{"id":3546,"date":"2009-09-18T17:12:44","date_gmt":"2009-09-18T15:12:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3546"},"modified":"2009-09-18T17:16:27","modified_gmt":"2009-09-18T15:16:27","slug":"fuhrt-die-manipulation-der-menschlichen-fortpflanzung-zum-designerkind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3546","title":{"rendered":"F\u00fchrt die Manipulation der menschlichen Fortpflanzung zum Designerkind?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dr. Wolfgang Furch<br \/>\nF\u00fchrt die Manipulation der menschlichen Fortpflanzung zum \u201eDesigner-Kind\u201c?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir leben in einer Zeit, in der die elementaren Bedingungen des Menschseins, ja sogar der Begriff der \u201eMenschheit\u201c, \u00fcber die Eingriffe in die menschliche Fortpflanzung in einer Weise ver\u00e4ndert werden wird, die noch kaum vorstellbar ist. Die Herausforderung an uns ist viel gr\u00f6\u00dfer, als sie je eine Generation vor uns erlebt hat. Dabei geraten sogar die allen angeblich so wichtigen Menschenrechte in Gefahr, denn der Mensch schickt sich an, zum Neu-Sch\u00f6pfer seiner selbst zu werden und damit zur \u201eh\u00f6heren Instanz\u201c f\u00fcr die von ihm geschaffenen bzw. durch genetische Manipulation ver\u00e4nderten Menschen. Wird er der daraus erwachsenden Verantwortung gerecht werden k\u00f6nnen, oder ist dieses Unterfangen von vorneherein zum Scheitern verurteilt?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem prophetischen Buch \u201eSch\u00f6ne neue Welt\u201c von 1932 hat Aldous Huxley die bedr\u00fcckende Vision einer Fortpflanzungsdiktatur beschrieben, in der es (bis auf eine Restbev\u00f6lkerung in einer Art Reservat) keine durch nat\u00fcrliche Fortpflanzung entstandenen Menschen mehr gibt. Kinder werden durch k\u00fcnstliche Befruchtung \u201ehergestellt\u201c, in Glaszylindern mit unterschiedlicher Zufuhr von Sauerstoff und Nahrung manipuliert und sp\u00e4ter durch \u201eEntkorkung\u201c entwickelt. Das obsz\u00f6nste Wort in dieser Gesellschaft der Sch\u00f6nen und Gesunden ist \u201eMutter\u201c, das zu benutzen folglich auch strafbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man bedenkt, dass momentan mindestens drei hochklassige wissenschaftliche Teams weltweit am Projekt \u201eK\u00fcnstliche Geb\u00e4rmutter\u201c arbeiten und heute ein Kind bereits drei \u201eM\u00fctter\u201c haben kann (die genetische Mutter, also die Ei-Spenderin, die austragende Leihmutter und schlie\u00dflich die aufziehende soziale Mutter, die die \u201eHerstellung\u201c in Auftrag gegeben hat), dann liegt Huxleys Welt schon bedenklich nahe. Das Bedr\u00fcckendste dabei: Das Ganze l\u00e4uft von der Gesellschaft kaum wahrgenommen in schnellen Schritten ab und wird vom Souver\u00e4n der Demokratie, dem Volk, gar nicht beeinflusst, daf\u00fcr aber durch pers\u00f6nliche Entscheidungen und individuelle W\u00fcnsche sozusagen als \u201eBedarf\u201c vorangetrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt drei Urbed\u00fcrfnisse des Menschen, zu deren Erf\u00fcllung er \u00fcber die Jahrhunderte hinweg auf Gl\u00fcck \u2013 oder wie wir Christen sagen w\u00fcrden, auf die Gnade Gottes \u2013 angewiesen war:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6rperliche und seelische Gesundheit (heute das h\u00f6chste Gut \u00fcberhaupt)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kinder haben zu wollen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gesunde Kinder haben zu wollen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstmals in der Menschheitsgeschichte gibt es nun in unserer Zeit die technischen Voraussetzungen dazu, sich alle diese Bed\u00fcrfnisse weitgehend selbst zu erf\u00fcllen. Dies geschieht einmal mehr durch die modernen M\u00f6glichkeiten der Erforschung des gesamten menschlichen Genbestands (Genomforschung) und die sich daraus ergebenden M\u00f6glichkeiten. Es ist n\u00e4mlich dadurch machbar, auf die Erbanlagen des Menschen Einfluss zu nehmen und besonders wirksame gentechnische Medikamente herzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Hilfe kommen den Forschern dabei die F\u00e4higkeiten und Kenntnisse, die sie durch k\u00fcnstliche Befruchtung und den Umgang mit menschlichen Fr\u00fchembryonen gewonnen haben. Abgerundet wird das Bild durch die pr\u00e4natale Diagnostik, bei der mit verschiedenen Methoden nach Abweichungen und Fehlbildungen des menschlichen Embryos gesucht wird und die in der direkten Untersuchung des Embryos vor der Einpflanzung in die Geb\u00e4rmutterschleimhaut (Pr\u00e4implantationsdiagnostik) gipfelt. Wenn dieser genetische Auff\u00e4lligkeiten aufweist, kann er \u201everworfen\u201c werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Hochmut glaubt der Mensch, nicht mehr auf Gott angewiesen zu sein \u2013 und auch daran, dass er nun in der Lage sei, eine perfektere Neusch\u00f6pfung seiner selbst zu Stande zu bringen. So sagt der Entdecker der Doppelhelixstruktur der Erbinformation DNA, James Watson: \u201eWenn wir bessere Menschen herstellen k\u00f6nnten durch das Hinzuf\u00fcgen von Genen, warum sollten wir das nicht tun?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mensch verf\u00e4hrt dabei wie der Zauberlehrling in Goethes Faust II \u2013 er handelt, ohne gro\u00df \u00fcber die Folgen seines Tuns nachzudenken. Wie st\u00fcmperhaft seine Vorgehensweise ist, wird aber schon daran deutlich, dass auch heute noch nur 17 % der In-Vitro-Fertilisationen (Befruchtungen in der Petrischale) Erfolg haben und auch der Embryotransfer (IVF-ET) mit dem Tod einer gro\u00dfen Zahl von menschlichen Fr\u00fchformen bezahlt wird \u2013 euphemistisch als \u201eVerbrauch von Fr\u00fchembryonen\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 20.07.2001 berichtete die Fernsehzeitschrift \u201eTV H\u00f6ren und Sehen\u201c (Nr. 30) in einem Artikel mit dem Titel \u201eIntelligenz auf Bestellung\u201c \u00fcber drei Paare, die sich besonders intelligente Kinder w\u00fcnschten und sich diesen Wunsch \u00fcber die sogenannte \u201eNobelpreistr\u00e4ger-Samenbank\u201c erf\u00fcllten. Daf\u00fcr waren sie bereit, bis zu 100.000 US-Dollar zu investieren \u2013 die USA sind eben in vieler Hinsicht das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die daraus entstandenen Kinder wiesen tats\u00e4chlich einen IQ von 180 bis 190 auf, erf\u00fcllten aber in anderer Hinsicht die Erwartungen ihrer \u201eErzeuger\u201c nicht, da letztlich ihre Wissenschaftler-Karriere nicht gelang. So zum Beispiel bei Victoria K. Sie war das erste Baby der Welt, das mit Hilfe einer solchen \u201eElitesamenspende\u201c