{"id":3577,"date":"2009-09-23T10:25:06","date_gmt":"2009-09-23T08:25:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3577"},"modified":"2009-09-23T10:46:47","modified_gmt":"2009-09-23T08:46:47","slug":"ein-miteinander-das-freude-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3577","title":{"rendered":"Ein Miteinander, das Freude macht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Miteinander, das Freude macht<br \/>\nPredigt \u00fcber Philipper 2,1-11<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.1 Ein Miteinander, das Freude macht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen&#8220; (Ps 133.1). Ja, genau so ist es. Es ist etwas Wunderbares, wenn zwischenmenschliche Beziehungen gl\u00fccken. Wie sch\u00f6n ist es, wenn wir miteinander leben, arbeiten, dienen und feiern k\u00f6nnen und uns dabei vertragen, fr\u00f6hlich sind, einander freundlich und h\u00f6flich begegnen. Wie sehr w\u00fcnschen wir uns alle ein Miteinander, das Freude macht! In unseren Ehen, in unseren Gemeinden, in unseren Familien, Freundeskreisen\u00a0oder am Arbeitsplatz.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.2 Ein Miteinander, das uns ungl\u00fccklich macht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie sieht die Wirklichkeit aus? Oft genug ist unser Miteinander eben nicht so, wie wir es im Psalm 133 lesen. Streit, Stress und Selbssucht zerst\u00f6ren das feine und verletzliche Geflecht unserer Beziehungen. In Philippi waren die Beziehungen gut, aber zwischen Euodia und Syntyche hatte es Streit gegeben (Phil 4,2). Wie sehr w\u00fcnschen wir uns ein gutes Miteinander in der Ehe und scheitern doch so oft an der Realit\u00e4t. Wie sehr w\u00fcnschen wir uns gl\u00fcckliche Beziehungen in der Gemeinde und erleben es doch, dass\u00a0Geschwister sich verletzen, sich nicht vergeben wollen und einander aus dem Weg gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>0.3 Wege zu einem Miteinander, das Freude macht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus hat hier in diesem Abschnitt einen zentralen Wunsch an die Christen in Philippi: Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass\u00a0ihr in gelingenden Beziehungen lebt. Ja, es macht Freude, wenn Beziehungen gelingen. Paulus will uns Wege aufzeigen, wie unser Miteinander gelingen und Freude machen kann. Ein Miteinander, das Freude macht ist ein (1) liebevolles Miteinander, (2) ein eintr\u00e4chtiges Miteinander und es ist ein (3) dienendes Miteinander. Doch jeder dieser einzelnen Punkte bezieht seine Kraft von Christus her, der Knechtsgestalt annahm, der den Tod am Kreuz erlitt und aufs H\u00f6chste erh\u00f6ht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIst nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, 2 so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid. 3 Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut, achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst, 4 und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. 5 Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: 6 Er, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, hielt es nicht f\u00fcr einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. 9 Darum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.\u201c (Philipper 2,1-11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Das liebevolle Miteinander<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Keine Liebe ohne Ermahnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit&#8230; .&#8220; Der Begriff \u201eParaklesis\u201c bedeutet \u201eermahnen\u201c und \u201eermuntern\u201c. Ein liebevolles Miteinander in der Gemeinde, bedeutet dass wir einander ermahnen und ermuntern. In den Spr\u00fcchen hei\u00dft es: \u201eWer Zucht missachtet, hat Armut und Schande, wer sich gern zurechtweisen l\u00e4sst, wird zu Ehren kommen\u201c (Spr\u00fcche 13,18). Noch heute erinnere ich den Anruf eines Bruders. Er sagte mir bestimmt aber freundlich, dass ich mich an einem bestimmten Punkt am Hauskreisabend nicht korrekt verhalten hatte. Ich wusste sofort, was er meinte und musste ihm zustimmen. Hat diese Ermahnung unser Miteinander gesch\u00e4digt? Nein, er hatte mir