{"id":22854,"date":"2026-07-23T16:07:08","date_gmt":"2026-07-23T14:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22854"},"modified":"2026-07-23T16:09:34","modified_gmt":"2026-07-23T14:09:34","slug":"die-ehe-als-gottes-grosses-geheimnis-eph-521-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=22854","title":{"rendered":"Die Ehe als Gottes gro\u00dfes Geheimnis (Eph 5,21\u201333)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehekrach am persischen K\u00f6nigshof<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der persische K\u00f6nig Ahasveros (519\u2013465 v. Chr.) und die sch\u00f6ne Wasti f\u00fchrten eine toxische Ehe. Zum gro\u00dfen Knall kam es, als Wasti sich weigerte, ihre Sch\u00f6nheit vor ihrem angetrunkenen Mann und seiner feiernden F\u00fcrstenrunde zur Schau zu stellen. Der beleidigte K\u00f6nig erstickte dieses Aufflackern weiblicher Emanzipation im Keim. Wasti wurde versto\u00dfen und ein k\u00f6nigliches Dekret erzwang, dass sich in allen Satrapien des persischen Gro\u00dfreiches die Frauen unterordnen sollten und, \u201e<em>dass ein jeder Mann der Herr in seinem Hause sei\u201c<\/em> (Esther 1,22)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit diesem Rosenkrieg im alten Persien ist viel passiert, doch grundlegende Fragen sind gleichgeblieben: Was ist eine Ehe und wie kann sie gelingen? Wie k\u00f6nnen M\u00e4nner und Frauen ihr Miteinander in der Ehe so gestalten, dass beide dabei gl\u00fccklich werden? Was ist, wenn der eine so will und der andere so? Wer entscheidet? Setzt sich der Mann durch oder die Frau? Gibt es eine Hierarchie oder ist Gleichberechtigung der Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck? Wie k\u00f6nnen die Ehepartner den Fliehkr\u00e4ften entgegenwirken, die sie auseinandertreiben wollen? Was sagt Gott, der Erfinder der Ehe, was sagt die Bibel dazu? Was m\u00fcssen M\u00e4nner und Frauen tun, damit sich der Segen Gottes in ihren Ehen ausbreitet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gottes gro\u00dfes Geheimnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im f\u00fcnften Kapitel des Epheserbriefes spricht Paulus mit Blick auf das Ein-Fleisch-Werden von Mann und Frau von einem <em>mega mysterion<\/em>, einem gro\u00dfen Geheimnis: <em>\u201e\u201aDarum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau h\u00e4ngen, und die zwei werden ein Fleisch sein.\u2018 Dies Geheimnis ist gro\u00df; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde\u201c<\/em> (Eph 5,31\u201332)<em>. <\/em>Paulus zieht eine Linie vom ehelichen Einswerden zur Einheit von Christus und seiner Gemeinde. Die unaufl\u00f6sliche Ehe von Mann und Frau, wie Gott sie f\u00fcr das Eden vor dem S\u00fcndenfall gedacht hatte, sollte eine typologische Vorschattung der unaufl\u00f6slichen Einheit von Christus, dem Br\u00e4utigam und seiner Brautgemeinde sein.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ebenso ist die liebevolle Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde das grundlegende Paradigma f\u00fcr die christliche Ehe.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Gott \u201egab der Ehe das Urbild im Christus und in seiner Liebe zur Gemeinde\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die christliche Ehe soll zum einen ein Spiegelbild der Liebe von Christus zu seiner Gemeinde sein und diese im Kleinen offenbaren.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Zum anderen liegt in der Befolgung der geistlichen Prinzipien, die das Verh\u00e4ltnis von Christus und seiner Gemeinde bestimmen, der g\u00f6ttliche Schl\u00fcssel f\u00fcr das Gelingen der Ehe und ein gl\u00fcckliches Miteinander von Mann und Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Unterordnung der Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus beginnt die sogenannte Haustafel mit einer allgemeinen Aufforderung, sich unterzuordnen: \u201e<em>Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi\u201c <\/em>(Eph 5,21)<em>. <\/em>Im Folgenden zeigt er, was das f\u00fcr die verschiedenen Beziehungen unter den Glaubensgeschwistern konkret bedeutet: Die Frauen sollen sich ihren M\u00e4nnern unterordnen (Eph 5,22\u201324), die Kinder ihren Eltern (Eph 6,1\u20134) und die Sklaven ihren Herren (Eph 6,5\u20138). Einander unterordnen bedeutet also nicht, dass die M\u00e4nner sich den Frauen unterordnen sollen oder