zu Stande kam. Ihr Vater wollte, von krankhaftem Ehrgeiz angetrieben, seine Tochter zu einem Genie hochstilisieren. Als Sch\u00fclerin gewinnt Victoria auch s\u00e4mtliche Mathematikpreise \u2013 doch eine normale Kindheit bleibt ihr versagt. Erst als Teenager erf\u00e4hrt sie von ihrer Herkunft und ger\u00e4t in eine schwere Krise, f\u00fchlt sich als seelenloses \u201eZuchtprodukt\u201c. Mit 18 bricht sie den Kontakt zu ihren \u201eEltern\u201c ab und baut sich ein neues Leben in der Anonymit\u00e4t auf. Die st\u00e4ndige \u00dcberforderung und das Wissen, dass ihre Eltern mit ihrer \u201eErzeugung\u201c nur ihren eigenen Ehrgeiz befriedigen wollten und sie als Person gar nicht gewollt war, hatten beinahe ihr ganzes Leben zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1999 hatte der Philosoph Peter Slouterdijk (Karlsruhe) in einer provozierenden Rede unter dem Titel \u201eRegeln f\u00fcr den Menschenpark\u201c (1999 in Elmenau) die Frage aufgeworfen, ob man die doch heute immer m\u00fchsamere und unergiebigere Sozialisation junger Menschen (die sogenannte \u201esoziale Menschwerdung\u201c) nicht einfach durch eine genetische Manipulation ersetzen k\u00f6nne. Damit bewirkte er nur eine sehr kurzlebige Aufwallung, jedoch nicht die breite gesellschaftlich relevante Diskussion, die er sich m\u00f6glicherweise erhofft hatte und die die folgenden Aspekte h\u00e4tte aufgreifen m\u00fcssen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was passiert eigentlich, wenn in Zukunft \u201enaturw\u00fcchsige\u201c neben genetisch modellierten, angeblich \u201ebesseren\u201c Menschen leben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten sich unkontrolliert neue \u201eLeibgeber\u201c neben den Eltern etablieren d\u00fcrfen und erg\u00e4be sich daraus nicht eine neue Form der \u201eLeibeigenschaft\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was wird aus den allgemeinen Menschenrechten, die ja die Gleichheit aller Menschen durch Geburt voraussetzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sich jetzt anbahnt, ist nicht pl\u00f6tzlich und unvorhersehbar \u00fcber unsere Gesellschaft hereingebrochen, sondern wurde durch zahlreiche Tabu-Br\u00fcche eingeleitet, die mehr oder weniger deutlich von der Bev\u00f6lkerung hingenommen oder gar bef\u00fcrwortet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste ethische Bruch, der sich zu einem regelrechten Dammbruch auswuchs, war der Beschluss der ersten Fristenl\u00f6sung bei der Abtreibung im Jahr 1974. Zwar wurde dieser Beschluss vom Bundesverfassungsgericht 75 als verfassungswidrig verworfen, was aber nichts Entscheidendes mehr \u00e4nderte, denn 1993 machte auch das Bundesverfassungsgericht seinen Frieden mit der Fristenl\u00f6sung (mit einer Zwangsberatung, die eine Farce ist und dennoch zum Tatbestandsausschluss f\u00fchrt. Die 8 Millionen Kinder, die durch die Abtreibungen seit 1974 fehlen, haben entscheidend zur \u201eUnterj\u00fcngung\u201c unserer Gesellschaft und damit zur sich anbahnenden demographischen Katastrophe beigetragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sozusagen die logische Folge dieses ersten Bruchs waren dann die folgenden, die immer mit der Abtreibungsfrage \u201ebegr\u00fcndet\u201c wurden. Auf einige davon, die f\u00fcr unser Thema wichtig sind, m\u00f6chte ich im Folgenden n\u00e4her eingehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Meilenstein war die Einf\u00fchrung der k\u00fcnstlichen Fortpflanzung (In-Vitro-Fertilisation mit Embryo-Transfer, s.o.). Sie erfolgte gegen den ausdr\u00fccklichen Widerstand der Kirchen. Sie hat uns neben einer gro\u00dfen Zahl von Kindern (weltweit \u00fcber 2 Millionen) auch massive Probleme eingebracht: starke Nebenwirkungen f\u00fcr die Frau, psychische Belastungen, massenhafter Embryonen-\u201eVerbrauch\u201c und vor allem den \u201e\u00fcbersch\u00fcssigen\u201c Embryo \u2013 das Objekt der wissenschaftlichen Begierde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Interview nach der Geburt des ersten Retortenbabys bekannte einer der beiden wissenschaftlichen Geburtshelfer, Edwards: \u201eOhne Zweifel, niemals h\u00e4tten wir diese Technik ohne die Freigabe der Abtreibung entwickeln und einsetzen k\u00f6nnen. Sie wird die menschliche Fortpflanzung in ungeahntem Ma\u00dfe ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Djerassi (der Erfinder der Ovulationshemmer), meinte hingegen: \u201eSex wird es in Zukunft nur noch zum Vergn\u00fcgen geben, gezeugt wird im Labor. Niemand wir in Zukunft die Erbanlagen seiner Kinder dem Zufall der freien Kombination der Gene \u00fcberlassen wollen, weil ihm das Risiko der genetischen Lotterie zu gro\u00df erscheinen wird.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings gibt es auch andere Meinungen: \u201eEs gibt keine gesunde genetische Ausstattung\u201c, so der Genetiker Propping, Bonn. \u201eJeder Mensch tr\u00e4gt in seinem Erbgut die Anlagen f\u00fcr 5 bis 7 erbliche Krankheiten. Das Erbgut des Menschen besteht aus 3 Milliarden Bausteinen, die sich in jeder 2.000sten Position unterscheiden. Die Variabilit\u00e4t ist das Nat\u00fcrliche.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Z\u00e4hlt man dann noch die disponierenden Gene dazu (f\u00fcr Diabetes, Adipositas und Krebs) w\u00fcrden eigentlich kaum noch geeignete (sprich, fehlerlose) Embryonen zum Transfer zur Verf\u00fcgung stehen (Kolek).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die k\u00fcnstliche Befruchtung ist immer noch problematisch, sowohl was die Nebenwirkungen f\u00fcr die betroffenen Frauen angeht (OHSS = \u00dcberstimulations-syndrom, Verlust von Kontrolle und Selbstwertgef\u00fchl, Depressionen) als auch die sich mehrenden Berichte \u00fcber erh\u00f6hte Fehlbildungsraten. Eine Studie der Universit\u00e4t Uppsala an 6.000 IVF-Kindern ergab ein 3-fach erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr zerebrale Kinderl\u00e4hmung mit schweren Bewegungsst\u00f6rungen, 4-fach erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Entwicklungsverz\u00f6gerungen. In der Mainzer Studie ergab sich ein 16 % h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Fehlbildungen gegen\u00fcber 7 % im Normalkollektiv). Au\u00dferdem bleibt das ethische Problem des \u201eEmbryonenverbrauchs\u201c und die relativ niedrige \u201eBaby-Take-Home\u201c- (also Erfolgs-) Quote.