doch einen Liebesdienst getan. Er hatte mich korrigiert und ich hatte diese Korrektur n\u00f6tig. Korrektur muss Beziehungen nicht belasten, sondern kann sie sogar vertiefen. Ein Miteinander, das Freude macht? Wir haben unser Geschwister auch deshalb, damit sie uns Korrektur und Ermahnung sind. Freut euch, wenn Sie Euch diesen Liebesdienst tun. Aber auch das Ermahnen muss gelernt sein: Bestimmt, christusorientiert (\u201ein Christus\u201c 2,1) und eben freundlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2 liebevoller Trost<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIst nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe\u201c. Trost der Liebe, liebevoller Zuspruch, Ermutigung aus Liebe. Paulus sagt anderer Stelle: \u201etr\u00f6stet die Kleinm\u00fctigen und tragt die Schwachen\u201c (1Thess 5,14). Wie gut tat es, als ich in trauriger Verzweiflung einen ermutigenden Anruf erhielt. Der andere wusste nichts von meinen schweren Gedanken, aber was er sagte, tat gut, es baute auf und machte wieder neu Mut weiterzugehen und weiterzumachen. \u00dcberdenken wir unsere Beziehungen in Ehe, Familie und Gemeinde: Wie oft kritisieren wir? Wie oft ermutigen wir? Ist es ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis? Wenn das Verh\u00e4ltnis nicht ausgewogen ist, dann stimmt etwas nicht. St\u00e4ndige Kritik ohne den liebevollen Zuspruch und ohne die freundschaftliche Ermunterung zerst\u00f6rt jede Beziehung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3 liebevolles Erbarmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit.\u201c Hier ist von einer Gemeinschaft die Rede, in der die Glieder der Gemeinschaft untereinander verbunden sind mit einem herzlichen Mitgef\u00fchl und liebevoller Barmherzigkeit. Paulus hatte selbst diese ganz praktische Barmherzigkeit und Liebe der Philipper erlebt: \u201eIhr habt wohl daran getan, dass ihr euch meiner Bedr\u00e4ngnis angenommen habt\u201c (Phil 4,14). Barmherzigkeit und herzliche Liebe erweisen sich in der Tat, wie es auch am Beispiel des barmherzigen Samariters deutlich wird. Als wir als Familie in der Not waren und Hilfe brauchten, waren wir nicht allein. Geschwister haben geholfen: W\u00e4sche wurde geb\u00fcgelt, die Kinder wurden uns abgenommen. Da war herzliche Liebe und Barmherzigkeit! Durch Wort und Tat wurden uns Barmherzigkeit und Liebe gezeigt. Und genauso muss es sein: Wir brauchen ein offenes Auge f\u00fcr die N\u00f6te der Anderen, um dann mit liebevollem Erbarmen zuzupacken wie es der barmherzige Samariter tat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4 Die Gemeinschaft des Geistes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIst nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit.\u201c In der Mitte dieser f\u00fcnf Ausdr\u00fccke steht der Ausdruck \u201eGemeinschaft des Geistes\u201c. Die Gemeinschaft des Geistes erm\u00f6glicht die Gemeinschaft untereinander und zugleich die Gemeinschaft mit Christus (2,5). Die Forderung nach einem gelingenden Miteinander ist durch das Bindeglied des Heiligen Geistes aufs engste mit dem Christushymnus verbunden. Durch den Heiligen Geist entsteht die Verbindung zwischen dem, was Christus tat (2,5-11) und dem, was von der Gemeinde erw\u00fcnscht und gefordert wird (2,1-4). Durch den Geist Gottes kommen die Eigenschaften Christi in unser pers\u00f6nliches Leben und in das Leben einer Gemeinschaft mit gelingenden Beziehungen, sei es nun in der Ehe, in der Familie oder in der Gemeinde. Erst durch die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist und die Gemeinschaft mit Christus ist ein Miteinander m\u00f6glich, das Freude macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Das eintr\u00e4chtige Miteinander<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Einheit mit Rissen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid.\u201c Paulus hatte von Epaphroditus geh\u00f6rt, dass es in der Gemeinde auch Uneinigkeiten gab. \u201eEvodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn.\u201c (4,2) Die beiden Schwestern, beide offensichtlich flei\u00dfige und treue Zeugen des Evangeliums, waren sich in uneinig. Die Eintracht der Geschwister hatte Risse bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Die angemahnte Eintracht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus jedenfalls w\u00fcnscht sich eine Gemeinde, die ein Herz und eine Seele ist, deshalb mahnt er: \u201eso macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid.\u201c Alle vier Ausdr\u00fccke betonen vor allem einen zentralen Gedanken:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf0d8 habt dasselbe im Sinn<br \/>\n\uf0d8 habt dieselbe Liebe<br \/>\n\uf0d8 habt ein Miteinander der Seelen<br \/>\n\uf0d8 seid eines Sinnes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus Freude wird erst dann wieder vollkommen sein, wenn er h\u00f6rt, dass die Geschwister wieder ganz eines Sinnes sind. Gehen wir unsere Beziehungen im Kopf und im Gebet durch! Wo ist Schuld? Wo sind Verletzungen? Wo m\u00fcssen wir Wunden heilen? Wo gibt es Ungekl\u00e4rtes zwischen mir und Anderen? Bedenken wir dieses Wort unseres Herrn aus der Bergpredigt: \u201eWenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so la\u00df deine Gabe dort vor dem Altar und geh vorher hin, vers\u00f6hne dich mit deinem Bruder; und dann komm und bring deine Gabe dar!\u201c (Mt 5,23.24) Geh hin und vers\u00f6hne dich! Nicht die Distanz, die Flucht aus der Gemeinschaft, nicht \u201eDas-aus-dem-Weg-Gehen ist die Antwort: Wenn du das Kreuz begriffen hast, dann wirst du um des Kreuzes und des vergossenen Blutes deines Heilands willen auf den Bruder und zur Schwester gehen und ihn um Vergebung bitten oder die Vers\u00f6hnung anbieten. Wenn das nicht geschieht, wer diesen Weg nicht geht, der wird kein Miteinander haben, das Freude macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Eintracht mit dem Bruder, der anders denkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die N\u00e4he zur Schrift ist entscheidend f\u00fcr die Eintracht, die wir erleben. Je n\u00e4her wir mit dem Wort Gottes verbunden sind, je st\u00e4rker uns dieses Wort pr\u00e4gt, desto mehr werden wir eines Sinnes sein. Das Wort ver\u00e4ndert unsere Gedanken und je mehr wir uns alle in unserer Unterschiedlichkeit von diesem Wort ver\u00e4ndern lassen, um so mehr werden wir eins werden in aller Unterschiedlichkeit. Das Wort ver\u00e4ndert uns und f\u00fchrt uns zu einer Einheit zusammen. Paulus erinnert aber auch an die F\u00e4higkeit und Bereitschaft, dass man eine Meinung oder Erkenntnis, die man nicht teilt, stehen lassen kann, um der Eintracht willen: \u201eWie viele von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein. Und solltet ihr in einem St\u00fcck anders denken, so wird euch Gott auch das offenbaren\u201c (Phil 3,15). Nicht jeder Unterschied in Meinung oder Lehre ist Grund sich zu streiten oder gar zu trennen. Es ist gut, sich dar\u00fcber auszutauschen in aller Liebe und Offenheit, vor allem \u00fcber der offenen Bibel, man sollte dann aber geduldig sein und\u00a0es Gott anbefehlen: &#8222;Gott wird auch das offenbaren&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Das dienende Miteinander<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eTut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut, achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst,\u00a0und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.\u201c (2,3.4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Erst wenn ich tot bin, bin ich wirklich gut zu haben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eTut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen.\u201c Ich finde es immer wieder erschreckend, wie sehr ich doch von genau diesen selbsts\u00fcchtigen Kr\u00e4ften gesteuert werde. Ich wei\u00df um das Gute, ich wei\u00df, was richtig w\u00e4re, aber ich entdecke tief in meinem Herzen f\u00fcrchterlich eigenn\u00fctzige Motive, eine fast un\u00fcberwindbare Selbstsucht und Eitelkeit. Ich wei\u00df, dass\u00a0in der Ehe, in der Familie, in der Gemeinde oftmals ich es bin, der einem unbek\u00fcmmerten freudigen Miteinander am Meisten im Wege steht. Es gibt f\u00fcr diese inneren Kr\u00e4fte keine Therapie, es gibt nur einen Weg. Das &#8222;alte ich&#8220;, der alte selbstverliebte, egoistische, eitle, selbstherrliche Johann muss sterben. Tot muss er sein. Erst wenn ich tot bin, bin ich wirklich gut zu haben! Ein harter und doch wahrer Satz. Doch wie soll ich sterben, solange ich lebe? Paulus schrieb an die R\u00f6mer: \u201eWenn ihr durch den Geist (Gemeinschaft des Geistes) die Taten des Fleisches und damit das s\u00fcndige ich t\u00f6tet, so werdet ihr leben.