{"id":331,"date":"2009-05-09T15:52:26","date_gmt":"2009-05-09T13:52:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=331"},"modified":"2009-07-10T13:32:54","modified_gmt":"2009-07-10T11:32:54","slug":"das-kreuz-von-jerusalem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=331","title":{"rendered":"Das Kreuz von Jerusalem"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Kreuz in Jerusalem<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich zu Beginn eine Frage: Sind sie bereit und in der Lage(!), mir einhundert-und-zwei-tausend Euro zu schenken? Ich r\u00e4ume ein, einhundert-und-zwei-tausend Euro w\u00fcrden den Rahmen sprengen, in dem meine Finanzen sich normalerweise bewegen; und zwar erheblich sprengen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vater Staat hat in diesem Jahr Geld verschenkt; z. B. an Banken. Einer von ihnen, der &#8222;HYPO REAL ESTATE&#8220; hat er nun nicht etwa einhundert-und-zwei-tausend Euro geschenkt; auch nicht eine Million, was m\u00e4chtig gewaltig viel w\u00e4re &#8211; sondern der Staat hat dieser Bank einhundert-und-zwei-tausend mal eine Million Euro geschenkt; einhundert-und-zwei-tausend Millionen Euro &#8211; von unseren Steuern f\u00fcr eine einzige Bank. Ich mu\u00df zugeben, solch eine Summe \u00fcbersteigt meine Vorstellungskraft: Einhundert-und-zwei Milliarden passen nicht in meinen Kopf; der ist daf\u00fcr zu klein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grund daf\u00fcr sei: in dieser Bank bef\u00e4nde sich ein Loch, ein Finanzloch. Das m\u00fc\u00dfte mit Geld zugesch\u00fcttet werden. Wenn das nicht geschehe, w\u00fcrde die ganz Bank darin verschwinden; und mit ihr noch vieles andere mehr. Ich habe von solchen Dingen keine Ahnung. Aber die Ereignisse der letzten Monate zeigen: Es ist denkbar, da\u00df wir eines Tages vor dem Geldautomaten stehen und der ist abgeschaltet; &#8222;au\u00dfer Betrieb!&#8220; Und zwar nicht nur dieser eine, sondern alle Geldautomaten! Wenn wir dann zum Bankschalter gehen, h\u00e4ngt dort ein Schild &#8222;Geschlossen!&#8220;; und zwar nicht nur an diesem einen Schalter, sondern an allen! Und wenn wir dann zu Aldi rennen, dort mit EC -Karte bezahlen wollen, sagt die Verk\u00e4uferin freundlich aber bestimmt: &#8222;Wir nehmen nur Bargeld!&#8220; Und das sagt nicht nur diese eine, sondern das sagen alle Verk\u00e4uferinnen in allen Gesch\u00e4ften. Und dann h\u00e4tten wir ein Problem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder: Im letzten Winter hatten Ru\u00dfland oder die Ukraine einige Zeit den Gashahn zugedreht. In Deutschland haben wir davon wenig bemerkt. Doch was passiert, wenn die das mal \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum machen, oder gar das Gas ganz abstellen? Millionen Menschen s\u00e4\u00dfen im Kalten. Und wenn die alle dann pl\u00f6tzlich anfingen, elektrisch zu heizen, w\u00fcrde m\u00f6glicherweise das Stromnetz auch noch zusammenbrechen. Und dann beg\u00e4nne der Kampf ums nackte \u00dcberleben &#8211; denn ohne Strom l\u00e4uft heute \u00fcberhaupt nichts mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohlgemerkt: Ich sage nicht, da\u00df das passieren wird; im Gegenteil, ich hoffe sehr, da\u00df es nicht passiert. Aber ich sage: Es ist denkbar; es ist nicht mit letzter, absoluter Sicherheit auszuschlie\u00dfen. Unsere Gesellschaft, unser Wohlstand ruhen auf einem Fundament, das nicht 100%ig sicher ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz abgesehen von den gro\u00dfen, globalen Problemen &#8211; auch unser eigenes, kleines Leben steht auf unsicherem Boden: eine Krankheit, Arbeitslosigkeit, der Tod eines nahestehenden Menschen &#8230; Es kann von einem Augenblick auf den anderen vieles aus den Fugen geraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage ist, gibt es inmitten all der gro\u00dfen und kleinen Unsicherheiten etwas, das anders ist; etwas auf das man sich wirklich mit letzter, absoluter Sicherheit verlassen kann? Der alte Grieche, der die Hebelgesetze entdeckt hat, soll gesagt haben: &#8222;Gebt mir einen festen Punkt und ich hebe die ganze Welt aus den Angeln.