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dieser Technik entwickelt sich nun logisch eine \u201eInnovation\u201c, die Pr\u00e4implantationsdiagnostik (PID) \u2013 besser w\u00e4re allerdings der Begriff \u201ePr\u00e4miplantations-Selektion\u201c, denn darum handelt es sich letztlich. Da man unbedingt vermeiden will, Embryonen mit genetischen Abweichungen zu \u00fcbertragen, muss man bereits in der Petrischale ebensolche ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Damit ist der n\u00e4chste Schritt zu fr\u00fchzeitigen genchirugischen Eingriffen (Keimbahneingriff) bereits geebnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diskussion darum zu verfolgen ist ein Lehrst\u00fcck in Sachen Strategie der Bef\u00fcrworter, die ihre Aussagen wie folgt steigern:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Methode werde nur bei 100 Paaren angewendet, auf keinen Fall mehr, und nur bei extremen Krankheitsbildern (wie z.B. Duchennesche Muskeldystrophie)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00fcrden dadurch sp\u00e4tere Abtreibungen eingespart<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der nationale Ethikrat sagt, dass etwa 1.000 Paare zuz\u00fcglich der \u201eMisserfolgspaare\u201c von der Methode profitieren sollen, wobei die Vermutung genetischer Abweichungen hier sehr gro\u00df ist. Nimmt man noch die Misserfolgspaare dazu, steigt die Zahl bereits auf 10.000 Paare.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle IVF-Kinder werden der PID allein aus haftungsrechtlichen Gr\u00fcnden unterzogen werden m\u00fcssen, ist die Methode erst einmal etabliert (Montgomery).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ethische Dilemma wird hier aber immer undurchschaubarer. Denn was ist mit den vielen Millionen nat\u00fcrlich gezeugten Kindern, die ebenfalls gendiagnostisch beurteilt und ggf. behandelt werden m\u00fcssten, um ihnen \u201eunendliches Leid zu ersparen\u201c? Damit ist der Weg zum \u201eDesignerkind\u201c breit gepflastert, denn wie kann man hier eine brutale Selektion vornehmen und den einen \u201ehelfen\u201c, den anderen aber nicht? Wo verl\u00e4uft die Grenze des Zumutbaren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Problem: PID ist nicht sicher. Laut eines Berichts in der Zeitschrift \u201eDer Frauenarzt\u201c kommen in 6-8 % der Untersuchungen Verunreinigungen mit Fremdmaterial vor. Bei der Untersuchung von zwei Embryonen pro Frau ergibt sich in 5-10 % der F\u00e4lle keine gleichlautende Diagnose. Die Sicherheit der Methode liegt also nur bei 90-95%, und daher wird weltweit in 80% aller F\u00e4lle die Pr\u00e4nataldiagnostik zus\u00e4tzlich eingesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der internationalen PID-Statistik wurden 1.300 Embryonen transferiert, 162 Kinder wurden geboren. 7 Schwangerschaften wurden abgebrochen, in 9 F\u00e4llen wurde eine partielle Abtreibung in Form einer sogenannten Mehrlingsreduktion vorgenommen. In mindestens 49 F\u00e4llen kam es zu neonatalen oder postnatalen Komplikationen, die in 3 F\u00e4llen mit dem Tod des Kindes endeten. Die Behauptung, mit der PID lie\u00dfen sich sp\u00e4tere Abtreibungen vermeiden, ist also eindeutig falsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufw\u00e4ndigkeit und Kostenintensit\u00e4t von 5.000 bis 8.000 Euro bedeutet eine deutliche Verwendungseinschr\u00e4nkung, zumal die Kosten f\u00fcr die IVF von 3.000 bis 4.000 Euro pro Eingriff noch hinzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neuere wissenschaftliche Ergebnisse legt die FAZ vom 26.05.03 vor, bezogen auf eine Ver\u00f6ffentlichung in \u201eFertility And Sterility\u201c Band 79, S. 449:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine spanische Arbeitsgruppe hat herausgefunden, dass durch PID selektierte Embryonen beim Transfer keineswegs \u201ebesser angehen\u201c als ohne Vorauswahl transferierte. Damit treten wieder die Gefahren der Prozedur mehr in den Vordergrund. Die Entnahme von einem Viertel der Zellen (8 bis 10) eines Fr\u00fchembryos scheint doch nicht so unproblematisch zu sein wie bisher angenommen, so dass die Frage aufkommt, ob nicht doch schon so fr\u00fch eine innere Differenzierung begonnen hat. Sehr viele so traktierte Embryonen sterben ab (aus 6 Tranfers wurde nur eine tats\u00e4chliche Schwangerschaft gewonnen)). Das Einfrieren durch ICSI erzeugter Embryonen macht ebenfalls Probleme (bedingt durch das \u201eLoch\u201c in der zona pellucida k\u00f6nnen intrazellul\u00e4re Ver\u00e4nderungen entstehen). Auch das vermehrte Auftreten des Angelmann-Syndroms nach ICSI (geistige und k\u00f6rperliche Retardierung) wird mit dieser Technik in Zusammenhang gebracht. Risikoerh\u00f6hung statt Minderung, welch eine contradictio in adjectu!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der PID sind die Voraussetzungen f\u00fcr ein \u201eWunschkind nach Ma\u00df\u201c (Designer-Kind) in greifbare N\u00e4he ger\u00fcckt, da diese Methode die Voraussetzung f\u00fcr eventuelle genchirurgische Eingriffe am Fr\u00fchembryo darstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDies ist ein erster Blick auf die Radarschirme der Medizin im 21. Jahrhundert\u201c, kommentiert der amerikanische Bioethiker Arthur Caplan. \u201eHeute liegen die Fortpflanzungsoptionen der Paare in den H\u00e4nden von Geburtshelfern und Gyn\u00e4kologen, morgen bestimmt dar\u00fcber ein Gen-Arzt, der unter dem Mikroskop Embryonen aussortiert.\u201c Es gibt f\u00fcr Caplan keinen Zweifel, dass, sobald genetische Marker f\u00fcr spezifische Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale und Positionen f\u00fcr musikalische Begabung oder Kreativit\u00e4t gefunden werden, PID auch darauf angewendet werde. Es wird dann sehr viele Menschen geben, die diese technischen M\u00f6glichkeiten nutzen wollen, ihre Nachfahren genetisch auszuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon wird dar\u00fcber nachgedacht, nat\u00fcrlich gezeugte Embryonen vor der Implantation in die Geb\u00e4rmutter herauszusp\u00fclen, dem PID-Verfahren zu unterziehen und nur dann wieder zu re-implantieren, wenn sie keine genetischen St\u00f6rungen aufweisen. Das Verfahren ist so kompliziert, dass man auf die Idee kommen k\u00f6nnte, gleich den Weg der In-Vitro-Fertilisation zu gehen. Und es gibt tats\u00e4chlich ernsthafte Zweifel von Wissenschaftlern, ob es in 20 bis 30 Jahren die sexuelle Fortpflanzung im herk\u00f6mmlichen Sinn mit freier Kombination der Gene \u00fcberhaupt noch geben wird \u2013 und vor allem geben darf. Was wir dann h\u00e4tten, w\u00e4re die \u201eSch\u00f6ne neue Welt\u201c einer Fortpflanzungsdiktatur, in der es nur noch genetisch einwandfreie Menschen zu geben h\u00e4tte, die es aber per definitionem gar nicht geben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Leute beginnen nun zu erschrecken. \u00c4ltere Genetiker, manche Frauen\u00e4rzte \u2013 leider fast keine Christen (nachdenkenswert), obwohl letztere an erster Stelle der Abwehrfront zu finden sein m\u00fcssten. Der damalige Bundespr\u00e4sident Herzog sagte in seiner Ansprache anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung des 100. deutschen \u00c4rztetags 1997 in Eisenach: \u201e \u2026 Ich denke an die immer n\u00e4her r\u00fcckende M\u00f6glichkeit, Menschen von vorneherein nach einem optimierten Design zu produzieren; das w\u00e4re ein sp\u00e4ter Triumph der abstrusen Nazi-Idee, im Projekt Lebensborn den arischen \u00dcbermenschen zu z\u00fcchten. Der Segen, schwere Krankheiten schon vor der Geburt behandeln zu k\u00f6nnen, wiegt schwer. Der Fluch, weniger Defekte behandeln als diagnostizieren zu k\u00f6nnen, nicht minder \u2026 Aber wie gehen wir mit diesem Wissen um? Besteht wirklich jeder Anspruch zu Recht? Sind Abtreibungen wegen geringf\u00fcgiger Abweichungen vom Wunschbild bald an der Tagesordnung? Wir ein behindert geborenes Kind irgendwann den Eltern zum Vorwurf gemacht, etwa als kostentr\u00e4chtiges Risiko?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeremy Rifkin verdeutlicht ganz allgemein, was \u201eDesign\u201c bedeuten k\u00f6nnte: \u201ePositives Design w\u00fcrde das Verh\u00e4ltnis von Eltern und Kinder f\u00fcr immer ver\u00e4ndern. Die Eltern w\u00fcrden zu Architekten und die Kinder zum ultimativen Shopping-Experiment. Die Kinder jedoch, die nicht genetisch manipuliert wurden, k\u00f6nnten ihre Eltern f\u00fcr ihre Minderausstattung sogar verklagen. Die neue Eugenik kommt n\u00e4mlich als Freund daher und ist schwer zu fassen. Wenn wir Designer-Babys akzeptieren, verlieren wir unser Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen gegen\u00fcber Kindern, die nicht der Norm entsprechen \u2013 und damit unsere Menschlichkeit. Wesentlich besser w\u00e4re es, unsere genetischen Erkenntnisse zum Verst\u00e4ndnis der Dispositionen f\u00fcr Krankheiten zu nutzen und damit f\u00fcr eine wirkungsvolle Pr\u00e4vention einschlie\u00dflich des Fernhaltens sch\u00e4dlicher Noxen.\u201c Den letzten Satz k\u00f6nnte man auch als \u201eChargaffs Verm\u00e4chtnis\u201c bezeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer wichtiger Meilenstein zum designten Kind ist die Technik des Klonierens. Darunter versteht man Folgendes: Eine weibliche Eizelle wird entkernt und dann ein Zellkern aus einer K\u00f6rperzelle eines Erwachsenen (Mundschleimhautzelle) daf\u00fcr eingebracht. Die Eizelle ist nun in der Lage, diesen Zellkern in den embryonalen Zustand zu reprogrammieren. Es w\u00e4chst also ein Embryo heran, der eine weitgehende Kopie des Erwachsenen darstellt. Man m\u00fcsste dazu lediglich den Embryo in eine entsprechend vorbereitete Geb\u00e4rmutter einbringen. Das nennt man dann reproduktives Klonen. Den Embryo kann man aber auch f\u00fcr Heilzwecke nutzen, indem man ihm in einer bestimmten Phase in der Retorte die so genannten Stammzellen entnimmt. Das sind \u201eAllesk\u00f6nnerzellen\u201c, die sich in jede Zellart des K\u00f6rpers entwickeln k\u00f6nnen \u2013 damit k\u00f6nnte man einen neuen \u201eGoldrausch\u201c ausl\u00f6sen! Diesen Weg, therapeutisches Klonen genannt, lassen wir jetzt einmal beiseite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dem Titel \u201eGro\u00dfer Schritt vorw\u00e4rts\u201c fand ich folgendes in der Wetterauer Zeitung: Zwei s\u00fcdkoreanische Forscher hatten in gr\u00f6\u00dferer Zahl sozusagen ma\u00dfgeschneiderte ESTZ aus klonierten Fr\u00fchembryonen f\u00fcr einen erkrankten Zellkernspender hergestellt: Hwang, ein Tiermediziner, und Moon, ein Gyn\u00e4kologe. Die Technik war beeindruckend, die Feiern allerdings verfr\u00fcht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Kanzler geriet ob der aktuellen Heilungsversprechungen ganz aus dem H\u00e4uschen und sehr viele riefen: \u201eJetzt aber auch in Deutschland!\u201c Weg mit den Bedenken und dem hinderlichen ESG.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Goldrausch kamen endlich Leute zu Wort, die noch klar zu denken verm\u00f6gen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ren\u00e9 R\u00f6spel MDB, der Vorsitzende der Enqu\u00e9te-Kommission des DBT, wies auf die nicht ganz unwesentliche Tatsache hin, dass diese ESTZ doch die gleiche \u201ekranke\u201c Erbinformation aufwiesen wie alle anderen Zellen des Kranken. Was sollte denn deren \u00dcbertragung bringen? Sie m\u00fcssten doch erst berichtigt werden, was nicht so leicht ist (evtl. erforderte es sogar einen Keimbahneingriff).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptproblem aller ESTZ ist nicht gel\u00f6st, n\u00e4mlich die Potenz zur Tumorbildug. Stoppt man diese sicher, ist auch die ger\u00fchmte Potenz zur Organbildung weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings gilt auch (so Christian Schw\u00e4gerl in der FAZ vom 20.05.05): \u201eSteht der erste Mensch nach einer Klonzellenkur wieder auf den Beinen, f\u00e4llt die Diskussion um den Wert der embryonalen Erscheinungsform des Menschen augenblicklich der kollektiven Amnesie anheim. Der Embryo ist zu klein, zu abstrakt. Gegen die Freude eines Menschen, der seine Kr\u00fccken wegwirft (also eine Wunderheilung biblischen Zuschnitts erlebt), werden auch Millionen Embryonen keine Chance haben. Und auch die Umwandlung reproduktionsmedizinischer Zentren in Eizell-Zulieferbetriebe w\u00fcrde nicht mehr erschrecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt bei den genannten Vorg\u00e4ngen eine ganze Kette von Problemen. Die Reprogrammierung zeigt erhebliche Unstimmigkeiten beim Ein- und Ausschalten der verschiedenen Gene auf die embryonale Stufe (epigenetische Probleme). Hunderte von Erbinformationen werden in der Folge nicht richtig gelesen, es entstehen groteske Missbildungen und totale Versager (der Erzeugung des Klon-Schafs Dolly gingen \u00fcber 200 Fehlversuche voraus, \u00fcberlebende Embryonen wiesen Riesenwuchs und Riesenorgane auf).