\u201c (R\u00f6 8,13) Ich sterbe und Christus lebt in mir. Das ist das Geheimnis eines Miteinanders, das Freude macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Der Weg Christi<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie war denn der Weg Christi? \u201eEr, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, hielt es nicht f\u00fcr einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.\u201c (Phil 2,7-8)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.1 Die G\u00f6ttlichkeit Jesu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus war bereits vor der Erschaffung der Erde und des Menschen in g\u00f6ttlicher Gestalt bei seinem himmlischen Vater. Als Sohn Gottes war er gottgleich und umgeben von der strahlenden Herrlichkeit Gottes mit dem Vater in herzlicher Liebe verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.2 Er hielt nicht an seiner G\u00f6ttlichkeit fest<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEr, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, hielt es nicht f\u00fcr einen Raub, Gott gleich zu sein.\u201c Ein R\u00e4uber klammert sich an seine Beute. Aber Jesus klammerte sich nicht krampfhaft an seine Gottgleichheit. Er hatte die innere Freiheit seine g\u00f6ttliche Gestalt loszulassen, die himmlische Herrlichkeit zu verlassen. Er verzichtete darauf, sich uns in seiner g\u00f6ttlichen Herrlichkeit und Majest\u00e4t zu zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.3 Er ent\u00e4u\u00dferte sich selbst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026sondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst.\u201c Er hielt nicht an der Gottgleichheit fest, sondern legte sie regelrecht ab. Was f\u00fcr eine Ent\u00e4u\u00dferung g\u00f6ttlicher Majest\u00e4t\u00a0als der Herr\u00a0durch eine blutige und schmerzhafte Geburt in diese Welt trat. Was f\u00fcr ein Verzicht auf g\u00f6ttliche Allmacht, sich als S\u00e4ugling in die H\u00e4nde eines Menschenpaares zu begeben mitten in die tiefe Armut eines nah\u00f6stlichen Krisengebietes unter der Zwangsherrschaft des r\u00f6mischen Weltreiches. Ja, so hat sich unser Herr seiner g\u00f6ttlichen Majest\u00e4t ent\u00e4u\u00dfert, darauf verzichtet, sie abgelegt wie einen kostbaren Mantel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.4 Er nahm Knechtsgestalt an<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.\u201c Jesus, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, nahm die Gestalt eines Sklaven oder eines Knechtes an. Er wird den Menschen gleich, er erscheint als Mensch und wird als Mensch erkannt und doch sehen wir in ihm den g\u00f6ttlichen Vater. Welch ein Geheimnis. Wahrer Mensch und wahrer Gott, so haben es unsere V\u00e4ter auf den Punkt gebracht. Es muss wohl als eine der herausragenden Sternstunden der Menschheitsgeschichte bezeichnet werden, als der Sohn Gottes sich vor seinen J\u00fcngern beugte, um ihnen die schmutzigen F\u00fc\u00dfe zu waschen. Der Sch\u00f6pfer, der Allm\u00e4chtige, der Herrliche, der Heilige, der Allgewaltige, dem die gesamte Welt einmal zu F\u00fc\u00dfen liegen wird, dem alle Knie sich beugen m\u00fcssen (2,9-11), beugt seine Knie vor seinen Gesch\u00f6pfen, um ihnen den niedrigsten Sklavendienst zu tun. Er w\u00e4scht ihre F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.5 Der Tod am Kreuz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Jesus kam nicht, um uns die F\u00fc\u00dfe zu waschen. Jesus kam, um sich noch viel tiefer herunterzubeugen. \u201eEr erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.