{"id":3016,"date":"2006-07-05T19:25:53","date_gmt":"2006-07-05T17:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3016"},"modified":"2009-09-07T12:54:05","modified_gmt":"2009-09-07T10:54:05","slug":"appell-aus-baden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=3016","title":{"rendered":"&#8222;Appell aus Baden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was jetzt dringlich ist. <\/strong><strong>Zur christlichen Weltverantwortung <\/strong><strong>am Anfang des 21. Jahrhunderts.<br \/>\n<\/strong><strong>Eine Herausforderung und ein Appell aus Baden<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorwort von Landesbischof Dr. Ulrich Fischer<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>\u201eUnser Christsein wird heute nur in Zweierlei bestehen: Im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen. Alles Denken, Reden und Organisieren in den Dingen des Christentums mu\u00df neugeboren werden aus diesem Beten und aus diesem Tun.&#8220; <\/em>Diese Worte Dietrich Bonhoeffers werden in diesen Tagen, an denen wir seines Geburtstags vor 100 Jahren gedenken, immer wieder zitiert. Aber wie der Zusammenhang von Beten und Tun des Gerechten, Glaube und Weltverantwortung in der heutigen weltpolitischen Situation f\u00fcr Christinnen und Christen in Deutschland durchzubuchstabieren ist, dar\u00fcber wird auff\u00e4llig wenig in unseren Kirchen gesprochen. <!--more-->Deshalb freue ich mich, da\u00df drei badische Autoren mit diesem Text einen Ansto\u00df geben, der Frage nachzugehen, \u201ewas jetzt dringlich ist&#8220; hinsichtlich der Wahrnehmung einer aus Glauben gespeisten christlichen Weltverantwortung. Der Text hat darin seine besondere St\u00e4rke, da\u00df er die insbesondere seit dem 11. September 2001 aufgebrochenen Fragestellungen des interreligi\u00f6sen Dialogs und des interkulturellen Zusammenlebens unter Fortschreibung der von Dietrich Bonhoeffer entwickelten Kategorien der letzten und der vorletzten Dinge aufgreift und theologisch reflektiert. Sehr wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der Notwendigkeit eines interreligi\u00f6sen Dialogs einerseits und der Ein\u00fcbung einer Konvivenz zwischen Christen und Muslimen andererseits. Es bleibt allerdings die Frage, ob der in diesem Zusammenhang von den Autoren verwendete Begriff der \u201e\u00d6kumene der Religionen&#8220; gl\u00fccklich gew\u00e4hlt ist. Vielmehr geht es darum, da\u00df das aus dem \u00f6kumenischen Gespr\u00e4ch und aus dem christlich-j\u00fcdischen Dialog Gewonnene nun endlich auch f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog zwischen Christentum und Islam fruchtbar gemacht wird in Form eines theologischen Diskurses, der allerdings nicht in Erwartung einer \u00fcberaus gro\u00dfen Konsensfl\u00e4che angegangen werden sollte. Um so dringlicher ist es, im Zusammenleben mit muslimischen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrgern Formen des Zusammenlebens einzu\u00fcben, die gegenseitiges Verstehen der jeweiligen kulturellen und religi\u00f6sen Pr\u00e4gungen erm\u00f6glichen. Die erschreckenden Vorg\u00e4nge um die als gottesl\u00e4sterlich empfundenen Karikaturen in einer d\u00e4nischen Zeitung und die emp\u00f6rten weltweiten Reaktionen gl\u00e4ubiger Muslime, aber eben auch islamistisch fanatisierter Menschen f\u00fchren die Notwendigkeit einer Konvivenz vor Augen mit dem Ziel, gegenseitiges Verstehen einzu\u00fcben. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn dieser Text der drei badischen Autoren als ein \u201eAppell aus Baden&#8220; in weiten Kreisen unserer Kirche eine &#8211; m\u00f6glicherweise auch kritische &#8211; Resonanz f\u00e4nde. Ich halte ihn f\u00fcr einen wichtigen Beitrag, den Zusammenhang von christlichem Glauben und Weltverantwortung im Erbe Dietrich Bonhoeffers theologisch zu reflektieren und f\u00fcr unsere derzeitige Weltsituation zu konkretisieren.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>A)\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Zur Situation<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(1)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Terrorismus und das neue \u201eRecht des St\u00e4rkeren\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das 21. Jahrhundert konfrontiert die Menschheit mit politischen und ethischen Fragen, deren Dimension und m\u00f6gliche Folgen alle bisherigen Erfahrungen \u00fcbersteigen. Die Globalisierung immer neuer Lebensbereiche hat Auswirkungen auf wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Entscheidungen weit \u00fcber lokale und regionale Begrenzungen hinaus; und die Konzentration aller wesentlichen Durchsetzungskr\u00e4fte in den H\u00e4nden nur noch einer Supermacht bringt den \u201eRest der Welt\u201c in bisher nicht gekannte Abh\u00e4ngigkeiten. Auch in der zweiten Amtszeit h\u00e4lt George W. Bush an seinen politischen Grund\u00fcberzeugungen und missionarischen F\u00fchrungsanspr\u00fcchen fest. Das \u201eRecht des St\u00e4rkeren\u201c bleibt damit de facto weiterhin das Ma\u00df aller Dinge, dem die Schw\u00e4cheren sich notgedrungen unterordnen m\u00fcssen. Dem aber widersetzt sich &#8211; un\u00fcbersehbar seit dem 11. 9. 