die Eltern den Kindern. F\u00fcr alle Beziehungen aber gilt, was Jesus sagt: \u201eDer Gr\u00f6\u00dfte unter euch soll euer Diener sein\u201c (Mt 23,11). In der Gemeinde Jesu werden alle miteinander in eine Dienstgemeinschaft gestellt, in der einer dem anderen nach dem Vorbild Jesu dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein rotes Tuch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus wendet die Aufforderung zur Unterordnung nun direkt auf die Ehefrauen der Gemeinde in Ephesus an: <em>\u201eDie Frauen den eigenen M\u00e4nnern als dem Herrn\u201c<\/em> (Eph 5,22 [ELB]). F\u00fcr viele Frauen ist dieser Satz ein rotes Tuch. Paulus habe hier nicht im Geist Jesu gesprochen, sondern als frauenfeindlicher Vertreter eines \u00fcberholten patriarchalischen Weltbildes. Dieses sei zu Recht auch in den christlichen Gemeinden durch die emanzipatorische Bewegung der Neuzeit \u00fcberwunden worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M\u00e4nner sind an dieser Fehldeutung nicht unschuldig, wenn sie n\u00e4mlich das Konzept der Unterordnung missbrauchten, um einen autorit\u00e4ren Machtanspruch gegen\u00fcber der Frau in der Ehe durchzusetzen. Doch ohne Liebe eingeforderte Unterordnung, wie im Fall von Ahasveros und Wasti geschehen, wird zur Tyrannei. Da hilft auch kein Gesetz der Meder und Perser. Gerade das aber meint biblische Unterordnung nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine Rehabilitation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Unterordnung sollte rehabilitiert werden. Zun\u00e4chst ist zu beachten, dass die Frauen sich ihren M\u00e4nnern unterordnen sollen <em>als dem Herrn<\/em> oder <em>wie dem Herrn<\/em>. Dieser Zusatz ver\u00e4ndert den Blickwinkel entscheidend. So wie sie sich Jesus Christus unterordnen, sollen sich die Frauen auch ihren Ehem\u00e4nnern unterordnen. Die Unterordnung in der Ehe geschieht aus der Beziehung zu Jesus Christus, um seinetwillen und mit der von ihm im Heiligen Geist geschenkten Kraft. Frauen ordnen sich also ihren M\u00e4nnern unter, weil sie Jesus lieben und ihm gefallen wollen. In der Ehe bedeutet Christusnachfolge f\u00fcr die Frau, dass sie sich um Christi willen der Autorit\u00e4t des Mannes unterordnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem bekommt der Begriff einen g\u00f6ttlichen Glanz, wenn wir bedenken, dass Jesus selbst sich unterordnete: \u201e<em>Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem\u201c<\/em> (1.\u00a0Kor 15,28)<em>.<\/em> Paulus verwendet hier denselben Begriff (<em>hypotasso<\/em>) wie in Eph 5,21. So wie die Unterordnung auch zum liebevollen Miteinander von Vater und Sohn innerhalb der Trinit\u00e4t geh\u00f6rt, so soll sie eben auch das liebevolle Miteinander von Mann und Frau in der Ehe im g\u00f6ttlichen Sinne ordnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraus folgt auch, dass die Unterordnung der Frau keinen Verlust an Wert und W\u00fcrde bedeutet. So wenig wie Jesus an Wert und g\u00f6ttlicher W\u00fcrde verliert, wenn er sich dem Willen seines Vaters unterordnet (vgl. Joh 5,30), so wenig verliert auch eine Ehefrau an Wert und W\u00fcrde, wenn sie sich der Autorit\u00e4t ihres Mannes unterordnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Elisabeth Elliot berichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eEine junge Frau erz\u00e4hlte mir, wie sehr sie dar\u00fcber ver\u00e4rgert war, dass sie sich ihrem Mann unterordnen sollte. Sie dachte vor allem, dass diese Ansicht f\u00fcr die Frau erniedrigend sei. Sich unterzuordnen hie\u00df ihrer Meinung nach, weniger wert zu sein. Als sie dann die Herrschaft Christi in ihrem Leben anerkannte, begriff sie schlie\u00dflich, dass Unterordnung unter ihren Ehemann einer der \u201eUntertitel\u201c dieser Herrschaft Christi war. Sie hatte keine Schwierigkeiten mehr, sich unterzuordnen, nachdem sie ihr Leben grunds\u00e4tzlich unter die Herrschaft Christi stellte<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie sieht das praktisch aus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2007 lebten meine Frau und ich mit vier Kindern in Baden-W\u00fcrttemberg. Schon lange hatten wir vorgehabt, in den Norden zu ziehen, wo unsere Familien herstammten. W\u00e4hrend meine Frau sich danach sehnte, hatte ich es gar nicht eilig, in den Norden zu ziehen. Dann geschah es, dass mir eine