&#8220; Er hat das gesagt, weil er \u00fcberzeugt war, solch einen Punkt gibt es nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kommt aber der christliche Glaube daher und sagt: &#8222;Doch, solch einen Punkt gibt es! In der Geschichte der Menschheit gibt es ein Ereignis, das tats\u00e4chlich anders ist; und zwar v\u00f6llig anders. Ein Ereignis, das wie ein Felsen herausragt aus dem Meer der Geschichte. Und dieser Felsen bietet unkaputtbaren, ewigen Halt in all den Unsicherheiten. Und wir Christen sind Zeugen; wir bezeugen dieses Ereignis, auf das wir uns tats\u00e4chlich mit letzter, absoluter Sicherheit verlassen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor ich auf den Punkt komme noch ein kleiner Anlauf. Unter Religion versteht man im Allgemeinen: Hinter der Wirklichkeit, die wir wahrnehmen k\u00f6nnen; hinter dem, was wir t\u00e4glich erleben, verbirgt sich noch eine andere Wirklichkeit; verbirgt sich etwas, das gr\u00f6\u00dfer ist als wir. Das gilt f\u00fcr Hindus, f\u00fcr Muslime, f\u00fcr Juden, das gilt sinngem\u00e4\u00df f\u00fcr alle Religionen. Das gilt auch f\u00fcr uns Christen. Wir glauben an Gott den Vater, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde. Wir glauben, da\u00df da jemand ist, der gr\u00f6\u00dfer ist als wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Religion ist nun der Versuch, zu dieser gr\u00f6\u00dferen Wirklichkeit eine gute Beziehung aufzubauen, um von dort Hilfe zu erhalten &#8211; f\u00fcr das Leben hier und f\u00fcr das, was nach dem Tode kommt. Da bieten die verschiedensten Religionen nun die verschiedensten Methoden oder Rituale, wie man das bewerkstelligen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der christliche Glaube sagt: mit Gott ist es wie mit einer Haftpflichtversicherung. Wenn jemand mit seinem Auto einen Unfall verschuldet, dann mu\u00df er f\u00fcr den Schaden aufkommen. Dann spielt es keine Rolle, ob der- oder diejenige sonst immer ein guter Fahrer war und alle Verkehrsregeln beachtet hat. Es spielt auch keine Rolle, ob der oder die Schuldige ein netter, hilfsbereiter Mensch ist. Entscheidend ist einzig und allein: Hat die schuldige Person einen g\u00fcltigen Vertrag mit einer Versicherung. Hat sie den, kommt die Versicherung f\u00fcr den Schaden auf. Hat sie den nicht, dann mu\u00df der oder die Schuldige selber f\u00fcr alles gerade stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau so sagt der christliche Glaube &#8211; im Unterschied zu allen anderen Religionen: Es kommt nicht auf mich an; es kommt nicht darauf an, was ich tue; oder was ich denke oder rede. Es interessiert nicht, ob ich ein netter, hilfsbereiter, frommer Mensch bin. Es kommt auch nicht darauf an, ob ich intelligent bin, Geld habe, ob ich stark bin oder erfolgreich oder sch\u00f6n oder beliebt oder was auch immer. Das alles spielt keine Rolle. Entscheidend ist einzig und allein: Habe ich einen g\u00fcltigen Vertrag mit Gott? Habe ich den nicht, dann stehe ich mit den Risiken und Unsicherheiten meines Lebens alleine da. Habe ich aber solch einen Vertrag, dann tritt Gott f\u00fcr mich ein. Dann wird der allm\u00e4chtige Gott mir beistehen &#8211; in guten und in schlechten Tagen, im Leben, im Sterben und in der Ewigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles h\u00e4ngt an diesem Vertrag! Und da steht nat\u00fcrlich die Frage: Wie und wo kann man den denn abschlie\u00dfen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den allermeisten Kirchen h\u00e4ngt oder steht ein Kreuz aus Holzbalken. Daran ist dann h\u00e4ufig noch ein Mensch buchst\u00e4blich angenagelt. In dieser Kirche h\u00e4ngt