{"id":2310,"date":"2006-05-18T11:32:24","date_gmt":"2006-05-18T09:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2310"},"modified":"2009-09-07T12:59:56","modified_gmt":"2009-09-07T10:59:56","slug":"die-wunder-der-bibel-%e2%80%93-im-21-jahrhundert-noch-zumutbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2310","title":{"rendered":"Die Wunder der Bibel \u2013 im 21. Jahrhundert noch zumutbar?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Wunder der Bibel \u2013 im 21. Jahrhundert noch zumutbar? (1)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Die zweite H\u00e4lfte des vergangenen Jahrhunderts hat bahnbrechende Erkenntnisse und Erfolge in Wissenschaft und Technik gebracht. Nur einige wollen wir hier nennen:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 3. Dezember 1967 wurde durch den s\u00fcdafrikanischen Arzt Christiaan Barnard erstmals ein menschliches Herz erfolgreich verpflanzt. Inzwischen sind weltweit 50 000 Herzen transplantiert worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 21. Juli 1969 setzte ein Mensch erstmals seinen Fu\u00df auf den Mond. Der Astronaut Neil Armstrong rief uns voller Stolz vom Erdtrabanten den Satz zu: \u201eEin kleiner Schritt f\u00fcr einen Menschen, aber ein Riesenschritt f\u00fcr die Menschheit.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der schottische Embryologe Ian Wilmut klonte 1996 das Schaf Dolly. Erstmals gelang es, eine normale K\u00f6rperzelle so zu manipulieren, dass sie sich wie eine befruchtete Eizelle zu teilen begann und zu einem normalen Embryo entwickelte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1938 wurde von dem deutschen Erfinder Konrad Zuse (1910-1995) der weltweit erste programmgesteuerte Rechner gebaut. Computer haben inzwischen alle Zweige der Wissenschaft und Wirtschaft erobert, und an das Internet sind heute (2002) mit stark steigender Tendenz weltweit mehr als 200 Millionen Nutzer angeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese wenigen Beispiele k\u00f6nnten den Eindruck vermitteln, als seien dem Menschen kaum noch Grenzen gesetzt. Dem Verstand ist scheinbar alles m\u00f6glich. Bei all dieser Wissenschaftsgl\u00e4ubigkeit haben viele unserer Zeitgenossen Probleme mit der Bibel. Sie machen den Einwand geltend, dass in der Bibel so viele wissenschaftlich nicht verstehbare Dinge geschrieben stehen wie z. B.:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 die Jungfrauengeburt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 die Auferstehung von den Toten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Blinde werden sehend, Lahme k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich gehen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Der Sonne wird befohlen: \u201eStehe still!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir werden mit dem Ph\u00e4nomen Wunder konfrontiert. Betrachten wir zun\u00e4chst ein astronomisches Wunder. Es ist der lange Tag, von dem die Bibel im Buch Josua 10,12-14 berichtet: An jenem Tag, als der Herr die Amoriter in die Gewalt der Israeliten gab, hatte Josua vor dem ganzen Volk laut zum Herrn gebetet: \u201eSonne, bleib stehen \u00fcber Gibeon, und Mond \u00fcber dem Tal Ajalon!\u201c Da waren die Sonne und der Mond stehen geblieben, bis die Israeliten sich an ihren Feinden ger\u00e4cht hatten. Weder vorher noch nachher hat es je einen Tag gegeben, an dem der Herr auf eine so au\u00dfergew\u00f6hnliche Bitte geh\u00f6rt h\u00e4tte. Damals tat er es, denn er k\u00e4mpfte auf der Seite Israels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diesen Text bin ich oft angesprochen worden. Wie ist es m\u00f6glich, dass ein Tag so einfach verl\u00e4ngert wird? Drei wesentliche Punkte gilt es hier zu bedenken:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Gott stellt sich immer wieder als der vor, der Gebete erh\u00f6rt. In der