Pastorenstelle in Norddeutschland angeboten wurde. Nach Vorstellungsgespr\u00e4ch, Probepredigt und Zusage von dort waren wir bereit, den Sprung aus dem S\u00fcden in den Norden zu wagen. Doch dann tat sich eine theologische Frage auf. Im Leitungskreis der zuk\u00fcnftigen Gemeinde gab es mehrere weibliche \u00c4lteste. Ich wurde gefragt, ob ich bereit w\u00e4re, diesen theologischen Kompromiss mitzutragen. Nach einem l\u00e4ngeren Telefonat mit Pastor Cochlovius kam ich zu der Erkenntnis, dass ich diesen Kompromiss nicht mittragen k\u00f6nne. Schweren Herzens brachen wir den Bewerbungsprozess ab. F\u00fcr meine Frau war das besonders schwer, denn der Umzug in den Norden lag endlich zum Greifen nah. Sie teilte meine theologische \u00dcberzeugung voll und ganz, lehnte jeden Kompromiss meinerseits ab, aber meine Absage war auch eine Absage an den Umzug in den Norden. Es fiel ihr sehr schwer, aber sie war bereit, sich meiner Entscheidung unterzuordnen, ihre W\u00fcnsche und Pl\u00e4ne zur\u00fcckzustellen und meinen Entschluss, vorerst in S\u00fcddeutschland zu bleiben, mitzutragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Mann als Haupt der Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus begr\u00fcndet die Aufforderung zur Unterordnung der Frau mit dem Hauptsein des Mannes in der Ehe: <em>\u201eDenn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist \u2013 er hat sie als seinen Leib gerettet. Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren M\u00e4nnern unterordnen in allen Dingen\u201c<\/em> (Eph 5,23\u201324)<em>. <\/em>Auch hier verkn\u00fcpft Paulus die Ehe von Mann und Frau typologisch mit der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde. So wie Christus das Haupt der Gemeinde ist, so ist auch der Mann in der Ehe das Haupt seiner Frau. Der Zusatz \u201eer hat sie als seinen Leib gerettet\u201c weist schon voraus auf Vers 25, wo Paulus die M\u00e4nner auffordert, ihre Frauen zu lieben. Das Hauptsein des Mannes muss in Analogie zum Hauptsein Christi von der Liebe bestimmt sein. Das bedeutet auch, dass alle Entscheidungen, die der Mann als Haupt trifft, diesem Ma\u00dfstab Christi entsprechen m\u00fcssen: <em>\u201eSo soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch gro\u00df sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als L\u00f6segeld f\u00fcr viele <\/em>(Mt 20,26\u201328)<em>.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptsein des Mannes hat seinen Grund au\u00dferdem in der Erschaffung des Mannes vor der Frau (1. Mose 2,7 + 22; 1. Tim 2,13).<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Au\u00dferdem wurzelt es wie die Unterordnung in der Dreieinigkeit Gottes und hat dort ihr eigentliches Vorbild: <em>\u201eIch will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi\u201c<\/em> (1. Kor 11,3)<em>.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott, der Vater, ist das Haupt f\u00fcr Christus. Christus ordnet sich dem Vater unter. Christus ist Haupt f\u00fcr den Mann. Der Mann ordnet sich Christus unter. Der Mann ist Haupt f\u00fcr die Frau. Die Frau ordnet sich dem Mann unter. Mann und Frau sind zum Bilde Gottes geschaffen. Das Hauptsein des Mannes und die Unterordnung der Frau unter den Mann ist ein Aspekt der Ebenbildlichkeit des Menschen. So wie das Miteinander in der Trinit\u00e4t Gottes durch eine Haupt- und Unterordnungsstruktur ohne Abwertung geordnet ist, so gilt das spiegelbildlich auch f\u00fcr das Miteinander von Mann und Frau in der Ehe.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Was bedeutet das Hauptsein des Mannes praktisch? <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der Mann hat in Ehe und Familie die Leitungsverantwortung. Er tr\u00e4gt die f\u00fcrsorgliche Verantwortung f\u00fcr das geistliche und leibliche Wohlergehen seiner Familie. Wenn Paulus sagt, die Frauen sollen sich ihren M\u00e4nnern \u201ein allen Dingen\u201c unterordnen, dann bezieht sich das auf alle Lebensbereiche.<\/em><a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Der Mann \u00fcbt mit Blick auf alle die Ehe und Familie betreffende Lebensbereiche Autorit\u00e4t aus, \u00fcbernimmt die F\u00fchrung und hat sich f\u00fcr seine Entscheidungen vor Gott zu verantworten. Allerdings muss er auch wissen, dass er sein Amt als Haupt nicht ohne die Hilfe seiner Frau aus\u00fcben kann, denn Gott hat ihm die Frau als erg\u00e4nzende Hilfe zur Seite gestellt (1. Mose 2,18). Er ist das Haupt, er trifft die Entscheidungen, aber nicht ohne sich mit seiner Frau abgesprochen zu haben.