2001 &#8211; eine explosiv wachsende Gegenbewegung, die mit ungehemmter Radikalit\u00e4t Fremdbestimmung abzusch\u00fctteln und eigene Herrschaftsstrukturen durchzusetzen versucht. Beide Seiten betrachten einander mit geringf\u00fcgigen Unterschieden als Inkarnation des \u201eB\u00f6sen\u201c, dessen Bek\u00e4mpfung oberste Priorit\u00e4t hat und mit jeweils hohen ethisch-moralischen und teilweise religi\u00f6sen Argumenten gerechtfertigt wird. Gewalt gilt hier wie dort als vorrangiges Mittel der Durchsetzung. Angesichts des gigantischen \u201ewestlichen\u201c Milit\u00e4rpotentials einerseits und der Zugriffsm\u00f6glichkeit fanatisierter Terrorgruppen auf alle erdenklichen Zerst\u00f6rungskr\u00e4fte andrerseits h\u00e4tte eine jederzeit m\u00f6gliche Eskalation unabsehbare und un-kontrollierbare Folgen. Die Anschl\u00e4ge in Madrid, London und Amman, der anhaltende Terror im Irak und andernorts haben gezeigt, da\u00df Sicherheitsvorkehrungen und Vorwarnsysteme \u00fcber eher zuf\u00e4llige Erfolge hinaus terroristische Gewalt weder zutreffend vorhersehen noch gar verhindern k\u00f6nnen. Die gel\u00e4ufigen Mechanismen zum Schutz der eigenen Seite oder gar zur \u00dcberwindung des Gegners greifen nicht mehr. Der Irak ist nur eines von vielen Beispielen f\u00fcr die wachsende Ohnmacht der M\u00e4chtigen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">\u00a0<strong>(2)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Fixierung auf Gewaltpolitik <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Voraussetzung f\u00fcr \u00fcberregionale Entspannung und Deeskalation ist in dieser Situation ein grunds\u00e4tzlicher Wandel des politischen Denkens und die konsequente Suche nach neuen Wegen f\u00fcr das Zusammenleben gegens\u00e4tzlicher Interessengruppen. Ein solcher Wandel m\u00fc\u00dfte mit der Verst\u00e4ndigung \u00fcber prinzipiellen Gewaltverzicht beginnen und an Stelle von Vorherrschaft und Bevormundung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Entwicklung gleichberechtigter Partnerschaften zum Ziel haben. Solche Forderungen werden seit langem weltweit von ungez\u00e4hlten Gruppen, Organisationen, Institutionen und namhaften Pers\u00f6nlichkeiten erhoben, auf regionalen Treffen und Weltkonferenzen immer neu formuliert und publiziert. Konsequenzen daraus sind jedoch auf den politischen Entscheidungsebenen bisher kaum zu erkennen. Nach wie vor verhindern die bekannten nationalen und regionalen Grabenk\u00e4mpfe um alte und neue Machtpositionen und die Sicherung wirtschaftlicher Vormachtstellungen alle ernsthaften Bem\u00fchungen um \u00fcbergeordnete Gemeinsamkeiten und um gewaltarme Beilegung von Konflikten. Die angestrebte Kompetenzerweiterung der UNO als einer \u00fcber den Parteiungen agierenden Ordnungsinstanz ist den Interessen der Supermacht ebenso unterworfen wie den rivalisierenden Anw\u00e4rtern auf Mitbestimmung. Eine wirksamere Handlungsf\u00e4higkeit der UNO ist also auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Dasselbe gilt f\u00fcr das Vereinte Europa, dessen politisches Gewicht hinter seiner wirtschaftlichen Entwicklung weit zur\u00fcckgeblieben ist. Die US-Administration kann und wird weiterhin auf ihren F\u00fchrungsanspr\u00fcchen beharren und auf dem bisweilen selbst definierten Recht, sie gegebenenfalls mit gewaltsamen Mitteln durchzusetzen. Das wiederum st\u00e4rkt automatisch den teilweise bis zum irrationalen Ha\u00df gesteigerten Widerstandswillen derer, die nicht l\u00e4nger bereit sind, ihre Lebensgestaltung \u201ewestlicher\u201c Dominanz unterzuordnen. Beispielhaft daf\u00fcr ist das au\u00dfen-politische Verhalten der gegenw\u00e4rtigen F\u00fchrung im Iran. Fortschreitende unkalkulierbare Verh\u00e4rtungen sind deshalb unter den gegebenen Umst\u00e4nden wahrscheinlicher als die Aussichten auf Entspannung<strong>.<\/strong> Nur prinzipielle Ver\u00e4nderungen tiefsitzender Denkgewohnheiten und &#8211; daraus folgend \u2013 gesellschaftspolitischer und weltwirtschaftlicher Spielregeln k\u00f6nnten eine allm\u00e4hliche Verst\u00e4ndigung in Gang bringen. Die derzeitigen politischen Kr\u00e4fte sind dazu jedoch augenscheinlich (noch) nicht f\u00e4hig und weithin auch nicht bereit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">B)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>Die Rolle der Weltreligionen<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(3)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Schwierigkeiten und Hindernisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In dieser Situation die Weltreligionen &#8211; voran die \u201eabrahamischen\u201c &#8211; als m\u00f6gliche Vermittler ins Spiel zu bringen, erscheint zun\u00e4chst illusorisch und wirklichkeitsfremd. <em>Erstens, <\/em>weil die gro\u00dfen Religionsgemeinschaften von je her mit Gewalt und Machtbewu\u00dftsein eng verflochten sind und damit selber Teil des Problems. &#8211; Die Christen haben zwar Zwangschristianisierungen, Kreuzz\u00fcge, Hexen- und Ketzerverbrennungen inzwischen \u00fcberwunden. Aber fundamentalistische Str\u00f6mungen sind nach wie vor bereit, im Namen Gottes Absolutheits- und Dominanzanspr\u00fcche zu erheben und Gewaltmethoden dabei nicht auszuschlie\u00dfen. &#8211; Auf den Islam berufen sich &#8211; wenn auch f\u00e4lschlich &#8211; die in ihrem Fanatismus gef\u00e4hrlichsten Gruppen des modernen Terrorismus. Ihre Abgrenzung zur toleranten Grundhaltung des Koran ist vielschichtig und un\u00fcbersichtlich, und der \u201eeigentliche\u201c Islam bildet in seinen divergierenden Auspr\u00e4gungen (noch) kein wirksames Gegengewicht. &#8211; Im Judentum widersetzen sich starke Kr\u00e4fte unter Berufung auf das \u201egottgegebene\u201c Land immer noch nahezu allen Kompromissen mit den Pal\u00e4stinensern. Auch ohne den missionarischen Bekehrungseifer christlicher und islamischer Fundamentalisten verhindern