{"id":301,"date":"2009-06-23T10:00:01","date_gmt":"2009-06-23T08:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=301"},"modified":"2009-09-11T17:07:01","modified_gmt":"2009-09-11T15:07:01","slug":"funf-thesen-zu-schwangerschaftskonfliktberatung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=301","title":{"rendered":"F\u00fcnf Thesen zur Schwangerschaftskonfliktberatung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcnf Thesen zur Problematik einer Mitwirkung evangelischer Beratungsstellen in der Schwangerenkonfliktberatung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bezug: Schwangerschaftskonfliktgesetz in der Letztfassung vom 21.8.1995; W. Huber, In Konflikten einen Weg finden \u2013 Beratung im Feld von Ehe, Familie, Schwangerschaft als Aufgabe der Kirche. 18.9.2000, Festveranstaltung des Evang. Zentralinstituts f\u00fcr Familienberatung (<a href=\"http:\/\/www.ekd.de\/vortraege\/huber\">www.ekd.de\/vortraege\/huber<\/a>)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.) Das Schwangerschaftskonfliktgesetz schreibt eine \u201eergebnisoffene\u201c Beratung auf der Grundlage \u201eder Verantwortung der Frau\u201c vor und verpflichtet zur Ausstellung einer Beratungsbescheinigung. Alle drei Voraussetzungen sind f\u00fcr Christen, die ihre ethischen Ma\u00dfst\u00e4be am Neuen Testament ausrichten, nicht akzeptabel. Sie k\u00f6nnen nicht \u201eergebnisoffen\u201c beraten, weil ihr Ziel die Vermeidung einer Abtreibung ist. Sie k\u00f6nnen nicht eine Letztverantwortung der schwangeren Frau und das dahinter stehende autonome Menschenbild akzeptieren, weil der Mensch damit aus seiner Verantwortung vor Gott gel\u00f6st wird. Und sie k\u00f6nnen keine Bescheinigung ausstellen, die als Legitimation von Abtreibungen genutzt wird, weil sie nicht mitschuldig am T\u00f6ten menschlichen Lebens werden k\u00f6nnen. Das SchKG b\u00fcrdet der Frau die Letztverantwortung f\u00fcr das Leben bzw. den Tod ihres ungeborenen Kindes auf. Aufgabe einer christlichen Beratung w\u00e4re es aber, der Frau zu zeigen, da\u00df Gott als der Sch\u00f6pfer selber die Verantwortung f\u00fcr das Kind \u00fcbernommen hat und in der Lage ist, Wege aus dem Konflikt zu weisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.) Die Beratung nach dem SchKG gibt vor, die Gewissensentscheidung der Frau zu achten (W. Huber: \u201eAus dieser Einsicht heraus kann kirchliche Beratung und k\u00f6nnen evangelische Beraterinnen und Berater sich zu einer ergebnisoffenen Beratung bekennen, in welcher die Achtung vor der Gewissensentscheidung von Frauen im Schwangerschaftskonflikt zum Ausdruck kommt\u201c.) In Wirklichkeit wird hier das autonome Gewissen des einzelnen Menschen zur letzten Instanz \u00fcber Leben und Tod erhoben. Nach evangelischer Ethik ist aber nur das an die Heilige Schrift gebundene Gewissen in der Lage, ethisch verantwortliche Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.) Die Beratung nach dem SchKG gibt vor, \u201eSolidarit\u00e4t\u201c mit den Frauen zu \u00fcben. (W. Huber. \u201eWorum es geht, ist glaubw\u00fcrdige Solidarit\u00e4t mit Frauen in Konfliktsituationen\u201c.) Solidarit\u00e4t im Sinn ganzheitlicher Hilfe f\u00fcr einen in Not geratenen Menschen wird aber nur dort ge\u00fcbt, wo er ganzheitlich wahrgenommen und ernstgenommen wird, also als Gesch\u00f6pf Gottes, der unter Gottes Anspruch und Zuspruch steht, und als soziales Wesen, das in Verantwortungen gegen\u00fcber anderen Menschen lebt. Solidarit\u00e4t in diesem Sinn warnt den anderen vor Entscheidungen, die ihn in Konflikt mit Gottes Wort und Willen bringen, und verweigert sich irgendeiner Mitwirkung an solchen Entscheidungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.) Die Beratung nach dem SchKG gibt vor, das Leben des Kindes und das Leben der Frau in gleicher Weise zu achten (W. Huber: \u201eWir nehmen diese Aufgabe wahr, weil wir uns dem Leben des Kindes und dem Leben der Mutter in gleicher Weise verpflichtet f\u00fchlen\u201c.) Das Ernstnehmen des menschlichen Lebens kann nur so geleistet werden, da\u00df der Mensch als Gesch\u00f6pf Gottes unter dem Anspruch und Zuspruch Gottes gesehen wird. Das schlie\u00dft ein Ernstnehmen der unverf\u00fcgbaren Gesch\u00f6pflichkeit des Kindes und ein Ernstnehmen der Verantwortung der Frau vor Gott ebenso ein wie die Gewi\u00dfheit, da\u00df Gott als der Sch\u00f6pfer des Lebens auch der Erhalter des Lebens ist und mannigfaltige Hilfe in jeder Art von Konflikten geben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5.) Die Beratung nach dem SchKG gibt vor, ein Kompromi\u00df zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und dem Lebensrecht des Kindes darzustellen (W. Huber: \u201eLieber ein Kompromi\u00df als pure Unbarmherzigkeit\u201c.) In Wahrheit ist es zutiefst unbarmherzig, der schwangeren Frau die B\u00fcrde der Letztverantwortung f\u00fcr Leben und Tod ihres ungeborenen Kindes aufzuerlegen und ihr mit der Ausstellung des Beratungsscheins den Schritt zur Abtreibung ihres Kindes zu erm\u00f6glichen und sie damit in tiefe seelische Konflikte und Schuld vor Gott und dem ihr anvertrauten Kind zu st\u00fcrzen. Barmherzig w\u00e4re es, sie vor einem solchen Schritt der Unbarmherzigkeit gegen\u00fcber ihrem Kind zu bewahren, ihr damit zu einem freien Gewissen vor Gott zu verhelfen und sie schlie\u00dflich zu einem Ja zu ihrem Kind zu f\u00fchren. Eine \u201eergebnisoffene\u201c Beratung auf der Grundlage \u201eder Verantwortung der Frau\u201c mag ein Kompromi\u00df sein zwischen dem postmodernen autonomen Menschenbild und dem den Embryos zugestandenen Lebensrecht. Eine ganzheitliche Hilfe f\u00fcr die ungewollt schwangere Frau ist sie nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>15.11.2008<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bezug: Schwangerschaftskonfliktgesetz in der Letztfassung vom 21.8.1995; W. Huber, In Konflikten einen Weg finden \u2013 Beratung im Feld von Ehe, Familie, Schwangerschaft als Aufgabe der Kirche. 18.9.2000, Festveranstaltung des Evang. Zentralinstituts f\u00fcr Familienberatung (www.ekd.de\/vortraege\/huber)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Thesen zur Problematik einer Mitwirkung evangelischer Beratungsstellen in der Schwangerenkonfliktberatung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) Bezug: Schwangerschaftskonfliktgesetz in der Letztfassung vom 21.8.1995; W. Huber, In Konflikten einen Weg finden \u2013 Beratung im Feld von Ehe, Familie, Schwangerschaft als Aufgabe der Kirche. 18.9.2000, Festveranstaltung des Evang. 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