\u00a0 Wie das konkret aussehen kann, beschreibt der Missionar Paul Washer in einer Predigt, die er vor jungen Leuten in Holland gehalten hat:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eF\u00fchrung bedeutet nicht, dass ich der Herr meiner Frau bin oder ein Diktator. Es bedeutet, dass ich die biblische Autorit\u00e4t bin. Lasst mich ein Bild gebrauchen. Stellt euch vor, ich muss eine wirklich gro\u00dfe Entscheidung treffen, z.B. ob wir umziehen an einen anderen Ort im Land. Oder irgendeine andere wichtige Entscheidung. Treffe ich als Haupt des Hauses einfach die Entscheidung? Nein! Ich bete dar\u00fcber, ich bespreche es mit meiner Frau, wir beten zusammen dar\u00fcber und wenn wir uns einig sind, treffen wir die Entscheidung.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Aber stellt euch vor, ich rede mit meiner Frau dar\u00fcber, und wir beten zusammen dar\u00fcber und sind uns nicht einig. Treffe ich dann als Haupt des Hauses einfach die Entscheidung? Nein! Wenn meine Frau mit irgendetwas nicht \u00fcbereinstimmt, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Also werden sie und ich so lange dar\u00fcber reden und beten, bis wir uns einig sind.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Aber was, wenn wir uns nicht einig werden, die Entscheidung aber getroffen werden muss? Dann ist es meine schreckliche Verantwortung, die Entscheidung zu treffen. Und es ist ihre Verantwortung, sie zu respektieren. Wenn ich richtig gelegen habe, dann sollte ich nicht zu ihr gehen und sagen: \u201eSiehst du, ich hab\u2018s dir doch gesagt!\u201c Aber wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ich falsch gelegen habe, dann sollte sie das auch nicht tun. Die Entscheidung muss getroffen werden. Ich muss sie treffen. Begreift ihr, was f\u00fcr eine schreckliche Verantwortung das ist? Wenn ich meine Familie anf\u00fchre, und ich liege falsch, dann muss ich mich vor dem Thron Gottes verantworten. Aus diesem Grund betet meine Frau f\u00fcr mich. Und sie ist gn\u00e4dig mit mir, denn sie wei\u00df, dass ich vor Gottes Thron stehen und Rechenschaft ablegen muss. Sie wei\u00df, dass ihr Mann eine schwere Verantwortung hat.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><strong>[10]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Ehe bedeutet Christusnachfolge f\u00fcr den Mann, dass er um Christi willen die F\u00fchrungsverantwortung f\u00fcr seine Frau und Kinder \u00fcbernimmt. Wenn ein Mann sein Hauptsein so versteht und wahrnimmt, wird es der Frau nicht schwerfallen, sich ihrem Mann unterzuordnen. So wie die Gemeinde sich in allen Dingen Christus als dem Haupt unterordnet, soll auch die Frau sich in allen Dingen Christus unterordnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Liebe des Mannes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Paulus zuerst die Frauen zur Unterordnung unter die Autorit\u00e4t ihrer Ehem\u00e4nner aufgerufen hat, fordert er nun die M\u00e4nner auf, ihre Frauen zu lieben:<em> \u201eIhr M\u00e4nner, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst f\u00fcr sie dahingegeben, um sie zu heiligen.\u201c <\/em>(Eph 5,26\u201327)<em>. <\/em>Wohlgemerkt: Anders als Ahasveros im alten Persien, fordert Paulus die M\u00e4nner nicht auf, ihre Autorit\u00e4t in der Ehe durchzusetzen und den Gehorsam der Ehefrauen einzufordern, <em>dass ein jeder Mann der Herr in seinem Hause sei\u201c<\/em> (Esther 1,22)<em>. <\/em>Stattdessen befiehlt er den M\u00e4nnern: <em>\u201eliebt eure Frauen.\u201c<\/em> Kann man Liebe befehlen? Ja, Liebe kann befohlen werden. \u201eAber befehlen kann man nicht Gef\u00fchle, sondern nur Verhalten.; Paulus zielt hier also auf das Verhalten ab. Es ist ihm egal, wie den Ehem\u00e4nnern gerade zumute ist \u2013 sie haben ihre Frauen zu lieben.