sie friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben und verteidigen vorgebliche und politisch fragw\u00fcrdige Rechte notfalls mit Gewalt. &#8211; Auch die aus westlicher Sicht oft friedfertiger erscheinenden asiatischen Religionen sind immer wieder und an vielen Orten in gewaltsame Auseinandersetzungen verstrickt. <em>Zweitens <\/em>sind gerade Christen und Muslime, auf die es hier besonders ankommt, untereinander so tief gespalten und zerstritten, da\u00df eine allseits akzeptierte Verst\u00e4ndigung, selbst auf \u201enur\u201c ethische Grundpositionen, schwer erreichbar erscheint. Zahlreiche Ans\u00e4tze und Versuche auf den verschiedensten Ebenen sind bisher entweder gescheitert oder wegen mangelnder Erfolgsaussichten versickert. Winzige Fortschritte hier und da blieben ohne erkennbaren Einflu\u00df auf die Gesamtsituation. (Z. B. die \u201eWeltkonferenz der Religionen\u201c).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(4)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Dennoch Chancen ?<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Ungeachtet dieser Negativliste sind jedoch die Gro\u00dfreligionen nach wie vor welt-weit operierende Organisationen mit erheblichem Einflu\u00df auf gro\u00dfe Teile der Menschheit. Ihre jeweiligen Heilslehren sind von ethisch-moralischen Grunds\u00e4tzen der Lebensgestaltung nicht zu trennen. Ihre &#8211; mindestens beanspruchte &#8211; Unabh\u00e4ngigkeit von ideologischen und tagespolitischen Str\u00f6mungen k\u00f6nnte ihnen Autorit\u00e4t und \u00dcberzeugungskraft verleihen bei dem Versuch, den \u00fcberlebensnotwendig gewordenen Paradigmenwechsel im Miteinander der Menschen bewu\u00dft zu machen, selber vorzuleben und so Schritt f\u00fcr Schritt auch in politische Verhaltensweisen hineinzutragen. Un\u00fcberbr\u00fcckbare Unterschiede zwischen den Gro\u00dfreligionen wird es weiterhin ebenso geben wie unterschiedliche \u201ekonfessionelle\u201c Auspr\u00e4gungen in ihrem Inneren. Beides aber darf weder innerchristlich noch interreligi\u00f6s l\u00e4nger rechtfertigen, da\u00df die Mitverantwortung des Glaubens f\u00fcr das Leben der Menschen in dieser Welt vernachl\u00e4ssigt, geleugnet, unterdr\u00fcckt oder mi\u00dfbraucht wird. Die h\u00e4ufigen Hinweise auf l\u00e4ngst bekannte Schwierigkeiten und kaum zu \u00fcberwindende Hindernisse sind zwar berechtigt und werden von der Wirklichkeit oft genug noch \u00fcberboten. In der Tat scheitern viele Versuche zu sinnvoller Verst\u00e4ndigung an verbreiteter Skepsis und hartn\u00e4ckigen Widerst\u00e4nden unterschiedlichster Art. Dennoch sind diese Probleme angesichts der offenkundig drohenden Gefahren, in die die Menschheit sich hineinman\u00f6vriert hat, keine akzeptable Begr\u00fcndung mehr f\u00fcr ein Verhalten, das sich mit wechselseitigen Ermahnungen, unkoordinierten Aktionen und gelegentlichen Good-will- Erkl\u00e4rungen begn\u00fcgt und den Dingen ansonsten ihren gewohnten Lauf l\u00e4\u00dft. Auch wenn menschliche Erfahrung die verbreitete theologische \u00dcberzeugung best\u00e4tigt, da\u00df das B\u00f6se im Menschen in dieser Welt nicht restlos zum Guten gewandelt werden kann, bleibt der Auftrag, Menschen-rechte, Menschenw\u00fcrde und Menschenliebe wenigstens schrittweise voranzubringen, f\u00fcr die Glaubw\u00fcrdigkeit jeder Religion auf Dauer unverzichtbar. Daf\u00fcr das Bewu\u00dftsein zu wecken und allm\u00e4hlich zu sch\u00e4rfen ist eine vordringliche Aufgabe f\u00fcr Jahrzehnte, ein notwendiger, unverzichtbarer<strong> <\/strong>Beitrag der Weltreligionen zur \u00dcberwindung der derzeitigen globalen Krise. Wichtigste Voraussetzungen sind der Wille und die Bereitschaft aller, das jeweils eigene, in Jahrhunderten gewachsene Selbstverst\u00e4ndnis kritisch zu hinterfragen und zu korrigieren.Das schlie\u00dft die engagierte Bearbeitung folgender wichtiger Grundfragen ein:<em>&#8211; Wie sind im Christentum, im Judentum und im Islam Recht und Religion einander zuzuordnen ? Wie verhalten sich \u201eGottesrecht\u201c und \u201eMenschenrechte\u201c zueinander? &#8211; Wieweit und wie k\u00f6nnen die Religionen zugestehen, da\u00df auch ein s\u00e4kularer Staat mit einer\u201eweltlichen\u201c Rechtsordnung letztlich Gott dient?- Wie ist das Verh\u00e4ltnis von Recht und Gerechtigkeit bestimmbar, von weltlichem und geistlichen Recht, von Recht und Moral?- Wie k\u00f6nnen die Religionen sich zu der Position durchringen, da\u00df nur die Beachtung der Menschenrechte den Frieden sichern kann? Und da\u00df die Menschenrechte \u201ebegr\u00fcndungsoffen \u201clegitimiert werden m\u00fcssen, da\u00df Religionsfreiheit (bis hin zum Religionswechsel!)unverzichtbarer Teil dieser Menschenrechte ist ? <\/em>(Wolfgang Lienemann) Eine beispielhafte Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit solchen Grundfragen hat schon vor einem halben Jahrhundert Leo Baeck<strong> <\/strong>gegeben. Der Gefahr, da\u00df eine\u201ebegr\u00fcndungsoffene\u201c Legitimation der Menschenrechte jede gottesrechtliche Begr\u00fcndungder \u201eToleranz aus Beliebigkeit\u201c preisgeben k\u00f6nnte, ist Baeck mit dem vision\u00e4ren Konzepteiner \u201eToleranz aus Identit\u00e4t\u201c entgegengetreten. Im Jahre 1956 schrieb er: \u201e<em>Dann werden gute Tage kommen. Menschen und V\u00f6lker und Bekenntnisse werden geschieden bleiben, werden in ihren Besonderheiten weiterleben, aber sie werden wissen, da\u00df sie zusammengeh\u00f6ren, Teile der einen Menschheit sind, zusammenleben sollen auf dieser unserer Erde, einander sehend und einander verstehend, und, wenn es Not tut, einander helfend\u201c<\/em>.