Bergpredigt lehrt Jesus: \u201eBittet, so wird euch gegeben; suchet so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan\u201c (Mt 7,7). Aus dem obigen Text (Jos 10,14) erkennen wir, dass es auch ganz au\u00dfergew\u00f6hnliche Gebete gibt, die Gott nur ein einziges Mal in der ganzen Weltgeschichte erh\u00f6rt. Wenn wir beispielsweise im Urlaub am Strand liegen und Gott darum bitten, er m\u00f6ge die Sonne doch noch ein paar Stunden l\u00e4nger scheinen lassen, dann k\u00f6nnen wir gewiss sein, hierauf wird Gott nicht wie im Falle Josua reagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Manche Kritiker der Bibel wenden bei dem Josua-Text ein, dass der Sonne befohlen wird, stehen zu bleiben, obwohl es astronomisch gesehen doch gerade umgekehrt ist \u2013 die Sonne steht still und die Erde bewegt sich um sie. Hierbei haben wir zu bedenken: Jeder moderne Kalender spricht vom Sonnenaufgang und -untergang, obwohl damit nur die scheinbaren Bewegungen beschrieben werden. Anders ausgedr\u00fcckt: Man legt das Koordinatensystem in den Standort des Beobachters, weil dann die Verh\u00e4ltnisse so beschrieben werden, wie diese von hier aus gesehen werden. Genau das tut die Bibel auch, weil sich dadurch die Ph\u00e4nomene und Ereignisse am einfachsten darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Nun kommen wir zu dem Hauptproblem dieses Textes. Die physikalisch relevante Bewegung ist also, dass die Erde in ihrer Umdrehung eine Zeit lang angehalten (oder abgebremst) wurde und dann wieder \u201eauf Tour\u201c gebracht werden musste. Dabei entstehen Beschleunigungskr\u00e4fte, die massive Wirkungen auf der Erde ausl\u00f6sen: Die Ozeane schwappen \u00fcber, das Wasser der Fl\u00fcsse und Seen tritt \u00fcber die Ufer, Tassen fallen aus dem Schrank und Leute kippen um. So gesch\u00e4he es unter Normalbedingungen. Aber hier handelt der, der Himmel und Erde durch sein Allmachtswort gemacht hat. Was f\u00fcr eine Kleinigkeit f\u00fcr ihn, dass ein paar Parameter sich jetzt anders verhalten als es die Naturgesetze angeben. Ein solches Geschehen bezeichnen wir als ein Wunder. Wie k\u00f6nnen wir ein Wunder definieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Definition 1: Ein Wunder versetzt uns ins Staunen, weil es unerwartet und unberechenbar auftritt und unserer normalen Beobachtung widerspricht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Wunder unerwartet sind, was ist dann das Erwartete?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Frage hilft uns, eine deutliche Trennlinie zwischen Wundern (Unerwartetes) und Nichtwundern (Erwartetes) zu ziehen. Alle Ereignisse in unserer Welt laufen innerhalb eines Rahmens von festgef\u00fcgten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten ab. Diese nicht ver\u00e4nderlichen F\u00fcgungen nennen wir Naturgesetze. Nach allem, was wir wissen, sind Naturgesetze konstant &#8211; sie sind unver\u00e4nderlich seit ihrer Installation. Sie geben einerseits einen weiten Freiraum f\u00fcr Wirksamkeiten und Abl\u00e4ufe in unserer Welt und erlauben die vielf\u00e4ltigsten technischen Erfindungen und Verfahren, aber andererseits schlie\u00dfen sie viele nur in unserer Vorstellung erdachten Vorg\u00e4nge als nicht realisierbar aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Staunen \u00fcber Naturgesetze<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6nnen wir noch genug staunen \u00fcber die Wirksamkeit der Naturgesetze? Sie leisten Gewaltiges! Als ich k\u00fcrzlich im Hamburger Hafen war, beobachtete ich, wie ein Schiff langsame Bewegungen im Hafenwasser ausf\u00fchrte. Dar\u00fcber nachdenkend fiel mir ein Naturgesetz ein, das schon von Archimedes (285-212 v. Chr.) erkannt worden war: \u201eEin schwimmender K\u00f6rper verdr\u00e4ngt genau soviel von der Fl\u00fcssigkeit, in der er schwimmt, wie er selbst wiegt.