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Quelle der Liebe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Liebe des Mannes gr\u00fcndet nicht auf dem Treibsand der Gef\u00fchle, sondern auf der Liebe Christi. In der Liebe Christi zu seiner Brautgemeinde findet der Mann das Urbild (<em>typos<\/em>) und die Kraftquelle f\u00fcr die Liebe zu seiner Frau. Christus hat sich f\u00fcr seine Gemeinde hingegeben, <em>\u201eja zum Tode am Kreuz\u201c <\/em>(Phil 2,8)<em>. <\/em>\u201e<em>Niemand hat gr\u00f6\u00dfere Liebe als die, dass er sein Leben l\u00e4sst f\u00fcr seine Freunde\u201c <\/em>(Joh 15,13)<em>. <\/em>Das ist der unersch\u00fctterliche Grund der Liebe des Mannes f\u00fcr seine Frau. Elisabet Elliot schrieb dazu: <em>\u201eDu m\u00f6chtest, dass deine Frau sich unterordnet? Dann musst du lange und st\u00e4ndig auf die Art von Liebe schauen, die Christus gab. Sie beruhte auf Selbstopferung. Dies ist die Grundlage f\u00fcr Autorit\u00e4t. Sie beginnt mit dem Opfer. Sie wird durch Opfer erhalten. Napoleon sagte einmal, dass er ein Reich auf Gewalt errichtet habe, w\u00e4hrend Jesus ein Reich auf Liebe gebaut hat\u2026Keine Macht auf Erden kann sich mit der Macht der opfernden Liebe messen\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><strong>[12]<\/strong><\/a> <\/em>Der Mann findet das Geheimnis hingegebener Liebe nicht in seinem Herzen oder in seinen Gef\u00fchlen, sondern in der Beziehung zu Jesus Christus, dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nochmals: Wie sieht das praktisch aus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was tut der Mann, wenn er feststellt, dass sein Herz sich gegen\u00fcber seiner Frau verh\u00e4rtet, bittere Gedanken aufkommen wollen oder die Gef\u00fchle erkalten? Der Mann sucht seinen Herrn im Gebet, der ihm das steinerne Herz genommen und ihm ein fleischernes gegeben hat (Hes 36,26). Er bittet ihn darum, sein Herz zu erweichen, zu ver\u00e4ndern und ihm neue Liebe f\u00fcr seine Frau zu schenken. Und der Herr, der allein unsere Herzen kennt und durch seinen Geist zum Guten ver\u00e4ndern kann, erh\u00f6rt diese Gebete. Er erneuert die Liebe, l\u00e4sst sie wachsen und reifen. Was h\u00e4tte das f\u00fcr Ahasveros bedeutet, Wasti zu lieben? <em>\u2026 die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bl\u00e4ht sich nicht auf, sie verh\u00e4lt sich nicht ungeh\u00f6rig \u2026\u201c<\/em> (1. Kor 13,4\u20135). Er h\u00e4tte erkannt, dass seine Frau keine Troph\u00e4e ist, deren Reize er angetrunken und prahlerisch vor aller Welt zur Schau stellt. Und nach dem sie sich verst\u00e4ndlicherweise verweigert und seinem Wunsch nicht untergeordnet hatte? <em>\u201e\u2026 die Liebe ist langm\u00fctig und freundlich \u2026\u201c<\/em> (1. Kor 13,4). Er h\u00e4tte versucht, herauszufinden, aus welchen Gr\u00fcnden sie nicht zu ihm kommen wollte, h\u00e4tte das Gespr\u00e4ch mit ihr gesucht, h\u00e4tte geduldig nach einem Weg der Vers\u00f6hnung gesucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Ziel der Liebe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Liebe Jesu hatte ein Ziel: <em>\u201eEr hat sich selbst f\u00fcr sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er f\u00fcr sich die Gemeinde herrlich bereite, die keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei\u201c<\/em> (Eph 5,26\u201327)<em>. <\/em>Jesus starb f\u00fcr uns, als wir noch S\u00fcnder waren, um uns <em>\u201eheilig und untadelig\u201c<\/em> (Eph 1,4) zu machen. Durch sein Blut erl\u00f6ste er uns von unseren S\u00fcnden (Eph 1,7) und reinigte seine Brautgemeinde durch die Botschaft von der Vergebung, das Wasserbad im Wort. Jesus hat sich eine Braut erworben und durch sein Leiden und Sterben aus einer Hure eine Heilige gemacht. Mit ihr hat er sich in ewiger und unaufl\u00f6slicher Liebe verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDaran soll der Mann lernen, was Liebe ist und wie er an seiner Frau zu handeln hat. Es ist nicht Liebe, wenn er nur seine eigene Lust und seinen Vorteil sucht; Liebe ist es, wenn er sein Leben f\u00fcr seine Frau einsetzt, wie Christus es f\u00fcr seine Gemeinde eingesetzt hat. Es ist nicht Liebe, wenn er seine Frau erniedrigt und beschmutzt; Liebe ist es, wenn er daf\u00fcr sorgt, dass sie heilig und herrlich sei, mit der allein echten Heiligkeit und Herrlichkeit, die uns die Gemeinschaft Gottes mit uns verleiht.