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>C) Die Aufgabe der Christenheit in dieser Situation<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(5)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>R\u00fcckbesinnung auf Weltverantwortung<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">F\u00fcr die Religionen ist es an der Zeit, sich auf diese Aufgaben vertieft zu besinnen. Und da die Christen noch immer wesentlich dem Teil der Welt zugerechnet werden, der in Jahrhunderten die Politik der St\u00e4rke als Regulativ menschlichen Zusammenlebens am konsequentesten entwickelt und gegen andere durchgesetzt hat und in dem zur Zeit die Gewaltpolitikeinen neuen Rechtfertigungsschub erf\u00e4hrt &#8211; bisweilen sogar \u201ein Gottes Namen\u201c -, ist es notwendigerweise an ihnen, erste Schritte in eine neue, bisher ernsthaft nie erprobte Richtung zu versuchen und andere dazu zu ermutigen. Auch ohne Aussicht auf schnelle und durchschlagende Erfolge, und auch gegen die bekannten Hindernisse und gegen die in der Theologie und den Institutionen traditionell gepflegten Bedenken. Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit ist ein \u00fcberzeugender und tragf\u00e4higer Anfang. Auf den ersten Blick sind weder einzelne Kirchen noch einzelne Konfessionen dieser Aufgabe gewachsen. (Und die meisten machen nicht den Eindruck, als plagte sie dabei ein schlechtes Gewissen). Zu tief sitzt allenthalben die Erinnerung an die nur begrenzten Erfolge weltweiter \u00f6kumenischer Bem\u00fchungen. Zwar hatte die \u00d6kumenische Bewegung der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts das Bewu\u00dftsein f\u00fcr die Weltverantwortung der Christen gesch\u00e4rft und beispielhaft umzusetzen begonnen. Gegen mancherlei Bedenken gewann damals eine Einsicht immer mehr an Bedeutung, die der Theologe und Publizist <strong>Heinz Zahrnt <\/strong>in dem Satz zusammengefa\u00dft hat: <em>\u201eDie Welt ist immer dabei, wenn von Gott die Rede ist, oder es ist eben nicht von Gott die Rede, wenigstens nicht von dem Gott, den Jesus Christus erfahren, geglaubt und verk\u00fcndigt hat.\u201c <\/em>(\u201eAufkl\u00e4rung durch Religion\u201c, S. 121)<em>. <\/em>Auch provokante \u00f6kumenische Thesen wie: \u201e<em>Die Tagesordnung der Kirche schreibt die Welt\u201c <\/em>sorgten seinerzeit f\u00fcr intensive theologische Diskussionen. Aber solches Nachdenken war nur von kurzer Dauer. Als mit dem Ende des Ost-West-Konflikts die Menschheit drohender Selbstvernichtung gl\u00fccklich entronnen schien, wurde die kirchliche Tagesordnung bald wieder von den innerkirchlichen, den scheinbar eigentlichen Fragen dominiert. Die Bem\u00fchungen um \u201eEinheit\u201c und \u201eAuftrag\u201c gerieten wieder unter die R\u00e4der konfessioneller Gegens\u00e4tze und Querelen; der politische Impetus wurde als Abweichung vom rechten Glauben diskreditiert, und die Aktionsf\u00e4higkeit des \u00d6kumenischen Rates der Kirchen (\u00d6RK) fiel nicht zuletzt aus Mangel an finanzieller Unterst\u00fctzung durch die Mitgliedskirchen auf kaum noch wahrnehmbare Reste in sich zusammen. Erhebliche Teile der weltweiten Christenheit halten inzwischen, so scheint es, das \u201e\u00f6kumenische Experiment\u201c f\u00fcr gescheitert.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(6)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Neue und alte Ankn\u00fcpfungspunkte<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">In j\u00fcngster Zeit mehren sich jedoch die Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df es dabei nicht bleiben mu\u00df. Die in den letzten Jahren gew\u00e4hlten Repr\u00e4sentanten des \u00d6RK, der Konferenz Europ\u00e4ischer Kirchen (KEK), des Lutherischen und Reformierten Weltbundes und auch der deutschen Methodisten haben wiederholt eine bewu\u00dftere Wahrnehmung christlicher Weltverantwortung angemahnt, mit deutlichen Hinweisen auf die Notwendigkeit des interreligi\u00f6sen Dialogs. Eine Umsetzung solcher neu erwachten Einsichten ist allerdings noch nicht erkennbar. Um das zu erreichen, m\u00fc\u00dften Kirchen oder kirchliche Gruppierungen sich aufraffen, diese Fragen nicht nur auf ihre Agenda zu setzen, sondern ihnen &#8211; konsequent und \u00f6ffentlichwahrnehmbar &#8211; das n\u00f6tige Gewicht zu verleihen. Nur solche Initialz\u00fcndungen k\u00f6nnten allm\u00e4hlich wieder eine Breitenwirkung entfachen, vergleichbar dem \u201eKonziliaren Proze\u00df f\u00fcr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch\u00f6pfung\u201c, der in den vergangenen 80er und90er Jahren imstande war, viele Menschen aufzur\u00fctteln und auf ein gemeinsames Ziel hinzu aktivieren. Damals kamen die Anst\u00f6\u00dfe von kleinen Gruppen und charismatischen Einzelpers\u00f6nlichkeiten. Mit Engagement und \u00dcberzeugungskraft konnten sie weltweit viele Kirchenmotivieren und \u00fcber ihre eigenen Kreise hinaus Aufmerksamkeit und Zustimmung ausl\u00f6sen. Heute sind die Anschlu\u00dfprojekte des \u00d6RK, die \u00f6kumenische \u201eDekade zur \u00dcberwindung von Gewalt\u201c und die von den Weltb\u00fcnden mitgetragene Initiative \u201eWirtschaften im Dienst des Lebens\u201c, zur Ankn\u00fcpfung ebenso geeignet wie etwa die \u201eFreisinger Agenda\u201c, in der die\u201eArbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland\u201c (ACK) zusammen mit \u00f6kumenischen Basisgruppen und Initiativen eine Reihe konkreter Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte der \u00d6RK-Dekade gegen Gewalt entwickelt hat, wobei der interreligi\u00f6se Dialog eine wichtige Rolle spielt (s. \u201eStimmen\u201c). Die vielfachen Friedensbem\u00fchungen Papst Johannes Pauls II. und die Anerkennung, die Benedikt XVI. gegen\u00fcber dem \u201eWeltethos\u201c-Projekt des unbequemen Katholiken Hans K\u00fcng erkennen lie\u00df, k\u00f6nnten dar\u00fcber hinaus helfen, christliche Mitverantwortung in den Dingen dieser Welt auch \u00fcber konfessionelle Unterschiede hinweg wahrzunehmen.<strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(7)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Was bedeutet das f\u00fcr die Evangelische Kirche in Deutschland ?<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die EKD hat viele Voraussetzungen, die geforderte Initialz\u00fcndung auszul\u00f6sen. In der Mitte des \u201ealten Europa\u201c gelegen und als Kernland des Protestantismus auch \u00fcber die eigenen Grenzen hinaus theologisch von Gewicht, in regem Austausch mit dem Katholizismus und mit guten Kontakten zu den Institutionen der \u00d6kumene, kann sie sich diesem Auftrag, genau betrachtet, gar nicht entziehen. Um so mehr, als ein Teil der global auftretenden Probleme auch im eigenen Land f\u00fcr Handlungsbedarf sorgen. Hier vor Ort h\u00e4tten die Kirchen viele M\u00f6glichkeiten, den ratlosen Politikern \u00fcber Forderungen und Appelle hinaus auch konkrete Beispiele ver\u00e4nderten Denkens und Verhaltens vorzuleben. Voraussetzungen sind freilich auch hier der Wille und die Kraft, mit den n\u00f6tigen Ver\u00e4nderungen des theologischen Denkens und praktischen Verhaltens in den eigenen Reihen zu beginnen. Denn ohne neue Akzente in der Theologie und entsprechend ver\u00e4nderte Schwerpunkte in der Verk\u00fcndigung ist weder ein neues Bewu\u00dftsein in den Gemeinden zu wecken, noch \u00dcberzeugungskraft in der Sache und \u00fcber die eigenen Grenzen hinaus. Die \u00d6kumenische Bewegung ist nicht zuletzt deshalb beargw\u00f6hnt worden (und deshalb wohl auch verk\u00fcmmert), weil die Verantwortung in der Welt nicht \u00fcberzeugend genug als Glaubensgehorsam verdeutlicht, gepredigt und \u00f6ffentlich vertreten worden ist. Hier gibt es f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Theologie erheblichen Nachholbedarf. Nur wenn die Kirchen mit theologischen Argumenten schl\u00fcssig nachweisen, da\u00df die gesellschaftspolitischen Konsequenzen des Glaubens mehr sind als beliebige Zugaben zum \u201eEigentlichen\u201c, lassen sich Gleichg\u00fcltigkeit, Skepsis und die hartn\u00e4ckigen Einw\u00e4nde gegen angebliche \u201ePolitisierung des Evangeliums\u201c \u00fcberwinden. Und nur mit klarer theologischer Begr\u00fcndung werden die Christen auch jenseits der eigenen Mauern die Forderung nach einem neuen Denken glaubw\u00fcrdig vertreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(8)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Aufgaben in Theologie und Kirche <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Um die Theologie und die evangelischen Kirchen in Deutschland auf das hier skizzierte Ziel hin arbeitsf\u00e4higer zu machen, m\u00fcssen wichtige Grundsatzthemen verbindlicher als bisher diskutiert und auch entschieden werden. Beispielsweise der Zusammenhang von Dogmatik und Ethik, speziell von Rechtfertigungslehre und Handlungsmodellen, der Stellenwert der Bergpredigt, die Zehn Gebote u.a.m. Generell ist zu sagen, da\u00df fast alle biblischen Texte ethische Implikationen haben. Dazu mu\u00df man allerdings Abstand gewinnen von einigen allzu lange kontrovers gef\u00fchrten Debatten und sich einlassen beispielsweise auf eine Unterscheidung zwischen \u201e<em>bleibend Wichtigem\u201c <\/em>und <em>\u201ejetzt Dringlichem\u201c<\/em>, wie sie Dietrich Ritschl vorgeschlagen hat. (&#8222;Issues of Lasting Importance&#8220; und &#8222;Issues of Momentary Urgency&#8220;). <em>&#8222;Zugang zum ersten\u201c <\/em>\u2013 sagt Ritschl \u2013 \u201e<em>haben wir durch Konfrontation mit dem zweiten, und das zweite verstehen wir letztlich nur aus der Vision des ersten. \u00dcber \u201ableibend Wichtiges\u2019 meditieren, beten und diskutieren wir in Ruhe, f\u00fcr \u201ajetzt Dringliches\u2019 k\u00e4mpfen wir, weil wir daran meist schonschuldig geworden und in unserem Kampf schon zu sp\u00e4t sind. Die Kirche, die sich nur dem\u201ableibend Wichtigen\u2019 widmet, verliert die Gegenwart und den Mitmenschen; wer sich nur dem \u201ajetzt Dringlichen\u2019 zuwendet, verliert die Frage nach Gott und nach der Legitimit\u00e4t seines Tuns.&#8220; <\/em>Die ethischen Positionen der \u00d6kumene sind in weiten Bereichen gerade deutscher Theologie und Kirche vielfach zu ausschlie\u00dflich als dem &#8222;jetzt Dringlichen&#8220; verpflichtet wahrgenommen worden, w\u00e4hrend die \u00d6kumenekritiker allzu sehr am &#8222;bleibend Wichtigen&#8220; orientiert schienen. Eine verbindliche Kl\u00e4rung k\u00f6nnte diese Kontroversen wesentlich entsch\u00e4rfen. Da\u00df sowohl die grundlegenden biblischen Texte als auch wesentliche kirchliche Dokumente diese Fragen thematisieren und bearbeiten \u2013 z. B. Luthers und der Heidelberger Katechismus oder die Theologische Erkl\u00e4rung von Barmen-, d\u00fcrfte eine solche Kl\u00e4rung nicht allzu schwierig sein. Damit k\u00f6nnten dann zu &#8222;jetzt dringlichen&#8220; Themen wie Gewalt in der V\u00f6lkergemeinschaft, Menschenrechte, EU &#8211; Verfassung, Kompetenzerweiterung der UNO, Bundeswehraufgaben und Grundgesetz, Friedensdienste, Terrorismus, neoliberale