es ganz gro\u00df vorn neben dem Altar. Falls es jemand wegen der Leinwand nicht richtig sehen kann, hier noch ein anderes solches Kreuz, ein Ausschnitt aus einem ber\u00fchmten Gem\u00e4lde. All diese Kruzifixe sollen erinnern bzw. sie sollen hinweisen auf dieses eine entscheidende Ereignis, das so v\u00f6llig anders ist als die gesamte sonstige Weltgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor knapp 2000 Jahren ist in Jerusalem ein Mensch auf diese Weise hingerichtet worden. Er wurde get\u00f6tet, indem man ihn an ein solches Holzkreuz genagelt hat und dort verrecken lie\u00df. Das ist bei den alten R\u00f6mern tausend- oder gar hunderttausendfach geschehen; das war f\u00fcr die praktisch ganz &#8222;normal&#8220;. Aber f\u00fcr Christen ist diese eine Hinrichtung etwas Einmaliges gewesen. Denn dort wurden die Beitr\u00e4ge eingezahlt, die Gott bzw. dessen Versicherungsvertrag von uns fordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Haken an den Versicherungen ist bekanntlich, sie gibt es nicht umsonst. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr zahlen. Je h\u00f6her die Versicherungssumme und je h\u00f6her das Risiko, umso h\u00f6her die Beitr\u00e4ge. Doch welchen Wert hat ein Menschenleben; welchen Wert hat mein oder Dein Leben? Und was k\u00f6nnten wir denn zahlen, um gegen die Risiken des Lebens gesichert zu sein? Was k\u00f6nnen wir bieten, damit diese gr\u00f6\u00dfere Wirklichkeit, damit Gott uns beisteht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle kommen nun die verschiedensten Religionen und sagen: &#8222;Ja, du mu\u00dft etwas zahlen, damit Gott mit dir zufrieden ist und dir dann hilft. Sei es ein s\u00fcndloses Leben, seien es Geld, gute Taten, Fr\u00f6mmigkeit, religi\u00f6se \u00dcbungen oder was auch immer.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der christliche Glaube dagegen sagt: &#8222;Nein, du mu\u00dft nichts bezahlen! Denn alles, was du geben k\u00f6nntest, w\u00e4re nicht genug. Ein Menschenleben ist viel zu wertvoll und au\u00dferdem das Risiko der S\u00fcnde und des Todes ist viel zu gro\u00df, als da\u00df wir das in irgendeiner Form aufwiegen k\u00f6nnten. Wir Menschen k\u00f6nnen die erforderlichen Beitr\u00e4ge unm\u00f6glich aufbringen. Deshalb hat Gott gesagt: &#8218;Okay, ihr k\u00f6nnt es niemals schaffen, deswegen zahle ich die Beitr\u00e4ge f\u00fcr euch &#8211; und zwar mit dem Blut und dem Leben meines eingeborenen Sohnes.'&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich gebe zu, hier klingt die ganze Geschichte ziemlich verr\u00fcckt und ist schwer zu verstehen. Der Punkt aber ist, dort am Kreuz hat Jesus Christus eine Leistung erbracht, die unendlich wertvoller ist als alles Geld der Welt. Dort hat Gott etwas getan, das menschliches Vorstellungsverm\u00f6gen \u00fcbersteigt; etwas, das nicht in unsere Gehirne pa\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wegen diesem Ereignis gilt: &#8222;Es ist vollbracht&#8220;! Die Beitr\u00e4ge sind bezahlt; und zwar vollst\u00e4ndig, alle. Wenn &#8211; zum Beispiel &#8211; hier jemand w\u00e4re, der oder die gro\u00dfe Schuld auf sich geladen hat und nun nicht wei\u00df, wie damit fertig werden: Es gibt eine Versicherung, die bereit ist, f\u00fcr diese Schuld aufzukommen. Gott ist bereit, alle deine Schuld wegzunehmen; sie zu vergeben. In der Bibel steht; Jes 1,18: &#8222;Wenn eure S\u00fcnde auch blutrot ist, soll sie doch schneewei\u00df werden; und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wei\u00df wie Wolle werden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dies ist m\u00f6glich, weil Jesus Christus am Kreuz daf\u00fcr bezahlt hat. Jes 53,5: &#8222;Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf da\u00df wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt&#8220;. So steht es in der Bibel. Ganz egal worum es sich handelt &#8211; Vergebung