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Die Liebe des Mannes muss das Ziel haben, seine Frau in einer umfassenden Weise zu versorgen, ihre Beziehung zu Christus und ihre Heiligung so zu f\u00f6rdern, damit sie eines Tages \u201eheilig und untadelig\u201c vor dem Thron Gottes und vor ihrem Herrn stehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tim und Kathy Keller schreiben, \u201edass die meisten Menschen, die auf der Suche nach einem Ehepartner sind, eine fertige Statue suchen, wo sie eigentlich einen tollen Marmorblock suchen sollten \u2013 nicht, um selber die Person zu schaffen, die sie wollen, sondern um zuzuschauen, was f\u00fcr eine Person Jesus hier schafft. Als man Michelangelo fragte, wie er seine pr\u00e4chtige David-Skulptur geschaffen hatte, soll er geantwortet haben: \u201eIch habe in den Marmor hineingeschaut und dann alles weggemei\u00dfelt, das nicht David war.\u201c Wer einen Ehepartner sucht, sollte in der Lage sein, in den anderen hineinzuschauen, zu sehen, was Gott dort tut, und sich darauf zu freuen, an dem Prozess der Befreiung des \u201eneuen ich\u201c, das da gerade entsteht, teilzuhaben.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Liebe des Mannes sollte in seiner Frau die Frau sehen, die einmal herrlich, strahlend, rein und sch\u00f6n vor ihrem Herrn und Heiland stehen wird, \u201eheilig und untadelig\u201c. Es ist sein Vorrecht, dass Gott ihn gebrauchen m\u00f6chte, dieses Werk auszuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie den eigenen Leib<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus fordert die M\u00e4nner ein zweites Mal und mit Nachdruck auf, ihre Frauen zu lieben: <em>\u201eSo sollen auch die M\u00e4nner ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er n\u00e4hrt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde.\u2002Denn wir sind Glieder seines Leibes\u201c <\/em>(Eph 5,28\u201330)<em>. <\/em>Der Ehemann soll sich an Christus orientieren und von ihm lernen. So wie Jesus Christus als Haupt der Gemeinde (Eph 4,15) diese errettet, n\u00e4hrt und pflegt, durch die Zeiten und bis ans Ziel f\u00fchrt, so soll auch der Ehemann seine Frau lieben und f\u00fcr sie geistlich und leiblich sorgen, sie leiten und f\u00fchren und mit Gottes Hilfe zur ewigen Heimat begleiten. So wie Christus und die Gemeinde eine unaufl\u00f6sliche Haupt-Leib-Einheit bilden, bilden auch Mann und Frau in der Ehe eine unaufl\u00f6sliche Einheit. So eng ist diese Verbindung, dass der Mann seine Frau wie einen Teil seines eigenen K\u00f6rpers betrachten sollte. So wie er seinen eigenen K\u00f6rper nicht vernachl\u00e4ssigt, sondern ihn versorgt und pflegt, so darf er auch seine Frau nicht vernachl\u00e4ssigen, sondern soll ihr leibliches Wohl und ewiges Heil st\u00e4ndig im Blick haben und sich nach Kr\u00e4ften f\u00fcr beides einsetzen. <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Einheit von Mann und Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verpflichtung des Mannes, seine Frau zu lieben, ergibt sich f\u00fcr Paulus aus der Einheit von Mann und Frau in der Ehe. Diese hat ihren Ursprung in der Erschaffung und Zusammenf\u00fcgung des ersten Menschenpaares und Gottes Erkl\u00e4rung dazu in 1. Mose 2,24. Paulus zitiert diese nun ausdr\u00fccklich, hat sich aber bereits in dem gesamten Abschnitt Eph 5,21ff. auf sie bezogen<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>: <em>\u201eDarum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau h\u00e4ngen, und die zwei werden ein Fleisch sein\u201c <\/em>(Eph 5,31). In der Ehe werden beide \u201eein Fleisch\u201c, was sich auf die k\u00f6rperliche Vereinigung bezieht, aber eben auch die Gr\u00fcndung einer neuen vom Elternhaus abgegrenzten Lebensgemeinschaft meint, aus der, wenn Gott es schenkt, Kinder hervorgehen d\u00fcrfen. Der Mann h\u00e4ngt an seiner Frau, ja w\u00f6rtlich hei\u00dft es sogar, dass sie aneinanderkleben. Sie kommen nicht mehr voneinander los und sollen das auch nicht. Beide Ehepartner versprechen sich gegenseitig und vor Gott, einander treu und beieinander zu bleiben, bis dass der Tod sie scheidet. Sie gehen eine unaufl\u00f6sliche Einheit ein, von der Jesus gesagt hat: \u201e<em>Was nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!\u201c<\/em> (Mt 19,6)<em>.