Globalisierung, Entwicklungszusammenarbeit u.a. verbindliche Aussagen gemacht werden. Diese Arbeit mu\u00df nicht am Nullpunkt beginnen, sondern kann viele vorliegende Erfahrungen aufnehmen, beispielsweise das Modell der &#8222;Ost-Denkschrift\u201c der EKD von 1965. Auch hier darf freilich nicht verschwiegen werden, da\u00df(nach Ritschl) f\u00fcr die Umsetzung des &#8222;jetzt Dringlichen&#8220; entschlossen <em>gek\u00e4mpft <\/em>werden mu\u00df. Wirksam werden alle Anstrengungen nur, wenn sie \u00fcber den &#8211; wichtigen \u2013 reinen Wortwechsel hinausgelangen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(9)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Gespr\u00e4che vor allem mit dem Islam<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Aktueller Schwerpunkt dieser Bem\u00fchungen mu\u00df der Versuch sein, die Gespr\u00e4che mit dem Islam \u00fcber das \u201ebleibend Wichtige\u201c und das \u201ejetzt Dringliche\u201c voranzutreiben mit dem Ziel, bei Anerkennung der theologischen Unterschiede und bei unmi\u00dfverst\u00e4ndlichem Verzicht auf Alleinvertretungsanspr\u00fcche und Missionierungsversuche die gemeinsamen Vorstellungen f\u00fcr ein friedliches, gleichberechtigtes Zusammenleben zu intensivieren und nach innen und au\u00dfen zu vertreten. Dazu geh\u00f6rt die ausdr\u00fcckliche Bereitschaft, sich von extrem fundamentalistischen Gruppen und Bewegungen in den eigenen Reihen ebenso wie anderswo zu distanzieren und jede Art gewaltsamer Durchsetzung je eigener Positionen zu\u00e4chten. Noch einmal: Die Probleme, die solchen Ver\u00e4nderungen des Denkens und Verhaltens entgegenstehen, sind riesengro\u00df; die Hindernisse erscheinen un\u00fcbersteigbar. Kennzeichnungen wie \u201eutopisch\u201c \u201eillusion\u00e4r\u201c oder \u201eunrealistisch\u201c dr\u00e4ngen sich geradezu auf und erzeugen skeptische Zur\u00fcckhaltung auch bei Vielen, die die Notwendigkeit solchen Umdenkens l\u00e4ngsterkannt haben. In Jahrhunderten verfestigte Traditionen und Strukturen, Dogmatismus, Auslegungs-und Richtungsstreitigkeiten, Unduldsamkeit und aggressive Absolutheitsanspr\u00fcche bestimmen den Islam und Teile der Christenheit noch immer st\u00e4rker als die Bereitschaft zu friedlichem Nebeneinander oder gar zu hilfreichem Miteinander. Und was in den eigenen Reihen nicht gelingt, erscheint in der wechselseitigen Begegnung erst recht unerreichbar. So verst\u00e4ndlich also die verbreitete Skepsis ist, so unausweichlich stellt sich in der gegenw\u00e4rtigen Weltsituation die Frage, ob die Religionen weiterhin in ihren eigenen Begrenztheiten verharren und vor der \u201enormativen Kraft des Faktischen\u201c kapitulieren d\u00fcrfen. Ob nicht Mahnungen endlich ernstgenommen werden m\u00fcssen, wie sie Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker schon 1963 in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels unmi\u00dfverst\u00e4ndlich ausgesprochen hat: Der Weltfriede, sagte er damals, ist die \u201e<em>Lebensbedingung des technischen Zeitalters\u201c. Daf\u00fcr ist <\/em>\u201e<em>eine au\u00dferordentliche moralische Anstrengung <\/em>notwendig.<em>&#8230;Etwas Beispielloses ist von uns verlangt\u201c. &#8211; <\/em>1986 hei\u00dft es in Weizs\u00e4ckers Buch \u201eDie Zeit dr\u00e4ngt\u201c: <em>\u201eEine Theologie des Friedens, die in der Kirche und in der Welt wirksam werden soll, setzt voraus, da\u00df die Theologen den Frieden untereinander suchen&#8230;- Die Begegnung der Weltreligionen ist vielleicht das wichtigste Ereignis unserer Zeit. Es wird gerade durch die gemeinsame Erfahrung der heutigen Lebensgef\u00e4hrdung der Menschheit vorangetrieben.\u201c <\/em>(S. 95\/6). Und in einem Interview zu seinem 90. Geburtstagbekr\u00e4ftigte von Weizs\u00e4cker (2003): \u201c<em>Heute bin ich der Meinung, da\u00df die Weltreligionen gemeinsam diese Forderung nach \u00dcberwindung des Krieges stellen m\u00fc\u00dften\u201c. <\/em>Die in diesen Zusammenh\u00e4ngen naheliegende und verst\u00e4ndliche Sorge um den Verlust der eigenen Wahrheit hat namhafte Theologen schon seit Jahrzehnten besch\u00e4ftigt und l\u00e4ngst zu Einsichten gef\u00fchrt, die heute hilfreich sein k\u00f6nnen. So hat etwa Heinz Zahrnt bereits 1980zum \u201eDialog zwischen den Weltreligionen\u201c aus neuen Zusammenh\u00e4ngen neue Schl\u00fcsse gezogen. Angesichts der entstehenden <em>einen <\/em>Welt, des Zusammenwachsens der V\u00f6lker zur <em>einen <\/em>Menschheit, verlangt er (im Piper-B\u00e4ndchen: \u201eAufkl\u00e4rung durch Religion\u201c) <em>\u201evon allen Weltreligionen, auch vom Christentum die Bewahrheitung ihrer Botschaft im Hinblick aufeine k\u00fcnftige Weltgesellschaft. <\/em>(Hervorhebungen vom Autor). <em>Daher geht die Christenheit unserer Tage .auf eine gr\u00f6\u00dfere \u00d6kumene als bisher zu: auf die \u00d6kumene der Religionen.