zu Gott wurde noch st\u00e4rker und intensiver. Sein Glaube und seine Geduld wuchsen gerade in den Zeiten der Not. Jakobus erinnert uns im f\u00fcnften Kapitel an den Glauben Hiobs: \u201eSiehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr geh\u00f6rt und habt gesehen\u2026\u201c. (Jak 5,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.6 Die Not vom Ende her sehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jakobus m\u00f6chte, dass wir die Not vom Ende her sehen: \u201eDie Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt und kein Mangel an euch sei.\u201c (1,4) Jesus hatte seinen J\u00fcngern gesagt: Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist (Mt 5,48). Eine Vollkommenheit, die wir aus uns heraus nicht produzieren k\u00f6nnen. Doch Gott gebraucht die Not unseres Lebens, um uns umzugestalten und uns vollkommen zu machen. Die Not dieser Zeit bereitet uns vor auf die Ewigkeit. Wenn wir in der Ewigkeit angelangt sind, werden wir verstehen, dass die Schwierigkeiten des Lebens dazu da waren, um uns vollkommen zu machen. Sie hatten den tieferen Sinn, uns auf die Begegnung mit dem lebendigen Gott vorzubereiten. Ein Zitat von Eugen Roth bringt es auf den Punkt: \u201eEin Mensch schaut in die Zeit zur\u00fcck, sein Ungl\u00fcck war sein Gl\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.7 Nach dem Leid die Krone des Lebens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bew\u00e4hrt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verhei\u00dfen hat denen, die ihn lieb haben. Vers 2 und Vers 12 bilden inhaltlich eine Klammer. Wie in Vers 2 begegnet uns die Anfechtung, die Seligkeit, die nah an der Freude liegt und die Bew\u00e4hrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie Jesus die Armen und Verfolgten selig preist, so sagt Jakobus: Selig sind, die M\u00e4nner und Frauen, die die Anfechtung erdulden. Und so wie Jesus in den Seligpreisungen jeweils auch den Lohn nennt, so nennt Jakobus auch hier den Lohn: \u201eEr wird die Krone des Lebens empfangen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">-\u201eSelig\u201c: Was bedeutet es selig zu sein? Es gibt Gl\u00fccksforscher, die sich ganz dem Thema \u201eGl\u00fcck\u201c widmen, um herauszufinden, was Menschen gl\u00fccklich macht. Seligkeit schlie\u00dft das emotionale Gl\u00fcckempfinden mit ein, ist aber viel mehr als das. Seligkeit schlie\u00dft die Dimension der Ewigkeit, die Dimension Gottes mit ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; \u201eDie Anfechtung erdulden\u201c: W\u00f6rtlich ist hier von einem Menschen die Rede, der \u201edarunter bleibt.\u201c Ein Bergsteiger bleibt auf dem Weg zum Gipfelkreuz geduldig unter der Last seines schweren Rucksackes. Er wirft ihn nicht einfach fort. So wird der Christ seliggepriesen, der die Last der Ausgrenzung, ja der Verfolgung geduldig ertr\u00e4gt, ohne auf Rache zu sinnen. Selig ist die Frau, die obwohl sie immer wieder von Kollegen gemobbt wurde, f\u00fcr diese betet und sie im Namen Gottes segnet. Selig ist der junge Mann, der trotz seiner t\u00f6dlichen Krankheit, nicht gegen Gott rebelliert, sondern um Gottes G\u00fcte wei\u00df und andere tr\u00f6stet und sie zu einem Leben mit Gott einl\u00e4dt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Krone des Lebens ist der Lohn, den Gott denen verhei\u00dft, die ihn lieben. Hier ist nicht eine diamantenbesetzte K\u00f6nigskrone im Blick, sondern der Siegerkranz, den der Athlet am Ende seines Laufes erhielt (vgl. 1Kor 9,25; 2Tim 4,7.8). Wer Gott liebt und trotz aller Anfechtungen und Widrigkeiten des Lebens an Jesus und seinem Wort festh\u00e4lt, der wird einen unfassbar herrlichen Lohn erhalten. Er wird gekr\u00f6nt mit der unverg\u00e4nglichen Krone des ewigen Lebens. Jakobus ermutigt uns, unser Leben vom Ziel her zu sehen. Er ermutigt uns in den N\u00f6ten und Sorgen des Alltags nicht zu resignieren und daran zu verzweifeln, sondern den Kopf zu erheben, auf das herrliche Ziel des ewigen Lebens in der Gegenwart Gottes zu blicken, um dann wieder getr\u00f6stet und gest\u00e4rkt die Lasten des Lebens zu tragen und sich den Herausforderungen unseres Alltags zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Der Glaube und die Versuchung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Gott versucht uns nicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um mit Versuchungen richtig umgehen zu k\u00f6nnen, ist es sehr wichtig zu wissen, woher die Versuchungen kommen. Jakobus beginnt, indem er klarstellt, dass die Versuchung zur S\u00fcnde hin niemals von Gott kommt. Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum B\u00f6sen, und er selbst versucht niemand (1,13). Ein verheirateter Christ verliebt sich in eine andere Frau. Er rechtfertigt die Scheidung von seiner ersten Frau, indem er argumentiert, Gott habe ihm ganz klar gemacht, dass die Heirat seiner ersten Frau ein Fehler war. Er ist sich sicher, dass Gott ihm die Liebe zur zweiten Frau ins Herz gegeben hat. Jakobus schiebt solch einer Argumentation einen Riegel vor und sagt: Du kannst Gott nicht f\u00fcr Deine S\u00fcnden verantwortlich machen. Er versucht dich nicht zum B\u00f6sen. Du selbst bist die Quelle, aus der Begierde und S\u00fcnde hervorbricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Das b\u00f6se Herz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt (1,14). Die Quelle der Versuchungen liegt in uns selbst. Christen neigen dazu, sofort auf den Satan zeigen, wenn es um Versuchung geht. Ja, wir sollen Wissen, dass Satan keine Erfindung des Mittelalters ist, sondern eine ganz wirkliche und in der Geschichte wirksame Macht, die b\u00f6se ist und uns zum B\u00f6sen verf\u00fchrt. Doch dieses Wissen muss immer erg\u00e4nzt werden um das Wissen, dass dein Herz kein gutes, sondern ein b\u00f6ses Herz ist. Das Herz, also unser ganzes Denken und Wollen, ist keineswegs gut, sondern durch und durch b\u00f6se. Jesus hat einmal gesagt: Denn aus dem Herzen kommen b\u00f6se Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, L\u00e4sterung (Mt 15,19). In meinem und in Ihrem Herzen stecken lauter b\u00f6se Gedanken. Satan braucht hier nur anzukn\u00fcpfen, um mich durch meine eigenen Begierden zu reizen und zu locken. Die Bibel lehrt uns eine sehr entscheidende Selbsterkenntnis: Mein Herz ist b\u00f6se. Das B\u00f6se kommt aus meinem Herzen. Ich bin versuchbar, weil ich ein b\u00f6ses Herz habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Dynamik des Todes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vers 14 korrespondiert mit den Versen 3.4. Dort f\u00fchrt uns die Anfechtung in eine Dynamik des Lebens. Die Anfechtung intensiviert die Beziehung zu Gott. Aus der Anfechtung wachsen Glaube und Geduld. Der Christ wird in einem geistlichen Umformungsprozess vorbereitet auf die endg\u00fcltige Begegnung mit Gott. Hier warnt uns Jakobus eindringlich vor einer gegenl\u00e4ufigen Dynamik des Todes. Eine widerg\u00f6ttliche Dynamik will uns durch die Begierde versuchen, will uns in die S\u00fcnde treiben und uns am Ende dem Tod in seiner zeitlichen und ewigkeitlichen Dimension ausliefern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4 Gottes gute Gaben haben befreiende Kraft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAlle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Ver\u00e4nderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis\u201c. (1,17) Der Blick auf den Geber aller guten Gaben und der Blick auf die Gaben selbst sind ein \u00e4u\u00dferst wirksames Gegenmittel in der Versuchungssituation. Als Eva im Paradies versucht wurde, h\u00e4tte sie nur eines tun m\u00fcssen: Wenn sie sich von der Frucht des verbotenen Baumes abgewandt h\u00e4tte, h\u00e4tte sie den Blick frei gehabt auf einen herrlichen Paradiesgarten mit einer unendlichen Vielfalt an herrlichen Fr\u00fcchten, die sie alle h\u00e4tte genie\u00dfen d\u00fcrfen. Gottes gute Gaben sind oft so nah. Wir \u00fcbersehen sie und blicken gierig auf das, was der andere hat oder was uns verwehrt ist. Hier hilft der Blickwechsel auf die guten Gaben Gottes, die Gott mir zugedacht hat. Dieser Blickwechsel entfaltet eine befreiende Kraft, die mir in der Versuchung hilft zu widerstehen. Ihr Herz wird von Neid und Gier erf\u00fcllt, weil jemand ein Gl\u00fcck, eine Gabe ein Gut hat, was sie nicht besitzen. Der Neid will immer st\u00e4rker werden. Hier hilft nur der suchende Blick zu Gott und seinen Gaben. Lassen sie sich von