\u201c Sind wir uns eigentlich bewusst, was f\u00fcr ein gro\u00dfartiges Geschehen das ist? L\u00e4uft z. B. eine Ratte an Bord, dann reagiert das Schiff darauf prompt und sinkt genau soviel tiefer in das Hafenwasser ein, dass die zus\u00e4tzlich verdr\u00e4ngte Wassermenge genau dem Gewicht der Ratte entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wollten wir diesen Betrag der neuen Eintauchtiefe berechnen, so w\u00e4re uns dies gar nicht m\u00f6glich. Wir kennen nicht die genaue Form des Schiffes, an manchen Stellen ist die Farbe abgebl\u00e4ttert, und vielleicht schaut ein wenig von dem Propeller aus dem Wasser. Alle diese Aspekte m\u00fcssten aber genau erfasst werden, weil sie in die Berechnung eingehen. In der Realit\u00e4t geschieht das augenblicklich, und zwar in exakter Weise. Wer gibt den Wassermolek\u00fclen den Befehl, ein wenig zur Seite zu gehen, damit das Schiff, genau dem Rattengewicht entsprechend, tiefer eintauchen kann? Eine Minute sp\u00e4ter geht vielleicht der Kapit\u00e4n von Bord \u2013 nun muss sich das Schiff um einen bestimmten Betrag anheben. Dieser Hub ist genau jener verdr\u00e4ngten Wassermenge \u00e4quivalent, die dem Gewicht des Kapit\u00e4ns entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woher wissen die Wassermolek\u00fcle, wer da gerade von Bord geht oder wer dazukommt oder wie immer sich die Ladung ver\u00e4ndert? Das geschieht am helllichten Tag, aber auch bei dunkelster Nacht. Mehr noch: Das Naturgesetz gilt nicht nur f\u00fcr das eine Schiff im Hamburger Hafen, sondern f\u00fcr alle Schiffe der Welt. Es gilt f\u00fcr einen Ast, der vom Baum ins Wasser f\u00e4llt, und es gilt ebenso f\u00fcr das Spielzeugentchen in der Badewanne. Es gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr eine echte Ente auf einem See oder Fluss. Niemand k\u00f6nnte aufgrund der nicht berechenbaren Form und Struktur der Federn die Eintauchtiefe einer Ente berechnen. Wer sorgt daf\u00fcr, dass die Bedingungen f\u00fcr dieses so einfach formulierbare Naturgesetz mit den so komplizierten Folgen st\u00e4ndig berechnet werden, damit es zu jeder Zeit und an jedem Ort exakt erf\u00fcllt werden kann? Es muss doch jemand da sein, der diese Berechnungen anstellt und dann nach diesen Ergebnissen auch alles so ausf\u00fchrt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wer sorgt f\u00fcr die Einhaltung der Naturgesetze?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Tat, es ist wirklich jemand da, der f\u00fcr die Einhaltung der Naturgesetze sorgt. Von ihm lesen wir in Kolosser 1,17: \u201eDenn es besteht alles in ihm.\u201c Dieser Erhalter der Welt ist auch derjenige, durch den alle Dinge geschaffen sind: \u201eDenn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, &#8230; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen\u201c (Kol 1,16). Dieser Eine, der der Sch\u00f6pfer aller Dinge ist, ist auch ihr Erhalter; es ist Jesus Christus! Wir k\u00f6nnen es auch so sagen: Jesus hat die Oberhoheit \u00fcber alle Dinge vom Mikrokosmos bis zum Makrokosmos. In einem Kirchenlied hei\u00dft es treffend von ihm \u201eJesus Christus herrscht als K\u00f6nig, alles wird ihm untert\u00e4nig.\u201c Die Sch\u00f6pfung selbst ist ein Ereignis, das nicht mit Hilfe der Naturgesetze abgelaufen ist. Hier hat der Sch\u00f6pfer aufgrund seiner Vollmacht, seines Wortes, seiner Kraft und seiner Weisheit alles gestaltet. Dazu brauchte er keine Naturgesetze. Die Naturgesetze sind somit nicht die Ursache, sondern erst das Ergebnis der Sch\u00f6pfung. Nach vollendeter Sch\u00f6pfung sind alle Naturgesetze \u201ein Betrieb\u201c, so dass nun alle Vorg\u00e4nge nach diesen Gesetzen ablaufen. Jesus ist der Garant daf\u00fcr, dass sie immer und \u00fcberall eingehalten werden. Dazu braucht er weder Computer noch sonstige Hilfsmittel. Sein Vollmachtswort gen\u00fcgt, dass alles eingehalten wird. Im Hebr\u00e4erbrief Kapitel 1,3 hei\u00dft es darum von ihm: \u201eEr tr\u00e4gt alle Dinge mit seinem kr\u00e4ftigen Wort.