<strong> <\/strong>Endlich k\u00f6nnen die Christen ehrlich sein und ihren so lange mit Gewalt, Kattun und Gelehrsamkeit verteidigten Anspruch auf die Alleinvertretung Gottes aufgeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einreihen&#8230;Diese in Aussicht stehende gr\u00f6\u00dfere \u00d6kumene der Religionen bedeutet keine \u201areligi\u00f6se Internationale\u2019&#8230;. Sie ist auch kein religi\u00f6ses Kollektiv, in das jede einzelne Religion die ihr anvertraute Wahrheit einbringt, um sie darin aufgehen zu lassen&#8230;Es handelt sich&#8230;um eine Gemeinschaft, in der \u201ain Gottes Namen\u2019 Jude, Christ, Moslem, Hindu und Buddhist miteinander denken, reden und handeln \u2013 nicht in m\u00fcder Toleranz, sondern im gemeinsamen Wettstreit um die Wahrheit und im vereinten Kampf gegen alle menschen-mordenden G\u00f6tter&#8230;. Wird der neue Dialog mit den Weltreligionen von den Christen ehrlich und ernst gef\u00fchrt, dann bedeutet er auch f\u00fcr sie Geben und Nehmen, nicht mehr nur die Verteilung christlicher Liebesgaben und Glaubenssch\u00e4tze an die \u00fcbrige Welt, sondern auch das Bedenken des eigenen Standpunkts und eine Bereicherung durch die anderen. Das Christentum darf nicht nur reden \u2013 es mu\u00df auch mit sich reden lassen! Wer ohne Angst ist, kann sich Toleranz leisten. Er ist nicht auf Eroberung und Ausschlu\u00df, sondern auf Austausch und Gemeinschaft bedacht. Es verh\u00e4lt sich mit dem Dialog zwischen dem Christentum und den Weltreligionen nicht anders als mit einem Dialog sonst: Man verliert durch ihn nicht seine Identit\u00e4t, aber man geht ver\u00e4ndert, sowohl verwundet als auch bereichert, auf jeden Fall mit einem klareren Profil aus ihm hervor.\u201c <\/em>(Aufkl\u00e4rung durch Religion; S. 94\/95) Ebenso k\u00f6nnten Erfahrungen aus dem (innerchristlichen) \u00f6kumenischen Zusammenleben f\u00fcr das Miteinanderleben der Weltreligionen fruchtbar gemacht werden: Der Begriff &#8222;Konvivenz&#8220; bedeutet \u00f6kumenisch mehr als Begegnung oder Dialog, er umfa\u00dft auch mehr als die intellektuelle Bearbeitung der Differenzen und Gemeinsamkeiten. &#8222;Konvivenz&#8220; dr\u00fcckt sich (von seinen lateinamerikanischen Kontexten her) in drei Elementen aus: Sie ist <em>Hilfsgemeinschaft<\/em>, wechselseitige <em>Lerngemeinschaft <\/em>und <em>Festgemeinschaft <\/em>(Theo Sundermeier).Das Element der <em>Lerngemeinschaft <\/em>ist bisher am ehesten ausgebildet in dem von Hans K\u00fcng angesto\u00dfenen Welt-Ethos-Projekt. Ein ebenso wichtiger Beitrag ist es, wenn sich vor Ortchristliche und islamische Gemeinden gegenseitig zu ihren <em>Festen <\/em>einladen und gemeinsam feiern. Und schlie\u00dflich geh\u00f6ren viele der islamischen L\u00e4nder zu den Armen auf der Erde, f\u00fcr die das Element der <em>Hilfsgemeinschaft <\/em>eine hohe Bedeutung hat. Es w\u00e4re lohnend, die Empf\u00e4ngerlisten von Brot-f\u00fcr-die-Welt daraufhin zu \u00fcberpr\u00fcfen. Schlie\u00dflich ist in diesem Zusammenhang die Gestalt des den drei abrahamischen Weltreligionengemeinsamen Vaters <em>Abraham <\/em>von Bedeutung. Abraham lebt mit Menschen anderer Religionen zusammen ohne ihren Glauben anzugreifen; er <em>hilft<\/em>, wenn andere in Not sind(Gen 14); er <em>lernt <\/em>von anderen etwas \u00fcber seinen Gott und <em>feiert <\/em>mit Menschen anderen Glaubens (Melchisedek Gen 14). Und schlie\u00dflich: In Abraham sollen gesegnet sein &#8220; alleGeschlechter der Erde&#8220; (Gen 12; Kuschel, Klappert, Marquardt).Aus diesen Beispielen und Hinweisen wird deutlich, da\u00df der Dialog mit dem Islam (und den anderen Weltreligionen) ohne bewu\u00dfte und ernsthafte R\u00fcckfragen der Christen (und der anderen Religionen) an ihr eigenes Selbstverst\u00e4ndnis nicht zu haben ist. Das w\u00e4re der erste &#8211; wenn auch schwierigste \u2013 Schritt, dem auf allen Seiten viel guter Wille, viel Geduld und viele weitere Schritte folgen m\u00fcssen, um die wichtigsten Ziele nach und nach zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(10)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Zusammenarbeit auf allen Ebenen <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das Zusammenspiel aller kirchlichen Ebenen und Arbeitsbereiche ist daf\u00fcr unabdingbar. Wobei die Theologie den Grundakkord anschlagen mu\u00df, der alles weitere tr\u00e4gt und begleitet. Nur wenn Weltverantwortung wieder selbstverst\u00e4ndlich als unverzichtbarer Teilchristlichen Glaubensgehorsams begriffen wird, kann es gelingen, unser Verhalten darauf auszurichten und andere davon zu \u00fcberzeugen.<em><strong> <\/strong>Innerkirchlich <\/em>bedarf es dazu einer Reihe gezielter praktischer Schritte. Sie m\u00fcssen in der Sonntagspredigt ebenso erkennbar werden wie beim Arbeitsmaterial f\u00fcr Gemeindeveranstaltungen oder in der Konkretisierung kirchlicher Stellungnahmen zu gesellschaftspolitischen und sozialethischen Fragen. Zu den unverzichtbaren Voraussetzungen geh\u00f6rt auch die gezielte Bewu\u00dftseinsbildung in den Gemeinden und auf allen kirchlichen Leitungsebenen. Eine Arbeitsgruppe k\u00f6nnte Ideen sammeln, Anregungen und Richtlinien formulieren und die verschiedenen Aktivit\u00e4ten koordinieren. Sie kann sinnvoll freilich nur arbeiten bei hoher Kompetenz und (institutioneller) Unabh\u00e4ngigkeit ihrer Mitglieder. <em>Nach au\u00dfen <\/em>gibt es inzwischen wieder Ankn\u00fcpfungsm\u00f6glichkeiten bei zahlreichen Repr\u00e4sentantenkirchlicher Gruppen und \u00f6kumenischer Organisationen sowie bei den vielf\u00e4ltigen\u00f6rtlichen, regionalen und weltweiten Aktivit\u00e4ten, die sich zu vergleichbaren Themen schonlange entwickelt haben (s. \u201eStimmen\u201c). Die dort erkennbaren und kompetenten Absichtserkl\u00e4rungen und Anstrengungen sind zu st\u00e4rken, zu b\u00fcndeln und zu intensivieren, beispielsweise die schon erw\u00e4hnte \u00f6kumenische \u201eDekade zur \u00dcberwindung von Gewalt\u201c und die\u201eFreisinger Agenda\u201c. Ein wichtiger Ansatzpunkt k\u00f6nnte ein Schwerpunktthema in der EKD-Synodesein; aufgenommen wom\u00f6glich vom n\u00e4chsten Kirchentag als verst\u00e4rkendes Signal an die Gemeinden. Dort mu\u00df dann die \u00dcberzeugung wachsen, da\u00df eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation au\u00dfergew\u00f6hnliche Anstrengungen auch dann rechtfertigt, wenn das vorgegebene Ziel aller Erfahrung nach nur m\u00fchsam und nie vollst\u00e4ndig erreicht werden kann.<strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>(11)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><strong> Aufruf<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Autoren sind sich der Zumutung bewu\u00dft<strong>,<\/strong> die ihre \u00dcberlegungen f\u00fcr viele Glieder und Verantwortliche unserer Kirche bedeuten m\u00fcssen. Sie wissen, da\u00df ihr Papier kaum einen Gedanken enth\u00e4lt, der nicht schon hundertfach anderswo bedacht worden ist, und kaum eine Forderung, die den Anspruch erheben k\u00f6nnte, neu zu sein. Der Versuch, diese \u00dcberlegungen in m\u00f6glichst breiter \u00d6ffentlichkeit zur Debatte zu stellen, ist also keine prophetische Anma\u00dfung, sondern das Ergebnis von Sorge und Ungeduld. In hohem Ma\u00dfe besorgt macht uns die offensichtliche Hilflosigkeit und die unbelehrbare Fixierung auf Macht und Gewalt, mit der die Menschheit &#8211; ihre Verantwortungstr\u00e4ger voran &#8211; auf Bedrohungen reagiert, die der Gefahratomarer Selbstvernichtung des aus-gehenden 20. Jahrhunderts durchaus vergleichbar sind. Und ungeduldig sind wir angesichts von Kirchen und Christen, die in dieser Situation weiter hin vorwiegend mit sich selbst besch\u00e4ftigt sind, statt auftragsgem\u00e4\u00df mit aller Kraft zur Besinnung zu rufen und zur Umkehr, und bei sich selber damit zu beginnen. Hier mischt sich die Ungeduld mit der Sorge, da\u00df auf diese Weise die Kirchen und auch ihre Botschaft immer mehr an Glaubw\u00fcrdigkeit und \u00dcberzeugungskraft verlieren. Dem entgegenwirken kann der Glaube an die gro\u00dfen Verhei\u00dfungen Gottes, an die Verhei\u00dfung des Friedens, der Gerechtigkeit und der Treue zu seiner Sch\u00f6pfung. Die Hoffnung daraufbewahrt uns vor Resignation. Wir sind auf Widerspruch gefa\u00dft, nicht nur mit Hinweis auf vieles, was seit langem schon auch von Kirchen und Christen im Zusammenhang mit den hier angeschnittenen Fragen geschieht. Wir wissen auch, da\u00df unsere \u00dcberlegungen breiter Unterst\u00fctzung<strong> <\/strong>bed\u00fcrfen, um Resonanz ausl\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Deshalb haben wir eine Reihe namhafter Pers\u00f6nlichkeiten aus Kirche und Politik gebeten, die Grundgedanken dieses Textes zu pr\u00fcfen und wenn m\u00f6glich zu unterst\u00fctzen; ggf. durch Kommentare, Erg\u00e4nzungen oder (auch kritische) Anmerkungen zu vertiefen. Allen, die dieser Bitte entsprechen k\u00f6nnen, und auch denen, die sich sp\u00e4ter damit identifizieren wollen, danken wir schon an dieser Stelle herzlich. Zum Schlu\u00df bitten wir die in EKD und Landeskirchen zust\u00e4ndigen Instanzen und alle Christen innerhalb und au\u00dferhalb unserer Gemeinden, unsere Anst\u00f6\u00dfe zu bedenken, zu beraten und wom\u00f6glich an ihrer Umsetzung mitzuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>QUELLENNACHWEISE<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Auf folgende Texte beziehen wir uns direkt:<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Leo Baeck, <\/strong>Judentum Christentum und Islam (1956), in Leo Baeck-Werkausgabe Bd. V:\u201eNach der Schoa \u2013 Warum sind Juden in der Welt ?\u201c, hg. von A.H. Friedl\u00e4nder u. B.Klappert; G\u00fctersloh 2002, S. 472ff. <strong>Berthold Klappert, <\/strong>\u201eGeheiligt werde Dein NAME! Dein Wille werde getan!\u201c, Vortrag aufder Rheinischen Synode 2005; Manuskript. Ders: \u201eAbraham eint und unterscheidet\u201c, Vortrag vom 2. 12. 1992; Manuskript <strong>Wolfgang Lienemann, <\/strong>Gottesrecht-Menschenrechte. Gef\u00e4hrden die Religionen den Frieden? Vortrag und Manuskript vom Januar 2004; unver\u00f6ffentlicht <strong>Dietrich Ritschl, <\/strong>\u201eZur Logik der Theologie\u201c; M\u00fcnchen 1988, 2. Auflage. <strong>Theo Sundermeier, <\/strong>\u201eKonvivenz als Grundstruktur \u00f6kumenischer Existenz heute\u201c; in: \u00d6kumenische Existenz heute, Band 1, M\u00fcnchen 1986, S. 49ff. <strong>Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker, <\/strong>\u201eDie Zeit dr\u00e4ngt. Eine Weltversammlung der Christen f\u00fcr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch\u00f6pfung\u201cM\u00fcnchen 1986, 2. Auflage; S. 95 \/ 6. <strong>Heinz Zahrnt, <\/strong>\u201eAufkl\u00e4rung durch Religion. Der Dritte Weg\u201c. Serie Piper, M\u00fcnchen 1980; S. 121 und 94 \/ 5.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Juni 2006<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was jetzt dringlich ist. Zur christlichen Weltverantwortung am Anfang des 21. Jahrhunderts. Eine Herausforderung und ein Appell aus Baden Vorwort von Landesbischof Dr. Ulrich Fischer \u201eUnser Christsein wird heute nur in Zweierlei bestehen: Im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen. Alles Denken, Reden und Organisieren in den Dingen des Christentums mu\u00df neugeboren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":193,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3016"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/193"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3016"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3199,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3016\/revisions\/3199"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}