ihm zeigen, wie er sie reich und vollkommen beschenkt hat. Wer diesen Blickwechsel ernsthaft sucht, dem wird Gott die Befreiung aus der Versuchung schenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Der tatkr\u00e4ftige Glaube<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Die Neugeburt durch das Wort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im ersten Kapitel k\u00fcndigen sich die zentralen Aussagen zum Thema Glaube und Werke im zweiten Kapitel an. Eine wichtige Grundlage wird in 1,18 gelegt: \u201cGott hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Gesch\u00f6pfe seien\u201d (1,18). Wie bei Paulus in R\u00f6 10,17 oder in Eph 1,13.14 entsteht der Glaube durch das H\u00f6ren des Evangeliums vom gekreuzigten und auferstandenen Christus (Wort der Wahrheit), wird demnach auch nicht durch gute Werke erworben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 T\u00e4ter des Wortes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Neugeborene Christ soll nun nicht beim H\u00f6ren stehen bleiben. Der H\u00f6rer muss ein T\u00e4ter sein. Alles andere ist Selbstbetrug. In Bezug auf die Christusnachfolge kann es auch gar nicht anders sein. Das Heilswort Gottes bringt uns die Heilstat Gottes. Wort und Tat sind schon von ihrem g\u00f6ttlichen Ursprung her untrennbar miteinander verbunden. Gottes Verhei\u00dfungen sind immer wieder auf konkrete Taten Gottes bezogen, die bereits geschichtlich vollzogen wurden oder noch vollzogen werden. Er durch das geh\u00f6rt Wort errettete Gl\u00e4ubige, muss zwangsl\u00e4ufig zum T\u00e4ter des Wortes werden, um nicht das Wesen dieses Wortes zu verleugnen (vgl. 1,27; 2,1ff; 2,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Gerechtfertigt durch Glauben und Werke<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer diesen Zusammenhang leugnet, indem er sagt, dass es ausreiche nur recht zu glauben, ohne aber auch zu tun, was das Wort Gottes sagt, der betr\u00fcgt sich selbst und bezeugt damit, dass er einen toten Glauben hat (2,17). Der rechtfertigende Glaube Abrahams war ein Glaube, der in seiner Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, zum Ausdruck kam. Der rechtfertigende Glaube Rahabs zeigte sich in ihrer Aufnahme der Boten Israels in Jericho (2,25). Gegen\u00fcber Lehrern, die sich durch ihre Werkgerechtigkeit das Heil verdienen wollen und damit das Kreuz Christi entwerteten, kann Paulus sagen: \u201cSo halten wir nun daf\u00fcr, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben\u201d (R\u00f6 3,28). Gegen\u00fcber Christen, die meinten, es gen\u00fcge allein das F\u00fcrwahrhalten von Glaubensaussagen ohne eine Ver\u00e4nderung des gesamten Lebens, muss Jakobus sagen: \u201cSo seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein\u201d (Jak 2,24). Jakobus stimmt darin mit Paulus \u00fcberein (vgl. R\u00f6 2,6.7; Gal 5,6; Eph 2,8-10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 Der Glaube und die Z\u00e4hmung der Zunge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Glaube und Worte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Glaube entsteht durch das geh\u00f6rte Wort und wirkt sich dann unmittelbar aus auf das gesprochene Wort. Wer durch das Wort der Wahrheit wiedergeboren wurde, sollte ein ver\u00e4ndertes Verh\u00e4ltnis zu seiner Zunge bekommen. Jakobus kn\u00fcpft hier sowohl an die Spr\u00fcche Salomos als auch an die Verk\u00fcndigung Jesu an. Zwei Beispiele seien kurz erw\u00e4hnt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWer unvorsichtig herausf\u00e4hrt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung.\u201c (12,18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben m\u00fcssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.