\u201c Im wissenschaftlichen Befund dr\u00fcckt sich dieses Erhaltungshandeln Jesu durch die Naturgesetze aus. In ihrer Gesamtheit bilden sie einen festgef\u00fcgten Rahmen, innerhalb dessen alle Vorg\u00e4nge in dieser Welt ablaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo aber ist da noch Platz f\u00fcr Wunder?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Praxis haben die Naturgesetze die Wirkung eines \u201eObersten Gerichtshofes\u201c, der entscheidet, ob ein Vorgang in unserer Welt erlaubt ist oder nicht. So verbietet es ein Naturgesetz z. B., dass ein Kupferstab von 50 \u00b0C von alleine seine W\u00e4rme so aufteilt, dass die eine H\u00e4lfte 0 \u00b0C und die andere 100 \u00b0C betr\u00e4gt. Das w\u00fcrde zwar nicht den Energiesatz verletzen, wohl aber ein anderes Naturgesetz, den Entropiesatz. Gemessen an unserer obigen Definition f\u00fcr Wunder sind viele in der Sch\u00f6pfung ablaufende Vorg\u00e4nge staunenswert und f\u00fcr den Menschen unnachahmlich. Sie treten f\u00fcr uns aber nicht unerwartet oder unberechenbar auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum z\u00e4hlen wir auch die komplexesten und noch unverstandenen Dinge in unserer Welt nicht zu den Wundern. Nach diesen \u00dcberlegungen k\u00f6nnen wir nun eine pr\u00e4zisere Definition f\u00fcr Wunder geben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Definition 2: Wunder sind solche Ereignisse in Raum und Zeit, die au\u00dferhalb des Rahmens unserer Naturgesetze ablaufen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir Menschen k\u00f6nnen nichts tun, um Naturgesetze au\u00dfer Kraft zu setzen. Wunder sind damit von Menschen nicht machbar. Die Bibel berichtet uns von zahlreichen Situationen, in denen Gott oder Jesus Wunder gewirkt haben, wie z. B.:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Der Durchzug des Volkes Israel durchs Rote Meer (2 Mo 14,16-22)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Der lange Tag bei Josua (Jos 10,12-14)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Die Verwandlung von Wasser in Wein auf der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-12)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Die Stillung des Sturmes (Mk 4,35-41)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Jesus wandelt auf dem Meer (Joh 6,16-21)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Die Heilung des Blindgeborenen (Joh 9,1-7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Die Speisung der 5000 Mann (Joh 6,1-15)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Die Auferweckung des Lazarus (Joh 11,32-45).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinweis: Wenn Menschen gelegentlich dennoch Dinge tun k\u00f6nnen, die au\u00dferhalb des naturgesetzlichen Rahmens liegen, dann handeln sie im Namen anderer M\u00e4chte. Entweder sind es J\u00fcnger Jesu, die von ihrem Herrn bevollm\u00e4chtigt sind [z. B. Petrus geht auf dem Wasser (Mt 14,29), Petrus heilt im Namen Jesu den Lahmen vor der Tempelt\u00fcr (Apg 3,1-9)], oder aber es sind Zauberer und Gurus, die durch d\u00e4monische M\u00e4chte gesteuert werden [z. B. die Zauberer des \u00e4gyptischen Pharao (2 Mo 7,11-12)].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kann es sein, dass unser wissenschaftlicher Kenntnisstand (noch) nicht ausreicht, um Wunder zu erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Gedanke kann naturwissenschaftlich nicht strikt widerlegt werden. Er fu\u00dft jedoch auf einer Vorstellung \u00fcber Gottes Wirken, die nicht dem biblischen Zeugnis \u00fcber sein Handeln entspricht. Die Bibel bezeugt Gottes st\u00e4ndige Wirksamkeit in zweifacher Weise:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Er wirkt in gew\u00f6hnlichen, regelhaften Ereignissen, die durch Naturgesetze beschrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 Er handelt aber auch in einmaligen, besonderen, nicht wiederholbaren Ereignissen, die einer naturwissenschaftlichen Untersuchung gar nicht zug\u00e4nglich sind und auch nicht naturgesetzlich erfassbar sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrde Gottes Handeln nur in den au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ereignissen gesehen werden, so machte man ihn zum L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer unverstandener Ph\u00e4nomene. Das h\u00e4tte zur Folge, mit zunehmender Naturerkenntnis w\u00fcrden wir seinen Wirkungsbereich st\u00e4ndig reduzieren. Gott ist aber der Sch\u00f6pfer aller Dinge. Unabh\u00e4ngig von unserem jeweiligen Kenntnisstand ist er der Urheber der gesamten Sch\u00f6pfung, und damit sowohl der von uns verstandenen als auch der unverstandenen wissenschaftlichen Fakten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sind die biblisch bezeugten Wunder mit Hilfe von Naturgesetzen erkl\u00e4rbar?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Handeln kann im Rahmen der Naturgesetze geschehen (Fall a), aber auch au\u00dferhalb (Fall b). In Jakobus 5,17-18 wird von Elia berichtet, dass sein Gebet drei Jahre den Regen verhinderte und nach einem weiteren Gebet der Regen prompt einsetzte. Nat\u00fcrlich hat Gott hier gehandelt. Es geschah sein Wille, dennoch w\u00fcrde ein Meteorologe hier aus seiner Sicht kein Naturgesetz als verletzt ansehen. Als David im Kampf mit Goliath stand, traf er diesen t\u00f6dlich mit einem Stein aus einer simplen Steinschleuder. Auch dies geschah offenbar ohne Verletzung eines Naturgesetzes, aber eindeutig unter der Mithilfe Gottes. Beide Beispiele geh\u00f6ren somit zu Fall a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zeitalter der Aufkl\u00e4rung durchforstete man alle biblischen Texte danach, ob die berichteten Ereignisse auf nat\u00fcrliche Weise erkl\u00e4rbar seien, d. h., ob sie zu Fall a geh\u00f6ren. Wunder gem\u00e4\u00df Fall b wurden als unm\u00f6glich verworfen, und die entsprechenden Berichte damit als unwahr abgetan. Die moderne Theologie kn\u00fcpft an diesen Gedanken an und stuft die meisten Berichte als mythologisch ein. In seinem ber\u00fchmt gewordenen Aufsatz \u201eNeues Testament und Mythologie\u201c (1941) bezeichnete der Marburger Theologe Rudolf Bultmann (1884-1976) die Wunder als unzumutbar f\u00fcr jenen modernen Menschen, der elektrisches Licht benutzt und Radios verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ereignisse der Bibel wollen und k\u00f6nnen in den meisten F\u00e4llen gar nicht im Rahmen der Naturgesetze verstanden werden. Gott handelt souver\u00e4n nach seinem Willen. Er ist der Gesetzgeber der Naturgesetze, darum ist er selbst diesen nicht untertan. In seinem Handeln unterliegt er keiner Einschr\u00e4nkung, denn \u201ebei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich\u201c (Lk 1,37). Sein Wille geschieht. Die Sch\u00f6pfung selbst, so wie sie in 1. Mose 1 beschrieben ist, ist das erste in der Bibel berichtete Wunder. Gott handelt souver\u00e4n; er schafft in einem Sechstagewerk nach seinen Ideen und nach seinem Plan einen wunderbaren Kosmos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auferstehung Jesu ist ein weiteres sehr markantes Ereignis, das sich jeder naturgesetzlichen Erkl\u00e4rung entzieht. Jeder Ansatz, hier eine biologische oder medizinische Deutung zu versuchen, geht am Eigentlichen vorbei. Die Auferstehung ist und bleibt eine besondere Handlung Gottes und geschah au\u00dferhalb der Naturgesetze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend sei noch auf ein sehr wichtiges Beispiel eines g\u00f6ttlichen Wunders verwiesen. Die Herkunft des uns vorliegenden Wortes Gottes in Form der Bibel ist durch keine menschliche Erkl\u00e4rung treffend zu fassen. Paulus beschreibt dieses