\u201c Er erniedrigte sich bis hinein in den sch\u00e4ndlichsten Tod, den ein Mensch damals sterben konnte. Wer nackt und hilflos an einem r\u00f6mischen Kreuz aufgeh\u00e4ngt wurde, dem hatte man alle Ehre, alle W\u00fcrde, alle Rechte genommen. Das tat er f\u00fcr dich und f\u00fcr mich, damit wir mit ihm verbunden werden. Hier an diesem Kreuz soll mein altes, selbstverliebtes, ehrs\u00fcchtiges ich sterben. Hier soll der alte Johann mit Christus verbunden sein und sterben. Hier kann ich sterben und zugleich leben, denn er lebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2.6 Jesus lebt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDarum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm den Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.\u201c (2,9-11) Jesus lebt und weil er heute lebt, kann ich auch heute mit ihm verbunden sein. Mein altes ich stirbt und durch ihn, durch die Gemeinschaft des Geistes (2,1), bekomme ich die Kraft zu leben, was Paulus hier von uns fordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Von Jesus lernen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026sondern in Demut, achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3.1 Den anderen h\u00f6her achten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Ehepartner, den Bruder, die Schwester h\u00f6her achten als mich selbst? Ich bin so selbstverliebt, ich kann es nicht! Aber wenn ich Christus glaube und\u00a0auf das Kreuz Christi\u00a0sehe, dann darf ich sterben und er lebt in mir.\u00a0Er war nicht auf seine g\u00f6ttliche Ehre bedacht, sondern hat sich heruntergelassen und wurde ein Knecht. Er der H\u00f6chste ist dienend zu den \u00c4rmsten der Armen, zu den Ausgesto\u00dfenen, den Kranken und Lahmen gegangen. Er war sich daf\u00fcr nicht zu schade. Er ist den Menschen mit Hochachtung begegnet. Um uns zu erh\u00f6hen, hat er sich selbst erniedrigt. Und wie begegne ich meiner Ehefrau? Wie begegne ich meinen Geschwistern in der Gemeinde? Wie begegne ich meinen Nachbarn und Arbeitskollegen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3.2 Den Anderen sehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat nicht auf das Seine gesehen. Er hielt nicht fest an seiner g\u00f6ttlichen Majest\u00e4t. Er forderte, obwohl er alle Rechte dazu gehabt h\u00e4tte, nicht Ehre und Anbetung f\u00fcr sich! Er sah auf die Not des Anderen. Er sah den gel\u00e4hmten Kranken am Teich Shiloah, als alle feierten, er sah den Z\u00f6llner Lazarus im Baum, er sah die Kranken, Verlorenen, Schwachen, in S\u00fcnde gefesselten. Wo bin ich in meinen Gedanken, mit meinen Taten? Sehe ich und lindere ich die Not des N\u00e4chsten? Sehen Sie\u00a0die Traurigkeit des Bruders? Siehst Du die ewige Verlorenheit des Mitsch\u00fclers? Sehen Sie die Verzweiflung in den Augen der alleinerziehenden Mutter? Sehen Sie die Leere in den Augen des Jugendlichen auf der Stra\u00dfe? Jesus sah und sieht all das. Lassen Sie uns von ihm lernen: Er sah nicht auf das Seine, sondern auf das, was dem andern dient. Unser altes selbstverliebtes ich soll sterben, damit wir mit den Augen Christi den Anderen sehen und das tun k\u00f6nnen, was ihm zum Leben hilft und ihm zum Besten dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 Ein Miteinander, das Freude macht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie wollen ein Miteinander, das Freude macht? In der Ehe, in der Familie, in der Gemeinde, in der Schule, am Arbeitsplatz? Dann m\u00fcssen Sie sterben! Sie sind das gr\u00f6\u00dfte Hindernis an einem Miteinander, das Freude macht.\u00a0Durch die Gemeinschaft mit ihm und seinem Geist kommen die Eigenschaften in unser Leben, die uns f\u00fcr Andere zu einer Quelle der Freude machen. Nur so ist ein Miteinander m\u00f6glich, das Freude macht. Ein \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) \u2026liebevolles Miteinander<br \/>\n(2) \u2026eintr\u00e4chtiges Miteinander<br \/>\n(3) \u2026und ein dienendes Miteinander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prediger Johann Hesse, Predigt am 20.09.2009, Bezirkskonferenz des W\u00fcrttenbergischen Br\u00fcderbundes im Bezirk Sch\u00f6nbuch-Alb<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Miteinander, das Freude macht Predigt \u00fcber Philipper 2,1-11 0.1 Ein Miteinander, das Freude macht &#8222;Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen&#8220; (Ps 133.1). Ja, genau so ist es. 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