\u201c (Mt 12,36)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2 Das Urteil \u00fcber die Lehrer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein wichtiges Wort auch und gerade in den kirchenpolitischen Auseinandersetzungen unserer Zeit finden wir in 3,1. Hier kn\u00fcpft Jakobus indirekt an das Wort Jesu am Anfang der Bergpredigt an: \u201cWer eines dieser kleinsten der Gebote aufl\u00f6st und so die Leute lehrt, wird der Kleinste hei\u00dfen im Himmelreich\u201c (5,19). Wie sehr m\u00fcssen sich Lehrer der Kirche von den Worten Jesu distanziert haben, wenn sie einerseits ganz klar anerkennen, dass die Bibel Homosexualit\u00e4t als S\u00fcnde bezeichnet, man andererseits aber f\u00fcr eine Anerkennung von Homosexualit\u00e4t als akzeptierte Lebensform eintritt. Wird das strenge Urteil, das Jakobus hier ank\u00fcndigt \u00fcberhaupt noch gef\u00fcrchtet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.3 Die Macht der Zunge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon im ersten Kapitel bereitet Jakobus uns auf das Kapitel 3 vor, wenn er uns auffordert: Seid schnell zum H\u00f6ren, langsam zum Reden, langsam zum Zorn (1,19). Wer nur H\u00f6rer und nicht T\u00e4ter des Wortes ist, betr\u00fcgt sich u. a. damit selbst, dass er seine Zunge nicht im Zaum h\u00e4lt (1,26) Auch im letzten Kapitel des Briefes kommt Jakobus erneut auf das Thema zu sprechen (5,12). Vor allem aber in Kapitel 3 zeigt Jakobus dann die ungeheure Macht der Zunge, die gewaltige Macht des Wortes. Das Wort der Wahrheit bringt uns die lebensschaffende Kraft des Evangeliums. Doch das Wort der Ungerechtigkeit entfesselt die H\u00f6lle auf Erden. Das dritte Reich zeigt uns wie der zweite Weltkrieg und die Verfolgung und systematische Ausrottung der Juden in Deutschland durch das Wort vorbereitet wurde. Durch st\u00e4ndig wiederkehrende Worte der Propaganda wurde der Jude zum Ungeziefer degradiert. Aus dem Wort kam die Tat. Der Holocaust. Wir sollten gute H\u00f6rer sein in unserer Zeit. Wir sollten aufmerksam h\u00f6ren und lesen, was Kirchenfunktion\u00e4re, P\u00e4pste, Politiker sagen und wir sollten darauf achten, was wir selber sagen. Das Wort hat eine unfassbare Macht. Was f\u00fcr Botschaften vermitteln wir? Vermitteln wir Botschaften des Todes oder haben wir Worte des ewigen Lebens?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5 Der Glaube und die Gefahr des Reichtums<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie die Gefahr des Reichtums in der Verk\u00fcndigung Jesu eine zentrale Rolle spielte, so geht auch Jakobus sowohl in den Kapiteln 1 und 2 als auch den Kapiteln 4 und 5 auf diese Thematik ein. Der reiche Kornbauer sammelt Sch\u00e4tze und hat keinen Reichtum bei Gott. Er ist ein Narr! Jakobus sagt dem Reichen im ersten Kapitel: So wie die Blume verwelkt, vergeht auch der Reiche mit dem, was er unternimmt (1,11). Die N\u00e4he zur Verk\u00fcndigung Jesu wird dann besonders in Kapitel 5,1-3 sichtbar (vgl. Mt 6,19). Jakobus bedroht hier in direkter Ansprache die Reichen mit Gericht, die auf ihre irdischen Sch\u00e4tze vertrauen, die irdische Sch\u00e4tze gesammelt haben, die in Saus und Braus gelebt und den Gerechten unterdr\u00fcckt und get\u00f6tet haben. Jakobus appelliert damit auch an unsere Verantwortung: Wie gehen wir mit dem uns anvertrauten Reicht\u00fcmern um? Teilen wir, was wir empfangen haben? Leben wir in Saus und Braus, w\u00e4hrend unser Glaubensgeschwister weltweit durch gro\u00dfe N\u00f6te hindurchgehen. Der Jakobusbrief wirft hier Fragen auf, die auch in unserer Zeit hochaktuell sind. Wir leben als Christen in der ersten Welt in einem unfassbaren Wohlstand, w\u00e4hrend Menschen und eben auch unsere Geschwister in den \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt gerade mal das N\u00f6tigste zum \u00dcberleben haben, wenn \u00fcberhaupt. Hier hat der Jakobusbrief eine sozialdiakonische Botschaft, die wir nicht \u00fcberh\u00f6ren d\u00fcrfen. Auch hier muss es hei\u00dfen: Seid nicht nur H\u00f6rer, sondern T\u00e4ter des Wortes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6 Der Glaube und das Kommen unseres Herrn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6.1 Sei getrost: Der Herr kommt wieder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cSo seid nun geduldig, liebe Br\u00fcder, bis zum Kommen des Herrn\u2026Seid auch ihr geduldig und st\u00e4rkt eure Herzen, denn das Kommen des Herrn ist nahe.