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohin also mit den \u201eHomunculi\u201c, fragte zu Recht Chargaff. Es ist verbrecherisch , und es wird wahrscheinlich nie richtig funktionieren .Verkauft wird das Experiment von Antinori als \u201eletzte Hilfe f\u00fcr Paare, die ein eigenes Kind haben wollen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut UNO-Beschluss von M\u00e4rz 2005 sind beide Verfahren zu \u00e4chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen also, \u00fcber die negative Selektion durch Verwerfen und T\u00f6ten sind wir noch lange nicht hinausgekommen. In den USA wird deshalb ganz besonders intensiv an der Keimbahntechnik geforscht, das hei\u00dft am Ersatz so genannter defekter Gene durch gesunde im fr\u00fchen Embryonalstadium. Dann w\u00e4ren alle Zellen des Embryos \u201eheil\u201c und die neue Eigenschaft wird weiter vererbt. Niemand wei\u00df allerdings, was dann passiert \u2013 es gibt n\u00e4mlich auch so etwas wie die \u201egute Seite schlechter Gene\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hatten im Mittelalter homologe Tr\u00e4ger des Mucoviscidose-Gens bessere \u00dcberlebenschancen bei schweren Durchfallerkrankungen (Cholera), da auch sie etwas eingedickte K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten aufweisen und so weniger Fl\u00fcssigkeit verloren als gesunde Menschen. Dieses Beispiel zeigt, dass auch ein \u00fcber Jahrtausende entwickelter Schutzmechanismus vernichtet werden kann, wenn wir \u201ekrankmachende\u201c Gene einfach entfernen und durch \u201egesunde\u201c ersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einem solchen Keimbahneingriff kann beispielsweise auch die Abwehr gegen Virusinfektionen beeintr\u00e4chtigt werden. Der \u201eGeheilte\u201c und alle seine Nachkommen sterben an der n\u00e4chstbesten Attacke durch ein neues Virus (z. B. die Vogelgrippe). Ein spektakul\u00e4rer all der so genannten somatischen Gentherapie, der genial und auch ethisch einwandfrei war, endete schlie\u00dflich doch in einer Katastrophe. Was war geschehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 20.03.2002 kursierte in Fachzeitschriften ein Bericht \u00fcber die gentherapeutische Heilung der Immunschw\u00e4che SCID, die angeborene Unf\u00e4higkeit, Abwehrzellen zu bilden. Ein Leben in diesen Menschen nur im Isolierzelt m\u00f6glich. Man hat die Gendefekte erkannt, die daf\u00fcr verantwortlich sind, es handelt sich gleich um mehrere: das rag-2-Gen ist ausgefallen, ebenso das Artemis-Gen der T-Zellen oder Gamma-c-Protein, das f\u00fcr die T-Zellen n\u00f6tig ist. Bei 8 Kindern wurden Blutstammzellen entnommen und ein intaktes Gamma-c-Gen eingeschleust (\u00fcber Virusf\u00e4hre). Bei 7 der Kinder wurden daraufhin die so genannten \u201eKillerzellen\u201c T-Lymphozyten und B-Lymphozyten gebildet \u2013 damit waren sie geheilt! Die intakten Zellen hatten einen Selektionsvorteil und vermehrten sich rasant. Bei 4 der Kinder ist das nun 4 Jahre her und sie f\u00fchren ein normales Leben \u2013 die erste erfolgreiche gentherapeutische Behandlung. Doch dann erkrankten zwei der Kinder an einer schweren, bisher nicht bekannten Form der Leuk\u00e4mie und alle Therapien wurden gestoppt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4u\u00dferste Vorsicht ist also geboten! Keimbahneingriffe sind erst recht eine Art Schrotschuss ins Unbekannte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Geo-Forum 11\/96 hat der Biologe und Physiker der Uni Konstanz Prof. Dr. Ernst Peter Fischer einmal eine praktische Szenerie entwickelt, wie die Realit\u00e4t aussehen k\u00f6nnte, gel\u00e4nge irgendwann das \u201epositive Design\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denken wir an das \u201eKevin-Ph\u00e4nomen\u201c: Nach dem Film \u201eKevin allein zu Haus\u201c wurden pl\u00f6tzlich unz\u00e4hlige Kinder Kevin getauft, weil die Eltern glaubten, eine geniale Namensidee gehabt zu haben \u2026 nur leider dachten sehr viele Eltern so! Beim positiven Design w\u00fcrden nun alle diese Kinder auch noch wie \u201eKevin\u201c aussehen! Nach den allgemeinen Auswahlkriterien w\u00fcrden alle Kinder gro\u00df, intelligent und begabt sein, die Jungen alle Mischungen aus Boris Becker, Brad Pitt und Albert Einstein, die M\u00e4dchen Kreuzungen aus Claudia Schiffer, Steffi Graf und Marie Curie. Das w\u00fcrde bedeuten, dass der Vorteil eines besonders sch\u00f6nen oder talentierten Menschen dahin ist, weil er nichts Besonderes mehr ist \u2013 und somit w\u00fcrde er eher zum Nachteil. Zun\u00e4chst wird es ja zumindest noch Lieschen M\u00fcller geben, deren Eltern sich dieser Prozedur nicht unterzogen haben und die mit ihrer Originalit\u00e4t all die Sch\u00f6nen und Klugen ausstechen wird!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch zur\u00fcck zum Ernst des Themas. Lee Silver weist darauf hin, dass dann ein Problem entsteht, wenn die \u201eGenreichen\u201c den \u201eNaturbelassenen\u201c gegen\u00fcberstehen. Auch die risikoreiche nat\u00fcrliche Geb\u00e4rmutter (angreifbar durch Alkohol, Nikotin, Stress) muss durch eine k\u00fcnstliche optimiert werden. Prof. Data aus Italien war vor vielen Jahren der Pionier auf diesem Gebiet, heute arbeiten mehrere hoch qualifizierte wissenschaftliche Teams daran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Entwicklung einer k\u00fcnstlichen Geb\u00e4rmutter gibt es einen m\u00f6glicherweise entscheidenden Antrieb (nach Stanley Kurtz): Die nachwuchsarme \u00fcberalterte Welt entwickelt sich krisenhaft. Setzt sich der historische Trend zu immer mehr Individualismus fort, ist dieser nach Tocqueville sogar eine un\u00fcberwindliche Kraft, dann k\u00f6nnen staatliche Ma\u00dfnahmen zur Geburtenf\u00f6rderung, wie sie jetzt, zu unentschlossen und viel zu sp\u00e4t gestartet werden \u2013 und nichts bewirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann bleiben nur zwei Szenarien \u00fcbrig:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kommt zu einem drastischen Niedergang von Wirtschaft und Sozialstaat und in dessen Folge zur Wiederentdeckung der Familie als einziger verbleibender zuverl\u00e4ssiger sozialer Absicherung, eventuell begleitet von einer religi\u00f6sen Erneuerung mit R\u00fcckbesinnung auf traditionelle Werte. Dies setzt einen fast schockartigen kulturellen Wandel voraus. Oder es siegt \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der immer st\u00e4rkere Individualismus mit zunehmender Geb\u00e4runlust von Frauen und M\u00e4nnern (zur Zeit wollen 26 % der M\u00e4nner und 16 % der Frauen grunds\u00e4tzlich keine Kinder). Dies f\u00fchrt zum weiteren Schwinden der Familie in all ihren Spielarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wird die Fortpflanzung \u00fcber die k\u00fcnstliche Geb\u00e4rmutter zur wichtigsten Option. Einen besonderen Schub bek\u00e4me sie noch durch die Ideologie des Feminismus (\u201eEnde des Geb\u00e4rzwangs\u201c). Wenn dann die k\u00fcnstliche Geb\u00e4rmutter auch \u201esicherer\u201c w\u00e4re als die nat\u00fcrliche, , k\u00f6nnten Versicherungsgesellschaften sich veranlasst sehen, diesen Weg voranzutreiben. Das w\u00e4re die Stunde der Genetiker, die dann weitgehend freie Hand zur Selektion und auch zum positiven Design h\u00e4tten \u2013 die technischen Voraussetzungen f\u00fcr Aldous Huxleys Alptraum von der \u201esch\u00f6nen neuen Welt\u201c