ist m\u00f6glich! Weil Jesus Christus sein Blut und sein Leben daf\u00fcr gegeben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder &#8211; blo\u00df am Rande &#8211; im Blick auf die Banken; Jesus hat gesagt, sinngem\u00e4\u00df: Wenn ihr euer Geld mir gebt; d. h. wenn ihr es in meinem Sinne spendet; es weggebt, um anderen Menschen zu helfen; dann wird dieses Geld f\u00fcr euch zu einem &#8222;Schatz im Himmel&#8220;. Es wird euch in dieser anderen, gr\u00f6\u00dferen Wirklichkeit auf einem himmlischen Konto gutgeschrieben. Dort wird es weder von Betr\u00fcgern noch von der Inflation noch von sonst was bedroht. Dort ist es wirklich absolut sicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder um den dicksten Brocken anzusprechen: Wir alle werden irgendwann sterben; es ist nur eine Frage der Zeit. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Allerdings, als Jesus damals gekreuzigt wurde, war seine Geschichte noch nicht zu Ende. Zwei Tage sp\u00e4ter ist etwas Unvorstellbares geschehen: Jesus Christus ist auferstanden; er wurde zu neuem Leben auferweckt. Wohlgemerkt: Er wurde nicht wiederbelebt; d. h. in dieses Leben zur\u00fcckgeholt. Sondern er ist durch den Tod hindurch in die Wirklichkeit Gottes gegangen. Er ist hinter dem Tod zu neuem, ewigen Leben auferstanden. Er hat gewisserma\u00dfen einen Durchbruch, einen Hinterausgang in den Tod gebrochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist wieder so eine Sache, die von unseren Gehirnen nicht zu fassen ist. Auferstehung \u00fcbersteigt menschliches Vorstellungsverm\u00f6gen. Der Maler hat&#8217;s redlich versucht; das Gem\u00e4lde ist auch weltbekannt &#8211; aber es ist nur ein schwacher Abklatsch der Wirklichkeit jenseits des Todes. Paulus schreibt (2Ko 12,1ff), er habe einmal einen Blick in diese Wirklichkeit werfen d\u00fcrfen &#8211; aber er k\u00f6nne sie nicht beschreiben. Er habe keine Worte daf\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt aber ist: dieser Hinterausgang ist offen &#8211; bis heute. Auch wir haben die M\u00f6glichkeit, durch den Tod hindurch in diese andere, gr\u00f6\u00dfere Wirklichkeit Gottes zu gelangen &#8211; weil Jesus Christus am Kreuz &#8211; f\u00fcr uns! &#8211; den Weg frei gemacht hat; weil er &#8211; f\u00fcr uns! &#8211; die Hintert\u00fcr im Tod aufgebrochen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dies gilt nicht nur f\u00fcr den Tod sondern f\u00fcr alle Risiken des Lebens. Wenn wir an unsere Grenzen sto\u00dfen, wenn unsere M\u00f6glichkeiten und Kr\u00e4fte ersch\u00f6pft sind; wenn wir nicht mehr weiter wissen &#8211; es gibt eine Versicherung, die bereit ist f\u00fcr uns einzutreten. Leider nicht so, da\u00df mit einem Klick alle Probleme beseitigt sind; wohl aber in der Form, da\u00df jemand f\u00fcr uns eintritt; jemand der gr\u00f6\u00dfer ist als wir; jemand der uns festh\u00e4lt, der uns tr\u00e4gt und hinter allen Dunkelheiten eine Wirklichkeit bereit h\u00e4lt, die besser ist, als alles was wir uns vorstellen k\u00f6nnen. Vorausgesetzt, wir haben diesen Vertrag mit Gott. Es h\u00e4ngt alles an diesem Vertrag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen zwei Partnern. Entscheidend dabei ist, da\u00df beide Seiten damit einverstanden sind; da\u00df beide Vertragspartner zustimmen &#8211; sei es durch ihre Unterschrift oder m\u00fcndlich, per Handschlag oder wie auch immer. Auf dem Standesamt z. B. wird die Ehe erst geschlossen, wenn beide &#8222;Ja&#8220; gesagt haben. Wenn nur einer &#8222;Ja&#8220; sagt und der andere &#8222;Nein&#8220; oder &#8222;Mal sehen&#8220;, oder wenn einer von beiden gar nicht erst erscheint, dann tritt die Ehe nicht in Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau so ist es beim christlichen Glauben: Der Vertrag mit Gott tritt erst in Kraft, wenn beide Seiten ihr Einverst\u00e4ndnis erkl\u00e4rt haben; wenn sowohl Gott als auch ich selbst &#8222;Ja&#8220; gesagt haben. Fakt ist nun: Gott hat seine Formalit\u00e4ten alle erledigt; er hat die Geb\u00fchren bezahlt und hat zugestimmt. Er hat sein &#8222;Ja&#8220; zu uns bereits gesagt. Und zwar damals vor 2000 Jahren dort am Kreuz in Jerusalem; Joh 3,16: &#8222;Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, da\u00df er seinen eingeborenen Sohn gab, auf da\u00df alle &#8211; alle! &#8211; die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben.&#8220; Der Tod Jesu ist Gottes &#8222;Ja&#8220; zu allen Menschen, zu jedem Einzelnen ohne Ausnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das einzige, was noch fehlt, ist unsere Antwort. Wir m\u00fcssen uns entscheiden, wie wir auf dieses Angebot reagieren. Ob wir sagen: &#8222;Nein danke; Gott, mit dir will ich nichts zu tun haben!&#8220; Oder ob wir sagen: &#8222;Vielleicht; mal sehen, eventuell?&#8220; Oder ob wir antworten: &#8222;Ja&#8220;. Ein einfaches, schlichtes, &#8222;Ja&#8220;; das ist alles. Es braucht kein Geld, keine Klugheit, keine Fr\u00f6mmigkeit, kein s\u00fcndloses oder heiliges Leben, nichts &#8211; nur ein ehrliches, aufrichtiges &#8222;Ja&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat mal eine Geschichte erz\u00e4hlt, das Gleichnis vom Pharis\u00e4er und Z\u00f6llner. Da war ein Mann, der konnte keinerlei fromme Verdienste vorweisen. Obendrein hatte er noch allerhand Dreck am Stecken. Der kam in die Kirche und betete still in einer Ecke: &#8222;Gott sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig.&#8220; Das hat schon gereicht. Er ging &#8222;gerechtfertigt&#8220; nach Haus; der Vertrag trat auf der Stelle in Kraft. &#8222;Gott sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses &#8222;Ja&#8220; kann man selbstverst\u00e4ndlich auch anders ausdr\u00fccken; es sind die unterschiedlichsten Formen und Formulierungen m\u00f6glich. Z. B. hat es sich als hilfreich erwiesen, das gemeinsam mit einem anderen Christen zu tun. Das &#8222;Ja&#8220; vor einem Zeugen auszusprechen und es dadurch gewisserma\u00dfen amtlich fest zu machen. Auch Taufe und Konfirmation k\u00f6nnen &#8211; m\u00fcssen nicht, aber k\u00f6nnen \u2013 ein wichtiger Schritt sein. Doch ganz egal, wie man das macht, entscheidend ist ein ehrliches \u201cJa\u201c: \u201cJa, ich m\u00f6chte teilhaben an dem, was Jesus damals am Kreuz in Jerusalem bezahlt hat\u201c. Christlicher Glaube hei\u00dft, da\u00df wir uns &#8211; gewisserma\u00dfen &#8211; im Glauben festklammern an diesem Ereignis. (Wohlgemerkt: nicht an dem Kreuz als solchem, sondern an dem, der dort gestorben und dann auferstanden ist &#8211; an Jesus Christus.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings &#8211; und jetzt kommt der Haken &#8211; dieses &#8222;Ja&#8220; ist kein Spa\u00df. Der Tod Jesu ist tats\u00e4chlich ein einmaliges Ereignis. Es ist anders, und zwar absolut anders, als alles, was unsere normale weltliche Wirklichkeit ausmacht; anders als alles, was sich in der Geschichte der Menschheit sonst noch ereignet hat. Es ist auch anders als alles, was die anderen Religionen glauben. (Es ist auch anders, als manche Theologen uns weismachen wollen.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn mitten aus dem Meer ein Felsen aufragt, dann schlagen unweigerlich die Wellen dagegen. Genau so schlagen die Wellen der Geschichte gegen dieses Ereignis. Sie tun dies mal st\u00e4rker und mal schw\u00e4cher; aber sie tun es im Grunde pausenlos. Ohne Unterbrechung rennen die Fluten der Unsicherheit dagegen an. Das &#8222;Wort vom Kreuz&#8220; wird verlacht und abgelehnt, wird verh\u00f6hnt und geha\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend wir hier relativ gem\u00fctlich Gottesdienst halten, sitzen weltweit tausende, wenn nicht zigtausende Menschen im Gef\u00e4ngnis, einzig und allein aus dem Grund, weil sie Christen