Wunder angemessen, wenn er formuliert: \u201eDenn alle Schrift, von Gott eingegeben &#8230;\u201c (2 Tim 3,16). Wir m\u00fcssen geradezu damit rechnen, dass Wunder der Art nach Fall b st\u00e4ndig der Kritik von Nichtglaubenden ausgesetzt sind. Aus der Sicht nicht biblisch orientierter Leute wird nicht akzeptiert, dass Gottes Gedanken und Taten h\u00f6her sind als unsere menschlichen (Jes 55,8). So werden statt der Anerkennung der Taten Gottes diverse Ersatzkonzepte gesucht, die sein \u00fcbernat\u00fcrliches Handeln leugnen und Wunder auf eine menschlich einsichtige oder rein materialistische Ebene zu reduzieren versuchen. Wie alle derartigen Versuche bis heute zeigen, stranden solche Ideen in unaufl\u00f6sbaren, widerspr\u00fcchlichen Lehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum hat Jesus die Wunder getan?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wunder Jesu sind untrennbar mit seiner Verk\u00fcndigung verbunden. Seine Autorit\u00e4t wird durch die begleitenden Wunder und Zeichen unterstrichen. In der Pfingstpredigt des Petrus erfahren wir den Grund: \u201eJesus von Nazareth, den Mann, von Gott unter euch erwiesen mit Taten und Wundern und Zeichen, welche Gott durch ihn tat unter euch\u201c (Apg 2,22). Die Wunder Jesu sind ein integraler Bestandteil seiner Mission und Lehre. Sie sind ein Zeichen Gottes, das von uns Menschen eine Antwort des Glaubens und des Gehorsams fordert. So reagierten nur die J\u00fcnger Jesu auf das Wunder bei der Hochzeit zu Kana. Von ihnen hei\u00dft es am Ende des biblischen Berichts: \u201eUnd seine J\u00fcnger glaubten an ihn\u201c (Joh 2,11). Durch die Wunder wird der Sch\u00f6pfer verherrlicht (Joh 9,3). Nie geschehen sie zur Befriedigung menschlicher Sensationslust.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie m\u00fcsste nun eine zusammenfassende Definition<br \/>\nder biblischen Wunder lauten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach all dem zuvor Genannten k\u00f6nnen wir die von Gott gewirkten Wunder nun noch pr\u00e4ziser fassen und wie folgt festhalten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Definition 3: Wunder sind staunenswerte und au\u00dfergew\u00f6hnliche Taten und Geschehnisse, die Gott oder sein Sohn Jesus Christus tut, wobei die Vorg\u00e4nge meistens au\u00dferhalb der naturgesetzlichen Wirksamkeit ablaufen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Unterschied zu den d\u00e4monischen Wirkungen dienen die Wunder Gottes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 zur Verherrlichung Gottes [z. B. die Sch\u00f6pfung (Ps 19,2), die Heilung des Blindgeborenen (Joh 9,3)],<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 als Hilfe f\u00fcr Menschen [z. B. ein Felsen in der W\u00fcste gibt Wasser (2 Mo 17,1-6);<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Raben versorgen den hungrigen Elia (1 K\u00f6n 17,6)],<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 zur St\u00e4rkung des Glaubens [z. B. der Wein auf der Hochzeit zu Kana (Joh 2,11b)]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2022 oder zur Rettung aus der Not (z. B. die Stillung des Sturmes).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den gr\u00f6\u00dften Wundern in unserer Zeit geh\u00f6rt es, wenn Menschen dem Ruf Jesu folgen und dadurch ewiges Leben finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anmerkung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>1 Erschienen in der Zeitschrift \u201eGesch\u00e4ftsmann und Christ\u201c, 2002<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wunder der Bibel \u2013 im 21. Jahrhundert noch zumutbar? (1) Einleitung Wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Die zweite H\u00e4lfte des vergangenen Jahrhunderts hat bahnbrechende Erkenntnisse und Erfolge in Wissenschaft und Technik gebracht. 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