\u201d (Jak 5,7.8)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jakobus holt die Gl\u00e4ubigen ab in ihrer ganz irdischen Bedr\u00e4ngnis, die sie hier und jetzt erleben, als verfolgte Christen und als sozial Benachteiligte und zum Teil durch Reiche ausgebeutete. Er fordert sie auf, geduldig unter der Last zu bleiben, die ihnen zur Zeit auferlegt ist. Aber unter dieser Last sollen sie getrost und zuversichtlich sein, weil das Kommen des Herrn nahe ist. Der Herr kommt wieder. Das ist der gro\u00dfe Trost, der alle Christen zu allen Zeiten aufgerichtet und getr\u00f6stet hat. Wir haben auch gesehen: Das Kreuz ist der Ausgangspunkt. Das Ziel ist die Wiederkunft. Die Auferstehung muss die unausgesprochene Mitte sein. Im 1. Kor. 15 wird uns berichtet, dass der Auferstandene auch Jakobus begegnet ist. Nur wer um die Auferstehung Christi wei\u00df, kann auch mit seiner Wiederkunft rechnen. Jakobus richtet unseren Blick aus den Tiefen des Alltags, aus den Tiefen der Anfechtung und der Lasten unseres Lebens heraus auf den wiederkommenden Herrn. Sei getrost! Der Herr kommt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6.2 Sei gewarnt: Der Richter steht vor der T\u00fcr<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Trost einher geht aber auch die Warnung: Haltet Frieden untereinander (vgl. 4,1ff), trachtet nicht nach irdischen G\u00fctern und unterdr\u00fcckt nicht die Armen und Schwachen. (4,13ff und 5,1ff). Gott wird Gericht halten. Es wird schrecklich sein, in die H\u00e4nde des lebendigen Gottes zu fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6.3 Den S\u00fcnder bekehren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201cLiebe Br\u00fcder, wenn jemand unter euch abirren w\u00fcrde von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, der soll wissen. Wer den S\u00fcnder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der S\u00fcnden\u201d. (5,19.20) Jakobus formuliert hier den dringlichen Auftrag auch f\u00fcr unsere Zeit: Der S\u00fcnder muss sich von seinem Irrweg bekehren, damit er im wiederkommenden Christus nicht dem strafenden Richter, sondern dem rettenden Herrn begegnet. Gott hat uns damit beauftragt, den Menschen unserer Zeit den Irrweg der S\u00fcnde aufzuzeigen und ihnen das rettende Wort der Wahrheit sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7 Schwarzbrot f\u00fcr die Seele<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luthers Pr\u00fcfstein f\u00fcr den Jakobusbrief war die Frage, ob der Autor \u201cChristum treibet\u201c. Der Name \u201cJesus Christus\u201d erscheint nur zweimal im Jakobusbrief, Kreuz und Auferstehung werden nicht genant. Ist der Jakobusbrief tats\u00e4chlich nur eine stroherne Epistel? Die kleinen Streifz\u00fcge durch den Jakobusbrief machen deutlich, dass der Jakobusbrief die Pr\u00fcfung besteht: Er verk\u00fcndigt dem Leser, dass er allein durch das Wort der Wahrheit (1,18), das Evangelium von Jesus Christus, vor dem kommenden Gericht (2,13; 5,9)\u00a0gerettet werden kann. Jakobus erinnert uns daran, dass die Nachfolge Christi, immer auch Kreuzesnachfolge bedeutet und somit Anfechtungen und Leiden mit sich bringt (1,2; 5,10). Jakobus tr\u00f6stet uns, indem er uns zum geduldigen Warten aufruft und unseren Blick auf den auferstandenen und wiederkommenden Herrn Jesus Christus ausrichtet. Der Jakobusbrief ruft uns in die Nachfolge des gekreuzigten, auferstandenen und wiederkommenden Herrn. Schwarzbrot f\u00fcr die Seele!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prediger Johann Hesse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gemeindehilfsbundes, Vortrag beim Regionaltreffen des Gemeindehilfsbundes in Rotenburg \/\u00a0W\u00fcmme am 17.10.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Jakobusbrief &#8211; Stroherne Epistel oder Schwarzbrot f\u00fcr die Seele? 0 Der Jakobusbrief 0.1 Die stroherne Epistel In seiner Vorrede zum Neuen Testament bezeichnete Martin Luther den Jakobusbrief als \u201crecht stroherne Epistel\u201d. Er hielt den Brief f\u00fcr nicht apostolisch, weil er gegen Paulus und die Rechtfertigung aus dem Glauben allein streite und des Leidens, der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3719"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3719"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3719\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3723,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3719\/revisions\/3723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}