sind. Zahllose Menschen sind auf der Flucht, vertrieben, obdachlos &#8211; einzig wegen ihres Glaubens an Jesus Christus. Vielleicht wird gerade jetzt, in diesem Moment, irgendwo jemand gefoltert oder gar get\u00f6tet, einzig weil er an seinem &#8222;Ja&#8220; zu Jesus Christus festh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland haben wir &#8211; Gott sei Dank &#8211; Meinungs- und Glaubensfreiheit. Bei uns werden Christen meist nur ironisch bel\u00e4chelt. Aber der Wind beginnt zu drehen. Wer eine feine Nase hat, der sp\u00fcrt, durch Deutschland zieht wieder einmal der Geruch von Diktatur. Ich f\u00fcr meinen Teil rechne damit, da\u00df in absehbarer Zeit sich manches \u00e4ndern wird. Die jungen Leute unter uns, werden &#8211; wahrscheinlich &#8211; noch Zeiten erleben, wo das &#8222;Ja&#8220; zu Jesus Christus auch in Deutschland einiges kosten wird und &#8211; unter Umst\u00e4nden &#8211; sehr teuer werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch davon ganz abgesehen. Der Weg in die Wirklichkeit Gottes f\u00fchrt nur durch diese T\u00fcr; f\u00fchrt gewisserma\u00dfen durch das Kreuz hindurch. Dieser Weg f\u00fchrt auch f\u00fcr uns durch Schmerz und Leid und Sterben. Das geh\u00f6rt auch mit dazu! Jesus hat ausdr\u00fccklich betont: Wer &#8222;Ja&#8220; zu mir sagt, &#8222;der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach&#8220; (Mt 16,24). Jeder Christ mu\u00df ein klein wenig Anteil haben an dem, was unser Herr und K\u00f6nig durchgemacht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer diesen Vertrag abschlie\u00dft, dem legt Gott eine Last auf &#8211; in welcher Form auch immer. Mitunter hat man sogar den Eindruck, je mehr Gott einen Menschen segnen und gebrauchen will, umso gr\u00f6\u00dfer wird diese Last. Das ist vermutlich die Sicherung, die Gott eingebaut hat, damit seine Gnade nicht ausgenutzt und mi\u00dfbraucht wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Womit wir wieder bei den Banken und den einhundert-und-zwei-tausend Millionen Euro w\u00e4ren. Es kann sein, da\u00df auch in unserem Leben manches zu wackeln beginnt; da\u00df vielleicht der Boden unter unseren F\u00fc\u00dfen wankt und manches einst\u00fcrzt. Doch wer auf diesem Felsen steht, der ist versichert. Der ist wegen dem, was Jesus Christus bezahlt hat, ein Kind Gottes. Und Gott l\u00e4\u00dft seine Kinder nicht h\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Gott legt uns eine Last auf&#8220;, wohl wahr, &#8211; &#8222;aber er hilft uns auch&#8220; (Ps 68,20)! Die Bibel stellt klar; R\u00f6 8,38f: &#8222;Nichts, aber auch gar nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes \u2013 weder Tod noch Leben, weder Menschen noch andere Kr\u00e4fte, nichts und niemand kann uns von Gott trennen&#8220;. Unser Vater im Himmel wird uns helfen und durchtragen, ganz egal was passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn jemand kein Christ ist? Dem gilt das Angebot Gottes &#8211; uneingeschr\u00e4nkt, ohne Wenn und Aber! Gottes Hand ist ausgestreckt. Wohlgemerkt: Wir Christen dr\u00e4ngeln niemanden etwas auf. Jeder kann gerne denken und glauben, was er f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Aber wir sind halt Zeugen; wir bezeugen den Opfertod Jesu als den festen Punkt in der Geschichte; als das Ereignis, durch das jeder Mensch Zugang und unzerst\u00f6rbaren Halt in der Wirklichkeit Gottes finden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Genaueres dar\u00fcber wissen m\u00f6chte, der lese bitte das Kleingedruckte zum Versicherungsvertrag. Das steht in diesem uralten Buch, dem Wort Gottes, und da besonders im Neuen Testament.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kreuz in Jerusalem Gleich zu Beginn eine Frage: Sind sie bereit und in der Lage(!), mir einhundert-und-zwei-tausend Euro zu schenken? 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