w\u00e4ren dann vorhanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fortpflanzung w\u00fcrde einen Art \u201eWaren-Charakter\u201c erhalten und die Mutter-Kind-Beziehung w\u00fcrde entscheidend geschw\u00e4cht, wenn nicht gar vollst\u00e4ndig beseitigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie zersetzende Auswirkungen der Gentechnik werden sich besonders in einer \u00fcberalterten Welt zeigen. Die unmittelbare Herausforderung f\u00fcr die Menschheitsgeschichte ist die Aussicht, dass die Familie durch ein gentechnisches Fortpflanzungssystem ersetzt wird. Nicht die Erzeugung von Supermenschen k\u00f6nnte bald die wichtigste soziale Herausforderung des wissenschaftlichen Fortschritts sein, sondern die Entwicklung einer k\u00fcnstlichen Geb\u00e4rmutter. Sollte es tats\u00e4chlich irgendwann die M\u00f6glichkeit geben, bessere Menschen zu `konstruieren\u00b4, so wird das in einer \u00fcberalterten Welt geschehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieser Bev\u00f6lkerungskrise ist also eine konservative R\u00fcckbesinnung ebenso m\u00f6glich wie ein genetischer Alptraum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rifkin stellt die Frage: Was werden das f\u00fcr Menschen sein, die heranwachsen, ohne das Urvertrauen schenkende Klopfen des m\u00fctterlichen Herzens je geh\u00f6rt zu haben, ohne Emotionen und ohne soziale und kognitive Mutterbindung? Man f\u00fchlt sich an die grausamen Experimente von Kaiser Friedrich II erinnert. Ihre Welt w\u00e4re steril, eint\u00f6nig, ohne Gef\u00fchle, ohne Barmherzigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und noch etwas w\u00fcrde geschehen: Abraham Lincoln (Marfan-Syndrom), Toulouse-Lautrec (Glasknochenkrankheit), Paganini (Bindegewebsst\u00f6rung mit Hyperflexibilit\u00e4t) h\u00e4tte es ebenso wenig gegeben wie Beethoven, der aus einer stark krankheitsbelasteten Familie kam und dessen sp\u00e4tere Ertaubung man vermutlich genanalytisch h\u00e4tte voraussagen k\u00f6nnen. Doch h\u00e4tte er als Gesunder diese wunderbare Musik schreiben k\u00f6nnen, diese Dankgebete f\u00fcr die Genesung? Diese normalen Menschen integrierten ihre Krankheiten und Fehlbildungen in ihr Leben (integrativer Gesundheitsbegriff nach Prof. P. Petersen). Von der WHO-Definition von Gesundheit, die da lautet: \u201eSt\u00e4ndige Abwesenheit von Krankheiten und permanentes Wohlbefinden\u201c wussten sie noch nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen wir hier noch Prof. Erwin Chargaff (1996) zu Wort kommen, der immerhin schon 1945 die entscheidende Regel entdeckte, ohne die eine Entschl\u00fcsselung der menschlichen Erbsubstanz nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Gene sind heute alles. Da herrscht ein fundamentalistischer Glaube, die Naturwissenschaftler sind die Taliban der Moderne! Die Z\u00fcchtung des \u00dcbermenschen \u2013 ich halte mir die Ohren zu! Hat das nicht auch Hitler mal probiert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir w\u00e4re es nie in den Sinn gekommen, die Natur verbessern zu wollen. Fr\u00fcher hat man wegen des Regens den Regenschirm erfunden. Da hat es keine gro\u00dfen Eingriffe in die Metrologie gegeben. Heute bek\u00e4me ein Forschungsinstitut den milliardenschweren Auftrag, den Regen abzuschaffen. Wir haben den Respekt vor der Dunkelheit verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Frau ist an Parkinson gestorben, vor sechs Jahren. Seitdem schreibe ich nichts mehr, mit ihr habe ich das Leben verlassen, f\u00fchle mich allein. Aber ich w\u00e4re dagegen gewesen, ihr den Kopf aufzumachen und da etwas hineinzuschmei\u00dfen. Eine Stammzelle, die durch den Tod eines anderen, an dem das ausprobiert worden ist, geschaffen wurde. Wir pfuschen am Leben herum, und ich glaube nicht an die Heilsversprechungen, die uns gemacht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die pr\u00e4natale Diagnostik ist eine gr\u00e4ssliche Sache. Der Mensch hat nicht die Garantie, dass er gesund geboren wird. Dahinter ist doch der Wunsch nach einem verbesserten Hitler. Wer steht an der Rampe? Wer selektiert? Wir leben in einer elenden Welt, wenn wir ernsthaft \u00fcber diese Dinge nachdenken m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Recht Chargaff mit seinen drastischen Feststellungen hat, sei anhand der neuesten Idee der Reprogenetiker und Fortpflanzungstechniker verdeutlicht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die neuesten \u201eSpinnereien\u201c der Genforscher<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Homosexuelle, insbesondere lesbische Frauen, sind die neue Zielgruppe der Reproduktionsmediziner. In den USA werden grunds\u00e4tzlich keine Unterschiede mehr gemacht, ob der IVF-Wunsch von homo- oder heterosexuellen Paaren ausgeht. Die Menschen selbst interessieren nicht, sie sind lediglich Mittel zum Zweck der Propheten der technischen Fortpflanzung und deren neuestem Projekt \u201eInfertilit\u00e4t f\u00fcr alle (DZ 10.07.03):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Spermien und Eizellen sollen schon fr\u00fch in Embryobanken deponiert werden, um sie jederzeit bei Bedarf \u201eabheben\u201c zu k\u00f6nnen. Danach erfolgt die Sterilisation, was in der Folge die Kontrazeption einspart. Eine \u00fcberraschende Empf\u00e4ngnis ist damit nahezu ausgeschlossen. Sex wird nur noch aus Lust und Liebe durchgef\u00fchrt (s.o. Djerassi). Die Fortpflanzung erfolgt v\u00f6llig vom Geschlechtsverkehr abgekoppelt im Labor und selbstverst\u00e4ndlich nach PID. Watson und Stock, die Propheten dieser \u201eInnovation\u201c, schw\u00e4rmen dabei begeistert von den M\u00f6glichkeiten des Designs und der Evolution des Menschengeschlechts aus der Hand des Menschen. Dabei seien biologisch deregulierte Nationen im Vorteil gegen\u00fcber denjenigen, die \u201enoch nicht dazu bereit\u201c seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir wollen Gene lesen, ver\u00e4ndern, hinzuf\u00fcgen\u201c, freut sich Lee Silver. Und selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcndet die IVF f\u00fcr alle in der Eugenik f\u00fcr alle! Erreicht werden soll dies schneller \u00fcber die den Forschern weitgehend ausgelieferten Homosexuellen. Und schon ist die Sch\u00f6ne neue Welt Huxleys in Form einer mehr oder weniger moderaten Fortpflanzungsdiktatur nahezu verwirklicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist sehr aufschlussreich, abschlie\u00dfend noch einmal die Bibel zu diesen neuen Vorhaben des Menschen zu befragen. Nat\u00fcrlich finden wir darin nichts \u00fcber Pr\u00e4nataldiagnostik und Klonierung, aber lassen Sie sich \u00fcberraschen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Feststellung: Der Auftrag Gottes an die Menschen lautet: \u201eMacht euch die Erde untertan!