<\/em> Diese Einheit ist das tragf\u00e4hige Fundament f\u00fcr die wachsende und reifende Liebe zwischen den Eheleuten. Mit der Ehe schenkt Gott dem Menschen eine Ordnung des Zusammenlebens, die ein gelingendes und gesegnetes Miteinander von Mann und Frau erm\u00f6glicht. Dietrich Bonhoeffer hat das in seiner ber\u00fchmten \u201eTraupredigt aus der Zelle\u201c so beschrieben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eGott gr\u00fcndet eine Ordnung, in der ihr in der Ehe miteinander leben k\u00f6nnt. \u201eIhr Frauen, seid untertan euren M\u00e4nnern in dem Herrn, wie sich\u2019s geh\u00f6rt. Ihr M\u00e4nner, liebet eure Frauen\u201c (Kol 3,18.19). Mit eurer Ehe gr\u00fcndet ihr ein Haus. Dazu bedarf es einer Ordnung, und diese Ordnung ist so wichtig, da\u00df Gott selbst sie setzt, weil ohne sie alles aus den Fugen ginge. In allem seid ihr frei bei der Gestaltung eures Hauses, nur in einem seid ihr gebunden: die Frau sei dem Manne untertan, und der Mann liebe seine Frau. Damit gibt Gott Mann und Frau die ihnen eigene Ehre. Es ist die Ehre der Frau, dem Manne zu dienen, ihm eine Gehilfin zu sein \u2013 wie es in der Sch\u00f6pfungsgeschichte hei\u00dft (1. Mose 2,20) \u2013, und es ist die Ehre des Mannes, seine Frau von Herzen zu lieben. Er \u201ewird Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen\u201c (Mt 19,5), er wird sie \u201elieben wie sein eigenes Fleisch\u201c. Eine Frau, die \u00fcber ihren Mann herrschen will, tut sich selbst und ihrem Manne Unehre, ebenso wie ein Mann durch mangelnde Liebe zu seiner Frau sich selbst und seiner Frau Unehre zuf\u00fcgt, und beide verachten die Ehre Gottes, die auf dem Ehestand ruhen soll. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es sind ungesunde Zeiten und Verh\u00e4ltnisse, in denen die Frau ihren Ehrgeiz darin sucht, zu sein wie der Mann, und der Mann in der Frau nur das Spielzeug seiner Herrschsucht und Freiheit erblickt. Es ist der Beginn der Aufl\u00f6sung und des Zerfalls aller menschlichen Lebensordnungen, wenn das Dienen der Frau als Zur\u00fccksetzung, ja als Kr\u00e4nkung ihrer Ehre, und die ausschlie\u00dfliche Liebe des Mannes zu seiner Frau als Schw\u00e4che oder gar als Dummheit angesehen wird.\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><strong>[16]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kann man eine solche Ordnung leben? Es beginnt mit Gebet. F\u00fcr die Frau: Sie bittet Gott, dass er ihr zeigt, wie und wo sie sich ihrem Mann unterordnen soll und wie das ganz praktisch und konkret in ihrem Ehealltag aussieht. Und f\u00fcr den Mann: Er bittet Gott, dass er ihm hilft, seine Frau zu lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat und auch da, was das ganz konkret im Alltag seiner Ehe bedeutet. Dann werden Eheleute erleben, was Bonhoeffer ebenfalls in seiner Zelle zu Papier brachte: <em>\u201eNicht eure Liebe tr\u00e4gt die Ehe, sondern von nun an tr\u00e4gt die Ehe eure Liebe.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das enth\u00fcllte Geheimnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der ehelichen Einheit von Mann und Frau enth\u00fcllt sich ein tiefes Geheimnis. Paulus schreibt: <em>\u201eDies Geheimnis ist gro\u00df; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde. Darum auch ihr: ein jeder liebe seine Frau wie sich selbst; die Frau aber habe Ehrfurcht vor dem Mann\u201c <\/em>(Eph 5,32\u201333)<em>. <\/em>Seit der Erschaffung von Mann und Frau liegt ein Geheimnis auf dem von Gott gestifteten Ehebund. Dieses Geheimnis wird in Jesus Christus enth\u00fcllt. Die christliche Ehe soll ein Abbild des Urbildes sein, das zun\u00e4chst im Ehebund zwischen Jahwe und seinem Volk Israel (Hes 16,8; Hos 2) und im Neuen Bund zwischen Christus und seiner Brautgemeinde offenbar wurde (Offb 19,7\u20139).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eDie christliche Ehe spiegelt im Kleinen die Sch\u00f6nheit und Liebe wider, die Jesus als der Br\u00e4utigam zu seiner Brautgemeinde hat.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><strong>[18]<\/strong><\/a> <\/em>In der aufopfernden Liebe des Mannes f\u00fcr seine Frau soll die aufopfernde Liebe Christi f\u00fcr seine Gemeinde in dieser Welt sichtbar werden. Und in der freiwilligen Unterordnung der Frau unter die f\u00fcrsorgliche Autorit\u00e4t des Mannes soll die Unterordnung der Gemeinde unter die Autorit\u00e4t Christi in dieser Welt sichtbar werden. Die eheliche Treue soll ein Spiegelbild der Treue Christi zu seiner Gemeinde sein. Wenn Frauen meinen, sie k\u00f6nnten auf die Unterordnung unter die Autorit\u00e4t ihres Mannes verzichten und wenn M\u00e4nner meinen, sie m\u00fcssten oder k\u00f6nnten ihren Frauen nicht lieben oder wenn sie die Ehe brechen, dann geben sie ein entstelltes und verzerrtes Spiegelbild Christi wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andersherum gilt auch: Je mehr die Frauen in der Nachfolge Christi danach streben, sich ihren M\u00e4nnern unterzuordnen und je mehr die M\u00e4nner danach streben in der Nachfolge Christi, ihre Frauen zu lieben, desto klarer, heller und herrlicher erstrahlt das Bild Christi durch diese Ehen in die Welt (vgl. 1. Petr 3,1). Gott der Herr wird solche Ehen segnen und in dieser Welt gebrauchen, so dass sie etwas sind zum Lob seiner Herrlichkeit (Eph 1,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: \u201eAufbruch\u201c \u2013 Informationen des Gemeindehilfsbundes, 1\/2026 (Juni).