\u201c. Dieser Satz wird gern auch von Leuten wie Antinori zitiert, dem sonst nichts so fern liegt wie die Bibel. Er dient als Legitimation daf\u00fcr, alles zu machen, was machbar ist. Diese Anweisung war den Menschen aber \u201eunter Gott\u201c gegeben. Sie sollten als seine Stellvertreter und Verwalter auf Erden in seinem Sinne, also dienend, erhaltend und pflegend t\u00e4tig sein, nicht indem sie an Gottes vollkommener Sch\u00f6pfung arrogant herumbasteln und glauben, sie verbessern zu k\u00f6nnen, wie beispielsweise Watson nicht m\u00fcde wird zu behaupten. Wenn die Ehrfurcht und das Vertrauen in den Sch\u00f6pfer verloren gegangen ist, wird der Umgang mit der Sch\u00f6pfung beliebig, egoistisch und ungeachtet der Neben- und Langzeitwirkungen, die immer erheblicher werden, je tiefer wir in die Bausteine des Lebens eindringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Chargaff, nach eigenem Zeugnis ein nichtreligi\u00f6ser Jude aus Wien, sagt zum Machbarkeitswahn der heutigen Wissenschaftler: \u201eGott hatte in Satan immer einen Gegenspieler, heute nimmt der Mensch diesen Platz ein.\u201c In Goethes Faust macht der Mensch den Homunculus; der Teufel hatte das nicht gewagt! Chargaff weiter: \u201eIch habe immer gedacht, dass zur Naturforschung eine gewisse Ehrfurcht vor dem Leben geh\u00f6rt. Die Molekularbiologen und Gentechnologen jedoch benehmen sich wie Staatsanw\u00e4lte, die einen Prozess gegen Gott f\u00fchren. Sie h\u00e4ufen Material an, um zu zeigen, dass die Sch\u00f6pfung nichts wert ist. Man kann nur mit Verachtung auf diese Leute schauen, es sind nur beschr\u00e4nkte Menschen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Handeln ist also ein direkter Angriff auf den Sch\u00f6pfer, der nach getaner Arbeit feststellte: \u201eEs ist sehr gut\u201c (Genesis 1,31).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Feststellung: Die Urgeschichte, wie sie uns im 1. Buch Mose (Genesis) dargestellt wird, hat einen universalen Horizont. Der Zusammenhang von Versuchung und Fall gilt noch heute. Wenn wir den Baum der Begrenzung anerkennen, erkennen wir auch den Sch\u00f6pfer an \u2013 oder wir wollen selbst sein wie Gott! Schon Adam und Eva waren von diesem Grenzbereich fasziniert, doch er war Gott vorbehalten. Zu ihm geh\u00f6rt auch der Baum des Lebens, dessen Zugang den Menschen verwehrt ist. Das schlie\u00dft Folgendes ein:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Schaffung von Leben an Gottes Weg der Zeugung vorbei (die Folgen, wenn wir es dennoch tun, sind an den Nebenwirkungen von IVF-ET, PID und \u201eDesignerkindern\u201c offensichtlich)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Manipulation am Leben allgemein, das Eindringen in die \u201eWerkstatt\u201c des Sch\u00f6pfers<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang und Ende des Lebens selbst bestimmen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist sehr aufschlussreich, sich in diesem Zusammenhang noch einmal die Geschichte vom Turmbau in Babel (1 Mose 11,4-9) anzusehen. Die Spitze des Turms ragte in den Himmel, richtete sich also gegen Gott. Aus solcher Intention entstehen apokalyptische Perspektiven der Zerst\u00f6rung. F\u00fcr unser Thema sehr interessant ist Gottes Kommentar dazu in Vers 6: \u201eSie sind ein Volk und haben eine Sprache. Das ist erst der Anfang ihres Tuns. Es wird ihnen nichts unm\u00f6glich sein, was sie sich auch immer vornehmen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aussage hat in unserer Zeit eine besondere Aktualit\u00e4t gewonnen. Mit der Spaltung des Atomkerns und der Manipulation des Zellkerns hat der Mensch diesen Satz in einem Ausma\u00df best\u00e4tigt, wie es kaum vorstellbar war. Doch er unterliegt nun einem doppelten Dilemma, wenn nicht gar einem Fluch, bezogen auf den Baum der Erkenntnis. Es besteht nun ein regelrechter Zwang zum Erkennen, ohne R\u00fccksicht auf die Folgen \u2013 und sei es das Ende der Menschheit. Was machbar ist, muss gemacht werden, koste es, was es wolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei sind wir den meisten dieser Erkenntnisse moralisch nicht gewachsen: die m\u00f6gliche Nutzung menschlicher Embryos als \u201eRohstoff\u201c f\u00fcr die Stammzellengewinnung, Organz\u00fcchtungen \u00fcber des therapeutische Klonen mit der M\u00f6glichkeit, 200 Jahre alt zu werden, ja das altmodische Sterben ganz zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Holschneider von der UKK in K\u00f6ln sieht das \u00e4hnlich: \u201eDer Baum der Erkenntnis ist gleichzeitig ein Fluch f\u00fcr den Menschen. Er erfindet das Schwarzpulver f\u00fcr Bergwerke und Stra\u00dfenbau \u2013 und nutzt es zum T\u00f6ten. Er entdeckt die Atomspaltung zur Energiegewinnung \u2013 und nutzt sie zum Bau der Wasserstoffbombe. Dann schafft er die Energiequelle als zu gef\u00e4hrlich wieder ab, beh\u00e4lt aber die Bombe zur\u00fcck. Er entdeckt das Klonen, bevor er in der Lage ist, durch die neue Technik Gewebe von Patienten f\u00fcr deren individuelle Nutzung zu z\u00fcchten. Dann h\u00e4ngt \u00fcber ihm das Damoklesschwert der monomorphen Z\u00fcchtung ganzer Spezies, verbunden mit der Ausrottung der Artenvielfalt, oder der Organentnahme bei einem unm\u00fcndigen, willenlosen Embryo.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie uns kurz zum Atemholen innehalten und uns einiger Grundtatsachen vergewissern:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher verdankten sich alle Menschen einem gemeinsamen Geschehen, dem Geborenwerden durch eine menschliche Mutter \u2013 etwas, auf das wir alle keinen Einfluss hatten. Dieses Geschehen, der Eintritt in das Leben als Gattung Mensch, ist f\u00fcr alle gleich (Habermas: Wir sind alle gleich urspr\u00fcnglich). Niemand wurde Mensch auf Grund irgendwelche Prozeduren oder der Akzeptanz durch die Eltern oder die \u201eGesellschaft\u201c. Diese Gleichheit ist die Basis der allgemeinen Menschenrechte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu geh\u00f6rt vor allem auch der Begriff der \u201eMenschenw\u00fcrde\u201c, die unantastbar sei, wie das Grundgesetz in Artikel 1 formuliert. Die Menschenw\u00fcrde ist der zentrale Begriff unseres Grundgesetzes, versehen mit Ewigkeitsgarantie nach Artikel 49 GG, und sie verdankt ihre Hervorhebung unter anderem dem schlimmen Geschehen in unserem Land vor 1945. Die nat\u00fcrliche Gleichheit aller Mitglieder der Gattung Mensch und ihre geistige Einheit sind die Legitimationsbasis unserer Rechtsordnung. Eine Trennung von Menschheit und \u201emenschlichem Leben als unpersonalem Menschenmaterial, das zur Disposition der bereits Lebenden steht\u201c zerst\u00f6rt diese Rechtsordnung und kann nicht in Frage kommen. Der Mensch hat nicht Wert, sondern W\u00fcrde. Wert ist zeitgeistabh\u00e4ngig von Alter, Ausstattung usw. Letztlich ist die W\u00fcrde transzendentaler Natur und in der Gottesbildlichkeit des Menschen begr\u00fcndet, nicht mehr, aber auch nicht weniger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es gibt sogar eine rationale Begr\u00fcndung f\u00fcr die unbedingt notwendige Achtung der Menschenw\u00fcrde, deren Darstellung ich Prof. Picker verdanke:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine konkrete Bewertung von Leben ist definitiv nicht m\u00f6glich, da dies immer auch eine Relativierung bedeuten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein an \u201eWert\u201c gebundenes Lebensrecht ist willk\u00fcrlich und zeitgeistorientiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne die W\u00fcrde ist die physische Existenz des Menschen nicht mehr gesichert. Jeder Starke wird irgendwann schwach, jeder N\u00fctzliche pl\u00f6tzlich nutzlos (einen Schlaganfall kann jeder jederzeit erleiden). Niemand ist dann mehr seines Lebens sicher \u2013 dies ist eine konsequente Weiterf\u00fchrung der aktuellen Entwicklung und keine Schwarzmalerei!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Freiheit aller B\u00fcrger von Angst vor Verlust des eigenen Lebens setzt dessen Totalschutz voraus. Der Ausschluss dieser Urangst ist ein wesentlicher Grund f\u00fcr die Staatenbildung. Das Vertrauen auf Staatsschutz macht erst den Verzicht auf Selbstschutz m\u00f6glich und sinnvoll. Sehen wir uns wieder zum Selbstschutz gezwungen, so wird dadurch das Zusammenleben paralysiert (R\u00fcckkehr zum Status Naturalis).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesellschaft braucht zu ihrer Erhaltung notwendigerweise das T\u00f6tungs-Tabu. So gesehen markiert der W\u00fcrde-Artikel I des Grundgesetzes die totale Tabuzone.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles menschliche Leben muss vorbehaltlos angenommen werden, sonst degeneriert das Volk zu einem Club, in den man aufgenommen wird (Eintrittskarte) oder auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier handelt es sich um nichts weniger als den Sicherheitsstandard der zivilen Gesellschaft \u2013 also ein rationales Tabu!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Fortschritt unter Inanspruchnahme des Menschen oder bestimmter Menschengruppen muss unter allen Umst\u00e4nden verhindert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist die Titelfrage also zu beantworten? Die Manipulation der Fortpflanzung muss nicht zwingend zum Designer-Kind f\u00fchren, wenn wir die logische Folge der Tabubr\u00fcche stoppen k\u00f6nnen. Gelingt uns das jedoch nicht, dann folgt daraus zwingen: Was einige w\u00fcnschen, m\u00fcssen eines Tages alle unfreiwillig ertragen! Die Nebenwirkungen werden verheerend sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu noch einmal Chargaff: \u201eUnendlich traurig ist, wie der Anstand die Welt verlassen hat. Die Menschlichkeit ist zu Ende gegangen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun stellt sich am Schluss die Frage unserer Einwirkungsm\u00f6glichkeiten auf diesen Prozess. Ganz sicher k\u00f6nnen wir Einfluss nehmen \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 durch die Verweigerung des Mittuns an der Reprogenetik, aber auch an der selektierenden Form der PND, an der IVF-PID-Klonen-Design-Schiene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 durch die Reklamierung des Rechts auf Nicht-wissen-wollen (PND, PID).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 durch den Verzicht auf therapeutische Hilfen, die aus der kannibalistischen Medizin stammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 aber auch durch Einflussnahme auf die \u00f6ffentliche Debatte, durch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leserbriefe an Print- und audiovisuelle Medien (Kritik und Lob)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kontaktaufnahme mit den \u00f6rtlichen Abgeordneten des Bundestags und auch der Landesparlamente<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Teilnahme an \u00f6ffentlichen B\u00fcrgeraktionen ( wie z.B. der 1.000-Kreuze-Marsch in Berlin, die Demonstration gegen Wilmut-Ehrung vor der Paulskirche in Frankfurt, Unterst\u00fctzung der Enquete-Komission des Deutschen Bundestags \u201eRecht und Ethik in der modernen Medizin\u201c)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders die Christen sind hier gefordert, denn f\u00fcr sie gibt es als dritten Weg zwischen Resignation einerseits und Mitmachen andererseits noch das Vertrauen auf Gottes Lebensplan, der unseren Lebensweg schon vor unserem biologischen Werden kannte (Psalm 139, 13-16). Wenn wir ihm vertrauen, haben wir unethische Hilfsmittel nicht n\u00f6tig, um unser Leben zu \u201eoptimieren\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gilt auch f\u00fcr unsere genetische Ausstattung, denn die genauere, urspr\u00fcnglich sicher unverst\u00e4ndliche Formulierung des Verses 17 lautet \u201eDeine Augen sahen mein aus spiralf\u00f6rmigen F\u00e4den zusammengerolltes Kn\u00e4uel\u201c (Prof. Leisenberg) \u2013 eine ziemlich genaue, immerhin 2.000 Jahre alte Beschreibung der Doppelhelixstruktur der menschlichen Erbinformation!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn du bist\u00b4s, der meine Nieren gebildet, mich gewoben in meiner Mutter Scho\u00df!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich danke dir, dass ich wunderbar bereitet bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es wohl. Meine Wesengestaltung war dir nicht verborgen, als ich im Geheimen gebildet ward, kunstvoll gewirkt in der geheimen Werkstatt. Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim (Embryo \u2013 Elberfelder \u00dcbersetzung w\u00f6rtlich. \u201emein aus spiralf\u00f6rmigen F\u00e4den zusammengerolltes Kn\u00e4uel\u201c) und in deinem Buch standen eingeschrieben alle Tage, die vorbedacht waren, als noch keiner da war! (Psalm 139, 13-16)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Wolfgang Furch F\u00fchrt die Manipulation der menschlichen Fortpflanzung zum \u201eDesigner-Kind\u201c? Wir leben in einer Zeit, in der die elementaren Bedingungen des Menschseins, ja sogar der Begriff der \u201eMenschheit\u201c, \u00fcber die Eingriffe in die menschliche Fortpflanzung in einer Weise ver\u00e4ndert werden wird, die noch kaum vorstellbar ist. 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