<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/aufbruch_1_2026.pdf\">Die aktuelle Ausgabe hier herunterladen.\u00a0<\/a><\/em><\/p>\n<p>Den \u201eAufbruch\u201c kann man kostenfrei abonnieren \u00fcber die Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes (info@gemeindehilfsbund.de).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Wenn nicht anders gekennzeichnet, zitiere ich die Bibel nach Martin Luthers \u00dcbersetzung, revidiert 2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> o\u2018 Brien, Peter: The Letter to the Ephesians, Grand Rapids: Eerdmans Publishing, 1999, S. 432.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebenda, S. 433.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Schlatter, Adolf: Die Briefe an die Galater, Epheser, Kolosser und Philemon, Stuttgart: Calwer-Verlag, 1995, S. 239.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> o\u2018 Brien, Peter: The Letter to the Ephesians, Grand Rapids: Eerdmans Publishing, 1999, S. 434.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Elliot, Elisabeth: Mann sein \u2013 Frau sein: Verschiedenartigkeit und Gleichberechtigung, Bielefeld: CLV-Verlag, 2012, S. 52. Beachten Sie auch das letzte Heft des Aufbruch (2\/2025) mit dem Titel \u201eWesen und W\u00fcrde der Frau\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Weiteres siehe in Aufbruch 1\/2025 zu \u201eWesen und W\u00fcrde des Mannes\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> o\u2018 Brien, Peter: The Letter to the Ephesians, Grand Rapids: Eerdmans Publishing, 1999, S. 411.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u201ein allen Dingen\u201c: davon ist alles ausgenommen, was dem Wort Gottes widerspricht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Washer, Paul: Der Zweck der Ehe \u2013 Herausfordernde Gedanken zu Eph 5, H\u00fcnfeld: Christlicher Mediendienst, S. 13-14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Keller, Timothy und Kathy Keller: Ehe \u2013 Gottes Idee f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Versprechen des Lebens, 10. Auflage, Gie\u00dfen: Brunnen-Verlag, 2025, S. 102.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Elliot, Elisabeth: Mann sein \u2013 Frau sein: Verschiedenartigkeit und Gleichberechtigung, Bielefeld: CLV-Verlag, 2012, S. 104.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Schlatter, Adolf: Die Briefe an die Galater, Epheser, Kolosser und Philemon, Stuttgart: Calwer-Verlag, 1995, S. 238.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Keller, Timothy und Kathy Keller: Ehe \u2013 Gottes Idee f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Versprechen des Lebens, 10. Auflage, Gie\u00dfen: Brunnen-Verlag, 2025, S. 121.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> o\u2018 Brien, Peter: The Letter to the Ephesians, Grand Rapids: Eerdmans Publishing, 1999, S. 429.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung &#8211; Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, 18. Auflage, G\u00fctersloh: G\u00fctersloher Verlagshaus, 2005, S. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> o\u2018 Brien, Peter: The Letter to the Ephesians, Grand Rapids: Eerdmans Publishing, 1999, S. 434.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ehekrach am persischen K\u00f6nigshof Der persische K\u00f6nig Ahasveros (519\u2013465 v. Chr.) und die sch\u00f6ne Wasti f\u00fchrten eine toxische Ehe. Zum gro\u00dfen Knall kam es, als Wasti sich weigerte, ihre Sch\u00f6nheit vor ihrem angetrunkenen Mann und seiner feiernden F\u00fcrstenrunde zur Schau zu stellen. Der beleidigte K\u00f6nig erstickte dieses Aufflackern weiblicher Emanzipation im Keim. 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